Zwischenstand beim Projekt Öko2Huhn #Bioland Tagung 2022

Auf der diesjährigen Bioland Geflügeltagung wurden Zwischenergebnisse zum Projekt Öko2Huhn vorgestellt. Annemarie Kaiser (Hochschule Eberswalde) führte aus, dass aktuell etwa 30 Herkünfte auf zahlreichen Praxisbetrieben getestet werden.

Bei einige dieser Rassen lägen die Tageszunahmen bei nur ca. zehn Gramm, bei andere bis 25 g, ÖTZ-Hühner und Zweinutzungshybriden lägen zwischen 20 und 25 g (zum Vergleich Hubbard 40–45 g). ÖTZ-Hühner hätten etwas höhere Brustanteile (16 – 18 %) als die Rassehühner (14 – 16 %). „Die Legeleistungsprüfung ist noch nicht abgeschlossen, vor allem bei Rassehühnern; die ÖTZ-Tiere erreichten bislang ca. 65 – 73 %, Bresse ca. 55 – 60 %“ berichtete die Referentin von der Hochschule Eberswalde.

Das Sundheimer Huhn würde als schnellwüchsiges Zweinutzungshuhn mit guter Nutzung in Fleisch und Eiern beschrieben, sagte David Kohnke (Universität Hohenheim) zu Beginn seines Vortrags. Es stünde aber heute auf der „Roten Liste“, weil sich in den vergangenen Jahrzehnten die Hybridzucht durchgesetzt habe. Als reinrassige Tiere lassen sich die Sundheimer aber auf dem eigenen Betrieb nachzüchten und könnten deshalb gerade für Ökobetriebe interessant werden.

Im Versuch wurden die gemästeten Hähne mit knapp 17 Wochen bei einem durchschnittlichen Lebendgewicht von 2,1 kg geschlachtet. Die Futterverwertung lag bei 3,9 kg Futter pro kg Lebendgewicht. Allerdings zeigten die ersten Ergebnisse „eine große Varianz beim Lebendgewicht sowohl zwischen als auch teilweise innerhalb der Zuchtstämme“. Die als potenzielle Zuchthähne selektierten Tiere erreichten bis zur 17. Woche ein Lebendgewicht von durchschnittlich 2,3 kg, nach 21 Wochen betrug das Durchschnittsgewicht rund 2,8 kg.

Zur Legeleistung gibt es in der Literatur Angaben zwischen 143 und 220 braunen Eiern im Jahr. Das zeige, warum eine Erhebung aktueller, belastbarer Daten für eine Leistungsbestimmung wichtig ist, sagte David Kohnke. „Späterer Legebeginn und ein hoher Anteil an S-Eiern in den ersten Monaten im Vergleich zu Legehybriden“ hätten die Erwartungen bisher bestätigt.

Nächstes Jahr sollen zum Aufbau einer Zuchtpopulation die leistungsgeprüften Zuchttiere aus dem Schlupf 2021 und 2022 gezielt verpaart werden. In den Folgejahren lägen die Schwerpunkte dann auf der Weiterentwicklung dieser Zuchtpopulation und deren Stärkung in der Praxis.

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