Boehringer Ingelheim übergibt Forschungszentrum an TiHo

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• Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover übernimmt Liegenschaften und Einrichtungen für eigene Forschung zum 1. April 2021
• Modernes Forschungszentrum bleibt für Region Hannover erhalten und wird durch die Stiftung Tierärztliche Hochschule für Forschung im Bereich Infektionsmedizin genutzt werden

Am 18. Dezember unterzeichneten Boehringer Ingelheim und die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) einen Vertrag, nach dem die Liegenschaften des vormaligen Forschungszentrums für Tierimpfstoffe im Stadtteil Kirchrode an die TiHo übertragen werden. Zum 1. April 2021 wird die TiHo die Verantwortung für den Standort übernehmen und ihn künftig mit eigenem Personal für die wissenschaftlich-universitäre Arbeit nutzen. Die Forschungsarbeiten von Boehringer Ingelheim wird die TiHo nicht fortführen. Damit hat Boehringer Ingelheim die Suche für eine nachhaltige Nutzung des modernen Forschungszentrums für Tiergesundheit erfolgreich abgeschlossen.

„Wir freuen uns sehr, dass die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover unsere Liegenschaft übernimmt. Damit kann die Hochschule die eigenen Forschungskapazitäten wesentlich erweitern und gleichzeitig bleibt das moderne Forschungszentrum der Region Hannover erhalten“, erklärt Sabine Nikolaus, Landesleiterin Deutschland bei Boehringer Ingelheim. „Die Einigung unterstreicht die gute, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der TiHo.“

„Für die TiHo ist das eine einmalige Gelegenheit, unsere Forschungsstärke in der Infektionsmedizin weiter auszubauen“, sagt TiHo-Präsident Dr. Gerhard Greif. „Klimawandel, Globalisierung und der Verlust von Lebensräumen führen dazu, dass sich Infektionserreger immer besser ausbreiten können. Die Corona-Pandemie zeigt uns sehr schmerzvoll, was das bedeutet und wie wichtig die Infektionsforschung ist. Etwa zwei Drittel der Erreger, die bei Menschen zu Infektionskrankheiten führen können, werden zwischen Tier und Mensch übertragen. Es wird also immer wichtiger bei Infektionserkrankungen nicht nur auf das Tier und nicht nur auf den Menschen zu blicken, sondern das gesamte Infektionsgeschehen zu untersuchen.“

Boehringer Ingelheim wird die eigenen Arbeiten am Standort Hannover Ende 2020 einstellen. Hintergrund ist eine globale Neuausrichtung der Schwerpunkte in der Tiergesundheitssparte. Eine Übernahme der aktuell 129 Mitarbeitenden am Forschungszentrum Hannover ist nicht Teil der Vereinbarung zwischen dem Unternehmen und der TiHo. Wie im Oktober 2020 verkündet, hat Boehringer Ingelheim mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich und Sozialplan verhandelt und umgesetzt. Neben finanzieller Unterstützung bietet das Unternehmen seinen Angestellten Hilfestellung bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz, nach Möglichkeit an anderen Standorten des Unternehmens.

Die künftige Forschung der TiHo auf dem Gelände
Der Standort Campus Bünteweg in Kirchrode gehört seit 1953 zur TiHo. Nach und nach wurden dort seit dieser Zeit Universitätsgebäude errichtet. Dementsprechend sind manche der Gebäude mehrere Jahrzehnte alt und entsprechend sanierungsbedürftig. Für die TiHo bietet der Neuerwerb kurzfristig die günstige Gelegenheit, Entwicklungsflächen für diese Arbeitsbereiche zu schaffen, die von den Sanierungen betroffen sein werden. Dazu zählen die Arbeitsbereiche Virologie, Biochemie oder Pharmakologie. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der molekularen Grundlagenforschung der Wirt-Erreger-Interaktion, Darmerkrankungen, Neuropharmakologie und den Abwehrstrategien des Immunsystems.

Über Infektionsforschung an der TiHo
Die TiHo legt seit Jahren einen Forschungsschwerpunkt auf infektionsmedizinische Themen und seit Jahren baut die TiHo ihre Ressourcen auf diesem Gebiet systematisch aus. Das zeigt sich in dem Bau des hochmodernen Research Centers for Emerging Infections and Zoonoses, in dem Forschungsarbeiten an Infektionserregern unter Bedingungen der Biologischen Sicherheitsstufe 3 möglich sind und am Gewinn erfolgreicher Infektionsforscherinnen und Infektionsforscher. Sehr sichtbar, wie gut sich die TiHo in diesem Bereich aufstellt, war die Vergabe der Alexander von Humboldt-Professur, dem höchstdotierten internationalen Forschungspreis in Deutschland, an die TiHo.

Quelle: Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Vorreiter in Europa: betäubungslose Ferkelkastration ab 1. Januar 2021 verboten

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Förderung des Bundesministeriums für Narkosegeräte stößt auf große Resonanz – Anträge in Höhe von rund 13,5 Millionen Euro bewilligt

Ab dem 1. Januar 2021 ist die betäubungslose Ferkelkastration in Deutschland verboten. Es tritt dann europaweit eine der strengsten Regelungen in Kraft: Eine vollständige Schmerzausschaltung muss garantiert sein. Ferkel können dann nur noch unter Vollnarkose kastriert werden. Anders als in anderen Mitgliedstaaten reicht eine lokale Betäubung oder Schmerzlinderung in Deutschland nicht aus.

Bundesministerin Julia Klöckner: „Die betäubungslose Ferkelkastration gehört bei uns mit dem Jahreswechsel der Geschichte an. Das ist ein entscheidendes Datum für mehr Tierschutz. Deutschland wird in Europa auch hier in der Klarheit der Regelung Vorreiter sein. Mit der Vorgabe der Schmerzausschaltung gehen wir über das geltende EU-Recht hinaus. Für die Tierhalter bedeutet das einen höheren Aufwand und Investitionen. Ihnen greifen wir unter die Arme, um die Umstellung zu ermöglichen. Gleichzeitig ist der Handel aufgefordert, auf die bestehenden Alternativen zu setzen.“

Zur betäubungslosen Ferkelkastration bestehen drei rechtskonforme Alternativen:
1. die Jungebermast,
2. die Impfung gegen Ebergeruch und
3. die Kastration unter Vollnarkose.

Um Wettbewerbsverzerrungen durch die strengeren Vorgaben zu verhindern, unterstützt das Bundeslandwirtschaftsministerium in vielfältiger Weise die Einführung der alternativen Verfahren und Methoden zur betäubungslosen Ferkelkastration.

So fördert das Ministerium etwa die Anschaffung von Narkosegeräten: Insgesamt wurden etwa 2.700 Förderanträge mit einem Volumen von rund 13,5 Millionen Euro bewilligt. Eine von Bundesministerin Klöckner vorgelegte Verordnung ermöglicht dabei die Durchführung der Vollnarkose mit dem Narkosemittel Isofluran durch den Landwirt oder andere sachkundige Personen. Voraussetzung dafür ist eine umfassende theoretische und praktische Schulung.

Darüber hinaus ist das Ministerium in Sachen Vermarktung in kontinuierlichem Kontakt mit dem Schlacht- und Verarbeitungssektor sowie dem Einzelhandel. Unterstützt werden zudem Forschungsprojekte zur Weiterentwicklung der Schweinehaltung. Außerdem informiert das BMEL die Verbraucherinnen und Verbraucher mit einer Broschüre und über die Homepage über die Thematik der betäubungslosen Ferkelkastration und die Alternativverfahren.

Quelle: BMEL

NRW: Tiertransporte in Drittstaaten nur bei gesicherter Einhaltung der Tierschutzanforderungen

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Initiative Nordrhein-Westfalens im Bundesrat: Bund soll prüfen, Rindertransporte in bestimmte Drittstaaten per se zu verbieten

Nordrhein-Westfalen setzt sich dafür ein, dass Rindertransporte in Drittstaaten verboten werden, sofern zu befürchten ist, dass die betroffenen Tiere im Drittstaat tierschutzwidrig behandelt oder unzureichend versorgt werden. Dieses wichtige Tierschutzanliegen ist am Freitag auf Initiative Nordrhein-Westfalens Thema im Bundesrat. Gemäß Antrag soll der Bund aufgefordert werden, auf Grundlage des Tierschutzgesetzes und nach Auswertung aller verfügbaren Informationen zu prüfen, Transporte von Rindern in bestimmte Drittstaaten per se zu verbieten. Welche Drittländer betroffen wären, liegt dann in der Entscheidungshoheit des Bundes.

„Uns ist nicht nur der Tierschutz beim Transport, sondern auch im Hinblick auf das zukünftige Schicksal der Tiere im Bestimmungsstaat ein wichtiges Anliegen. Sofern nicht amtlich sichergestellt werden kann, dass alle Tierschutzanforderungen während des Transports und im Zielland eingehalten werden, sollten Transporte untersagt werden“, so Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann. Ergänzend zur Bundesrats-Initiative setzt sich das Landwirtschaftsministerium auch auf europäischer Ebene für eine Überarbeitung des Tierschutztransportrechtes ein, um langfristig eine bessere Kontrollmöglichkeit der Transporte zu schaffen.

Nordrhein-Westfalen hatte bereits seit Juli 2020 die Abfertigung von Rindertransporten in Drittstaaten untersagt. Das Problem: Amtlichen Tierärzten fehlt vielfach der Zugang zu entscheidungsrelevanten Informationen zu Transportrouten und Transportbedingungen, um zu entscheiden, ob ein Tiertransport in einen Drittstaat entsprechend den rechtlichen Voraussetzungen durchgeführt werden kann oder nicht.

Ein Veterinäramt in Nordrhein-Westfalen hatte jüngst einen geplanten Rindertransport nicht gestattet, weil die Befürchtung bestand, dass der Tierschutz im Zielland nicht sichergestellt werden kann. Diese Entscheidung wurde vom Oberverwaltungsgericht Münster mit einem Eilbeschluss vom 10. Dezember 2020 gekippt, weil das Gericht die beschriebenen drohenden abstrakten Gefahren für die betroffenen Rinder nicht für ausreichend hält, um auf dieser Grundlage eine Transportabfertigung zu versagen. Eine Bewertung von Tierschutzgefahren für Rinder in bestimmten Zielstaaten könne abstrakt-generell nur durch den Bund erfolgen.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Forschungsteam unter Leitung der Universität Göttingen analysiert Sammelverhalten von Bienen anhand der Pollen-DNA

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Häufig werden Honigbienen, aber auch Hummeln für die Bestäubung von Nutzpflanzen eingesetzt. Das Aufstellen von Honigbienen- oder Hummelvölkern neben dem Feld garantiert aber nicht, dass die Zielpflanzen besucht werden, denn andere gleichzeitig blühende Pflanzenarten können gegebenenfalls attraktiver sein. Ein Team der Universität Göttingen hat zusammen mit Forscherinnen und Forschern der Hochschule Mittweida und des Julius Kühn-Instituts Braunschweig mit innovativen molekularbiologischen Methoden und traditioneller Mikroskopie das Pollen-Sammelverhalten von Honigbienen und Hummeln in Agrarlandschaften untersucht.

Sie zeigen, dass Hummeln, um ihren Bedarf an Eiweißnahrung zu stillen, viel mehr Pollen aus unterschiedlichen Pflanzengattungen nutzen als Honigbienen. Außerdem werden weniger Pollen von der Zielpflanze Erdbeere gesammelt, wenn viele Rapsfelder in der umgebenden Landschaft in Blüte sind. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Molecular Ecology erschienen.

Die Forscherinnen und Forscher haben Honigbienen und Hummelvölker neben Erdbeerfeldern in der Region Göttingen und Kassel aufgestellt und Pollen von heimkehrenden Honigbienen und Hummeln gesammelt. Die Bienen sammeln den eiweißreichen Pollen vor allem für die Ernährung ihrer Nachkommen. Die Pollen-DNA wurde in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Molekularbiologie der Nutztiere und molekulare Diagnostik der Universität Göttingen und der Abteilung Biochemie/Molekularbiologie der Hochschule Mittweida untersucht. „Über die DNA können wir herausfinden, welche Pflanzengattungen die Bienen besucht haben und wie divers ihr Sammelverhalten ist. Dafür haben wir die Pollen-DNA sequenziert und die Sequenzen mit einer regional angelegten Datenbank der bei uns vorkommenden Pflanzengattungen verglichen“, so die Erstautorin Dr. Svenja Bänsch, Postdoktorandin in der Abteilung Funktionelle Agrobiodiversität der Universität Göttingen.

„Mit unserer Studie konnten wir zeigen, dass Honigbienen und Hummeln sehr unterschiedliche Pflanzen als Pollenquellen in der Landschaft nutzen. Insbesondere das breite Nahrungsspektrum von Hummeln, das sie vor allem in blütenreichen Lebensräumen finden, sollte bei der Planung von Naturschutzmaßnahmen berücksichtigt werden. Sowohl Honigbienen als auch Hummeln, deren Kolonien gekauft oder geliehen werden können, eignen sich als Bestäuber im Erdbeeranbau. Vorrangig sollten jedoch die natürlich vorkommenden Wildbienen gefördert werden“, schlussfolgert Prof. Dr. Catrin Westphal, Leiterin der Abteilung Funktionelle Agrobiodiversität der Universität Göttingen.

Quelle: Georg-August-Universität Göttingen

Initiative Tierwohl: 14,6 Mio. Mastschweine ab 2021

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Initiative Tierwohl schließt verlängerte Anmeldephase zur Programmphase 2021-2023 erfolgreich ab – Bislang bereits 4.416 schweinehaltende Betriebe für neue Programmphase angemeldet – Bislang 24,7 Mio. Ferkel und Mastschweine ab 2021

Die Initiative Tierwohl (ITW) vermeldet den erfolgreichen Abschluss der verlängerten Anmeldephase für das ITW-Programm 2021-2023. Nachdem sich während des ersten Abschnitts der Anmeldephase in September und Oktober bereits 3.677 schweinehaltende Betriebe angemeldet hatten, konnte die ITW in der Verlängerung weitere 739 Betriebe zulassen. In den Ställen der bislang angemeldeten Sauenhalter, Ferkelaufzüchter und Mäster werden daher ab 2021 voraussichtlich jährlich rund 24,7 Millionen Schweine gehalten – darunter 14,6 Millionen Mastschweine.

„Die Anzahl der bereits jetzt angemeldeten Tiere stimmt uns zuversichtlich“, erläutert Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl. „Durch die verlängerte Anmeldephase konnten wir noch einmal über zwei Millionen Mastschweine zulassen, die ab 2021 jährlich von der ITW profitieren. Auch freut uns, dass wir weitere 121 Sauenhalter und Ferkelaufzüchter davon überzeugen konnten, sich ab 2021 weiterhin in der ITW zu engagieren. Insgesamt stellt die erfolgreiche Anmeldephase ein starkes Signal dar.“

Die Initiative Tierwohl strebt in der neuen Programmphase eine Ausweitung der Kennzeichnungsfähigkeit mit dem ITW-Siegel im Schweinefleischsortiment an. Ähnlich wie das bei Geflügelfleisch seit 2018 bereits gelungen ist, ist es das erklärte Ziel der ITW, auch bei Schwein die Umstellung ganzer Sortimentsbereiche im Handel von der Haltungsform Stufe 1 in die Stufe 2 zu ermöglichen. „Mit schon jetzt 14,6 Millionen Mastschweinen ist dieses Ziel noch greifbarer geworden“, so Hinrichs weiter.

Quelle: Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH

Klöckner: Europäisches Bekenntnis zu mehr Tierwohl und mehr Verbraucherorientierung

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Deutsche Präsidentschaft bringt europäisches Tierwohlkennzeichen auf den Weg – EU-Agrarrat beschließt Ratsschlussfolgerungen

In Brüssel hat die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, heute ein weiteres zentrales Ziel der deutschen Ratspräsidentschaft im Agrarbereich umgesetzt. Der Rat hat einstimmig Schlussfolgerungen für ein europaweit einheitliches Tierwohlkennzeichen beschlossen und die EU-Kommission beauftragt, hier aktiv zu werden. Die Ministerin hatte das Thema erstmalig auf die europäische Agenda gesetzt und treibt es mit dem Beschluss nun weiter voran. Bereits beim Informellen Treffen der EU-Agrarminister in Koblenz hatte sie dafür breite Zustimmung erreicht. Die Bundesministerin ist der Meinung, dass am Ende der Prüfung der Kommission das Ziel ein verpflichtendes EU-weites Tierwohlkennzeichen sein sollte.

Dazu erklärt Bundesministerin Klöckner: „Für mehr Tierwohl in Europa ist der heutige Beschluss ein klares Bekenntnis, ein großer Schritt voran. Wir wollen ein europaweit gleiches Verständnis für höhere Standards erreichen. Das schafft eine bessere Orientierung für die Verbraucher beim Einkauf. Ihrem Wunsch nach mehr Tiewohl sollen sie durch eine glaubwürdige und transparente Kennzeichnung Ausdruck verleihen können. Gleichzeitig ist es Anreiz für die Tierhalter, ihre Bemühungen werden sichtbar. Beim tierwohlgerechten Umbau ihrer Ställe wollen wir sie unterstützen. Auch die neue Gemeinsame Europäische Agrarpolitik trägt dem Tierschutz durch eine neue Finanzierungsmöglichkeit Rechnung.“

Wesentliche Punkte der Schlussfolgerungen des EU-Agrarrats:
• Es sollen einheitliche, transparente Kriterien für mehr Tierwohl entwickelt werden, die über den aktuellen gesetzlichen Mindeststandard hinausgehen.
• Ein EU-weites Tierwohlkennzeichen soll für alle Nutztierarten unter Berücksichtigung ihrer gesamten Lebensspanne entwickelt werden.
• Das Kennzeichen soll den Produzenten genügend Anreize bieten, ihre Tierwohlstandards zu erhöhen.
• Es soll ein einheitliches, geschütztes Logo entwickelt werden.

Quelle: BMEL

Bewerberrekord bei Preis der Tiergesundheit 2020/21

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MSD Tiergesundheit startet mit der Juryphase
• 88 Bewerbungen aus Deutschland und Österreich
• Qualitativ hochwertige Bewerbungen
• Jury besucht und bewertet die besten Betriebe

Der „Preis der Tiergesundheit“ schließt mit einem neuen Rekord die Bewerbungsphase ab. Mit 88 Bewerbungen von Landwirtinnen und Landwirten aus Deutschland und Österreich wurde die letztjährige Teilnehmerquote bei Weitem übertroffen. Der von MSD Tiergesundheit ausgerichtete Preis wurde in der zweiten Runde um die Tierart Schwein sowie zwei neue Schwerpunkte beim Rind erweitert. Die meisten Bewerbungen sind mit 51 Betrieben für die Kategorie „Eutergesundheit“ eingegangen. 16 Bewerbungen entfallen auf „Tiergesundheit im Rindermastbestand“ und 21 auf „Saugferkelmanagement“.

Die teilnehmenden Betriebe haben keine Mühen gescheut und neben schriftlichen Bewerbungen auch Bilder und Videos eingereicht. Die Qualität der eingereichten Konzepte ist insgesamt sehr hoch. „Wir sehen hier eine unglaubliche Vielfalt an Ideen und Konzepten. Jeder einzelne Bewerber hat sich intensiv damit auseinandergesetzt, wie er die Tiergesundheit und das Tierwohl in seinem Betrieb verbessern kann“, schildert Michael Kandert, landwirtschaftlicher Fachberater bei MSD Tiergesundheit, seine ersten Eindrücke nach den Betriebsbesuchen.

Die Bewerbungen werden von einer unabhängigen Expertenjury bewertet
Im ersten Schritt werden die Betriebe besucht, um objektive Daten anhand einer Checkliste zu erfassen. Diese Erkentnisse werden dokumentiert, um sie für die unabhängige Expertenjury vergleichbar zu machen. Kommt ein Betrieb in die engere Auswahl, findet ein weiterer Besuch durch einen Vertreter der Jury statt. Die Preisverleihung findet im Frühjahr 2021 statt.

Die Jury jeder Kategorie besteht aus unabhängigen Expertinnen und Experten aus Forschungs-und Lehreinrichtungen, Verbänden und jeweils einem Vertreter von MSD Tiergesundheit.

Die Jury der Kategorie „Eutergesundheit“:
Frau Dr. Martina Baumgartner
Universitätsklinik für Wiederkäuer der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Herr Prof. Dr. Volker Krömker
Universität Kopenhagen

Herr Prof. Dr. Markus Freick
Hochschule für Wirtschaft und Technik Dresden

Herr Dr. Christian Koch
Lehr- und Versuchsanstalt Hofgut Neumühle

Herr Dr. Martin tho Seeth
Eutergesundheitsdienst der Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Herr Dr. Carl-Christian Gelfert
Fachberatung Rind, MSD Tiergesundheit

Die Jury der Kategorie „Tiergesundheit im Rindermastbestand“:
Frau Prof. Dr. Kerstin Müller
Klinik für Klauentiere der Freien Universität Berlin

Herr Bernd Priegnitz
Landeskontrollverband Sachsen-Anhalt

Herr Dr. Johann Gasteiner
Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein, Österreich

Herr Dr. Jan Harms
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

Herr Markus Damann
Kontrollgemeinschaft deutsches Kalbfleisch e.V.

Herr Dr. Egon Thesing
Fachberatung Rind, MSD Tiergesundheit

Die Jury der Kategorie „Saugferkelmanagement“:
Frau Prof. Dr. Nicole Kemper
Tierärztlichen Hochschule Hannover

Frau Prof. Dr. Andrea Ladinig
Universitätsklinik für Schweine der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Herr Dr. Jörg Brüggemann
Schweinekontroll- und Beratungsring MV e.V.

Herr Dr. Hansjörg Schrade
Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg, Landesanstalt für Schweinezucht

Herr Georg Freisfeld
Erzeugerring Westfalen e.G.

Herr Dr. Robert Tabeling
Fachberatung Schwein, MSD Tiergesundheit

Durch den „Preis der Tiergesundheit“ sollen Erfolge in der Landwirtschaft durch innovative, nachhaltige Haltungs- und Gesundheitskonzepte ins Rampenlicht gestellt werden und so nicht nur untereinander zum Erfahrungsaustausch anregen, sondern auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein praktischer Austausch der Bewerberinnen und Bewerber soll auch nach dem „Preis der Tiergesundheit“ weitergeführt werden. Mehr Informationen zum „Preis der Tiergesundheit“ erhalten Sie hier.

Fischwohl in der Aquakultur – Probleme und Lösungsansätze

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Jedes Jahr werden weltweit einige Billionen Fische gefangen und verspeist. Über das Wohlbefinden der Tiere in der Aquakultur, beim Fang oder bei der Schlachtung dachte bis vor Kurzem kaum jemand nach.

Dabei belegt die neuere Forschung, dass zumindest einige, wenn nicht alle Fischarten empfindungsfähig sind, „Beziehungen mit Artgenossen oder mit Individuen anderer Arten eingehen, komplexe Lern- und Gedächtnisaufgaben lösen und Entscheidungen aufgrund der Einschätzung von Risiken und Nutzen treffen“ können, positive und negative affektive Zustände erleben können und sowohl Selbstbewusstsein zeigen, als auch Werkzeuge verwenden und komplizierte Strukturen aufzubauen. So steht es in der neuesten Broschüre der IGN zur Aquakultur.

„Das Verhalten der Fische ist der früheste und subtilste Indikator für ihr Wohlbefinden. Seine Bewertung ist praktisch, kostengünstig und nicht invasiv; allerdings ist Verhalten oft schwer zu verstehen und zu interpretieren“ heißt es im Text. Fische besitzen vielen Umweltrezeptoren Rezeptoren für Temperatur, ionische und osmotische Komponenten, Strömungen und alle Arten pathogener und nicht-pathogener Mikroorganismen. „Die strukturelle Bereicherung der Haltungsumwelt gilt als eine dringend empfohlene Strategie, um das Wohl von in Gefangenschaft gehaltenen Fischen zu gewährleisten oder zu verbessern“ schreiben die Fachwissenschaftler und heben vor allem auf den Tierwohl-Faktor Stress ab

Welche Maßnahmen bei der Einrichtung von Aquakulturanlagen, neben Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit, eine wichtige Rolle spielen sollten, erfahren die Leser auf 50 Seiten.

Inhalt:
Aus dem Forscherbüro
Einleitung – Zuchtfische: Warum so viele? Fischwohl: Warum so spät?
Schmerzen und Gefühle bei Fischen – Folgen des Fischwohls für die Aquakultur
Empfindungsvermögen bei Fischen
Fische sind intelligent und empfinden Schmerzen: Was ist mit Freude?
Fischzucht: Vom Stress zur Lebensqualität und zur ethisch vertretbaren Mahlzeit
Stress-Bewältigungsverhalten, ein Instrument um das Wohlbefinden von Fischen besser zu verstehen
Fischwohl: Zusammenhange zwischen Stress, Gesundheit, Umwelt und Vielfalt
Strukturelle Bereicherung in Fischfarmen: Wissenschaft und Fiktion
Wissen als Voraussetzung für Fischwohl – FishEthoBase als Grundlage
Fischwohl – nicht mehr langer der „Elefant im Raum“

Aus der Praxis
Entwicklung von Fischwohl-Richtlinien für die „Friend of the Sea“-Zertifizierung (FOS)
Aquaculture Stewardship Council (ASC) – Fischwohl Indikatoren in der Zertifizierung
Aufgaben und Arbeitsweise des „Initiativkreises Tierschutzstandards Aquakultur
Entwicklung von Koordination fur die Schweizer
Intensive Aquakultur und Tierwohl: ein Beispiel aus der Praxis

Aus der Bibliothek
Das umfassende neue Buch vom Fischwohl
Aktueller Überblick über das Fischwohl in Aquakultur und Tierversuchen
Aktueller Überblick über unsere Verwandten unter Wasser
Stress und Fischwohl: Indikatoren im Mucus
Verbesserung des Lebens unabhängig vom Grad der Empfindungsfähigkeit
fair-fish: Idee mit Wirkung

Aus dem Tierschutzrecht / Aus der Rechtsprechung
Die Fische im Tierschutzrecht in Europa
Der Fisch im Schweizer Recht – aktuelle Straffälle

Die IGN-Broschüre steht hier zum kostenfreien Download bereit.

Infektionskette unterbrechen durch Mykoplasmenimpfung der Sau?

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Von Dr. Heike Engels

Der Haupterreger der Enzootischen Pneumonie, Mycoplasma hyopneumoniae (kurz: M. hyo), führt weltweit zu großen Schäden und gilt als ein bedeutender Auslöser des Porcine Respiratory Disease Complex (PRDC). Chronisch trockener Husten zumeist in der Endmast sowie verminderte Tageszunahmen deuten auf eine M. hyo-Infektion hin. Außerdem ist M. hyo häufig Wegbereiter für Sekundärinfektionen durch PRRS-Viren oder Influenza. Die Infektion geschieht früh: Schon Sauen können M. hyo an ihre Ferkel übertragen. Um die Ferkel zu schützen hat sich daher eine Ferkelimpfung etabliert. Landwirt und Tierarzt entscheiden betriebsindividuell, ob diese Impfung als einmalige (One-Shot) oder zweimalige (Two-Shot) Impfung durchgeführt wird. Beiden Verfahren bescheinigen Experten eine vergleichbare Wirksamkeit. Sauen werden derzeit noch nicht routinemäßig geimpft, obwohl frühere Studien belegen, dass Sauen den Erreger an ihre Ferkel übertragen.

Sauenimpfung und One-Shot-Ferkelimpfung
Um den Effekt der Sauenimpfung näher zu untersuchen, führten Tierärzte der Tierärztlichen Fachpraxis für Schweine Vet-Team GbR Reken gemeinsam mit der Stiftung Tierärztliche Hochschule sowie dem Bio-Diagnostix Labor in Velen eine Untersuchung* durch, die kürzlich im Magazin „Der Praktische Tierarzt“ veröffentlicht wurde. Sie prüften den Einfluss einer M. hyo-Impfung von Sauen zu verschiedenen Zeitpunkten auf die Antikörperkonzentration von Sauen und Ferkeln. Außerdem betrachteten sie die Besiedelungsrate der Ferkel mit M. hyo zum Absetzen und die Lungengesundheit von Endmastschweinen am Schlachthof. Der Versuch fand auf einem konventionellen Ferkelerzeugerbetrieb mit 400 Sauen und Ferkelaufzucht sowie Mast statt. Bei Versuchsbeginn gab es trotz einer Two-Shot-Impfung gegen M. hyo vermehrte Atemwegsinfekte in der Mast sowie steigende Lungenbefunde bei der Schlachtung. Für den Versuch führten die Tierärzte eine Sauenimpfung zu unterschiedlichen Zeitpunkten ein (keine Sauenimpfung / Bestandsimpfung / reproduktionsorientierte Impfung) und änderten die bisherige Two-Shot-Ferkelimpfung gegen M. hyo (5. und 21. Lebenstag) auf eine One-Shot-Impfung am 21. Lebenstag. Dies geschah aufgrund der durch die Sauenimpfung zu erwartenden hohen maternalen Antikörper, die die Immunantwort der Ferkel auf die Impfung schwächen können.

Antikörper steigen bei Sau und Ferkel
Nach Einführung der Sauenimpfung ließ sich ein deutlicher Anstieg der Antikörperkonzentration sowohl der Sauen als auch der Saugferkel beobachten, insbesondere bei einer reproduktionsbezogenen Impfung kurz vor der Geburt. Und auch die Besiedelungsrate der Saugferkel mit M. hyo änderte sich positiv: Vor Einführung der Sauenimpfung betrug sie 38,5 %, nach Impfung der Sauen lag sie nur noch bei 0 % (Bestandsimpfung) bzw. 6,7 % (reproduktionsorientierte Impfung). Auch der Anteil sichtbar veränderter Lungen der Endmastschweine am Schlachthof ging zurück. Gab es vor Impfumstellung bei 28,9 % der Lungen Veränderungen an mindestens einem Lungenspitzenlappen, waren nach Impfumstellung nur noch 17,7 % der Lungen betroffen.

Fazit
Die Wissenschaftler schlussfolgern anhand der Ergebnisse, dass:

• Eine Impfung von Sauen gegen M. hyo eine frühe Besiedelung der Saugferkel mit M. hyo reduzieren oder möglicherweise sogar verhindern kann.

• Die zusätzliche Sauenimpfung sowohl reproduktionsabhängig als auch als Bestandsimpfung insbesondere in Kombination mit einer Impfung der Ferkel eine sinnvolle Ergänzung zu einer klassischen Ferkelimpfung darstellen könnte.

• Beim Auftreten von Atemwegsproblemen in Flatdeck oder Mast zusammen mit vermehrten Lungenbefunden am Schlachthof die Besiedelung der Saugferkel mittels Lungenspülprobe überprüft und ggf. das Impfschema angepasst werden sollte.

• Bei früher M. hyo-Infektion der Ferkel schon zum Impfzeitpunkt eine Two-Shot-Impfung nur eine eingeschränkte Wirksamkeit zu haben scheint.
Wichtig: Jede Veränderung im Impfmanagement sollte intensiv mit dem eigenen Hoftierarzt besprochen werden, um die ideale und zugelassene Vorgehensweise betriebsindividuell zu ermitteln.

*Studie: Klingenberg, M. et al.: „M. hyopneumoniae-Impfung von tragenden Sauen – eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Ferkelimpfung?“, Der Praktische Tierarzt 2, 2020, S. 180-188.

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen in Ausgabe 5/2020 des E-Magazins „Der Hoftierarzt“. Für ein kostenfreies Abo bitte hier mit Mail-Adresse registrieren.

Innovation Award EuroTier 2021 Gold & Silber: Rinder

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Gold:

CowToilet von Hanskamp AgroTech BV

Cow Toilet

Der Minderung von Emissionen aus der Tierhaltung kommt eine wachsende Bedeutung zu. Stand hier lange das Entfernen bereits entstandener Emissionen aus der Abluft von Ställen im Fokus der Maßnahmen, liegt der Schwerpunkt heute eher darin, bereits deren Entstehung technisch oder auf der Verfahrensebene möglichst präventiv zu reduzieren. Auch die Milchviehhaltung steht in der Pflicht, z. B. für Ammoniakemissionen, Reduktionspotenziale zu suchen und effektiv umzusetzen. Viel Ammoniak in verhältnismäßig kurzer Zeit entsteht hier insbesondere aus den 15 bis 20 Litern Harn, die eine Kuh pro Tag abgibt.

Die Kuhtoilette (CowToilet) der Firma Hanskamp aus den Niederlanden ist ein revolutionäres Produkt, welches genau an diesem Punkt ansetzt. Das innovative System besteht aus einer Futterstelle sowie einer Auffangeinrichtung für den Harn. Über einen externen Stimulus wird nach dem Ende der Futtergabe der Reflex zum Abharnen ausgelöst und dieser aufgefangen. Die Hanskamp CowToilet sammelt so auf eine bisher ungekannte und intelligente Art den Harn direkt und separat von der Kuh ohne das Tier zu belasten.
Durch die frühe Trennung von Kot und Harn wird das Entstehen von Ammoniak auf den Laufflächen vermindert. Zudem bleiben die Laufflächen sauberer, was sich sowohl positiv auf die Klauengesundheit, wie auf die Luftqualität im Stall auswirkt. Des Weiteren kann der Landwirt die separat gesammelten und getrennt gelagerten Stoffe Kot und Harn im Pflanzenanbau oder der Energieerzeugung zielgerichteter und bedarfsgerechter einsetzen und so die Nährstoffeffizienz weiter steigern.

Silber:

Alma Pro Hygieneset: UV-C Desinfektion von Nuckel und Boilerwasser von URBAN GmbH & Co. KG

Alma Pro Hygieneset

Hygiene ist das A & O in allen Tierbeständen – so auch bei der Kälberaufzucht, unter anderem bei der Fütterung. Gerade bei der automatischen Fütterung besteht die Gefahr, dass Erreger von Kalb zu Kalb weitergegeben werden.

Das Alma Pro Hygiene Set der URBAN GmbH steht für einen innovativen Einsatz der vielfach bewährten UV-C Bestrahlung zur Keimminderung im Bereich der Kälberfütterung. Durch eine gezielte UV-C Bestrahlung an relevanten Hygienepunkten des Kälbertränkeautomaten sollen deutliche Verbesserungen im Vergleich zu bisherigen Konzepten zur technischen Keimreduktion erzielt werden. Neben einer UV-C Bestrahlung des Boilerwassers, die eine aus Hygienegesichtspunkten einwandfreie Wasserqualität zum Amischen der Tränke gewährleistet, stellt die zusätzliche und überwachte Bestrahlung des Nuckels eine deutliche Verbesserung dar. In kurzen Tränkepausen zwischen den einzelnen Kälbern werden der Nuckel und die angrenzenden Kontaktflächen bestrahlt, und so eine Vielzahl von Erregern während des Betriebs abgetötet. Durch diese Keimreduzierung und Verminderung der Keimvermehrung wird auch die Gefahr der Keimverschleppung durch die Kälber minimiert.

Im Vergleich zu anderen Hygienisierungsmethoden am Markt stellt URBAN mit dem Alma Pro Hygieneset eine sichere, besonders ressourcenschonende und chemikalienfreie Möglichkeit zur Keimreduktion im Kälbertränkebereich zur Verfügung.

Brix-TS Sensor von Holm & Laue GmbH & Co. KG

Brix TS-Sensor

Einer der sensibelsten Bereiche in der Milchviehhaltung ist die Kälberaufzucht. Kälbetränkeautomaten haben sich bewährt und sorgen für eine tier- und bedarfsgerechte Ernährung der Kälber. In der Regel wird in den Automaten mit Milchpulver, in geringerem Umfang auch mit Vollmilch, gearbeitet. Auch die Kombination aus beidem ist möglich.

Wechselnde Trockensubstanz-Gehalte bei neuen Milchpulver-Chargen bedingen ein ständiges Überprüfen und Anpassen der Grundeinstellungen der Tränkeautomaten, um eine gleichbleibende Konzentration des Milchpulvers in der der Tränkemilch und optimale Futterqualitäten zu erreichen. In der Praxis wird diese wichtige Tätigkeit aus Zeitgründen teilweise nicht ausgeführt, da die Milchaustauscherkonzentration nach einer Kalibrierung manuell am Futterautomaten eingestellt werden muss.

Der Brix-TS Sensor ist ein elektronischer Refraktometer-Sensor, der in den Anmischbecher des Kälbertränkeautomaten „Calf Expert“ integriert wurde. Dort misst und überwacht er kontinuierlich die Trockensubstanz der frisch angemischten Kälbermilch. Bei Abweichungen korrigiert der Automat die Konzentration in der Tränkemilch. Ebenso kann beim Einsatz von Vollmilch durch eine eventuelle Beigabe von Milchpulver eine gleichbleibende Trockensubstanzkonzentration der Tränkemilch gesichert werden.

Holm & Laue bringt mit dem Brix-TS Sensor somit eine technische Lösung auf den Markt, die eine kontinuierlich gleichbleibende Kälbertränke gewährleisten kann.

Delta X Pack

Delta X Pack von BIORET AGRI Logette Confort
Durch eine frühe Trennung von Kot und Harn kann die Entstehung von Ammoniak auf den Laufflächen gemindert werden. In der Milchviehhaltung stellt der Harn der Tiere eine der Hauptquellen für die Entstehung von Ammoniakemissionen dar; vor allem, wenn er länger unter Luftkontakt und in Kontakt zum Kot auf den Laufflächen verbleibt.

Die Firma Bioret aus Frankreich hat hierzu mit dem Delta X Pack ein sehr interessantes Produkt wesentlich weiterentwickelt, mit dem es möglich ist, Kot und Harn auf den Laufflächen von Milchviehställen automatisiert, schnell und einfach separat zu erfassen und getrennten Lagern zuzuführen. Hierzu wurde in einem Gummimattensystem mit 3 Prozent Gefälle ein gegenläufiges Förderbandsystem integriert, das den in der Mittelrinne gesammelten Harn zum Flüssig-, den Kot der Tiere hingegen zum Feststofflager ableitet.

Die schnelle und wirksame Trennung von Kot und Harn ist für die Sauberhaltung der Laufflächen, zur Förderung der Tiergesundheit und zur Verbesserung des Stallklimas sowie der Umweltwirkung von Stallanlagen von großer Bedeutung.

Calf Monitoring System von Futuro Farming GmbH

Calf Monitoring System

Ein größeres Potential für Mängel in der Kälberaufzucht ist insbesondere in größer werdenden Tierbeständen gegeben. Eine zunehmende Kälberzahl mit zwangsläufig steigendem Infektionsdruck sorgt für höhere Anforderungen an Hygiene und Krankheitsvorbeuge. Den Überblick über den Bestand zu behalten, und bei Schwierigkeiten rechtzeitig einzugreifen, wird nochmals schwieriger, wenn Kontrollen außerdem von mehreren, möglicherweise wechselnden Personen durchgeführt werden.

Das Calf Monitoring System ist ein präzises und energiesparendes, non-invasives Sensorsystem zur Früherkennung von Krankheiten bei Kälbern. Über einen passiven Infrarotsensor wird das Verhaltensmuster des Kalbes erkannt und zeitaktuell über eine KI ausgewertet. Die Information wird dem Landwirt direkt über eine App und Online-Plattform bereitgestellt und ermöglicht so ein kontinuierliches Gesundheitsmonitoring des Kalbes. Dabei wird die tägliche Kontrolle durch den Landwirt nicht ersetzt, sondern dieser erhält durch die kontinuierliche Überwachung und kurzfristige Rückmeldung eine wertvolle Unterstützung.

Diese Verbesserung in der Bestandsüberwachung führt dazu, dass aufkommende Erkrankungen früher erkannt und behandelt werden können. Die Krankheitsverläufe sind dadurch milder und die Kälbersterblichkeit sinkt, während Tierwohl und Tiergesundheit insgesamt gesteigert werden.