Fischwohl in der Aquakultur – Probleme und Lösungsansätze

Aquakultur

Jedes Jahr werden weltweit einige Billionen Fische gefangen und verspeist. Über das Wohlbefinden der Tiere in der Aquakultur, beim Fang oder bei der Schlachtung dachte bis vor Kurzem kaum jemand nach.

Dabei belegt die neuere Forschung, dass zumindest einige, wenn nicht alle Fischarten empfindungsfähig sind, „Beziehungen mit Artgenossen oder mit Individuen anderer Arten eingehen, komplexe Lern- und Gedächtnisaufgaben lösen und Entscheidungen aufgrund der Einschätzung von Risiken und Nutzen treffen“ können, positive und negative affektive Zustände erleben können und sowohl Selbstbewusstsein zeigen, als auch Werkzeuge verwenden und komplizierte Strukturen aufzubauen. So steht es in der neuesten Broschüre der IGN zur Aquakultur.

„Das Verhalten der Fische ist der früheste und subtilste Indikator für ihr Wohlbefinden. Seine Bewertung ist praktisch, kostengünstig und nicht invasiv; allerdings ist Verhalten oft schwer zu verstehen und zu interpretieren“ heißt es im Text. Fische besitzen vielen Umweltrezeptoren Rezeptoren für Temperatur, ionische und osmotische Komponenten, Strömungen und alle Arten pathogener und nicht-pathogener Mikroorganismen. „Die strukturelle Bereicherung der Haltungsumwelt gilt als eine dringend empfohlene Strategie, um das Wohl von in Gefangenschaft gehaltenen Fischen zu gewährleisten oder zu verbessern“ schreiben die Fachwissenschaftler und heben vor allem auf den Tierwohl-Faktor Stress ab

Welche Maßnahmen bei der Einrichtung von Aquakulturanlagen, neben Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit, eine wichtige Rolle spielen sollten, erfahren die Leser auf 50 Seiten.

Inhalt:
Aus dem Forscherbüro
Einleitung – Zuchtfische: Warum so viele? Fischwohl: Warum so spät?
Schmerzen und Gefühle bei Fischen – Folgen des Fischwohls für die Aquakultur
Empfindungsvermögen bei Fischen
Fische sind intelligent und empfinden Schmerzen: Was ist mit Freude?
Fischzucht: Vom Stress zur Lebensqualität und zur ethisch vertretbaren Mahlzeit
Stress-Bewältigungsverhalten, ein Instrument um das Wohlbefinden von Fischen besser zu verstehen
Fischwohl: Zusammenhange zwischen Stress, Gesundheit, Umwelt und Vielfalt
Strukturelle Bereicherung in Fischfarmen: Wissenschaft und Fiktion
Wissen als Voraussetzung für Fischwohl – FishEthoBase als Grundlage
Fischwohl – nicht mehr langer der „Elefant im Raum“

Aus der Praxis
Entwicklung von Fischwohl-Richtlinien für die „Friend of the Sea“-Zertifizierung (FOS)
Aquaculture Stewardship Council (ASC) – Fischwohl Indikatoren in der Zertifizierung
Aufgaben und Arbeitsweise des „Initiativkreises Tierschutzstandards Aquakultur
Entwicklung von Koordination fur die Schweizer
Intensive Aquakultur und Tierwohl: ein Beispiel aus der Praxis

Aus der Bibliothek
Das umfassende neue Buch vom Fischwohl
Aktueller Überblick über das Fischwohl in Aquakultur und Tierversuchen
Aktueller Überblick über unsere Verwandten unter Wasser
Stress und Fischwohl: Indikatoren im Mucus
Verbesserung des Lebens unabhängig vom Grad der Empfindungsfähigkeit
fair-fish: Idee mit Wirkung

Aus dem Tierschutzrecht / Aus der Rechtsprechung
Die Fische im Tierschutzrecht in Europa
Der Fisch im Schweizer Recht – aktuelle Straffälle

Die IGN-Broschüre steht hier zum kostenfreien Download bereit.

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