Innovation Award EuroTier 2021 Silber: Geflügel

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SELEGGT Circulus von respeggt GmbH

SELEGGT Circulus

Legegenotypen sind aus Gründen der Produktqualität und der Wirtschaftlichkeit für die Erzeugung von Geflügelfleisch ungeeignet, weshalb die männlichen Küken dieser Legerassen bislang in den meisten Fällen nicht aufgezogen werden. Das Töten der männlichen Eintagsküken soll nach dem Willen von Gesellschaft und Politik schnellstmöglich eingestellt und verboten werden. Als eine Alternative wird die In-ovo-Geschlechtsbestimmung angesehen, wobei die Hormonanalyse am 8./9. Bruttag aktuell das am weitesten entwickelte und kommerziell nutzbare Verfahren ist.

Das hierzu von der Firma respeggt GmbH entwickelte Entnahmesystem SELEGGT Acus ist bereits im Praxiseinsatz. Dieses System ist allerdings nur teilautomatisiert und entnimmt die Prüfflüssigkeit aus der Allantois mit einer Nadel. Hierdurch besteht die Gefahr einer Verletzung der Allantoismembran, was zu einer Reduktion der Schlupfrate führen kann. Die Stundenleistung einer einzelnen Entnahmeeinheit liegt bei rund 600 Eiern.

Das System SELEGGT Circulus stellt eine wesentliche Weiterentwicklung des Vorgängersystems dar. Es arbeitet vollautomatisch und die Entnahme der Allantoisflüssigkeit erfolgt jetzt kontaktlos. Somit entfällt die Reinigung der Entnahmenadel und die Entnahmedauer ist auf 1 Sekunde je Ei vermindert. Eine Entnahmeeinheit SELEGGT Circulus ermöglicht so bei einem Drei-Schichtbetrieb und 20 Einsatzstunden pro Tag eine Wochenleistung von 360.000 Bruteiern, was zwischen 150.000 bis 180.000 Legeküken entspricht. Dies ist eine wesentliche Steigerung der Arbeitsleistung gegenüber dem Vorgängersystem.

Mit der kontaktlosen Probennahme und der deutlich gesteigerten Stundenleistung sind die Voraussetzungen geschaffen, um das bisherige Töten der Hahnenküken in den Brütereien durch die In-ovo-Geschlechtsbestimmung flächendeckend zu ersetzen.

On tray orderly egg refilling system

ON TRAY ORDERLY EGG REFILLING SYSTEM NECTRA SAS
Die Bruteier aus Masthuhn-Elterntierfarmen werden an zentrale Brütereien geliefert und dort vor der Einlage in den Brutapparat nach Qualität und Gewicht sortiert. Ferner müssen Eier, die nicht mit dem stumpfen Pol nach oben in der Horde sitzen, gedreht werden. Hierdurch fallen viele unvollständig gefüllte Horden an, die manuell wieder aufgefüllt werden müssen. Häufig werden die Eier auch auf Bändern transportiert, wo sie gegeneinanderstoßen und so die Schalen beschädigt werden können.

Bei dem von der Firma NECTRA SAS vorgestellten System werden die Eier von den Anlieferungshorden auf Einzeleihalter (egg moving cups) umgesetzt, die sich frei auf einem Transportband bewegen. Die Eier können hier automatisch und individuell nach Qualität und Gewicht sortiert und auch bei falscher Positionierung umgedreht werden. Die sich frei bewegenden Einzeleihalter werden zur Übergabe in die Bruthorden angestaut, nicht besetzte Eihalter werden automatisch entnommen und die verbleibenden, gefüllten Eihalter werden dann automatisch auf die Bruthorden umgesetzt, so dass keine Leerstellen entstehen.

Das System vermindert die Wahrscheinlichkeit einer Beschädigung der Eischalen deutlich und automatisiert den Befüllungsprozess der Bruthorden. Dies führt zu einer deutlichen Arbeitsentlastung und zu einer Verbesserung der Schlupfraten in den Mastküken-Brütereien.

Mit Fermentgetreide Clostridien in Schach halten

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Von Dr. Heike Engels

Clostridien sind grampositive, anaerobe, sporenbildende Bakterien in Stäbchenform, die im Erdboden und im Verdauungstrakt von Mensch und Tier von Natur aus vorkommen. Sie bilden resistente Sporen aus, die sehr lange Zeit in der Umwelt überleben können. Was passiert, wenn Kühe dauerhaft mit Clostridien zu kämpfen haben und wie u.a. Fermentgetreide bei diesem Kampf helfen kann, hat Familie Kothe erfahren.

Clostridienarten gibt es viele und sie sind nicht von Haus aus schädlich: Sie sind am Stoffwechsel beteiligt und bauen Eiweiß oder Zucker, Stärke, Cellulose ab. Aber diese Bakterien bilden auch Toxine, die den Körper auf unterschiedlichste Art schädigen können: Darmentzündungen, schlechtes Allgemeinbefinden, Aufgasungen bis hin zum Tod. Ob es nach Aufnahme der Bakterien im Körper zur Vermehrung kommt, hängt von vielen Co-Faktoren ab. Lange Zeit kann der Erreger einfach nur im Körper verharren, kommen dann aber ein azidotischer Stoffwechsel hinzu, stark mit Clostridien kontaminiertes Futter oder Stress, kann die Erkrankung plötzlich ausbrechen, und das dann häufig so schnell, dass Behandlungen oft zu spät kommen und es zu hohen Verlustraten im Bestand kommt.

Matte und apathische Kühe
So ähnlich war es auch bei Familie Kothe in Loxstedt, Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen. Sohn und zukünftiger Betriebsleiter Hennes Kothe erinnert sich: „Im Jahr 2016 fingen die Symptome in unserer Herde an mit einer leicht sinkenden Milchleistung und einer reduzierten Fruchtbarkeit. Besonders Hochleistungskühe nahmen nicht mehr auf, unsere Konzeptionsrate lag nur noch bei etwa 30 %. Wir mussten die Kühe aus der Herde merzen, das hat uns wirtschaftlich hart getroffen. Außerdem sahen unsere Kühe irgendwie matt und apathisch aus, auch das Fell glänzte nicht mehr und der Kot war zu dünn.“ Familie Kothe hält auf ihrem Familienbetrieb 500 laktierende Kühe mit einer Milchleistung von 10.300 Litern je Kuh und Jahr und bewirtschaftet 350 ha, wovon 250 ha Grünland sind und der Rest Silomais. Die Stallungen sind schon älter, der Keimdruck entsprechend höher als in Neubauten, aber so matt wie damals waren die Kühe noch nie.

Unterschwellige Dauerbelastung
Der Tierarzt stellte mittels Kotuntersuchung eine Belastung der Herde mit dem Bakterium Clostridium perfringens bzw. dessen Toxinen fest. Beim Rind gehört Clostridium perfringens eigentlich zu den normalen Darmbewohnern, das Bakterium lässt sich fast bei jeder Kuh nachweisen. Kommen aber oben genannte Co-Faktoren hinzu, können die Tiere unspezifische Erkrankungssymptome zeigen wie bei Familie Kothe geschehen. Als Sofortbehandlung verabreichte der Tierarzt über mehrere Tage Penicillin. Damit stabilisierte sich die Herde, doch gebannt war die Gefahr durch die Clostridien damit nicht. „Das Problem bei uns ist, dass wir viele nasse Grünlandflächen haben. Die Flächen werden durch Gräben entwässert, die regelmäßig ausgeräumt werden müssen, damit sie funktionieren. Dadurch kommt es immer wieder zu Verschmutzungen des Grünlandes mit Erde aus den Gräben, und über diese Erde kommen immer wieder Clostridien ins Gras und damit bei der Grünlandernte ins Erntegut“, erklärt Hennes Kothe die Situation. Beim Rind sieht der Clostridien-Kreislauf tatsächlich so aus, dass die Sporen und Toxine über die Fütterung von kontaminierten Grassilagen ins Tier gelangen. Die Tiere scheiden die Clostridien wieder aus, diese gelangen mit der Gülle wieder in die Umwelt und werden erneut mit der Futterernte ins Futter verbracht und später vom Tier aufgenommen. Deshalb kann eine unterschwellige Dauerbelastung der Herde mit Clostridien vorliegen.

Milchsäurebakterien bekämpfen pathogene Keime
Hennes Kothe suchte daher nach einer Möglichkeit, diese unterschwellige Belastung in den Griff zu bekommen. „Bei der Ernte achten wir seitdem verstärkt darauf, nicht zu tief zu mähen, um wenig Dreckeintrag zu haben. Außerdem führten wir in Absprache mit dem Tierarzt eine halbjährliche Impfung gegen Clostridien ein. Damit lief es erst einmal besser. Auf einer Vortragsveranstaltung der Landwirtschaftskammer hörte ich dann von der positiven Wirkung von Kanne Fermentgetreide auf den Stoffwechsel, welches zur Darmstabilisierung und gegen pathogene Keime eingesetzt wird. Wir baten daraufhin den Fachberater für Milchviehaltung Christian Lohkamp auf unseren Betrieb. Er hat die Tiere begutachtet, alle Rationskomponenten kontrolliert und Veränderung in der TMR und den Einsatz vom Kanne Fermentgetreide flüssig mit uns besprochen.“ Im Fermentgetreide von Kanne, auch als Brottrunk bekannt, sind spezielle Milchsäurebakterien enthalten, die positiv auf die Darmschleimhaut wirken und diese stabilisiert. Zudem können die Milchsäurebakterien Bakteriozine bilden, die pathogene Keime im Wachstum hemmen. Der gesamte Organismus erlangt dadurch einen besseren Immunstatus. Ein weiteres Plus: Die Milchsäure aus dem Fermentgetreide wird basisch verstoffwechselt, was zu einer Entsäuerung führt und azidotischen Zuständen vorbeugt. Diese Wirkung ist vorteilhaft, da eine Azidose eine Clostridien-Vermehrung im Darm begünstigt.

Bessere Rationsausnutzung und vitale Tiere
Hennes Kothe startete mit 400 ml Brottrunk je Kuh und Tag für 4 Wochen. Die Dosis wird jeweils mit dem Berater abgesprochen. Das Fermentgetreide wird im 1.000 Liter Container geliefert, die Tagesdosis via Eimer abgezapft und einfach in den Futtermischwagen gegeben. Die Kühe fressen es gerne, hat Hennes Kothe festgestellt. Schon nach kurzer Zeit verbesserte sich das Aussehen der Herde. „Das Fell glänzte wieder und wurde schön glatt, der Kot war wieder fester und auch die Leistungsparameter Fruchtbarkeit und Milchleistung verbesserten sich“, erinnert er sich. Nach der 4-wöchigen Kur entschied er sich deshalb, das Fermentgetreide dauerhaft zu füttern. Zur Erhaltung des positiven Stoffwechselzustands reichen dann 200 ml pro Kuh und Tag aus. Auch die Kälber erhalten mittlerweile Fermentgetreide, denn auch ihnen tun die Milchsäurebakterien gut. „Meine Mutter gibt den Kälbern 25 ml Brottrunk auf einen Liter Vollmilchtränke. Damit entwickeln sie sich prächtig, nehmen gut zu und sind vital. Wenn wir das Gefühl haben, es droht eine Verschlechterung der Gesundheit, erhöhen wir einfach die Tagesdosis des Fermentgetreides, damit ist es dann meistens schon wieder gut und der Zustand stabilisiert sich.“

Was ist Fermentgetreide bzw. Brottrunk?
Der Einsatz von Fermentgetreide flüssig ist auch wirtschaftlich tragbar, zumal Hennes Kothe als weiteren positiven Nebeneffekt errechnet hat, dass er mit dem Fermentgetreide etwa 16 Tonnen Kraftfutter im Jahr einspart, weil die speziellen Stämme der Brotsäurebakterien in der Lage sind Proteine und Stärke besser verfügbar zu machen. Das bedeutet eine bessere Ausnutzung der Ration sowie weniger Futterkosten. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Fermentgetreide. Um ehrlich zu sein trinken wir es auch manchmal, wenn es uns nicht gut geht“, sagt Hennes Kothe mit einem Augenzwinkern. Warum auch nicht? Brottrunk entsteht durch die Fermentation von Brot. Bei der Firma Kanne Brottrunk wird zu diesem Zweck ein hochwertiges Bio-Vollkornbrot gebacken. Nach dem Abschluss dieser Fermentation liegt das Fermentgetreide vor. Es ist noch trüb und enthält das fermentierte Vollkornbrot und ist deshalb reich an Enzymen und Mineralstoffen. Wird es weiter gefiltert, entsteht der klarere Brottrunk. Er enthält Aminosäuren, Vitamin B12 und weitere Vitamine sowie vor allem Milchsäurebakterien und Milchsäure. Zur normalen Bakterienbesiedlung des Darms gehören Milchsäurebakterien, da diese für den mikrobiellen Aufschluss des Futters benötigt werden. Die bei der Getreidefermentation entstehenden Milchsäurebakterien können einen Beitrag zur Vielfalt des Darmmikrobioms leisten und unterstützen daher die Gesundheit des Tiers und auch des Menschen. Brottrunk kann nicht nur verfüttert, sondern auch in Ställen vernebelt werden, um dort für eine positive Veränderung des mikrobiellen Milieus zu sorgen.

3 Fragen an Christian Lohkamp, Milchviehberater bei Kanne Brottrunk:

Christian Lohkamp, Kanne Brottrunk (im Bild rechts)

Kann Brottrunk oder Fermentgetreide einfach in die Ration gegeben werden?
Im Prinzip schon, es ist nur zu beachten, dass gleichzeitig mit dem Fermentgetreide flüssig kein Natriumbicarbonat eingesetzt werden darf, da es die Milchsäure bindet und diese dann nicht mehr wirksam ist. Außerdem sollte man auf den Einsatz von Futterharnstoff achten, da sich dieser negativ auf die Leber auswirken kann.

Gibt es noch etwas zu beachten?
Bei Erkrankungen, wie beispielsweise einer Clostridien-Infektion, ist die Milchmenge häufig reduziert, da der mikrobielle Aufschluss des Futters durch die Clostridien und deren Toxine gestört wird. Der Versuch, den Verlust der Milchmenge durch eine erhöhte Kraftfuttergabe zu kompensieren, führt häufig zu einer starken Stoffwechselbelastung, vor allem der Leber. Der verbesserte Aufschluss des Futters durch Fermentgetreide flüssig ermöglicht, die Kraftfuttermenge zu reduzieren, bei stabiler Milchmenge und entlastetem Stoffwechsel.

Wie wollte man also beim Einsatz von Fermentgetreide vorgehen?
Idealerweise werden alle Rationskomponenten bewertet und auf den Einsatz von Fermentgetreide entsprechend eingestellt. Interessierte Landwirtinnen und Landwirte werden von mir kostenlos und unverbindlich beraten, sie können sich einfach bei uns melden und einen Termin vor Ort vereinbaren.

Kontakt: Tel. 02592-97 40 18, E-Mail sandra.limburg@kanne-brottrunk.de

Neue Forschungsergebnisse zeigen, pessimistische Milchkälber sind anfälliger für Schmerz

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In einer neuen Studie der „University of British Columbia, Faculty of Land and Food Systems“ fanden Forscher heraus, dass Kälber bei Schmerzen depressive Zustände zeigten und Kälber mit pessimistischeren Merkmalen besonders anfällig sind.

Das Enthornen ist ein häufig angewandtes, aber schmerzhaftes Verfahren, um das Hornwachstum bei Kälbern zu verhindern. Selbst wenn der unmittelbare intraoperative Schmerz kontrolliert wird, kann der postoperative Schmerz Tage nach dem Eingriff anhalten. Anhedonie, die verminderte Fähigkeit, Vergnügen zu erleben, ist mit schlechter Stimmung beim Menschen verbunden. In der aktuellen Studie berichten UBC-Forscher über die ersten Anzeichen einer Anhedonie nach dem Enthornen. Sie fanden heraus, dass Kälber den Genuss einer süßen Lösung für mindestens 5 Tage nach dem Eingriff reduzierten.

Die Forscher fanden auch Hinweise auf individuelle Unterschiede in dieser Reaktion. Kälber, die vor dem Enthornen als pessimistischer eingestuft wurden, zeigten nach dem Enthornen mehr Anzeichen von Anhedonie, was darauf hindeutet, dass diese Tiere besonders anfällig für Schmerzen waren und einen stärkeren Rückgang beim Verzehr der süßen Lösung zeigten.

Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Vorbeugung von postoperativen Schmerzen und die Bedeutung individueller Unterschiede in der Schmerzanfälligkeit.

Die beiden Videos zeigen, wie Forscher den Pessimismus bei den Kälbern vor dem Enthornen beurteilten. Die Kälber wurden darauf trainiert, sich einer Milchflasche zu nähern, um ein Getränk mit frischer Milch aus einer Flasche ganz rechts im Abteil zu trinken. Wenn die Flasche ganz links im Abteil platziert wurde, erhielten die Kälber keine Milchbelohnung. Nach dieser Trainingsphase wurden Kälber unter Verwendung mehrdeutiger Hinweise getestet, d. h. mit Milchflaschen, die an Stellen zwischen der positiven und der negativen Trainingsposition platziert wurden.

Das erste Video zeigt die Reaktion eines optimistischeren Kalbs – dieses Kalb nähert sich schnell der Flasche am Testort.

Im Gegensatz dazu zeigt das zweite Kalb eine pessimistischere Reaktion – dieses Kalb bleibt nahe am Trainingsort auf der rechten Seite des Abteils und nähert sich niemals der Testflasche.

Die komplette Studie von Lecorps et al. ist hier zu finden.

Quelle: University of British Columbia, Faculty of Land and Food Systems

Salmonellenrisiko in der Schweinehaltung so gering wie noch nie

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Maßnahmen zur Identifizierung und Reduzierung greifen
Das Salmonellenmonitoring im QS-System zeigt im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der kritischen Salmonelleneinstufung (Kategorie III-Betriebe) um 50 Prozent. Waren es 2019 noch 3,3 % sind es in diesem Jahr nur noch 1,6 % aller knapp 20.000 Schweinemastbetriebe, die ein erhöhtes Risiko aufzeigen. Vergleicht man die Zahlen mit der Situation zur Einführung des Salmonellenmonitorings im Jahr 2003, dann hat sich der Anteil der Betriebe mit hohem Salmonellenrisiko deutlich reduziert.

„Seit Beginn des QS-Salmonellenmonitorings vor nunmehr 17 Jahren war das Risiko für eine Salmonelleninfektion in den Schweinemastbetriebe noch nie so gering wie heute“, zeigt sich QS-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Nienhoff erfreut über die Entwicklung. „Die Sensibilität in puncto Salmonellen ist entlang der gesamten Wertschöpfungskette stetig gestiegen. Nur durch ein gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten über die Betriebsgrenzen hinweg konnte dieses niedrige Salmonellenrisiko erreicht werden“, erläutert Nienhoff den Erfolg der Partner im QS-System.

Im Jahr 2003 hat QS das Salmonellenmonitoring verpflichtend für alle Schweinehalter eingeführt, die Tiere zur Schlachtung abgeben. Die Proben werden in den Schlachtbetrieben gezogen, in QS-anerkannten Laboren auf das Vorhandensein von Salmonellenantikörpern untersucht und die Analyseergebnisse in der QS-Salmonellendatenbank erfasst. Vierteljährlich erhalten die Schweinemäster einen Statusbericht über alle Ergebnisse mit Auswertungen.

Kritische Betriebe werden so regelmäßig ermahnt, für das Thema sensibilisiert und aufgefordert die Eintrittswege von Salmonellen zu durchleuchten. Sie müssen konkrete Maßnahmen zur Reduzierung von Salmonellenbelastungen einleiten. „Die Entwicklung gibt uns Recht, dass ein datenbasiertes Frühwarnsystem den Betrieben die notwendige Hilfestellung bieten kann, um entsprechende Risikofaktoren zu erkennen, sie zu reduzieren und damit die Lebensmittelsicherheit weiter zu verbessern“, fasst Nienhoff die Zielsetzung des Salmonellenmonitorings im QS-System zusammen.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

Besucherrekord: bpt-Kongress 2020 DIGITAL setzt neue Maßstäbe

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Der Kongress 2020 des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt), der in diesem Jahr vom 19. bis 25. November erstmals virtuell stattfand, war ein voller Erfolg. „Mit insgesamt 3.070 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war unser Digitalkongress nicht nur eine gelungene Premiere in der virtuellen Welt, sondern auch der erfolgreichste Kongress in der 100-jährigen bpt-Geschichte mit durchweg positiver Resonanz“, erklärt bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder zum Abschluss der Veranstaltung. Er dankte den Referenten, den Ausstellern der Fach- und Jobmesse, dem Programmkommitee, dem bpt-Team und allen für das Kongressstudio in Frankfurt Verantwortlichen sowie den Sponsoren und Medienpartnern. „Ohne die vielen Mitstreiter hätte es diesen Kongress nicht gegeben. Sie alle haben sich die größte Mühe gegeben, um eine spannende Live-Kongresswoche mit berufspolitischen Themen und insgesamt über 80 Stunden ATF-anerkannter Fortbildung professionell präsentieren zu können“, so Moder.

Neben dem klassischen Fortbildungs- und Informationsangebot für Praktiker standen in diesem Jahr mehr denn je die aktuellen berufspolitischen Herausforderungen im Mittelpunkt des umfangreichen Angebots. Coronakrise und Fachkräftemangel in der Tierarztpraxis, das aktuelle Tierseuchengeschehen und vor allem der Live Career Day mit einer Fülle von Vorträgen und Diskussionsrunden rund um den tierärztlichen Arbeitsmarkt und den Einstieg ins Berufsleben bestimmten die berufspolitischen Veranstaltungen.

Ein besonderes Lob der Kongressteilnehmer galt der Möglichkeit, durch die Aufzeichnung aller Live-Webinare Parallelveranstaltungen später besuchen zu können. Ein Aspekt, der in der bpt-Frühjahrsumfrage besonders gewünscht worden war und jetzt, den Rückmeldungen und Zugriffszahlen zufolge, reichlich genutzt wurde. „Die Kolleginnen und Kollegen konnten so endlich einmal rechts und links schauen und in die Nachbargebiete reinzappen. Schweinepraktiker haben die Rindervorträge besucht und umgekehrt. Nischenthemen, wie Bienen, Kleine Wiederkäuern oder Vögel, wurden von mehreren hundert Kongressteilnehmern abgerufen. Das weitet den Blick, hat ein Teilnehmer dankend angemerkt“, freut sich Siegfried Moder über die positive Resonanz. Und auch die Praxisführungs-Sessions profitierten davon. Im Gegensatz zu den Präsenzkongressen, bei denen es unumgänglich ist, sich zwischen Praxisführung und dem parallelen Tierartenprogramm entscheiden zu müssen, besuchten diesmal doppelt so viele Teilnehmer die Veranstaltungen. Ein großes Plus des digitalen Formats war überdies die unkomplizierte Einbeziehung von Experten aus dem Ausland, wie z. B. die aus den USA zugeschaltete Amy Johnson.

Last but not least: Trotz der rein virtuellen Welt musste niemand einsam vor dem PC sitzen. Die Kaffeebar auf der Kongressplattform bot eine gute Gelegenheit, sich ganz entspannt im Videochat zu treffen, und wurde sowohl nach den Live-Sessions für weitere Gespräche zwischen Teilnehmern und Referenten wie auch einfach zum gemeinsamen Kaffeetrinken und Unterhalten ausgiebig genutzt.

„Ich freue mich natürlich riesig über den Erfolg. Erfolgreich sein ist aber auch nicht immer einfach, denn jetzt stehen wir vor der Überlegung, wie es künftig weitergehen soll: Kongresse – wie gehabt – als Präsenzveranstaltung, im rein digitalen Format oder Hybride. Unsere nächste große Veranstaltung, die bpt-Intensiv-Fortbildung Kleintier 2021 zum Spezialthema „Die Wunde, haben wir in Hinblick auf die Pandemie ja schon vom Februar auf den 29. April bis 2. Mai verschoben. Über das endgültige Format muss aber noch endschieden werden – möglicherweise wird es dieses Mal ein bpt intensiv Kleintier DIGITAL geben“, so der bpt-Präsident Moder augenzwinkernd bei der Kongressabschlussveranstaltung.

Wegen des nachhaltig großen Interesses am diesjährigen bpt-Kongress DIGITAL wurde die Anmeldemöglichkeit bis zum 2. Dezember verlängert, sodass auch denjenigen, die den Live-Kongress verpasst haben, damit noch ermöglicht wird, alle Kongressinhalte bis zum 9. Dezember abzurufen und dafür ATF-Stunden zu erwerben.

Quelle: bpt

Interview Geflügelpest: Viruseintrag in Nutzgeflügelbestände verhindern

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Leider ist es wieder soweit: Das Geflügelpest-Virus ist erneut in Deutschland angekommen. Seit dem Winter 2016/2017 gab es keine nennenswerten Ausbrüche. Doch in diesem Herbst bringen infizierte Zugvögel das hochansteckende Geflügelpest-Virus mit dem Vogelzug aus dem hohen Norden in unsere Breitengrade. In Norddeutschland herrscht bereits in vielen Gebieten eine Stallpflicht. Doch wie gefährlich ist die aktuelle Lage und welche Kriterien führen zur Stallpflicht? Amtstierärztin Dr. Christiane Mamarvar aus dem Landkreis Nienburg/Weser erklärt die Hintergründe.

Frau Dr. Mamarvar, wie Ernst ist die Lage?
Sehr ernst. Im Moment sind wir hier im Norden die ersten, die den Herbst-Vogelzug verzeichnen, deshalb beginnen die Geflügelpest-Probleme zumeist im Norden entlang dieser Vogelfluglinie. Je kälter es wird und je mehr Zugvögel aus Sibirien gen Süden fliegen, wandert das Seuchengeschehen, welches sich durch eine hohe Todesrate auch bei den Wildvögeln auszeichnet, dann auch in den Süden Deutschlands. Die Zugvögel, wie z. B. Gänse, Enten und Schwäne tragen das Virus in sich und auf den Rastplätzen kommt es dann zu einer Vermischung und Übertragung auf die heimische Wildtierpopulation. Hierbei sind hauptsächlich Wasservögel wie Wildenten und Wildgänse, aber auch Aasfresser und Greifvögel betroffen. Das Virus hat eine hohe Pathogenität, sodass Wassergeflügel nicht nur als Reservoir für die Virusvermehrung dient, sondern auch erkrankt und verendet. Stärker gefährdet sind aber vor allem Hühner und Puten, aber auch Fasane, Wachteln, Perlhühner und Wildvögel.

Wie läuft die Risikobewertung ab, ist das immer gleich oder handelt jeder Landkreis auf eigene Faust?
In der Geflügelpest-Verordnung ist der Ablauf der Risikobeurteilung für alle Landkreise Deutschlands einheitlich geregelt. Für den Kreis Nienburg kann ich das Vorgehen kurz skizzieren: Das Veterinäramt kann sich beim Friedrich-Löffler-Institut, kurz FLI, über einen Radarbulletin, über die gängigen Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest, Blauzunge, Maul- und Klauenseuche, der kleine Beutenkäfer, aber auch die Geflügelpest, in einer Kurzübersicht informieren. Für alle diese Seuchen erhalte ich darin vom FLI eine Risikoabschätzung nach Ampelsystem für Deutschland. Weiterhin gibt es das Tierseuchennachrichtensystem, kurz TSN, worüber melde- und anzeigepflichtige Tierseuchen mitgeteilt werden. Hier kann ich nicht nur für meinen Landkreis nachsehen, sondern auch für die anderen Bundesländer. Speziell zur Geflügelpest hatte das FLI zum 5.11. eine ganz ausführliche Risikobeurteilung abgegeben, was den Eintrag nach Deutschland und in die Nutzgeflügelbestände betrifft. Darin heißt es, dass das Risiko aufgrund des Vogelzuges hoch ist. Generell kann man sagen, dass wir immer in Alarmbereitschaft sind wenn im Herbst der Vogelzug startet.

Daraufhin hat das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz alle Landkreise aufgefordert, eine Risikobeurteilung für ihren Bereich zu erstellen. Dafür habe ich die örtlichen Gegenebenheiten beurteilt, die Nähe von Geflügelbeständen zu bestimmten Gebieten wie Wasserstellen, Feuchtbiotopen, Küstengewässer, avifaunistisch wertvolle Gebieten sowie Rastplätzen für Zugvögel. Neben der Geflügeldichte des Kreises ist dabei u.a. zu berücksichtigen, ob es bereits einen Geflügelpest-Ausbruch im Kreis oder im Nachbarlandkreis gab oder tote infizierte Wildvögel gefunden wurden. Diese Erkenntnisse fließen in die Risikobewertung ein. TSN besteht aus Karten, auf denen entsprechende Betriebe mit Geflügel, aber auch Schwein und Rind eingeblendet werden können. Das LAVES hat uns verschiedene Layer zur Verfügung gestellt, die virtuell wie Folien über unseren Landkreis gelegt werden und Feuchtgebiete anzeigt oder avifaunistisch wertvolle Bereiche sowie Schläge wie Dauergrünland, Raps, Wintergetreide und Mais. Wildvögel sind bei der Futtersuche auf diesen Flächen vermehrt anzutreffen.

Außerdem habe ich Erkenntnisse der internationalen Wasservogelzählung des NABU einbezogen: wie stark ist der Vogelzug, wo und welche Arten von Wasservögeln wurden kartiert. Befanden sich bereits Wasservögel aus Sibirien unter den beobachteten Arten. Dadurch kann ich risikoorientiert Stallpflichten anordnen für die Betriebe oder Gemeinden in der Nähe solcher Stellen.

Wann wird ein kritischer Punkt erreicht und die Stallpflicht angeordnet?
Finden wir den ersten toten Wildvogel, der eine hochpathogene Variante des Virus in sich trägt, sind wir in höchster Alarmbereitschaft. Dass würde dann in die Risikobeurteilung einfließen und eine Aufstallungspflicht für den gesamten Landkreis kann die Folge sein. Das teilen wir per Allgemeinverfügung mit. Die Begründung dafür ist, dass wir die Einschleppung des Virus durch Wildvögel in Nutztierbestände vermeiden wollen. Wenn wir zu lange warten, kann das Virus weiter in der Wildtierpopulation verschleppt werden und das Risiko speziell für die Nutztierbestände in Freilandhaltung steigt.

Warum sind auch Hobbyhaltungen aufzustallen?
Wenn Hobbyhaltungen in Gebieten liegen, wo Zugvögel rasten, haben diese das gleiche Risiko wie gewerbliche Betriebe. Da wird gar nicht unterschieden. Ich will ja das Nutzgeflügel schützen. Es ist meine Verantwortung als Tierhalter, dass ich dafür Sorge trage, keine Seuchen in meinen Betrieb einzuschleppen oder aus meinem Betrieb zu verschleppen. Da macht das Gesetz keinen Unterschied. Ein weiterer wichtiger Punkt: Auch bei Hobbyhaltungen müssen bei einem Ausbruch Restriktionszonen gebildet werden und das kann natürlich für gewerbliche Betriebe in der Nachbarschaft ein Problem werden, und sogar für den Landkreis oder ganz Deutschland, was die Vermarktung betrifft. Das führt zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen. Im Seuchenfall steht daher das Allgemeinwohl über dem des Einzelnen. Wir versuchen den Zeitraum der Aufstallung so kurz wie möglich zu halten, die Länge der Maßnahmen hängt vom Seuchenverlauf und der regelmäßig erneuerten Risikobeurteilung ab.

Worin liegt der eigentliche Schaden der Geflügelpest?
Bei der Geflügelpest handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die mit staatlichen Maßnahmen zu bekämpfen ist. Abgesehen von der Erkrankung des einzelnen Tieres geht es hier um den Schutz der gesamten Population. Man will verhindern, dass durch die Erkrankung eines Bestandes andere Bestände ebenfalls betroffen sind und aus Seuchenschutzgründen gekeult, also getötet werden müssen. Das ist eine sehr unschöne Maßnahme, aber leider zur Eindämmung der Seuche nötig. Man darf die Tiere bei Geflügelpest weder behandeln noch impfen, das ist EU-weit verboten. Für die getöteten Tiere gibt es eine Entschädigung, handelt man jedoch fahrlässig, gibt es Abzüge seitens der Tierseuchenkasse.

Wie läuft die Virusübertragung ab?
Über Sekrete und Exkremente als direkte Übertragung von Tier zu Tier und durch kontaminiertes Futter oder Wasser. Wenn der Erreger in die Einstreu gelangt, diese dann in den Stall gebracht wird zum Einstreuen, können sich die Tiere daran infizieren. Man kann es mit den Schuhen in den Bestand tragen, mit Gerätschaften oder auch mit dem Einstreufahrzeug. Speziell letzteres war das Hauptproblem im Seuchenwinter 2016/2017, als überbetrieblich genutzte Einstreufahrzeuge von Putenstall zu Putenstall gefahren sind, ihre Räder aber vorher nicht gereinigt hatten und so das Virus verschleppten. Schadnager sind Überträger und auch Katze und Hund können das Virus weitertragen.

Was können Halter gegen Stress bei den Tieren tun, die eigentlich Freiland gewohnt sind?
Es gibt die Möglichkeit, eine Voliere anzubauen oder einen Kaltscharrraum. Dieser Raum muss rundherum mit Maschendraht abgedichtet und von oben dicht gegen den Eintrag von Vogelkot geschützt sein. Der Maschendraht darf nur eine Weite von 25 mm haben, damit kein Vogel von außen in die Voliere gelangen kann. Wenn das nicht geht, dann schafft Beschäftigungsmaterial Abhilfe. Stroh- oder Luzerneballen oder Pickblöcke befriedigen den Picktrieb des Geflügels. Ein Sandbad im Stall wäre gut, damit die Tiere ihr natürliches Verhalten des Staubbadens auch im Stall ausführen können. Auch über die Fütterung lässt sich etwas machen oder über Veränderungen im Lichtregime. Eine weitere Maßnahme in dieser Zeit wäre eine Bestandsreduzierung.

Welche Biosicherheitsmaßnahmen sollten jetzt speziell beachtet werden?
Es gibt ein schönes Schaubild vom FLI, welches sehr gut deutlich macht, wie man seinen Bestand schützen kann. Empfehlenswert auch für Hobbyhalter ist ein Wechsel von Kleidung und Schuhen, wenn ich meinen Stall betrete und verlasse. Bei gewerblichen Betrieben ist das eigentlich Standard. Dort gibt es Hygieneschleusen mit einem schwarz-weiß-Bereich sowie ein Waschbecken, um sich Hände zu waschen und zu desinfizieren. Es sollte unbedingt jeder ein Besucherbuch führen, auch der Hobbyhalter, in das sich jeder einträgt, der im Stall war. Und man sollte den Besucherverkehr einschränken, idealerweise geht ab jetzt nur noch eine feste Person in den Stall. Bei manchen Betrieben gilt auch eine 48 oder 72 Stunden Karenzzeit, was bedeutet, dass ich in dieser Zeit nicht in einem anderen Geflügelbetrieb gewesen sein darf.

Was sind die Strafen, wenn gegen die Stallpflicht verstoßen wird?
Wer dagegen verstößt, muss mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren rechnen, das ist in der Geflügel-Pest-VO und im Tiergesundheitsgesetz festgelegt. Das Bußgeld kann bis zu 30.000 Euro betragen je nach Schwere des Sachverhalts. Bei Verstößen wird je nach Sachlage entschieden, ob eine Verwarnung angemessen ist. Wer sich dann aber immer noch der behördlichen Anordnung widersetzt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Entsteht aufgrund des eigenen Fehlverhaltens ein Schaden bei einem anderen Geflügelbetrieb, muss unter Umständen sogar auch dieser Schaden übernommen werden.

Frau Dr. Mamarvar, vielen Dank für das Gespräch!

Das Gespräch führte Dr. Heike Engels.

Nützliche Links:
Infoseite des Friedrich-Löffler-Instituts inkl. Risikoabschätzung
Schaubild zum Schutz von Nutzgeflügel
Infoseite des LAVES (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit)

Ergebnisse der Prävalenzstudie PraeRi: Kälber (mit Kommentar)

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Die drei Universitäten LMU München, TiHo Hannover und FU Berlin haben sich für eine Prävalenzstudie zu Milchkuhbetrieben in Deutschland zusammengeschlossen. Hierfür wurden 765 zufällig ausgeloste Milchkuhbetriebe untersucht und deren Besitzer befragt: in Niedersachsen/Schleswig-Holstein (n=253), Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen (n=252) und in Bayern (n=260). Untersucht wurden: Fütterung, Eutergesundheit, Lahmheit und weitere haltungsassoziierte Leiden und Schäden, Reproduktion, Stoffwechselgesundheit, Kälber und Jungtiere sowie Infektionskrankheiten und Biosicherheit.

In einem ersten Beitrag sollen hier die wichtigsten Ergebnisse für Kälber zusammengefasst werden: „Zum einen wurde retrospektiv die Kälberpopulation in den 12 Monaten vor Betriebsbesuch, und zum anderen wurden die Kälber am Besuchstag in Hinblick auf Erkrankungsprävalenzen und ihr Haltungsumfeld hin untersucht“, heißt es im jetzt vorgelegten Abschlussbericht.

Kälberverluste
Die Totgeburtenrate schien bei größeren Betrieben tendenziell höher zu sein, was auch Untersuchungen in anderen Ländern gezeigt haben. Im Mittel lag sie im Norden bei 5,2 %, im Osten 6,1 % und im Süden 4,0 %. Die postnatale Mortalität (ab dem dritten Lebenstag bis Ende des dritten Lebensmonats) lag bei den weiblichen Kälbern (Nachzucht) im Mittel bei Norden: 5,3 %, Osten: 7,4 %, Süden: 3,7 %.

Im Norden und Osten bestand für männliche Kälber ein höheres Sterberisiko als für weibliche Kälber, was laut der Wissenschaftler am unterschiedlichen Marktwert der männlichen Kälber der regional üblichen Rassen liegt (Norden und Osten: Schwarzbunt und Rotbunt; Süden: Fleckvieh).

Offenbar, so sagt die Studie, würden männliche Kälber häufiger schlechter als weibliche Kälber versorgt. Im Süden gaben 97,7 % der Tierhalter an, dass sie Bullenkälber genauso wie weibliche Kälber versorgen. Demgegenüber gaben im Norden 7,2 %, im Osten 3,7 % und im Süden 1,6 % der befragten Betriebe an, ihre Bullenkälber nicht genauso wie die weiblichen Kälber zu versorgen, bzw. überhaupt nicht.

Zwar steige, wegen des höheren Geburtsgewichtes, bei männlichen Kälbern das Schwergeburts-Risiko, bei erhöhtem Risiko auf unzureichende Biestmilchaufnahme, heißt es im Text. “Schwerer wiegt aber möglicherweise, dass ein männliches Kalb milchbetonter Rassen einen geringeren Verkaufserlös erzielt.“

Die Handlungsempfehlung lautet deshalb: „Die Milchproduktion basiert auf der Produktion von Kälbern, somit ist dies ein Kostenfaktor, der genauso mit einbezogen werden muss wie z. B. Futterkosten. Ansätze, wie die Mast der eigenen männlicher Kälber auf dem Betrieb oder die vermehrte Nutzung von Zweinutzungsrassen, können zusätzlich geeignet sein, den Wert der Kälber zu steigern. Eine Verlängerung der freiwilligen Wartezeit bei hochleistenden Kühen führt langfristig zu weniger Kälbern pro Kuh (Niozas et al., 2019), so dass auch mit diesem Ansatz das Angebot an „überflüssigen“ Kälbern reduziert werden könnte.“

Häufigste Gründe für den Tod weiblicher wie männlicher Kälber waren, vor allem im zweiten und dritten Lebensmonat, Neugeborenendurchfall und Atemwegserkrankungen, gefolgt von Nabel- und Gelenksentzündungen. Durch Totgeburt oder Verlust während der Aufzucht erreichte jedes zehnte Kalb nicht den vierten Lebensmonat.

„Gerade während einer Infektion benötigen Kälber viel Energie, welche sie nur aus der Milchtränke oder dem MAT erhalten. Immer noch magern Kälber durch eine mangelnde Energieversorgung wegen längst überholter Empfehlungen zur Tränkereduktion stark ab“, heißt es im Abschnitt „Handlungsempfehlungen“ deshalb. Und weiter: „Daher darf die Tränke (außer bei Durchfall durch offensichtliche Tränkfehler) auf keinen Fall bei einer Erkrankung abgesetzt oder verringert werden. Die Gabe von Elektrolytlösungen ist zu befürworten, sie sollte als Zwischentränke mit mindestens zwei Stunden Abstand zur Milchtränke verabreicht werden.“

Haltungssysteme und Hygiene
Bei den Haltungssystemen sehen die Autorinnen und Autoren Iglus im Außenbereich und Offenfrontställe positiv, weil sie bessere Lichtverhältnisse und besseres Stallklima brächten. Bei Saugkälbern müsse jedoch auf adäquaten Schutz vor Hitze und Kälte geachtet werden.

„Wärmeisolierung von Außenwänden, eine dicke Einstreumatratze, ein reduzierter Abstand der Decke vom Liegebereich (Iglus, Kälbernester) und der Schutz vor Zugluft. Im Sommer ist eine ausreichende Ventilation und Beschattung von Iglus zu gewährleisten; bestenfalls verfügen Iglus über einen beschatteten Auslauf. In Bezug auf das Tierwohl von Saugkälbern sollte die Gruppenhaltung bereits ab der dritten Lebenswoche angestrebt werden.“

Möglichst trockene und saubere Liegeflächen spielen in diesem Zusammenhang ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Mehrzahl der besuchten Betriebe schnitten in der Bewertung hier gut ab: trockene Liegeflächen 73,1 % im Norden, 63,6 % im Osten und 66,2 % im Süden. Sauber oder nur gering verschmutzt waren die Liegeflächen in 92,5 % (Norden), 83,1 % (Osten) und 92,4 % (Süden) der Fälle.

Bei Hygiene und Management rund um die Kalbung besteht vielerorts Handlungsbedarf. Die meisten Abkalbungen finden im Osten und Norden in einer mit mehreren Kühen belegten Abkalbebox statt (Osten 75,8%, Norden 42,7%). Im Norden finden bei 28,9% der Betriebe die Abkalbungen in einer Einzelbox statt, auf der Weide 13,4 %. Im Norden und Süden werden häufig kombinierte Abkalbe-Krankenabteule genutzt, was jedoch hinsichtlich der Verbreitung von Krankheitserregern nicht unbedenklich sei.

Ganz anders sieht es im Süden aus: hier gab fast die Hälfte der Betriebe (47,3%) an, dass die meisten Geburten „in der üblichen Aufstallung“ stattfänden und wiederum die Hälfte davon (52,8%) in Anbindeställen. „Die Abkalbung in der Anbindehaltung ist nicht tiergerecht, da sich die Kuh nicht von der Herde isolieren kann und die Bewegungsmöglichkeiten während der Geburt stark eingeschränkt sind“, heißt es dazu in der Studie. Auch unter den Gesichtspunkten Hygiene und Gefährdung des Kalbes ist Abkalbung im Anbindestall problematisch.

Fütterung
Nimmt ein Kalb Biestmilch direkt an der Kuh auf, ist deren Menge nicht kontrollierbar und es kann zu Unterversorgung kommen (von den beteiligten Betrieben handhaben es jedoch 31,2% im Norden so, 24,6% im Osten und 8,8% im Süden). „Hinweise darauf konnten in dieser Studie in den Regionen Süd und Ost gefunden werden. Dort war die Mortalitätsrate der weiblichen Kälber höher in Betrieben, in denen die Kälber die Biestmilch direkt an der Kuh aufnahmen, als in Betrieben, in denen die Biestmilchaufnahme über einen Nuckeleimer oder -flasche erfolgte.“

Im Median wurden den Kälbern drei Liter Kolostrum angeboten (empfohlen werden 10-12% des Körpergewichts, d. h. 3-4 Liter). Allerdings wurde in zahlreichen Betrieben weniger angeboten (Norden 29,3%, Osten 29,5% und 44,3% Süden).

In den ersten zwei Lebenswochen tränkten über 90% aller Betriebe mit dem Nuckeleimer, wie es auch empfohlen wird, um den Speichelfluss anzuregen, den Schlundreflex auszulösen und zu gewährleisten, dass die Milch direkt in den Labmagen gelangt. Ab der dritten Lebenswoche traten deutliche regionale Unterschiede auf: im Osten setzte jeder zweite Betrieb (53,4%) ab dann Tränkeautomaten ein, im Norden (51,0%) und Süden ((90,7%) kommen dagegen vorwiegend Nuckeleimer zum Einsatz. Vorratstränken kommen selten zum Einsatz, was sich negativ auswirken kann, weil der Saugreflex nicht stimuliert wird und ebenso Pansentrinken begünstigt werden kann.

„Ab der dritten Lebenswoche kam in den Regionen Nord und Ost vorwiegend die Milchaustauscher-Tränke zum Einsatz, wohingegen in der Region Süd weiterhin hauptsachlich Vollmilch vertränkt wurde.“ Für MAT sprechen die konstante Zusammensetzung und ein geringeres Risiko der Übertragung von Krankheitserregern. Dafür ist Vollmilch besser verdaulich, bietet die höhere Energiedichte und fördert die Ausbildung des Immunsystems; allerdings fehlt es an Spurenelementen, insbesondere Eisen und Vitaminen.

„Die Daten dieser Studie deuten darauf hin, dass Betriebe, die ab der dritten Lebenswoche
hauptsachlich MAT vertränkten, im Vergleich zu Vollmilch fütternden Betrieben, eine höhere Inzidenz für Atemwegserkrankungen und eine höhere Mortalitätsrate hatten.“

Handlungsempfehlungen
„Um die Eignung eines Milchaustauschers für die entsprechenden Altersgruppen besser beurteilen zu können, sollte künftig eine vollständige Deklaration (inkl. Energiegehalte in MJ ME/kg TM) bei Milchaustauschern verpflichtend sein.“

„Hersteller sollten eine offene Deklaration des Milchaustauschers auf dem Produkt abdrucken; die Eignung des Produktes für bestimmte Altersgruppen muss unmissverständlich aus der Produktdeklaration hervorgehen. Den Kälbern sollten mindestens 9 Liter Vollmilch oder 1.440 g MAT mit einem Energiegehalt von 15,3 MJ ME /kg / Tag in den ersten drei Lebenswochen angeboten werden.“

„Der Zeitpunkt für das Absetzen der Milchtränke muss für jedes Kalb individuell nach der Menge des aufgenommenen Kraft- und Strukturfutters gewählt werden. Ist ein Kalb in der Lage, an drei aufeinander folgenden Tagen durchschnittlich geschätzt etwa 1,5 kg Kraftfutter aufzunehmen, kann es von der Milchtränke vollständig abgesetzt werden, wobei zusätzlich die körperliche Entwicklung des individuellen Kalbes zu berücksichtigen ist. Wenn kein individuelles Absetzen möglich ist, sollte der gemeinsame Absetzzeitpunkt möglichst spät, d. h. frühestens mit 12 bis 13 Wochen erfolgen.“

„Der Zugang zu Wasser und Heu sollte zukünftig in allen Betrieben für Kälber ab dem ersten Lebenstag eingerichtet und auch durch die zuständige Behörde überprüft werden.“

Enthornung
Die Enthornung der Kälber führen die meisten Tierhalter selbst durch (Norden: 82,6 %, Osten: 78,5 %, Süden: 75,0 %). Am häufigsten angewandte Methoden waren das Brennen mittels Brennstab (Herausstemmen der kompletten Hornanlage oder Verödung durch Brennen eines Ringes um die Hornanlage), wobei beim Ausstemmen häufiger ‚eitrige Sekretion‘ bei den untersuchten Kälbern festgestellt wurde als beim Ring brennen. Zur Linderung der Schmerzen wurden in den meisten Betrieben Beruhigungs- und Schmerzmittel eingesetzt. Seltener wurde nur ein Schmerz- oder nur ein Beruhigungsmittel angewendet.

Zwar ist es gemäß TierSchG zulässig Kälber bis zum Alter von sechs Wochen ohne Schmerzlinderung zu enthornen, die Studienautorinnen und -autoren plädieren jedoch dafür „die Legislative dazu anzuspornen den § 5(3) 2. des TierSchG als Ausnahmeregelung vorbehaltslos zu streichen.“

Es sei wissenschaftlich belegt, dass Enthornen mit erheblichen Schmerzen und Leiden verbunden ist und auch nach dem Abklingen von einmalig verabreichten Schmerzmitteln noch mit erheblichen Schmerzen und Leiden zu rechnen ist. Deshalb sollte das Schmerzmanagement fortgeführt werden (1).

Stafford and Mellor schreiben dazu: „Eine Kombination aus Sedierung, Lokalanästhesie und systemischer Analgesie unter Verwendung eines lang anhaltenden NSAID sollte die durch diese kombinierten Verfahren verursachten Schmerzen verringern, vielleicht sogar beseitigen.“

(1) Eine kürzlich veröffentlichte Studie der University of British Columbia (Kanada) legt nahe, dass die Schmerzen bis fünf Tage nach der Enthornung anhalten.

Link zu sämtlichen Studien-Ergebnissen

Kommentar: „Ein Weckruf an die Branche“
Wirklich überraschend sind die PraeRi-Ergebnisse für Brancheninsider nicht. Aber trotzdem erschütternd! Die zahlreichen Problemfelder in der Kälberaufzucht sind hinlänglich bekannt und doch trifft die schiere Datenmenge – auch uns – mit voller Wucht. Viele Milchviehhalter in Deutschland arbeiten gut, was auch die Studie bekräftigt. In viel zu vielen Betrieben aber besteht dringender Handlungsbedarf!

An allen Ecken und Ende hapert es dort bei der Aufzucht der Kälber. Mal mehr, mal weniger – aber insgesamt viel zu sehr. Dabei sind Werkzeuge und Lösungsmöglichkeiten bekannt und müssten nur an- und umgesetzt werden. Hier sind Tierhalter, Tierärzte, Berater und Industrie dringend gefragt!

Aber auch der Handel steht in der Verantwortung. Es ist Jahre her, dass Landwirte einen auskömmlichen Preis für ihre Milch erzielen konnten. Jahre, in denen sie mit Ackerbau quersubventioniert oder die Kostenschraube auf Anschlag gedreht haben. Aber sparen bei Tiergesundheit, Fütterung und Versorgung der Tiere darf schlicht nicht sein!

Die Wertschöpfungskette in der Milcherzeugung beginnt beim Kalb und der Aufwand für dessen bestmögliche Versorgung, muss in der betrieblichen Kalkulation „eingepreist“ sein. Aber ganz genauso eben am anderen Ende der Kette – im Laden. Diesen Zusammenhang auch dem Verbraucher klarzumachen und Milchprodukte endlich angemessen zu bepreisen, ist ein immer drängenderer Auftrag an den Handel!

Betriebsplanung Landwirtschaft 2020/21

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Maschinenkosten kalkulieren oder Arbeitsprozesse und Produktionsverfahren planen: Für die Betriebszweige Pflanzenproduktion und Tierhaltung bietet die 27. Auflage des KTBL-Standardwerkes umfassende Daten und Informationen.

Die Datensammlung liefert nicht nur Grund- und Ergebnisdaten zu den verschiedenen landwirtschaftlichen Produktionsrichtungen, sondern bietet auch methodische Hinweise zur Lösung betriebswirtschaftlicher Fragestellungen.

Neben den ausführlich dargestellten Verfahrensabläufen werden Kennzahlen der Arbeitserledigung, ökonomische Erfolgsgrößen und Stückkosten für landwirtschaftliche Produkte ausgewiesen.

Die Planungsbeispiele veranschaulichen die ökonomische Methode zur Bewertung der verschiedenen landwirtschaftlichen Produktionsverfahren.

Die kostenlosen Web-Anwendungen unter www.ktbl.de ergänzen die gedruckte Datensammlung. Hier können weitere Informationen abgerufen und Kalkulationen mit eigenen Daten erstellt werden.Die 768-seitige Schrift ist für 26 € beim Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) e.V. erhältlich.

Bestellungen werden gern online über die Website www.ktbl.de, über vertrieb@ktbl.de oder telefonisch unter +49 6151 7001-189 entgegengenommen.

Darmstadt, 2020, 768 S., 26 Euro,
ISBN 978-3-945088-74-6, Best.-Nr. 19526

Mehr Tierschutz am Schlachthof

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Forschungsprojekt über tierschutzgerechte Alternativen zur Kohlendioxid-Betäubung von Schlachtschweinen gestartet

Das Ziel des Verbundprojektes ist die Verbesserung des Tierschutzes, wobei auch eine hohe Fleischqualität sowie die gute Integrierbarkeit in bestehende Schlachtprozesse berücksichtigt werden. Es sollen in einem jetzt gestarteten Forschungsprojekt unter Koordination des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) alternative Gase und Gasmischungen für eine schonendere Betäubung und eine neue Technik für die Gaszuführung in praxisüblichen Gasbetäubungsanlagen untersucht werden.

In dem Verbundprojekt arbeitet das FLI mit der Georg-August-Universität Göttingen, der Vion Perleberg GmbH und dem Gase- und Technologielieferanten Air Liquide Deutschland GmbH zusammen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags gefördert und mit zusätzlichen Mitteln vom Verband der Fleischwirtschaft e.V., vom QS-Wissenschaftsfonds der QS Qualität und Sicherheit GmbH sowie von der Förderergesellschaft für Fleischforschung e.V. finanziell unterstützt.

Im Fokus der geplanten Forschungsarbeiten stehen drei Hauptaspekte: Zunächst wird eine neue Begasungstechnik in praxisübliche Kohlendioxidbetäubungsanlagen integriert werden, um den Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis zu beschleunigen und eine schnelle Anwendung des neuen Verfahrens in der Praxis zu ermöglichen. Anschließend sollen alternative Gase und Gasmischungen erforscht werden, die eine schnelle und wirksame Betäubung der Schlachttiere garantieren, aber weniger reizend auf die Schleimhäute wirken. Zusätzlich wird die Fleischbeschaffenheit in Abhängigkeit vom Betäubungsverfahren untersucht, um eine hohe Fleischqualität sicherzustellen.

„Durch den Einsatz der neuen Gaszuführungstechnik in Verbindung mit den geplanten Untersuchungen im Projekt erhoffe ich mir, dass wir schnell in die Praxis umsetzbare Alternativen zu Kohlendioxid finden. Das wäre ein nachhaltiger Beitrag zur Verbesserung des Tierschutzes bei der Schlachtung.“ sagt die Projektkoordinatorin Dr. Inga Wilk.

Zur Sicherstellung einer schnellen und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit in Schlachtbetrieben sollen die Untersuchungen nicht nur in kontrollierten Versuchen, sondern auch unter Feldbedingungen durchgeführt werden. Das Projekt, dessen Laufzeit auf drei Jahre ausgelegt ist, wird durchgehend von einem Ausschuss aus Vertretern der relevanten Interessengruppen begleitet. Dazu gehören unter anderem auch Vertreterinnen und Vertreter von Tierschutzorganisationen, der Fleischwirtschaft und des Lebensmittelhandels.

Quelle: FLI

POLLUX LED – natürliches Licht für mehr Tierwohl

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Mit dem neuen Beleuchtungssystem POLLUX LED präsentiert ME International eine völlig neue und bislang einzigartige Möglichkeit, Geflügelställe zu beleuchten. POLLUX LED deckt das volle Tageslichtspektrum ab, verbessert das Wohlbefinden des Geflügelbestandes und ist vollständig in Deutschland produziert.

ME International stellt offiziell die neue Beleuchtung POLLUX LED vor. Das System eignet sich insbesondere für Mast- und Legehennenbetriebe, Großelterntier- und Elternbetriebe sowie für jegliche Form der Geflügel- und Vogelhaltung, die zusätzlich zum natürlichen Tageslicht auch künstliche Beleuchtung benötigt. Zudem kommt POLLUX LED auch in Tierparks und Zoos bei der Vogelhaltung zum Einsatz.

LED-Technologie neu gedacht
POLLUX LED bildet das Tageslichtspektrum eins zu eins nach. Dabei setzt das System auf 35 Watt und sechs unterschiedliche LED-Farbspektren auf einer Platine. Mit den insgesamt 28 LEDs, die aus sechs Spektralbändern (UV, rot, blau, gelb, Infrarot und weitere LEDs) bestehen, erreicht POLLUX LED das optimale Tageslicht für Geflügel. Das gesamte Produkt wird in Deutschland produziert und programmiert. Damit ist POLLUX LED 100 % nachhaltig. Gleichzeitig ist die Beleuchtungseinheit so gebaut, dass Reparaturen und ein Austausch von LEDs jederzeit möglich sind. Selbstverständlich ist das gesamte System auch DEKRA-zertifiziert.

Flexible Steuerung
Das System bietet neben der eigentlichen Beleuchtungseinheit ebenso eine Steuerungseinheit mit praktischem Touchscreen. Der Anwender hat hier die Wahl zwischen empfohlenen Beleuchtungsprogrammen, die für unterschiedliche Geflügelarten und Haltungsformen entwickelt wurden. Alternativ können Anwender auch eigene Szenarien programmieren. Ein Nachjustieren der vorliegenden Beleuchtung ist jederzeit unkompliziert und intuitiv möglich.

Zudem bietet das System die Möglichkeit, den Stall in unterschiedliche Bereiche zu unterteilen. Pro Stall sind dabei bis zu vier Zonen realisierbar. Hiervon können vor allem große Mastställe profitieren, die so Bereiche für verletzte und rangniedrige Tiere schaffen können.

Wissen aus der Natur für gesündere Tiere
POLLUX LED bietet ein einzigartiges Lichtspektrum für die Geflügelhaltung. Nina Müller, CEO ME International, erklärt: „Wir haben POLLUX LED in enger Zusammenarbeit mit der Praxis entwickelt. Anhand von Studienergebnissen und mit der Hilfe von Partnern aus Wissenschaft, Forschung und der praktischen Landwirtschaft können wir Geflügelhaltern nun ein wirklich sehr gutes und erprobtes Produkt bereitstellen. Dabei haben wir uns vor allem an der Natur orientiert. Denn natürliches Licht bietet Tieren den besten Lebensraum, um sich gesund zu entwickeln. Geflügel hat dabei besondere Anforderungen, denn alle Tiere der Vogelspezies können UV-Licht sehen und benötigen dieses auch für eine artgerechte Entwicklung.“

Nina Müller setzt sich dabei vor allem auch für mehr Tierwohl ein: „Bei der Entwicklung von POLLUX LED war es uns besonders wichtig, das Tierwohl zu verbessern. Und genau das erreichen Anwender nun auch mit unserem Beleuchtungssystem. POLLUX LED sorgt dafür, dass die Tiere im Stall entspannter und ruhiger sind. Gleichzeitig können wir den Gesundheitsstatus verbessern, Verwurf und Kannibalismus verringern und die Befruchtungsrate steigern. Der Einsatz auf ersten Pilotbetrieben unterstützt diese Ergebnisse und zeigt auch, dass sich das System durch die starken Verbesserungen sehr schnell amortisiert. Das ist die Zukunft der Geflügelhaltung.“

Verbesserter Notlauf
Sollte das System ausfallen, steht dem Anwender ein verbesserter Notlauf zur Verfügung. Nina Müller dazu: „Wir haben einen speziellen Notlauf entwickelt, den wir nach Kundenwünschen programmieren. Verluste durch einen falsch eingestellten Notlauf können so wirkungsvoll verhindert werden.“

Ausblick
Das System ist ab jetzt im Handel und bei ME International-Vertriebspartnern verfügbar. Neben dem Einsatz in Geflügelställen und bei der Vogelhaltung experimentiert ME International zukünftig auch mit dem Einsatz in der Schweinehaltung.

Über ME International
Das Unternehmen ME International aus dem niedersächsischen Achim besteht seit nunmehr 40 Jahren. Der Hauptschwerpunkt des Familienunternehmens liegt im Bereich der Prozessoptimierung und Automatisierung von Brütereien. Dabei setzt ME International auf ein breites Netzwerk aus Partnern wie Brütereien, Mästern, Tierärzten, Forschungseinrichtungen uvm. Mit POLLUX LED bietet ME International nun ein einzigartiges Beleuchtungssystem für Geflügelhalter.

Quelle: ME International