PRRS-Bekämpfung in den USA: Einheitlicheres Vorgehen erforderlich

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Das Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome (PRRS) ist eine bedeutende Krankheit in den meisten Schweine produzierenden Regionen weltweit. Das PRRS-Virus (PRRSV) kann mehrere Monate lang in einzelnen Schweinen und Schweinepopulationen überleben. Akute Krankheitsausbrüche sind häufig und werden mit der Einschleppung neuer Viren und dem Fehlen einer angemessenen Herdenimmunität in Verbindung gebracht. Um die Auswirkungen von PRRSV auf die Produktion in Zuchtbeständen zu verringern, werden verschiedene immunologische Lösungen eingesetzt, darunter Lebendvirusimpfungen (LVI) und modifizierte Lebendvirusimpfstoffe (MLV) oder eine Kombination aus beiden.

Vergleich von PRRS-Bekämpfungsmaßnahmen
Mithilfe einer freiwilligen Umfrage* sammelten Wissenschaftler*innen Informationen zu den Maßnahmen, die als Reaktion auf PRRS-Ausbrüche in verschiedenen Zuchtbeständen von 2019 bis 2021 in den Vereinigten Staaten umgesetzt wurden. Sie erfragten Informationen zur Altersstruktur der Herde, Biomanagementpraktiken, diagnostischen Tests und Testergebnissen sowie Produktionsdaten und Ausbruchssymptome der Herden. An dieser Studie nahmen 86 Herden teil, in denen ein PRRS-Ausbruch auftrat. Jede Herde wurde beobachtet, bis der gewünschte PRRS-Herdenstatus erreicht war. Die durchschnittliche Herdengröße betrug 3902 Sauen (Bereich: 765–12.694 Sauen). Vierzig Prozent der Befragten (35 von 86) gaben an, Biomanagementstrategien zur Minimierung der PRRSV-Übertragung unter Sauen und Ferkeln empfohlen und umgesetzt zu haben. Dazu zählen Ammensauen, Rein-raus in der Aufzucht, Injektionsnadelwechsel zwischen Sauen, Ferkelversetzen innerhalb 24 Stunden, lebensschwache Ferkel merzen, Arbeitsablauf von jungen zu alten Tieren, Kleidungswechsel, Desinfektion, und vieles mehr.

Ein PRRS-Ausbruch wurde durch RNA-Nachweis mittels PCR und durch den Tierarzt beobachtete klinische Anzeichen von PRRS (z. B. Zunahme von Fehlgeburten, Zunahme der Sauensterblichkeit, Zunahme der Anzahl totgeborener Ferkel) charakterisiert. Die jeweiligen Herdentierärzte wurden gebeten, einen Fragebogen mit Informationen zur Altersstruktur der Herde und den als Reaktion auf den PRRS-Ausbruch durchgeführten Maßnahmen auszufüllen. Die Tierärzte überarbeiteten den Fragebogen vierteljährlich, bis die Herde den gewünschten Status gemäß den Empfehlungen der American Association of Swine Veterinarians (AASV) zur PRRSV-Herdenklassifizierung erreicht hatte: positiv instabil (I), positiv stabil (II-A), positiv stabil (II-B [wird eliminiert]), vorläufig negativ (III) und negativ (IV).

Zu den Ausschlusskriterien zählten Ereignisse, die sich auf die Ergebnisse der Studie auswirken würden, wie etwa Ausbrüche anderer Krankheiten (z. B. Ferkeldurchfall), ein zweiter PRRS-Ausbruch vor Erreichen der Stabilität oder eine Veränderung des Sauenbestands um ≥ 20 % aufgrund von Faktoren, die nichts mit dem PRRS-Ausbruch zu tun hatten. Die Daten wurden von Farmen in Iowa, Nebraska, Oklahoma, Minnesota, Illinois, Indiana, Texas, Ohio, Colorado und Kansas gesammelt.

Ergebnisse schlechter als noch vor 10 Jahren
Bei 86 Herdenausbrüchen wurden unterschiedliche Biomanagementpraktiken beobachtet. Die mediane Zeit bis zur Stabilität betrug 38,0 Wochen und die Zeit bis zum Erreichen der Basisproduktivität betrug 22,0 Wochen. Die medianen Gesamtproduktionsverluste betrugen 3675 Schweine pro 1000 Sauen; die Zeiten bis zur Stabilität und Basisproduktivität waren länger und die Verluste höher als in einer vor zehn Jahren durchgeführten Studie (26,6 Wochen, 16,5 Wochen bzw. 2217 Schweine/1000 Sauen). Die Strategie zur Herdenschließung, Herdeninterventionen wie Lebendvirusimpfung und abgeschwächter Lebendvirusimpfstoff sowie Biomanagementstrategien zur Verringerung der Virusübertragung zwischen Sauen und Schweinen waren in den untersuchten Herden inkonsistent. Die Vielfalt der in dieser Studie berichteten Biomanagementmaßnahmen zeigte, dass nach einem PRRS-Ausbruch mehr Konsistenz, also mehr einheitliches Vorgehen, zwischen den Herden erforderlich ist.

*Studie:
Rodrigo C. Paiva et al.: Description of practices adopted in response to porcine reproductive and respiratory syndrome outbreaks among breeding herds in the United States from 2019-2021. Journal of Swine Health and Production, September and October, 2024. Volume 32, Number 5 .

Quelle: Der Hoftierarzt, Dr. Heike Engels

Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 6-24. Für ein kostenfries Abo kann man sich hier ganz einfach registrieren.

Wie Digitalisierung und KI landwirtschaftliche Betriebe unterstützen

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Projekt „SimpleAgriData“ zeigt am Beispiel ökologischer Geflügelhaltung, wie sich digitale Daten effizient nutzen lassen

Auch in der Landwirtschaft kommt es zu einer zunehmenden Digitalisierung, wodurch immer mehr Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette gesammelt werden können. Da diese Daten aus unterschiedlichen Quellen stammen und in unterschiedlichen Formaten gespeichert werden, können Landwirte diese häufig nicht sinnvoll auswerten und ihr Potenzial kann nicht ausgeschöpft werden.

Wissenschaftler:innen der HKA erforschen daher gemeinsam mit den Konsortialpartnern der Biofino GmbH & Co. KG, GS agri eG und VetVise GmbH im Projekt „SimpleAgriData“, wie diese Daten in der ökologischen Landwirtschaft nutzbar gemacht werden können, um Ressourceneffizienz, Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaftsbetriebe zu erhöhen. Das gesamte Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

Während der Grünen Woche in Berlin hat Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, den Zuwendungsbescheid am 20. Januar an die Verbundkoordinatorin Prof. Dr. Christine Preisach aus der Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik der Hochschule Karlsruhe (HKA) für das neue Forschungsprojekt „SimpleAgriData“ übergeben.

Ziel des Projekts ist in erster Linie der Ausbau einer interoperablen Open-Source-Datenplattform. Über sie sollen die Daten aus der gesamten Wertschöpfungskette gesammelt, für Landwirt:innen nutzbar gemacht werden und auch den Datenaustausch in einem einheitlichen Format ermöglichen. „Durch den Einsatz von KI können den landwirtschaftlichen Betrieben zudem konkrete Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden, um Kosten zu reduzieren und die Arbeit zu erleichtern“, so Verbundkoordinatorin Prof. Dr. Christine Preisach.

Im Fokus des Projekts stehen Ställe aus der Bio-Hähnchenmast. Sie werden mit einem Kamerasystem ausgestattet, wodurch 24/7 Video- und Tonaufnahmen generiert werden. Diese Informationen werden durch Klima-, Futter- und Tierarztdaten ergänzt. Nachdem diese Daten erfolgreich in eine Datenplattform eingespeist wurden, erfolgt eine umfangreiche Datenanalyse mit KI-Modellen. Ob Futter- oder Haltungsoptimierung: In diesem Projekt werden mehrere Anwendungsfälle aus der ökologischen Geflügelhaltung prototypisch umgesetzt.

Über die Rolle der Projektleitung wird das Team an der HKA neben dem Projektmanagement auch für die Erstellung der Open-Source-Datenplattform als auch für Teile der KI-basierten Analyse der Daten sorgen.

Quelle: Hochschule Karlsruhe

Beste Chancen für Winterkälber

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Die kalte und nasse Jahreszeit stellt für die Aufzucht kleiner Kälber eine Herausforderung dar. Durch die witterungsbedingt häufig hohe (Luft-)Feuchtigkeit können Keime in der Umgebung länger überdauern. Dies stellt ein erhöhtes Risiko für Unterkühlung und Infektionen, hier vor allem Durchfall und Atemwegserkrankungen, dar. Aktuell kommt es als Nachwirkung der BTV 3 – Infektionen vermehrt zu verfrühten Geburten, was die Betreuung der Kälber nochmal intensiviert. Mit diesen bewährten Praxistipps kommen die Winterkälber dennoch gesund und fit durch die dunkle Jahreszeit:

1. Von Anfang an: Trocken und warm
Bei Temperaturen unter 10 °C befinden sich Kälber bereits außerhalb ihrer thermoneutralen Zone. Sie brauchen ein zugluftfreies Mikroklima und reichlich trockene Stroheinstreu, um ihre Körpertemperatur halten zu können. Neugeborene Kälber sollten vollständig getrocknet werden, damit sie gerade in den ersten sensiblen Stunden ihre gesamte Energie zur Kolostrumaufnahme und -verdauung nutzen können. Kälberdecken helfen zusätzlich, die Körpertemperatur zu halten, besonders bei Temperaturen unter 5 °C.

2. Gut geschützt: Immunprophylaxe gegen Neugeborenendurchfall
Auch und gerade in der nasskalten Jahreszeit ist ein gezielter Schutz von neugeborenen Kälbern gegen die häufigsten Durchfallerreger über das Kolostrum eine effektive Maßnahme. Durch die OneShot – Mutterschutzimpfung von Virbac mit einem breiten Impffenster von drei Monaten bis drei Wochen vor der Geburt bildet die tragende Kuh gegen Rota- und Coronaviren sowie E. coli Antikörper, die sich im Kolostrum anreichern und mit der ersten Kolostrumgabe an das Kalb übergehen. Voraussetzung für die Schutzwirkung ist natürlich eine zeitnahe und reichliche Gabe des hygienisch einwandfreien Kolostrums an das neugeborene Kalb. Durch die konsequente Impfung reduzieren sich die Krankheitssymptome und die durchfallbedingte Sterblichkeit der Kälber deutlich. Entsprechend weniger Einzeltierbehandlungen und Antibiotika sind nötig.

Bestens vorbereitet auf den Winter sind Betriebe mit einer eigenen Biestmilchbank, also eingefrorenem Kolostrum exzellenter Qualität (> 25 % BRIX). Neuere Studien zeigen, dass Kühe im Winter weniger Biestmilch bilden als im Sommer. Ein Vorrat an Kolostrum, der bei Bedarf schonend aufgetaut wird, garantiert auch bei Kühen mit wenig Kolostrum oder Kolostrum schlechter Qualität die lückenlose und optimale Versorgung der Neugeborenen.

3. Erhöhter Energiebedarf: Kälber satt füttern
Der Erhaltungsbedarf von Kälbern steigt im Winter um 20 %. Ideal ist die ad libitum – Tränke, um die Kälber bedarfsgerecht mit Energie zu versorgen. Alternativ kann die Tränkemenge und/oder die Milchaustauscherkonzentration um 20 % erhöht werden. Zur frühzeitigen Förderung der Vormagenentwicklung gehört das Anbieten von frischem Kälbermüsli oder Kälber-TMR ab dem 3. Lebenstag. Erwärmtes Tränkwasser hilft dem Kalb zusätzlich, seine Körpertemperatur zu halten.

4. Konsequente Hygiene: Täglich Eimer reinigen
Nicht nur im Winter ist eine konsequente Hygiene im Kälberbereich ein absolutes Muss. Die Umgebung der Kälber ist optimalerweise so keimarm wie möglich, Tränkeeimer und Schalen sind täglich gründlich zu reinigen. Auf die sorgfältige Reinigung und Desinfektion der Kälberhütten nach jeder Belegung ist besonderes Augenmerk zu richten. Achtung: Einige Desinfektionsmittel sind bei kalten Temperaturen nicht optimal wirksam (Kältefehler)!

5. Sorgfältige Tierbeobachtung: Hinschauen lohnt sich
Eine regelmäßige aufmerksame Kontrolle der Kälber in Hinblick auf frühe Krankheitsanzeichen wie Durchfall und Atemwegserkrankungen bewirkt, dass ein frühzeitiges Eingreifen vor Ausbildung von schweren Symptomen möglich ist. Schnelle Hilfe bei ersten Durchfallsymptomen des Kalbes sind die Zwischentränke von Elektrolyten und gegebenenfalls die Gabe eines Schmerzmittels.

Advertorial der Firma Virbac

Kontakt:
Virbac Tierarzneimittel GmbH
Dr. Kerstin Duncker
Tel: +49 4531 805111
kerstin.duncker@virbac.de

US-Unternehmen Perdue Farms integriert das On-Farm-Brutkonzept „NestBorn“

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Das Unternehmen Perdue Farms, ein familiengeführtes US-amerikanisches Lebensmittel- und Landwirtschaftsunternehmen in der vierten Generation, hat beschlossen, das On-Farm-Brutkonzept „NestBorn“ in seine Broilerproduktion und -versorgung zu integrieren. Dies teilen die Unternehmen NestBorn und Perdue Farms in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Die Einführung dieses innovativen Ansatzes zum Schlüpfen von Eintagsküken in Broilerställen – statt in Brütereien – passe perfekt zum Glauben des Unternehmens an verantwortungsvolle Ernährung und Landwirtschaft und stehe im Einklang mit seinem langjährigen Engagement für Tierwohl und den Verzicht auf Antibiotika.

Im Sommer 2023 wurde von Perdue Foods in der Nähe seines Hauptsitzes auf der Halbinsel Delmarva eine Demonstrations-Eierplatziermaschine von NestBorn in Betrieb genommen, um größere Mengen an vorinkubierten Bruteiern effizient in Broilerställe zu bringen. Der Vorteil des Schlupfs direkt auf dem Bauernhof bestehe laut Unternehmen darin, dass der Zugang zu Futter und Wasser sofort erfolgt, wodurch das Risiko unterversorgter Küken verringert wird. Darüber hinaus entfallen auch die Handhabung in der Brüterei und der Transport von Eintagsküken, mögliche Beschwerden des frisch geschlüpften Kükens werden vermieden. Dies führe zu einer verbesserten Kükenqualität und gesundheitlichen Vorteilen.

Nach mehr als einem Jahr der Demonstration und Validierung in einem „Tiefstreu“-Kontext haben Perdue Farms und NestBorn im Rahmen einer bevorzugten Partnerschaft vereinbart, die NestBorn-Schlupflösung auf dem Bauernhof weiter einzusetzen. In seiner ersten Phase werden zwei hochmoderne NestBorn-Eiablagemaschinen – gebaut und unterstützt vom Automatisierungsexperten Viscon – in den USA eingesetzt, um die Anzahl der in den Betrieben von Perdue ausgebrüteten Küken deutlich zu erhöhen.

„In unserem Bestreben, Tiere verantwortungsvoll für die Ernährung aufzuziehen, sind wir immer auf der Suche nach einer kontinuierlichen Verbesserung des Tierschutzes“, sagte Bruce Stewart Brown, Chief Science Officer bei Perdue Farms. „Vor ein paar Jahren begannen wir damit, die Durchführbarkeit und den potenziellen Nutzen des Schlupfs in unserem Betrieb zu untersuchen. Wir begannen damit, vorinkubierte Eier in Hähnchenställe zu bringen, anstatt den Brüter zu benutzen. Wir kamen zu dem Schluss, dass NestBorn ein zusätzlicher Vorteil für unsere Masthähnchenbetriebe ist, der unsere Bemühungen um das bestmögliche Tierwohl und unser Engagement für den Verzicht auf Antibiotika unterstützen wird.“

Im Namen des in Belgien ansässigen Unternehmens NestBorn teilte General Manager Erik Hoeven seine Freude über diese erste Expansion außerhalb des europäischen Kontinents: „Seit der offiziellen Einführung von NestBorn im Jahr 2018 wurden Küken in mehr als 10 europäischen Ländern mit unserem Konzept ausgebrütet. Wir sind sehr froh, dass wir ein visionäres Geflügelunternehmen wie PERDUE FARMS gefunden haben, das uns bei der Feinabstimmung der Ausrüstung und der Methodik für die spezifischen US-Bedingungen geholfen hat. Wir hoffen, dass die Bevorzugung der Ställe anstelle der Brütereien für die letzten 2 oder 3 Tage des Schlupfprozesses PERDUE FARMS alternative Lösungen für künftige Brütereikonzepte und Investitionsstrategien bieten kann.

Quelle: NestBorn & Perdue Farms Corporate Communications

FBN tritt Bundesnetzwerk 3R bei: Zellbasierte Fischforschung für weniger Tierversuche und nachhaltige Verbesserungen in der Zanderaufzucht

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Das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) setzt ein wichtiges Zeichen im Bereich der tierversuchsfreien Forschung: Die Arbeitsgruppe Wachstumsphysiologie der Fische tritt dem Bundesnetzwerk 3R des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bei.

Neu im Bundesnetzwerk 3R die Arbeitsgruppe Wachstumsphysiologie der Fische am FBN, welche sich in ihren Projekten dem 3R Prinzip verschrieben hat. (obere Reihe v.l.n.r Dr. Katrin Tönißen, Valeria di Leonardo, PD Dr. Bianka Grunow; untere Reihe v.l.n.r. Katrin Weiß, Dr. George Franz) © FBN

Mit ihrer Expertise im Bereich der Fischzellforschung setzt sich die Arbeitsgruppe Wachstumsphysiologie der Fische unter der Leitung von PD Dr. Bianka Grunow aktiv für das Tierwohl ein und entwickelt tierfreundliche und praxisnahe Alternativen zu Tierversuchen.

Bundesnetzwerk 3R: Ein starkes Netzwerk für tierversuchsfreie Forschung
Die Mitgliedschaft im Netzwerk ermöglicht es dem FBN, seine Forschung nach dem 3R-Prinzip „Replace, Reduce, Refine“ auszubauen, Expertise mit anderen 3R-Forschenden auszutauschen, tierversuchsfreie Methoden in der Fischforschung zu etablieren und darüber hinaus gemeinsam mit Partnern innovative Ansätze für die Aquakulturindustrie zu entwickeln. Das Netzwerk bietet seit 2022 eine bundesweite interdisziplinäre Plattform für den Austausch zu alternativen Methoden, um Tierversuche langfristig zu reduzieren oder zu ersetzen.

Fischzellen werden für die Langzeitlagerung in Stickstoff aufbewahrt © FBN

Zellbasierte Forschung als Alternative zu Tierversuchen in der Fischbiologie
Seit ihrer Gründung im Jahr 2018 verfolgt die Arbeitsgruppe das Ziel, die zellbasierte Forschung in der Fischbiologie nachhaltig zu etablieren. Der Fokus liegt dabei auf der Etablierung und Weiterentwicklung von Fischzelllinien, die es ermöglichen, biologische Prozesse auf zellulärer Ebene zu untersuchen, ohne auf lebende Tiere angewiesen zu sein. Mit derzeit 50 etablierten Zelllinien von 15 verschiedenen Fischarten, die in speziellen Stickstofftanks gelagert werden, hat sich die Arbeitsgruppe eine Vorreiterposition in Deutschland erarbeitet.

„Mit unseren Zelllinien können wir viele physiologische Prozesse, wie zum Beispiel die Auswirkungen von Temperaturveränderungen, direkt auf Zellebene untersuchen. Das ist nicht nur ein großer Schritt für den Tierschutz, sondern auch für die Flexibilität der wissenschaftlichen Forschung“, erklärt PD Dr. Bianka Grunow, Leiterin der Arbeitsgruppe Wachstumsphysiologie der Fische am FBN.

3R-Expertise in der Praxis: Verbesserung der Zanderaufzucht
Auch in der Industrie ist das Tierwohl entscheidend. Dies zeigt die Zusammenarbeit der Arbeitsgruppe mit der Aquakulturindustrie, z.B. im Projekt Zanderlordosis. Das Projekt hat das Ziel, die Ursachen von Wirbelsäulenerkrankungen bei Zandern zu erforschen. Diese Erkrankungen treten häufig auf, beeinträchtigen das Wachstum der Fische und verringern ihre Lebensfähigkeit. Durch die Optimierung der Haltung von Zanderlarven und Jungfischen sollen solche Fehlbildungen verhindert werden. Damit wird nicht nur die Gesundheit der Tiere verbessert, sondern auch ihr Wohlbefinden gefördert. „Mit dem Projekt `Zanderlordosis´ verbinden wir die Grundlagenforschung an unseren Zelllinien mit praktischer Anwendung in der Aquakultur. Durch die Zusammenarbeit mit der Industrie können wir wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in verbesserte Haltungsbedingungen umsetzen. Damit fördern wir das Tierwohl und schaffen gleichzeitig eine nachhaltigere Basis für die Zanderzucht“, so Grunow weiter.

Zukunftsvision: Eine Fischforschung unter 3R-Aspekten
Die Arbeit der Arbeitsgruppe Wachstumsphysiologie der Fische am FBN ist ein wichtiger Schritt in eine tierversuchsfreie Zukunft der Fischforschung und gibt gleichzeitig entscheidende Impulse für die Entwicklung tiergerechter Haltungsverfahren in der Aquakultur. Die Partnerschaft mit der 3R-Initiative des Bundes, das Engagement im Zanderlordosis-Projekt und die Entwicklung neuer Zelllinien sind nur einige Beispiele, wie das FBN neue Maßstäbe für Tierschutz und Wissenschaft setzt.

Weitere Informationen zum Bundesnetzwerk 3R: www.bundesnetzwerk-3r.de

Quelle: Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN)

Brandenburg stellt Antrag zur Aktivierung der Impfstoff-Datenbank wegen Maul- und Klauenseuche

Zum Antrag Brandenburgs zur Aktivierung der Impfstoff-Datenbank erklärt Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir:

„Die Impfreserve ist wie ein Feuerlöscher im Haus. Es ist beruhigend, ihn griffbereit zu haben, auch wenn man hofft, ihn nie zu brauchen. Es ist gut, dass wir mit der Impfreserve für alle denkbaren Szenarien gerüstet sind. Das stärkt die Reaktionsfähigkeit im Kampf gegen die Seuche und bedeutet nicht, dass tatsächlich geimpft wird. Impfungen sollten der allerletzte Schritt sein. Die Aktivierung der Impfreserve ist keine Entscheidung zur Impfung, sie ermöglicht aber, im Fall der Fälle wesentlich schneller reagieren zu können.

Um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern, haben Maßnahmen zur unmittelbaren Eindämmung des Virus Vorrang. Oberstes Ziel ist und bleibt, Tiere zu schützen und die Schäden für unsere Land- und Ernährungswirtschaft so klein zu halten wie nur möglich. Kein Hof sollte aufgrund der Maul- und Klauenseuche aufgeben müssen. Mein Haus und ich stehen im engen Austausch mit den betroffenen Branchen und mit unseren Handelspartnern weltweit.“

Die Aktivierung der Impfstoff-Datenbank kann vorsorglich durch das betroffene Bundesland (hier: Brandenburg) erfolgen. Die Aktivierung ist eine vorbeugende Maßnahme, die nicht automatisch bedeutet, dass Impfstoffe tatsächlich eingesetzt werden. Möglich wird die Aktivierung der Impfstoff-Datenbank erst, weil das bundeseigene Friedrich-Loeffler-Institut den Serotyp des Virus umgehend bestimmt hat. Das EU-Recht räumt nur im Ausnahmefall die Möglichkeit für Notimpfungen ein – die Entscheidung über den tatsächlichen Einsatz der Impfung trifft das betroffene Bundesland. Eine Notimpfung kommt dann in Betracht, wenn sich die Infektion massiv und schnell ausbreitet. Diese würde zum Beispiel in Form einer Ringimpfung erfolgen, um eine Immunschranke um einen Seuchenherd zu bilden und damit eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern.

Quelle: BMEL

24. Internationale Bioland-Schweinefachtagung am 19./20. 2. 2025 in Hannover & online

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Unter dem Motto „In Bewegung bleiben“ findet am 19. und 20. Februar die diesjährige Schweinefachtagung des Bioloandverbandes statt. Als Präsenzveranstaltung in Hannover und als Livestream im Internet. Das Programm im Detail:

Tierwohl: Kein Alleinstellungsmerkmal der ökologischen Schweinehaltung!
Dr. Karl-Heinz Tölle, Geschäftsführer der ISN Projekt GmbH der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. ISN

Freiwillig mehr Tierwohl und mehr Nachhaltigkeit – ein Weg, das Verbandsprofil zu schärfen? Überlegungen und Vorschläge als Diskussionsgrundlage
Prof. Dr. Robby Andersson, Professor für Tierhaltung und Produkte, Hochschule Osnabrück, Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur, Studienschwerpunkt angewandte Geflügelwissenschaften

Klimakennzahlen einer tierwohlgerechten Schweinehaltung
N.N., Bioland e.V.

Tierwohlgerechte Haltung und Klimaschutz vereinbaren: Was bedeutet das konkret?
Prof. Dr. Wilhelm Pflanz, Professor für Tierwissenschaften in der ökologischen Landwirtschaft an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Ein Netzwerk als Hilfe zur Selbsthilfe beim Umbau der Tierhaltung
Dr. Katja Brase, Verbundkoordinatorin des Netzwerkes Fokus Tierwohl

Raufutterstrategien zur Versorgung von norddeutschen Ökoschweinen mit regionalen Eiweiß – eine ökonomische Betrachtung
Dirk Klinkmann, Thünen-Institut für ökologischen Landbau

Gesunde (Öko)Schweine in Deutschland: Ein Einblick in das Gemeinschaftsprojekt der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Bioland-Verband
Johannes Hagner, Bioland e. V., Fachberatung Schweinehaltung

Praktikerbericht: Von der Spezialisierung zur Vielfalt – in der Erzeugung und in der Vermarktung. Ein Erfahrungsbericht
Hermann Poppen, Bioland-Hof Sonnenschein der Familie Poppen, Aurich

Anmeldeschluss ist am 05.02.2025 für die Präsenz-Teilnahme in Hannover
und am 17.02.2025, 12:00 Uhr für die Online-Teilnahme.

Haltungsform: Aktuelle Zahlen bestätigen Tierwohl-Trend

• Verteilung der Haltungsform-Stufen für 2023 erhoben und mit 2022 verglichen
• Zahlen für Fleisch und Fleischerzeugnisse sowie Milch und Molkereiprodukte veröffentlicht
• Stufe 2 war auch 2023 als Basis für mehr Tierwohl in der Breite etabliert

Die Trägergesellschaft der fünfstufigen Haltungsform-Kennzeichnung hat heute die Anteile in den einzelnen Stufen für das Jahr 2023 veröffentlicht. Im Schweinefleischangebot setzt sich die bereits 2022 zu verzeichnende Entwicklung von der Haltungsform 1 „Stall“ zur Haltungsform 2 „Stall + Platz“ fort – im Selbstbedienungssegment lag 2023 der Anteil der Ware bei über 90 Prozent in der Haltungsform 2. Bei Geflügel bleibt der Anteil in der Stufe 2 stabil bei um die 90 Prozent, während sich zugleich eine Entwicklung in Richtung der Stufen 3 und 4 abzeichnet. Die jetzt veröffentlichten Zahlen zeigen die Verteilung des Produktangebots in den einzelnen Stufen für die verschiedenen Tierarten im Vergleich zu 2022. In den Jahren 2022 und 2023 war die nun fünfstufige Kennzeichnung noch vierstufig und die jetzige Stufe fünf in der Stufe vier enthalten. Die Datenerhebung 2023 basiert auf den tatsächlichen Absatzmengen des gesamten Jahres bei den Eigenmarken der teilnehmenden Lebensmitteleinzelhändler. Um die Entwicklung der Tierhaltung in Deutschland transparent darzustellen, werden diese Zahlen regelmäßig kommuniziert.

Grafik: ITW

Schweinefleisch: Weitere Verschiebung von Stufe 1 nach Stufe 2
Wie bei der vorangegangenen Erhebung zeigt sich auch für das Jahr 2023 im Bereich Schweinefleisch eine Verschiebung von Stufe 1 zu Stufe 2. Die Zahlen belegen eine deutliche Verschiebung im Selbstbedienungssegment von Stufe 1 (1,5 Prozent) zu Stufe 2 (90,5 Prozent). Hier ergaben frühere Erhebungen aus dem Jahr 2022 eine Verteilung von 7,1 Prozent in Stufe 1 und 84,9 Prozent in Stufe 2. Diese Verschiebung resultiert aus der zunehmenden Umstellung der Sortimente auf das Tierwohlprogramm der Initiative Tierwohl (ITW). Aber auch in den Stufen 3 und 4 ist das Bestreben des Handels erkennbar, Kunden mehr Auswahl zu bieten, was sich auch in den Bedientheken widerspiegelt.

Geflügel: Haltungsform 2 stabil, Zuwachs in Stufe 3
Das Engagement in der Initiative Tierwohl hat dazu geführt, dass große Teile des Geflügelsortiments in der SB-Theke auf Stufe 2 angeboten werden (89,8 Prozent bei Hähnchen, 91,5 Prozent bei Pute). Im Sortiment der Bedientheke ist insbesondere bei Putenfleisch eine signifikante Veränderung zu beobachten. So sank nicht nur der Anteil von Fleisch der Stufe 1 von 6,8 Prozent im Jahr 2022 auf 0,0 Prozent im Jahr 2023 und der Stufe 2 von 63,5 Prozent auf 59,7 Prozent, sondern gleichzeitig stieg der Anteil der Stufe 3 von 26,3 Prozent auf 39,8 Prozent.

Rindfleisch: Kennzeichnungssystem verbreitet sich
Bei Rindfleisch ist besonders an der Bedientheke ein starker Rückgang von Fleisch ohne Haltungsform zu beobachten. Während im Jahr 2022 noch 36,8 Prozent des Sortiments ohne Haltungsform waren, waren es im Jahr 2023 nur noch 13,4 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil von Fleisch der Stufe 3 stark an. An der Bedientheke wuchs der Anteil von Fleisch aus der Haltungsstufe 3 von 19,8 Prozent im Jahr 2022 auf 27,4 Prozent im Jahr 2023.

Grafik: ITW

Milch: Der Anteil ohne Haltungsstufe reduziert sich um fast die Hälfte
Ähnlich wie bei Rindfleisch ist auch der Anteil der Milch ohne Haltungsform stark zurückgegangen. Während im ersten Jahr der Kennzeichnung für Milch, 2022, der Anteil der Milch aus Betrieben ohne Haltungsstufe 81,9 Prozent betrug, waren es 2023 nur noch 44,9 Prozent. Positiv ist die Entwicklung der Haltungsstufe 4, die im Vergleich zu 2022 von 11,7 Prozent auf 13,8 Prozent gestiegen ist.

Weitere Informationen: www.haltungsform.de

Über die Haltungsform-Kennzeichnung
Die Haltungsform-Kennzeichnung ist eine fünfstufige Siegel-Klassifikation für tierische Erzeugnisse, die ab Juli 2024 von vier auf fünf Stufen umgestellt wird. Sie wurde im April 2019 eingeführt. Sie klassifiziert Tierwohl-Siegel und Qualitätssicherungsprogramme entsprechend ihren Anforderungen an die Tierhalter und dem sich daraus ergebenden Tierwohl-Niveau. Die Kennzeichnung finden Verbraucher auf Verpackungen bei ALDI Nord, ALDI SÜD, Bünting Gruppe, EDEKA, Kaufland, LIDL, Netto Marken-Discount, PENNY, REWE und McDonlad‘s. Die „Haltungsform“ steht weiteren Unternehmen offen.

Die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH ist Trägerin der Haltungsform-Kenn-zeichnung. Sie organisiert die korrekte Eingruppierung von Standards und Programmen in die Systematik dieses Haltungskennzeichens, überwacht die korrekte Anwendung und Umsetzung dieser Systematik und unterstützt die teilnehmenden Unternehmen in der Kommunikation gegenüber Öffentlichkeit und Verbrauchern.

Vollständige Informationen zu den Kriterien der einzelnen Stufen erhalten Verbraucher auf der Webseite zur Haltungsform unter www.haltungsform.de.

Quelle: Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH:

Bovikalc® Dry – Milchproduktion und Euterinnendruck zum Trockenstellen senken

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Neueste Studienergebnisse* zu Bovikalc® Dry zeigen, dass eine geringere Milchproduktion zum Trockenstellen und damit einhergehend ein niedrigerer Euterinnendruck zu einer signifikant geringeren Häufigkeit von erhöhten somatischen Zellzahlen (LSCC) im ersten Laktationsmonat beitragen. Besonders relevant ist, dass auch die Risiken für klinische Mastitis und Merzung in der nachfolgenden Laktation signifikant verringert waren.

Eine geringere Milchproduktion zum Trockenstellen ist ein essenzieller Faktor zur Vorbeugung von Mastitis, insbesondere beim selektiven Trockenstellen. Die Ergebnisse der aktuellen Studie bestätigen die Effektivität von Bovikalc® Dry bei der Reduktion der Milchproduktion zum Trockenstellen – was der Kuh hilft, diese Risikozeit besser zu überstehen.

Boehringer Ingelheim engagiert sich weiterhin in der Forschung und Entwicklung von Lösungen zur Verbesserung der Tiergesundheit.

Bildquelle: Boehringer Ingelheim

Weitere Informationen finden Sie auf https://www.bovikalc.de/bovikalc-dry

Studie:
*Florentino, C. et al. (2024): Randomized clinical trial evaluating the effects of administering acidogenic boluses at dry-off on udder health, milk yield, and herd removal. J Dairy Sci 107:3899–3915

Quelle: Boehringer Ingelheim

Thünen-Präsident Prof. Dr. Folkhard Isermeyer ist verstorben

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Der langjährige Präsident des Thünen-Instituts, Prof. Dr. Folkhard Isermeyer, ist am 14. Januar 2025 im Alter von 67 Jahren verstorben. Das Thünen-Institut verliert mit ihm nicht nur seinen „Architekten“, einen exzellenten Wissenschaftler und klugen Strategen, sondern auch eine Persönlichkeit, die mit Vertrauen, offenem Ohr und menschlicher Wärme geführt hat.

Der in Wirtschaft und Wissenschaft geschätzte Agrarökonom Folkhard Isermeyer hat kurz nach der Neuordnung der Ressortforschung im Jahr 2009 die Präsidentschaft des Thünen-Instituts übernommen. Zuvor war er Institutsleiter und Präsident der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), einer von drei Vorgängereinrichtungen des Thünen-Instituts. Mit der ihm eigenen Weitsicht, Geduld und Leidenschaft hat er im Laufe der vergangenen 15 Jahre aus drei sehr unterschiedlichen Forschungsinstituten eine Wissenschaftseinrichtung geformt, deren große gesellschaftliche Bedeutung der Wissenschaftsrat zuletzt 2024 bestätigt hat. Konsequent hat er dabei die vorhandenen fachlichen Forschungskompetenzen zu Land- und Forstwirtschaft, zu Fischerei und ländlichen Räumen zusammengeführt, um Konzepte für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und zur Entwicklung ländlicher Regionen vorlegen zu können. Als politikberatende Institution genießt das Thünen-Institut auch dank Folkhard Isermeyers Wirken einen herausragenden Ruf. Als Honorarprofessor an der Universität Göttingen hat er sein Wissen auch an die nächsten Generationen weitergegeben

Seine Fähigkeiten als begnadeter Kommunikator und Netzwerker setzte Folkhard Isermeyer immer wieder dafür ein, unterschiedliche Menschen und Meinungen zusammenzuführen und aus dem Ruder laufende Diskussionen auf den Kern und auf eine solide, evidenzbasierte Basis zurückzuführen. Internationale Netzwerke wie agri benchmark gehen auf seine Initiative zurück. Er war ein wichtiger Impulsgeber für die politischen und agrarwissenschaftlichen Debatten in Deutschland und Europa. Davon haben nicht zuletzt das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung („Borchert-Kommission“) und die Zukunftskommission Landwirtschaft profitiert. Der Erfolg beider Kommissionen war ihm eine Herzensangelegenheit.

Obwohl er stets das große Ganze im Blick hatte und auch von seinen Wissenschaftler*innen eine gewisse Flughöhe einforderte, verlor er nie die Bodenhaftung. So blieb er der Region Braunschweig sein Leben lang persönlich verbunden und engagierte sich beispielsweise für das Netzwerk ForschungRegionBraunschweig und das Haus der Wissenschaft.

Seine Präsidentschaft am Thünen-Institut hat er selbst als „den tollsten Job der Welt“ bezeichnet. Er starb kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand an den Folgen einer schweren Erkrankung. Das Thünen-Institut wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Seine Nachfolge tritt am 1. Februar die Forstwissenschaftlerin Prof. Dr. Birgit Kleinschmit an.

Quelle: Thünen Institut

Video-Interview mit Prof. Dr. Folkard Isermeyer von 2015 zum Thema „Nationaler Dialog zur Nutztierhaltung“

Bundesweite Bioland-Imkertagung 2025 in Bad Boll und Live-Onlineübertragung

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Am 09. und 10. Februar 2025 findet die diesjährigen Bioland-Imkertagung statt: Als Präsenzveranstaltung in Bad Boll und als Livestream. Zu den Programm-Highlights gehören

• Betriebsbesichtigung der Imkerei von Jasmin und Berengar Weber
• Vortrag von Prof. Lars Chittka zur „Intelligenz der Bienen“
• Bericht des Bundesfachausschusses Imkerei und Einblicke in den Honigmarkt
• Vortrag von Matthias Engel zur instrumentellen Besamung in der Bienenzucht
• Praxis-Forum zur biotechnischen Varroabekämpfung
• Perspektiven aus Verband, Politik und Markt von Jan Plagge
• Vortrag von Benjamin Waldmann zur asiatischen Hornisse
• Vorstellung des Forschungsprojekts zur klimaschonenden Betriebsweise durch Valon Mustafi

Ein Honigmenü und die Verkostung von Bienenprodukten runden das Programm ab.

Alle Programm-Details gibt es hier und die Anmeldung ist bis zum 7. 2. 2025 unter diesem Link möglich.

Laufen und Radeln gegen Krebs: BIG Challenge 2025 am 14. Juni in Bruchhausen-Vilsen

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BIG Challenge – Aktiv gegen Krebs e.V. ist ein von Landwirten gegründeter Verein, der sich dem Kampf gegen Krebs verschrieben hat. Mit dem BIG Challenge-Tag, einer sozialen Sportveranstaltung, werden Sponsoren- und Spendengelder gesammelt, die zu 100 Prozent an die Deutsche Krebshilfe gehen.

Aktuell richtet sich der Blick auf das neue Spendenjahr. Im Jahr 2025 geht der Verein mit seinem BIG Challenge Day turnusgemäß nach Niedersachsen. Am 14.06.2025 wird zum jährlichen Sport- und Spendenevent nach Bruchhausen-Vilsen im Landkreis Diepholz eingeladen. Das Organisationsteam hofft, dass die Teilnehmer und Sponsoren der letzten Jahre wieder dabei sind und neue Unterstützer gewonnen werden können.

Neben den Schweine- und Rinderhaltern und ihren Organisationen und Geschäftspartnern wendet sich die BIG Challenge im neuen Spendenjahr gezielt auch an die Geflügelwelt. Denn die BIG Challenge ist eine imagewirksame Initiative der Landwirtschaft. Je breiter die Kampagne aufgestellt ist, desto mehr Aufmerksamkeit erhält sie in der Öffentlichkeit. Aktuelle Informationen zur Big Challenge gibt es wie gewohnt über die Website (https://bigchallenge-deutschland.de/) und über den Newsletter.

Das Spendenjahr 2024 wird in vielerlei Hinsicht in Erinnerung bleiben. Zum einen fand die BIG Challenge erstmals in Nordhessen statt. Zum anderen freut sich der Verein über die überaus erfreuliche Spendensumme von 216.286,68 Euro. Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung wurde das Geld an die Deutsche Krebshilfe übergeben.

Quelle: BIG Challenge e.V. „sportlich aktiv gegen Krebs“

Friedri:h-Loeffler-Institut bestimmt Serotyp des MKS-Ausbruchs in Brandenburg

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Bei einem der mit Maul- und Klauenseuche infizierten Wasserbüffel stellte das Nationale Referenzlabor am FLI den MKS-Virus vom Serotyp O fest. Nah verwandte MKS-Viren kämen im Nahen Osten und Asien vor, meldet das Institut auf seiner Website. Ursprung und Eintragsweg seien aber weiter unbekannt. Für diese Viren geeignete Impfstoffe seien in der MKS-Antigenbank Deutschland vorhanden und die benötigten Impfstoffe könnten innerhalb weniger Tage hergestellt werden.

Weiter schreibt das FLI, es sei derzeit entscheidend, alle Klauentiere in der Umgebung der betroffenen Tierhaltung zu untersuchen, um die tatsächliche Ausbreitung des Geschehens zu kennen. Hiervon hingen die gegebenenfalls noch zu treffenden Maßnahmen ab und auch ob und wie ein Impfstoff zum Einsatz käme.

Originalmeldung des FLI

Maul- und Klauenseuche in Brandenburg ausgebrochen

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Wie die FAZ meldet ist, erstmals seit 1988, in Deutschand die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Drei Wasserbüffel im brandenburgischen Kreis Märkisch-Oderland seien daran verendet, zitiert die Zeitung Landesagrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD). Die kompltte Meldung ist zu finden unter: https://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/maul-und-klauenseuche-drei-faelle-in-brandenburg-110222940.html

Sensorsysteme: Mit digitaler Überwachung zu mehr Tiergesundheit

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Von Dr. Heike Engels

Die automatische Erkennung des Brunstverhaltens durch Erfassung und Analyse von Tierbewegung ist auf den Milchviehbetrieben seit vielen Jahren weit verbreitet. Es mag Unterschiede zwischen den einzelnen Sensorsystemen geben, aber in vielen Studien kam heraus, dass diese Systeme regelmäßig über 90 % der brünstigen Kühe erkennen. Sie funktionieren so gut, dass sich im letzten Jahr auch Keno Tannen für ein solches System entschloss. Er bewirtschaftet zusammen mit seinen Eltern Maike und Manfred die Tannen GbR in Ostfriesland. Der Hof liegt in unmittelbarer Nähe des Nordsee-Heilbades Esens-Bensersiel an der ostfriesischen Nordseeküste, direkt am Deich.

„Wir hatten bislang keine Brunsterkennung. Wenn die Kühe nach 120 Tagen noch nicht besamt waren, sind die Kühe ins OvSynch-Programm gekommen. So konnten wir die Tiere terminiert besamen, da die Ovulationen mittels Hormone in einem eng begrenzten Zeitraum stattfinden. Diese Methode hat immer gut funktioniert, aber nun wollten wir unabhängiger von der Brunstbeobachtung werden und außerdem den Hormoneinsatz reduzieren“, berichtet Keno Tannen. Der Betrieb melkt mit einem noch recht neuen Doppel 16er Swing-Over Dairymaster Melkstand, weshalb ein Umstieg auf Melkroboter, die ein Sensorsystem mit sich bringen, nicht in Frage kam.

Im Jahr 2018 ist Keno Tannen nach der Fachschule bei seinem Vater in die GbR eingestiegen. „Der Betrieb ist schon lange in Familienbesitz. In meiner Großelterngeneration wurden nur 30 Kühe und 10 Sauen gehalten, dann wurde immer weiter ausgebaut, bis wir dann 2018 mit damals 180 Kühen den Schwerpunkt auf das Milchvieh legten und die Sauenhaltung, immerhin 250 Sauen mit Babyferkelproduktion, ganz abschafften. Den Sauenstall haben wir komplett abgerissen und dafür einen Komfortstall für Kühe und Kälber gebaut. Jetzt konzentrieren wir uns auf unsere 220 Milchkühe und die Nachzucht“, so der junge Landwirt. Sein Vater steht ihm mit Rat und auch Tat stets zur Seite, doch eigentlich ist Keno sogar weitestgehend alleine für das Tagesgeschäft des Betriebes verantwortlich, da sein Vater sich vielfältig im Ehrenamt engagiert. Manfred Tannen ist Präsident des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Ostfriesland e. V. und seit Anfang Februar auch Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Wir haben die Arbeit für uns optimal mit einer konkreten Aufgabenverteilung organisiert. Ich kann hier im Herdenmanagement frei agieren, aber bei wichtigen betrieblichen Entscheidungen besprechen wir uns“, so Keno Tannen.

Brunst und Abkalbungen im Fokus
So ist auch die Entscheidung für die Digitalisierung mittels Sensorsystem und welches der am Markt befindlichen Sensorsysteme es sein soll, gemeinsam getroffen worden, aber das Arbeiten mit dem System ist Aufgabe des Junglandwirts. „Mittlerweile gibt es sehr viele Systeme, die mittels Ohrmarke, Pedometer als Fesselband, Halsband oder Bolus außer der Brunsterkennung weitere Parameter der Tiergesundheit messen und auswerten. Auch eine Ortung der Kühe ist möglich. Uns ging es hauptsächlich um die Brunsterkennung, aber eine bessere Überwachung der Abkalber und der Frischmelker war uns auch wichtig. Nach der 2-phasigen Trockenstehzeit von 7 Wochen stallen wir die Kühe hier vor der Abkalbebox ein. Sie werden just in time zur Abkalbung in die Box gebracht. Danach geht es recht schnell wieder in die Herde, sofern alles gut ist. Wir haben keine extra Frischabkalbergruppe, das gibt der Stall vom Platz nicht her. Für die Frischmelkerkontrolle ist die Körpertemperatur wichtig, denn Fieber nach dem Abkalben ist immer ein Alarmzeichen für Stoffwechselerkrankungen wie Ketose und Milchfieber. Also sollte das Sensorsystem auch die Körpertemperatur messen.“

Aus diesem Grund entschied er sich für das System von smaXtec. Der Sensor ist bei diesem System ein Bolus, der von der Kuh abgeschluckt wird. Er wird mit einem Boluseingeber verabreicht und landet im Netzmagen.

„Smaxtex hat uns am besten zugesagt, weil es das einzige System ist, welches die Körpertemperatur messen kann, das klappt richtig gut. Im Vergleich zu den anderen ist es zwar ein teures System, denn man zahlt für jeden Bolus einmalig 30 Euro und dann je Kuh monatlich 3 Euro für den Service der Datensammlung, Speicherung und Auswertung. Andere Sensorsysteme bezahlt man einmalig ohne weitere Gebühr, das ist sicher auf die Dauer billiger, aber hier haben wir immer den aktuellsten Stand des Programms“, erklärt Keno Tannen. Der Bolus enthält einen Akku, der über die Lebenszeit der Kuh hinweg halten soll und deshalb laut Unternehmen wartungsfrei ist. Der Bolus misst neben der Körpertemperatur das Trinkverhalten und die Trinkmenge, Wiederkautätigkeit, Bewegungsaktivität und auch den pH-Wert.

 

Nach anfänglicher Lernphase schätzt Keno Tannen die Arbeit mit dem Sensorsystem sehr Foto: Dr. Heike Engels

Enorme Datenflut
Und wie arbeitet es sich mit dem Sensorsystem? Keno Tannen kann mittlerweile auf 9 Monate mit smaXtec blicken. „Wir sind immer noch in der Lernphase. Wir haben das System jetzt seit Mitte Juli 2023 und man muss schon sagen, es ist eine Datenflut, damit muss man erst einmal lernen umzugehen. Es gibt viele Alarmmeldungen, da darf man nicht erschrecken. Die Tiere sind ja nicht kränker als vor dem System, nur ihre Gesundheitsdaten sind sichtbarer. Trotzdem muss man entscheiden: Welche Kuh schaue ich mir sofort an, welche Kuh beobachte ich erst einmal, das muss man erstmal herausfinden, das braucht Zeit und Erfahrung“, so der junge Milchbauer. „Ich schaue morgens und abends je eine halbe Stunde auf die Sensordaten. Morgens selektiere ich die auffälligen Kühe für die Melkzeit nachmittags und abends selektiere ich die Tiere für die Melkzeit morgens. Bei gravierenden Problemen wie Euterentzündung gehe ich natürlich sofort zum Tier. Das erkenne ich, weil die Fieberkurve schnell hoch geht und das Wiederkauen abfällt. Das kann eine Coli-Mastitis sein. Kürzlich hatten wir eine Kuh mit Labmagenverlagerung, die haben wir durch smaXtec zwei Tage eher gesehen. Das ist sehr gut, denn umso früher man Erkrankungen sieht, desto besser ist es für die Kuh, denn sie leidet sonst unnötig. Wir können auch sagen, dass seit Juli die Besamungen viel erfolgreicher sind, der Hormoneinsatz ist deutlich zurückgegangen. Die Brunsterkennung klappt also gut. Ebenfalls sehr zuverlässig funktioniert der Schnulleralarm: Durch die Abkalbemeldungen erfahren wir 24 Stunden vorher, dass die Kuh kalbt. Die Körpertemperatur sinkt deutlich ab, wenn der Abkalbungsprozess beginnt. So können wir sie rechtzeitig in Ruhe in die Abkalbebox einstallen.“

Die Tannen GbR produziert Weidemilch für die Molkerei Ammerland. „Unsere Tiere kommen im Sommer auf die Weide. Mindestens 120 Tage müssen wir erfüllen, wir liegen aber weit darüber mit bis zu 180 Tagen, denn die Weiden liegen direkt um den Betrieb herum und auch das Jungvieh und die Trockensteher sind im Sommer draußen. Der Weidegang ist auch mit smaXtec problemlos möglich, da die Messdaten permanent gespeichert werden, auch wenn die Kuh rausgeht auf die Weide“, so Keno Tannen. „Wir haben dann zwar kurzzeitig keinen Kontakt mehr mit dem System, aber die Daten bleiben gespeichert und sind da, wenn die Kuh wieder in Reichweite der Antenne kommt. Wir haben zwei Antennen, hier im Milchviehstall und vorne in der Abkalbebox ist auch noch eine. Eine Antenne misst 80 m im Umkreis. Man könnte auch auf der Weide noch eine Antenne installieren, aber der Bolus speichert die Daten über 6 Tage, das heißt wenn wir die Trockensteher, die ja die ganze Zeit über draußen bleiben, einmal die Woche reinholen zum durchsortieren, sind die Daten alle da, wir können dann auch rückwirkend schauen.“

Tierarzt Dr. Jan Hendrik Steudtner (links) sieht für Landwirte und Tierärzte großes Potential in der digitalen Gesundheitsüberwachung Foto: Dr. Heike Engels

Früherkennung von Krankheiten
Auch sein Tierarzt Dr. Jan Hendrik Steudtner von der Tierarztpraxis Burhafe-Middels sieht große Potentiale in den digitalen Sensorsystemen. „Viele unserer Kunden nutzen mittlerweile smaXtec oder auch andere Sensorsysteme. Diese Systeme unterstützen beim präventiven Arbeiten durch Früherkennung in den Bereichen Gesundheit, Brunst und Abkalbung. Speziell smaXtec ist unserer Meinung nach dank der kontinuierlichen Messung der inneren Körpertemperatur ein gutes Früherkennungssystem für Krankheiten. Denn sobald das Immunsystem auf Krankheitserreger oder Stress reagiert, verändert sich die Körpertemperatur und das lange, bevor äußerliche Anzeichen sichtbar werden. Mit den weiteren Informationen zu Wiederkautätigkeit und Bewegungsaktivität lassen sich Fiebererkrankungen, beispielsweise Mastitis, Metritis, Atemwegserkrankungen oder andere Infektionen gut frühzeitig erkennen. Umso eher man eine Kuh behandelt desto schneller geht es der Kuh wieder besser, das bedeutet auf lange Sicht weniger Antibiotika, weniger Hormone und einfach gesündere Tiere.“

Die Daten der Sensorsysteme liegen auf einer Cloud, werden von einer Künstlichen Intelligenz interpretiert und erscheinen auf dem Handy in einer App. Diese App kann für Tierärzte und weitere Personen freigeschaltet werden, so dass eine Gesundheitsüberwachung der Herde sogar aus dem Urlaub möglich ist. Auch Telemedizin wäre damit möglich, dass also der Tierarzt bereits aus der Praxis eine erste Diagnose stellen kann. „Aktuell kommt bei jeder Fiebermeldung noch der Tierarzt und ordnet die Therapie an, aber es wäre zukünftig wünschenswert, wenn bei leichten und eindeutigen Fällen mehr Telemedizin möglich wäre“, so Dr. Steudtner. „Wir versuchen möglichst vorbeugend zu arbeiten, die Kuh wollen wir behandeln bevor sie wirklich klinische Symptome entwickelt. Um eine erfolgreiche Bestandsbetreuung zu gewährleisten, sind uns die Daten eine große Hilfe. Fakt ist aber auch, dass die Sensorsysteme Zeit in Anspruch nehmen. Je größer der Bestand, desto mehr Zeit muss man mit den Daten verbringen. Da ist die Frage schon berechtigt, ob man der Situation dann noch Herr wird. Speziell am Anfang sind es dann richtig viele Meldungen, die alle bewertet und sortiert werden wollen. Und es ist keinesfalls so, dass die Tierbeobachtung durch die Sensorüberwachung wegfallen kann. Im Gegenteil, der Mensch muss die Daten auswerten und die Handlungsanweisungen umsetzen. Das Sensorsystem ist also nur so gut, wie der Mensch es bedient. Doch wer die Daten erfolgreich nutzt, profitiert von den Vorteilen: gesündere Kühe, verkürzte Krankheitsverläufe und letztlich weniger Antibiotikaeinsatz.“

Betriebsspiegel Milchviehbetrieb Tannen GbR, Ostfriesland:
• Milchviehbetrieb mit 220 Milchkühen
• Bewirtschaftung von 150 ha Grünland, 6 ha Ackerland plus zugekauften Mais (insgesamt 30 ha)
• Molkerei Ammerland, gentechnikfreie Weidemilch
• Alle Futtermittel sind GVO-frei zertifiziert
• Milchleistung 10.8000 l/Kuh und Jahr, Tendenz steigend
• Im Nebenerwerb Vermietung von 3 Ferienwohnungen
• Reiner Grünlandstandort, schwere Seemarsch
• Familienbetrieb mit 2 fest angestellten Mitarbeitern

Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 5-24.
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SenseHub® Dairy Youngstock: Kälber ab Geburt überwachen

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MSD Tiergesundheit bringt mit SenseHub® Dairy Youngstock die branchenweit erste Monitoringtechnologie für Kälber von Geburt bis zum ersten Lebensjahr auf den Markt. SenseHub® Dairy Youngstock soll es Milchviehhaltern erleichtern, die Kälber und Färsen zu erkennen und zu identifizieren, die besondere Aufmerksamkeit benötigen. Wissenschaftlich fundierte Algorithmen überwachen ständig das Verhalten der Tiere über die spezielle SenseHub® Monitoring-Ohrmarke. Die Technologie identifiziere Tiere, die ein Verhalten zeigen, das von ihrer individuellen Norm abweicht und darauf hindeutet, dass sie möglicherweise Aufmerksamkeit benötigen, schreibt das Unternehmen. Die SenseHub® Monitoring-Ohrmarke ist mit einem blinkenden LED-Licht ausgestattet. Landwirte können damit Tiere schnell und einfach lokalisieren und geeignete Maßnahmen ergreifen.

Kälber haben eine natürliche Tendenz, Krankheitssymptome zu verbergen. SenseHub® Dairy Youngstock soll helfen, dieses instinktive Verhalten zu überwinden, indem es potenzielle Krankheitsanzeichen frühzeitig identifiziert. Oftmals bevor diese für Landwirte erkennbar sind.

Diese Technologie soll es Milchviehhaltern ermöglichen, ihre täglichen Arbeitsabläufe von ihrem Smartphone aus zu verwalten und dem zunehmenden Arbeitskräftemangel in den Betrieben entgegenzuwirken. Die wertvolle Zeit und Ressourcen können sie auf diejenigen Kälber und Färsen konzentrieren, die Aufmerksamkeit benötigen.

SenseHub® Dairy Youngstock ist mit Managementsystemen kompatibel, bei denen die Kälber von der Geburt bis zum Absetzen in Einzelboxen oder Gruppenbuchten untergebracht sind und nach dem Absetzen im Alter von drei bis 12 Monaten in Gruppen gehalten werden. Die Monitoring-Ohrmarken liefern innerhalb von 27 Stunden nach dem erstmaligen Anbringen verwertbare Erkenntnisse. Für Krankheitsdiagnose und Behandlungsmaßnahmen sollten Milchviehhalter ihre Tierärzte hinzuziehen.

www.msd-tiergesundheit.de

E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 6/2024 erschienen!

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„Der Hoftierarzt“ Ausgabe 6/2024 steht für Sie zum Abruf bereit und bietet folgende Themen:

• Kälber häufig vielen Erregern gleichzeitig ausgesetzt

• Beste Chancen für Winterkälber

• Mastitis: Personalschulung gut für Melkroutine, Eutergesundheit, Milchqualität

• Ceva: Neuer Impfstoff gegen PCV2 & M. hyo

• smaXtec: Neu bei TruAdvice™: Milchfieber & Ketose im Fokus

• Schwanzbeißen rechtzeitig erkennen: Kann künstliche Intelligenz unterstützen?

• PRRS-Bekämpfung in den USA: Einheitlicheres Vorgehen erforderlich

• Ahrhoff: Futter für jeden Lebensabschnitt ColoQuick: Kolostrum schnell zur Hand

• Federpicken bei der Legehenne – Hat die „inneren Uhr“ etwas damit zu tun?

• WEDA ProBar: Die Larven- Snack- Bar

• #FitForCows – App: Digitales Ausbildungstool

Das Tiergesundheits-Magazin für Nutztierhalter erscheint alle zwei Monate im praktischen PDF-Format. Jetzt 1 x registrieren, 1 x in der Bestätigungs-Mail „OK“ klicken und gleich kostenfrei downloaden und lesen!

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Nadelloses Impfen bei Schweinen: Chancen und Herausforderungen im Tiergesundheitsmanagement

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Von Dr. Heike Engels
Impfungen sind aus der modernen und nachhaltig orientierten Tierhaltung nicht mehr wegzudenken. Ihr Nutzen ist unbestritten, dienen sie doch dazu, Tiere vor schweren Krankheiten und Tierhalter vor wirtschaftlichen Schäden aufgrund eines Krankheitsausbruchs zu bewahren. Impfungen können via Nadel, aber auch nadellos verabreicht werden.

Gesunde Tiere sind widerstandsfähiger und zeigen bessere Wachstumsraten, was die Wirtschaftlichkeit der Tierhaltung steigert. Das Impfen trägt außerdem zur Verringerung von Antibiotikaeinsätzen bei. Wenn Schweine vor Krankheiten geschützt sind, benötigen sie weniger Medikamente, was sowohl die Umwelt als auch die Lebensmittelsicherheit verbessert. Jeder Betrieb hat ein eigenes Erregerspektrum, deshalb ist es sinnvoll, gemeinsam mit dem Hoftierarzt individuelle Impfkonzepte passgenau für jeden Beitrieb zu erstellen. Doch was nützt das beste Impfkonzept, wenn es nicht konsequent durchgeführt wird, weil das Impfen vieler Tiere zeitaufwändig ist und dabei womöglich auch noch andere Erreger von Tier zu Tier übertragen werden, weil die Impfhygiene nicht stimmt? Vor diesem Hintergrund sind neue Impfmethoden auf den Markt gekommen, die das Impfen zeitsparender, sicherer und hygienischer gestalten sollen.

Intramuskulär oder intradermal
Traditionell werden Impfungen via Injektion mittels einer Nadel in den Muskel (intramuskulär) verabreicht. Blut und Lymphflüssigkeit nehmen den Impfstoff auf und bringen ihn mit dem Immunsystem in Kontakt, welches darauf reagiert. Doch bei den neuen Impfmethoden kommt keine Nadel mehr zum Einsatz. Eine nadellose Injektion kann auch intramuskulär oder intradermal erfolgen. Bei einer intradermalen Injektion gelangt der Impfstoff direkt in die Haut. Ein weiterer Weg beim Schwein ist die Schluckimpfung über das Maul, die der Vollständigkeit halber erwähnt, aber hier nicht weiter beschrieben werden soll, da es sich hierbei um ein Impfverfahren über den Darm handelt.

Impfgeräte ohne Nadel gibt es mittlerweile verschiedene, das Prinzip des Impfens ist aber bei den Geräten ähnlich: Sie spannen über einen Elektromotor eine Feder, die per Druck den Impfstoff in den Muskel oder in die Haut injiziert. Gemeinsam ist den Geräten, dass sie durch den Verzicht auf die Nadel weniger Möglichkeiten bieten, um Erreger durch den Impfvorgang zu übertragen. Speziell bei Betrieben mit Streptokokkenproblem ist dies ein großer Vorteil. Außerdem reduzieren sich mögliche Abzesse an der Impfstelle, da der Impfvorgang ohne Nadel als hygienischer bewertet wird. Lokale Reaktionen an der Impfstelle wie vorrübergehende Rötung oder leichte Schwellung sind aber weiterhin zu beobachten. Das ist völlig normal und ein Zeichen dafür, dass sich der Körper mit dem Impfstoff auseinander setzt.


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Salmonellenmonitoring Geflügel: Zentrale Erfassung in der QS-Befunddatenbank

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• Ergebnisse aus dem Salmonellenmonitoring werden zentral erfasst
• Gesamtüberblick über aktuelles Salmonellengeschehen in der Geflügelbranche möglich
• Verpflichtende Anforderungen wird ab 1. Januar 2025 in den Audits der Geflügelschlachtbetriebe mit überprüft

Ab Januar 2025 erfassen alle Geflügel- Schlachtbetriebe im QS-System die Ergebnisse aus dem Salmonellenmonitoring in der QS-Befunddatenbank. Mit dieser verpflichtenden zentralen Erfassung der Untersuchungsergebnisse erhält die Geflügelwirtschaft erstmals einen umfassenden und branchenübergreifenden Überblick über das jeweils aktuelle Salmonellengeschehen in den Geflügel haltenden Betrieben.

Der QS-Fachbeirat Geflügel hat in seiner letzten Sitzung im Jahr 2024 beschlossen, die zentrale Erfassung des Salmonellenmonitoring zum 1. Januar 2025 als verpflichtende Anforderung im QS-System einzuführen. Zukünftig melden die QS-Schlachtbetriebe für Geflügel die Ergebnisse der Salmonellenuntersuchungen in den tierhaltenden Betrieben. Für jede Schlachtpartie von Mastputen und Masthähnchen erfassen sie die Untersuchungsergebnisse nach drei Kategorien: Kategorie 0 heißt negativ, kein Befund, Kategorie I heißt positiver Befund mit dem Salmonellentyp Typhimurium oder Enteritidis sowie den monophasischen Stämmen, und die Kategorie II dokumentiert einen positiven Befund mit allen übrigen Serovaren. Die Angabe zu den identifizierten Salmonellentypen ist freiwillig.

Die neuen Anforderungen für Geflügel-Schlachtbetriebe hat QS im Leitfaden Salmonellenmonitoring Geflügel bzw. Leitfaden Schlachtung/Zerlegung mit der Revision zum 1. Januar 2025 entsprechend aufgenommen. Die Einhaltung der Anforderungen wird ab dem 1. Januar 2025 in den QS-Audits überprüft.

Seit Frühjahr 2023 konnten Schlachtbetriebe in einem freiwilligen Pilotprojekt die Ergebnisse aus dem Salmonellenmonitoring Geflügel an die Befunddatenbank Geflügel melden. An dem Pilotprojekt hatten 36 von 47 Schlachtbetrieben im In- und Ausland teilgenommen und ihre Daten gemeldet. Erste Auswertungen im Projekt zeigen, dass die Belastung der Geflügelherden mit Salmonellen sehr niedrig ist. Mit der Verpflichtung zur Meldung sollen nunmehr auch die übrigen Schlachtbetriebe diese Daten melden, damit ein branchenweiter Überblick über die Salmonellenbelastung von Geflügelschlachtpartien möglich ist.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

Milchfieber verstehen und vorbeugen

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Von Dr. Ingrid Lorenz, Tiergesundheitsdienst Bayern e.V.

Neben der Ketose gehört Milchfieber zu den wichtigsten Stoffwechselerkrankungen unserer Milchkühe. Der bei unseren Hochleistungskühen plötzlich auftretende massive Bedarf an Kalzium für die Milchbildung bringt vor allem ältere Kühe rasch an das Limit dessen, was an Kalzium aus den Knochen mobilisiert werden kann.

Was ist Milchfieber?
Milchfieber (auch Hypokalzämie oder Gebärparese) entsteht durch einen Kalziummangel im Blut. Kalzium wird im Körper unter anderem für eine normale Funktion der Muskulatur benötigt. Daher kommt es bei Milchfieber zunächst zu einem unsicheren, schwankenden Gang. Im Verlauf der Erkrankung kommen die Kühe dann zum Festliegen, oft mit zur Brust eingeschlagenem Kopf. Liegen die Kühe erst einmal fest, können sie nur noch durch eine Infusion behandelt werden, durch die Kalzium direkt ins Blut zugeführt wird. Unbehandelt führt Hypokalzämie innerhalb von wenigen Stunden zum Tod. Die Kosten eines klinischen Milchfieberfalles liegen bei etwa 350 €. Hier kommen zu den Tierarztkosten noch verminderte Milchleistung (bis zu 2000 l weniger in der betroffenen Laktation), Fruchtbarkeitsstörungen und vermehrte Anfälligkeit für andere Erkrankungen hinzu.

Wie kommt es zur Hypokalzämie?
Die Milchkuh muss ihren Stoffwechsel mit der Abkalbung abrupt von einer Ruhephase auf eine Hochleistungsphase umstellen. Der hohe Gehalt an Kalzium, der die Milch unter anderem für den Menschen so interessant macht, wird hier zum Problem für die Kuh. Vor der Kalbung und bevor die Bildung der Biestmilch einsetzt, benötigt sie insgesamt für sich und das heranwachsende Kalb nur etwa 4 bis 5 g Kalzium pro Tag. Im Gegensatz dazu werden mit jedem Liter Biestmilch 2,3 g Kalzium ausgeschieden, mit der Milch nach der Biestmilchphase ca. 1,2 g pro Liter. Der rasch verfügbare Pool von Kalzium in Blut und Gewebe ist mit ca. 16 bis 20 g sehr begrenzt und daher rasch erschöpft. Die verstärkte Freisetzung von Kalzium aus den Knochen und die Steigerung der Aufnahme aus dem Darm wird durch Hormone gesteuert. Das „Hochfahren“ dieses Systems benötigt ein bis zwei Tage, bis es richtig läuft. Mit zunehmendem Alter tun sich Kühe mit dieser Umstellung immer schwerer, so dass das klassische Festliegen eher bei Kühen mit mehreren Laktationen vorkommt.

Sind nur festliegende Kühe ein Problem?


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