Reudink: Höhere Erträge für Bio-Legehennenhalter mit Split Feeding

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Reudink stellt das Konzept Split Feeding für den Bio-Geflügelsektor vor. Die Anwendung von Split Feeding bei Bio-Legehennen trägt laut Hersteller zu mehr klassifizierbaren Eiern, geringeren Futterkosten und weniger Emissionen von Mineralien bei. Dies habesich bei Tests und ersten Ergebnissen von Reudink-Kunden gezeigt. Für den Bio-Legehennenhalter ergäbe sich dadurch ein zusätzlicher Futtergewinn von 1 Euro pro Henne. Weiter schreibt Reudink in seiner neuesten Presseinformation:

Split Feeding ermöglicht nachhaltigere und effizientere Fütterung
Split Feeding ist eine nachhaltige und effiziente Fütterungsmethode, die auf den Bedarf der Henne in den verschiedenen Phasen des Eibildungszyklus abgestimmt ist. Die Hennen werden täglich mit zwei verschiedenen Futtersorten gefüttert. Das Morgenfutter zielt auf die Bildung des Eiinhalts ab und ist deshalb energie-, eiweiß- und phosphorreicher. Das Nachmittagsfutter zielt auf die Bildung der Eierschale ab und ist deshalb calciumreicher. Darüber hinaus werden die Nährstoffe und Mineralien effizienter verwertet. Infolgedessen sind die Legehennen gesünder und ihre Mineralienemissionen geringer. Aufgrund des Weiterentwicklungs-bedarfs im Bereich Nachhaltigkeit, steht dieses bewährte Konzept nun auch Bio-Legehennenhaltern zur Ver-fügung.

Verbesserung der Ergebnisse
Die Verbesserung der Ergebnisse wurde in Tests von Trouw Nutrition nachgewiesen. Im vergangenen Jahr haben verschiedene Reudink-Kunden das Split Feeding-Konzept erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Zudem wurde es auf der Grundlage der gewonnenen Erfahrungen weiterentwickelt. Geflügelhalter realisieren die folgenden Verbesserungen:

• Durch verbesserte Schalenstärke höherer Prozentsatz an Eiern der Güteklasse A: Dies ist gleichbedeutend mit mehr klassifizierbaren, verkäuflichen Eiern;
• Bessere Futterverwertung: Die Hennen benötigen weniger Futter für die Produktion bei der gleichen Menge an Eiern. Dies führt zu einer höheren Effizienz und geringeren Futterkosten;
• 1 Euro Futtergewinn pro Henne;
• Trockenerer Mist.

„Reudink ist der Spezialist für Split Feeding für den Bio-Legehennenmarkt mit einem zuverlässigen Konzept mit entscheidenen Verbesserungen für Geflügelzüchter“, erklärt Corine Walvoort, Produktmanagerin Geflügel bei Reudink.

Quelle: Reudink B.V.

Der Methanausstoß von Milchkühen kann jetzt ganz einfach ermittelt werden

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Internationales Patent für Nutztierbiologen aus Dummerstorf

Wissenschaftler des Instituts für Nutztierbiologie Dummerstorf haben ein neues Verfahren zur Vorhersage des Methanausstoßes einer Milchkuh entwickelt. Erstmals ist es möglich, aus einer Milchfettanalyse und der Kenntnis der täglichen Milchmenge die tatsächliche Methanemission zu berechnen. Für die neue Methode wurde von der EU, den USA sowie Kanada ein Patent erteilt; dieses kann zur Reduzierung von klimarelevanten Treibhausgasen zum Einsatz kommen.

„Mit unserem Verfahren können aus der Analyse der Milchfettsäuren einer Milchprobe und der Kenntnis der täglichen Milchmenge einer Kuh der Methanausstoß von Milchkühen gut geschätzt werden. Dafür sind keine zusätzlichen Geräte oder Aufwendungen notwendig, denn diese Daten werden in vielen Untersuchungslaboren in Deutschland für die monatliche Milchkontrolle aus infrarot-spektroskopischen Messungen erhoben“, erläuterte die Leiterin des FBN-Instituts für Ernährungsphysiologie „Oskar Kellner“, Professorin Dr. Cornelia C. Metges. „Wenn dem Milchviehhalter diese Daten zur Verfügung stehen, könnten die Methanemissionen mit der patentierten Gleichung tierindividuell berechnet werden. Im Vergleich zu anderen Methanschätzverfahren wird in unserem Patent die Milchleistung mit einbezogen.“ Diese ist ein Korrelat der Futteraufnahme, welche den mengenmäßig bedeutendsten Faktor für den Methanausstoß darstellt.

Gemeinsam mit PD Dr. Björn Kuhla, Dr. Gürbüz Daş und Dr. Stefanie W. Engelke hat die Agrarwissenschaftlerin das patentierte Verfahren entwickelt. Das Dummerstorfer Institut gehört mit zu den führenden Einrichtungen in der Forschung zur Verbesserung der Futter- und Energieeffizienz und Reduzierung von Treibhausgasemissionen aus der Tierhaltung. Die Forscher verfolgen dabei verschiedene Ansätze, die Methanproduktion zu verringern und die Rinderhaltung insgesamt umweltschonender zu gestalten.

Kühe liefern nämlich nicht nur Milch, sondern produzieren über mikrobielle Umsetzungen im Verdauungstrakt auch Methan, welches im Verdacht steht, den Treibhauseffekt zu beschleunigen. Nach aktuellen Schätzungen (Umweltbundesamt, 2020) trägt der Methanausstoß von Milchkühen mit 14.125 kt CO2-Äquivalenten zu ca. 20 Prozent der gesamten Treibhausgas-Emission aus der deutschen Landwirtschaft bei.

Respirationskammern ermöglichen exakte Messungen
Das ausgestoßene Methan zu messen, gestaltet sich jedoch sowohl im Stall als auch auf der Weide sehr schwierig. Inzwischen kommen weltweit verschiedene wissenschaftliche Apparaturen und Meßstationen zum Einsatz, die die Emissionen möglichst genau erfassen sollen. Am FBN stehen dafür deutschlandweit die einzigen Respirationskammern zur Verfügung, die eine exakte Messung der Methanemission erlauben. Der Ausstoß pro Kuh variiert zwischen 400 und 700 Litern am Tag.

„Bei unseren Messreihen konnten wir eindeutig feststellen und wissenschaftlich belegen, dass sich aus der Milchfettzusammensetzung und der Milchmenge eine realitätsnahe Schätzung des Methanausstoßes ermitteln lässt“, sagte Professorin Dr. Cornelia C. Metges. „Da die Fütterung eine wichtige Rolle für den Ausstoß von Methan von Rindern spielt, kann über ein entsprechendes Fütterungsmanagement auch eine nachhaltige Verringerung erzielt werden. Allerdings fehlen die betriebswirtschaftlichen Anreize für die Landwirte, hier aktiv zu werden“, so Metges weiter. „Wenn diese bei sinkenden Einnahmen immer mehr kostenintensive Auflagen zu bewältigen haben, wird sich letztendlich nichts ändern.“

Die Untersuchungen zum Methanausstoß sollen am FBN fortgesetzt werden und auch in den aktuell laufenden Studien zum Einsatz kommen.

Hintergrund Methanausstoß
Gerade der große Vorteil von wiederkäuenden Nutztieren, nämlich für die Ernährung überwiegend vom Menschen nicht nutzbare Pflanzenstoffe (Gras, Heu und Stroh) verwerten zu können, hat auch einen Nachteil: Die Produktion von wertvollem Nahrungseiweiß in Form von Milch und Fleisch durch Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen) geht einher mit der Emission von Methan (CH4). Methan entsteht durch die Verdauung des Futters im Vormagen, dem Pansen, und wird hauptsächlich durch Rülpsen, den sogenannten Ruktus, sowie aus Mist und Gülle freigesetzt.

Methan ist ein Treibhausgas, das ein ca. 20-fach höheres Erwärmungspotenzial für die kommenden 100 Jahre besitzt als Kohlenstoffdioxid (CO2). Eine wesentliche Quelle von Methan ist die Tierhaltung, weitere vom Menschen verursachte Emissionen entstehen unter anderem im Tagebau, in der Gasgewinnung und auf Abfalldeponien. Seit 2010 haben Methan-Emissionen weltweit einen Anteil von 6,1 bis 6,3 Prozent an den gesamten Treibhausgas-Emissionen.

Weitere Informationen
Milk fatty acids estimated by mid-infrared spectroscopy and milk yield can predict methane emissions in dairy cows. Agronomy for Sustainable Development (2018) 38: 27;
Stefanie W. Engelke, Gürbüz Daş, Michael Derno, Armin Tuchscherer, Werner Berg, Björn Kuhla & Cornelia C. Metges.

Umweltbundesamt UNFCCC-Submission: Berichterstattung unter der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen und dem Kyoto-Protokoll 2020

Quelle: Institut für Nutztierbiologie (FBN)

Global Food and Feed Forum – mit Fachpodium am 21. 1. 2021

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Vom 18. – 22. Januar 2021 widmet sich das 13. Global Food and Feed Forum (GFFA) der Frage, wie die Landwirtschaft trotz Pandemien und Klimawandel langfristig die Welt ausgewogen ernähren kann. Der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) wird sich gemeinsam mit dem europäischen und dem Weltverband mit einem Fachpodium beteiligen. Das Fachpodium soll am 21.01.2021 von 13:00 -14:00 Uhr stattfinden.

Die Expertinnen Jude Capper, britische Nutztierexpertin, Anne Mottet, Livestock Development Officer Animal Production and Health Division der FAO sowie Shirley Tarawali, ILRI Assistant DG and Chair of Global Agenda for Sustainable Livestock (GASL) sollen aufzeigen, welche Rolle die Tiergesundheit im Zusammenhang mit den Anforderungen der Nachhaltigkeit spielt. Claire Bury, Deputy Director General, DG SANTE, Europäische Kommission wird mit Blick auf die Strategien der Europäischen Kommission unter dem Green Deal diese Aspekte einordnen.

Förderung der drei Säulen der Nachhaltigkeit in der Nutztierhaltung durch mehr Tiergesundheit und Tierschutz: Eine Daten- und Evidenzanalyse
Donnerstag, 21. Januar 2021, 13:00 – 14:00 Uhr
13. Global Food and Feed Forum (GFFA) – Experten-Podiumsdiskussion

Die globale Ernährungssicherheit ist zunehmend bedroht, da der Klimawandel es den Landwirten erschwert, die Versorgung der Bevölkerung zu sichern, während COVID-19 unsere Fähigkeit auf die Probe gestellt hat, die Schwächsten zu versorgen und eine wachsende Hungerkrise zu stoppen. Auf dem Weg ins Jahr 2021 wird das 13. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) die aktuelle Frage diskutieren, wie die Landwirtschaft trotz Pandemien und Klimawandel langfristig die Welt ausgewogen ernähren kann.

HealthforAnimals, AnimalhealthEurope und der Bundesverband Tiergesundheit (BfT) veranstalten beim GFFA eine Podiumsdiskussion mit Experten, um aufzuzeigen, welche Rolle die Tiergesundheit für die Bemühungen zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele und letztendlich Aufbau eines widerstandsfähigeren globalen Nahrungsmittelsystems spielt.

Überblick:
Ein guter Tiergesundheitsstatus trägt bei zum Tierwohl, dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und der Umwelt. Weniger natürliche Ressourcen wie Futter und Wasser werden benötigt und Treibhausgasemissionen verringert. Durch eine gute Tiergesundheit
können Lebensmittelverluste direkt an der Quelle vermieden werden.

Die Expertenrunde wird analysieren, wie die Verbesserung der Gesundheit und des Wohls von Nutztieren die wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachhaltigkeit fördern kann. Diese drei „Säulen der Nachhaltigkeit“, die von der Brundtland-Kommission der Vereinten Nationen in den 1980er Jahren identifiziert wurden, bilden die Grundlage für das Bestreben, die Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 zu erreichen.

Indem wir Experten aus den Bereichen Agronomie, Agrarökonomie, Nachhaltigkeit in der Tierhaltung, Pflanzenwissenschaften und Management natürlicher Ressourcen in einem Panel zusammenbringen, wollen wir die Daten und Fakten hinter dem Wert der Tiergesundheit beleuchten, die von politischen Entscheidungsträgern auf der ganzen Welt genutzt werden können. Das Ziel des Panels ist es, von Gesprächen auf hoher Ebene zur Analyse von Daten überzugehen, die zur Entwicklung nationaler Aktionspläne genutzt werden können, die zu messbaren Verbesserungen der Nachhaltigkeit führen. Dies kann die Bemühungen zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele beschleunigen und letztlich ein widerstandsfähigeres globales Ernährungssystem aufbauen.

Die Konferenzsprache Englisch ist. Es wird simultan ins Deutsche übersetzt.

Diskussionsteilnehmer:
● Jude Capper – Livestock Sustainability Consultant
● Anne Mottet – Livestock Development Officer, FAO
● Shirley Tarawali – Assistant DG, International Livestock Research Institute (ILRI) and Chair of Global Agenda for Sustainable Livestock
● Claire Bury – Deputy Director General, DG SANTE, European Commission

Weitere Informationen finden Sie auf der GFFA-Website
Anmeldung zur Veranstaltung

Über die Organisatoren:
HealthforAnimals ist der Verband, der die Tierarzneimittelindustrie auf globaler Ebene vertritt. Zu seinen Mitgliedern zählen die weltweit größten Tiergesundheitsunternehmen sowie nationale Verbände in Industrie- und Entwicklungsländern auf fünf Kontinenten. www.healthforanimals.org

AnimalhealthEurope vertritt die Tierarzneimittelindustrie auf europäischer Ebene. Der Verband vertritt sowohl Innovatoren als auch Generika. Zu seinen Mitgliedern zählen sowohl Unternehmen als auch nationale Verbände, die rund 90 % des europäischen Marktes für Tierarzneimittel abdecken. www.animalhealtheurope.eu

Der Bundesverband für Tiergesundheit vertritt die Tierarzneimittelindustrie in Deutschland und deckt mit 22 Mitgliedern rund 95 % des deutschen Marktes für Tiergesundheitsprodukte ab.

Quelle: BfT

Atemwegserkrankungen: Schutz fängt schon bei Ferkeln an

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Von Apl. Prof. Dr. Isabel Hennig-Pauka, Außenstelle für Epidemiologie (Bakum), TiHo Hannover

Seit Jahrzehnten nimmt der Anteil krankhaft veränderter Schlachtschweinelungen nicht ab. Er bleibt regionsabhängig auf einem hohen Niveau von 37 bis 78 % – trotz wirksamer Impfstoffe. Wie passt das zusammen?

Verminderte Tageszunahmen von geschätzt 37 g je 10 % veränderten Lungengewebes, eine schlechtere Futterverwertung, untergewichtige Schweine und uneinheitlich gewachsene Ferkelpartien – das alles können Folgen von Atemwegserkrankungen sein. Als besonders krankmachend gelten das Influenza- und das PRRS-Virus sowie die bakteriellen Erreger APP (Actinobacillus pleuropneumoniae) und Mycoplasma hyopneumoniae (M.hyo). Viele Betriebe leben mit diesen Erregern, ohne dass Erkrankungen auftreten. In anderen Betrieben erkranken die Tiere oft trotz Impfung. Was unterscheidet sie?

Häufig treten Atemwegserkrankungen erst in der Mast auf, wo plötzliche Todesfälle schwerer Tiere, Fieber und Fressunlust oft nur die Spitze des Eisbergs sind. Hohe Anteile an Lungen- oder auch Brustfellbefunden vom Schlachthof spiegeln dort die schlechte Atemwegsgesundheit wieder. Meist sind mehrere unterschiedliche Faktoren am Krankheitsgeschehen beteiligt. Die Basis für eine gute Tiergesundheit wird schon in der Ferkelerzeugung gelegt. Aber in der Mast können dann Fehler gemacht werden, die eine gute Ausgangssituation wieder zunichtemachen. Bereits Verladung, Transport und Einstallung stellen belastende Stressoren dar. Ein schlechtes Stallklima und das Mischen von Tieren mit unterschiedlichem Lungengesundheitsstatus können Auslöser für einen Krankheitseinbruch sein.

Gezielt behandeln durch Diagnostik
Es gibt unterschiedlich krankmachende Erregervarianten derselben Art. Auch können virale, bakterielle, mitunter auch parasitäre Erreger betriebsindividuell in unterschiedlichen Kombinationen nachgewiesen werden. Aus oft komplexen diagnostischen Befunden muss dann herausgelesen werden, welcher Erreger den wichtigsten Anteil an der Erkrankung hat und wie er zu bekämpfen ist. Bei Behandlung sollten dann die Schlachthof-Befunddaten zu Lungenveränderungen über die Partien verfolgt werden. So kann der wirtschaftliche Einfluss abgeschätzt werden und der Erfolg von Maßnahmen überprüft werden.

Viele Erreger verstärken sich gegenseitig in ihrer krankmachenden Wirkung, wie das PRRS-Virus und Mykoplasmen. Letztere schädigen beispielsweise die Flimmerepithelzellen als wichtige Abwehrstrategie des oberen Atemtraktes. Als Folge können Staub und darin eingebettete Mikroorganismen tief in die Atemwege eindringen. Das PRRS-Virus schädigt dort gezielt die Fresszellen, so dass eine weitere Abwehrbarriere durchbrochen ist. Das Porcine Circovirus 2 (PCV2) zerstört spezifische Abwehrzellen und führt damit allgemein zu einer höheren Anfälligkeit für Infektionserreger. Auch unterschiedliche bakterielle Erreger können sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken.

Erreger alleine macht nicht krank
Grundsätzlich müssen drei Bedingungen erfüllt sein, damit es zu einer Erkrankung kommen kann:

• Verbreitung des Keims durch infizierte Trägertiere,
• Kontakt des Keims mit empfänglichen Tieren und
• ausreichend hohe Keimdosen, um eine Infektion auslösen zu können.

In Betrieben, in denen viele Atemwegserreger nachgewiesen sind, die Tiere aber nicht erkranken, sind die drei Bedingungen nicht erfüllt.
Keimvermehrung, -verbreitung und Infektion werden maßgeblich über die Immunität gesteuert. Die sofort wirksame, unspezifische Immunität eines Tieres spielt dabei zunächst die größte Rolle. Sie kann durch gute Haltungsbedingungen und Wohlbefinden gestärkt werden. Bereits die Gesundheit und Immunitätslage der Muttersauen hat darauf einen direkten Einfluss. Über die Biestmilch werden nicht nur spezifische Antikörper weitergegeben, die die Anheftung von Atemwegserregern verringern können. Gestärkt werden auch Darmimmunität und -reife der Ferkel.
Vorgeschaltet sollten also Aufzucht und Eingliederung der Jungsauen optimiert werden. Atemwegserreger können sich in diesen Tieren gut vermehren und in großer Menge in die Sauenherde eingebracht werden. Der Keimdruck auf die Ferkel wird damit weiter erhöht. Jungsauen sollten daher rechtzeitig geimpft werden und sich ausreichend lange vor der Abferkelung mit den betriebsspezifischen Keimen auseinandergesetzt haben. Dazu können gut Kaustricke aus der Ferkelaufzucht genutzt werden. Je nach Erreger sollten sie so früh wie möglich zum Einsatz kommen, da Besiedelung und Ausscheidung vor dem ersten Abferkeln wieder abgeklungen sein sollen. Für Mykoplasmen beispielsweise sollten vier Monate vor der Belegung kalkuliert werden.


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Ziegen mögen Denksport

Wissenschaftler untersuchten in einem Deutsch-Schweizer Projekt die Lernfähigkeit von Ziegen

Eine vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierte Studie zeigt, dass sich Ziegen gerne eine Belohnung mit einer Anstrengung verdienen, auch wenn sie diese einfach so bekommen können. Diese Eigenheit könnte zur Verbesserung der tiergerechten Haltung beitragen.

Die Studie ist Teil eines größeren gemeinsamen Projektes zwischen dem Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf (Deutschland) und Agroscope in Tänikon (Schweiz). Im Projekt werden die Lernfähigkeiten unterschiedlicher Ziegenrassen und die Auswirkungen von langfristiger kognitiver Umweltanreicherung auf die Stressresistenz von Ziegen untersucht. Von Seiten des FBN sind als Projektleiter Dr. Jan Langbein und als Postdoc Dr. Christian Nawroth am Projekt beteiligt. Untersuchungen zum Verhaltensphänomen des sogenannten „Contrafreeloading“ bei Zwergziegen wurden am FBN bereits im Zusammenhang mit dem Lernverhalten der Tiere durchgeführt.

Milchziegen überraschend motiviert
Wenn sie sich mit einer Herausforderung konfrontiert sehen, wenden sich Ziegen nicht ab, sondern reagieren positiv. Im Rahmen eines gemeinsam vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Projekts wurden Ziegen von zwei Zuchtlinien – Milchziegen und Zwergziegen – gleichzeitig zwei Belohnungsvarianten angeboten: Die eine war frei verfügbar, die andere mussten sie sich mit dem Öffnen einer Tür verdienen.

„In dieser Versuchsanordnung entschieden sich die Ziegen beider Zuchtlinien in knapp der Hälfte der Fälle für die zweite Option. Sie stellen sich also gerne solchen Herausforderungen“, sagten zwei der Studienleiterinnen – Dr. Nina Keil, Spezialistin für tiergerechte Haltung, und Katrina Rosenberger, Doktorandin, beide bei Agroscope. Die Resultate ihrer Arbeit sind jetzt in der Zeitschrift Scientific Reports* erschienen.

Die Forschenden konnten beobachten, dass sich sowohl die Milch- als auch die Zwergziegen bereitwillig am Experiment beteiligten und motiviert waren, mit dem Maul eine Schiebetüre zu öffnen, um eine Belohnung zu erhalten. Von den 57 beobachteten Ziegen haben sich 53 mindestens ein von zehn Mal dafür entschieden, die Belohnung hinter der geschlossenen Tür zu fressen, obwohl die Belohnung auch gleichzeitig frei verfügbar war.

Das Verhalten der beiden Zuchtlinien war im Verlauf des Experiments aber unterschiedlich: Bei den Milchziegen blieb das Interesse an der geschlossenen Tür immer gleich. Insgesamt gingen sie zudem jeweils schneller auf die geschlossene Tür zu als auf die offene, was als Hinweis auf gesteigerte Motivation gewertet werden kann. Die Zwergziegen dagegen wählten erst zögerlich, dann zunehmend häufiger die geschlossene Tür. Das zeigt, dass beide Zuchtlinien anscheinend gern Probleme lösen, die Zwergziegen eventuell aber mehr Zeit brauchen, sich dieser Aufgabe zu stellen.

„Mit dem Interesse der Zwergziegen hatten wir gerechnet, da es bereits bei einem ähnlichen Experiment beobachtet worden war“», erklärte Katrina Rosenberger. Sie bezieht sich auf eine Untersuchung am Institut für Nutztierbiologie in Dummersdorf, dem deutschen Forschungspartner im Projekt. „Überrascht waren wir hingegen von den Milchziegen: Wir hatten erwartet, dass die für hohe Milchleistung gezüchteten Nutztiere ihre Energie sparen und weniger motiviert sein würden, sich für eine Belohnung anzustrengen. Vor allem, wenn dieselbe Belohnung auch ohne Anstrengung zur Verfügung steht.“

„In vorangegangenen Studien am FBN konnten wir anhand eines Lernautomaten bereits zeigen, dass Zwergziegen für eine Ressource arbeiten wollen. Die jetzige Studie liefert nun Hinweise darauf, dass dieses Phänomen auch in einem Futterkontext besteht und Milchziegen – welche ja primär als Nutztiere gehalten werden – ebenfalls motiviert sind, für ihr Futter zu arbeiten, anstatt dieses ohne Aufwand zu erhalten“, betonte auch Jan Langbein.

Kontrolle über die Umwelt befriedigt
Die Resultate basieren auf dem Prinzip des sogenannten contrafreeloading. „Dieser Begriff beschreibt das Verhalten von Tieren, sich lieber anzustrengen, um eine begehrte Ressource zu finden, als sie vorgesetzt zu bekommen“, erklärte Nina Keil. Bekannt ist dieses Phänomen sowohl bei domestizierten Tieren – Kühen, Schweinen, Ziegen und Hühnern – als auch bei wilden Tieren, die zum Beispiel in einem Zoo gehalten werden. Unbekannt ist, ob es auch bei wilden Tieren in freier Natur zu beobachten wäre. „Wir nehmen an“, führte Nina Keil weiter aus, „dass die Tiere diese Verhaltensweise an den Tag legen, weil das Lösen einer Aufgabe und die damit verbundene Kontrolle über ihre Umwelt positive Gefühle auslösen. Sie ziehen daraus wohl eine Befriedigung, die die zusätzliche Anstrengung aufwiegt.“

Sollte diese Form der Befriedigung bei der Haltung der Ziegen berücksichtigt werden? Nina Keil: „Ja, denn eine tiergerechte Haltung sollte auch die kognitiven Bedürfnisse von Tieren berücksichtigen. Unsere Resultate sind ein erster Schritt. Wir müssen das Experiment jetzt unter realen Bedingungen auf einem Bauernhof und über längere Zeit wiederholen, um zu sehen, wie sich die Motivation der Tiere entwickelt.“ Wenn sich dabei zeigt, dass solche Maßnahmen in der Haltung umgesetzt werden sollten, muss natürlich sichergestellt werden, dass sie einfach in den Arbeitsalltag integriert werden können.

Hintergrund – Ziegen wählen zwischen offener oder geschlossener Tür
Für diese Studie wurden 30 Milchziegen, die für eine hohe Milchleistung gezüchtet sind (Saanenziegen und Gämsfarbige Gebirgsziegen sowie Kreuzungen der zwei Rassen), und 27 Zwergziegen, die nicht auf Produktivität gezüchtet sind, bei Agroscope in Tänikon (TG) getestet. Die Tiere hatten freien Zugang zu Nahrung, damit ihr Verhalten beim Experiment nicht durch Hunger beeinflusst wurde. Sie waren durch frühere Experimente zudem bereits daran gewöhnt, eine Schiebetür mit einem Maul zu öffnen. Diese Bewegung korrespondiert auch ihrem natürlichen Verhalten, da Ziegen nicht nur weiden, sondern bevorzugt auch Büsche durchstöbern, um an Blätter zu gelangen.

Die Ziegen wurden jeweils einzeln in einem Raum mit Zugang zu zwei Öffnungen mit Schiebetüren platziert. Eine Tür war offen, die andere geschlossen, dazwischen befand sich eine Trennwand. Hinter beiden Türen lag als Belohnung ein Stück ungekochte Pasta. Um an die Pasta hinter der geschlossenen Tür zu kommen, mussten sie diese mit dem Maul beiseiteschieben. Die geschlossene Tür war abwechselnd zufällig links oder rechts. Bei jeder Ziege wurde das Experiment zehnmal wiederholt.

Die Forschenden haben die Resultate für jedes einzelne Tier aufgeschlüsselt: Nicht mitmachen (wenn das Tier nach 30 Sekunden auf keine der beiden Türen zugegangen war), holen der Belohnung hinter der geschlossenen Schiebetür (gemäß contrafreeloading) oder holen der Belohnung hinter der offenen Schiebetür. Es wurde auch festgehalten, ob sich die Ziegen jeweils schnell oder langsam auf die Türen zubewegt hatten.

Link zum Video zur Studie

Link zur Studie bei Zwergziegen

*Goats work for food in a contrafreeloading task. Scientific Reports (2020)
K. Rosenberger, M. Simmler, C. Nawroth, J. Langbein, N. Keil
https://doi.org/10.1038/s41598-020-78931-w

Quelle: Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN)

Geschlechterbestimmung durch Genomeditierung bei Schweinen gelungen

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Studie zeigt Alternative zur Ferkel- und Immunokastration auf

Am Institut für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) ist es gelungen, Schweine genetisch so zu modifizieren, dass sie trotz eines männlichen Chromosomensatzes weibliche Geschlechtsmerkmale ausbilden. Dies könnte eine zukünftige Alternative zur Ferkelkastration darstellen, die dem für manche Menschen unangenehmen „Ebergeruch“ des Fleisches unkastrierter männlicher Mastschweine vorbeugen soll.

Die im renommierten Wissenschaftsjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America“ (PNAS) veröffentlichte Studie beschreibt die Generierung genveränderter Schweine, bei denen eine bestimmte Region des Y-Chromosoms ausgeschaltet wurde. Es handelt sich dabei um die „High Mobility Group (HMG) Domäne“, eine zentrale Einheit innerhalb des SRY-Gens, der eine Schlüsselrolle bei der frühembryonalen Geschlechtsbestimmung zukommt. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Björn Petersen verwendete Stefanie Kurtz im Rahmen ihrer PhD-Arbeit das CRISPR/Cas-System, um diese HMG-Domäne auszuschalten. Dies führte zu Schweinen, die einen männlichen Chromosomensatz tragen, aber weibliche Geschlechtsmerkmale aufweisen.

Hierbei zeigte sich, dass die Geschlechtsorgane bei genetisch veränderten neun Monate alten Schweinen im Vergleich zu gleichaltrigen weiblichen Kontrolltieren signifikant kleiner blieben und die Tiere unfruchtbar waren, was die Beteiligung weiterer Gene an der Ausdifferenzierung der Geschlechtsorgane nahelegt. „Die Ergebnisse könnten die Grundlage für eine mögliche Alternative zur chirurgischen Kastration bei der kommerziellen Schweineproduktion zur Verhinderung des Ebergeruchs darstellen. Zudem stellen die Tiere aufgrund der genetischen, physiologischen und anatomischen Ähnlichkeiten zwischen Schweinen und Menschen ein neuartiges Großtiermodell zur Untersuchung der Geschlechterausbildung dar, was neue Forschungsansätze damit verbundener Entwicklungsstörungen auch beim Menschen ermöglicht“, so Dr. Björn Petersen.

In Mäusen konnte bereits gezeigt werden, dass SRY eine wichtige Rolle bei der Ausbildung des männlichen Geschlechts spielt. Es war aber bisher nicht bekannt, welche Bereiche der SRY-Region für die Geschlechtsdeterminierung verantwortlich sind und ob dies auch für andere Säugetiere zutrifft.

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

Folgen des „Brexit“ – Friedrich-Loeffler-Institut übernimmt Referenzaufgaben der Tierseuchendiagnostik für Nordirland

Im Zuge des Brexits mussten im Vereinigten Königreich auch die Zuständigkeiten im Hinblick auf die nationalen Referenzaufgaben der Tierseuchendiagnostik teilweise neu geregelt werden. Nordirland wird in diesem Kontext wie ein Mitgliedstaat der EU behandelt und benötigt damit zwingend die Designierung entsprechender nationaler Referenzlaboratorien für in der EU anzeigepflichtige Tierseuchen. Auf Anfrage aus Nordirland zur Unterstützung hat das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI) zugestimmt, die Aufgaben eines Nationalen Referenzlaboratoriums für die Blauzungenkrankheit, die Klassische sowie die Afrikanische Schweinepest für Nordirland ab dem 1. Januar 2021 zu übernehmen. Die Designierung erfolgte mit Schreiben des nordirischen Chefveterinärs R. J. Huey vom 31. Dezember 2020.

Das FLI ist gemäß § 27 Tiergesundheitsgesetz Nationales Referenzlaboratorium (NRL) für über 70 anzeigepflichtige Tierseuchen und meldepflichtige Tierkrankheiten. Auf dieser gesetzlichen Grundlage können auch Aufgaben eines Referenzlaboratoriums eines anderen Mitgliedstaates der EU, eines Drittlandes oder einer internationalen Organisation wahrgenommen werden. Die Referenzlaboratorien klären Verdachtsfälle ab, beraten die Veterinärbehörden der Bundesländer und führen Ringversuche oder ähnliche Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Tierseuchendiagnostik in Deutschland durch. Im Rahmen dieser Tätigkeit veröffentlicht das FLI eine Sammlung amtlicher Verfahren zur Probennahme und Untersuchung auf anzeigepflichtige Tierseuchen (Methodensammlung) sowie den Tiergesundheitsjahresbericht. Alle Referenzlaboratorien sind von der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) nach ISO/ IEC 17025 akkreditiert.

Weitere Informationen auf der Internetseite des FLI:
Nationale Referenzlabore
Amtliche Methodensammlung
Tiergesundheitsjahresbericht

Quelle: FLI

Mit hohem Aufwand – Teterower Schlachthof unterstützt Forschung auch während der Corona-Pandemie

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Wissenschaftler sind dringend auf tierische Proben angewiesen

Seit vielen Jahren arbeiten die Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie in Dummerstorf (FBN) mit dem Teterower Schlachthof zusammen. Dieser gehört zur dänischen Unternehmensgruppe Danish Crown. Das Leibniz-Institut nutzt vor allem Eierstöcke und Eileiter von Kühen, um Fortpflanzungsprobleme zu erforschen. Mittels Zellkulturen aus diesen sogenannten Schlachtnebenprodukten können Tierversuche deutlich reduziert werden.

„Der Aufwand hat sich während der Corona-Pandemie erheblich erhöht. Insofern sind wir sehr dankbar, dass uns das Teterower Unternehmen als Kooperationspartner auch in diesen schwierigen Zeiten weiterhin zur Seite steht“, betonte PD Dr. Jens Vanselow, Leiter des Instituts für Fortpflanzungsbiologie am FBN. „Unser Ziel ist ganz klar, mit alternativen Modellen Tierversuche zur Beantwortung vieler Fragestellungen überflüssig zu machen.“

Vor drei Jahren war es in Dummerstorf erstmalig gelungen, realitätsnahe 3D-Zellkultur-Modelle des tierischen Eileiters zu etablieren, in deren „Eileiterflüssigkeit“ sich sogar Embryonen entwickeln können (Link). In einem weiteren Modell kultivierter Eierstockzellen können Stoffwechselprobleme und Umwelteinflüsse, die in ähnlicher Weise bei Kühen und Menschen auftreten, simuliert werden. Dadurch lassen sich deren Auswirkungen auf die weibliche Fruchtbarkeit sehr gut molekular- und zellbiologisch untersuchen. Mit Hilfe eines solchen Zellkulturmodells wurde kürzlich in der Arbeitsgruppe von Dr. Jens Vanselow herausgefunden, dass erhöhte Fettsäurekonzentrationen im Blut das Zyklusgeschehen und die Eizellreifung beeinflussen*.

„Unser Unternehmen unterstützt seit vielen Jahren das FBN und die Forschung“, sagte Ralf Heisterkamp, Senior Commercial Director. „Das betrifft insbesondere öffentliche Institutionen wie Universitäten und Forschungseinrichtungen, die sich in der Human- und Veterinärmedizin sowie in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses engagieren. Diese Arbeit kommt letztendlich uns allen zugute“, so Heisterkamp.

Schnelltests, Schleusung und hohe Hygieneauflagen
Die Mitarbeiter vom FBN, die die weiblichen Geschlechtsorgane der Kühe in Teterow zu Forschungszecken selbst entnehmen, durchlaufen mehrere Sicherheitsstufen. Das beginnt mit einem wöchentlichen Test auf Coronaviren, der mittlerweile zeitsparend als Schnelltest durchgeführt werden kann. Nach Anlegen des Schutzanzuges muss eine Hygieneschleuse passiert werden. Erst dann gelangen sie in den Schlachthof und können während der laufenden Arbeitsprozesse die tierischen Proben entnehmen und für den Transport vorbereiten. Einmal wöchentlich werden die Schlachtnebenprodukte für das FBN abgeholt. „Wir sind für unsere Untersuchungen auf diese natürlichen Materialien dringend angewiesen“, unterstrich Vanselow.

„Dabei geht es vor allem um Aspekte der Fortpflanzung. Zyklusprobleme und frühembryonale Verluste sind mit die häufigsten reproduktiven Störungen bei Mensch und Tier. Anhand der in Teterow entnommenen Forschungsmaterialien können wir beispielsweise immer bessere Zellkulturmodelle entwickeln. Diese sind dann so realitätsnah, dass wir biologische Prozesse in den Fortpflanzungsorganen außerhalb des tierischen Organismus simulieren und auf Tierversuche weitgehend verzichten können.“

Quelle: Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN)

Frohes Fest!

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Herzlichen Dank an alle Leserinnen und Leser, Autorinnen und Autoren für den fruchtbaren Austausch in diesem Jahr!

Die Themen der E-Magazin Ausgabe 6/2020 und der Sonderausgabe Geflügel finden Sie hier. Ebenso den Link zur Anmeldung für den kostenfreien Bezug des Magazins im PDF-Format ab 2021.

Geflügelpest: Ministerin Otte-Kinast stellt Krisenfall fest

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Referenzlabor bestätigt hochpathogene Variante im Landkreis Oldenburg

Das nationale Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) hat heute (Dienstag) den Verdacht auf Geflügelpest in einem Mastputenbetrieb im Landkreis Oldenburg bestätigt. Demnach handelt es sich um die hoch ansteckende Variante der Geflügelpest H5N8. Betroffen ist ein Betrieb mit 13.000 Tieren. Der Landkreis hat bereits auf Grundlage der Geflügelpest-Verordnung als Vorsichtsmaßnahme die Tötung der Puten angeordnet. Ein Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern um den Seuchenausbruch wurde eingerichtet. Zusätzlich gibt es ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von zehn Kilometern.

Es ist der zweite Fall von Geflügelpest innerhalb dieser Woche in Niedersachsen. Bereits am Montag musste der Landkreis Cloppenburg die Räumung eines Bestandes von 17.000 Puten vollziehen. Auch dort war das aggressive H5N8 Virus nachgewiesen worden.

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast: „Wir nehmen leider eine große Dynamik wahr. Deshalb habe ich heute den Tierseuchenkrisenfall für Niedersachsen festgestellt, die Aktivierung des Tierseuchenkrisenzentrums in meinem Ministerium und die Errichtung des Krisenkoordinierungsstabes beim LAVES angeordnet.“ Die Ministerin steht dem Landeslenkungsstab vor, der sich aus einem interministeriellen Krisenstab, Verbänden, Kammern und Vertretern der Tierseuchenkasse zusammensetzt. Außerdem wurde das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) einbezogen.

Die aggressive Vogelgrippe ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Eine Übertragung auf Menschen wurde bislang nicht festgestellt. Seit November 2020 ist das Virus in mehreren deutschen Küstenländern aufgetaucht. In vielen niedersächsischen Regionen kam es insgesamt zu 45 Ausbrüchen der Geflügelpest bei Wildvögeln. Deshalb haben viele Landkreise in Niedersachsen bereits ein Aufstallungsgebot für Freilandgeflügel erlassen.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz