Gesetz zur Tierhaltungskennzeichnung: Initiative Tierwohl sieht Gefahr für Tierwohl und Verbrauchervertrauen!

* Ohne regelmäßige Kontrollen fehlt die Glaubwürdigkeit
* Gesamtkonzept zum Umbau der Tierhaltung fehlt noch

Die Initiative Tierwohl (ITW) sieht bei dem heute vom Deutschen Bundestag verabschiedeten Gesetz zur Tierhaltungskennzeichnung erhebliche Mängel und meldet sich mit einem dringenden Appell zu Wort. Die Tatsache, dass im Gesetz keine regelmäßigen Überprüfungen in festgelegten Zeitabständen der Schweineställe vor Ort vorgesehen sind, gefährdet das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in das Engagement der Landwirte.

Nachbesserungen bei Kontrollen zwingend erforderlich
„An dieser Stelle muss dringend nachgebessert werden“, fordert Robert Römer, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl (ITW). „Eine staatliche Kennzeichnung von Haltungsformen, die zugleich keine regelmäßigen Kontrollen – zum Beispiel einmal im Jahr – vorsieht, ist eine Mogelpackung, die dem Verlangen der Verbraucherinnen und Verbraucher nach verlässlicher Information gar nicht nachkommen kann. Dazu kommt: Auch wenn die allermeisten Landwirte einen erstklassigen Job in Sachen Tierwohl machen, würden durch dieses Gesetz ausgerechnet jene wenigen profitieren, die die Anforderungen zum Wohl der Tiere nicht umsetzen und dadurch auch die Reputation der vielen gewissenhaft arbeitenden Berufskollegen gefährden.“
Gesamtkonzept fehlt – Lösung möglich

Da deutsche landwirtschaftliche Betriebe laut Gesetzesentwurf zur Teilnahme an der staatlichen Kennzeichnung verpflichtet sind, entsteht zudem ein Wettbewerbsnachteil gegenüber ausländischen Betrieben. Für diese ist die Teilnahme freiwillig. Fleisch aus dem Ausland muss also nicht gekennzeichnet werden.

„Das macht deutlich, dass am Gesamtkonzept noch gearbeitet werden muss“, erklärt Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl (ITW). „Es kann nicht sein, dass wir für Deutschland in Sachen Tierwohl eine Insellösung mitten im europäischen Binnenmarkt bauen wollen. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten – dieses Prinzip muss auch in Sachen Tierwohl gelten. Eine Zusammenarbeit des Staates mit privatwirtschaftlichen Tierwohlprogrammen sollte hier eine Lösung sein. Diese privatwirtschaftlich organisierten Programme können im In- und Ausland für gleiche Bedingungen sorgen und zugleich das notwendige Vertrauen durch regelmäßige Kontrollen stiften. Eine Lösung ist sicherlich möglich, aber die Politik muss dafür jetzt dringend Farbe bekennen!“

Quelle: Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH

Vom Trog zum Teller – Warum sichere Futtermittel auch für die menschliche Gesundheit wichtig sind

Futtermittel und ihre Sicherheit sind Schwerpunkt des neuen „BfR2GO“-Wissenschaftsmagazins. Die 11. Ausgabe ist jetzt da.

Was Nutztiere über Futtermittel aufnehmen, kann über das Tier auch auf den Teller gelangen. Futtermittel müssen daher sicher sein und dürfen die Gesundheit von Tier und Mensch nicht beeinträchtigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet gesundheitliche Ri¬siken, die von Futtermitteln ausgehen können. „Ein wichtiger Aspekt ist die Entwicklung von Nachweismethoden und computergestützten Werkzeugen. Diese erlauben uns, unerwünschte Stoffe entlang der Warenketten zurückzuverfolgen. Zudem können wir damit den Übergang von unerwünschten Substanzen aus einem Futtermittel in Lebensmittel abschätzen“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Zum Schwerpunktthema des neuen BfR2GO geh&ou ml;ren neben der Risikobewertung auch die Herausforderungen des globalen Futtermittelhandels sowie das Tierfutter der Zukunft.

Trotz aller Anstrengungen entlang der Warenketten kann Tierfutter hin und wieder mit uner¬wünschten Substanzen belastet sein, darunter Pflanzen-und Schimmelpilzgifte, aber auch Verunreinigungen aus der Umwelt. In Fütterungsstudien findet das BfR heraus, ob bestimmte Stoffe in tierische Lebensmittel übergehen. „Fehlen wichtige Daten, ist es unsere Aufgabe, die Wissenslücken zu schließen“, sagt Dr. Robert Pieper, am BfR zuständig für Themen rund um die Sicherheit in der Nahrungskette.

Außerdem befasst sich die neue Ausgabe mit Insekten in Lebensmitteln – für manche eine Alternative zu Fleischprodukten, für andere in Speisen kaum vorstellbar. Das BfR untersucht, ob beim Verzehr mit gesundheitlichen Einschränkungen zu rechnen ist. Auch rohe Lebensmittel und der richtige Umgang damit sind ein Heftthema sowie Gesundheitsrisiken, die von Nikotinbeuteln oder Menstruationswäsche ausgehen können.

Ob hormonell aktive Substanzen für eine vermeintliche Spermienkrise verantwortlich sein könnten, wird im Magazin ebenso beleuchtet wie mögliche Wege zu weniger Versuchstieren. In der Kontroverse „Auf Treu und Glauben“ geht es um das Vertrauen in Wissenschaft und Forschung. Wir haben gefragt: Wie steht es um deren Ansehen?

Mit weiteren Themen rund um Vitamin C sowie die Wanderung von Stoffen aus Verpackungsmaterialien in Lebensmittel liefert das aktuelle Wissenschaftsmagazin BfR2GO wie immer kompakt und bis zum Rand gefüllt mit Wissen aktuelle und fundierte Informationen über die Forschung und deren Bewertung im gesundheitlichen Verbraucherschutz und zum Schutz von Versuchstieren. Jede Ausgabe stellt ein Thema aus einem aktuellen Arbeitsbereich des BfR in einem Schwerpunkt vor. Daneben gibt es Berichte, Interviews und Meldungen aus sämtlichen Arbeitsgebieten des BfR.
Die aktuelle Ausgabe erscheint im neuen Look sowie mit erneuerten Kapiteln und wie immer wahlweise in deutscher oder englischer Sprache. Das Magazin wird auf der BfR-Webseite veröffentlicht und kann von dort kostenlos heruntergeladen oder zum darin Blättern direkt bestellt werden.

Wer BfR2GO dauerhaft beziehen möchte, kann sich für ein unentgeltliches Abonnement anmelden.

Quelle: BfR

Luftfiltration zur Verhinderung von PRRSV-Infektionen

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Desrosiers und Cousin (2022) fassen in einer Übersichtsstudie Ergebnisse französischer und US-amerikanischer Studien zusammen, die sich mit verschiedenen Luftfiltersystemen zur Verhinderung einer PRRSV-Infektion befassten.

Die meisten in französischen Schweineställen installierten Systeme verwenden HEPA-Filter (hocheffiziente Partikelfilter) und Überdruckbelüftungssysteme, während in Nordamerika früher hauptsächlich Unterdruckbelüftungssysteme und Filter mit Mindesteffizienzwerten von 14 bis 16 verwendet wurden. PRRSV-Fälle wurden in den meisten Studien beobachtet, in denen die Unterdrucksysteme verwendet wurden. Die Installation von HEPA-Filtern führte zu einer fast vollständigen Eliminierung von PRRSV: In 95 % der Betriebe, in denen sie eingebaute waren, wurden keine Fälle registriert.

Die Möglichkeit, dass PRRSV zwischen Farmen durch Aerosole übertragen wird, ist seit vielen Jahren ein kontroverses Thema. Es gibt keine Diskussion mehr über die Möglichkeit, dass PRRSV zwischen landwirtschaftlichen Betrieben durch Aerosol übertragen wird. Heute stellt sich die Frage, wie häufig und über welche möglichen Distanzen eine Aerosolübertragung stattfindet.

Im Jahr 2009 bewiesen Pitkin et al. (2009) anhand eines regionalen Produktionsmodells, dass eine Aerosolübertragung des Virus über 120 m wiederholt auftreten kann, und bestätigten, dass die Luftfiltration wirksam war, um diese Art der Kontamination zu verhindern. Seitdem haben verschiedene Studien darauf hingewiesen, dass die Aerosolübertragung nicht nur zwischen Betrieben möglich ist, sondern sogar zu den Hauptübertragungswegen des Virus in Zuchtherden gehören könnte.

Alonso et al. (2013) zogen in einer anderen US-Studie den Schluss, dass die Luftfiltration zu einer etwa 80 %igen Verringerung des Risikos einer Einschleppung von PRRSV führte. Dee et al. (2012) berichten, dass die Wahrscheinlichkeit für eine neue PRRSV-Infektion in einer ungefilterten Zuchtherde 8,03-mal höher war als in einer gefilterten Zuchtherde. Die ausgewählten Herden verwendeten branchenübliche Biosicherheitspraktiken und waren vergleichbaren Bedingungen ausgesetzt, was darauf hindeute, dass die Filtration der wichtigste Unterschied zwischen den Gruppen war.

Dee et al. (2006) zeigten, dass die Wirksamkeit verschiedener Systeme variieren kann. Beim Vergleich von HEPA-Filtern mit einem MERV 15-System verhinderte nur der erstere eine Infektion von Schweinen in allen Wiederholungen (76 von 76), während der letztere dies in zwei von ihnen nicht tat (74 von 76). Kürzlich bewertete Batista (2018) die Wirksamkeit verschiedener Filter (MERV 14, MERV 16 und antimikrobielle Filter), um die Passage von PRRSV, Influenza-A-Virus-Schweine und Streptococcus thermophilus (als Modell für Streptococcus suis) zu blockieren. Batista kam zu dem Schluss, dass MERV 16-Filter die höchste Abscheidungseffizienz aufweisen.

Dee et al. (2012) berichteten, dass 24 Betriebe vor der Filterung durchschnittlich 1,23 Risikofälle pro Betriebsjahr hatten. Dies verbesserte sich stark auf 0,17 Risikofälle pro Betriebsjahr nach der Filtration mit MERV 14- oder 16-Filtern. Die 53 mit HEPA-Filtern ausgestatteten Betriebe in Frankreich hatten 0,0027 Risikofälle pro Betriebsjahr oder 63-mal weniger.

Weitere Informationen wären erforderlich, um zu bestimmen, bis zu welchem Grad ein Vergleich zwischen den US-amerikanischen und den französischen Ergebnissen möglich ist. Verschiedene Faktoren müssten bewertet werden, darunter die jeweiligen Biosicherheitsmaßnahmen, die auf den Betrieben beobachtet werden, die Größe der Betriebe, der Infektionsdruck durch die benachbarten Herden, die Aerosolübertragbarkeit der Stämme und die klimatischen Bedingungen. Nichtsdestotrotz scheinen die Größe der Unterschiede in den erzielten Ergebnissen sowie die theoretische Überlegenheit von HEPA-Filtern wenig Zweifel daran zu lassen, dass mit diesen Filtern bessere Ergebnisse erzielt werden können.

PRRS kommt nicht nur über die Luft
Dennoch gibt es eindeutig andere Möglichkeiten, wie PRRSV in Schweineherden eingeführt werden kann, und nicht alle Studien haben gezeigt, dass Aerosol- oder lokale Übertragung eine wichtige Rolle in der Epidemiologie von PRRSV spielt. Nach der Bewertung der räumlichen und zeitlichen Muster von PRRSV Genotypen, kamen Rosendal et al. (2014) zu dem Schluss, dass es keine eindeutigen Beweise dafür gibt, dass es in Ontario zu einer Übertragung durch Aerosole kommt. In ähnlicher Weise berichteten Kwong et al. (2013), dass die drei relativ wichtigsten Faktoren für die Verbreitung eines bestimmten Genotyps in dieser Provinz der gleiche Herdenbesitz, die gleiche Jungsauenquelle und die gleichen Viehtransporter waren.

Räumliche Nähe konnte nicht als wichtiger Beitrag zur Ausbreitung identifiziert werden. In einer Übersicht zu diesem Thema berichteten Arruda et al. (2019), dass eine Aerosolübertragung des PRRSV möglich sei, aber weitere Studien erforderlich seien, um festzustellen, ob es sich um ein häufiges Ereignis handele oder nicht. Während die meisten Studien, in denen die Luftfiltration bewertet wurde, darauf hindeuten, dass eine Aerosolkontamination häufig vorkommt, wird die relative Bedeutung dieses Übertragungswegs immer noch diskutiert.

Da die derzeit verwendeten Luftfiltersysteme teuer sind, bleibt die weitere Frage, über welche Entfernung sich das Virus als Aerosol verbreiten kann, um Herden zu infizieren. Die Quantifizierung dieses Abstands würde dazu beitragen, festzustellen, an welchem Punkt Investitionen in die Filtration oder in zukünftige Methoden zur Verhinderung einer Aerosolkontamination gerechtfertigt sein könnten.

Hier gibt es die Originalstudie

Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 2/2023

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Valin-Leucin-Wechselwirkungen und Woody Breast?

Die Studie „Wechselwirkungen der verzweigtkettigen Aminosäuren. 2. Praktische Anpassungen in Valin und Isoleucin“, veröffentlicht im „Journal of Applied Poultry Research“, legt nahe, dass sich Hähnchenmäster wenig Sorgen machen müssen, wenn es um Wechselwirkungen zwischen verzweigtkettigen Aminosäuren und deren Auswirkungen auf die Mastleistung von Broilern oder deren Schlachtkörpermerkmale geht. Als verzweigtkettige Aminosäuren (abgekürzt BCAA für Branched-Chain Amino Acids) werden die proteinogenen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin bezeichnet. Sie zählen zu den essentiellen Aminosäuren, können also vom Körper nicht selbst gebildet werden, sondern müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Sie kommen in allen proteinhaltigen Nahrungsmitteln vor.

Die Untersuchung deutet darauf hin, dass die Menge dieser Aminosäuren im Futter zwar durch den Rohproteingehalt in der Nahrung erhöht wurde, die negativen Auswirkungen, zu denen der Muskeldefekt „Woody Breast“ gehört, jedoch leicht gemildert werden können. „Woody Breast“, übersetzt „holzige Brust“, beschreibt ein Qualitätsproblem, das auf eine Muskelanomalie zurückzuführen ist. Dieser Zustand führt dazu, dass sich Hühnerbrustfleisch hart anfühlt und oft blass in der Farbe mit schlechter Textur ist. Die genaue Ursache ist nicht bekannt, kann aber mit schnellen Wachstumsraten verbunden sein. Woody Breast verursacht keine Gesundheits- oder Lebensmittelsicherheitsbedenken für Menschen und auch das Wohlbefinden des Huhns selbst wird nicht negativ beeinflusst. „Innerhalb der Grenzen der getesteten Werte können Valin und Isoleucin in der Nahrung gesenkt werden, ohne Mastleistung und Schlachtkörpermerkmale signifikant zu beeinflussen“, schreiben Maynard et al.

Verzweigtkettige Aminosäuren (BCAA) sind Aminosäuremoleküle mit einer ungewöhnlichen Struktur. Sie haben eine Seitenkette und einen Zweig, der aus einem zentralen Kohlenstoffatom besteht, an das drei oder mehr Kohlenstoffatome gebunden sind. BCAAs spielen eine Rolle bei Fettsäureoxidation, Immunfunktion und Gehirnfunktion. Während BCAAs ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Ernährung sind, gibt es einige Hinweise darauf, dass ein übermäßiger Verzehr von BCAAs, insbesondere von Leucin, zu neurologischen Störungen, Fettleibigkeit und anderen Gesundheitsproblemen führen kann.

Bis vor kurzem waren BCAA-Wechselwirkungen in der Geflügelfütterung aufgrund ihrer geringen Konzentrationen im Broilerfutter kein großes Problem und frühere Untersuchungen zeigten keine negativen Auswirkungen des Aminosäure-Antagonismus bei Broilern. Wenn aber der Rohproteingehalt im Broilerfutter steigt, werden BCAA-Wechselwirkungen zum Problem.

Für ihre Studie testeten die Forscher BCAA-Wechselwirkungen während zwei Stadien des Geflügelwachstums. Sie untersuchten die Valin- und Leucin-Wechselwirkungen während einer 32- bis 45-tägigen Finisherphase und bewerteten die Valin- und Isoleucin-Wechselwirkungen während einer 39- bis 52-tägigen Absetzphase.

Die Forscher fanden heraus, dass verzweigtkettige Antagonisten zwischen Valin und Leucin und Valin und Isoleucin in späteren Wachstumsphasen in der Geflügelproduktion wahrscheinlich unproblematisch sind. Das Fehlen signifikanter Wechselwirkungen zwischen diesen verzweigtkettigen Aminosäuren könne mit einem reduzierten Bedarf an BCAA für ältere Masthähnchen in Verbindung gebracht werden – und niedrigeren inhärenten Leucinspiegeln bei Diäten mit niedrigerem Protein-Finisher und Endmastfutter. Broiler, die mehr Valin und Leucin bekamen, zeigten eine geringe Zunahme von Woody Breast. In Zukunft wollen die Forscher genauer untersuchen, wie diese Aminosäuren das Problem beeinflussen.

Take-Home Messages
• Während Woody Breast selten ist, gibt es Hinweise darauf, dass Valin- und Leucin-Wechselwirkungen in proteinreichen Futtermitteln deren Häufigkeit erhöhen könnte.
• Eine geringfügige Verringerung dieser Aminosäurewerte kann Woody Breast reduzieren, ohne dass dies negative Auswirkungen auf die Leistung hat.

Die vollständige Veröffentlichung finden Sie hier.

Quelle: Der Hoftierarzt, Thomas Wengenroth
Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 2-2023

Imkertipp: Wie bienenfreundlich ist der Wald?

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Welche Rolle spielen Wälder als Lebensraum für Honigbienen? Dieser Frage ist ein Team um den Würzburger Biologen Dr. Benjamin Rutschmann nachgegangen. Dazu nutzten die Forscher Beobachtungsstöcke im Steigerwald.

Bienen verbindet man gemeinhin eher mit blühenden Wiesen als mit dichten Wäldern. Der Wald allerdings gilt als ursprünglicher Lebensraum der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera), da er Nistplätze in Form von Baumhöhlen bietet. Forscher der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) haben nun untersucht, inwieweit wirtschaftlich genutzte Laubwälder als Nahrungshabitat für die emsigen Insekten geeignet sind.

Zu diesem Zweck nutzten Benjamin Rutschmann und Patrick Kohl zwölf Beobachtungsstöcke im Steigerwald – der jeweilige Waldanteil variierte dabei für jedes Bienenvolk. Die beiden Wissenschaftler forschen an der JMU am Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie (Zoologie III), den Professor Ingolf Steffan-Dewenter leitet. Letzterer war ebenfalls an der Studie beteiligt, die nun im Journal of Applied Ecology erschienen ist.

Die Antworten stecken im Tanz
Honigbienen kommunizieren durch den sogenannten Schwänzeltanz. Insgesamt 2022 dieser Darbietungen filmte und analysierte das Team im Verlauf der Studie. Weil die Bienen ihren Artgenossinnen bei diesen Tänzen auch den ungefähren Standort einer Futterquelle mitteilen, konnten so Rückschlüsse auf Sammeldistanzen und Habitatpräferenzen gezogen werden. Das überraschende Ergebnis: Die Bienen nutzen den Wald weit weniger als erwartet. Völker, die tief im Wald lebten, mussten oft weite Strecken zur Nahrungsbeschaffung zurücklegen.

„Speziell im Spätsommer war die Versorgung mit Pollen im Wald nicht oder nur unzureichend gewährleistet, obwohl gerade dies eine kritische Zeit für die Bienenvölker und ihre Brut ist“, so Rutschmann. Einer der Hauptgründe dafür sei die Buche, die im Steigerwald mehr als 40 Prozent des Baumbestands ausmacht: „Buchenwälder sind dunkel, da wächst nicht viel am Boden. Kaum eine Pflanze kommt nach dem Kronenschluss mit den Lichtverhältnissen in Buchenwäldern klar, also fehlt die so wichtige diverse Krautschicht“, so der Biologe.

Die Bienen brauchen diversere Wälder
Honigtautrachten oder blühenden Baumarten, etwa Linde, Robinie und Kastanie oder auch Sträucher wie Brom- und Himbeere bieten den Bienen zwar während kurzer Zeiträume im Jahr eine wichtige Kohlenhydratquelle und teilweise auch Pollen als Proteinquelle; die Bienen brauchen allerdings über die ganze Saison ein ausgewogenes Futterangebot. „Für ein bienenfreundlicheres Umfeld sollten Waldbestände mit insektenbestäubten Bäumen – Kirsche, Linde, Ahorn, Weide, Ross- oder Edelkastanie – diversifiziert werden“, rät Rutschmann. Sekundäre Sukzessionen, also die natürliche Rückkehr der für einen Standort typischen Flora und Fauna, in Waldlücken zuzulassen, könnten dabei helfen.

Als wäre die mangelnde Nahrung nicht schon Problem genug, kommt für wildlebende Honigbienenvölker in bewirtschafteten Wäldern noch das geringe Angebot an Baumhöhlen erschwerend hinzu.

In einem möglichen nächsten Schritt könnte der Vergleich zu anderen europäischen Waldgebieten mit abweichender Baumartenzusammensetzung und Bewirtschaftung untersucht werden. Mehr natürliche Störungen und weniger Optimierung für wirtschaftliche Zwecke dürften nicht nur die Blütenvielfalt im Wald erhöhen, sondern auch die Überlebenschancen wildlebender Bienenvölker verbessern.

Nicht nur Honigbienen profitieren
Die Honigbiene braucht also einen diverseren Wald als Lebensraum. Einmal etabliert, trägt sie im Gegenzug auch maßgeblich zum Erhalt der Biodiversität bei. Die überwältigende Mehrheit der Pflanzen ist nämlich auf Fremdbestäubung angewiesen. Die Honigbiene wiederum gehört, neben zahlreichen anderen Wildbienenarten, zu den wichtigsten Bestäubern.

Von einem diverseren Wald profitiert nicht nur die Biene, sondern letztlich auch der Wald selbst – ein diverses Ökosystem ist ein gesundes Ökosystem und weniger anfällig für Schädlingsbefall. „Der Umbau der Wälder zu artenreichen Laubmischwäldern fördert nicht nur die Biodiversität, sondern auch die Anpassung an künftige Klimabedingungen“ betont Ingolf Steffan-Dewenter.

Die Forschung und Ursachensuche zum globalen und regionalen Rückgang der biologischen Vielfalt ist ein Kernbereich des Lehrstuhls Zoologie III. Die Arbeit mit Insekten bildet hierbei einen besonderen Schwerpunkt.

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Zuerst erschienen im E-Magazn „Der Hoftierarzt“ 2-2023

Lokale antibiotische Mastitisbehandlung: Mehr on-farm Diagnostik und selektiveres Vorgehen

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Eine Umfrage unter 99 teilnehmenden Betrieben aus Nord-, West- und Ostdeutschland zum Status quo in der Gabe von antibiotischen Mastitispräparaten hat ergeben, dass sich die befragten Betriebe durchaus mit dem Thema Antibiotikaresistenzen beschäftigen und bereit sind, Veränderungen vorzunhemen.

Zum Zeitpunkt der Umfrage 2021 war der wichtigste Mastitiskeim Streptokoccus uberis, gefolgt von Koagulase-negativen Streptokokken und Escherichia coli. Die Umfrage ergab, dass zuvor behandelte Mastitiden und die dabei gemachten Erfahrungen entscheidend dazu beitragen, wie bei erneuter Mastitis behandelt wird. Am häufigsten verschrieben die Tierärztinnen und Tierärzte auf diesen Betrieben Präparate mit der Wirkstoffkombination Cefalexin/Kanamycin und Amoxicillin/Clavulansäure/Prednisolon, mit etwas Abstand auch Procain-Penicilin. Doch auch kritische Antibiotika mit dem Wirkstoff Cefquinom und Cefoperazon wurden verwendet, allerdings in geringerem Maße. Als Behandlungsfrequenz bevorzugten die meisten Betriebe 24 Stunden gefolgt von 12 Stunden. Eine Frequenz von 48 Stunden in der Behandlung der Mastitis wurde eher abgelehnt.

Laut einer bereits 2019 durchgeführten Studie erfolgt die Verabreichung der antibiotischen Euterpräparate vor allem durch das Melkpersonal und die Landwirtinnen und Landwirte. Deshalb ist es für die Tierärztinnen und Tierärzte wichtig, neben der rein klinischen Behandlung auch die Bedürfnisse der verabreichenden Personen zu verstehen. Ein Schwerpunkt der Studie lag daher auch darauf, welche Eigenschaften der antibiotischen Euterinjektoren für das Personal besonders wichtig sind. Die Betriebe nannten folgende Gründe für die Auswahl einer Eutertube (absteigende Wichtigkeit): eine gute Erfahrung mit dem Produkt, gehört nicht zu den Reserveantibiotika, kurze Wartezeit, kurze Dauer der Anwendung, Anzahl der Tuben für die Behandlung.

Einige Betriebe äußerten Unsicherheit gegenüber der Wirksamkeit der Therapien und nutzten daher gerne Breitspektrum-Präparate aus Sorge vor wiederkehrenden Symptomen. Die meisten Anwenderinnen und Anwender wussten, dass der Einsatz dieser Breitspektrum-Präparate mit dem neuen Tierarzneimittelgesetz ab 2023 durch Schmalspektrum-Antibiotika verringert werden muss. Die Betriebe äußerten diesbezüglich verstärktes Interesse an on-farm Diagnostik mittels Schnelltests und selektiver Mastitisbehandlung. On-farm-Schnelltest ermöglich eine schnelle Bestimmung der Erregergruppen und dienen deshalb als Entscheidungshilfe.

Studie: Preine, Franziska et al.: „Status quo und Perspektiven der lokalen antibiotischen Mastitisbehandlung: eine Umfrage unter Landwirten in Deutschland.“ Der Praktische Tierarzt 12, 2022

Quelle: Der Hoftierarzt, Dr. Heike Engels
Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 2/2023

Tierwohlindikatoren: Was können die Hühner uns sagen? Signale erkennen und Verhalten verstehen

Auf die Legehennen im Stall und im Freiland wirken viele Einflüsse ein, die Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden haben. Leistung gut, alles gut – so einfach ist es nicht. Das Management und die Haltung beeinflussen die Gesundheit und das Verhalten. Wie sich anhand von Indikatoren das Tierwohl im eignen Bestand bewerten lässt, dazu referierte Dr. Daniel Gieseke, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel Witzenhausen, auf einem Vortrag des Netzwerk Fokus Tierwohl.

Der Hintergrund zur Eigenkontrolle des Tierwohls im Bestand bildet die Novellierung des Tierschutzgesetzes vom 07.08.2013 (Gültig für alle Nutztierhalter*innen ab 01.02.2014). TSchG §11 (8) besagt: „Wer Tiere zu Erwerbszwecken hält, hat durch betriebliche Eigenkontrollen sicherzustellen, dass die Anforderungen des § 2 („Tierhalternorm“) eingehalten werden. Insbesondere hat er zum Zwecke seiner Beurteilung, dass die Anforderungen des § 2 erfüllt sind, geeignete tierbezogene Merkmale (Tierschutzindikatoren) zu erheben und zu bewerten.“

So weit so gut, doch das Problem ist, dass das Tierschutzgesetz keine konkreten Vorgaben bzw. Ausführungsbestimmungen für Inhalt, Umfang und Häufigkeit der betrieblichen Eigenkontrolle enthält. Dr. Daniel Gieseke empfiehlt, die betriebliche Eigenkontrolle mittels des KTBL-Leitfadens für Geflügel durchzuführen.

Der KTBL-Leitfaden ist an die eigene betriebliche Situation anpassbar. Für die Stichprobe werden 50 Tiere benötigt. Dazu sind Hennen aus allen Bereichen der Haltungseinheit auszuwählen, bei Volierenhaltung Legehennen aus allen Ebenen. Es sollte immer die Henne neben der jeweils anvisierten Henne gegriffen werden. Dann kann mittels des Leitfadens eine Bonitur von Gefiederschäden, Hautverletzungen, Brustbeinschäden, Zehenverletzungen und Fußballenveränderungen erfolgen. Dr. Giesecke empfahl, die Erfassung von Tierschutzindikatoren als Chance und als Managementhilfe wahrzunehmen. Das Ergebnis könne als Basis für betriebsindividuelle Optimierungsmaßnahmen dienen. Der betriebliche Mehraufwand sei teilweise durch den Zusatznutzen kompensierbar und das Tierwohlniveau auf dem Betrieb kann nach Außen kommuniziert werden.

Auch für Halter von Broilern und Puten ist der Leitfaden geeignet. Hier ist bei der Bonitur auch auf Fersenhöckerveränderungen, Lahmheit sowie Schnabelkürzung bei Puten zu achten. Die entsprechenden Informationen hierzu enthält der Leitfaden.

KTBL-Leitfaden für Geflügel
Knierim et al. (2020):
Tierschutzindikatoren: Leitfaden für die Praxis – Geflügel (2.0)
Quelle: Der Hoftierarzt, Dr. Heike Engels

Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierazt“ 2/2023

Hühner vor Beutegreifern schützen, aber wie?

Von Patricia Lößner, Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA) in Dummerstorf

War es mit Sicherheit der Habicht oder könnte es nicht auch der Uhu gewesen sein? – fragt Michael Schanze, ausgebildeter Falkner und Betreiber einer Greifvogelauffangstation. „Das wissen wir nicht so genau.“ – antwortet eine Seminarteilnehmerin. „Im ersten Jahr hatten wir jedenfalls keine Probleme mit der Freilandhaltung unserer Legehennen, aber im Jahr darauf haben wir schon einige Tiere verloren. Seither scheint das Problem mit den Greifvögeln gravierender zu werden.“ Eine Situation, die für den Falkner nicht neu ist. Viele Geflügelhalter beklagen immer wieder Verluste, ohne dabei eigentlich zu wissen, wer der Verursacher ist. Das ist insofern kritisch, weil treffsichere Maßnahmen für den Schutz der Legehennen erst dann ergriffen werden können, wenn der Fressfeind bekannt ist. Um Legehennenhalter bei dieser Fragestellung zu unterstützen, lud die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern zu dem Präsenzseminar „Prädatoren verstehen und vorsorgen – Wie können sich Legehennenhalter schützen?“ im Rahmen des Netzwerkes Fokus Tierwohl, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, ein.

Häufig finden Landwirte den Rotmilan bei ihren verendeten Legehennen und machen diesen als Täter aus. Das ist jedoch eine Fehleinschätzung. Der Rotmilan ist ein Aasfresser und kann seine Beute aus bis zu 5 km Entfernung riechen. Er ist zumeist nur Nutznießer eines vorhergehenden Angriffs durch einen anderen Greifvogel. Das Weibchen des Rotmilans kann zwar kranke und eingeschränkte Hühner schlagen, die Gefahr, die von einem Habicht, Mäusebussard oder Uhu ausgeht, ist aber wesentlich höher. Der Uhu wird als Gefahrenquelle häufig unterschätzt. Tatsächlich ist er in der Lage, ein Huhn zu greifen und davon zu tragen. Dadurch fällt der Verlust nicht so schnell auf, da keine Überreste vorzufinden sind. Zudem jagt er zwischen 16 und 11 Uhr und wird während seiner Jagd häufig nicht gesichtet.


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BMEL startet Notifizierungsverfahren für Bundesförderung

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat das Notifizierungsverfahren für das geplante Bundesprogramm zur Förderung von Tierwohlställen eingeleitet. Finanziell gefördert werden sollen künftig sowohl Investitionen in Stall-Neu- und Umbauten als auch laufende Mehrkosten für höhere Tierhaltungsstandards. Die Förderung ist ein zentraler Baustein für den zukunftsfesten Umbau der Tierhaltung und soll zunächst in der Schweinehaltung für Sauen, Aufzuchtferkel und Mastschweine angeboten werden. Zuvor müssen die Fördergrundsätze bei der EU-Kommission notifiziert werden.

Dazu erklärt Bundesminister Cem Özdemir: „Mein Ministerium arbeitet hart für den zukunftsfesten Umbau der Tierhaltung, damit Landwirtinnen und Landwirte nach den Strukturbrüchen der letzten Jahre eine Perspektive bekommen. Ich will, dass der Umbau hin zu mehr Tierwohl sich auch für die Landwirtschaft rechnet. Die Verbraucherinnen und Verbraucher wollen bessere Haltungsstandards in den Ställen. Wenn die Betriebe Tiere besser halten, werden sie dabei künftig verlässlich unterstützt. Mit unserem Bundesprogramm geben wir Bäuerinnen und Bauern Planungssicherheit – egal in welchem Bundesland. Mir geht es darum, dass es auch in Zukunft gutes Fleisch aus Deutschland gibt.“

In einem ersten Schritt steht dafür über den Bundeshaushalt eine Milliarde Euro für die Schweinehaltung zur Verfügung: Keine Bundesregierung zuvor hat so viele Mittel für den zukunftsfesten Umbau der Tierhaltung bereitgestellt. Um eine möglichst hohe Planungssicherheit für die Betriebe zu gewährleisten, wird eine Förderlaufzeit von zehn Jahren angestrebt. Daneben diskutieren die Koalitionsfraktionen derzeit über ein geeignetes, zusätzliches Finanzierungsinstrument.

Investive Förderung:
Die Förderrichtlinien wurden auf Grundlage der Eingaben von Verbänden und Ländern in den beiden Anhörungsverfahren noch einmal überarbeitet und Vorschläge aufgegriffen. Die Förderung für Stall-Neu- oder Umbauten (investive Förderung) ist je nach Investitionssumme gestaffelt. Wer bis zu 500.000 Euro investiert, soll künftig eine Förderung von 60 Prozent der Gesamtbausumme erhalten. Für darüberhinausgehende Investitionen bis zwei Millionen Euro werden 50 Prozent der Kosten gefördert, die weiteren Kosten bis fünf Millionen Euro mit 30 Prozent. Die Förderung erhält, wer bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Der Stall muss tier- und umweltgerecht angelegt sein, beispielsweise mehr Platz bieten, und den Schweinen Zugang zum Außenklima oder Auslauf ermöglichen.

Förderung laufender Mehrkosten:
Die besonders artgerechte und umweltschonendere Haltung von Tieren verursacht höhere laufende Kosten, die ebenfalls von der Bundesförderung unterstützt wird. Für jede Sau bzw. für die im jeweiligen Jahr erzeugten Aufzuchtferkel oder Mastschweine können die Landwirtinnen und Landwirte gefördert werden. Die Förderung ist je nach Anzahl der gehaltenen Tiere gestaffelt. Für bis zu 50 Sauen, 1.500 Aufzuchtferkel und 1.500 Mastschweine werden 80 Prozent der laufenden Mehrkosten gefördert. Für darüberhinausgehende Tierzahlen bis 200 Sauen, 6.000 Aufzuchtferkel und 6.000 Mastschweine werden 70 Prozent der Mehrkosten gefördert.

Dabei ist zu beachten, dass dies keine Bestandsbegrenzung, sondern lediglich eine Förderobergrenze bedeutet. Das heißt, dass also auch Betriebe, die noch mehr Tiere halten, förderfähig sind. Zudem sind auch Teilbetriebsumstellungen förderfähig, um Betrieben den schrittweisen Einstieg in die Vermarktung von tiergerechter erzeugten Produkten zu ermöglichen. Ziel ist es, in möglichst vielen Betrieben Verbesserungen in der Tierhaltung zu erreichen.

Die Höhe der Pauschale für laufende Kosten wird durch das Thünen-Institut (TI) und das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) ermittelt. Die Betriebe müssen dazu bestimmte Kriterien einhalten. Dabei kommt es an auf die konkrete Bewirtschaftung, z. B. Einstreu mindestens im Liegebereich, Verwendung von Raufutter oder Fortbildungen der Betriebsleitenden zur tiergerechten Schweinehaltung. Besonders wichtig sind Kriterien, die konkret die Tiergesundheit betreffen. So sollen beispielsweise mindestens 70 Prozent der Tiere einen intakten, unkupierten Ringelschwanz haben. Auch sollen die Betriebe an einem System zur Verfolgung der Tiergesundheit teilnehmen, wo sie etwa von Veterinärinnen und Veterinären betreut werden.

Aus Gründen der Praktikabilität soll dabei auf bereits bestehende Initiativen und Strukturen aufgebaut werden. Das bedeutet, dass Organisationen und Kontrollstrukturen, die die Einhaltung der geforderten Kriterien durch ihre Mitglieder bzw. Teilnehmenden sicherstellen können, anerkannt werden können und staatlicherseits eine Kontrolle der Kontrolle erfolgt. In die Förderung sollen grundsätzlich nur die Betriebe einbezogen werden, die über eine Flächenausstattung verfügen, die dem Tierbestand entspricht (max. 2,0 GV/ha) oder über entsprechende Kooperationsverträge verfügen. Das Bundesprogramm soll durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) verwaltet werden.

Quelle: BMEL

Parasitenbehandlung: Da ist der Wurm drin!

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Von Dr. Heike Engels

Die Weidezeit fängt an und schon sind Würmer und deren Auswirkungen wieder ein Thema. Sollte überhaupt behandelt werden, wie ist das mit den Resistenzen, welche Auswirkungen haben die Entwurmungsmittel auf die Umwelt? Wer rechtzeitig die richtigen Maßnahmen ergreift, kann in der Weidesaison entspannt bleiben.

Die Weideparasiten befinden sich im Winter im Ruhestadium, sobald es allerdings zum Frühjahr hin wieder wärmer wird, leben Endoparasiten wie Lungen-, Magen-Darm-, Bandwurm auf und können ein Problem darstellen. Wo im Herbst keine Aufstallungsbehandlung erfolgt ist, ist damit zu rechnen, dass die Rinder im Frühjahr Wurmeier und Larven ausscheiden und damit bereits unmittelbar nach dem Austrieb die Weiden kontaminieren. Würmer überwintern aber auch als Larve auf der Weide und grasende Tiere nehmen sie mit beginnender Weidezeit über das Maul auf. Die aufgenommenen Larven dringen in die Drüsen des Labmagens (Ostertagia ostertagi) oder Dünndarms (Cooperia oncophora) ein, wo sie sich an die Schleimhaut anheften und diese schädigen. Binnen drei bis vier Wochen reifen sie zu geschlechtsreifen Würmern heran. Die von den weiblichen Würmern produzierten Eier gelangen mit dem Kot wieder erneut auf die Weide, wodurch sich das Infektionsrisiko mit zunehmender Weidedauer erhöht. Zusätzlich fördert das häufig verbreitete System der Standweide den Infektionsdruck. Ende Juli bis Anfang August ist meist der Höhepunkt des Parasitenbefalls erreicht. Insbesondere bei feuchtwarmer Witterung tritt dann verstärkt der große Lungenwurm auf. Mit einem massenhaften Befall ist vor allem in den Monaten Juli bis November zu rechnen.

Mäßiger Wurmkontakt erwünscht


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Rotavirus-Ausscheidungsmuster bei Jungsauen und deren Auswirkungen auf ihre Saugferkel

Ziel einer neuen Studie* von Anderson et al., Iowa State University, war die Bestimmung des Ausscheidungsmusters von Rotavirus A, B und C (RVA, RVB, RVC) bei Jungsauen nach der Gabe einer „natürlichen geplanten Exposition“ (NPE) mit Rotaviren und die Bewertung der Auswirkungen auf das Absetzgewicht der Ferkel , der Mortalität vor dem Absetzen und der RV-Ausscheidung. Die Studie wurde auf einem einzigen landwirtschaftlichen Jungsauen-Betrieb durchgeführt. Der Betrieb wurde ausgewählt, um das Szenario mit den größten Herausforderungen darzustellen, da bekannt ist, dass Jungsauen niedrigere Antikörpertiter in ihrem Kolostrum aufweisen als Sauen, die bereits mehrfach geferkelt haben. Die Autorinnen betonen deshalb, dass die Ergebnisse eingedenk der Variationsbreite landwirtschaftlicher Betriebe und Systeme sorgfältig interpretiert werden sollten.

Rotaviren sind weit verbreitete Durchfallerreger bei Schweinen. Von 10 Rotavirus-
Serogruppen sind Rotavirus A (RVA), Rotavirus B (RVB) und Rotavirus C (RVC) die
Hauptviren bei Schweinen. Rotaviren führen zu einer höheren Saugferkelsterblichkeit und einem geringeren Absetzgewicht. Studien zu Lebendimpfstoffen (MLVs) haben gezeigt, dass mit MLV geimpfte Ferkel vollständig vor einer Virusausscheidung geschützt werden können und sie eine aktive Immunität erlangen, die nach einer RV-Impfung erzeugt wird. Ob solch eine Immunität auch mit einem NPE-Programm erreicht werden kann, war ebenfalls Ziel dieser Studie.

Insgesamt 70 trächtige Jungsauen wurden in vier Gruppen eingeteilt. Gruppe I erhielt eine NPE 5, 4 und 3 Wochen vor der Geburt, Gruppe II 5 und 3 Wochen und Gruppe III nur 5 Wochen vor der Geburt. Eine Kontrollgruppe IV erhielt keine NPE. Es wurden Proben von 46 Jungsauen und deren Würfen (5 Ferkel je Wurf) insgesamt 12-mal getestet. Von den Ferkeln wurden ab dem Alter von 24 Stunden bis zum Alter von 6 Wochen wöchentlich Proben genommen und mittels qRT-PCR auf RVA, RVB und RVC getestet.


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Bienengesundheit: Hohe Winterverluste im Jahr 2022 – Beratung und Forschung entscheidend für die Zukunft

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Seit 2006 ist das Deutsche Bienenmonitoring (DeBiMo) den Winterverlusten von Honigbienen auf der Spur und hat sich zu einer der umfangreichsten Datenerhebungen zur Bienengesundheit in Europa entwickelt. Die forschenden Institute haben ihren neuen Bericht für das Jahr 2022 vorgelegt: Die Winterverluste waren vergangenes Jahr erhöht. Hauptgrund waren der Varroa-Befall und damit einhergehende Viruserkrankungen. Ein Mix aus Forschung und individueller Beratung soll in Zukunft eine noch effektivere Varroa-Bekämpfung ermöglichen. Neben Schulungsangeboten braucht es Daten und Wissenschaft: 65 Bienen-Projekte mit einer Fördersumme von über 16 Millionen Euro betreut die BLE derzeit für das BMEL.

Seit nunmehr 18 Jahren beproben Forschende aus sieben wissenschaftlichen Einrichtungen unter Federführung des Bieneninstituts der Universität Hohenheim in ganz Deutschland dreimal jährlich rund 1.200 Bienenvölker. Die Verluste der Monitoringvölker lagen im Winter 2021/22 im Durchschnitt bei 18,3 Prozent, schwankten aber regional zwischen 8,7 und 32,5 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht 2022 des Deutschen Bienenmonitorings hervor, das die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums als Projektträger betreut.

Die von der Wissenschaft ermittelten Ursachen für die zum Teil hohen Winterverluste 2021/22 waren – wie in den Vorjahren – die Folge eines Zusammenspiels mehrerer Faktoren. Eine Schlüsselrolle kommt dem Befall der Völker mit Varroa-Milben im Herbst und den damit einhergehenden Infektionen mit Viren zu. Völker, die im Winter 2021/22 starben, hatten einen höheren Varroa-Befall (9,4 Milben pro 100 Bienen) im Vergleich zu überlebenden Völkern (2,6 Milben pro 100 Bienen). Auch die Infektionsrate mit dem Flügeldeformationsvirus war in den Proben vor der Einwinterung deutlich höher als im vorangegangenen Jahr, was die höheren Verluste erklärt.

Was hilft? Beratung, individuelle Varroa-Bekämpfung und Forschung
Die am Monitoring beteiligten Bieneninstitute der Bundesländer sehen in der Varroa-Bekämpfung und der Eindämmung des Virenbefalls die essenziellen Ansätze, um Winterverluste deutlich zu reduzieren. Dabei kommt den Bieneninstituten eine Schlüsselrolle zu: Für den Wissenstransfer in die Imkerschaft vor Ort und die praxisgerechte Umsetzung über Netzwerke in der Imkerei braucht es Fortbildungsveranstaltungen, Schulungen, Vorträge, Lehrgänge und Rundschreiben.

Außerdem fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) derzeit über die BLE als Projektträger 65 Bienen-Projekte mit einer Fördersumme von 16,6 Millionen Euro. Besonders hervorzuheben sind 16 Verbundprojekte, die innovative Maßnahmen für gesunde und widerstandsfähige Bienen sowie bestäuberfreundlichen Pflanzenschutz und Pflanzenbau in Agrarräumen entwickeln. Die Vernetzung und ein gezielter Wissenstransfer werden durch die verbundübergreifende Maßnahme „Beenovation“ sichergestellt. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Datengrundlagen. Dafür arbeitet die BLE im Auftrag des BMEL im Projekt „Monitoring der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften“ (MonViA) mit. Im Teilmodul genetisches Monitoring von Honigbienenvölkern wird erstmalig deutschlandweit die Vielfalt der Honigbiene erfasst. Aus diesen Daten sollen Bedingungen für die Erhaltung gefährdeter Honigbienenlinien abgeleitet werden.

http://www.debimo.de: Imker-Blog und Infos für Laien
Auch das Deutsche Bienenmonitoring selbst trägt zu einem besseren Wissenstransfer in die Imkerpraxis bei: Unter http://www.debimo.de gewähren beteiligte Imkereien Einblicke in ihre Arbeit. Die Seite liefert Forschungsergebnisse aus erster Hand. Wer mehr als fünfzehn Bienenvölker hält und beim Bienenmonitoring mitmachen möchte, findet hier alle wichtigen Informationen zur Datenerhebung und Blog-Einträge von bereits aktiven Imkereien. Das Portal bietet zudem interessierten Bürgerinnen und Bürgern Erklärungen und Hilfestellung, um die Bienengesundheit, zum Beispiel im Kampf gegen den Varroamilbenbefall, zu verbessern.

Weitere Informationen hier.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Optimiert, um mehr zu erreichen: Boehringer Ingelheim hat die Ileitis-Schluckimpfung über Innovation immunologisch aufgewertet

Lawsonia intracellularis, der Erreger der Ileitis, ist zwar in nahezu allen Mastbeständen weit verbreitet, allerdings im Labor sehr schwierig anzuzüchten und zu vermehren. Auch in der Impfstoffproduktion ist die Anzucht der Lawsonien einer der herausforderndsten Schritte. Daneben durchläuft ein Lebendimpfstoff im Lyophilisierungsprozess eine sehr entscheidende, aber auch kritische Phase. Ziel aller Anstrengungen in der Impfstoffproduktion ist es, ein gleichmäßiges Maß an vitalen und optimal immunisierenden Lawsonien nach Auflösen des Impfkuchens zu gewährleisten. Boehringer Ingelheim als forschendes Unternehmen entwickelt seine Produkte und deren Darreichungsformen stetig weiter. So hat das Unternehmen jetzt wiederum wissenschaftliche Erkenntnisse in den Produktionsprozess übernommen, wodurch die Immunogenität gesteigert wird.

Die Ileitis- Schluckimpfung ist seit 2004 erfolgreich im Markt etabliert. Gerade in Zeiten hoher Futterkosten ist eine solche Impfung kaum wegzudenken. Über das Trinkwasser mit der Ileitis-Pumpe oder über das Flüssigfutter gelangt der Impfstoff stressfrei, nebenwirkungsfrei und einfach ins Schwein und schützt so zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Denn ein gesunder Darm bedeutet ein gesundes Schwein.

Warum vor allem eine orale Impfung so wirksam ist, erklärt dieses Video.

Quelle: Boehringer Ingelheim

Wie sieht die Schweinehaltung der Zukunft aus? #Expertise2023

Viele deutsche Schweinehalter wollen sich nicht mehr auf den Weg in die Zukunft begeben – für diese und für sich selbst sehen sie schwarz. Im November 2022 wurde mit 21,3 Mio. gehaltenen Schweinen ein neuer Tiefstwert erreicht. Zwischen 2012 und 2022 haben 55,2% der Ferkelerzeuger das Handtuch geworfen; der Sauenbestand ging um 34,1% zurück. Während Deutschland um 560.750 Sauen abstockt, baut Spanien den Gesamtbestand um 438.330Sauen auf.

Die Transformation der Schweinehaltung biete Chancen für den Tierschutz und stelle die Branche gleichzeitig vor große Herausforderungen in der Umsetzung, sagte Prof. Dr. Nicole Kemper (TiHo) zu Beginn ihres Vortrags auf der Expertise 2023.

Zukünftig gälten neue Anforderungen für Schweinehaltungssysteme, die sich an den Bedürfnissen der Tiere orientieren sollten, aber auch für den Menschen effizient, sicher und leistbar sein müssten. Viele Fragen zu Baurecht, Technik, Umwelt, Ökonomie, Markt, Ethik, Verbraucher- und Seuchenschutz warteten auf Antworten.

Vom Tier her gedacht sollten Haltungssysteme für Schweine – außer mehr Platz – einiges mehr bieten:

• Strukturierung der Bucht, damit die Schweine ihre Bedürfnisse ungehindert ausleben können (hier böten sich etwa erhöhte Ebenen – auch als Klimazonen – an)
• Funktionsbereiche, insbesondere Trennung von Kot-/Urin-Bereich und Liegeplatz (an der funktionssicheren Schweinetoilette würde allerdings noch gearbeitet)
• Beschäftigungsmaterial

Um Schweinehalter zu unterstützen böten sich z. B. am Schlachthof erhobene Tierschutzindikatoren an, die Hinweise auf Optimierungsmöglichkeiten in der Haltung liefern können. Auch die Genetik spiele eine wichtige Rolle: Sauen in Systemen ohne Fixierung müssten umgänglich und gleichzeitig mütterlich sein. Die züchterische Bearbeitung von Verhaltensmerkmalen aber sei möglich, ebenso wie z. B. auf Zucht auf Hitzetoleranz.

Die Digitalisierung könne helfen, etwa das „Experimentierfeld DigiSchwein“ und „TIPP“ (Transparency in Pig Production). Automatisierte Überwachung rund um die Uhr und Alarm bei Abweichungen sei heute bereits technisch möglich, wie auch Verhaltensüberwachung per Video und Geräusch-Analyse.

Vor allem aber müssten Zielkonflikte gelöst werden: sowohl zwischen Tierwohl und Ökonomie als auch zwischen Tierwohl und Emissionen/Biosicherheit. Zur Ökonomie liege der Vorschlag der Borchert-Kommission vor, zu Emissionen seien zunächst einmal Referenzwerte für Geruch und Ammoniak erforderlich. Im Projekt „EmiDat“ würden bereits Emissionen in Auslauf-Haltungen gemessen. Eine teilweise oder komplette Überdachung der Ausläufe könne zur Minimierung der Emissionen beitragen, aber immer werde Abwägung und Priorisierung nötig bleiben.

Die anstehenden Änderungen hätten erhebliche Auswirkungen auf alle Betriebe, vor allem bei den Ferkelerzeugern. In vorhandenen Gebäuden sei eine Anpassung an neue Vorgaben nur bei Bestands-Abstockung machbar. Immissionsschutz und Baurecht stellten derzeit die größten Hürden für Neubauten dar. Aber: Wissen, Expertise und Kompetenz sei in Deutschland vorhanden.

Politische Lösungsstrategien jedoch fehlten – auch nach einem Jahrzehnt der Diskussionen – immer noch. Schweinehaltung in Deutschland brauche Planungssicherheit und machbare Rahmenbedingungen um tiergerechte Haltungssysteme umsetzen zu können. Hier seien politische Lösungen, auch im globalen Kontext, gefragt. In diesem Sinne zitierte Nicole Kemper zum Schluss den Slogan:

„Maintain the social license for pig farming“
Erhalten Sie die soziale Lizenz für die Schweinehaltung!

Expertise 2023: eine hybride Fortbildungsveranstaltung für Tierärzte und Tierärztinnen von MSD Tiergesundheit (9./10. 5. 2023)

Wie sieht die Rinderhaltung der Zukunft aus? #Expertise2023

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Prof. Dr. Dr. Matthias Gauly (Freie Universität Bozen) erklärte gleich zu Beginn seines Vortrags auf der „Expertise 2023“, die externen Treiber der Veränderung seien: 1. NGOs und Gesellschaft (wobei offen bliebe, was Henne und was Ei ist). 2. Markt und Handel und erst dann 3. Politik und Gesetzgeber.

Zum Beispiel beschließen deutsche Handelsunternehmen ab 2022 Milch und Milchprodukte mit dem vierstufigen Label für Haltungsformen zu kennzeichnen und Aldi verkündet, für seine Milch-Eigenmarken ab 2030 nur noch Milch aus Haltungen der Stufen 3 und 4 zu verwenden. Alles ohne Zutun des Gesetzgebers.

Auf der Zukunfts-Agenda stehen nach Einschätzung des Professors aus Südtirol die Haltungsform, Gesundheit und Leistung, der Verbleib männlicher Kälber und die muttergebundene Kälberaufzucht. Weiter würden Klima, Flächenkonkurrenz, Regionalität, Verbrauchsgewohnheiten und Alternativprodukte an Bedeutung gewinnen.

Prof. Dr. Matthias Gauly Bild: © Freie Universität Bozen

Verbraucher bevorzugten in Befragungen eindeutig die Weidehaltung als: naturnah, liebevoll, umweltfreundlich, bäuerlich, gesund und tierfreundlich. Nach den Entscheidungskriterien für ihren Milchkauf gefragt, nennen 51,5% die Weidehaltung (an zweiter Stelle nach „GVO-frei“ mit 52,1%, 37,7% Regionalität, 31,6% niedrigen Preis, 19,1% Heufütterung und 10,4 % Biomilch – Spiller et al. 2014).

In Deutschland hätten 2020 aber nur 31 % aller Milchkühe mindestens sechs Monate Weidegang gehabt und bei Landwirten sei Weidehaltung nicht unbedingt beliebt, weil sie als unkalkulierbare Größe wahrgenommen („was genau frisst meine Kuh da draußen?“) und Stallhaltung – gerade in größeren Betrieben – als effizienter angesehen würde.

Aber: Kiefer und Bahrs verglichen 2015 Weide- und Stallbetriebe in Baden-Württemberg und Bayern, kalkulierten den Durchschnittsgewinn je Kuh und kamen auf € 1.054 bei Weide- und € 906 bei Stallhaltung. Ohne Berücksichtigung der Förderung aus der 2. Säule, kommt man auf praktisch gleiche Zahlen: € 803 in der Weide- und € 815 in der Stallhaltung.

Auch bei der Tiergesundheit zeige sich kein eindeutiges Bild. Armbrecht et al. (2015) bewerteten verschiedene Herden nach dem „Welfare Quality Protocol“ und fanden heraus, dass zwischen Kühen mit und ohne Weidegang am Ende der Weideperiode keine Unterschiede zu sehen sind. Am Ende der Winterperiode schnitten die Kühe aus Weidehaltung allerdings tendenziell schlechter ab.

Zum Themenkomplex „Gesundheit und Leistung“ mahnte Gauly Handlungsbedarf an und verwies auf einschlägige Untersuchungen: Roffeis und Waurich (2013) zeigten an Testherden in Brandenburg, dass ein hoher Anteil von Milchkühen der Leistungsgruppe (100 Tage-Milch-kg) krank war: von 87% bei Milchleistung unter 3.000 kg, bis zu 91% bei über 4.000 kg. Die bekannten PraeRi-Studien wiederum belegten hohe Lahmheits-Prävalenzen bei Milchkühen in ganz Deutschland.

Kälber dürften in Zukunft stärker in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Nicht nur die männlichen Tiere und deren Verbleib, sondern insgesamt alle Kälber als „schwache und besonders schützenswerte Lebewesen“ (was sich schon heute in den Änderungen der Transportverordnung zeige). Auch die muttergebundene Aufzucht dürfte in den nächsten Jahren verstärkt thematisiert werden, sagte der Wissenschaftler aus Italien.

Am zukunftsträchtigsten seien der Laufstall mit Weidegang und konsequentes Gesundheits-Monitoring bei Milchkühen (bei Stärkung der Zweinutzungsrassen). Männliche Kälber der Milchrassen würden zukünftig länger im Betrieb bleiben und ihr Transport eingeschränkt werden. Auch hier dürften Zweinutzungsrassen (evtl. kombiniert mit muttergebundener Aufzucht) an Bedeutung gewinnen.

Bei der Klimafrage gäbe es gute Argumente für die weitere Nutzung von Wiederkäuern (wie anders wäre Gras auch nutzbar?), aber die Systeme müssten optimiert werden, etwa in Zucht und Fütterung. Die Flächennutzung für eine reine Futtermittelproduktion werde vermutlich reduziert und grundfutterbasierte Erzeugung an Bedeutung gewinnen. Bei der Regionalität seine Nischenlösungen gefragt (wobei z. B. in Süddeutschland Österreich oder Frankreich eher zur „Region“ zählen sollten, als der nördlichste Zipfel Deutschlands).

Auf Seiten der Verbraucher dürfte die Zahl der „Flexitarier“ weiter steigen und deshalb sei mit einem weiteren Rückgang beim Verzehr tierischer Produkte zu rechnen. Aber auch die Nachfrage-Entwicklung bei Milch- und Fleisch-Alternativen hänge ab von Preis, Qualität und Nachhaltigkeit.

Fazit: In der Außenkommunikation kommt es zukünftig darauf an, die Kuh vom Image der „Methan-Produzentin“ zu befreien und ihre Haltungsbedingungen und Gesundheit zu verbessern, um Verbraucherwünschen, NGO-Agenden und den Marketing-Ideen des LEH erfolgreich zu begegnen.

Mit einem Verbot der Anbindehaltung, normativen Regelungen der Haltungssysteme (Nutztierhaltungsverordnung für Milchkühe), dem Ende der betäubungslosen Enthornung und einer Bestimmung von „Qualzucht“ bei Milchkühen stehen nach Prof. Gauly schon die nächsten Herausforderungen auf der politischen Agenda.

Expertise 2023: eine hybride Fortbildungsveranstaltung für Tierärzte und Tierärztinnen von MSD Tiergesundheit (9./10. 5. 2023)

Mitmachen! Online-Umfrage zum Thema Biosicherheit in Tierhaltungen

Das Friedrich-Loeffler-Institut führt im Rahmen eines Forschungsprojekts aktuell eine kurze, anonyme Online-Umfrage zum Thema Biosicherheit in Tierhaltungen durch (Bearbeitungszeit: ca. 5 min).

Dabei geht es vor allem darum, Erfahrungen sowie Meinungen aus der Praxis zu erhalten. Die erhobenen Daten sollen in zukünftigen Strategien zur Verbesserung der Biosicherheit mit eingebaut werden.

Durch das aktuelle Ausbruchsgeschehen der Afrikanischen Schweinepest sowie der Geflügelpest ist das Thema präsenter denn je. Nur im Austausch mit den potentiell betroffenen Landwirtinnen und Landwirten wird es dem FLI möglich sein, sinnvolle und praxisorientierte Maßnahmen zur Verbesserung der Biosicherheit auf den Weg zu bringen. Besonders ökologische Tierhaltung stehen im Falle eines Tierseuchenausbruchs vor schwerwiegenden Konsequenzen, da die Tiere mitunter aufgestallt werden müssen.

Tierhalterinnen und Tierhalter sind täglich mit dem Thema Biosicherheit auf Ihren Betrieben konfrontiert und müssen wissen, ob und wenn ja, welche Maßnahmen in Bezug auf eine Verbesserung der Biosicherheit sinnvoll sind.

Hier der Aufruf zur Studienteilnahme auf der Homepage des FLI und hier der direkte Link zur Umfrage.

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut

Tierwohlindikatoren: Was können die Hühner uns sagen? Signale erkennen und Verhalten verstehen

Auf die Legehennen im Stall und im Freiland wirken viele Einflüsse ein, die Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden haben. Leistung gut, alles gut – so einfach ist es nicht. Das Management und die Haltung beeinflussen die Gesundheit und das Verhalten. Wie sich anhand von Indikatoren das Tierwohl im eignen Bestand bewerten lässt, dazu referierte Dr. Daniel Gieseke, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel Witzenhausen, auf einem Vortrag des Netzwerk Fokus Tierwohl.

Der Hintergrund zur Eigenkontrolle des Tierwohls im Bestand bildet die Novellierung des Tierschutzgesetzes vom 07.08.2013 (Gültig für alle Nutztierhalter*innen ab 01.02.2014). TSchG §11 (8) besagt: „Wer Tiere zu Erwerbszwecken hält, hat durch betriebliche Eigenkontrollen sicherzustellen, dass die Anforderungen des § 2 („Tierhalternorm“) eingehalten werden. Insbesondere hat er zum Zwecke seiner Beurteilung, dass die Anforderungen des § 2 erfüllt sind, geeignete tierbezogene Merkmale (Tierschutzindikatoren) zu erheben und zu bewerten.“

So weit so gut, doch das Problem ist, dass das Tierschutzgesetz keine konkreten Vorgaben bzw. Ausführungsbestimmungen für Inhalt, Umfang und Häufigkeit der betrieblichen Eigenkontrolle enthält. Dr. Daniel Gieseke empfiehlt, die betriebliche Eigenkontrolle mittels des KTBL-Leitfadens für Geflügel durchzuführen.

Der KTBL-Leitfaden ist an die eigene betriebliche Situation anpassbar. Für die Stichprobe werden 50 Tiere benötigt. Dazu sind Hennen aus allen Bereichen der Haltungseinheit auszuwählen, bei Volierenhaltung Legehennen aus allen Ebenen. Es sollte immer die Henne neben der jeweils anvisierten Henne gegriffen werden. Dann kann mittels des Leitfadens eine Bonitur von Gefiederschäden, Hautverletzungen, Brustbeinschäden, Zehenverletzungen und Fußballenveränderungen erfolgen. Dr. Giesecke empfahl, die Erfassung von Tierschutzindikatoren als Chance und als Managementhilfe wahrzunehmen. Das Ergebnis könne als Basis für betriebsindividuelle Optimierungsmaßnahmen dienen. Der betriebliche Mehraufwand sei teilweise durch den Zusatznutzen kompensierbar und das Tierwohlniveau auf dem Betrieb kann nach Außen kommuniziert werden.

Auch für Halter von Broilern und Puten ist der Leitfaden geeignet. Hier ist bei der Bonitur auch auf Fersenhöckerveränderungen, Lahmheit sowie Schnabelkürzung bei Puten zu achten. Die entsprechenden Informationen hierzu enthält der Leitfaden.

KTBL-Leitfaden für Geflügel
Knierim et al. (2020):
Tierschutzindikatoren: Leitfaden für die Praxis – Geflügel (2.0)
Print oder E-Book: https://www.ktbl.de/shop

Quelle: Der Hoftierarzt, Dr. Heike Engels

Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 2-2023
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E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 2/2023 steht zum kostenfreien Abruf bereit

Liebe Leserinnen und Leser!

Droht mit der Vogelgrippe eine neue Pandemie? Für welche Szenarien reichen die Ressourcen? Hat Frankreich die Lösung? Welche Anforderungen sollten Impfstoffe erfüllen?

„Der Hoftierarzt“ Ausgabe 1/2023 steht für Sie zum Abruf bereit und bietet folgende Themen:

Schwerpunkt Gefügel
• Aviäre Influenza: Steht uns die nächste Pandemie bevor?
• Darmparasiten bei Bio- und Freiland-Legehennen
• Einstreu für Masthähnchen
• Hefen und Hefe-Produkte in der Geflügelernährung
• Sommerzeit ist Milbensaison
• Zusammenhang zwischen Valin-Leucin-Wechselwirkungen und Woody Breast?
• Gesetzliche Grundlagen zur Hobbyhaltung von Geflügel
• Broiler brauchen trockene Füße
• Interview: Wurmbefall beim Huhn
• Studie: Wurmbelastung in sächsischen Legehennenhaltungen
• Hühner vor Beutegreifern schützen, aber wie?
• Tierwohlindikatoren: Was können die Hühner uns sagen?

Rinder- Schweine – Schafe – Bienen
• Lokale antibiotische Mastitisbehandlung
• Parasitenbehandlung: Da ist der Wurm drin!
• Rotavirus-Ausscheidungsmuster bei Jungsauen
• Tiergesundheit und Fitness bei Schweinen
• Luftfiltration zur Verhinderung von PRRSV-Infektionen
• Moderhinke beim Schaf erkennen und behandeln
• Imkertipp: Wie bienenfreundlich ist der Wald?

Das Tiergesundheits-Magazin für Nutztierhalter erscheint alle zwei Monate im praktischen PDF-Format. Jetzt einfach hier registrieren, 1 x in der Bestätigungs-Mail klicken und dann gleich kostenfrei downloaden und lesen!

Lehr- und Versuchsanstalten rüsten sich mit SoundTalks®, dem Frühwarnsystem bei Husten

Atemwegserkrankungen bei Ferkel und Mastschweinen sind für eine Vielzahl von Schweinehaltern ein großes gesundheitliches Problem. Doch eine intensive Tierbeobachtung ist sehr zeitaufwändig und nicht objektiv. Zudem verhalten sich Schweine anders, wenn der Mensch in der Nähe ist.

SoundTalks® eröffnet neue Wege in der Tierbeobachtung. Hier wollen und müssen die Lehr- und Versuchsanstalten vorne dabei sein, um diese Systeme den Besucher*innen und Junglandwirt*innen näher zu bringen und zu erklären. Im Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp, Schleswig-Holstein, hängt SoundTalks® und zeigt zuverlässig Atemwegsprobleme an. Das Frühwarnsystem erkennt Atemwegserkrankungen mit Husten bis zu 5 Tage früher als eine routinemäßige Tierkontrolle. Es ermöglicht einen früheren Behandlungsbeginn, bevor die Tiere ernsthaft erkranken, in der Leistung abfallen und es zu finanziellen Einbußen kommt. Dabei ist die Technik absolut praxistauglich, robust und leicht zu installieren.

Gerade ausgezeichnet mit der DLG Innovations-Goldmedaille wurde dem Produkt auch der Animal Welfare AWARD verliehen. Tierwohl wird eine immer höhere Anforderung sein und es gilt auch hier Unterstützung bei der Dokumentation und der Kontrolle zu bekommen. Auch hier bietet das System durch das 24/7-Überwachungssystem einen klaren Vorteil. Es zeichnet alle Daten rund um die Uhr auf und bewertet sie.

Weitere Informationen und Videos unter www.soundtalks.de

Quelle: Boehringer Ingelheim

Rotes Höhenvieh – „Heimatrasse des Harzes“

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Ministerin Miriam Staudte beim Weideaustrieb auf dem Biohof Düna

Die 350 Meter vom Stall zur Weide müssen die zehn Jungbullen noch im Anhänger verbringen. Dann geht auf der Weide endlich die Klappe auf – und die Weidesaison für das Harzer Rote Höhenvieh los. Die Fleischrinder machen Bocksprünge und rennen gemeinsam den Hang hinunter. Für Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte war der Besuch auf dem Biohof Düna bei Osterode am Harz am heutigen Montag der erste Weideaustrieb, den sie begleiten durfte.

Miriam Staudte: „Den Tieren ist die Freude darüber, draußen auf der Weide sein zu können, richtig anzumerken. Weidetierhaltung ist die artgerechteste Haltungsform für Rinder. Deshalb wollen wir die Weidehaltung ausbauen. Der Biohof Düna verknüpft in vorbildlicher Weise Landwirtschaft und Landschaftspflege.“

Der Hof wird von Daniel und Johanna Wehmeyer (beide 41 Jahre) geführt.
Sie halten die Rinderrasse Harzer Rotes Höhenvieh auf 320 Hektar Grünland und bestellen zudem 160 Hektar Ackerland. Das Biofutter für die rund 270 Tiere produzieren sie selbst. Die Bullen leben mindestens zwei Sommer auf der Weide. „Es gehen alle 14 Tage zwei Tiere in die Schlachtung, aber das ist ein Zyklus. Es kommen auch immer welche nach“, sagt Vater Dieter Wehmeyer, der seinen Sohn auf dem Hof unterstützt.

Im vorderen Stallabteil, abgegrenzt von den übrigen Rindern, bringt eine Kuh während des Besuchs der Ministerin auf dem Hof gerade Zwillinge zur Welt. Das Harzer Rote Höhenvieh ist vom Aussterben bedroht und steht auf der Roten Liste der der gefährdeten Nutztierrassen in der Kategorie „Beobachtungspopulation“. Das Land Niedersachsen fördert die Tiere solcher seltenen und gefährdeten einheimischen Nutztierrassen mit 200 Euro pro Großvieheinheit aus GAK-Mitteln (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“). Die Rassen müssen dabei einen kulturhistorischen Bezug zu Niedersachsen haben, mindestens fünf Jahre gehalten und aktiv züchterisch genutzt werden. Beim Harzer Roten Höhenvieh hat dies bereits Erfolge gezeigt. Seit Ende der 1990er Jahre hat sich ihr Bestand verfünffacht.

Daniel Wehmeyer: „Das Rote Höhenvieh ist die Heimatrasse des Harzes. In jedem Haushalt gab es ein bis drei Kühe, die die Familie ernährt haben, während die Bergmänner unter Tage Erze geschürft haben. Die Kuh der Bergmannsfrauen ist mir durch ihre Robustheit und Schönheit früh ans Herz gewachsen.“

Auch die Weidenutzung in Hanglagen – hier darf nur minimal gedüngt werden und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel dürfen generell nicht zum Einsatz kommen – unterstützt Niedersachsen im Rahmen der Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) genauso wie den Erhalt von artenreichem Dauergrünland.

Wie auf dem Hof von Familie Wehmeyer startet derzeit landauf, landab die Weidesaison für die Niedersächsischen Rinder. Besonderer Anreiz für Milchviehhalter*innen, ihre Tiere auf die Weide zu lassen, ist die neue Sommerweideprämie: Im Rahmen der neuen EU-Förderperiode gibt es in Niedersachsen seit diesem Jahr eine neue Sommerweideprämie für Milchkühe. Die Prämienhöhe beträgt 75 Euro je Milchkuh in der konventionellen Landwirtschaft sowie reduziert 51 Euro je Milchkuh in der ökologischen Landwirtschaft, da diese weitere Fördermöglichkeiten haben. Möglich ist eine Förderung für Betriebe, die ihre Tiere vom 16. Mai bis zum 15. September für mindestens sechs Stunden pro Tag auf der Weide halten.

Mehr Informationen über den Hof finden Sie hier.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz