Förderbescheid im Rahmen der Bundesinitiative „Ställe der Zukunft“ virtuell übergeben

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Mit Forschung zu mehr Tierwohl – Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf startet Innovationsnetzwerk für gesunde und „glückliche“ Kühe

Das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie in Dummerstorf hat sich erfolgreich bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) für die Förderung eines Innovationsnetzwerkes im Rahmen der Nutztierstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft beworben. Die geförderten Innovationsnetzwerke sollen Experimentierställe entwickeln, die die Grundlage für „Ställe der Zukunft“ in der praktischen Tierhaltung darstellen. Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (MdB) im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat den Förderbescheid in einer Videokonferenz virtuell übergeben.

Grundlage ist die Richtlinie zur Förderung der Einrichtung von Innovationsnetzwerken und Experimentierställen zur Entwicklung von „Ställen der Zukunft“ für die Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung vom 2. Januar 2020.

„Das Programm ist auf die Entwicklung in der landwirtschaftlichen Praxis realisierbarer Stallbaukonzepte und innovativer Methoden für die Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung ausgerichtet, die das Tierwohl verbessern und damit zur gesellschaftlichen Akzeptanz beitragen sollen“, betonte FBN-Vorstand Prof. Dr. Klaus Wimmers. „Das gibt uns Rückenwind, da wir seit vielen Jahren die Verbesserung von Tierwohl und Tiergesundheit als Forschungsschwerpunkt in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen. Umfassende Investitionen in neue und modernisierte Ställe für Milchkühe in den letzten Jahren haben die Haltungsbedingungen für die Tiere verbessern können, aber in der Digitalisierung, ‚Smart Farming‘ und der Entwicklung und Nutzung von Biomarkern steckt noch viel Potenzial für weitere zukünftige Verbesserungen.“

Das Ziel ist der „Milchviehstalls der Zukunft“
Das FBN hat den Zuschlag für den Aufbau eines Netzwerkes „Innovationen für gesunde und „glückliche“ Kühe erhalten, an dem unter der Leitung des Forschungsinstitutes für Nutztierbiologie Dummerstorf auch die Hochschule Neubrandenburg, die Tierärztliche Hochschule Hannover, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Sachsen und das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems beteiligt sind. Das Netzwerk unter Projektleitung der Tierärztin Dr. Lisa Bachmann verfolgt als Zielstellung unter anderem die Entwicklung von Ställen, die auf die Sinneswahrnehmung und physiologischen Bedürfnisse der Tiere ausgerichtet sind. Zudem sollen wirtschaftliche und tiergerechte Managementkonzepte zur angepassten Laktationsdauer und für den Umgang mit männlichen Milchrindkälbern bearbeitet werden. Weiterhin ist den Antragstellern die Biosicherheit von Milchviehställen und die Nutzung von Weide und Auslaufflächen ein wichtiges Anliegen. Alle Maßnahmen sollen dazu dienen, das Tierwohl zu verbessern, aber auch helfen, den Einsatz von Antibiotika zu minimieren und die tierhaltungsbedingten Emissionen zu reduzieren.

„Die Fördersumme ist für den ersten Schritt im Rahmen der Bundesinitiative gedacht, innerhalb der nächsten sechs Monate ein innovatives Stallbaukonzept zu erarbeiten, um die beschriebenen Ziele umzusetzen“, erläuterte Dr. Lisa Bachmann. „Alle Lösungen, die von dem Innovationsnetzwerk erarbeitet werden, stellen das Wohlbefinden der Tiere in den Mittelpunkt und sollen in einem weiteren Projektantrag mit einer anschließenden Laufzeit von drei Jahren für den Bau eines ‚Milchviehstalls der Zukunft‘ als Experimentierstall in Dummerstorf münden.“

Messsysteme für die Kuhgesundheit auf dem Prüfstand
Außer den Kriterien zu Tierwohl, Tiergesundheit und Umweltwirkungen, die durch Forschungsergebnisse zur Verfügung stehen, sollen auch die Sinneswahrnehmung und das arttypische Verhalten von Kühen und Kälbern in die Bewertung von Maßnahmen mit einfließen. Dazu soll unter anderem die vom Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) Echem der Landwirtschaftskammer Niedersachsen entwickelte Virtual-Reality-Brille, die die visuelle Wahrnehmung von Kühen simuliert, genutzt werden.

Auch die am FBN vorhandenen Systeme zur Erfassung von Tierverhalten und Tiergesundheit sollen in das Projekt integriert werden. Das betrifft beispielsweise Elektronische Fress-Wiegetröge zur Messung der Futter- und Wasseraufnahme, den Moo-Monitor zur Erfassung von Aktivitäten, Fress- und Liegezeiten, die Trittschallplatte zur Überwachung der Gliedmaßengesundheit sowie den Kälbertränkeautomaten für die Einzel- und Gruppenfütterung und diverse Videoaufzeichnungen für verhaltensphysiologische Untersuchungen, zur Beurteilung der Körperkondition und Geburtsüberwachung.

Quelle: Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN

Forum angewandte Forschung 2021

Neueste Versuchsergebnisse zur Rinder- und Schweinefütterung digital präsentiert

Die diesjährige digitale 21. Arbeitstagung „Forum angewandte Forschung in der Rinder- und Schweinefütterung“ am 27. und 28. April. 2021 stand unter dem Schwerpunkt „Tierwohl ↔ Nutztier ↔ Bioökonomie“. Plenarbeiträge zu fütterungsassoziierten Verhaltensproblemen und ein umfassender Plenumsvortrag mit anschließender Diskussion wurden um jeweils einen Workshop „Das Nutztier (Rind, Schwein) im Fokus“ ergänzt. Daneben wurden in 44 Beiträgen die neuesten Versuchsergebnisse seitens öffentlicher Versuchseinrichtungen und aus der Wirtschaft/Industrie präsentiert.

Der Tagungsband kann zum Preis von 20 € über den Verband der Landwirtschaftskammern, Geschäftsstelle VFT, Haus Düsse 2, 59505 Bad Sassendorf, Tel. 02945 9690 540, Fax 02945 9690 542, E-Mail k-h.gruenewald@vlk-agrar.de bezogen werden.

Tierwohl ↔ Nutztier ↔ Bioökonomie
Ausgehend von gesellschaftlicher Kritik zu grundsätzlichen Fragen der Tiernutzung ist die Tierhaltung (speziell Haltungssysteme u. a.) neu zu hinterfragen. Dabei sollte das Nutztier im Fokus stehen und die Haltung auf die Bedürfnisse des Tieres ausgerichtet sein. Einerseits gilt es, das Tierwohl zu gewährleisten, andererseits ist über den Transfer von für den Menschen nicht direkt essbarer Biomasse in Lebensmittel der Beitrag der Nutztierfütterung in der Bioökonomie hervorzuheben. Dr. Antje Schubbert vom Friedrich-Loeffler-Institut, Institut für Tierschutz und Tierhaltung, ging auf die Anforderungen der Tiere an die Nahrungsaufnahme (Beschäftigung mit Futtersuche, Futter- und Nährstoffaufnahme), insbesondere die „natürlichen“ Verhaltensweisen und resultierendes Fehlverhalten bei deren Unterdrückung ein. Als Ursache für Fehlverhalten wurden u. a. die fehlende Beschäftigungszeit mit der Futteraufnahme und die mangelnde Sättigung bei der modernen Haltung und Vorlage von nährstoffreichem/konzentriertem leicht verdaulichem Futter in reizarmer Umgebung angesprochen. In den Workshops wurde dies für die Bereiche Rind und Schwein mit jeweils drei Beiträgen (zu Verhalten, Haltungssystemen, Futter/Fütterung) einzeln vertieft. Ausgehend von den natürlichen Verhaltensweisen bei verschiedenen Funktionskreisen (Abliegen, Aufstehen, Futtersuche, Nestbau …) erfolgt die Beurteilung der derzeit genutzten Haltungs-/Fütterungssysteme auf deren Schwächen und mögliche Verbesserungen. Dazu ist eine gesamtbetriebliche Sicht notwendig, damit einzelne Bereiche „zusammenpassen“ und so auch praktisch umsetzbar sind. Im Einzelnen betrifft das auch mögliche Änderungen in der Wahl der Futterkomponenten und der Fütterungstechnik und v. a. höhere Freiheitsgrade für die Tiere bei der Futterwahl.

Als praktische Beispiele wurden die zusätzliche Gabe von Kräutern (mit sekundären Pflanzeninhaltsstoffen) für Rinder bzw. eine zweite Futterstrecke mit faserreichem „Beschäftigungsfutter“ für Schweine angesprochen.

Können wir uns in Zukunft überhaupt noch Tierhaltung leisten?
Mit diesem Titel zeigte Prof. Dr. Wilhelm Windisch von der Technischen Universität München ausgehend von den Herausforderungen zu Klimaschutz (Nährstoff-/Schadgasemissionen), Nahrungskonkurrenz (Trog – Teller) sowie Nahrungsmittelversorgung der steigenden Weltbevölkerung auf, dass Nutztiere grundsätzlich nicht als Umweltverschmutzer anzusehen sind. Im Gegenteil – die Tierhaltung beschleunige die Biomasse-Produktion und liefert dazu hochwertige Lebensmittel. Dies liege am Alleinstellungsmerkmal der Nutztiere, aus nicht essbarer Biomasse über die Verdauung und den Stoffwechsel der Tiere für den Menschen nutzbare Biomasse (essbares Protein) = Lebensmittel zu erzeugen. Um die Nahrungsversorgung der Weltbevölkerung zu sichern, sei langfristig der Anteil pflanzlicher Nahrungskomponenten deutlich zu erhöhen. Hierbei unterstütze die Tierhaltung, da sowohl absolutes Grünland und Nebenprodukte der Lebensmittel-Herstellung (nicht essbar) als auch Lebensmittel-Reste nutzbar gemacht würden. Dabei sei die Nahrungsproduktion im Gesamtsystem zu betrachten und nicht nur einzelne Kulturen mitten in oder aus der Fruchtfolge. Und da auch die Emissionen auf das Gesamtsystem zu beziehen sind, sei die Tierhaltung letztlich fachlich notwendig – der Umfang und die Intensität dabei an die regionale Situation anzupassen.

Weitere aktuelle Versuchsergebnisse wurden im Bereich Rind zu den Themen „Aufzucht/Mast“, „Fütterungsstrategien & Controlling“, „Emissionen“, „N- und P-reduzierte Fütterung“, „Fütterungssysteme“, „Mineralstoffe“ und „Futterbewertung“, im Bereich Schwein zu den Themen „Protein- und Aminosäuren-Versorgung“, „P-Reduzierung“, „Beschäftigungs-/Sättigungsfutter“ und „Zusatzstoffe“ vorgestellt und intensiv von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert.

Das Forum angewandte Forschung in der Rinder- und Schweinefütterung ist die bundesweite Plattform für den Austausch von Versuchsergebnissen der praxisorientierten Forschung und die Abstimmung methodischer Vorgehensweisen. Ausrichter ist der VLK in Zusammenarbeit mit der DLG unter Mitwirkung des FLI und des VDLUFA.

Quelle: Verband der Landwirtschaftskammern

Ministerin Otte-Kinast untersagt Langstreckentransport nach Marokko

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Erlass an den Landkreis Aurich verbietet den Export von 270 Zuchtrindern – Erneuter Appell an den Bund

Die Abfertigung eines Transports von 270 tragenden Zuchtrindern nach Marokko hat das niedersächsische Landwirtschaftsministerium (ML) am heutigen Freitag untersagt. Der Erlass wurde dem Landkreis Aurich als zuständiger Behörde übersandt. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast: „Der Tierschutz hat für mich eine hohe Priorität. Deshalb gibt es keinen Freifahrtschein für diesen Transport mit tragenden Kühen nach Marokko. Leider müssen wir davon ausgehen, dass Tierschutzmindeststandards dort vor Ort nicht eingehalten werden. Deshalb verbieten wir diesen Transport.“

Konkret vertritt das Ministerium in dem Erlass die Rechtsauffassung, dass bei einem Export ein tierschutzwidriger Vorgang zu erwarten ist. Die ca. 270 Zuchtrinder würden mit hinreichender Wahrscheinlichkeit in Marokko tierschutzwidrig behandelt, weil bei einer Schlachtung der Tiere Tierschutzmindeststandards nicht gewährleistet sind. Das Schlachten ohne Betäubung (Schächten) ist gängige Praxis, dies ist in Deutschland nur in begründeten Ausnahmefällen und unter strengen Voraussetzungen unter Vermeidung von erheblichen Schmerzen und Leiden zulässig ist. Dabei ist es aus Sicht des ML irrelevant, dass es sich um Zuchttiere handelt. Die Rinder könnten aufgrund des Tiergesundheitsrechts nicht zurück in die EU gelangen und würden dementsprechend zwangsläufig in Marokko geschlachtet. Der Tierschutz ist seit 2002 als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Die Staatszielbestimmung verpflichtet dazu, dem Tierschutz zu einem möglichst hohen Stellenwert im Rechts- und Wertesystems zu verhelfen.

Ob der betroffene Unternehmer gegen den Erlass des ML klagt, bleibt abzuwarten. In diesem Fall würde ein Gericht darüber entscheiden, ob der Transport der 270 Zuchtrinder nach Marokko durchgeführt wird. Auch vor diesem Hintergrund appelliert Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast noch einmal an den Bund: „Wir brauchen ein Verbot der Beförderung von Tieren in Drittstaaten, in denen die Einhaltung des Tierschutzes nicht gewährleistet ist. Die Entschließung des Bundesrates liegt seit Februar vor – der Bund muss nun endlich handeln!“

In der Entschließung fordern die Länder den Bund auf, von einer im Tierschutzgesetz enthaltenen Ermächtigungsgrundlage (§ 12 Abs. 2 Nr. 3 TierSchG) Gebrauch zu machen. Danach kann der Export von Rindern in bestimmte Länder verboten werden, wenn die Gefahr besteht, dass den Tieren in den Bestimmungsstaaten durch unsachgemäße Haltung und Umgang bis zu ihrer Tötung erhebliche Leiden, Schmerzen und Schäden zugefügt werden. Parallel setzt Ministerin Otte-Kinast sich auf EU-Ebene für einen besseren Tierschutz ein: „Die aus dem Jahr 2005 stammende Verordnung braucht dringend eine Überarbeitung!“ Aus Sicht der Ministerin müssten insbesondere individuelle Notfallpläne für Transportrouten verbindlich vorgelegt werden.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Bundesprogramm Nutztierhaltung – neues Projekt „Innovationsnetzwerk Rind“ startet

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Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert im Rahmen des Bundesprogramms Nutztierhaltung das Vorhaben „Bildung eines Netzwerks zur Erstellung eines Tierwohl-Konzepts unter Berücksichtigung der Sinneswahrnehmung von Kühen zur Erforschung von innovativen Haltungs- und Managementlösungen von Milchkühen und deren Nachzucht“.

Ziel ist der Aufbau eines Innovationsnetzwerks für die Tierart Rind, bei dem die Fragestellungen insbesondere bezogen auf das Tier, seine Bedürfnisse, sein Verhalten, seine Sinneswahrnehmung und Haltungsumwelt beantwortet werden sollen. Dabei werden unter anderem unterschiedliche Stallbaukonzepte für die Abkalbung mit muttergebundener Aufzucht oder Haltung von Kälbern und Kühen in Familienherden erarbeitet und die bedarfsgerechte Fütterung, die Nutzung von Ausläufen und Weiden, die Aufzucht sowie die Mast männlicher Milchrindkälber thematisiert. Die bauliche Umsetzung der erarbeiteten Konzepte ist in einem anschließenden Folgeprojekt geplant.

Um das Vorhaben erfolgreich durchzuführen erhalten das Institut für Nutztierbiologie und seine assoziierten Projektpartner (Friedrich-Loeffler-Institut, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Hochschule Neubrandenburg und Tierärztliche Hochschule Hannover) eine Fördersumme von zunächst 67.657,80 Euro. Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Hans-Joachim Fuchtel, hat den entsprechenden Förderbescheid am Donnerstag digital übergeben.

Hans-Joachim Fuchtel: „Durch die konsequente Weiterentwicklung der Haltungsbedingungen wollen wir das Tierwohl in den Ställen verbessern. Deshalb fördern wir im Rahmen des Bundesprogramms Nutztierhaltung das neue Projekt „Innovationsnetzwerk Rind“, das die Erstellung eines Tierwohl-Konzepts zum Ziel hat. Es geht darum, Wissen und innovative Ideen an einer Stelle zu bündeln und so die Rinderhaltung zukunftsfähig zu machen.“

Hintergrund:
Das Bundesprogramm Nutztierhaltung ist ein wesentlicher Teil der Nutztierstrategie des Bundes. Das Gesamtkonzept der Nutztierstrategie wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft initiiert, um den großen Herausforderungen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft in Deutschland Rechnung zu tragen. Mit der Projektträgerschaft des Bundesprogramms Nutztierhaltung hat das BMEL die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung beauftragt.

Detaillierte Informationen finden Sie auch unter www.nutztierhaltung.de

Bundesprogramm Nutztierhaltung – neues Projekt „Innovationsnetzwerk Schwein“ startet

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert im Rahmen des Bundesprogramms Nutztierhaltung das Vorhaben „Einrichtung von Innovationsnetzwerken und Experimentierställen zur Entwicklung von ‚Ställen der Zukunft‘ für Schweine“.

Ziel ist der Aufbau eines Innovationsnetzwerks Schwein. In diesem Netzwerk werden unterschiedliche Experten zusammenkommen, um innovative und zukunftsfähige Haltungssysteme (Zukunftsställe) für die Schweinehaltung in Deutschland zu entwickeln. Im Fokus des Netzwerks stehen bauliche Lösungen, die auf die Anforderungen der Stufe 3 des geplanten, staatlichen Tierwohlkennzeichens abzielen. Vorranging wird bei der Konzipierung das Tierwohl betrachtet, aber auch die Umweltverträglichkeit und die Wirtschaftlichkeit der Innovationen werden in die Betrachtung miteinbezogen. Im Anschluss sollen in einem Folgeprojekt die erarbeiteten Konzepte in Experimentierställen baulich umgesetzt und erprobt werden.

Um das Vorhaben erfolgreich durchzuführen erhält das Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg eine Fördersumme von 118.186 Euro. Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Hans-Joachim Fuchtel, hat den Förderbescheid am Donnerstag digital übergeben.

Hans-Joachim Fuchtel: „Es ist wichtig, Wissen und innovative Ideen für zukunfts- und umsetzungsfähige Haltungssysteme und Stallsysteme zu bündeln und weiterzuentwickeln. Das Innovationsnetzwerk Schwein bietet dafür eine gute Plattform, die wir im Rahmen des Bundesprogramm Nutztierhaltung fördern.“

Hintergrund:
Das Bundesprogramm Nutztierhaltung ist ein wesentlicher Teil der Nutztierstrategie des Bundes. Das Gesamtkonzept der Nutztierstrategie wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft initiiert, um den großen Herausforderungen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft in Deutschland Rechnung zu tragen. Mit der Projektträgerschaft des Bundesprogramms Nutztierhaltung hat das BMEL die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung beauftragt. Gleichzeitig mit der Projektträgerschaft wurde im Referat Tierhaltung, Modellvorhaben Tier, eine Geschäftsstelle eingerichtet.

Detaillierte Informationen finden Sie auch unter www.nutztierhaltung.de

Quelle: BMEL

Schluss mit Fliegen und Dysenterie in der Schweinehaltung!

Fliegen sind nicht nur lästig, sie übertragen auch die Erreger der Dysenterie und anderer Krankheiten von der Gülle auf den Tierbestand. Die Erreger der Dysenterie werden mit dem Kot ausgeschieden. In der Gülle bleiben sie bis zu 8 Monate ansteckungsfähig. Gleichzeitig ist die im Stall lagernde Gülle eine ideale Brutstätte für Fliegen. Der Kampf gegen die Dysenterie ist nur zu gewinnen, wenn der Infektionsdruck bereits aus der Gülle heraus gestoppt wird. Unterbrechen Sie diesen Teufelskreis! Behandeln Sie die im Stall verbleibende Gülle mit Alzogur®! Das sorgt über viele Wochen für einen wirksamen Schutz vor Fliegen und Dysenterie.

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Quelle: AlzChem Trostberg GmbH

EuGH bestätigt Neonikotinoidverbot

2013 hatten die Konzerne Syngenta und Bayer CropScience gegen die Entscheidung der EU-Kommission geklagt, den Einsatz der Neonikotinoide Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam einzuschränken. Begründet wurde die Klage damit, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hätte die Wirkstoffe ungenau und unvollständig geprüft. Das Europäische Gericht hatte die Klage im Mai 2018 in vollem Umfang abgewiesen. Dagegen hatte Bayer CropScience wiederum Rechtsmittel eingelegt und beantragt, das Urteil und die Anwendungsbeschränkungen aufzuheben. Heute wiesen die Luxemburger Richter die Klage des Chemiekonzerns zurück.

Der Präsident des Deutschen Imkerbundes e.V., Torsten Ellmann, begrüßt das Urteil: „Unser Verband setzt sich seit Jahren für eine Stärkung des Bienen- und Produktschutzes ein, der durch die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln nicht gefährdet werden darf. Zur chronischen und subletalen Wirkung von Neonikotinoiden auf Honigbienen wurden viele Untersuchungen durchgeführt und festgestellt, dass diese Wirkstoffe unter anderem den Reproduktionserfolg von Königinnen und Drohnen beeinflussen, die Mittel Auswirkungen auf die Entwicklung der Futtersaftdrüsen von Ammenbienen haben, das Lern- und Orientierungsverhalten beeinflussen sowie die Abläufe im komplexen Bienenstocksystem stören. Die Richter haben mit ihrem heutigen Urteil bestätigt, dass die Anwendungseinschränkung zu Recht besteht.“

Über den Deutschen Imkerbund
Der Deutsche Imkerbund e.V. vertritt als Dachorganisation die Interessen von über 130.000 Imkern seiner 19 Mitgliedsverbände und ist damit der größte europäische Zusammenschluss. Zweck des Deutschen Imkerbundes e.V. ist es, die Bienenhaltung zu fördern und zu verbreiten, damit durch die Bestäubungstätigkeit der Honigbiene an Wild- und Kulturpflanzen eine artenreiche Natur erhalten bleibt. Zum Schutz aller Blüten besuchenden Insekten wirkt der Deutsche Imkerbund e.V. im Naturschutz und in der Landschaftspflege mit.

Gemeinsam leisten unsere Imkereien, die ganz überwiegend in der Freizeit rund 900.000 Bienenvölker betreuen, einen unverzichtbaren Beitrag für eine reichhaltige und intakte Umwelt durch die Sicherung der Bestäubung mit einem volkswirtschaftlichen Nutzen von rd. 3 Mrd. Euro jährlich.

Die enge Verflechtung von Naturschutz und der Wahrung imkerlicher Interessen schafft zugleich die Voraussetzungen für unverfälschte und hochwertige Bienenerzeugnisse. Der Deutsche Imkerbund e.V. wahrt für seine Mitglieder als Markeninhaber die Schutzrechte und besonderen Qualitätsanforderungen der seit 1925 patentierten Kollektivmarke Echter Deutscher Honig als Warenzeichen für Honig aus heimischen Regionen.

Quelle: Deutscher Imkerbund e.V.

Eine elektronische Patientenakte für Kühe

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Das Medienlabor der Hochschule Osnabrück entwickelt eine App, die helfen soll, die Eutergesundheit von Milchkühen zu verbessern. Damit ist die Hochschule Teil des Verbundprojekts IQexpert. Es wird mit insgesamt rund zwei Millionen Euro vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert und nimmt auch den Antibiotikaeinsatz sowie eine verbesserte Tiergesundheit in den Blick.

Rund vier Millionen Milchkühe in Deutschland zählte das Statistische Bundesamt Ende 2020. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung beziffert die wirtschaftlichen Verluste, die durch Eutergesundheitsstörungen verursacht werden, jährlich auf etwa 1,4 Milliarden Euro. Das Projekt IQexpert, an dem auch die Hochschule Osnabrück beteiligt ist, knüpft hier an und soll dazu beitragen, dass strategische Eutergesundheitsmanagement zu vereinfachen. Zugleich wollen die Forschenden zu einem verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatz und einer verbesserten Tiergesundheit beitragen.

Zum Hintergrund: Im Milchviehbereich wurde in den vergangenen Jahren intensiv daran geforscht, die Eutergesundheit von Kühen zu verbessern. Mastitis ist dabei eine der häufigsten Erkrankungen der Milchkühe in der konventionellen Milchviehhaltung. Sie wird oftmals mit Antibiotika bekämpft. „Mastitis ist eine Faktorenkrankheit. Das heißt, es gibt viele unterschiedliche Einflüsse, die eine Mastitis auslösen können. Für die Behandlung ist viel Wissen erforderlich und Vieles muss berücksichtigt werden“, erklärt Dr. Folkert Onken vom Projektträger, dem Deutschen Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen e.V. (DLQ). Pro klinischer Mastitis entstünden dabei Kosten von 300 bis 500 Euro.

Jede Kuh erhält eine individuelle Therapie
Mit der Entwicklung eines auf künstlicher Intelligenz basierenden Expertensystems für ein strategisches Eutergesundheitsmanagement von Milchkühen geht das Forschungsprojekt IQexpert neue Wege in der Verbesserung der Eutergesundheit. „Für jede einzelne Kuh können unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse Behandlungsempfehlungen getroffen werden“, erklärt Onken. Diese können für Tierärztinnen und Tierärzte die Entscheidungsgrundlage für eine individuelle Therapie mit dem Ziel einer Antibiotikaeinsparung ohne Gefährdung des Tierwohls sein.

Viele bereits vorhandene Daten und Forschungserkenntnisse zum Eutergesundheitsmanagement werden im Projekt gebündelt. Zudem wird ein neues Analyseverfahren auf seine Einbindung im Eutergesundheitsmonitoring erforscht. Mit der neuen Analysemethode ist es möglich, die Zellzahl von genotypisierten Kühen anhand einer Tankmilchprobe nahezu täglich zu bestimmen sowie hochinfektiöse Mastitiserreger und multiresistente Keime frühzeitig zu erkennen. Damit kann die Eutergesundheit der Kühe engmaschiger beurteilt werden. Bislang ist es so, dass Kühe, die an der Milchkontrolle teilnehmen, elfmal im Jahr individuell geprüft werden. Zudem wird jede Milchlieferung an die Molkerei auf Antibiotika untersucht.

Für die Zuordnung erhobener Daten zu einzelnen Tieren entwickelt das Medienlabor der Hochschule Osnabrück eine App, durch die Kühe mittels einer bildbasierten Tieridentifikation schnell und sicher über das Smartphone oder Tablet erkannt werden. Gleichzeitig werden darüber Handlungsempfehlungen zur Behandlung und Versorgung der identifizierten Kuh bereitgestellt. Im übertragenen Sinne dargestellt entsteht so etwas wie eine elektronische Patientenakte für Kühe. Mithilfe eines KI-gestützten Expertensystems soll die mobile Anwendung Landwirtinnen und Landwirten Empfehlungen für einzelne Kühe geben zum Beispiel im Hinblick auf die Medikation. Anders als bisher mithilfe von Chips soll auf Basis von Bilddaten genau erkannt werden, um welche Kuh es sich handelt. Dazu werden typische Merkmale des Tiers wie die Fellzeichnung herangezogen.

„Das Besondere für mich ist hier, für eine spezielle und auch sehr kritische Zielgruppe eine Anwendung zu gestalten“, sagt Prof. Dr. Karsten Morisse, Professor für Medieninformatik. „Wichtig ist, dass die Anwendung Landwirtinnen und Landwirten einen klaren Mehrwert bietet und leicht in die alltägliche Arbeit einzubinden ist.“

Zum Hintergrund:
Das Projektkonsortium besteht aus dem Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Hochschule Osnabrück, dem Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e. V., dem Milchprüfring Baden-Württemberg e. V. und dem Projektkoordinator der Deutsche Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen e. V. Die Förderung des Vorhabens „IQexpert – Nutzung innovativer Datenanalytik und künstlicher Intelligenz für das Eutergesundheitsmanagement unter Einbindung neuster Forschungsansätze der Tankmilchanalytik sowie bildbasierter Tieridentifikation“ erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung. An die Hochschule Osnabrück gehen dabei rund 314.000 Euro. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre.

Quelle: Hochschule Osnabrück

Vorgehen zum Umbau der Tierhaltung bekräftigt

Bundesministerin Julia Klöckner stellt Ergebnisse der Folgenabschätzung zu Vorschlägen der ‚Borchert-Kommission‘ vor

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, treibt den Umbau der Nutztierhaltung seit ihrem Amtsantritt voran – hin zu mehr Tierwohl und gesellschaftlicher Akzeptanz. Die Ministerin hatte deshalb das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung (sogenannte Borchert-Kommission) eingesetzt, die verschiedene Vorschläge zur Umsetzung und Finanzierung gemacht hatte. Diese wurden im Rahmen einer Machbarkeitsstudie bereits rechtlich geprüft.

Das Johann Heinrich von Thünen-Institut hat nun in einer Folgenabschätzung untersucht, wie sich der geplante Umbau auf die Branche, auf die Betriebe und die Verbraucher auswirkt. Auch der Deutsche Bundestag, die Agrarminister der Länder sowie die Borchert-Kommission selbst hatten die Beauftragung einer solchen Studie unterstützt. Die Ergebnisse hat die Bundesministerin heute gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Kompetenznetzwerks, Jochen Borchert, sowie mit Prof. Folkhard Isermeyer, Präsident des Thünen-Instituts, vorgestellt.

Julia Klöckner: „Für den Umbau der Tierhaltung haben wir in dieser Legislatur ein massives Momentum erzeugt. Es gibt einen breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens für unseren Weg. Zudem ist allgemein akzeptiert, dass mehr Tierwohl mehr Geld kostet und, dass das nicht alleine die Angelegenheit der Tierhalter sein kann, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Es bedarf neuer Finanzierungsmodelle. Die rechtlich geprüften Vorschläge liegen auf dem Tisch. Ich habe Verständnis dafür, dass die Fraktionen im Bundestag noch intern Beratungsbedarf haben. Ich rate aber dazu, sich noch in dieser Legislaturperiode auf einen Weg zu einigen. Wir wollen hin zu mehr Tierwohl, einer hohen gesellschaftlichen Akzeptanz sowie einer langfristigen Finanzierung für unsere Landwirte. Dieses Vorgehen wird von der Folgenabschätzung bestätigt. Klar ist, und das wird auch von der Studie hervorgehoben: Die Landwirte brauchen dabei Verlässlichkeit. Als Bundesregierung wollen wir daher Verträge mit ihnen schließen, die wir gerade erarbeiten. Denn unabhängig davon, welches Finanzierungskonzept umgesetzt wird: Wenn Landwirte in ihren Ställen für mehr Tierwohl sorgen, müssen sie die Garantie haben, dafür Förderung zu erhalten – und das nicht nur für die Zeit einer Legislaturperiode.“

Prof. Folkhard Isermeyer: „Wenn gesellschaftlich gewollt ist, dass künftig alle Nutztiere in Deutschland auf ein deutlich höheres Tierwohlniveau kommen, dann lässt sich dieses Ziel nicht allein über den Markt erreichen. Unsere Folgenabschätzung zeigt: Der Staat sollte perspektivisch die Tierwohlauflagen erhöhen und die Landwirte durch verlässliche Tierwohlprämien in die Lage versetzen, die erhöhten Kosten zu tragen.“

Jochen Borchert: „Die Folgenabschätzung bestätigt: Wir sind auf dem richtigen Weg. Die Vorschläge des Kompetenznetzwerks zur konsequenten Verbesserung unserer landwirtschaftlichen Tierhaltung sind machbar und wirtschaftlich realistisch.“

Die wissenschaftliche Folgenabschätzung bekräftigt das Vorgehen des Bundesministeriums beim Umbau der Tierhaltung – die wesentlichen Ergebnisse:

• Sofern die Politik den gesamten Nutztiersektor Deutschlands in einem überschaubaren Zeitraum auf ein deutlich höheres Tierwohlniveau bringen möchte, ist staatliches Eingreifen nötig. Der Vorschlag des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung, die gesellschaftlich erwünschte Transformation des Nutztiersektors mit einer Kombination aus Anreiz- und Gesetzesmaßnahmen vorzunehmen, ist ein wirtschaftlich schlüssiges Maßnahmenbündel.

• Wenn es keine Umsetzung einer solchen nationalen Nutztierstrategie gibt, werden sich die Landwirte aufgrund der anhaltenden Verunsicherung weiterhin mit Investitionen in die Tierhaltung und Tierwohl zurückhalten.

• Demgegenüber kann eine kraftvolle, von der Bevölkerungsmehrheit getragene weiterentwickelte Nutztierstrategie dazu führen, dass zahlreiche tierhaltende Betriebe zuversichtlicher in die Zukunft blicken.

• Die Strategie bietet ihnen eine klare Perspektive über den Zukunftskurs und einen verlässlichen wirtschaftlichen Ausgleich für die tierwohlbedingten Mehraufwendungen.

• Landwirte brauchen Verlässlichkeit beim Umbau: Es ist wichtig, dass der Staat mit jedem einzelnen investierenden Unternehmen einen Vertrag über die Förderung schließt. Die in der EU-Finanzplanung üblichen Perioden reichen hier nicht aus.

• Um nicht nur für die einzelnen Investitionen, sondern für den Nutztiersektor insgesamt eine Verlässlichkeit zu erzeugen, sollte bereits bei der Weiterentwicklung der Nutztierstrategie darauf geachtet werden, einen breiten Konsens (a) in der Parteienlandschaft und (b) zwischen Bund und Ländern herbeizuführen. Außerdem sollte die Umstellung der Praxisbetriebe durch umfassende Begleitforschungsmaßnahmen flankiert werden, damit eine möglichst große Transparenz über die Folgen (a) für das Tierwohl und (b) für die betriebliche Rentabilität hergestellt wird.

• Ohne Tierwohlkennzeichen wird eine Transformation nicht gelingen. Denn die Verbraucher müssen am Produkt erkennen können, wo mehr Tierwohl angewandt wurde.

Unter folgendem Link finden Sie die Folgenabschätzung.

Quelle: BMEL

Mehr Tierwohl durch verkürzte Transportwege

Förderung für regionale Schlachtstätten wird ausgeweitet

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat mit den Bundesländern vereinbart, dass kleine und mittlere regionale Schlachtbetriebe stärker gefördert werden. Ab sofort können die Länder entsprechende Programme anbieten, die vom Bund mit 60 Prozent co-finanziert werden. Ziel ist es, dezentrale Strukturen auszubauen, um die Transportstrecken für die Tiere zu verkürzen.

Julia Klöckner: „Ich bin klar der Auffassung, dass wir eine Regionalisierung der Schlachtstruktur brauchen. Es muss wieder mehr dezentrale Betriebe geben. Das können wir zukünftig besser unterstützen – ein guter und wichtiger Schritt. Denn eine Entzerrung entspricht dem gesellschaftlichen Wunsch nach regionaler Erzeugung. Vor allem dient sie aber der Verbesserung des Tierwohls, wenn sich dadurch Transportwege deutlich verkürzen.“

Bislang erstreckte sich die Förderung nur auf kleine und Kleinstunternehmen. Mit der Erweiterung der Fördermöglichkeiten können nun beispielsweise auch regionale Schlachtstätten gefördert werden, die im Verbund mit landwirtschaftlichen Erzeugern und Landmetzgern betrieben werden und zuvor wegen ihrer Größe nicht förderfähig waren.

Damit sichergestellt ist, dass die Förderung zielgerichtet erfolgt, können sie nur mittlere Schlachtbetriebe in Anspruch nehmen, die konkrete Auflagen einhalten: Unter anderem muss dargelegt werden, dass das Vorhaben vorrangig einer regional ausgerichteten Wertschöpfungskette und der Verkürzung von Tiertransportzeiten dient und bestehende Schlachtungs- und Fleischverarbeitungsunternehmen nicht verdrängt oder signifikant geschwächt werden.

Hintergrund:
Das wichtigste nationale Förderinstrument der Land- und Forstwirtschaft, für den Küstenschutz und die Entwicklung ländlicher Gebiete ist die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK). Im Planungsausschuss für Agrarstruktur und Küstenschutz (PLANAK) beschließen der Bund und die Länder über die Ausgestaltung dieses nationalen Förderinstruments. Die Durchführung der Fördermaßnahmen erfolgt durch die Länder. Der Bund beteiligt sich an den Förderprogrammen finanziell, in dem er den Ländern 60 Prozent ihrer Ausgaben erstattet.

Weitere Fördermaßnahmen
Der PLANAK hat zudem weitere Fördermaßnahmen als Nachtrag zum aktuellen Rahmenplan 2021 bis 2024 beschlossen (Förderbereich 2A):
• Neu ist, dass Investitionen, die zwar wirtschaftlich keinen Mehrwert haben, sich aber durch hohe Beiträge zum Umwelt- und Klimaschutz auszeichnen, mit bis zu 100 Prozent gefördert werden können (z. B. Abluftreinigungsanlagen). Weitere Maßnahmen sind mit bis zu 40 Prozent förderbar, z. B. Lagerstätten für flüssige Wirtschaftsdünger in Verbindung mit Stallbauten, die zu einer deutlichen Emissionsminderung führen.

• Damit landwirtschaftliche Betriebe klimawandelbedingten Extremwetterereignissen besser begegnen können, wird im Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) der Zuschuss für Investitionen zur Vorbeugung von Schäden durch Naturkatastrophen gleichzusetzende widrige Witterungsverhältnisse von 20 auf 40 Prozent erhöht. Damit können z. B. Investitionen in Hagelschutznetze im Obst-, Wein- und Gemüsebau stärker gefördert werden.

• Für die Kälberhaltung schreibt die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung künftig einen weichen oder elastisch verformbaren Liegebereich vor. Damit diese Anforderung schon möglichst frühzeitig vor Ende der Übergangsfrist von möglichst vielen Betrieben erfüllt wird, werden Investitionen in diesem Bereich über die AFP-Modernisierungsförderung befristet bis zum Ende der Übergangsfrist mit einem um bis zu 10 Prozentpunkte erhöhten Regelsatz gefördert.

Quelle: BMEL

Gelungener Auftakt: VetmedTalk – Afrikanische Schweinepest im Fokus

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Am 21. April 2021 lud die Vetmeduni Vienna zu ihrem neuen Wissensformat VetmedTalk. Unter dem Motto „Heute verstehen. Morgen verändern.“ widmete sich die erste Ausgabe der Online-Veranstaltung der Afrikanischen Schweinpest (ASP), die für den Menschen ungefährlich ist, jedoch eine große Bedrohung für heimische Schwarzwild- und Hausschweinpopulationen darstellt. Hochkarätige ExpertInnen aus Bereichen der klinischen Praxis, Wildtierökologie und Virologie, Jagdwirtschaft sowie dem Landesveterinärwesen boten einen 360-Grad-Blick auf das Thema ASP und beleuchteten zudem die Auswirkungen, die ein Seuchenausbrauch in Österreich auf LandwirtInnen und KonsumentInnen hätte.

Bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) handelt es sich um eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die sowohl Wild- als auch Hausschweine befällt. Ist ein Tier infiziert, verläuft die Krankheit zu 100 Prozent tödlich. Bis dato ist Österreich von der ASP verschont geblieben. Allerdings bricht die Viruserkrankung in Nachbarländern wie Ungarn und der Slowakei immer wieder aus. Jüngst kam die Afrikanische Schweinepest auch in Deutschland vor. Die ASP steht also sprichwörtlich vor den Toren Österreichs. Einer optimalen Vorbereitung auf einen möglichen großflächigen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest kommt deshalb besondere Bedeutung zu.

Wissenstransfer im Online-Format
Walter Arnold (Leiter des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie, Vetmeduni Vienna), Andrea Ladinig (Leiterin der Universitätsklinik für Schweine, Vetmeduni Vienna), Leopold Obermair (Wildtierökologe, Berufsjäger und Geschäftsführer-Stv. des NÖ-Jagdverbandes), Christina Riedl (Amtstierärztin und Leiterin der Abt. für Veterinärangelegenheiten u. Lebensmittelkontrolle NÖ) sowie Till Rümenapf (Leiter des Instituts für Virologie, Vetmeduni Vienna) boten eine spannende und interessante Diskussion rund um unterschiedliche Aspekte und Wissenswertes zur Afrikanischen Schweinepest. Durch die Veranstaltung führte Bernhard Weingartner, Wissenschaftskommunikator und Initiator der Science Slams Österreich.

Im Fokus des VetmedTalks stand neben der Komplexität des ASP-Virus und seiner Herkunft u. a. auch die wesentliche Rolle des Menschen bei der Virusübertragung. Denn die Ansteckung bei (Wild-)Schweinen erfolgt nicht nur durch direkten Kontakt von empfänglichen Tieren mit infizierten Artgenossen oder mittels Aufnahme von befallenem Aas. Wildschweine können sich auch durch das Fressen von kontaminierten Lebensmittelresten, die achtlos in der Natur entsorgt wurden, anstecken. Darüber hinaus kann das ASP-Virus monatelang beispielsweise in Wurst oder anderen Schweineprodukten ansteckend bleiben.

Weiters wurden prophylaktische Maßnahmen und die notwendigen Schritte im Falle eines ASP-Ausbruchs in Österreich aufgezeigt und die dramatischen wirtschaftlichen Auswirkungen für SchweinehalterInnen sowie für die Lebensmittelindustrie verdeutlicht. Denn bisher gibt es keine Möglichkeit der Immunisierung von Wild- bzw. Hausschweinen durch eine Impfung gegen die Afrikanische Schweinepest. Somit stellt diese Viruserkrankung eine ernstzunehmende Bedrohung für Tier und Mensch gleichermaßen dar. Ist ein Schweinezuchtbetrieb von ASP betroffen, gilt das Keulen des gesamten Tierbestandes als alternativlos – mit allen wirtschaftlichen und psychischen Auswirkungen für die SchweinehalterInnen.

An einem Strang ziehen
Eine optimale Vorbereitung auf einen möglichen Seuchenausbruch, die Sensibilisierung der Bevölkerung und Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in Schweinebetrieben sowie die tatkräftige Unterstützung der heimischen Jägerschaft zur Reduktion von Schwarzwildpopulationen sind wesentliche Werkzeuge im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest – so lautete der gemeinsame Tenor. Denn die Frage ist nicht „ob“, sondern „wann“ es in Österreich zu einem ASP-Ausbruch kommt.

Nachschau:
Der VetmedTalk zum Thema „Afrikanische Schweinepest“ auf YouTube

Vorschau:
Der nächste VetmedTalk zum Thema „Gesunde und sichere Lebensmittel“ wird Ende Juni 2021 stattfinden.

Quelle: Veterinärmedizinische Universität Wien

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast: „Mit Kuh-Tourismus muss Schluss sein“

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast will den Tierschutz bei Tiertransporten „ohne Wenn und Aber“ sicherstellen. Das kündigte sie heute (29.4.) bei einer Unterrichtung im Landtag an. „Ich stelle mich hier ausdrücklich an die Seite der Amtstierärzte. Wenn es erhebliche Zweifel daran gibt, wie mit den Tieren auf der Tour umgegangen wird, muss das ein Ende haben. Entsprechende Transporte werden wir konsequent untersagen.“

Anlass der Unterrichtung war der geplante Transport von rund 30 Kühen aus Bayern über Aurich nach Marokko. Die Tiere sind bereits in Niedersachsen, aber noch nicht zur Quarantäne eingestellt worden. Bei dem Transport handelt es sich überwiegend um Tiere aus dem bayerischen Bayreuth. Ministerin Otte-Kinast kritisierte dieses Vorgehen: „Die Tiere müssen einen Umweg von mehr als 1000 Kilometern auf sich nehmen und werden zusätzlich belastet. Der Lkw hätte direkt in Bayern abgefertigt werden müssen.“ Sie forderte in Richtung des zuständigen bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber: „Schluss mit dem Kuh-Tourismus. Wir wollen keine Abfertigung von bayerischen Tieren in Niedersachsen.“ Sie verwehrte sich gegen Unterstellungen von bayerischen Behörden, die Niedersachsen als „Schlupfloch“ bezeichnet haben.

Ministerin Barbara Otte-Kinast verwies auf ihren Erlass vom 4. Januar 2021. In Niedersachsen werden keine Tiertransporte abgefertigt, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass beim Transport gegen die europäische Tierschutztransportverordnung verstoßen wird. Der Erlass setzt geltendes Recht um und konkretisiert die Anforderungen z.B. an außereuropäische Versorgungsstellen und Straßentransportmittel in Drittländern.

Zuständig für die Abfertigung von langen Tiertransporten sind die kommunale Veterinärbehörden. Diese prüfen Anträge auf Genehmigung von Tiertransporten in Drittländer basierend auf der europäischen Tierschutztransportverordnung und der geltenden Erlasslage. Bei jedem Antrag wird eine Einzelfallprüfung durchgeführt. „Es findet eine Prüfung jedes Transports ins außereuropäische Ausland mit doppeltem Sicherheitsnetz statt“, versicherte Barbara Otte-Kinast. Seit Jahren fordere sie den Bund auf, das Problem zu lösen, zuletzt über eine Bundesratsinitiative, die allerdings vom BMEL abgelehnt wurde. „Es ist mir völlig unverständlich, warum man Tierschutzverstöße bei Lebendtiertransporten in Kauf nimmt“, kritisierte die Ministerin. Auch in Brüssel habe sie das direkte Gespräch gesucht, um die EU-Transportverordnung zu ändern. Gerade die Transporte vieler Tiere über den Seeweg sehe sie kritisch: „Was für Deutschland gilt, muss erst recht für Europa gelten. Schluss mit unnötigen Umwegen!“

Um das System zu ändern, sei es nötig, so die Ministerin, den niedersächsischen Milcherzeugern eine Alternative anzubieten. „Besonders die kleinen und mittleren bäuerlichen Familienbetriebe sind auf die Erlöse aus dem Viehverkauf angewiesen. Mein Ziel ist es deshalb, gemeinsam umzusteuern und Anreize anzubieten. So wie wir es beim Niedersächsischen Weg vorgemacht haben, werde wir auch dieses Mal die Landwirtinnen und Landwirte bei den Veränderungen mitnehmen“, kündigte Ministerin Otte-Kinast an.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Dänemark: Impfstoff für Ferkel soll Zinkoxid ersetzen

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In enger Zusammenarbeit mit der Universität Kopenhagen arbeitet das dänische SEGES Pig Research Centre an der Entwicklung eines Impfstoffs, der Zinkoxid als Mittel gegen Ferkeldurchfall ersetzen und gleichzeitig den Antibiotikaverbrauch senken soll. Das seit 2019 laufende Vorhaben geriet im Frühjahr 2020 wegen COVID-19 in Verzug, verzeichnete aber dennoch Fortschritte, da ein Teil der Forschung zur Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs auch für die Ferkeldurchfall-Vakzine verwertbare Ergebnisse brachte.

Verläuft das Projekt erfolgreich, kann der neue Impfstoff den Antibiotikaverbrauch in der Ferkelproduktion senken sowie Zinkoxid im Ferkelfutter komplett ersetzen.

„Unser Impfstoff hat enormes Potenzial – nicht nur für die dänische, sondern auch für die internationale Schweineproduktion. Es handelt sich um ein ganz zentrales Vorhaben, das den Einsatz von Antibiotika markant beeinflussen kann“, erklärt Poul Bækbo, Chefberater Ernährung & Gesundheit im SEGES Pig Research Centre.

Erster Schweinebestand wird im Mai 2021 geimpft
Einleitende Impfversuche im Testzentrum des SEGES Pig Research Centre beginnen bereits Ende Mai. Dann sollen zunächst 60 Tiere geimpft werden. Poul Bækbo: „Zunächst geht es um die immunologische Reaktion der Tiere – die Frage, ob ihr Immunsystem Antikörper gegen E. coli, Lawsonia und Brachyspira bildet, also die Bakterien, gegen die wir die Immunabwehr stärken wollen.“

Ab Juni 2022 ist Zinkoxid als Arzneimittel in der europäischen Schweineproduktion verboten. Das erste Aktionsprogramm mit sieben konkreten Lösungsansätzen zur Reduktion des Einsatzes von Zink als Mittel gegen Ferkeldurchfall sowie als Futtermittelzusatz in der Mast hatte SEGES bereits 2016 aufgelegt, im März 2018 folgte das 2. Aktionsprogramm. Ziel ist der Verzicht auf Zink als Arznei für Absetzferkel nach diesen Vorgaben:

– Keine negativen Auswirkungen auf das Tierwohl
– Weiterhin niedriger und verantwortungsvoller Antibiotika-Einsatz
– Minimale Beeinträchtigung der Produktivität und Sterblichkeit
– Begrenzung wirtschaftlicher Nachteile durch niedrigere Produktivität, Mehraufwand in der Betreuung und Behandlung sowie erhöhte Behandlungs- und Futtermittelkosten auf ein Minimum.

Das SEGES Pig Research Centre ist derzeit an Projekten beteiligt, die zusammen ein Budget von 110 Mio. DKK (rund 15 Mio. EUR) ausmachen. Die Mittel stammen teils von den Schweineproduzenten, teils von Stiftungen, Unternehmen und Universitäten.

Quelle: Dänischer Fachverband der Land- und Ernährungswirtschaft

Europaabgeordnete Marlene Mortler übernimmt Schirmherrschaft für den Preis der Tiergesundheit 2021

• Marlene Mortler unterstützt als erste Schirmherrin den „Preis der Tiergesundheit“
• Als Mitglied im Landwirtschaftsausschuss setzt sich die CSU-Politikerin schon seit Langem für das Thema Tierwohl in der Landwirtschaft ein
• „Preis der Tiergesundheit“ von MSD Tiergesundheit prämiert innovative Konzepte zur Verbesserung der Tiergesundheit in der Landwirtschaft

Mit der mittelfränkischen CSU-Politikerin Marlene Mortler gewinnt MSD Tiergesundheit eine bedeutsame Schirmherrin für den diesjährigen „Preis der Tiergesundheit“. Die EU-Parlamentsabgeordnete wird die Preisverleihung im Sommer 2021 begleiten und damit auf die Bedeutung von Tiergesundheit in der Landwirtschaft aufmerksam machen.

„Marlene Mortler engagiert sich seit Jahrzehnten für die nachhaltige Verbesserung des Tierwohls in der Landwirtschaft. Sie jetzt auch als Schirmherrin für unseren diesjährigen ‚Preis der Tiergesundheit‘ an Bord zu wissen, freut uns natürlich sehr,“ so Jan Nemec, Geschäftsführer von MSD Tiergesundheit. „Gemeinsam wollen wir mehr Aufmerksamkeit auf das Thema Tiergesundheit in der Landwirtschaft lenken und mit Erfolgsprojekten zeigen, welchen Einfluss schon kleine Maßnahmen haben können.“

Als EU-Parlamentsmitglied im Ausschuss Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI) und ehemalige, agrarpolitische Sprecherin im deutschen Bundestag, liegt Marlene Mortler das Thema Tiergesundheit besonders am Herzen. Mit einem eigenen Milchviehbetrieb, den sie in den 80er Jahren von ihren Eltern übernommen hat und der heute von ihrem Sohn, ohne eigene Nutztierhaltung und auf Getreideveredelung spezialisiert, bewirtschaftet wird, weiß sie, wie wichtig es ist, Landwirtschaft und Tierwohl zusammen zu denken: „Nutztierhaltung ist viel mehr als nur ein Weg, um ökonomischen Gewinn zu erwirtschaften. Sie ist ein Lebensentwurf für die Tierhalterinnen und Tierhalter und Leidenschaft für ihre Schützlinge. Tiergesundheit ist dabei das Fundament. Denn gesunde Tiere sind die Grundlage für Tierwohl, für unsere Lebensmittelsicherheit und für den Erfolg der Betriebe.“

Bereits zum zweiten Mal werden mit dem „Preis der Tiergesundheit“ Landwirte geehrt, die mit ihren Betrieben durch innovative Haltungs- und Gesundheitskonzepte herausstechen. Der diesjährige Preis wird in den Kategorien Eutergesundheit, Rindermast sowie Saugferkelmanagement vergeben und ist mit einem Kategorie übergreifenden, zweckgebundenen Preisgeld in Höhe von 90.000 € dotiert. Mit dem „Preis der Tiergesundheit“ will MSD Tiergesundheit langfristig eine höhere Aufmerksamkeit für das Thema Tiergesundheit in der Landwirtschaft erreichen, den Erfahrungsaustausch unter Landwirten in Deutschland und Österreich fördern und gleichzeitig der Öffentlichkeit die Landwirtschaft wieder näherbringen.

Mehr Informationen zum „Preis der Tiergesundheit“ erhalten Sie unter www.preisdertiergesundheit.com.

Quelle: MSD Tiergesundheit

Initiative Tierwohl: Römer neuer Geschäftsführer neben Hinrichs

– Robert Römer zieht in ITW-Geschäftsführung ein – Römer zukünftig verantwortlich für Clearingprozesse, Kriterienentwicklung und Finanzen; Hinrichs für Strategie und Kommunikation – Hinrichs neuer Geschäftsführer bei QS Qualität und Sicherheit GmbH

Robert Römer wird neben Dr. Alexander Hinrichs neuer Geschäftsführer der Initiative Tierwohl (ITW). Der 45jährige verantwortet ab Mai 2021 die Bereiche Clearingprozesse, Kriterienentwicklung und Finanzen der ITW. Hinrichs übernimmt ab Mai 2021 die Geschäftsführung der QS Qualität und Sicherheit GmbH und zeichnet zudem weiterhin verantwortlich für die strategische Weiterentwicklung der ITW sowie die Kommunikation.
„Tierwohl ist eines der großen Themen der Branche und eine extrem spannende Herausforderung. Der ITW kommt hier bereits seit Jahren eine Schlüsselrolle zu“, erklärt Robert Römer, der bereits seit 2012 im Koordinierungsteam der Initiative Tierwohl mitarbeitet. „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe.“

Römer war 18 Jahre in verschiedenen Funktionen bei der QS Qualität und Sicherheit GmbH tätig, zuletzt als Leiter des Bereichs Fleisch und Fleischwaren sowie Lebensmitteleinzelhandel. Seit 2020 ist Robert Römer bereits als Prokurist für die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH, die Trägerin der ITW ist, tätig.

„Mit Robert Römer rückt ein langjähriger Begleiter und Treiber in die Geschäftsführung auf“, erklärt Hinrichs. „QS war von Anfang an die Grundlage für die ITW und beide Programme ergänzen sich hervorragend. Ich freue mich darauf, dass Herr Römer seine Expertise aus beiden Programmen in die ITW-Geschäftsführung einbringt.“

Quelle: Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH

„FMRCUT4.2: So geht Füttern heute“

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Ab sofort ergänzt der neue, autonom fahrende Fütterungsroboter FMRCUT4.2 das Portfolio der Melk-, Stall- und Fütterungstechnik von Lemmer Fullwood. Damit werden bei der Automatisierung der Fütterung neue Dimensionen eröffnet. Der konsequent auf Arbeitserleichterung, Effizienz und Tierwohl ausgerichtete Fütterungsroboter übernimmt im Zusammenspiel mit der robusten Futterküche alle Arbeitsschritte vom Einwiegen, Schneiden, Mischen und Füttern bis zum Futter Anschieben vollständig autonom und sorgt so dafür, dass mehrfach täglich kleinere, homogen durchmischte Rationen von frischem Futter vorgelegt werden können.

Die gesamte Spurführung erfolgt bei dem FMRCUT4.2 über Referenzmagnetpunkte, die in den Boden eingelassen sind; zusammen mit dem robusten Zweiachsen-Allradfahrwerk mit Kurven- und Hundegangtechnik sorgt dies für hohe Laufsicherheit. Schienen sind hier im Gegensatz zu den bisher üblichen Systemen nicht mehr erforderlich. Entsprechend können mit einem Gerät problemlos auch mehrere Stallgebäude versorgt werden.

Mischwanne mit 4 Kubikmetern Fassungsvermögen
Die doppelte, auswechselbare Mischwanne aus 6 mm starkem Edelstahl fasst 4,2 Kubikmeter; damit gehört der FMRCUT4.2 zu den Fütterungsrobotern mit dem größten Fassungsvermögen. Das horizontale Mischsystem stellt aber auch bei kleinen Rationen die perfekte Durchmischung sicher. „Das sorgt für die notwendige Flexibilität der Betriebe, denn so können auch kleinere Gruppen mit weniger Tieren wie Trockensteher oder Transitkühe autonom mit ihren spezifischen Rationen versorgt werden“, erläutert Fabian Oberdörster.

Für die Software des FMRCUT4.2 ist die Mischung verschiedener Grundstoffe und Rationen kein Problem: Bis zu 20 Komponenten wie Raufutter, Silagen, Gras oder Heu sowie Kraftfutter, Biertreber, Mineralstoffe und Flüssigkomponenten wie etwa Melasse etc. können für eine Ration vorgegeben werden. Auch bei der Zahl der Rezepte stehen mit 20 speicherbaren Mischungen vielfältige Optionen zur Verfügung.

Robuste Futterküche mit passenden Auflösewalzen
Ob lose Silage, Silageblöcke, Silagerundballen oder trockene Komponenten wie Heu oder Stroh – die passenden Auflösewalzen garantieren direkt vor der Übergabe in den FMRCUT4.2 eine grobe Durchmischung. Damit werden etwa Siloblockschichten von verschiedenen Feldstücken, die bei der Einlagerung übereinandergeschichtet wurden, bereits bei der Befüllung des Roboters grob durchmischt. Das verhindert Abweichungen zwischen den einzelnen Teilrationen, und alle Tiere einer Gruppe erhalten über 24 Stunden verteilt dieselbe Mischung.

Hohe Energieeffizienz
Dank seiner energieeffizienten Technik weist der FMRCUT4.2 einen niedrigen Energieverbrauch auf, und die verbauten Lithium-Ionen-Akkus mit Hochvolttechnologie bieten höchste Zyklenfestigkeit. 18 bis 20 Stunden Einsatzzeit pro Tag stehen für das Füttern und die Akkuladung zur Verfügung. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den FMRCUT4.2 über einen optionalen integrierten Batteriespeicher mit dem FullEnergy Konzept von Lemmer Fullwood zu kombinieren. Mit dieser intelligenten Mess- und Regeltechnik lassen sich die Überschüsse aus Wind- und Sonnenenergie glätten und abends bzw. nachts verfügbar machen.

Erste Rückmeldung aus der Praxis
Seit Ende letzten Jahres ist der FMRCUT4.2 auf dem Betrieb der Lüpschen GbR im Einsatz und schon jetzt der perfekte Helfer im Stall: „Der gute Schnitt ist eines der Merkmale, die uns an dem FMRCUT4.2 von Beginn an begeistert haben. Er schneidet auch längere Komponenten wie Ladewagen- und Ballensilage oder Heu verlässlich und stellt damit die homogene Durchmischung der Ration sicher. Dass dieser Roboter ohne Schienen auskommt, flexibel unterschiedliche Rationen anmischen kann und die Bedienung über das Mobiltelefon erlaubt, sind für mich ebenfalls entscheidende Pluspunkte.“ Christian Lüpschen ergänzt: „Durch das häufigere Füttern im Vergleich zum herkömmlichen Futtermischwagen konnten wir die Futteraufnahme pro Kuh erhöhen. Außerdem sehen wir, dass die Kühe die M²erlins häufiger zum Melken aufsuchen.“

Weitere Informationen sind erhältlich auf der Internetseite von Lemmer-Fullwood.

Quelle: Lemmer Fullwood GmbH

Premiere: Trinkwasserbehandlung gegen Milben bei Geflügel

Erstes EU zugelassenes Tierarzneimittel mit Tierwohl-Verbesserung in der Fachinformation – Trinkwasserbehandlung gegen die Rote Vogelmilbe verbessert nachweislich das Tierwohl

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat MSD Tiergesundheit die Freigabe zur Aktualisierung der Fachinformation (SPC) für ihr Tierarzneimittel zur Behandlung gegen die Rote Vogelmilbe erteilt. Dieses Produkt ist nicht nur das erste, welches über das Trinkwasser verabreicht werden kann, sondern jetzt auch das erste in der EU zentral zugelassene Tierarzneimittel, das die Verbesserung des Tierwohls in seine Fachinformation aufnimmt.

Die Aktualisierung der Fachinformation basiert auf Ergebnissen einer EU-Feldstudie an mehreren Standorten in kommerziellen Legehennenbetrieben. Dabei wurde gezeigt, dass die Behandlung der Roten Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) bei befallenen Hühnern nach der Behandlung mit diesem Tierarzneimittel mit einer statistisch signifikanten Verbesserung von Verhaltensparametern verbunden war, die mit dem Tierwohl in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören: die Verringerung der nächtlichen Aktivität, des Kopfkratzens, des Kopfschüttelns und der Gefiederpflege in der Nacht und während des Tages sowie eine Verringerung der Cortisolkonzentration im Blut.

„Der Befall mit Roten Vogelmilben ist eine große Bedrohung für das Wohlergehen von Hühnern und eine der fünf Hauptursachen für wirtschaftliche Verluste in europäischen Legehennen- und Elterntierbetrieben“, erklärt Rik Koopman, Director of Scientific Marketing Affairs, MSD Tiergesundheit. „Milbenbisse verursachen erhebliche Schmerzen und Hautreizungen und tragen zu chronischem Stress bei befallenem Geflügel bei. Dieser kann sich durch Federpicken, Kopfkratzen, verminderte Gewichtszunahme und einer Verschlechterung des Immunsystems äußern. Rote Vogelmilben können auch als Vektoren für Krankheitserreger bei Hühnern fungieren und zur Ausbreitung von Krankheiten innerhalb und zwischen Herden sowie zwischen Hühnern und Menschen beitragen.“

„MSD Tiergesundheit ist stolz darauf, dieses Tierarzneimittel im Rahmen unseres Engagements für Die Wissenschaft für gesündere Tiere weiterzuentwickeln, um den Befall mit der Roten Vogelmilbe in europäischen Betrieben weiter zu verringern und zugleich die Gesundheit und das Wohlbefinden der Hühner und der Menschen, die sich um sie kümmern, zu schützen.“, so Hans Dittrich, Leiter MSD Tiergesundheit EURAM.

Das Tierarzneimittel wird über das Trinkwasser verabreicht und entfaltet seine Wirkung bei den Milben vier Stunden nach Aufnahme des Bluts behandelter Hühner. Dies führt zu einer nahezu vollständigen Eliminierung des Milben-Befalls in Ställen jeder Größe und Art, einschließlich Freilandhaltung.

Das Geflügel-Arzneimittel von MSD Tiergesundheit ist das einzige in der EU zentral zugelassene Geflügelprodukt mit einem Hinweis auf Verbesserung des Tierwohls in der SPC.

Quelle: MSD Tiergesundheit

NEU: Online-Schulung zum stressarmen Umgang mit Milchkühen

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Mit ihren interaktiven Online-Kursen zur Kälbergesundheit begeisterte die „Kälberschule“ der Tierklinik für Fortpflanzung der Freien Universität Berlin bereits hunderte Mitarbeiter landwirtschaftlicher Betriebe. Nun wird das Kursangebot um den Themenbereich „Stressarmer Umgang mit Milchkühen“ („Kuhschule“) erweitert.

Marika Wendt

Die Teilnehmer lernen hier nützliche Tricks zum „Treiben“ oder dem „Verhalten im Melkstand“, mit der sie alltägliche Arbeiten angenehmer für Mensch und Tier gestalten können. Denn mit viel Druck läuft die Kuh nie schneller, zudem gibt eine gestresste Kuh weniger Milch und ist krankheitsanfälliger. Das weiß Marika Wendt, die das Wissen für die Kuhschule bereitstellt. Die Landwirtin ist in ihrer Arbeit als Zuchtberaterin bei der Rinderallianz täglich in Milchviehanlagen unterwegs und insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern als Expertin für das Vermitteln von Wissen zum stressarmen Umgang mit Milchkühen bekannt.

Sie sagt: „Man muss ein Grundverständnis für das Naturell der Kuh als stilles Herdentier entwickeln und die Vorstellung ablegen, dass man großen Tieren nur mit Kraft beikommt. Wenn man weiß wie, geht das Arbeiten im Stall viel leichter von der Hand, ist sicherer und macht auch mehr Spaß.“

Das Ziel der Kälberschule und der Kuhschule ist es, leichtverständliches Material zum Anlernen neuer Mitarbeiter und für die Wissensauffrischung zwischendurch bereitzustellen. Jeder Kurs dauert deshalb nur 8-10 Minuten und besteht aus Schritt-für-Schritt-Anleitungen, in denen mit zahlreichen Bildern und Videos aus dem Stall die 3 Kernfragen „Was brauche ich? Wie mache ich es? Warum ist es wichtig?“ beantwortet werden.

Bereits bewährte Themen wie „Erstversorgung des Kalbes“, „Kolostrum-Management“, „Erkennen kranker Kälber“ sind natürlich weiterhin abrufbar. Rund 18 Kurse sind es insgesamt, die in einer noch bedienerfreundlicheren Lernplattform online bereitgestellt werden, die selbstverständlich auch mobil abrufbar ist. Ein Quiz am Ende jedes Themas dient zu spielerischen Wissensüberprüfung.

Auf den Wunsch der bisherigen Kälberschule-Teilnehmer gibt es außerdem zu jedem Thema die Arbeitsanleitungen zum Ausdrucken und Aufhängen für den Stall.

Mitmachen können alle aus den Bereichen der Milchviehhaltung und Tiermedizin: Azubis, Studierende, Aushilfs- und Saisonarbeitskräfte, Angestellte, Familienangehörige sowie Herdenmanagement, Betriebsleitung und tiermedizinisches Fachpersonal. Die Lernmaterialien entstehen im Rahmen zweier Doktorarbeiten, in der sich die Tierklinik für Fortpflanzung mit modern aufbereiteten Informationen für die Milchviehhaltung beschäftigt. Deshalb erbittet die Klinik bei der Anmeldung einige Angaben zu Ihrem Vorwissen und zu Ihrer Tätigkeit. Alle Angaben werden anonym ausgewertet und vertraulich behandelt.

Melden Sie sich jetzt unter diesem Link an (Kursauswahl „Kuhschule“). Sie erhalten dann im Juni eine E-Mail mit dem Zugang zu den Kursen.

Quelle: Tierklinik für Fortpflanzung, Freie Universität Berlin

Bienen und Bestäuberinsekten in der Agrarlandschaft: Einrichtung für Vernetzung und Wissenstransfer gesucht

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In einer neuen Ausschreibung sucht das Bundeslandwirtschaftsministerium eine Einrichtung, die 16 Verbundprojekte zum Schutz von Bienen und Bestäuberinsekten vernetzt und den Wissensaustausch und -transfer fördert. Bewerbungen können bis zum 21. Juni 2021, 12 Uhr, online bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eingereicht werden.

Im August 2019 hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium mit der „Bekanntmachung über die Förderung von Forschungsvorhaben zum Schutz von Bienen und weiteren Bestäuberinsekten in der Agrarlandschaft“ Projektideen gesucht, die Lösungen für ein Zusammenwirken von Bestäubern, Imkern und landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland entwickeln. Ziel war, das Nahrungsangebot und die Lebensbedingungen für Honigbienen und andere Bestäuberinsekten zu verbessern. 16 Verbundprojekte werden seitdem über das Programm zur Innovationsförderung, das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) sowie über die Ackerbaustrategie des BMEL gefördert.

Diese gilt es nun zu vernetzen und ihre Erkenntnisse öffentlich zu kommunizieren. Hierfür wird eine Einrichtung gesucht, die eine hohe Sichtbarkeit und nachhaltige Breitenwirksamkeit der Projekte sicherstellt. Gelingen soll das beispielsweise durch die Organisation und Unterstützung von übergreifenden Kooperationen zwischen den einzelnen Verbundprojekten und Akteuren wie Berufsverbänden. Auch die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen zum Wissensaustausch und -transfer sind Teil der Aufgabe.

Die Angebote müssen elektronisch über die e-Vergabe-Plattform des Bundes eingesendet werden. Dort finden Interessierte die Ausschreibung und weitere Informationen.

Hintergrund
Honigbienen und andere wildlebende Bestäuberinsekten leisten durch die Bestäu-bung von Kulturpflanzen und anderen Pflanzen einen wichtigen Beitrag für Landwirt-schaft und Natur. Auf diese Weise sichern sie die menschliche Nahrungsgrundlage und erhalten die biologische Vielfalt. Das Ziel des BMEL ist es, intakte Insektenpopu-lationen im Zusammenspiel mit einer nachhaltigen Landwirtschaft in Deutschland zu realisieren. Über die Förderung von Projekten durch das Programm zur Innovations-förderung, das BÖLN sowie durch die Ackerbaustrategie des BMEL soll hierfür ein wesentlicher Beitrag geleistet werden.

Weitere Informationen

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

LANXESS schließt Übernahme von THESEO ab Führende Position im Wachstumsmarkt Tierhygiene

Das Unternehmen LANXESS hat zum 01. April die Übernahme von THESEO erfolgreich abgeschlossen. Die zuständigen Kartellbehörden haben die Transaktion im März genehmigt. THESEO mit Hauptsitz in Laval/Frankreich ist ein Anbieter von Biosicherheitslösungen, der im Jahr 2020 einen Umsatz von 33 Millionen Euro erzielte.

Mit der Übernahme baut LANXESS sein Produktportfolio für den Wachstumsmarkt Nutztierhaltung deutlich aus – und bietet nun ein umfangreiches Sortiment von Desinfektions- und Hygienelösungen im Bereich Biosicherheit an. Zum Portfolio zählen auch Produkte zur Schädlingsbekämpfung sowie für Tiernahrung und Tierwohl. Die neuen Geschäfte werden in den Bereich Material Protection Products (MPP) eingegliedert.

Neben den rund 115 Mitarbeitern hat LANXESS die Produktionsstätten von THESEO in Großbritannien, Brasilien, Deutschland und Frankreich übernommen.

Die Kombination des breiten Portfolios von LANXESS und THESEO ermöglicht es LANXESS, als Marktführer in der Tiergesundheitsindustrie Premiumprodukte anzubieten, besonders im Bereich der Reinigungs- und Desinfektionsprodukte.

Auf Kundenebene wird THESEO Deutschland auch weiterhin unverändert auftreten und ein gewohnt zuverlässiger Partner in allen Fragen rund um das Thema Biosicherheit im Agrar-Bereich sein.

Quelle: THESEO Deutschland