Corona-Krise stellt Geflügelwirtschaft vor große Herausforderungen

Zu Ostern: Versorgung mit Eiern und Geflügelfleisch sicher – Verfügbarkeit von Arbeitskräften bleibt drängendes Thema

Die Unternehmen der deutschen Geflügelwirtschaft haben in den vergangenen Wochen im Schulterschluss mit der gesamten Land- und Ernährungswirtschaft enorme Kraftanstrengungen unternommen, um die Versorgung der Menschen in Deutschland mit Geflügelfleisch und Eiern zu sichern. „Die deutsche Geflügelwirtschaft als systemrelevante Branche wird ihrem Versorgungsauftrag für Eier und Geflügelfleisch auch in der herausfordernden Corona-Situation in vollem Umfang gerecht“, sagt Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. (ZDG). Die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel sei in den vergangenen Wochen phasenweise erheblich gestiegen – es sei aber zu jeder Zeit gelungen, die Wünsche der Verbraucher zu erfüllen. „Auch zu Ostern bei traditionell starker Nachfrage nach Eiern gilt: Die Versorgung mit Eiern und Geflügelfleisch ist gesichert.“ Ein akut drängendes Thema bleibt jedoch die ausreichende Verfügbarkeit von Arbeitskräften für Eierpackstellen und Geflügelschlachtereien. Hier macht sich ZDG-Präsident Ripke beim Thema Freizügigkeit der Arbeitnehmer für ein koordiniertes Vorgehen auf EU-Ebene stark: „Unser Bekenntnis zu Europa gilt auch und gerade in Krisenzeiten. Wir müssen hier den Gemeinschaftsgedanken stärker leben und zu einem EU-weit gemeinschaftlichen Ansatz bei Regelungen für Berufspendler kommen.“

Branche drängt auf Ausnahme von Quarantänepflicht für Berufspendler
Eine deutliche Zuspitzung der ohnehin angespannten Situation befürchtet die Geflügelwirtschaft für das anstehende Osterfest, wenn in deutschen Unternehmen angestellte Berufspendler aus Polen, Tschechien oder Ungarn über die Feiertage zu ihren Familien in die Heimat wollen – und womöglich nicht ohne Weiteres zurück nach Deutschland dürfen, sollten die Heimatländer auf 14 Tage Quarantänepflicht bestehen. „Unsere Unternehmen fürchten um wichtige Arbeitskräfte. Hier muss Deutschland dem guten Beispiel von Österreich und Ungarn folgen und umgehend mit Polen, Tschechien und Ungarn eine Ausnahme der Quarantänepflicht für Berufspendler vereinbaren“, fordert Ripke mit Nachdruck eine zeitnahe, konstruktive Lösung. „Hier ist Eile geboten!“ Denn sollten diese Arbeitskräfte nicht mehr verfügbar sein, wäre die Produktion in Geflügelschlachtereien und Eierpackstellen nur unter großen Schwierigkeiten weiter aufrechtzuerhalten. In einem gemeinsamen Europa sind Menschen aus osteuropäischen Nachbarländern im Geflügelsektor seit Jahren als Fachkräfte bewährt.

Ripke: Nach der akuten Krise in detaillierte Systemanalyse eintreten
Insgesamt fühlt sich die Geflügelwirtschaft in ihren Herausforderungen während der Corona-Rise durch die deutsche Politik angemessen wahrgenommen, begleitet und unterstützt. „Wir dürfen zufrieden sein mit dem, was uns die Bundes- und Landeskrisenstäbe ermöglicht haben“, zieht Ripke eine vorsichtige erste Bilanz. In der Zeit nach der akuten Corona-Krise werde die Branche in eine detaillierte Systemanalyse eintreten. „Wir werden unsere Erfahrungen in und mit der Krise auswerten und mit Politik, Verbrauchern, Lebensmitteleinzelhandel und Gastronomie besprechen müssen. Es wird auch für uns heißen, Lehren aus dem Geschehen zu ziehen. Lebensmittel-Abhängigkeit von Importen gilt es sicher zu vermeiden und Billigangebote aus Drittländern bergen Risiken!“

„In unserer Branche ist jeder Einzelne systemrelevant – wir sagen Danke!“
Das anstehende Osterfest nimmt ZDG-Präsident Ripke zum Anlass, sich bei den vielen tausend engagierten Arbeitskräften der Branche für ihren enormen Einsatz in den vergangenen Wochen zu bedanken: „In einer systemrelevanten Branche ist jeder Einzelne mit seiner eigenen Arbeitsleistung systemrelevant. Wir sagen Danke! Für die vielen Überstunden, für den enormen Einsatz in den landwirtschaftlichen Betrieben, den Eierpackstellen und Geflügelschlachtereien. Dass zu Ostern die Versorgung mit Eiern und Geflügelfleisch gesichert ist, ist das Verdienst eines jeden einzelnen Mitglieds in der Kette.“

Quelle: ZDG

Oral ist optimal: Ileitis-Schluckimpfung wirkt zur richtigen Zeit am richtigen Ort

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Nahezu jedes Mastschwein in Deutschland macht eine Infektion mit dem Erreger der Ileitis, Lawsonia intracellularis, durch. Schweine infizieren sich über den Kontakt des Mauls mit Erreger haltigem Kot. Die Lawsonien wandern durch den Magen-Darm-Trakt bis zu den Darmschleimhautzellen, dringen in diese ein und verursachen so erhebliche Darmschäden. Die Darmschleimhaut ist dann nicht mehr in der Lage, im normalen Umfang Nährstoffe aufzuschließen und zu resorbieren. Dadurch verschlechtert sich die Futterverwertung*, Mikrobiom und Immunsystem im Darm werden geschädigt**.

Der orale Impfstoff gegen Ileitis gelangt als Schluckimpfung auf demselben Weg wie der Erreger ins Tier. Er regt so genau die Stellen des großen Darmimmunsystems an, die später eine Feldinfektion abwehren müssen. Dieser direkte Kontakt des Impfstoffes mit den wichtigen Zellen des Darmimmunsystems fehlt bei einer Impfung per Injektion. Der orale Impfstoff schützt also zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Dies hat er in den letzten fast 20 Jahren weltweit bereits millionenfach bewiesen.

Die einfache Ileitis-Schluckimpfung übers Trinkwasser oder über die Flüssigfütterung ist in Minuten vorbereitet und dann impfen die Tiere sich quasi selbst. Diese nadelfreie Impfung ohne Nebenwirkungen dient dem Wohl der Tiere. Ein gesunder Darm bedeutet ein gesundes Schwein.

Warum vor allem eine Impfung übers Maul so wirksam ist, erklärt dieses Video

Noch mehr Informationen unter www.ileitis.de

*Leite, F. L. L. et al., Poster Leman Conf. (2016)
**Mischok, J. et al. (2013), Proc. 17th ESVCN, S.18.

Quelle: Boehringer Ingelheim

Neues Coronavirus SARS-CoV-2: Flughunde und Frettchen sind empfänglich, Schweine und Hühner nicht

Erste Ergebnisse der Studien am Friedrich-Loeffler-Institut

Mit SARS-CoV-2 trat vor rund drei Monaten in China ein ursprünglich vermutlich aus Fledermäusen stammendes, neues zoonotisches Coronavirus beim Menschen auf, das zu einer Pandemie führte. Ob SARS-CoV-2 auch andere Tierarten infizieren kann, wird weltweit von verschiedenen Forschungsinstituten untersucht. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) begann vor wenigen Wochen mit Infektionsstudien in Schweinen, Hühnern, Flughunden und Frettchen. Erste Ergebnisse zeigen, dass Flughunde und Frettchen empfänglich für eine SARS-CoV-2 Infektion sind, Schweine und Hühner hingegen nicht. Insbesondere die Empfänglichkeit von Frettchen ist ein wichtiger Befund, da sie als Modelltiere für die Infektion des Menschen zur Erprobung von Impfstoffen oder Medikamenten eingesetzt werden könnten.

In den Infektionsstudien wurde den Tieren SARS-CoV-2 in die Nase verabreicht, um den natürlichen Infektionsweg beim Menschen über den Nasen-Rachenraum nachzuahmen. Nilflughunde, die zu den Fledertieren gehören, wurden getestet, um Kenntnisse über die vermutete Reservoirfunktion von Fledermäusen zu erlangen. Diese Tiere konnten zwar infiziert werden, zeigten aber keine Krankheitssymptome und steckten Artgenossen nicht effizient an.

Frettchen sind bei anderen Atemwegs-Infektionen, insbesondere durch Grippeviren, ein gutes Modell für den Menschen. Da SARS-CoV-2 sich vor allem im Atmungstrakt vermehrt, könnten Frettchen sich als Modell auch für diese Infektion eignen. Nach solch einem Tiermodell, das die Infektion des Menschen widerspiegelt, wird derzeit weltweit dringend gesucht. Die Versuche des FLI zeigen, dass sich Frettchen effizient mit SARS-CoV-2 infizieren lassen, das Virus gut vermehren und es auf Artgenossen übertragen. Die Tiere vermehrten das Virus hauptsächlich in den oberen Bereichen des Atmungstraktes, zeigten dabei aber keine Krankheitssymptome. Damit steht ein Infektionsmodell zur Verfügung, das bei der Erprobung von Impfstoffen und Medikamenten gegen SARS-CoV-2 helfen könnte.

Nutztiere sind besonders in Kontakt mit dem Menschen. Daher wurden Schweine und Hühner auf Empfänglichkeit für SARS-CoV-2 getestet. Es wurde untersucht, ob die Tiere infiziert werden, den Erreger vermehren und Krankheitssymptome zeigen. Weiterhin wurde getestet, ob sie den Erreger wieder ausscheiden und damit eine potenzielle Gefahr für den Menschen darstellen könnten. Unter den Versuchsbedingungen zeigten sich weder Schweine noch Hühner als empfänglich für eine Infektion mit SARS-CoV-2. Nach jetzigem Kenntnisstand sind sie also von dem Virus nicht betroffen und stellen demnach kein potentielles Risiko für den Menschen dar.

Die komplette Auswertung aller Versuchsreihen wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, mit den Endergebnissen ist Anfang Mai zu rechnen.
Weitere Informationen zum neuen Coronavirus / SARS-CoV-2 insbesondere zu Haustieren stehen auf der Internetseite des FLI zur Verfügung.

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut

3. Tagung der Tierärztlichen Plattform Tierschutz auf 2021 verschoben

Die 3. Tagung der Tierärztlichen Plattform Tierschutz (TPT) mit dem Thema „Nutztierhaltung im Spannungsfeld von Ziel- und Interessenskonflikten“ an der Katholischen LandvolkHochschule Oesede e.V. (KLVHS) bei Osnabrück wurde auf Grund der derzeitigen Seuchenlage auf den 25. und 26. Juni 2021 verschoben.

Programm:

Freitag, 25.06.2021, Beginn 13.00 Uhr

13.00 – Begrüßung und Eröffnung – Prof. Dr. Thomas Blaha (TPT-Koordinator), Die TPT: Ziele, Organisation und Arbeitsweise, bisherige Aktivitäten

Moderation: Dr. Maria Dayen

13.30 – Prof. Dr. Franz-Josef Bormann (Universität Tübingen), Der Deutsche Ethikrat erörtert ethische Fragen der Nutztierhaltung
14.30 – Dr. Matthias Link (BTK-Arbeitsgruppe Bestandsbetreuung), Der Stand der Beratungen des BMEL-Kompetenznetzwerkes Nutztierhaltung
15.30 – Prof. Dr. Dr. Kai Frölich (Arche Warder), Versöhnung von Landwirtschaft und Naturschutz?

16.30 – Kaffeepause

17.00 – Dr. Barbara Grabkowsky (Universität Vechta), Was kann die Transformationsforschung zur gelingenden Umgestaltung der Landwirtschaft beitragen
18.00 – Dr. Uta Seiwald (bpt-Präsidium), Die Tierschutzproblematiken beim Rind – ein Gesamtüberblick

alle Vorträge jeweils mit Diskussion

19.00 Ende des ersten Tages

Samstag, 26.06.2021, Ende 13.00

08.30 – Prof. Dr. Hiltrud Nieberg und Hauke Tergast (Thünen Institut für Betriebswirtschaft Braunschweig), Ökonomische Situation von Milchviehbetrieben und Folgen erhöhter Tierwohlanforderungen
09.30 – Conny Derboven (Landwirt mit 500 Kühen und Käserei), Effiziente und tiergerechte Milchproduktion – geht das?

alle Vorträge jeweils mit Diskussion

10.30 – Kaffeepause

11.00 Fishbowl-Diskussion zur Tagungsthematik – Moderation Dr. Maria Dayen mit

Sylvia Breher (MdB CDU und Nachfolgerin von Ursula von der Leyen im CDU-Vorstand)
Dirk Fisser (Journalist bei Neue Osnabrücker Zeitung)
Martin Lüking (Niedersächsisches Landvolk – Ausschuss für Rindfleisch)
Dr. Michael Schimanski (AG Rinder und kleine Wiederkäuer des Ndrs. Tierschutzplanes)
Prof. Dr. Rolf Mansfeld (LMU München, Rinderklinik und Rinder-Bestandsbetreuung) und
Jasmin Zöllmer (ProVieh, Agrarpolitik)

12.45 Tagungsresümee – Prof. Dr. Thomas Blaha

13.00 Tagungsende

Teilnahmegebühr: 100,00 € (Ermäßigung für Studierende: 50,00 €)
Verpflegung in KLVHS: 70,00 €

Weitere Details zur Anmeldung hier.

Fütterung auch bei Dürre sicherstellen

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Von Dr. Heike Engels, Dipl. Ing. agr

Die extreme Trockenheit im Sommer 2018, die teils mit großer Hitze einherging, beeinträchtigte deutschlandweit die Erntemengen und Futterqualitäten. Auch Familie Hörstmann-Jungemann in Lippstadt, Kreis Soest in Nordrhein-Westfalen, hatte damit zu kämpfen, ihre Tiere satt zu bekommen. Um nicht nur Quantität, sondern auch Qualität beim Futter zu sichern, testeten sie ein neues Futtermittel der Firma Bröring – Bova Forage.

Wenn man wie Familie Hörstmann-Jungemann täglich 250 Milchkühe plus eigene Nachzucht sowie 160 Bullen füttern muss, hat die Futterbeschaffung einen sehr hohen Stellenwert. Mag das Futter im Sommer immer noch reichen, so müssen auch für den Winter ausreichende Mengen vorhanden sein. Dafür nutzen die Milchviehhalter gerne Silage aus Gras und/oder Mais. Was in normalen Jahren eigentlich kein Problem ist, gestaltete sich im Dürrejahr 2018 extrem schwierig – es gab durch die Trockenheit viel zu wenig Graswachstum und auch beim Silomais fehlten die Massen-, aber vor allem auch die Energieerträge. Sohn Florian Hörstmann-Jungemann erinnert sich: „Wir hier in Lippstadt hatten 2018 nur 58 % Niederschlag im Vergleich zum langjährigen Mittel. Der erste Grasschnitt war noch sehr gut, der 2. brachte nicht einmal 60 % der sonst üblichen Menge, der 3. Schnitt war ebenfalls nur mäßig und der 4. war nur noch ein Pflegeschnitt. Es wuchs einfach nichts mehr. Normal haben wir hier gute 5 Schnitte Gras, die wir für den Winter einsilieren können.“

Schwankende Silagequalitäten
Mit dem Mais verhielt es sich ähnlich. War die Erntemenge schon zu niedrig, fehlte es dem Mais auch noch an Energie und Stärke, denn der Futterwert des Silomaises richtet sich hauptsächlich nach der Kolbenausbildung, und die war durch Hitze und Trockenheit schwer beeinträchtigt. „Wir ernteten Silomais mit einem Trockensubstanzgehalt von über 43 %, normal sind zwischen 32 und 38 % TS in der Gesamtpflanze. Der Stärkegehalt lag unter 30 %, normalerweise bewegen sich Maissilagen zwischen 36 und 40 % Stärke in der Trockenmasse“, so Florian Hörstmann-Jungemann. Die Energiegehalte lagen nur bei 6,6 MJ NEL, idealer wären Werte ab 7,0 MJ NEL gewesen. Zudem besteht bei zu hohen Trockensubstanzgehalten aus der Restpflanze mit deutlich über 35 % das Risiko, durch mangelnde Verdichtung des Silostockes sehr leicht Fehl- bzw. Nachgärungen zu bekommen.

Futterzukauf oder Herde abstocken?
Schnell wurde allen klar, dass das Grundfutter knapp war und zudem von nicht optimaler Qualität, es würde nicht für den Winter reichen. Familie Hörstmann-Jungemann stellte sich die Frage: Grundfutter zukaufen oder die Herde abstocken? …


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Bessere Leistungen in der Schweinemast durch den Einsatz von Lebendhefen?

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Von Dr. Onno Burfeind, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein

Die Fütterung von Schweinen legt einen wichtigen Grundstock für die Gesundheit der Tiere. Nicht zuletzt durch das gesetzliche Ziel den Antibiotikaverbrauch in der Tiermast zu reduzieren, sind nach Einführung der Aufzeichnungspflicht 2014 viele Anstrengungen unternommen worden, durch verbesserte Managementbedingungen den Gesundheitsstatus der Tiere zu verbessern. Auch in punkto Fütterung gibt es neue Ansätze – der Einsatz von Lebendhefen ist einer davon.

In der Fütterung ist der Einsatz von Probiotika mittlerweile weit verbreitet. Probiotika sind Mikroorganismen, die dem Organismus mit dem Futter verabreicht werden. Diese Mikroorganismen können die Zusammensetzung der Darmflora positiv beeinflussen, was sich idealerweise positiv auf die Darmgesundheit auswirken soll. Dazu zählen auch die Lebendhefen. Abzugrenzen sind die Probiotika von den Präbiotika, die lediglich das Milieu im Magen-Darm-Trakt in der Weise beeinflussen sollen, dass das Wachstum von erwünschten Mikroorganismen gefördert werden soll. Die Präbiotika stellen somit das „Futter“ für die gewünschten Mikroorganismen dar, wäh-rend bei der Verwendung von Probiotika die erwünschten Mikroorganismen selbst hinzugefügt werden.

Gesundheit als Basis für gute Leistungen
Heutige Mastschweine verfügen über ein enormes genetisches Potential für hohe Mastleistungen und günstige Futterverwertungen. Tageszunahmen von 1.000 g pro Tag sind keine Seltenheit mehr. Über die Futterqualität kann neben der Gesundheit auch die Leistung der Schweine positiv beeinflusst werden. Lebendhefen werden mittlerweile regelmäßig in Schweinefuttermitteln eingesetzt. Auch diese haben das Potential die Leistungen der Tiere weiter zu verbessern. Lag der Einsatzschwer-punkt bisher vor allem in der Fütterung von Sauen und Ferkeln, so erfolgten erst in den letzten Jahren intensivere Überlegungen des Einsatzes in der Schweinemast. Hier ist immer kritisch zu hinterfragen, ob der Einsatz eines kostenintensiven Pro-duktes gerechtfertigt ist, da die benötigten Mengen höher sind und die Futterkosten einen Großteil der Produktionskosten ausmachen.

Versuch am Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp (LVZ)
Im vorliegenden Bericht werden die Ergebnisse eines Schweinemastversuches aus dem LVZ zum Einsatz von Lebendhefen im Schweinemastfutter vorgestellt. In die-sem wurden zwei Fütterungsstrategien bei Mastschweinen miteinander verglichen. Es wurden Sauen und Eber getrenntgeschlechtlich in Gruppen von elf Schweinen gemästet. In beiden Gruppen von jeweils 165 Mastschweinen wurden mehlförmige Standardmastfuttersorten gefüttert (Tabelle 1). Die Differenzierung erfolgte lediglich über die Zulage von Lebendhefen zu dem Futter der Versuchsgruppe über die drei Mastphasen. Während dem Vormastfutter der Versuchsgruppe 1 kg / to des unter-suchten Produktes hinzugefügt wurde, waren es in der Mittel- und Endmast jeweils 0,5 kg / to des Produktes. Dies entspricht 1,0 * 1010 koloniebildenden Einheiten in der Vormast und jeweils 5,0 * 109 koloniebildenden Einheiten pro kg Futter. …


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NutriCare 360°: Mehr Gesundheit und Vitalität für Ferkel

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Gemeinsam für mehr Tiergesundheit / Beratungsprogramm mit strukturiertem Ansatz / Landwirt, Tierarzt und ForFarmers „im Boot“ / Nutzen der VIDA-Produktlinie optimiert / Neue Applikation zeigt für jeden Betrieb den genauen Bedarf an NutriCare Tools an

Das neue Beratungswerkzeug NutriCare 360 Grad von ForFarmers zielt darauf ab, die Gesundheit und die Vitalität von Ferkeln auf der Basis aller relevanten betrieblichen Informationen weiter zu verbessern. Dazu werden das Fachwissen der betreuenden Tierärzte, die Managementkompetenz der Landwirte und die umfassende Futterberatung zu dem VIDA-Sortiment von ForFarmers zusammengeführt. Das Unternehmen hat jetzt eine neue Applikation innerhalb des bestehenden Kundenmanagementsystems eingeführt, auf die die Spezialberater Schwein über ihre mobilen Geräte zugreifen können. Gemeinsam mit dem Landwirt werden beim Beratungsgespräch binnen kurzer Zeit einige Multiple-Choice-Fragen zur Futter- und Wasserversorgung, zu Gesundheits-, Wurf- und Stallmanagement sowie zur Leistung der Ferkel vor und nach dem Absetzen beantwortet. Das Resultat: Eine kostenlose NutriCare 360 Grad Analyse.

Umfassender Ansatz
Die NutriCare 360 Grad Analyse fasst die Ist-Situation zusammen und zeigt für das Betriebs-, Gesundheits- und Futtermanagement Bereiche auf, in denen gegebenenfalls Verbesserungspotenzial besteht. Die Ergebnisse können von dem Landwirt und seinen Mitarbeitern, dem Tierarzt und dem ForFarmers Berater gemeinsam überprüft und darauf aufbauend Ansätze zur Optimierung umgesetzt werden. In dem Bericht werden weiterhin Diagnosewerkzeuge ausgewiesen, die im Einzelfall Anwendung finden sollten. Auch sie werden im Rahmen von NutriCare 360 Grad zur Verfügung gestellt; dazu gehören der Kolostrum-Score, der Ferkelvitalitätscheck, das Hygienogramm, der Klima-Check und der Wasser-Check, bei dem die Laboranalyse von der Firma Selko als Partner von ForFarmers durchgeführt wird.

Positives Feedback
Erste Reaktionen sind sehr positiv. Während die Landwirte, die das System bereits testen konnten, insbesondere den umfassenden Ansatz für mehr Tiergesundheit und die positiven Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit würdigen, sehen Tierärzte ein großes Potenzial in der gemeinsamen Analyse und Auswertung von Gesundheits- und Leistungsdaten.

Auch die Berater von ForFarmers zeigen sich durchweg von dem leicht bedienbaren Bewertungsinstrument begeistert, das ihnen schnell und zielgenau vermittelt, welche der NutriCare Tools im Einzelfall zum Einsatz kommen sollten.

Top Ferkelfutter optimal nutzen
Auf Basis der umfassenden NutriCare Analyse lässt sich das VIDA Sortiment optimal nutzen. Es ist auf eine hervorragende Futteraufnahme sowie ein problemloses, gesundes Wachstum von Ferkeln vor und nach dem Absetzen zugeschnitten. Mit VIDA Optima, VIDA Vital und VIDA Prima stehen drei verschiedene Futterlinien für die Ferkelaufzucht sowie VIDA Milk und VIDA Prestarter zur Beifütterung der Saugferkel zur Verfügung.

Je nach Linie stehen hier entweder optimale Futteraufnahme und Leistung, Darmgesundheit und Sicherheit oder ein bestmögliches Preis-Leistungs-Verhältnis im Fokus. Die tägliche Futteraufnahme der Ferkel ist für den Futterwechsel in die nächste Phase ausschlaggebend; auch dabei unterstützen die ForFarmers Spezialberater gerne und kompetent.

Quelle: ForFarmers Langförden GmbH

Ad-libitum-Milchaustauscherfütterung und Butyrat-Ergänzung

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Studie: Wie wirken sich eine Ad-libitum-Milchaustauscherfütterung und Butyrat-Ergänzung auf die Entwicklung des Magen-Darm-Traktes bei Holsteiner Kälbern aus?

Für neu geborene Kälber entscheidet sich schon in den ersten Wochen, wie gut sie sich im Laufe ihres Lebens entwickeln werden. Intensive Milch- oder Milchersatz-Fütterungsprogramme in der Kälbervorentwöhnung stimulieren das Körperwachstum und die Organentwicklung, verbessern das Wohlergehen und die Gesundheit der Tiere während der Kälberaufzucht. Andererseits kann eine intensive Milch- oder Milchersatz-Fütterung die feste Futteraufnahme und die Pansenentwicklung beeinträchtigen, was zu einer verzögerten Verdauung des Vormagens und häufig zu einer Beeinträchtigung des Körperwachstums während des Absetzens führt. Die Entwicklung und Funktion des Pansens nimmt jedoch sofort zu, wenn das intensive Milchfütterungsprogramm endet und die feste Futteraufnahme zunimmt. Daher ist es wahrscheinlich, dass keine dauerhafte Beeinträchtigung der Pansenentwicklung eintritt, wenn Kälber während der Vorabsetzphase große Mengen Milch erhalten.

Positive Wirkung von Butyrat
In den letzten Jahren wurde der Entwicklung des Darms bei Kälbern im Hinblick auf die Intensität der Milchfütterung weniger Aufmerksamkeit gewidmet. Studien an neonatalen Kälbern zeigten deutlich, wie wichtig die Aufnahme von Kolostrum für das Wachstum und die Entwicklung des Darms ist. Frühere Studien mit ad libitum Milchersatz-gefütterten Kälbern deuten auf einen positiven Effekt auf das Darmwachstum hin. Darüber hinaus kann die Ergänzung von Butyrat einen positiven Einfluss auf die Magen-Darm-Entwicklung haben (Begünstigung des Zottenwachstums und die Entwicklung des Epithels im Pansen schon bei sehr jungen Kälbern) und auf den Insulin gesteuerten Glukosestoffwechsel. Bei der Verdauung von Stärke kommt es natürlicherweise zur Bildung von Butyrat. Eine schnelle Pansenentwicklung sorgt dafür, dass das Kalb bereits frühzeitig mit den wichtigen Nährstoffen aus dem Hauptfutter versorgt wird. Dies ermöglicht eine optimale Nutzung des Wachstumspotenzials in den frühen Lebenswochen. Neben der Ernährung der Darmzellen steuert Butyrat auch die immunologischen Abwehrkräfte des Darms und beeinflusst zudem verschiedene Stoffwechselwege im ganzen Körper, zum Beispiel in der Leber oder im Gehirn. Die kombinierte Wirkung von intensiver MR-Fütterung und Butyratbehandlung auf das Darmwachstum und die Darmentwicklung wurde jedoch bisher nicht untersucht.

Ad libitum-Fütterung mit/ohne Butyratzusatz
In der vorliegenden Studie* untersuchten die Forscher die Auswirkungen einer ad libitum Milchersatz-Fütterung über 8 Wochen und einer Butyrat-Supplementierung des Milchersatzes auf das Wachstum und die Entwicklung des Darms bei Kälbern bis zum Absetzen…


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Erste Chemische und Veterinäruntersuchungsämter starten Corona-Tests: Stuttgart ab sofort – NRW ab Montag

„Ungewöhnliche Situationen erfordern unkonventionelles und lageangepasstes Handel. Ab sofort stellen wir an unserem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart Kapazitäten für die Laboruntersuchung von zunächst bis zu 200 Tests auf Covid-19 pro Tag zur Verfügung. Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag, um die Corona-Krise zu meistern“, sagte Baden-Württembergs Verbraucherschutzminister Peter Hauk MdL am Donnerstag (26. März) in Stuttgart. Die Fachleute der Einrichtung seien aufgrund ihrer Expertise und Ausrüstung in der Lage, solche Analysen sicher und rationell durchzuführen und die Ergebnisse dem Landesgesundheitsamt zur Verfügung zu stellen.

Auch die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUÄ) in Nordrhein-Westfalen werden ab dem 30. März 2020 Tupferproben von potenziell an SARS-CoV-2-erkrankten Menschen untersuchen und damit die Untersuchungslabore im Land unterstützen. „Wir kommen dieser Bitte des Gesundheitsministeriums sehr gerne nach. Im Kampf gegen das neuartige Corona-Virus müssen wir alle Ressourcen nutzen und bündeln“, erklärte NRW-Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser.

Die CVUÄ werden kurzfristig nacheinander in die Untersuchung der Tupferproben einsteigen und an ihren jeweiligen Standorten in Arnsberg, Detmold, Krefeld und Münster zunächst insgesamt 1.500 Proben pro Tag untersuchen können. Heinen-Esser: „Mit dieser hohen Kapazität werden sie die an der Überlastungsgrenze arbeitenden humanmedizinischen Labore wirkungsvoll unterstützen. Die CVUÄ sind fachlich und personell bestens für diese Aufgabe gerüstet.“

Impfapplikation in der Geflügelhaltung: Impfungen sind wesentliches Element der Gesundheitsprophylaxe

Von Ulrike Amler, Dipl. Ing agr., freie Agrarjournalistin

Ein umfassender Impfschutz trägt in der Geflügelhaltung zu Gesundheit, Tierwohl und hohen Leistungen bei. Die Sorgfalt bei der Verabreichung entscheidet über den Impferfolg. Die Anforderungen an die Sorgfalt sind hoch, in der Hähnchen- und Putenmast sowie in der Legehennenhaltung.

Knapp kalkulierte Gewinnmargen in der Hähnchenaufzucht führen stets zu Überlegungen, welche Positionen auf der Kostenseite direkt in diesem Betriebszweig reduziert werden können. Alternativ kann das Betriebsergebnis durch die Verlagerung von finanziellen und arbeitswirtschaftlichen Ressourcen optimiert werden. Wer nicht impft, zum falschen Zeitpunkt oder mit mangelnder Sorgfalt, riskiert in jedem Fall Leistungsminderung, Qualitätseinbußen und Krankheitsausbrüche, die zu hohen Folgekosten oder Totalausfällen führen können. Die Hähnchenmast steht zudem im besonderen Fokus beim Antibiotikaverbrauch in der Tierhaltung.

„Sorgfältig durchgeführte Impfungen sind ganz entscheidend für den Erfolg der Prophylaxemaßnahmen und tragen zur Reduzierung von Antibiotikagaben aufgrund von bakteriellen Sekundärinfektionen bei“, mahnt Dr. Andreas Hemme, Fachtierarzt für Geflügel aus Vechta. Mit seinen Kollegen betreut er schwerpunktmäßig Geflügelhaltungen im Raum Weser-Ems, aber auch im restlichen Bundesgebiet. „Wenn wir einen Betrieb übernehmen, der nicht so gut läuft, dann liegt das oft daran, dass die Impfungen nicht richtig durchgeführt wurden“, beobachtet der Veterinär. Nach der Tierimpfstoffverordnung dürfen Impfungen nur von Tierärzten durchgeführt werden. In der Praxis können das jedoch auch Landwirte mit einer Ausnahmegenehmigung des Veterinäramtes nach Vorlage eines Impfplanes vom Bestand betreuenden Tierarztes. Eine intensive Einweisung durch den Tierarzt und die korrekte Durchführung durch geschulte und verantwortungsbewusste Mitarbeiter sind entscheidend für die Wirksamkeit der Maßnahme und damit auch, ob diese sich am Ende rechnet.

Impfprophylaxe statt Therapie
„Sera, Impfstoffe und Antigene dürfen an Tieren nur von Tierärzten angewendet werden.“ § 43 Tiergesundheitsgesetz (Tierimpfstoff-VO)

Eine Pflichtimpfung besteht für die anzeigepflichtige atypische Geflügelpest oder Newcastle Disease (ND). Sie erfolgt bereits in der Brüterei, entweder als Sprayimpfung am ersten Tag oder im sogenannten In-Ovo-Verfahren vor dem Schlüpfen. Im Maststall kann ND zwischen dem 7. und 23. Tag mit einem Lebendimpfstoff über Spray oder Trinkwasser geimpft werden. Verbreitet ist die Impfung in der zweiten Mastwoche, seltener auch in der dritten Woche. Bereits in der Brüterei können Küken am ersten Lebenstag auch eine Sprühimpfung gegen die infektiöse Bronchitis erhalten. Im Mastbetrieb steht diese Impfung dann in der zweiten Lebenswoche, meist zwischen dem 12. und 15. Lebenstag an.
Zwischen dem 10. und 23. Lebenstag erfolgt eine Immunisierung gegen die infektiöse Bursitis, die sogenannte Gumboro-Infektion. „95 % unserer Betriebe impfen gegen Gumboro“, berichtet Tierarzt Andreas Hemme. Die Alternative zur Gumboro-Impfung im Mastbetrieb ist …


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Vogelgrippe in einem Putenbestand im Landkreis Aurich

In Niedersachsen gibt es einen Fall von Geflügelpest in einem Nutztierbestand. Betroffen ist ein Betrieb mit etwa 10.000 Putenelterntieren im Landkreis Aurich, Gemeinde Dornum.
Nachdem zunächst bei Eigenkontrollen des Betriebes das Aviäre Influenzavirus H5 festgestellt wurde, wurde der Bestand amtlich beprobt. Das Labor des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat den Verdacht auf H5 bestätigt.

Das nationale Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) hat festgestellt, dass es sich um die hochpathogene Form des Virus, also H5N8 handelt. Der betroffene Bestand mit 55 Wochen alten Putenelterntieren wird bereits heute (Samstag) gekeult.

Das Veterinäramt des Landkreises hat einen Sperrbezirk im Radius von drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet im Radius von zehn Kilometern um den Ausbruchsbetrieb eingerichtet. In zwei weiteren Betrieben, die sich in dem Bezirk befanden, wurden ebenfalls die Geflügelbestände getestet. Die Ergebnisse des LAVES sind negativ.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

SARS-CoV-2: Dringender Handlungsbedarf zur Aufrechterhaltung der tierärztlichen Infrastruktur

dem Veterinärmedizinischen Fakultätentag und dem Deutschen Tierschutzbund Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gebeten, schnellstmöglich dafür Sorge zu tragen, dass

– alle Tierärzte, Tiermedizinischen Fachangestellte und Tierpfleger unverzüglich als systemrelevante Berufe eingestuft werden;

– für Tierarztpraxen und tierärztliche Kliniken analog der Humanmedizin flexible Quarantäneregelungen gelten müssen;

– Hygienerichtlinien zum Umgang mit SARS-CoV-2 in Tierarztpraxen, landwirtschaftlichen Betrieben und Tierheimen erarbeitet werden, um Angestellte und Tierhalter bestmöglich zu schützen.

Grund dafür: Angesichts der rasant steigenden Fallzahlen von Coronavirusinfektionen besteht dringender Handlungsbedarf, den Tierschutz und die Tierseuchenbekämpfung sicherzustellen. Die Behandlung kranker Tiere, die Sicherheit von Lebensmitteln und die Bekämpfung von Tierseuchen (aktuell ASP, H5N8) müssen zum Schutz von Mensch und Tier auch weiterhin flächendeckend gewährleistet werden können.

Gleichzeitig hat der Verband darauf verwiesen, dass die Einrichtung eines Expertengremiums, bestehend aus Vertretern der Bundesregierung, Behörden, Universitäten und tierärztlichen und tierhaltenden Verbänden, für dringend notwendig erachtet wird, um schnell und möglichst einheitlich auf die weitere Entwicklung reagieren zu können.

Quelle: Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.

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„Freiluft“-Kälber sind gesünder und brauchen weniger Antibiotika

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Können sich Kälber mehr an der freien Luft aufhalten, erkranken sie seltener und brauchen weniger Antibiotika. Dies zeigt eine Studie der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern, in der ein neues Managementkonzept für die Kälbermast entwickelt wurde. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit IP-SUISSE und dem Migros-Genossenschafts-Bund erstellt.

In der Kälbermast werden junge Tiere häufig aus mehreren Geburtsbetrieben zu grossen Gruppen zusammengeführt. So übertragen sie untereinander Keime, die zu vielen Erkrankungen führen. Als Folge davon werden grosse Mengen an Antibiotika eingesetzt.

Um diese Problematik zu umgehen, hat die Wiederkäuerklinik der Vetsuisse-Fakultät an der Universität Bern in Zusammenarbeit mit IP-SUISSE und dem Migros-Genossenschafts-Bund ein neues umfassendes Managementkonzept für Kälber entwickelt, das sogenannte «Freiluftkalb-Konzept»: Von den an der Studie beteiligten Betrieben wurden Kälber von benachbarten Betrieben zugekauft und direkt ohne Kontakt mit anderen Kälbern in den Mastbetrieb transportiert. In den Versuchsbetrieben lebten sowohl zugekaufte wie auf dem Betrieb geborene Tiere zuerst im Freien in Einzeliglus mit Sichtkontakt zu Artgenossen – im Sinne einer Quarantäne – und wurden geimpft. Später kamen sie in kleine Gruppen von maximal 10 Tieren, ebenfalls im Freien, in ein Gruppeniglu mit einem überdachten, eingestreuten Auslauf. So konnten sie sich im geschützten Auslauf an der freien Luft aufhalten, sie waren weniger Erregern und Schadgasen ausgesetzt und erkrankten seltener. Dieses Konzept wurde in 19 Kälberherden umgesetzt und mit 19 traditionell gehaltenen Herden in der gleichen Region verglichen. Die Vergleichsbetriebe folgten den IP-SUISSE Richtlinien und verfügten unter anderem über Ställe mit Zugang zu einem unbedeckten Auslauf.

Im Rahmen der Studie wurden nicht nur Indikatoren für die Tiergesundheit, das Tierwohl und die Wirtschaftlichkeit erfasst, sondern auch die Resistenzlage gegenüber Antibiotika untersucht. Die ersten Ergebnisse der Studie liegen nun vor, die Resultate zur Wirtschaftlichkeit und Entwicklung der Resistenzlage werden noch ausgewertet und zu einem späteren Zeitpunkt kommuniziert.

Tiergesundheit und Tierwohl signifikant verbessert
Dank dem «Freiluftkalb-Konzept» konnte der Antibiotikaeinsatz in den Freiluftbetrieben im Vergleich zu den Kontrollbetrieben auf einen Fünftel reduziert werden, und die Sterblichkeit wurde um das Zweifache reduziert. «Unser Ziel war es, ein Managementkonzept für die Kälbermast zu entwickeln, das den Antibiotikaeinsatz um die Hälfte reduziert, ohne die Tiergesundheit zu gefährden», sagt Prof. Mireille Meylan, Leiterin der Studie. Das bedeutet, dass die Senkung des Antibiotikaeinsatzes nicht auf Kosten des einzelnen Tieres gehen darf. Entsprechend wurden kranken Tieren, die eine Behandlung benötigten, Antibiotika verabreicht.

Der Hauptgrund für antibiotische Behandlungen von Mastkälbern sind Lungenentzündungen. «Unsere Ergebnisse zeigen, dass Freiluftkälber während der Mast weniger Symptome für Lungenentzündungen aufwiesen», sagt Jens Becker, Ko-Autor. So war die Anzahl von hustenden Kälbern und Kälbern mit Nasenausfluss deutlich reduziert. Auch nach der Schlachtung fanden sich in den entnommenen Lungen der Freiluftkälber weniger Anzeichen von Lungenentzündungen als bei Kälbern aus den Vergleichsbetrieben.

Für Mastbetriebe einfach umsetzbar und wirtschaftlich
Für die Forschenden war auch wichtig, dass das Konzept in den Mastbetrieben einfach umgesetzt werden kann: «Es soll für die Tierhalterinnen und Tierhalter praktisch sowie wirtschaftlich sein», sagt Meylan. So hat zum Beispiel die Reduktion der Sterblichkeit der Tiere um das Zweifache neben einer wichtigen ethischen Komponente auch eine grosse wirtschaftliche Bedeutung. Zudem war die tägliche Gewichtszunahme in beiden Betriebsgruppen vergleichbar, das heisst die im Freien gehaltenen Kälber wuchsen nicht langsamer als in traditioneller Haltung.

Schweizweit von Bedeutung
«Bisher gibt es keine für die Schweiz angepassten Managementsysteme für die Kälbermast, die nachweislich den Antibiotikaverbrauch wegen verbesserter Tiergesundheit reduzieren», sagt Becker. Ein Managementkonzept, das sich hinsichtlich Verbesserung der Tiergesundheit, Reduktion des Antibiotikaverbrauchs und Erhalt der Wirtschaftlichkeit bewährt, könne laut den Forschenden die Kälbermast in der Schweiz grundlegend verändern. «Eine solche Veränderung würde einen äusserst relevanten Beitrag zur Bekämpfung der Problematik von antibiotikaresistenten Bakterien leisten und generell zu einer tierfreundlicheren Haltung führen», sagt Meylan.

IP-SUISSE und Migros sind überzeugt
«Die Studie hat hervorragende Ergebnisse geliefert», sagt Niklaus Hofer, stellvertretender Geschäftsführer von IP-Suisse. «IP-SUISSE ist daher überzeugt, dass das System Freiluftkalb die Kälbermast der Zukunft sein wird». Entsprechend wolle sich IP-SUISSE für das neue System Freiluftkalb einsetzen. Weiter fügt Hofer an: «Da es sich aber nicht nur um eine neuartige Stalleinrichtung handelt, sondern um ein ganzes System, braucht es für die Umsetzung mehrere Schritte». Dazu gehörten unter anderem die Einführung eines Punktesystems zur Bewertung von gesünderen Kälbern, und eine entsprechende Entschädigung durch den Bund und den Markt für diesen Mehrwert.

Für die Migros, welche die Studie mit finanziellen Mitteln unterstützt, sind die Resultate sehr erfreulich. «Die Migros bekennt sich mit ihrem breiten Engagement klar zum Tierwohl und strebt hohe Ziele an. Die Resultate zeigen nun, dass mit entsprechendem Management und Haltungssystemen die Tiergesundheit massiv verbessert werden kann. Das möchten wir auf jeden Fall weiterverfolgen», sagt Andreas Schmidli, Fachspezialist Nachhaltigkeit Tierwohl beim Migros-Genossenschafts-Bund. Die Erkenntnisse aus der Wissenschaft sollen nun genutzt und in die Praxis implementiert werden.

Die «Freiluftkalb-Studie»
In der «Freiluftalb-Studie» wurden über 1’900 Kälber untersucht. 19 Betriebe erhielten während eines Jahres ein Mastsystem an der freien Luft mit Einzel- und Gruppeniglus. Diese wurden mit 19 IP-SUISSE-Betrieben mit herkömmlichen Mastsystemen mit Stallhaltung und unüberdachtem Auslauf verglichen. Die Studie umfasste monatliche Besuche auf den Betrieben, um die Gesundheit der Tiere zu ermitteln, Untersuchungen der Lungen nach der Schlachtung sowie Befragungen der Tierhalterinnen und Tierhalter zu wirtschaftlichen Aspekten. Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 72 des Schweizerischen Nationalfonds für die Forschung wurden zudem systematisch Proben zur Bestimmung der Resistenzlage gegenüber Antibiotika gesammelt und untersucht.

Quelle: Universität Bern/IP Suisse

QS registriert gesunkenes Salmonellenrisiko in den Schweinemastbetrieben

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Anteil positiver Salmonellenproben rückläufig – Eintrag über Futter zurückgegangen

Mit umfangreichen Hygienemaßnahmen, einer erhöhten Achtsamkeit der Tierhalter sowie größtmöglicher Transparenz entlang der Lieferkette ist es gelungen, das Salmonellenrisiko in den Schweinemastbetrieben zu senken. Das belegen die Zahlen des aktuellen QS-Salmonellenmonitorings für das Jahr 2019. Die Schweinehalter im QS-System konnten trotz vereinzelt auftretender Salmonellenbelastungen in eiweißhaltigen Futtermitteln den Eintrag von Salmonellen in die Schweine verhindern.

Die Anzahl der Schweinemastbetriebe mit erhöhtem Risiko für den Eintrag von Salmonellen, die in die Kategorie III eingestuft werden, lag zu Beginn des Jahres 2020 bei 2,7 Prozent. Im Vergleich dazu waren Ende 2019 noch 3,3 Prozent der Betriebe in Kategorie III eingestuft. Dies bedeutet einen deutlichen Rückgang der Betriebe mit hohem Salmonellenrisiko.

Dementsprechend sieht es gut bei den auf Antikörper untersuchten Proben von Schlachtschweinen aus: Hier sank der Anteil positiver Proben im genannten Zeitraum um gut 1 Prozent von 13,8 Prozent auf 12,7 Prozent. Basis der Auswertung im Februar bilden knapp 1.5 Mio. Proben aus über 20.000 Schweinemastbetrieben.

Schweinehalter im QS-System, die Tiere für die Schlachtung abgeben, sind dazu verpflichtet am QS-Salmonellenmonitoring teilzunehmen. Dazu werden Proben auf Antikörper gegen Salmonellen untersucht. Tierhalter und Schlachtbetriebe erhalten so Auskunft darüber, ob der Schweinebestand während der Haltung Kontakt zu Salmonellen hatte. Ziel ist es durch zusätzliche Informationen den aktuellen Stand transparent zu machen und Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Lebensmittelsicherheit vorzunehmen.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

Gemeinsam Gesundheit fördern – Symposium am 11. März

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„One Health“-Expertengespräch: Antibiotikaresistenzen in Tier und Humanmedizin
Die Problematik von Antibiotikaresistenzen ist nach wie vor sehr aktuell und stellt weltweit Ärzte, Tierärzte, die landwirtschaftliche Praxis sowie die Veterinär- und Gesundheitsbehörden vor große Herausforderungen. Neben den Zoonosen (zwischen Tieren und Menschen übertragbare Infektionen) wie die jährlich sich veränderte Influenza-Viren oder die aktuelle Coronavirus-Variante, sind die zunehmenden Resistenzen die Auslöser für das von der UNO entwickelte „One Health“-Konzept, das durch inter- und transdisziplinäre koordinierte Aktivitäten auf globaler, regionaler, nationaler und lokaler Ebene das Ziel „gesunde Menschen – gesunde Tiere – gesunde Umwelt“ verfolgt. Der Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen und die Universität Vechta haben zu dieser Problematik das bereits dritte interdisziplinäre Symposium mit ausgewiesenen Referenten organisiert, das am 11. März 2020 stattfinden wird. Als Mitveranstalter sind das Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz (LAVES) Oldenburg, das Landesgesundheitsamt Niedersachsen (NLGA), das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sowie die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) dabei.

Im Vorfeld informierten Veranstalter, Referenten und Experten*innen zum Thema.
Antibiotika seien eine „der wichtigsten Waffen gegen bakterielle Infektionen“, leitet Dr.in Barbara Grabkowsky ein. Allerdings fördere jeder Einsatz die Entstehung und Vermehrung von resistenten Keimen, erklärt die wissenschaftliche Leiterin der Koordinierungsstelle Transformationsforschung agrar Niedersachsen. Das multidisziplinäre „One Health“-Konzept sei die wichtigste Basis, um die stetig an Bedeutung zunehmende Resistenzproblematik mit kontinuierlichen und koordinierten Maßnahmen in allen Bereichen, in denen antimikrobiellen Substanzen eingesetzt werden, dauerhaft „in den Griff“ zu bekommen. So sei die Veranstaltungsreihe, die am 11. März in der Universität Vechta fortgesetzt wird, wichtig, sagte Thomas Blaha. Gegen das Problem der Antibiotika-Resistenzen von Bakterien vorzugehen, sei essentiell, betonte der Vorsitzende der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz und emeritierte Professor der Tierärztlichen Hochschule Hannover (Tiho). Deutschland sei hier aber im internationalen Vergleich auf einem sehr guten Weg, sagte Blaha.

Den Antibiotika-Einsatz könne man allerdings nicht auf null reduzieren, ergänzte Dr.in Sabine Kurlbaum, vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) Dezernat 23 – Tierarzneimittelüberwachung. Denn es gebe immer Infektionen, die mit Antiinfektiva behandelt werden müssten. Hierbei müsse unter anderem auf die Art des Antibiotikums geachtet werden, sagte Geflügelfachtierarzt Dr. Thorsten Arnold. So gebe es unterschiedliche Einstufungen für verschiedene Antibiotika-Arten. Einige davon seien ausschließlich für die Humanmedizin bestimmt, sodass sich gegen diese nicht so schnell Resistenzen bilden könnten. Bei anderen wiederum müsste vor einem Einsatz beim Tier zunächst geprüft werden, ob es nicht alternative Medikamente gebe. Auch der Verbraucher könne etwas zum Thema beitragen: Geflügel, welches langsamer aufwachse, sei potenziell gesünder, sagte Arnold. Das hieße aber auch, dass es für den Züchter teurer wäre. Hier müsse es letztendlich Verbraucher geben, welche diesen Preis bereits sind zu zahlen, oder sich dieses leisten könnten. Auch die Verbesserung des Stallklimas könne zur Gesundheit beitragen, sagte Arnold. Allerdings seien entsprechende Umbaugenehmigungen für Landwirte oft schwer zu bekommen. Praxis und Theorie müssten zusammenpassen, sagte Dr. Johannes Wilking vom Kreislandvolk Vechta und machte neben den Nutztieren auch auf die Haustiere aufmerksam. Diese können ebenso als Keimüberträger fungieren. So sei nicht nur im Krankenhaus, sondern auch im Alltag auf Hygiene achten, ergänzt Humanmediziner Dr. med. Harald Kuhn. Einfaches Händewaschen helfe, sich vor ungewollten Keimen zu schützen.

„One Health“-Symposium am 11. März
Die Veranstaltung trägt den Titel „Antibiotika-Anwendungssituation 2020: One Health – Mensch – Tier – Umwelt“. Sie ist Teil einer LEADER-geförderten Reihe an der Universität Vechta sowie des Verbundes Transformationswissenschaften agrar Niedersachsen.

Beispiele aus der Praxis, Erkenntnisse aus regionalen und internationalen Projekten in Human- und Veterinärmedizin sowie im Umweltmanagement werden vor- und zur Diskussion gestellt. Analysen und Strategien von unterschiedlichen Institutionen und führenden Forschungseinrichtungen runden das Programm ab. Voneinander lernen und Verständnis für den jeweiligen Berufsstand entwickeln, ist ebenfalls Idee des Symposiums, das sich explizit an Praktiker*innen aus dem Bereich Landwirtschaft, Humanmedizin und Umweltschutz wendet.

Das Symposium findet statt am 11. März 2020 von 9.15 bis 17 Uhr im Hörsaal Q 015 der Universität Vechta, Driverstraße 22, 49377 Vechta.

Für die Tagung werden keine Gebühren erhoben. ATF- und Fortbildungs-Stunden nach §7(2) SchwHHygVO sowie CME- Fortbildungspunkte für Ärzt*innen sind beantragt. Um Anmeldung bis zum 9. März wird gebeten. Hier sind darüber hinaus weitere Informationen zu finden.

Quelle: Universität Vechta

MSD Tiergesundheit bietet Milbenkontrolle über das Tränkwasser in neuer 50 ml – Handelsform

Die Rote Vogelmilbe ist weltweit verbreitet und kommt in allen Haltungsformen, auch Mobilställen, Hobby- und Rassegeflügelhaltungen vor. Der nachtaktive Ektoparasit ruft durch das Blutsaugen bei den Tieren vermehrte Un¬ruhe und Stress bis hin zu Beschädigungspicken und Todesfällen infolge von Blutverlust hervor und beeinträchtigt das Tierwohl erheblich. Außerdem kann die Gesundheit der Geflügelhalter durch Haut¬irritationen und Ekzeme infolge von Milbenstichen betroffen sein.

Die Kontrolle der Milben über das Tränkwasser bietet erhebliche Vorteile bei der Bekämpfung:

+ Nahezu vollständige Eliminierung der vorhandenen Milbenpopulation, da der Wirkstoff erstmals bei Hühnern eingesetzt wird und keine Resistenzen bekannt sind

+ Einfacher Einsatz über das Tränkwasser, zweimal im Abstand von 7 Tagen, um alle im Bestand vorhandenen Stadien der Roten Vogelmilbe, auch diejenigen Eier und Larven, die zum Zeitpunkt der 1. Behandlung noch kein Blut am Tier saugen, zu erreichen

+ 0 Tage Wartezeit auf Eier, so dass die Eier während der Behandlung verwendet werden können (Wartezeit für essbares Gewebe 14 Tage)

+ Unbedenkliche Handhabung für Tiere und Anwender bei sachgemäßem Gebrauch

Verfügbar ist das Produkt neben dem 1 l-Kanister nun auch in der Handelsform 50 ml, was für die komplette Behandlung (2-malige) von ca. 250 Tieren (à 2 kg KGW) ausreicht. Der Behälter ist nach Anbruch 12 Monate weiter verwendbar.

Quelle: MSD Tiergesundheit Intervet Deutschland GmbH

Bienen tanzen im Dialekt

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Mit dem Schwänzeltanz teilen Honigbienen ihren Artgenossen mit, wo Futterquellen zu finden sind. Je nach Bienenart gibt es dabei unterschiedliche Tanzdialekte, wie ein deutsch-indisches Forschungsteam nachgewiesen hat.

Nach über 70 Jahren ist ein großes Rätsel der Zoologie gelöst: Honigbienen benutzen bei ihrem Schwänzeltanz tatsächlich verschiedene Tanzdialekte. Welche „Mundart“ sich bei den Insekten im Lauf der Evolution entwickelt hat, hängt mit dem Aktionsradius zusammen, in dem sie rund um den Stock Futter sammeln.

Das berichten Forschungsteams vom Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und vom National Centre for Biological Sciences (NCBS) in Bangalore (Indien) im Fachblatt „Proceedings of the Royal Society B“. Von der JMU beteiligt sind die Doktoranden Patrick Kohl und Benjamin Rutschmann sowie Professor Ingolf Steffan-Dewenter.

Dass es bei Honigbienen Tanzdialekte gibt, hatten ab den 1940er-Jahren schon die Zoologen Karl von Frisch und Martin Lindauer, der die Würzburger Bienenforschung maßgeblich prägte, festgestellt. Spätere Experimente warfen allerdings Zweifel an der Existenz der Dialekte auf. Die neuen Ergebnisse beweisen nun, dass Frisch und Lindauer Recht hatten. Die beiden Forscher lagen auch richtig mit ihrer Erklärung, warum es die Tanzdialekte überhaupt gibt.

So sieht die Tanzkommunikation der Bienen aus
Die Tanzsprache der Honigbienen ist eine im Tierreich einzigartige Form der symbolischen Kommunikation. Hat eine Biene zum Beispiel einen blühenden Kirschbaum entdeckt, kehrt sie in den Stock zurück. Dort informiert sie die anderen Bienen mit einem Tanz darüber, in welcher Himmelsrichtung die Futterquelle liegt und wie weit sie entfernt ist.

Teil des Tanzes ist der so genannte Schwänzellauf, bei dem die Bienen energisch mit ihrem Hinterleib wackeln. Die Richtung des Schwänzellaufs auf der Wabe zeigt die Himmelsrichtung des Zieles im Verhältnis zum Sonnenstand an, die Dauer des Laufs weist die Entfernung aus.

„Mit zunehmender Entfernung der Futterquelle vom Stock steigt die Dauer der Schwänzelläufe geradlinig an,“ erklärt JMU-Doktorand Patrick Kohl, Erstautor der Publikation. Allerdings fällt dieser Anstieg bei verschiedenen Bienenarten unterschiedlich steil aus. Das zeigte sich bei Experimenten, die das Forschungsteam in Südindien durchführte.

Experimente mit drei Bienenarten in Südindien
Dort wurden drei Bienenarten mit unterschiedlich großen Aktionsradien untersucht. Die Östlichen Honigbienen (Apis cerana) fliegen etwa bis zu einem Kilometer weg vom Nest. Bei den Zwerghonigbienen (Apis florea) sind es bis zu 2,5 Kilometer, bei den Riesenhonigbienen (Apis dorsata) an die drei Kilometer.

Gegenläufig verhält es sich mit dem Anstieg der Schwänzellaufdauer. Beispiel: Liegt eine Futterquelle 800 Meter entfernt, legt eine Östliche Honigbiene einen deutlich länger dauernden Lauf hin als eine Zwerghonigbiene, und die wiederum zeigt einen längeren Lauf als die Riesenhonigbiene. Um eine identische Entfernung zum Futter zu kommunizieren, verwendet also jede Art ihren eigenen Tanzdialekt.

„Dieses Bild sahen wir auch, als wir unsere Ergebnisse mit publizierten Daten anderer Forschungsgruppen verglichen“, sagt Patrick Kohl. Der Zusammenhang zwischen Sammelradius und Tanzdialekt fand sich ebenfalls bei Honigbienenarten, die in England, Botswana und Japan heimisch sind.

Warum die JMU-Forscher ausgerechnet in Südindien zugange waren? „Das hat den Vorteil, dass dort drei Honigbienenarten im selben Gebiet gleichzeitig vorkommen, so dass man ihre Tanzsprachen gut vergleichen kann“, so Kohl. „Außerdem haben wir sehr gute Kontakte zu Forschern am NCBS, einer Top-Forschungsadresse in Südasien.“

Dialekte als evolutionäre Anpassungen
Die Ergebnisse bestätigen auch, was von Frisch und Lindauer über den Sinn der Tanzdialekte vermutet hatten. Es handelt sich um evolutionäre Anpassungen an die für die jeweiligen Honigbienen typischen Futtersammeldistanzen. Honigbienen zum Beispiel, die regelmäßig über weite Strecken fliegen, können es sich nicht erlauben, diese Distanzen im Stock durch entsprechend langdauernde Schwänzelläufe abzubilden: Im Getümmel des Stocks könnten die anderen Bienen solche „Marathonläufe“ nur noch schwer verfolgen.

Das Fazit der Wissenschaftler: Die Tanzdialekte der Bienen sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sich selbst komplexe Verhaltensweisen als evolutionäre Anpassung an die Umwelt verändern können.

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Antibiotikaresistenzen in Landwirtschaft und Humanmedizin

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Fachtagung zur Antibiotika-Anwendungssituation 2020 an der Universität Vechta Die Problematik von Antibiotikaresistenzen ist nach wie vor sehr aktuell und stellt landwirtschaftliche Praxis, Ärzte und Behörden vor große Herausforderungen. Daher veranstaltet der Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen mit der Universität Vechta zum dritten Mal ein interdisziplinäres Symposium zu diesem Thema. Als Mitveranstalter dabei sind das Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz (LAVES) Oldenburg, das Landesgesundheitsamt Niedersachsen (NLGA), das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sowie die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo). Die Veranstaltung trägt den Titel „Antibiotika-Anwendungssituation 2020: One Health – Mensch – Tier – Umwelt“. Sie ist Teil einer LEADER-geförderten Reihe an der Universität Vechta sowie des Verbundes Transformationswissenschaften agrar Niedersachsen.

Beispiele aus der Praxis, Erkenntnisse aus regionalen und internationalen Projekten in Human- und Veterinärmedizin sowie im Umweltmanagement werden vor- und zur Diskussion gestellt. Analysen und Strategien von unterschiedlichen Institutionen und führenden Forschungseinrichtungen runden das Programm ab. Voneinander lernen und Verständnis für den jeweiligen Berufsstand entwickeln, ist ebenfalls Idee des Symposiums, das sich explizit an Praktiker*innen aus dem Bereich Landwirtschaft, Humanmedizin und Umweltschutz wendet.

Das Symposium findet statt am 11. März 2020 von 9.15 bis 17 Uhr im Hörsaal Q 015 der Universität Vechta, Driverstraße 22, 49377 Vechta.

Für die Tagung werden keine Gebühren erhoben. ATF- und Fortbildungs-Stunden nach §7(2) SchwHHygVO sowie CME- Fortbildungspunkte für Ärzt*innen sind beantragt.

Um Anmeldung bis zum 6. März wird gebeten. Hier sind darüber hinaus weitere Informationen und das ausführliche Programm zu finden.

Mastitiserreger – Strep. uberis weiter auf Platz 1

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Eine aktuelle Auswertung der Befunde von Milchproben aus ganz Deutschland zeigt: Die Bedeutung der Umwelterreger nimmt weiter zu. Insgesamt wurden 1.321 Einsendungen untersucht, dabei wurden 1.370 Erreger gefunden. Bei der aktuellen Auswertung sind Streptococcus uberis, E. coli und coliforme Erreger, Staphylococcus aureus, Streptococcus dysgalactiae und koagulase-negative Staphylokokken (KNS) die fünf wichtigsten Mastitiserreger – sie machen zusammen 65 % der Nachweise aus. Strep. uberis ist unverändert der am häufigsten nachgewiesene Erreger (23,6 %). Neu ist: Staph. aureus liegt mit 11,4 % der Nachweise diesmal hinter E. coli und den coliformen Erregern (13,2 %) auf Platz 3.

Nahezu jede vierte Milchprobe aus der Routinediagnostik enthält Strep. uberis. Dieser Erreger verursacht schnell eine Schädigung des Eutergewebes, die das Viertel in Folge anfälliger für eine Neuerkrankung macht. Die Behandlungsstrategie sollte deswegen in diesen Fällen auch durch eine intensive Therapie von Erstfällen in der Laktation auf die Verringerung der Rezidivrate ausgerichtet sein.

Das Wissen um den aktuellen Leitkeim des Betriebs und die Resistenzlage ist unentbehrlich für die Ausrichtung der Behandlung und insbesondere der Prophylaxemaßnahmen. Zudem verstärkt die Aktualisierung der gesetzlichen Rahmenbedingungen (TÄHAV) den Bedarf an Untersuchungen von Milchproben.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.ubrocare.de oder beim Rinderteam Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH, Tel: 06132 77-92888.

Quelle: Boehringer Ingelheim