Resistenzen können sich auch ohne Antibiotika-Einsatz verbreiten

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Antibiotikaresistenzen verbreiten sich nicht nur dort, wo viele Antibiotika eingesetzt werden, schließen ETH-Forschende aus Laborexperimenten. Das bedeutet: Um Resistenzen einzudämmen reicht es nicht, den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren. Man sollte auch die Verbreitung resistenter Keime blockieren.

Bakterien sind immer häufiger resistent gegen die gängigen Antibiotika. Vermittelt werden die Resistenzen häufig durch Resistenzgene, welche von einer Bakterienpopulation zur nächsten springen können. Eine gängige Annahme: Die Resistenzgene verbreiten sich vor allem dann, wenn Antibiotika im Einsatz sind. Erklären lässt sich dies mit Darwins Lehre: Nur wo Antibiotika eingesetzt werden, ist ein resistentes Bakterium gegenüber anderen Bakterien im Vorteil. In einer Umgebung ohne Antibiotika ergeben sich für resistente Bakterien keine Vorteile. Daher sind Gesundheitsexperten besorgt über eine exzessive Verwendung von Antibiotika und mahnen zu einem restriktiveren Einsatz.

Ein Team von Forschenden unter der Leitung von Wissenschaftlern der ETH Zürich und der Universität Basel entdeckte nun allerdings bei Darmbakterien einen zusätzlichen, bisher unbekannten Verbreitungsmechanismus für Resistenzgene, der unabhängig ist vom Einsatz von Antibiotika. «Das heißt: Antibiotika restriktiv einzusetzen ist zwar richtig und wichtig. Diese Maßnahme reicht allerdings nicht aus, um die Verbreitung von Resistenzen zu vermeiden», sagt Médéric Diard, heute Professor am Biozentrum der Universität Basel und bis vor kurzem noch an der ETH Zürich tätig. «Wenn man die Verbreitung von Resistenzgenen eindämmen will, muss man auch bei den resistenten Mikroorganismen selbst ansetzen. Man sollte dafür sorgen, dass sich diese nicht verbreiten können, zum Beispiel durch wirksamere Hygienemaßnahmen oder Impfungen.» Diard leitete die Forschungsarbeit zusammen mit Wolf-Dietrich Hardt, Professor für Mikrobiologie an der ETH Zürich.

Kombination zweier Resistenzmechanismen
Verantwortlich für den neuentdeckten Verbreitungsmechanismus sind persistente Bakterien, auch Persister genannt. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass nicht nur Bakterien mit Resistenzgenen eine Antibiotikabehandlung überleben, sondern auch diese Persister. Das sind Bakterien, die in einen temporären Dämmerzustand verfallen und ihren Stoffwechsel auf ein Minimum reduzieren können. Dadurch können sie von Antibiotika nicht mehr abgetötet werden. Bei den Salmonellen bilden sich diese «Schläfer-Formen», wenn die Bakterien vom Darminneren ins Körpergewebe eingedrungen sind. Im Gewebe können die Persister dann monatelang ein unauffälliges Dasein fristen, um später wieder aus ihrem Dämmerzustand zu erwachen. Sind die Bedingungen für das Überleben der Bakterien dann günstig, kann das zu einem Wiederaufflammen der Infektion führen.

Doch selbst, wenn die Persister keine neue Infektion verursachen, können sie sich nachteilig auswirken, wie die Wissenschaftler nun in der Fachzeitschrift Nature [https://rdcu.be/bQhUI] berichten. Bei den Salmonellen ist eine Kombination der beiden Resistenzmechanismen nämlich häufig: Persister, die zusätzlich kleine Erbgutstücke (Plasmide) mit Resistenzgenen tragen.

Reservoir für genetische Information
Wie die Forschenden in einem Mausmodell mit Salmonellen zeigten, sind diese Schläfer in der Lage, die Resistenz im Darm auch an andere Individuen der eigenen Art und sogar an solche anderer Arten weiterzugeben, etwa Kolibakterien aus der normalen Darmflora. Die Experimente zeigten, dass Persister ihre Resistenzgene sehr effizient weitergeben können, sobald sie aus dem Dämmerzustand erwachen und auf Bakterien treffen, die für eine Gen-Weitergabe empfänglich sind. «Die Resistenzplasmide nutzen also ihr persistentes Wirtsbakterium aus, um für längere Zeit in einem Wirt zu überleben und sich anschließend auf andere Bakterien zu übertragen. Das treibt ihre Verbreitung voran», erklärt ETH-Professor Hardt. Das Spezielle daran: Dieser Austausch geschieht völlig unabhängig davon, ob Antibiotika zugegen sind oder nicht.

Was die Forschenden bei Mäusen gezeigt haben, müsste nach ihrer Ansicht nun auch bei Nutztieren, die häufig unter Salmonelleninfektionen leiden, wie zum Beispiel Schweinen, genauer untersucht werden. Ebenfalls müsste untersucht werden, ob sich die Verbreitung von Resistenzen in Nutztierpopulationen durch Probiotika oder eine Impfung, die vor einer Salmonelleninfektion schützt, eindämmen ließe.

An dieser Forschungsarbeit beteiligt waren Forschende der ETH Zürich, der Universität Basel, des Universitätsspitals Basel und der Universität Uppsala. Die Arbeit wurde unterstützt durch das Nationale Forschungsprogramm Antimikrobielle Resistenz (NFP 72 [http://www.nfp72.ch/de]).

Quelle: Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Forschung für neue Tierarzneimittel

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Die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie investiert jährlich hohe Summen in die Forschung. Mit rund 11,8 Milliarden Euro entsprechend 5 % des Umsatzes wurde 2018 ein neuer Rekord / eine neue Rekordsumme erreicht. Auch in der vergleichsweise kleinen Branche der veterinärpharmazeutischen Industrie hat Forschung einen hohen Stellenwert. Weltweit werden etwa 8 bis 10 % des Umsatzes von den Unternehmen der Branche in die Forschung investiert. Neue Medikamente für die Behandlung von Krankheiten bei Hund, Katze und Nutztieren, aber auch Impfstoffe können so bereitgestellt werden.

Obwohl deutlich kleiner als die chemische Industrie und der Markt für Humanarzneimittel, sind auch im Veterinärsektor hohe Aufwendungen erforderlich, um neue Produkte auf den Markt zu bringen. Bis zu zehn Jahre können zwischen der Entdeckung eines neuen Wirkstoffes bis zum Verkauf des fertigen Tierarzneimittels liegen. Die Kosten für die Entwicklung können bis zu 150 Millionen Euro betragen. Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt werden im Rahmen des Zulassungsverfahrens geprüft.

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

Staatliches Tierwohlkennzeichen

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ZDG fordert Gesamtpaket mit vorbereitenden Änderungen im Bau- und Umweltrecht und am Ende Pflichtlabel
Deutlichen Nachbesserungsbedarf sieht die deutsche Geflügelwirtschaft bei dem am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzespaket für mehr Tier- und Umweltschutz in der Landwirtschaft. Konkrete Kritikpunkte sind die vorgesehene Freiwilligkeit des staatlichen Tierwohlkennzeichens, die fehlende Einbettung der geplanten Regelungen in dringend nötige Anpassungen beim Bau- und Umweltrecht sowie die aktuell nicht gesicherte Mehrkostenerstattung für die Landwirte.

Freiwilliges Label – keine Breitenwirkung, klare Wettbewerbsnachteile
„Ein freiwilliges Label wird niemals die gewünschte Breitenwirkung erzielen und ist mit deutlichen Wettbewerbsnachteilen verbunden“, sagt Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. (ZDG). Die deutsche Geflügelwirtschaft begrüßt es daher sehr, dass Bundesministerin Julia Klöckner sich kurzfristig bei der Europäischen Kommission in Brüssel um ein Pflichtlabel bemühen will.

Mit bloßem Label ist es nicht getan – Anpassungen im Bau- und Umweltrecht nötig
„Mit einem bloßen Label ist es nicht getan!“, mahnt ZDG-Präsident Ripke. „Die politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen im Bau- und Immissionsrecht müssen sich dringend ändern, sonst bleibt das Label bloße Theorie. Eine ,Tierwohlverbesserungsgenehmigung‘ muss im Bau- und Immissionsschutzrecht umgehend etabliert werden. Unsere Landwirte sind absolut bereit für mehr Tierwohl in ihren Ställen – aber die Politik muss sie jetzt auch in die Lage versetzen, nötige bauliche Anpassungen an die Tierwohlkriterien umzusetzen. Wir brauchen endlich eine tragfähige, zukunftsorientierte Lösung für den Zielkonflikt von Tierwohl und Umweltschutz.“

Tierwohlprämie: Erstattung der Mehrkosten muss gesichert sein
„Die vollständige und gesicherte Erstattung der Mehrkosten für unsere Bauern muss Kernbaustein bei der Tierwohlkennzeichnung sein“, erneuert Ripke zudem die Forderung der Geflügelwirtschaft nach einer Tierwohlprämie. Der ZDG-Präsident ist optimistisch, dass die geforderten Änderungen noch erzielt werden können: „Wir setzen hier stark auf die parlamentarische Debatte und die Ergebnisse des von Bundesministerin Klöckner eingesetzten Kompetenznetzwerks Nutztierstrategie. Es braucht einen Gesellschaftsvertrag, breit getragen vom Erzeuger über den Handel bis hin zum Verbraucher.“

Quelle: ZDG Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V.

Stoffstrombilanz mit der Ileitis-Impfung verbessern

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Studien* zeigen, dass die Stabilisierung des Darms durch die Ileitis-Impfung auch auf die Rohproteinverdaulichkeit und die Verdaulichkeit von organischer Substanz signifikante Auswirkungen hat. Tageszunahmen und Futterverwertung verschlechtern sich bereits bei sehr niedrigem Lawsonieninfektionsdruck deutlich. Ein auf den Punkt optimiertes Futter wird jedoch stets an dem Bedarf gesunder Schweine ausgerichtet. Eine nährstoffexakte Fütterung vermeidet die Ausscheidung von überschüssigen Nährstoffen. Das hilft, die N- und P-Ausscheidungen weiter zu reduzieren und den rechtlichen Vorgaben der Dünge-Verordnung zu entsprechen.

Lawsonien, die Erreger der Ileitis beim Schwein, sind auf deutschen Betrieben endemisch vorhanden. Lawsonien führen zum Auseinanderwachsen der Mastpartien und damit zu großen wirtschaftlichen Verlusten für die Betriebe. Eine verschlechterte Rohproteinverdaulichkeit bedeutet auch eine erhöhte N-Abgabe über die Gülle. Die Ileitis-Impfung hat bewiesen, dass sie eine um 0,1 bis 0,5 kg/kg verbesserte Futterverwertung erbringen kann. Im Hinblick auf die Futterkosten und dem günstigen Preis für die Impfung sind die Impfstoffkosten bereits bei einer um 0,05 kg/kg verbesserten Futterverwertung wieder erwirtschaftet. Ein gesunder Darm ist die Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung eines modernen Fütterungskonzeptes.

Informieren Sie sich über die Ileitis-Impfung über das Trinkwasser oder die Flüssigfütterung – in Flatdeck oder Mast. Darmgesundheit kann so einfach sein: www.ileitis.de

Für weitere Informationen wenden Sie sich gerne an: Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH, Tel.: 06132-77- 5725.

*Mischok, J. et al. (2013), Proc. 17th ESVCN, S.18.

Quelle: Boehringer Vetmedica

Kein Absetzferkeldurchfall bei guter Futteraufnahme vor dem Absetzen

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Wie beeinflusst die Futteraufnahme von Ferkeln vor dem Absetzen die Entstehung von Absetzferkeldurchfällen und die Leistung dieser Ferkel nach dem Absatz? – Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Studie, die am Nutrition Innovation Centre (NIC) von ForFarmers in Zusammenarbeit mit Studenten der Universitäten Wageningen (NL) und Löwen (BE) durchgeführt wurde. Die Ergebnisse wurden jetzt veröffentlicht.

Dabei wurde auch erstmalig ein neuer methodischer Untersuchungsansatz verwendet. So wurde die Kotkonsistenz je Ferkel zu verschiedenen Zeitpunkten intensiv bestimmt, um Unterschiede zwischen den Ferkeln mit und ohne Absetzferkeldurchfall zu beobachten. Zudem wurden 412 Ferkel mit Kameras und unter Einsatz von Farbmarkern beobachtet und intensiv gewogen.

Große Unterschiede durch die Futteraufnahme
Die Studie bestätigte, dass sich nach dem Einstallen in die Ferkelaufzucht die Kotkonsistenz verschlechtert. Das größte Risiko von Absetzferkeldurchfällen bestand um Tag 5 – 6 nach dem Absetzen. Danach verbesserte sich die Kotkonsistenz schnell wieder. Eine gute Futteraufnahme vor dem Absetzen ist offenbar die wichtigste Voraussetzung zur Verringerung des Risikos von Absetzferkeldurchfällen.

Bei einem Ferkel mit einer guten Futteraufnahme vor dem Absetzen ergab sich ein etwa halb so hohes Risiko auf Absetzferkeldurchfall wie bei einem Wurfgenossen ohne Futteraufnahme (Abb. oben).

Innerhalb eines Wurfs gibt es große Unterschiede in der Futteraufnahme. Die Anzahl an Ferkeln mit Futteraufnahme vor dem Absetzen ist auch vom Alter abhängig. Die letzten zehn Tage vor dem Absetzen stieg die Anzahl fressender Ferkel von 62 Prozent auf 86 Prozent, bei einem durchschnittlichen Absetzalter von 28 Tagen (Abb. rechts).

Effekt der Gesäuge-Position
Die Lage am Gesäuge hat zwar einen großen Einfluss auf das Absetzgewicht, hat jedoch kaum Einfluss auf die Entstehung von Absetzferkeldurchfall. Es zeigte sich, dass die leichtesten Ferkel im hinteren Teil des Gesäuges liegen. Diese Ferkel werden in der Regel leichter geboren und behalten diesen Gewichtsrückstand im Abferkelstall.

Die Differenz im Absetzgewicht vergrößert sich auf etwa ein halbes Kilogramm. Allerdings sind diese Ferkel etwas gieriger bei der Futteraufnahme vor dem Absetzen, um ihre schlechtere Position am Gesäuge zu kompensieren.

Ein höheres Risiko in Bezug auf Absetzferkeldurchfälle kann daher nicht prognostiziert werden. Wenn die leichteren Ferkel ab dem Abferkeln einen guten Start haben, ist das Wachstum dieser Ferkel kaum schlechter als das von Wurfgenossen mit einer besseren Lage am Gesäuge. Dadurch sind die Gewichtsunterschiede im Alter von acht Wochen nicht viel größer als beim Abferkeln.

Empfehlung für die Praxis
Es bestehen große Unterschiede im Fressverhalten innerhalb eines Wurfs und auch die Milchproduktion der Sauen ist unterschiedlich. Viele Ferkel profitieren von einer guten Milchaufnahme und werden deshalb vor dem Absetzen wenig Beifutter fressen. Eine gute Futteraufnahme vor dem Absetzen ist wichtig, um das Risiko auf Abferkeldurchfälle um Tag 5 – 6 nach dem Absetzen zu verringern. Da der Anteil an Ferkeln, die vor dem Absetzen fressen, zunimmt, je älter die Ferkel werden, hat das Absetzalter einen großen Einfluss. Außerdem ist es wichtig, die Ferkel zu trainieren. Empfohlen wird heute, mehrmals täglich eine kleine Portion Frischfutter zu geben. Dabei sollte sich die Futterschüssel in Kopfnähe der Sau befinden.

Quelle: ForFarmers Langförden GmbH

Verbessert Magnesium das Wohlbefinden von Schweinen?

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Schweine erfahren zu verschiedenen Zeitpunkten in ihrem Leben Stress. Um das Wohlbefinden  während dieser stressigen Ereignisse zu verbessern, bieten sich Enrichment-, Handling- und Ernährungsstrategien an. Ein erhöhter Magnesiumspiegel wirkt z. B. auf Pferde beruhigend, entsprechende Versuche haben gezeigt, dass Nahrungsergänzungsmittel mit Phytase die Verfügbarkeit von Mineralien, einschließlich Magnesium, erhöhen. Ob Magnesium als Futterzusatz mit oder ohne Phytase aggressives oder stressbedingtes Verhalten reduzieren kann, war die Ausgangsfrage einer aktuellen englischen Studie.

Zu diesem Zweck wurden 240 Edelschwein/Landrasse-Kreuzungsferkel im Alter von ungefähr 4 Wochen abgesetzt und zu je 5 Tieren Buchten zugeordnet (ausgeglichen nach Gewicht, Geschlecht und Wurf). Beim Absetzen wurden zwei Tiere pro Fünferbucht ausgewählt (44 weiblich, 52 männlich), um an ihnen Läsionen zu bewerten. Ab 20 Tage nach dem Absetzen wurden vier verschiedene Futtermischungen bis zum Alter von 13 Wochen angeboten: A (Kontrolle), B (0,15% supplementiertes Magnesiumphosphat), C (0,03% supplementierte Phytase) und D (0,15% Magnesiumphosphat und 0,03% Phytase).

Fünf Wochen nach dem Absetzen wurden die Buchten gemischt und je zehn Tiere in neue gruppiert. Die Tier- und Futtergewichte wurden am ersten Tag des Versuchs, am Tag vor der Neugruppierung und am Ende des Versuchs aufgezeichnet, um die Berechnung der Leistungsparameter zu ermöglichen.

Läsionen wurden wöchentlich nach einem fünfstufigen System bewertet: Schwanzwert, Ohrwert (Summe beider Ohren) und Körperwert (Summe aller Hauptkörperbereiche (linke und rechte Flanke, Hinterhand, Schultern und Rücken). Friedman-Tests wurden benutzt, um die Körper-, die Ohren- und Schwanz-Scoring in Bezug auf die Ernährung und den Zeitpunkt (vor oder nach der Neugruppierung) zu bewerten.

Wie erwartet gab es einen signifikanten Effekt des Testzeitpunkts (vor oder nach der Gruppierung) (P ≤ 0,01) auf die Anzahl von
Körper-Läsionen (Mittelwert vor = 5,1, nach = 12,8),
Ohr-Läsionen (Mittelwert vor = 1,7, nach = 3,8)
und Schwanz-Läsionen (Mittelwert vor = 0,21, nach = 1,03).

Auch zwischen den Futtermischungen zeigten sich teils signifikante Unterschiede: B (Mittelwert = 11,6) und C (Mittelwert = 14,3) und C und D (Mittelwert = 12,2) bei der Anzahl von Körperläsionen.

Schweine die Phytase (C = 0,03% supplementierte Phytase) erhielten, wiesen eine höhere Anzahl von Läsionen auf, als die beiden Magnesiumdiäten. Es gab jedoch keinen signifikanten Unterschied zwischen den Futtermischungen bei der Zahl von Ohr- und Schwanzläsionen.

Insgesamt reduzierte Magnesium die Anzahl der Körperläsionen, was nach Ansicht der britischen Forscherinnen auf Vorteile von Magnesium für das Wohlbefinden von Mastschweinen deuten könnte.

Emily V. Bushby1, Helen Miller1, Louise Dye2, Kayleigh Almond3 und Lisa M. Collins1 1 Universität Leeds, Fakultät für Biowissenschaften, Leeds, LS2 9JT, Vereinigtes Königreich, 2 Universität Leeds, Fakultät für Medizin und Gesundheit, Leeds, LS2 9JT, Vereinigtes Königreich, 3Primary Diets, Melmerby, Ripon HG4 5HP, Vereinigtes Königreich; bsevbu@leeds.ac.uk

Einfluss von Mutter-Kontakt auf Emotionalität und soziale Kompetenz bei Milchkälbern

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In einer neuen Studie haben Janja Sirovnik et al., den Einfluss des mütterlichen Kontakts in den ersten 14 Lebenstagen auf Ängstlichkeit und soziale Kompetenz von Kälbern untersucht. Ausgangspunkt war die Hypothese, dass Kälber mit Mutterkontakt (n = 12) weniger Lautäußerungen, längere Erkundungs- und Fortbewegungszeiten und eine geringere Beweglichkeit aufweisen und während der Konfrontation mit einer fremden, erwachsenen Kuh wachsamer und unterwürfiger sind als Kontrollkälber (n = 12, innerhalb 24 h nach der Geburt getrennt von den Müttern).

Kälber mit Kontakt konnten nicht säugen, hatten aber in den ersten fünf Lebenstagen fast ununterbrochen Kontakt zu ihren Müttern (getrennt wurden sie nur während des Melkens). Vom 6 bis zum 14 Tag wurden die Kälber täglich für 12 Stunden von ihren Müttern getrennt. Nach 14 Tagen wurden die Kälber beider Gruppen (mit und ohne Kontakt) in Gruppen von bis zu vier Tieren ohne visuellen und taktilen Kontakt mit der Mutter gehalten.

Um mögliche Einflüsse von Mutterreaktionen auf Kälberstress, begannen die Tests nach der endgültigen Trennung von Kälbern mit Kontakt im Alter von 14 Tagen. Jedes Kalb wurde in Abständen von sieben Tagen in drei Tests der folgenden Reihenfolge getestet: Freilandtest (OF), Test mit neuartigem Objekt (NO) und Konfrontationstest (CO) mit einer unbekannten erwachsenen Kuh. 15 Minuten je Test wurde das Verhalten der Kälber aufgezeichnet: Häufigkeit der Fortbewegung, Vokalisierung, Ausscheidungen und Dauer der Pflege, Erkundung der Testarena, vollständige Immobilität (in allen Tests) und Spiel (NO, CO) sowie alle Sozialverhalten beider Tiergruppen (CO).

Ein Wilcoxon-Rang-Summen-Test (Python, SciPy 3.6.5) wurde verwendet, um Unterschiede in den aufgezeichneten Parametern zwischen Test- und Kontrollgruppen in jedem Test zu bewerten.

Beide Hypothesen wurden bestätigt: Kälber mit Mutterkontakt zeigten weniger angstbedingtes Verhalten (weniger Lautäußerungen im Freiland und kürzere Immobilität bei Konfrontation) sowie Anzeichen einer stärkeren sozialen Vorsicht (größere Häufigkeit und Dauer der Wachsamkeit während der Konfrontation mit einer unbekannten Kuh) als Kontrollkälber. Andere Verhaltensweisen unterschieden sich nicht.

Die Forscherinnen schließen aus den Versuchsergebnissen auf einen positiven Einfluss des mütterlichen Kontakts durch Angstminderung bei den Kälbern in nicht-sozialen Kontexten und auf größere Vorsicht gegenüber unbekannten Kühen, was auf eine verbesserte soziale Kompetenz hindeuten könne.

Autorinnen: Janja Sirovnik, Noemi Santo und Uta König von Borstel Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Tierzucht und Genetik; Sektion Tierhaltung, Verhalten und Wohlbefinden, Leihgesterner Weg 52, 35392 Gießen, Deutschland; janja.sirovnik@agrar.uni-giessen.de

Marktforschung zeigt Aufholbedarf bei Schmerzlinderung für Mastitiskühe

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Egal wie schwer eine Mastitis verläuft, sie bereitet der Kuh immer Schmerzen. Eine aktuelle Umfrage bei 1.011 Milchviehhaltern durch AgriDirect aus Viersen hat ergeben, dass nur 10 % der befragten Betriebe immer oder fast immer bei der Mastitisbehandlung zusätzlich ein Schmerzmittel (Entzündungshemmer) einsetzen. Hingegen 75 % der Landwirte gewähren ihren Kühen die Schmerzlinderung bei Mastitis nie oder nur selten – trotz der vielen vorliegenden Fakten zu positiven Effekten einer zusätzlichen Schmerzmitteltherapie.

Experten sehen hier dringenden Beratungsbedarf, denn die Forderung nach mehr Tierwohl beinhaltet u.a. auch Maßnahmen zur Schmerzlinderung. Deswegen empfehlen Tierärzte therapiebegleitend die Gabe eines Entzündungshemmers. Dazu gibt es NSAIDs (nicht-steroidale Entzündungshemmer) und Cortisone (steroidale Entzündungshemmer, z.B. Prednisolon). Für den Einsatz des NSAIDs Meloxicam zusätzlich zum Antibiotikum konnten in Studien* positive Effekte auf die Heilungsrate, die Zellzahl und die Abgangsrate bei Mastitis gezeigt werden, für Cortisone wie z.B. Prednisolon liegen solche Daten bisher so nicht vor.

Weiterhin ergab die Umfrage durch AgriDirect, dass 86 % der Milchviehhalter, die aktuell prednisolonhaltige Euterinjektoren einsetzen (177 von 1011), auf das Cortison im Injektor verzichten würden. Hierzu ist Ihr Tierarzt Ansprechpartner Nr. 1.

Boehringer Ingelheim unterstützt Landwirte und Tierärzte in einer nachhaltigen Mastitistherapie und mehr Tierwohl. Weitere Informationen erhalten Sie bei Boehringer Ingelheim Vetmedica, www.ubrocare.de, Tel.: 06132-77-92888.

*Mc Dougall et al. 2016

Quelle: Boehringer Ingelheim Vetmedica

ASP: Jetzt Betriebe vorbereiten und Märkte festigen

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Ein Seuchenzug mit globaler Auswirkung
Vor allem in China aber auch in anderen Teilen Asiens grassiert zurzeit die Schweinepest. In China sind bereits mehr als eine Million Tiere daran erkrankt. Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist die bisher größte globale Tierseuche und ihre kurz- und mittelfristigen Auswirkungen dürfen nicht unterschätzt werden. Vor allem deutsche schweinehaltende Betriebe sollten sich jetzt konsequent darauf vorbereiten, so das Futtermittelunternehmen ForFarmers.

Da die globalen Auswirkungen des Krankheitsausbruchs unumstritten und an den Märkten auch schon spürbar sind, stellt sich aktuell die Frage, wie die chinesische Proteinlücke geschlossen werden kann und welche Handlungsalternativen sich daraus für europäische Schweinehalter ergeben. Der erste Ausbruch in China hat sich inzwischen auf die Nachbarländer Vietnam und Kambodscha ausgeweitet, auf die mehr als 57 % der weltweiten Schweinebestände entfallen und auch in Japan erschienen Berichte über infiziertes Schweinefleisch.

Erheblicher Produktionsrückgang
Während die Entwicklung eines effektiven ASP-Impfstoffs Fortschritte macht, prognostizieren die meisten Analysten für 2019 einen Rückgang der schweinefleischproduktion in China um 25-35 % und einen weiteren Rückgang für das Jahr 2020. Pläne zur Seuchen- und Tilgungskontrolle wurden auf Provinz- und nationaler Ebene eingeführt, aber selbst die optimistischsten Prognosen gehen davon aus, dass es bis mindestens 2022 dauern wird, bis sich der chinesische Bestand vollständig erholt hat.
Kann die Welt die Proteinlücke schließen?

Chinas jährliche Proteinnachfrage (Schweinefleisch, Geflügel, Meeresfrüchte, Rindfleisch, Lamm und Eier) lag 2018 bei 190 Mio. t. Die katastrophalen Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest auf die heimischen Schweinebestände werden in China eine Lücke von ca. 10 Mio. t verursachen, die mit der Expansion der heimischen Geflügel- und Aquaindustrie gefüllt werden muss (u.a. Rabobank, 2019).

Neue Positionen zu besetzen
Globale Schweinefleisch-Exportländer reagieren bereits auf diese Chance. Der Umfang und die Größe ihrer Expansion werden jedoch nicht ausreichen, um die Lücke in den Jahren 2019-2020 zu schließen.

Hinzu kommen die anhaltenden Handelsspannungen zwischen China und den USA, dem zweitgrößten weltweiten Schweinefleischexporteur in die EU, und das starke Ungleichgewicht bei der weltweiten Angebotsnachfrage ist offensichtlich. Die weltweiten Schweinefleischpreise haben entsprechend mit deutlichen Anstiegen im ersten Halbjahr 2019 reagiert.

Handlungsbedarf in der EU
In den vergangenen Jahren stagnierte der Schweinefleischmarkt in der EU. Der rückläufige Inlandsverbrauch sowie strengere Tierschutz- und Umweltkontrollvorschriften haben dazu geführt, dass der Zuchtbestand in der EU im Zeitraum 2015-2018 um 4,3 % zurückgegangen ist. Technische Verbesserungen haben jedoch im gleichen Zeitraum zu einem Anstieg der Schweinefleischerzeugung um 3 % geführt.

Die Folgen dieses Anstiegs der EU-Produktion auf einem stagnierenden Markt waren in den letzten drei Jahren schwache inländische Schweinefleischpreise und niedrige finanzielle Erträge für die Erzeuger sowie eine zunehmende Abhängigkeit von den Ausfuhren aus Drittländern, um den Gesamtschlachtkörperwert zu stützen.

Aber diese Situation hat sich aus Sicht der Experten durch die ASP in China geändert. Über die erste Jahreshälfte in 2019 sind die durchschnittlichen Schweinefleischpreise in der EU um etwa 31 % von 140 €/100 kg auf 183 €/100 kg gestiegen (siehe auch Tabelle* hierunter). Während heute die Auswirkungen der chinesischen Herdenliquidation deutlicher werden, verstärken sich die Erwartungen, dass es für den Rest des Jahres 2019 und bis 2020 mehr Aufwärts- als Abwärtspotenzial für die Preise in der EU gibt, vorausgesetzt, die EU kann einem weiteren Fortschreiten der ASP selbst entkommen.

Angesichts dieser Entwicklung scheint es unerlässlich, dass auch die Schweinezüchter in der EU reagieren, um diese Chance zu nutzen. „Die Schweinehalter müssen jetzt Produktion und Gewinn optimieren, um ihre Unternehmen wiederaufzubauen, umzustrukturieren und auf diese Weise sicherzustellen, dass sie den unvermeidlichen „Sturm“ überstehen können, wenn sich die chinesische Produktion erholt und wir in eine Phase des globalen Überangebots eintreten“, so Andrew Knowles, Marketing Director Swine bei ForFarmers.

ForFarmers Portfolio zur Ausnutzung des genetischen Potenzials
Das ForFarmers Portfolio des NOVA-Sauenkonzepts, des VIDA-Ferkelkonzepts und des kürzlich eingeführten ULTRA Mastschweine-Konzepts wurde mit dem Ziel entwickelt, das genetische Potenzial der Schweine bestmöglich auszunutzen. „Doch der Schlüssel zur wirklichen Maximierung bei der Erzeugung liegt darin, wie man die richtige Ernährung mit Produktionsmanagementsystemen verknüpft und wie die Leistung z.B. auch mithilfe von unserem Datenanalysetool agroscoop® gemessen und ausgewertet wird“, ist sich Dr. Andreas Stukenborg, Produktmanager Schwein bei ForFarmers für Deutschland sicher.

Der Wert der zusätzlichen Leistung für Sauen, Ferkel und Mastschweine wird in der folgenden Tabelle* verdeutlicht.

Quelle: ForFarmers Langförden GmbH

Wie Bienen mit Bakterien leben

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Über 90 Prozent aller Bienenarten sind nicht in Völkern organisiert, sondern schlagen sich alleine durchs Leben. Auch sie sind bedroht. Würzburger Fachleute plädieren dafür, die Ökologie dieser Insekten besser zu erforschen.

Eine Apfelplantage im Frühling. Die Bäume stehen in voller Blüte. Doch damit sie im Herbst auch Ertrag liefern, müssen Arbeiter über Wochen hinweg eine wahre Fusselarbeit leisten: Jede einzelne Blüte wird mit Pinseln manuell bestäubt – denn es gibt keine Bienen mehr, die diese Arbeit erledigen. Keine schöne Zukunftsvision. Aber in manchen Regionen Chinas ist das schon Realität. Und Berichte über das Verschwinden der Bienen kommen von der ganzen Welt.

Der genaue Grund für das Bienensterben ist nicht bekannt. Pestizide aus der Landwirtschaft, Vernichtung der Lebensräume, Krankheitserreger – vermutlich spielen mehrere Faktoren zusammen. Einen weiteren Faktor rückt jetzt eine Forschungsgruppe der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg in den Blick. Es sind die Bakterien, die in und mit Bienen leben. Viele von ihnen sind wichtig für die Gesundheit der Bienen. Leiden sie, leiden auch die Bienen.

Viele Beziehungen zwischen Bienen und Bakterien
Im Darm der Honigbienen zum Beispiel siedeln Bakterien, die beim Verdauen der Nahrung mithelfen und das Immunsystem der fleißigen Insekten stimulieren. Auch im Bienenstock leben nützliche Mikroben – manche von ihnen sondern Antibiotika ab und verhindern auf diese Weise, dass sich schädliche Pilze ausbreiten.

„Die meisten Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet widmen sich sozialen Bienen, vor allem der westlichen Honigbiene Apis mellifera“, sagt Dr. Alexander Keller vom Biozentrum der JMU. Einzeln lebende Bienen dagegen hätten hier bislang nur wenig Aufmerksamkeit erfahren. Dabei haben gerade diese sogenannten Solitärbienen als Bestäuber eine große ökologische Bedeutung für die Umwelt und die Landwirtschaft. Mehr als 90 Prozent der 17.500 Bienenarten, die man weltweit kennt, sind Solitärbienen.

Honigbienen nur begrenzt als Modell geeignet
Es sei deutlich mehr Forschung nötig, um die Beziehungen zwischen Solitärbienen und Mikroben besser zu verstehen und dadurch dem Bienensterben vielleicht besser begegnen zu können, so Keller. Denn viele Arten von Solitärbienen seien bedroht oder schon ausgestorben.

Bisher gehe die Forschung davon aus, dass die an Honigbienen gewonnenen Erkenntnisse auf Solitärbienen übertragbar sind. Das aber sei – trotz einiger grundlegender Gemeinsamkeiten – nur sehr begrenzt möglich. Zu diesem Schluss kommt die JMU-Forschungsgruppe in einem Übersichtsartikel, den das Journal „Trends in Microbiology“ veröffentlicht hat. Darin ist der aktuelle Forschungsstand über die Gemeinschaften aus Bienen und Mikroben zusammengefasst.

Die zentrale Erkenntnis: Solitärbienen werden bei der Etablierung ihrer Beziehungen mit Mikroben deutlich stärker von Umweltfaktoren und vom Menschen herbeigeführte Veränderungen beeinflusst als sozial organisierte Bienen. Die Konsequenzen, die sich zum Beispiel aus dem Klimawandel, landwirtschaftlichen Veränderungen und Habitatszerstörung ergeben, sind noch nicht geklärt und benötigen eine speziell auf Solitärbienen abgestimmte Forschung.

Das Team um Alexander Keller erforscht derzeit gemeinsam mit dem JMU-Lehrstuhl für Zoologie III (Tierökologie und Tropenbiologie) und internationalen Partnern unter anderem die landschaftsökologischen Faktoren, welche die mikrobiellen Assoziationen der Solitärbienen beeinflussen. Diese Arbeiten wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Aquakulturinfo.de: Informationsportal zur Aquakultur im neuen Look

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Die Aquakultur ist der weltweit am schnellsten wachsende Bereich der Nahrungsmittelerzeugung – und wird auch deshalb in Gesellschaft und Politik kontrovers diskutiert. Dabei wird häufig übersehen, dass es „die eine“ Aquakultur gar nicht gibt. Vielmehr gibt es sehr unterschiedliche Formen der kontrollierten Erzeugung von Fischen, Krebstieren, Muscheln oder Algen. Das kostenlose Informationsportal Aquakulturinfo.de vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) hat sich zum Ziel gesetzt, der Öffentlichkeit objektives und forschungsbasiertes Wissen zur Aquakultur bereitzustellen. Das Portal wurde jetzt umfassend überarbeitet und noch nutzerfreundlicher gestaltet.

„Es steht jedem frei, sich für oder gegen Aquakultur bzw. Produkte aus Aquakultur zu entscheiden. Die individuellen Einstellungen und der jeweilige Wissensstand können dabei sehr unterschiedlich sein. Mit unserem forschungsbasierten Informationsportal Aquakulturinfo wollen wir die persönliche Meinungsfindung und die öffentliche Diskussion über Aquakultur unterstützen“, erklärt Dr. Fabian Schäfer vom IGB, der das Portal redaktionell betreut. Verbraucherinnen und Verbraucher, Handel, Verbände, Industrie und Politik können sich auf der Webseite mit objektiven und wissenschaftlich fundierten Informationen zu Themen wie Tierschutz und Tiergesundheit, Haltung oder Produktqualität sowie wichtigen Aquakultur-Tierarten versorgen. „Wir wollen Wissenslücken schließen, konkrete Konflikte benennen und über Mythen aufklären“, erläutert Schäfer.

Beim jetzt erfolgten Relaunch der Webseite wurden wichtige Inhalte ergänzt sowie Struktur und Navigation deutlich verbessert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hinter Aquakulturinfo.de freuen sich auf viele neue und neugierige Besucherinnen und Besucher sowie über konstruktives Feedback zur Website im neuen Look!

Quelle: Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Die Kuh bestimmt mit, welches Kraut wächst

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Angus oder Hochlandrind: Kuh ist nicht gleich Kuh, wenn es um die Vorlieben beim Fressen von verschiedenen Kraut-, Gras- und Straucharten geht. Forschungsarbeiten von Agroscope zusammen mit den Universitäten Heidelberg (D) und Göttingen (D) zeigen, dass die Rinderrasse die botanische Zusammensetzung von Weideflächen beeinflusst.

Rinder, Schafe und Ziegen beeinflussen durch das Fressen, welche Pflanzen auf ihren Weiden wachsen; das ist schon länger bekannt. Wenig bekannt ist hingegen, wie sich die Beweidung durch verschiedene Rinderrassen auf die Vegetation auswirkt. Denn produktionsorientierte Rassen wie Charolais, Angus, Braunvieh oder Simmentaler unterscheiden sich von Robustrindern wie Hochlandrinder oder Galloway bezüglich Futterbedarf, Wachstumsrate und Gewicht. Zudem zeigen sie unterschiedliche Verhaltensweisen in der Bewegung und der Wahl des Futters.

Hochlandrinder spielten im Forschungsprojekt die Hauptrolle
Um herauszufinden, welche Auswirkungen eine Rinderrasse auf die Weidevegetation hat, gingen die Forscherinnen und Forscher von Agroscope und den deutschen Universitäten Heidelberg und Göttingen wie folgt vor: Sie verglichen die botanische Zusammensetzung auf Flächen, die seit vielen Jahren von Hochlandrindern beweidet wurden, mit angrenzenden Weiden intensiverer Rinderrassen. Insgesamt nahm das Forschungsteam so 50 Flächen an 25 Standorten in Bergregionen in der Schweiz und in Süddeutschland unter die Lupe.

Klare Unterschiede in der Artenvielfalt und im Strauchanteil
Die vor kurzem in der Zeitschrift Agriculture, Ecosystems and Environment veröffentlichte Untersuchung zeigte deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Rinderrassen: Unabhängig vom Standort wiesen Weiden mit produktionsorientierten Rassen bedeutend mehr Pflanzen mit einer hohen Weide- und Tritttoleranz auf. Auf Weiden von Schottischen Hochlandrindern kamen mehr Arten vor, deren Samen sich im Tierfell festhaken und so verbreiten. Insgesamt war die Artenvielfalt auf Weiden von Hochlandrindern höher als auf den Vergleichsflächen. Die Forscherinnen und Forscher stellten zudem fest, dass je länger sich diese Rinderrasse auf einer Weide befand, desto klarer der Unterschied in der Artenvielfalt ausfiel. Darüber hinaus war der Anteil an Sträuchern auf den Hochlandrinderweiden niedriger als auf den Vergleichsflächen – ein Hinweis darauf, dass Hochlandrinder weniger anspruchsvoll in der Wahl ihres Futters sind.

Quelle: Agroscope Schweiz

Einzelerkrankung oder Seuchenzug? Paarungsverhalten und Bewegungsmuster beeinflussen Dynamik von Tierseuchen

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Ein Team aus WissenschaftlerInnen unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat eine Analyse von Langzeitdaten eines Ausbruchs der Klassischen Schweinepest in Wildschweinen in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt, der sich von 1993 bis 2000 ereignete. Die Ergebnisse legen nahe, dass nicht infizierte Regionen aufgrund veränderter Bewegungsmuster insbesondere in der Mast- und Paarungszeit (im Herbst und Winter) höhere Infektionsrisiken aufweisen, und erlauben somit erstmals ein gezieltes Eingreifen bei kommenden Ausbrüchen. Die Erkenntnisse wurden im „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht.

Schweinepest, Tollwut, Vogelgrippe – Krankheitsausbrüche in Wildtierbeständen betreffen oft auch Nutztiere und den Menschen. Ihre Ursachen und die Dynamik ihrer Ausbreitung sind häufig komplex und nicht gut erforscht. Ein Team aus WissenschaftlerInnen unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat nun eine Analyse von Langzeitdaten eines Ausbruchs der Klassischen Schweinepest in Wildschweinen in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt, der sich von 1993 bis 2000 ereignete. Die Ergebnisse legen nahe, dass nicht infizierte Regionen aufgrund veränderter Bewegungsmuster insbesondere in der Mast- und Paarungszeit (im Herbst und Winter) höhere Infektionsrisiken aufweisen, und erlauben somit erstmals ein gezieltes Eingreifen bei kommenden Ausbrüchen. Die Erkenntnisse wurden im „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht.

Die Studie wurde von einem Team aus WissenschaftlerInnen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) und der Universität Potsdam unter Leitung des Leibniz-IZW durchgeführt. „Studien wie diese helfen uns, die zeitlichen und räumlichen Dynamiken von Krankheiten wie der Klassischen Schweinepest aufzudecken und mit diesen Erkenntnissen mögliche Ursachen für lang anhaltende Epidemien und somit Maßnahmen zur Vermeidung von neuen Infektionen und Ausbrüchen abzuleiten“, erklärt Erstautor Cédric Scherer vom Leibniz-IZW. Die saisonalen Muster der Krankheitsausbreitung unterschieden sich dramatisch. „Interessanterweise wurde auf Landkreisebene ein Infektionseintrag eher im Herbst und Winter festgestellt, während sich Einzeltiere, allen voran junge Wildschweine, am ehesten im Frühling während der Frischlingszeit infizieren“, berichtet Stephanie Kramer-Schadt, die das Projekt am Leibniz-IZW leitet. „Wir nehmen an, dass dies an der erhöhten Bewegungsaktivität im Herbst und Winter liegt. Vor allem die Partnersuche der Keiler und Nahrungsknappheit führen zu häufigeren Ortswechseln und ermöglichen somit wohl die Ausbreitung der Krankheit über Landkreisgrenzen hinaus“, so Kramer-Schadt weiter. Entgegen gängiger Interpretationen war die Wildschweinedichte in einem Landkreis nicht entscheidend. „Diese Erkenntnis ist verständlich, da in nahezu allen Landkreisen mehr Wildschweine vorkommen, als es für die Ausbreitung infektiöser Krankheiten notwendig ist“, erklärt der Epidemiologe Hans-Herrmann Thulke (UFZ), der die Studie mitinitiiert hat.

Durch die detaillierten Langzeitdaten, die durch die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern während des Ausbruchs gesammelt wurden, war es möglich, die zeitlichen und räumlichen Unterschiede der Seuchenausbreitung zu untersuchen. Die Autoren analysierten die Daten einerseits für unterschiedliche Phasen der Krankheitsausbreitung und andererseits für einzelne Tiere und gesamte Landkreise.

Die Klassische Schweinepest (oder auch Europäische Schweinepest) ist eine Virusinfektion, die Wild- und Hausschweine befällt. Die Erreger der Klassischen und der Afrikanischen Schweinepest sind trotz ähnlicher Symptome im Krankheitsverlauf nicht verwandt. Lang andauernde Ausbrüche der Klassischen unter Wildschweinen führen oft zum Überspringen der Infektion auf landwirtschaftliche Schweinehaltungen. So kann erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstehen, wenn Millionen von Hausschweinen notgeschlachtet und Exportstopps für Schweinefleischprodukte eingeführt werden.

Um die Ausbreitung der Klassischen Schweinepest in einem Wildtierbestand einzugrenzen, könnten Impfköder ausgelegt und/oder durch Abschuss die Wildschweindichte reduziert werden. Obgleich ein Absenken der Dichte auf ein theoretisches Minimum oft als Maßnahme diskutiert wurde, zeigt diese Studie, dass in späteren Zeiten des Ausbruchs nicht die Dichte, sondern die durch ein verändertes Bewegungsverhalten zunehmenden Kontaktraten ein Überdauern der Krankheit über mehrere Jahre ermöglichten. Um ein solches Überdauern oder zukünftige Ausbrüche zu verhindern, müsste also die Verringerung der Kontaktraten im Fokus stehen.

Quelle: Forschungsverbund Berlin e.V.

Von der Soldatenfliege bis zur Hochleistungskuh – das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie öffnet seine Pforten

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Einladung zum großen „Tag der offenen Tür“ am 21. September

Die Forscher und Mitarbeiter des Leibniz-Institutes für Nutztierbiologie (FBN) und der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV (LFA) laden am Sonnabend, dem 21. September 2019, wieder zu einem großen „Tag der offenen Tür“ für die ganze Familie ein. Von 10 bis 16 Uhr stehen die Wissenschaftler an zahlreichen Aktionsstationen auf dem Gelände des Forschungsinstitutes Rede und Antwort zu aktuellen Fragen der Lebensmittelproduktion sowie des Tierwohls und gewähren einen spannenden Einblick in ihre Arbeit. Der Eintritt und das Parken vor Ort sind frei. Vor drei Jahren strömten mehr als 3.000 Besucher aller Altersgruppen zum Tag der offenen Tür nach Dummerstorf.
Retten die Soldatenfliegen das Klima? Wie tickt unsere innere Uhr? Wie schlau sind Ziege, Schwein und Huhn und warum werden Ferkel überhaupt kastriert? Es gibt viele Fragen rund um unser Essen, das wir bequem und in großer Auswahl im Supermarkt vorfinden. Zugleich spitzen sich Konflikte angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und knapper werdender Ressourcen immer weiter zu. Genau daran forschen die Experten am FBN und an der LFA. „Am Tag der offenen Tür möchten wir die großen Herausforderungen in der Lebensmittelversorgung der Zukunft durch Nutztiere aufzeigen und uns den Fragen der Besucher stellen“, sagte FBN-Vorstand Prof. Klaus Wimmers. „Wir freuen uns auf viele Gäste, die sich für unser Wirken für eine artgerechte Tierhaltung und einen schonenden Umgang mit unserer Natur und Umwelt interessieren.“

Führungen und Vorträge, Labore und Experimente

Leibnitz-Insitut für Nutztierbiologie Dummerstorf (FBN) Foto: Thomas Häntzschel / nordlicht
www.fotoagenturnordlicht.de

Tag der offenen Tür bedeutet Wissenschaft und Forschung zum Anfassen – von 10 bis 16 Uhr sind Führungen oder Entdeckungstouren auf eigene Faust sowie ein Blick hinter die Kulissen möglich. Absolut erwünscht ist es, sich selbst bei Experimenten auszuprobieren und aktiv mitzumachen. Alle Besucher erhalten einen Flyer mit Lageplan zur besseren Orientierung. Auf dem Gelände sind insgesamt 28 Stationen aufgebaut, an denen die Tierforschung von heute hautnah erlebbar ist. Die Besucher können unter anderem den Großtier-OP-Raum, die Experimentalanlagen für Schweine und Rinder und die verschiedenen Labore besichtigen sowie den berühmten Dummerstorfer Mäusen und vielen Tierkindern ganz nahe kommen. Wer es gemütlich mag, kann sich mit dem Kremser zur etwa einen Kilometer entfernten Experimentalanlage Schwein kutschieren lassen.
Außerdem werden erstmals die neuesten Nutztiere am FBN vorgestellt. Es geht um die Erforschung der bis zu zwei Zentimeter großen Schwarzen Soldatenfliege und ihrer eiweißreichen Larven als alternative hochwertige Eiweißquelle für Tierfutter. Erst seit Juli schwirrt eine Kolonie der kleinsten „Stalltiere“ im Dienste der Wissenschaft durchs FBN. Am Tag der offenen Tür werden die Wissenschaftler über ihre neuen fliegenden Schützlinge berichten und einen Einblick in die Zukunft der Soldatenfliegen als „Klimaschützer“ gewähren.
Im Hörsaal des Tagungszentrums werden von 11 bis 14 Uhr unterhaltsame Vorträge zur Geschichte des Melkens, der Entdeckung der inneren Uhr sowie zur Fleischqualität und Bedeutung des Zuckers für das Immunsystem angeboten.

Leibnitz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf (FBN) Foto: Thomas Häntzschel / nordlicht
www.fotoagenturnordlicht.de

Unterhaltung: Für jeden etwas
Für die Jüngsten wurde ein kindgerechtes Programm mit einem Wissensquiz sowie sportlichen Höhepunkten zusammen mit der Feuerwehr Dummerstorf auf die Beine gestellt. Beim Tierknetwettbewerb werden um 14.30 Uhr die schönsten Kreationen des Tages prämiert. Dabei darf natürlich auch nicht die beliebte Station für selbstgemachtes Eis fehlen. Darüber hinaus gibt es gleich mehrere Gelegenheiten für alle Besucher, auf dem Institutscampus bei guter Musik auch einmal auszuspannen, Kraft zu tanken und sich an Grillhütte oder Kuchenbuffet zu stärken.

Hinweis zur Anfahrt
Vor Ort stehen ausreichend kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Ordner helfen bei der Einweisung. Der Eintritt ist frei!

Tag der Offenen Tür 2019 am Sonnabend, 21. September 2019
Gelände des Forschungsinstituts für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere
(FBN Dummerstorf), Wilhelm-Stahl-Allee 2, 18196 Dummerstorf

Programm 10:00-16:00 Uhr

VORTRÄGE
Hörsaal Tagungszentrum
11:00 Uhr
Die Geschichte des Melkens
Dr. Peter Sanftleben (LFA)
12:00 Uhr
Die Entdeckung der inneren Uhr
PD Dr. Pål Westermark (FBN)
13:00 Uhr
Muskulatur beim Nutztier – viel mehr als Fleisch
Dr. Claudia Kalbe (FBN)
14:00 Uhr
Zucker als Ausweis für das Immunsystem
PD Dr. Sebastian Galuska (FBN)

PRÄSENTATIONEN – 28 Stationen
Offene Geheimnisse des Züchtungserfolgs
Statistik zum Anfassen
Das Bienen-Infomobil des Landesverbands der Imker M-V e.V.
Molekulare Vielfalt im Stall – Nutzung von Erbinformationen für Züchtungs- und Biodiversitätsforschung
Ein Blick in die Zelle
Vom Phosphor zum Knochen – detaillierte Strukturanalysen als Indikatoren für Tiergesundheit und Tierwohl
Warum werden Ferkel kastriert? (Grillen von Eber- und Sauenfleisch mit Verkostung)
Wieviel Fett steckt im Rinderhaar? – Fettsäuremuster im Haar als Marker für den Energiestatus bei Kühen
Der Laser lässt die Zellen fliegen – Lasermikrodissektion
Wurstscanner – sichtbares und unsichtbares Fett
Wie hoch ist mein Blutzucker?
Heiße Luft – Messung der Oxidation von Cornflakes-Kohlenhydraten in der Atemluft
Mikrowelten im Kuh-Pansen unter dem Mikroskop
Mini-Nutztiere Insekten – eine wertvolle Nahrungs-Eiweißquelle
Dumme Ziege? – Lernversuche mit Zwergziegen
MultiExpert – Tiermonitoring im Abferkelstall
Stress in aller Munde – was uns Ihr Speichel verrät (Abgabe eigener Speichelproben möglich)
Die Stimme verrät die Stimmung
Von der Eizelle zum Embryo
Offener OP – Reproduktionsmedizin beim Großtier
Kälberwunschklinik – Assistierte Reproduktion beim Nutztier
Wer ist der schnellste Melker?
Erbsen, Bohnen, Lupinen – pflanzliches Eiweiß auf dem Teller und im Trog
Forschung aus der Praxis für die Praxis
Tiergehege mit Hammeln
Alles rund um die Maus. Das Modelltierlabor stellt sich vor
Führung durch die Experimentalanlage Rind zu jeder halben Stunde
Führung durch die Experimentalanlage Schwein zu jeder vollen Stunde

UNTERHALTUNG
Wissensmeer – Spiele für Jugendliche und Junggebliebene
Quiz – Wissenssafari
Tierkinderstube
Feuerwehr Dummerstorf: Spritz- und Hüpfspiele
Ein schmackhaftes Experiment für die Kleinen: Eis – selber gemacht!
Stündliche Kremserfahrten zur Experimentalanlage Schwein
Tiere kneten für Kleine und junggebliebene Große – die schönsten Kreationen werden prämiert!
Preisverleihung um 14:30 Uhr
Für Speis, Trank und Musik ist natürlich gesorgt!

Quelle: Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN)

Smart.Light: Tierkontrolle leicht gemacht

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Die Arbeit im Schweinestall ist vielfältig, zeitintensiv und anspruchsvoll. Bei der täglichen Tierkontrolle müssen viele Faktoren gleichzeitig beachtet und bewertet werden – auch um mögliche Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen. Wichtige Indikatoren, um die Tiergesundheit zu beurteilen, sind etwa die Wasser- und Futteraufnahme. Anhand der aufgenommenen Mengen kann das Stallpersonal frühzeitig erkennen, ob ein Tier erkrankt ist.

Status der Futteraufnahme auf einen Blick
Um die Tierkontrolle für das Stallpersonal einfach und effizient zu gestalten, hat der niedersächsische Stallausstatter WEDA Dammann & Westerkamp mit dem Smart.Light eine neue Lösung entwickelt. Mithilfe der Innovation wird der Status der Futteraufnahme der einzelnen Tiere oder Buchten an jedem Ventil im Stall direkt anzeigt.

Unmittelbare Tierkontrolle möglich
Das Smart.Light erleichtert und beschleunigt die Tierkontrolle im Abteil erheblich. Anhand der auch von weitem gut sichtbaren LED-Lampe, die unterschiedliche Farben anzeigt, können Tiere mit abweichendem Fressverhalten unmittelbar identifiziert werden. Damit wird die tägliche Tierkontrolle optimiert, und erkrankte Tiere lassen sich deutlich früher als bisher möglich behandeln.

Einfach verständliche Funktionen

WEDA

Die Funktionsweise ist einfach und universell verständlich: Das Smart.Light besteht aus einer LED-Lampe, die Meldungen im Stall direkt am Tier oder in der Bucht anzeigt. Haben die Schweine ihre Futtermenge gemäß der Futterkurve aufgenommen, ist die Lampe aus. Werden nur etwa 80 Prozent der üblichen Futtermenge aufgenommen, leuchtet das Smart.Light gelb. In diesem Fall können die Tiere kontrolliert und gegebenenfalls der Trog oder die Sonde gereinigt werden. Liegt die aufgenommene Futtermenge unter 80 Prozent der Futterkurve, leuchtet das Smart.Light rot. Das Stallpersonal kann dann unverzüglich handeln.

Einstellbare Grenzwerte
Die Steuerung des Smart.Light erfolgt über die bewährte WEDA-Fütterungssoftware Excellent 4PX. Auf einer speziellen Seite im Programm werden die Fütterungsdaten über mehrere Tage hinweg protokolliert und ausgewertet. Dabei kann der Nutzer bestimmen, ab wann welche Farbe angezeigt wird.

Das Smart.Light kann neben dem Futterventil der WEDA-Flüssigfütterung, dem Ventil der Saugferkelfütterung Nutrix oder dem Dosierer OptiMum installiert werden. Die Nachrüstung bereits bestehender Anlagen ist möglich.

Quelle: WEDA Dammann & Westerkamp GmbH

Benchmark-Index etabliert Tierwohl in Unternehmen – #Farm Animal Well-Being Forum 4

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Auf dem 12. Boehringer Ingelheim Farm Animal Well-Being-Forum, welches kürzlich in Prag stattgefunden hat, berichtete Dr. Rory Sullivan von Chronos Sustainability den Delegierten von der Wichtigkeit globaler Benchmarking-Verfahren im Bereich Tierwohl für weltweit tätige Lebensmittelkonzerne. Seit seiner Gründung im Jahr 2012 hat sich der Business Benchmark für das Tierwohl von Nutztieren (Business Benchmark on Farm Animal Welfare, kurz BBFAW) als weltweit führendes Maß für das Management des Tierwohls und die Einhaltung von Richtlinien in Lebensmittelunternehmen erwiesen. Das Hauptziel der BBFAW besteht darin, das Tierwohl von Nutztieren in den weltweit führenden Lebensmittelunternehmen zu verbessern, indem Investoren und anderen Interessengruppen eine unabhängige, unparteiische und zuverlässige Bewertung der von Lebensmittelunternehmen gemeldeten Praktiken zur Verfügung gestellt wird.

Das Ergebnis der Arbeit der BBFAW ist ein jährlicher öffentlicher Maßstab dafür, wie globale Lebensmittelunternehmen mit dem Tierwohl von Nutztieren umgehen. Dazu zählen Tiertransporte, Haltung und Tierschutzmaßnahmen. Der Benchmark für 2018 analysierte die Tierschutzpolitik von 150 der weltweit größten Lebensmittelunternehmen über 35 verschiedene, objektive Kriterien. Das Tierwohl von Nutztieren ist nun eine Führungsaufgabe, denn die Anzahl der Unternehmen, bei denen das Tierwohl von Nutztieren als integraler Bestandteil ihrer Geschäftsstrategie angesehen wird, ist erheblich gestiegen. Von den 150 teilnehmenden Unternehmen hat sich ein Großteil zur Vermeidung von z.B. Themen wie zu enger Aufstallung verpflichtet.

Quelle: Dr. Heike Engels

Europaweit erste Genbank für Honigbienen im Aufbau

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So wichtig – und so gefährdet: Während die einst in Deutschland heimische Dunkle Honigbiene fast ausgerottet ist, geht auch die genetische Vielfalt der häufig gezüchteten Kärntner Honigbiene verloren. Wissenschaftler legen nun eine Notfallreserve für die Zukunft an. Sie soll die innerartliche Vielfalt für die Bienenzucht sichern und diese fit machen für den Klimawandel. Deutschland wäre damit das erste Land mit einer derartigen Genreserve für Honigbienen.

Unter welchen Voraussetzungen lässt sich eine Genbank für Honigbienen aufbauen? Neben technischen Fragen für das Einfrieren des genetischen Materials geht es darum, welche Populationen vorrangig erhalten werden sollen. Hierfür sammeln Experten des Länderinstituts für Bienenkunde Hohen Neuendorf sowie des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen Proben von über 300 Bienenvölkern im In- und nahegelegenen Ausland. Anschließend wird Genmaterial dieser Bienen für die Gefrierlagerung bei -196 Grad Celsius in flüssigem Stickstoff aufbereitet, die sogenannte Kryokonservierung.

Lebendige Reserve mit Vorbildcharakter
„Die Sicherung des genetischen Materials kann dazu beitragen, die Generosion der Honigbienen einzudämmen. Dies betrifft nicht nur die in Deutschland ursprünglich heimische Dunkle Biene, sondern auch die jetzt weit verbreitete Kärntner Biene. Der Erhalt der genetischen Vielfalt ist eine Art Versicherung gegenüber den Folgen zukünftiger Veränderungen“, erklärt Professor Dr. Kaspar Bienefeld, Leiter des Länder-instituts für Bienenkunde Hohen Neuendorf. Fertig sein soll die Genbank Ende 2021. „Wir wollen mit dem Aufbau dieser lebendigen Reserve die dauerhafte Voraussetzung zur Einlagerung weiterer Honigbienen-Genetik zentral in der Deutschen Genbank landwirtschaftlicher Nutztiere am Friedrich-Loeffler-Institut schaffen. Das könnte als Vorbild für ähnliche Initiativen EU- ja weltweit dienen, da manche, an extreme Klimabedingungen angepasste Bienenrassen in vielen Ländern bereits durch Importe stark gefährdet sind“, so Bienefeld.

Klimawandel stellt Bienenzucht vor Herausforderungen
Das Thema Klimawandel beschäftigt auch die Bienenzüchter. Die Auswirkungen auf Böden, Vegetation und Lebensräume sind enorm. Vor diesem Hintergrund kommt dem Erhalt einer möglichst großen innerartlichen Honigbienen-Vielfalt noch mehr Bedeutung zu. Diese Notwendigkeit sieht das Bundeslandwirtschaftsministerium ebenfalls. Es fördert den Aufbau der Genbank für Honigbienen als Modell- und Demonstrationsvorhaben zur Erhaltung und innovativen Nutzung der Biologischen Vielfalt. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreut die Arbeiten als Projektträger.

Deutsche Genbank landwirtschaftlicher Nutztiere
Bereits im Jahr 2016 wurde in Deutschland eine Genbank für andere landwirtschaftliche Nutztierarten gegründet. Neben dem Bund sind die Länder Partner dieser Genbank. Das Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt der BLE wird zukünftig das eingelagerte Material in seiner Datenbank erfassen und darstellen.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Tierwohl nicht nur Freiheit von Schmerz – #Farm Animal Well-Being Forum 3

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Die Bereitschaft, für ein verbessertes Tierwohl auch mehr zu bezahlen, ist noch immer eine große Herausforderung, wie Dr. Lynn Frewer von der Universität Newcastle kürzlich auf dem 12. Boehringer Ingelheim Farm-Animal Well Being-Forum erklärte. Sorgen im Hinblick auf das Wohlbefinden bzw. die Haltungsbedingungen von Nutztieren entsprechen nicht immer unbedingt dem tatsächlichen Kauf- und Konsumverhalten. Charlotte Winder von der Universität Guelph aus Kanada wies darauf hin, dass die Definition von Tierwohl nicht ausschließlich die physische Gesundheit umfasst.

Es gilt zu bedenken, dass es Tieren ohne Schmerzen trotzdem nicht unbedingt gut geht. Die Schmerzforschung an Tieren ist herausfordernd. Häufig sind mehrere Ergebnisse bzw. Studien erforderlich, um zu verstehen, wie Tiere empfinden. Dies kann eine Vielzahl von physiologischen und / oder Verhaltensindikatoren oder -tests einschließen. Die zunehmende Sorge der Gesellschaft um das Tierwohl hat zu Veränderungen in Bezug auf Empfehlungen und Vorschriften zur Schmerzlinderung und -prävention bei Nutztieren geführt. Es liegt im Interesse dieser Tiere, dass diese Anforderungen so nachweisbar wie möglich sind und auch wirklich eine Wirkung haben.

Quelle: Dr. Heike Engels

Ferkelprestarter Blattivit® Piggystart jetzt mit speziellen Präbiotika – für mehr Sicherheit in der Aufzucht

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Galakto – Oligisacchariden sorgen für eine stabile Darmflora
Optimale Zusammensetzung der gewünschten Bakterien wird gefördert
Positive Effekte auf die Tiergesundheit

Ab sofort bieten die Profuma Spezialfutterwerke den bewährten Ferkelprestarter Blattivit Piggystart mit einer verbesserten Rezeptur an. Erstmalig kommen neben Hefen jetzt auch Präbiotika zum Einsatz. Damit wird auf natürliche Weise die Magen-Darm-Entwicklung der Ferkel unterstützt und die Immunität sowie die Energieversorgung in der Aufzuchtphase verbessert.

Präbiotika können im Dünndarm nicht abgebaut werden. Dies übernehmen die Darmbakterien. Dabei entstehen sogenannte kurzkettige Fettsäuren, die zahlreiche positive Wirkungen mit sich bringen. Zudem vermehren sich erwünschte Darmbakterien-Kulturen, wie zum Beispiel die Bifidobakterien.

Zu den neueren Präbiotika in der Tierernährung zählen Galaktose-haltige Oligosaccharide (kurz GOS). Hierbei handelt es sich um Verbindungen aus mehreren Zuckerbausteinen, die auch in der humanen Milch vorkommen.

GOS in der Ferkelfütterung
Aufgrund dieser positiven Eigenschaften haben die Fütterungsexperten der Profuma Spezialfutterwerke den bewährten Ferkelstarter Blattivit Piggystart jetzt auch mit GOS ausgestattet. Der schmackhafte Prestarter sorgt für eine gute Futteraufnahme und entlastet die Sau in der Säugephase. Dadurch wird die Energieversorgung vor allem schwächerer Ferkel sichergestellt und enthaltene Probiotika sichern eine stabile Darmentwicklung. In der Praxis sorgt dies für gesunde Ferkel, homogene Absetzgewichte und insgesamt fittere Sauen.

Ein stabiler Darm ist machbar!
„Durch die GOS-Zugabe erreichen wir auch einen zusätzlichen Effekt. Die unverdaulichen Ballaststoffe erreichen sicher den Dickdarm und werden hier von der Dickdarmflora verstoffwechselt“, urteilt Christian Müller, Produktmanager Schwein bei Profuma. „Als Folge entstehen kurzkettige Säuren wie Acetat, Butyrat, Lactat und Propionat. Speziell Butyrat dient den Darmzotten als Nährstoff und bewirkt mit anderen kurzkettigen Fettsäuren einen tieferen pH-Wert im Dickdarm. Dadurch kommt es zu einer starken Vermehrung von erwünschten Bifidobakterien, die für eine
optimale Zusammensetzung der Darmbakterien notwendig sind, und der Darm wird insgesamt sehr stabil“, so Müller weiter.

Erste Praxiserfahrungen mit der neuen Rezeptur zeigen, dass durch die Galactose-haltigen Oligosaccharide eine schnelle und bessere Magen-Darm-Entwicklung erreicht wird und die Immunität der Saugferkel verbessert wird, da sie das Wachstum von positiven Darmbakterien anregen. Zudem schützt eine stärkere Darmwand vor schädigenden Bakterien.

Das neue Blattivit Piggystart mit verbesserter Ausstattung ist ab sofort im Futtermittelhandel erhältlich.

Quelle: PROFUMA Spezialfutterwerke

Jetzt bewerben: Neue Bekanntmachung zur Förderung von Bienen in der Agrarlandschaft

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Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert ab sofort Lösungen für ein Zusammenwirken von Bestäubern, Imkern und landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland. Ziel ist, das Nahrungsangebot und die Lebensbedingungen für Honigbienen und andere Bestäuberinsekten zu verbessern. Ideen für Forschungsprojekte können bis zum 28. November 2019 bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eingereicht werden.

Mit der neuen Bekanntmachung „Förderung von Forschungsvorhaben zum Schutz von Bienen und weiteren Bestäuberinsekten in der Agrarlandschaft“ fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Projekte, in denen innovative, ökologische sowie nachhaltige Lösungen für eine bestäuberfördernde Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen entwickelt werden. Konkret sollen innovative und praxisorientierte Produkte und Verfahren für die Verbesserung der Widerstandskraft von Honigbienen, einen bestäuberfreundlichen Pflanzenschutz und Pflanzenbau sowie Maßnahmen für Agrarräume entwickelt und erprobt werden. Der Wissenstransfer in die Praxis ist dabei ein wesentliches Element. Die beteiligten Akteure aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Imkerei sind aufgefordert, gemeinsam Synergien und Potenziale aller Bereiche zu nutzen und Lösungen für die Praxis zu entwickeln.

Forschungseinrichtungen und Unternehmen können Zuwendungen für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben beantragen. Die Einbindung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wird besonders begrüßt. Die Projektskizzen können bis zum 28. November 2019 beim Projektträger BLE eingereicht werden.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)