ASP: Jetzt Betriebe vorbereiten und Märkte festigen

Dr. Andreas Stukenborg, Produktmanager Schwein bei ForFarmers für Deutschland (Foto: Timo Lutz Werbefotografie)

Ein Seuchenzug mit globaler Auswirkung
Vor allem in China aber auch in anderen Teilen Asiens grassiert zurzeit die Schweinepest. In China sind bereits mehr als eine Million Tiere daran erkrankt. Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist die bisher größte globale Tierseuche und ihre kurz- und mittelfristigen Auswirkungen dürfen nicht unterschätzt werden. Vor allem deutsche schweinehaltende Betriebe sollten sich jetzt konsequent darauf vorbereiten, so das Futtermittelunternehmen ForFarmers.

Da die globalen Auswirkungen des Krankheitsausbruchs unumstritten und an den Märkten auch schon spürbar sind, stellt sich aktuell die Frage, wie die chinesische Proteinlücke geschlossen werden kann und welche Handlungsalternativen sich daraus für europäische Schweinehalter ergeben. Der erste Ausbruch in China hat sich inzwischen auf die Nachbarländer Vietnam und Kambodscha ausgeweitet, auf die mehr als 57 % der weltweiten Schweinebestände entfallen und auch in Japan erschienen Berichte über infiziertes Schweinefleisch.

Erheblicher Produktionsrückgang
Während die Entwicklung eines effektiven ASP-Impfstoffs Fortschritte macht, prognostizieren die meisten Analysten für 2019 einen Rückgang der schweinefleischproduktion in China um 25-35 % und einen weiteren Rückgang für das Jahr 2020. Pläne zur Seuchen- und Tilgungskontrolle wurden auf Provinz- und nationaler Ebene eingeführt, aber selbst die optimistischsten Prognosen gehen davon aus, dass es bis mindestens 2022 dauern wird, bis sich der chinesische Bestand vollständig erholt hat.
Kann die Welt die Proteinlücke schließen?

Chinas jährliche Proteinnachfrage (Schweinefleisch, Geflügel, Meeresfrüchte, Rindfleisch, Lamm und Eier) lag 2018 bei 190 Mio. t. Die katastrophalen Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest auf die heimischen Schweinebestände werden in China eine Lücke von ca. 10 Mio. t verursachen, die mit der Expansion der heimischen Geflügel- und Aquaindustrie gefüllt werden muss (u.a. Rabobank, 2019).

Neue Positionen zu besetzen
Globale Schweinefleisch-Exportländer reagieren bereits auf diese Chance. Der Umfang und die Größe ihrer Expansion werden jedoch nicht ausreichen, um die Lücke in den Jahren 2019-2020 zu schließen.

Hinzu kommen die anhaltenden Handelsspannungen zwischen China und den USA, dem zweitgrößten weltweiten Schweinefleischexporteur in die EU, und das starke Ungleichgewicht bei der weltweiten Angebotsnachfrage ist offensichtlich. Die weltweiten Schweinefleischpreise haben entsprechend mit deutlichen Anstiegen im ersten Halbjahr 2019 reagiert.

Handlungsbedarf in der EU
In den vergangenen Jahren stagnierte der Schweinefleischmarkt in der EU. Der rückläufige Inlandsverbrauch sowie strengere Tierschutz- und Umweltkontrollvorschriften haben dazu geführt, dass der Zuchtbestand in der EU im Zeitraum 2015-2018 um 4,3 % zurückgegangen ist. Technische Verbesserungen haben jedoch im gleichen Zeitraum zu einem Anstieg der Schweinefleischerzeugung um 3 % geführt.

Die Folgen dieses Anstiegs der EU-Produktion auf einem stagnierenden Markt waren in den letzten drei Jahren schwache inländische Schweinefleischpreise und niedrige finanzielle Erträge für die Erzeuger sowie eine zunehmende Abhängigkeit von den Ausfuhren aus Drittländern, um den Gesamtschlachtkörperwert zu stützen.

Aber diese Situation hat sich aus Sicht der Experten durch die ASP in China geändert. Über die erste Jahreshälfte in 2019 sind die durchschnittlichen Schweinefleischpreise in der EU um etwa 31 % von 140 €/100 kg auf 183 €/100 kg gestiegen (siehe auch Tabelle* hierunter). Während heute die Auswirkungen der chinesischen Herdenliquidation deutlicher werden, verstärken sich die Erwartungen, dass es für den Rest des Jahres 2019 und bis 2020 mehr Aufwärts- als Abwärtspotenzial für die Preise in der EU gibt, vorausgesetzt, die EU kann einem weiteren Fortschreiten der ASP selbst entkommen.

Angesichts dieser Entwicklung scheint es unerlässlich, dass auch die Schweinezüchter in der EU reagieren, um diese Chance zu nutzen. „Die Schweinehalter müssen jetzt Produktion und Gewinn optimieren, um ihre Unternehmen wiederaufzubauen, umzustrukturieren und auf diese Weise sicherzustellen, dass sie den unvermeidlichen „Sturm“ überstehen können, wenn sich die chinesische Produktion erholt und wir in eine Phase des globalen Überangebots eintreten“, so Andrew Knowles, Marketing Director Swine bei ForFarmers.

ForFarmers Portfolio zur Ausnutzung des genetischen Potenzials
Das ForFarmers Portfolio des NOVA-Sauenkonzepts, des VIDA-Ferkelkonzepts und des kürzlich eingeführten ULTRA Mastschweine-Konzepts wurde mit dem Ziel entwickelt, das genetische Potenzial der Schweine bestmöglich auszunutzen. „Doch der Schlüssel zur wirklichen Maximierung bei der Erzeugung liegt darin, wie man die richtige Ernährung mit Produktionsmanagementsystemen verknüpft und wie die Leistung z.B. auch mithilfe von unserem Datenanalysetool agroscoop® gemessen und ausgewertet wird“, ist sich Dr. Andreas Stukenborg, Produktmanager Schwein bei ForFarmers für Deutschland sicher.

Der Wert der zusätzlichen Leistung für Sauen, Ferkel und Mastschweine wird in der folgenden Tabelle* verdeutlicht.

Quelle: ForFarmers Langförden GmbH

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