Afrikanische Schweinepest breitet sich aus: Für Menschen ungefährlich #HANSA 2019

Wildschwein im Schnee, Winter

Wie sich ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wild- und Hauschweinen auf die deutsche Schweinefleischproduktion auswirken würde, darüber informierte Dr. Martina Oetjen, Leiterin Konzernqualität und Veterinärwesen bei Westfleisch, kürzlich auf der Schweinefachtagung des HANSA Landhandels. „Die ASP ist von Osteuropa nun nach Belgien gelangt. Niemand hätte geglaubt, dass sie Deutschland „überspringen“ würde. Mir ist es ganz wichtig zu betonen, dass die ASP völlig ungefährlich für den Menschen ist und dass sich das Virus an sich anders als bei der klassischen Schweinepest (KSP) auch überhaupt nicht schnell verbreitet. Man müsste als Landwirt schon selber aktiv werden, um das Virus von Stall zu Stall zu bringen“, so Frau Dr. Oetjen. Die ASP sei trotzdem ein harter Gegner, da es derzeit noch keine Impfung gibt, je nach Virulenz des Virus die Letalität über 90 % beträgt und das Virus extrem überlebensfähig ist. Es überlebt z.B. bis 11 Tage in Kot, über 150 Tage in gekühltem Fleisch, bis zu 6 Monate in konservierten Schinken, bis zu 10 Wochen in Blut und mehrere Jahre in tiefgefrorenen Schlachtkörpern. Dementsprechend vielfältig sind die Einschleppungswege: Kontakt von Tier zu Tier, aber auch über Vektoren wie z.B. Jagdhunde oder Jagdmesser sowie auch über Räucherware. Der Krankheitsverlauf ist eher unspezifisch: er beginnt mit hohem Fieber und Abgeschlagenheit, die Haut verfärbt sich später rot/blau und nach 7 bis 10 Tagen tritt der Tod ein. Überlebt ein Tier die ASP, ist es ein lebenslanger Virusträger.

Handelsproblem durch ASP
Das größte Problem mit der ASP in Deutschland sei die Vermarktung der Schweine, so Dr. Oetjen. Ein sofortiger Exportstopp in alle Drittländer wäre die Folge für mindestens 12 Monate. Drittland ist u.a. vor allem China, das viele Nebenprodukte wie Schnauzen, Ohren, Pfoten und Knochen abnimmt. Der Grund liege in Veterinärzertifikaten, die für jede Fleischlieferung ausgestellt werden müssen. China verlange eine mindestens 12-monatige Freiheit von ASP bei Wild- und Hausschweinen, KSP sowie AK bei Hausschweinen inklusive jeglicher Impfungen dagegen. Um die Vermarktung der Schweine sicherzustellen, seien viele Gespräche mit dem Handel und den Handelsländern nötig, um Aufklärungsarbeit zu betreiben. Um gut vorbereitet zu sein, haben Fachleute gemeinsam mit dem Verband der Fleischwirtschaft, dem Landwirtschaftsministerium von NRW sowie dem LAVES in Niedersachsen ein Krisenhandbuch für Schlachthöfe und auch für Landwirte erarbeitet. In diesen Krisenhandbüchern ist genau beschrieben, welche Maßnahmen bei einem ASP-Ausbruch ergriffen werden müssen.

Dr. Heike Engels

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