Aktuelles Interview: Klauenpflege neu gedacht: Mit Strategie, Konsequenz und Klauenpflaster zu gesunden Klauen

Klaus Hermann Haß

Die regelmäßige Klauenpflege ist unentbehrlich für die Gesunderhaltung der Rinderklaue. Trotzdem läuft sie bei vielen Betrieben aus Zeitgründen oft nur nebenbei ab. Mit mehr Organisation und Konsequenz ließe sich viel mehr erreichen, meint Klaus Hermann Haß. Der Klauenpfleger aus Süderhastedt, Schleswig-Holstein, hat für sich ein Modell der Klauenpflege gefunden, wie er Quantität und Qualität besser vereinen kann. Ein wichtiges Hilfsmittel ist für ihn dabei das Klauenpflaster Mortella Heal.

Herr Haß, Sie arbeiten als selbständiger Klauenpfleger und haben sich vor einigen Jahren für einen neuen Weg entschieden. Warum und wie sieht Ihre Arbeit heute aus?
Statt der akkordbasierten Klauenpflege wollte ich mein Angebot ganzheitlicher gestalten. Ich wollte auch Nachsorge mit anbieten wie z.B. die Erfolgskontrolle meiner Behandlung oder Verbände abnehmen bzw. ersetzen. Früher habe ich regelmäßig den gesamten Bestand eines Betriebes während eines Klauenpflegetermins bearbeitet, heute arbeite ich hauptsächlich nach Dokumentation. Ich lade mir beim Start auf einem Betrieb die aktuellen Tiere vorher über HIT oder LKV ins Programm und dokumentiere jedes Tier. Nach Rücksprache mit dem Landwirt wird ein Zeitintervall festgelegt, wie oft jedes Tier prophylaktisch gepflegt werden soll. Im Nachgang der Klauenpflege erstelle ich dann für den Landwirt Listen zur Wiedervorstellung und zur Nachbehandlung, welche Kühe ich zum Termin sehen muss und der Landwirt kann dann die Kühe entsprechend sortieren und mir vorstellen. Während der Nachsorge rufe ich mir dieses Tier in der Dokumentation auf. Dazu habe ich immer einen Outdoor-PC mit, in welchem die gesamte Kuhhistorie gespeichert ist. Darauf aufbauend treffe ich meine Entscheidung: Wann muss die Wiedervorstellung sein, muss der Tierarzt dazukommen oder ein Medikament, ist es gar ein immer wiederkehrender Defekt? Sollte das so sein, müsste man darüber nachdenken, die Kuh nicht mehr weiter zu besamen.

Welche Klauenerkrankungen finden Sie häufig vor?
Grundsätzlich sehe ich viel Dermatitis digitalis, also Mortellaro, aber auch den Rehekomplex mit z.B. Sohlengeschwüren oder Wanddefekten. In letzter Zeit mehr geworden sind die Sohlengeschwüre, bei denen sich Mortellaro draufgesetzt hat, diese Kombination hat sich in den letzten 10 Jahren deutlich vermehrt und ist leider auch sehr viel schwieriger zu behandeln.

Warum arbeiten Sie so gerne mit dem Klauenpflaster Mortella Heal?
Es sind die Ergebnisse, die ich sehe. Mortella Heal kenne ich schon lange. Schon 2012 habe ich erste Versuche mit dem Pflaster zur Behandlung von Mortellaro gemacht. Das war ungewohnt für mich, denn in meiner Ausbildung hieß es immer, Verbände an Klauen funktionieren nicht, denn darunter sei es warm und feucht, also allzu gute Bedingungen für Bakterien. Durch viele Workshops und Ausprobieren von verschiedenen Verbandstechniken habe ich mich dann aber eines Besseren belehren lassen. Die Ergebnisse unter Mortella Heal sind fast immer hervorragend. Waren zu Beginn durch falsche Verbandstechnik noch ab und an Einschnürungen zu sehen, ist das heute vorbei. Weil aber die richtige Verbandstechnik so wichtig ist, bekommt man die Pflaster nur mit einer Einweisung. Bei manchen Betrieben wird das Pflaster nur bei den ganz schweren Fällen eingesetzt, auf anderen auch schon bei ganz kleinen Mortellaro-Stellen. Letzteres ist eigentlich das richtige Vorgehen, um die schwierigen Fälle erst gar nicht zu bekommen. Wenn ich allerdings jemanden von der Wirkung des Pflasters überzeugen möchte, dann frage ich ihn nach seiner am schlimmsten von Mortellaro betroffenen Kuh und wir machen Vorher-Nachher-Fotos. Nach 14 bis 20 Tagen sieht die Klaue deutlich besser aus und der Landwirt ist überzeugt.

Wie läuft die Heilung unter dem Pflaster ab?


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