Die Mauser – was ist aus tierärztlicher Sicht zu beachten?

Von Dr. Ferdinand Schmitt, Geflügelgesundheitsdienst Bayern

Das Verbot des Tötens der männlichen Eintagsküken im Legehennensektor hat nicht nur Zoos und Falknereien vor Probleme gestellt, sondern auch die Legehennenhalter. Da bisher keine praxistaugliche Lösung zum Sexen im Ei weitverbreitet ist, werden die männlichen Küken in Deutschland, Österreich und Osteuropa aufgezogen. Da die Aufzucht und Vermarktung der Bruderhähne nicht kostendeckend sind, muss die Legehenne die Bruderhahnhaltung mitfinanzieren. Aus diesem Grund sind die Legehennenpreise in diesem Jahr stark angestiegen und die Landwirte gezwungen – da der Eierpreis zudem niedrig ist – nach Einsparmöglichkeiten und Alternativen zu suchen.

Eine Möglichkeit, die Kosten zu senken, ist die Mauser. Diese wurde aus diversen Gründen in der Vergangenheit immer seltener durchgeführt und war eher im Bereich der Direktvermarkter verbreitet. Nun gerät sie jedoch bei zahlreichen Landwirten wieder in den Fokus. Mit diesem Artikel sollen aus tierärztlicher Sicht die Vor- und Nachteile der Mauser beleuchtet und praxisnahe Ratschläge für eine erfolgreiche Mauser gegeben werden.

Mauser hat viele Vorteile
Schon länger wird von Seiten des Tierschutzes die „kurze“ Lebensdauer der Henne moniert. Durch die Mauser kann diese verlängert werden, was durchaus im Sinne des Tierschutzes ist.

Für den Legehennenhalter hat die Mauser jedoch ebenfalls Vorteile. Hierzu zählt zum einen die Kostenersparnis, da der Junghenneneinkauf entfällt. Zum anderen legen die Hennen nach der Mauser sofort große Eier, was vor allem für die Direktvermarkter von Interesse ist. Auch die Eiqualität verbessert sich deutlich, was sich in einer besseren Eischalenstabilität bemerkbar macht. Bei richtiger Futtermischung wird auch der Dotter wieder dunkler. Zudem erfährt die Legeleistung nach der Mauser zunächst keinen weiteren Abfall wie sonst üblich. Im Gegenteil, die Legeleistung kann sich nach einer gut durchgeführten Mauser sogar um ein bis zwei Prozentpunkte verbessern. Vereinfacht gesprochen, „geht“ die Henne mit der Legeleistung aus der Mauser, mit der sie „hineingegangen“ ist.

Da durch die Mauser zahlreiche Stoffwechselprozesse heruntergefahren werden und dem Körper die Möglichkeit gegeben wird, sich zu erholen, verbessert sich auch die Tiergesundheit. Zusätzlich kann man bei einigen Erkrankungen feststellen, dass die Tiere die Mauser genutzt haben, um eine Immunität aufzubauen. Ein Beispiel hierfür sind Mycoplasma synoviae- und Egg-Drop-Syndrom-Infektionen.

Wo liegen die Stolpersteine?
Die Mauser hat jedoch nicht nur Vorteile, sondern auch einige Nachteile, auf die im Folgenden eingegangen werden soll.


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