Typisch Schwein digital 2026: Aktuelles Wissen für mehr Erfolg im Stall

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Auch 2026 lädt Boehringer Ingelheim wieder zu seiner beliebten Online-Seminarreihe „Typisch Schwein digital“ ein. An vier Abenden im Januar erwartet Schweinehalter*innen und Tierärzt*innen aktuelles Fachwissen rund um Fruchtbarkeit, Impfmanagement, Infektionskrankheiten und Darmgesundheit – praxisnah, kompakt und kostenfrei.

Den Auftakt am 8. Januar 2026 bildet das Thema „Typisch Fruchtbarkeit: Neue Erkenntnisse, neue Empfehlungen (Teil 2)” mit Gerd Vahrenhorst (GFS – Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung eG) und Hebert Heger, die wertvolle Einblicke in das Geburts- und Besamungsmanagement geben.

Am 15. Januar folgen praxisorientierte Vorträge von Sophie Diers (LVZ Futterkamp) und Herbert Heger zu Impfstrategien zur neuen Sauenhaltung mit Auslauf.

Am 22. Januar geht es um PRRS und PCV2 mit spannenden Praxisfällen und deren Aufarbeitung von Markus Hellenschmidt und Dr. Jochen Beckjunker.

Zum Abschluss am 27. Januar widmen sich Prof. Dr. Christian Visscher (TiHo) und Markus Hellenschmidt der Darmgesundheit aus biologischer und ökonomischer Sicht.

Beginn ist jeweils um 19:00 Uhr.

Die Teilnahme ist kostenfrei, ITW-/ATF-Anerkennungen sind beantragt. Anmeldung unter: https://typischschwein.de

Klimaschonende Milchkuhhaltung: ein Gewinn für Umwelt und Betriebe

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Leitfaden für Landwirtschaft – Ziel: weniger Treibhausgase

Mit einem neuen kompakten Leitfaden gibt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Betrieben mit Milchkuhhaltung wertvolle Tipps, um klimaschädliche Treibhausgase (THG) wie Methan und Lachgas zu reduzieren – mit geringem Mehraufwand und ohne wesentliche Mehrkosten. Zugleich wird so strikteren Vorgaben zum THG-Ausstoß Rechnung getragen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat das Projekt mit rund 281.000 Euro gefördert. Nun steht der Leitfaden kostenfrei bereit.

Umbau zur klimaschonenden Landwirtschaft muss finanzierbar bleiben
Der Anteil der Landwirtschaft an in Deutschland ausgestoßenen, klimaschädlichen Treibhausgasen beträgt laut Umweltbundesamt 8,2 Prozent. Das entspricht 53,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2)-Äquivalenten. Den Großteil davon nehmen Methan, hauptsächlich aus der Tierhaltung (62,1 Prozent), sowie Lachgas meist aus mineralischen und organischen Düngern (33,4 Prozent) ein. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde: „Wir brauchen betriebsindividuelle Lösungen zur Reduktion der hohen Treibhausgas-Emissionen. Allerdings müssen die Betriebe diese Veränderungen auch finanziell stemmen können.“ Genau dies ist Ziel des von der DBU geförderten LfL-Forschungsprojekts: Forschende haben seit 2021 einen Leitfaden zur Verbesserung der Treibhausgas-Bilanz von Milchkuh-Betrieben entwickelt. Projektbearbeiterin Diana Schneider: „Neben der Senkung klimaschädlicher Emissionen nimmt der Leitfaden auch Wechselwirkungen mit anderen Nachhaltigkeitsaspekten wie Nahrungskonkurrenz und Flächennutzung in den Blick.“ Auch eine ökonomische Bewertung sei für alle Maßnahmen durchgeführt worden. Die dafür notwendigen Modellierungen wurden Schneider zufolge mit dem Klimarechner der LfL durchgeführt: Dem LfL Klima-Check.

Neun Ansätze zur Reduktion von Treibhausgasen
Insgesamt 30 Landwirtschaftsbetriebe hat das Projekt laut Schneider untersucht – 14 im Östlichen Hügelland Schleswig-Holsteins und 16 im Berchtesgadener Land in Bayern. Kooperationspartner waren die Universität Kiel, die Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau und die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Schneider: „Aus den Erkenntnissen sind neun Ansätze entstanden, wie Milchproduzenten ihre Treibhausgas-Emissionen reduzieren können.“ Dabei ist Schneider wichtig, dass „die Ergebnisse keine Detailanleitung für alle deutschen Betriebe sind – dafür ist die Branche viel zu divers“. Stattdessen diene der Leitfaden als Denkanstoß für die Landwirtschaft sowie für Beraterinnen und Berater. „Mit den Fachleuten muss schließlich die beste Lösung für jeden Betrieb erarbeitet werden“, so Schneider.

Intelligenter Einsatz von Ressourcen spart Geld, schützt das Klima und hält die Tiere gesund
Eine der wichtigsten Erkenntnisse: „Wer Ressourcen intelligent einsetzt, spart selbst bei gleichbleibendem Ertrag Geld und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Schneider. Dies beziehe sich auf viele im Leitfaden detailliert ausgearbeitete Aspekte. Unter anderem kann Schneider zufolge eine Verlängerung der Nutzungsdauer angestrebt werden. Dadurch sinken die Emissionen aus der Bestandsergänzung, denn die Kuh bleibt länger produktiv, gesund und es müssen weniger Kalbinnen – also junge, weibliche Kühe ohne ersten Nachwuchs – aufgezogen werden. „Ein anderer Ansatz ist beispielsweise die Optimierung des Erstkalbealters, denn die Tiere treten eher in ihre produktive Phase ein. Dadurch sinken Emissionen und auch Kosten in der Jungviehaufzucht Solche Synergieeffekte seien Gegenstand der Projektforschung gewesen, so Schneider.

Verlängerte Weidezeit, weniger Emissionen
Beim Anbau von eigenem Futter können Milchkuhbetriebe laut Schneider Überdüngung vermeiden, was wiederum Ressourcen spart und das Ausgasen von Lachgas reduziert. „Ein weiterer Synergieeffekt kann durch eine verlängerte Weidezeit erreicht werden, denn durch die Kot-Harntrennung auf der Weide wird weniger Ammoniak gebildet. Dieses ist zwar selbst nicht klimaschädlich, kann sich aber in das sehr klimaschädliche Lachgas umwandeln.“ Auch die Anpassung der Fütterung, beispielsweise durch die Nutzung von Reststoffen aus der Lebensmittelindustrie wie Biertreber, kann Schneider zufolge die Treibhausgasemissionen senken: „Denn durch die Rest- und Abfallstoffe entstehen kaum zusätzliche Emissionen.“ Die Betriebe müssten dann jeweils die individuell besten Lösungen für ihren Standort finden.

Spürbarer Sinneswandel innerhalb der Branche
Seit Beginn des Projekts stellt Schneider „einen spürbaren Wandel beim Interesse der Branche an der Treibhausgas-Reduktion“ fest. Anfangs hätten nur wenige Betriebe, Beratungsstellen und Molkereien die Entwicklungen verfolgt. Kurz vor Abschluss des Leitfadens sei das Interesse jedoch stark gewachsen. „Da konnten wir uns vor Anfragen kaum retten“, sagt Schneider. Aus ihrer Sicht ein klares Indiz für den Sinneswandel der Branche. Die Betriebe hätten „die Chancen einer Umstellung auf eine Milchproduktion mit geringeren Treibhausgasen erkannt – und suchen nach umsetzbaren, praktischen Lösungen“.

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Rindergrippe – sind Impfungen die Lösung?

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Von Dr. Ingrid Lorenz, Tiergesundheitsdienst Bayern e.V.

In den letzten beiden Jahren hat sich etwas auf dem Impfstoffmarkt in Sachen Rindergrippe getan. Zunächst kam ein Impfstoff gegen das respiratorische Coronavirus auf den Markt und Anfang des Jahres wurde noch ein Impfstoff gegen Mykoplasma bovis verfügbar, der bereits im Vorjahr zugelassen wurde. Werden dadurch unsere Sorgen mit Bezug auf die Rindergrippe weniger? Um das einschätzen zu können, muss man sich die Hintergründe der Erkrankung genauer anschauen.

Unter dem Begriff Rindergrippe werden Erkrankungen der Atemwege zusammengefasst, die durch verschiedene Viren und Bakterien hervorgerufen werden können. Diese Infektionserreger alleine können allerdings ein abwehrstarkes Rind unter günstigen Haltungsbedingungen in der Regel nicht krank machen. Daher spricht man bei der Rindergrippe, ebenso wie beim Kälberdurchfall, von einer klassischen Faktorenerkrankung. Impfungen sind ein Faktor unter vielen, die bei bestandsweise gehäuft auftretenden Erkrankungen in Betracht gezogen werden müssen.

Welche Infektionserreger sind beteiligt?
In der Regel handelt es sich um Mischinfektionen, wobei die Gruppe der mit der Rindergrippe in Zusammenhang gebrachten Viren am Größten ist. Traditionell wird den Viren eine Art Schrittmacherfunktion (Wegbereiter) für die beteiligten Bakterien nachgesagt. Das bedeutet, dass die Virusinfektion die Abwehrmechanismen des Atmungsapparates schädigt, so dass sich anschließend bakterielle Infektionen leichter ausbreiten können. Mittlerweile wird allerdings auch vermutet, dass unter besonders ungünstigen Bedingungen Bakterien alleine auch Erkrankungen auslösen können. In jedem Fall bestimmen aber die beteiligten Bakterien die Schwere und den Verlauf der Erkrankung. Gegen sie richten sich auch vornehmlich die einzuleitenden Behandlungsmaßnahmen. Die wichtigsten bakteriellen Erreger sind Mannheimia haemolytica und Pasteurella multocida. Sie haben unter anderem die Fähigkeit, Gewebsgifte (Toxine) zu bilden, die das Lungengewebe zum Absterben bringen. Derart zerstörte Lungenbereiche werden schlechter durchblutet und können deshalb von antibakteriellen Medikamenten nur noch eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr erreicht werden. Zudem fallen diese Lungenbezirke meist auf Dauer für den Gasaustausch aus. In verschleppten (chronischen) Fällen kommt häufig ein weiteres Bakterium (Trueperella pyogenes) hinzu. Dieser typische Eitererreger findet sich vornehmlich in Abszessen, die in absterbendem Lungengewebe entstehen. Bei derart veränderten Lungen verschlechtern sich die Heilungschancen drastisch. Mykoplasmen spielen eine gewisse Sonderrolle im Rindergrippegeschehen. An diese Erreger muss gedacht werden, wenn Erkrankungen ungewöhnlich schlecht auf die gewohnte Behandlung ansprechen oder wenn auch Ohrentzündungen oder Gelenksentzündungen bei den Patienten auftreten.

Welche Umweltfaktoren haben einen Einfluss?


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Mykotoxine im Schweinefutter: Latente Gefahr mit großen Folgen

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Von Dr. Manfred Weber, Leiter Zentrum für Tierhaltung und Technik, Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt, Iden

Fütterungsbedingte Gesundheitsprobleme beim Schwein werden häufig nicht sofort als solche erkannt, insbesondere dann, wenn Mykotoxine die Ursache sind. Denn die durch Pilze gebildeten Gifte treten oft in geringer, aber dauerhaft wirksamer Konzentration auf und entfalten ihre schädliche Wirkung im Verborgenen. Ob Fruchtbarkeitsstörungen, Futterverweigerung oder das zunehmend diskutierte Entzündungs- und Nekrosesyndrom (SINS), die Liste möglicher Auswirkungen ist lang.

Immer wieder führen Fusarientoxine im Schweinefutter zu Problemen, die aber häufig latent verlaufen und so vom Schweinehalter übersehen werden. Je nach Witterungsbedingungen während des Getreidewachstums kommt es zu unterschiedlichem Wachstum der Pilze und damit zu unterschiedlicher Anreicherung der als sekundäre Stoffwechselprodukte gebildeten Pilzgifte. Aber auch Ergotalkaloide bereiten in Jahren mit besonders guten Wachstumsbedingungen für den Pilz Calviceps purpurea Schwierigkeiten. Die sich entwickelnden Mutterkörner sind aber zumindest im nicht geschroteten Getreide recht gut zu erkennen.

Zearalenon (ZEA)
Eine Belastung des Tieres mit Zearalenon wirkt sich in erster Linie auf die Fruchtbarkeit aus. Grund dafür ist die Struktur des ZEA und seiner Metaboliten. Sie ähnelt sehr dem Östrogen und konkurrieren mit den körpereigenen Östrogenen um die Bindung an Östrogenrezeptoren unter anderem an den Eierstöcken, am Hypothalamus und an der Hirnanhangsdrüse. Es greift damit in den regulierten Hormonkreislauf des Östrogens ein und vermittelt Östrogenwirkungen, die sich als Hyperöstrogenismus bei Schweinen manifestieren können. Dabei zeigen die Schweine Vergrößerungen der inneren und äußeren Geschlechtsorgane und Zyklus- und Fruchtbarkeitsstörungen. Aber auch Auswirkungen auf die Würfe in Form von kleineren Würfen und vermehrten Aborten sind zu finden.
Besonders problematisch wird es, wenn Sauen in der Frühträchtigkeit, hier sind die Tage zwischen dem 7. und 10. Trächtigkeitstag besonders im Fokus, einer vermehrten ZEA-Disposition ausgesetzt sind. Die frühembrionalen Verluste sind dann besonders hoch und die Würfe entsprechend kleiner.

Wird über die gesamte Trächtigkeit Futter mit geringen oder mittelgradigen Konzentrationen von ZEA aufgenommen, äußert sich das in erster Linie in kleineren Würfen und größeren Schwankungen der Geburtsgewichte innerhalb eines Wurfes. In sehr schlimmen Fällen kann es zum Tod des gesamten Wurfes führen.
Hinweise bestehen in der Literatur auch auf einen Zusammenhang zwischen ZEA-Disposition und der Anzahl an Spreizern und Grätschern beim Ferkel.


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Aktuelles Interview: Labordiagnostik nach antibiotischer Mastitisbehandlung – sinnvoll oder überflüssig?

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Wenn eine antibiotische Behandlung bei akuter Mastitis nicht den gewünschten Erfolg zeigt, stellt sich vielen Tierhalterinnen und Tierhaltern die Frage: Macht eine labordiagnostische Untersuchung jetzt überhaupt noch Sinn? In diesem Interview erläutert Kristina Kadlec, warum Labordiagnostik auch nach bereits erfolgter Therapie wichtig sein kann, welche Rolle mikrobiologische und klinische Heilung spielen und wann kulturelle Untersuchungen oder PCR-Tests wirklich weiterhelfen. Ein Gespräch über sinnvolle Diagnostik, häufige Irrtümer und die Bedeutung einer sauberen Probennahme.

Liebe Frau Kadlec, gesetzt den Fall eine Kuh mit akuter Mastitis wurde antibiotisch behandelt, aber die Behandlung schlägt anscheinend nicht an. Können dann von dieser Kuh stammende Viertelgemelksproben zwecks Erregernachweis untersucht werden?

Klar, Viertelgemelksproben kann man bei einer laktierenden Kuh tagtäglich gewinnen und diese gewonnenen Proben dann untersuchen. Die Frage ist eher, ob es im jeweiligen Fall sinnvoll oder sogar notwendig ist.

Wenn die bisher gewählte Therapie nicht anschlägt, möchte man in vielen Fällen gerne wissen, woran es liegt. Wenn ich über eine Fortsetzung der Behandlung in anderer Form nachdenke, brauche ich weitere sachdienliche Informationen: Also ganz klar, in einer solchen Situation kann Labordiagnostik sinnvoll sein.

Die Kuh ist aber doch bereits antibiotisch behandelt und die Wartezeit auf Milch läuft noch. Sollte ich mit der Probenuntersuchung nicht warten, bis diese Wartezeit abgelaufen ist?

Ein klares Nein! Wenn der eingesetzte Wirkstoff nicht wirkt, ist der Mastitiserreger doch offensichtlich nicht oder nur wenig beeindruckt. Folglich darf ich erwarten, ihn in der aus dem behandelten Euter stammenden Milch zu finden.

Die Wartezeit auf Milch hat nur etwas damit zu tun, wie lange das Antibiotikum in der Milch in lebensmittelhygienisch betrachtet unerwünscht hoher Konzentration vorhanden ist. Antibiotika sollen weder in der Molkerei zu Problemen bei der Milchverarbeitung führen noch zum Verbraucher gelangen. Aber ein im betreffenden Fall therapeutisch nicht hilfreiches Antibiotikum in der Milch steht einer im Labor erfolgenden Suche nach Erregern nicht im Wege.

Bei den Erregern kann es sich um Keime handeln, die durch Antibiotika gar nicht abzutöten sind. Dabei denke ich an Hefen, an die zu den Algen gezählten Prototheken oder auch an Schimmelpilze. Es können auch bakterielle Erreger vorliegen, die gegen das eingesetzte Antibiotikum resistent sind. Escherichia coli zum Beispiel ist gegen Penicillin intrinsisch resistent, Penicillin-Resistenz ist für E. coli also eine Spezies-spezifische Eigenschaft. Es können aber auch Erreger vorliegen, die eine Resistenz erworben haben. Solche durch Generwerb oder durch Mutation erworbenen Resistenzen meint man in der Regel, wenn man von einem resistenten Erreger spricht. In einem solchen Fall sind andere Erreger derselben Spezies sensibel gegenüber dem Antibiotikum.

Ist wegen des bisher nicht erkennbaren Heilungserfolgs auf jeden Fall schon klar, dass das bisher eingesetzte Antibiotikum falsch gewählt war?

Nicht in jedem Fall war das Antibiotikum wirkungslos: Möglicherweise hat sich bisher keine klinische Heilung eingestellt, obwohl eine mikrobiologische Heilung bereits eingetreten ist.

Was ist der Unterschied zwischen mikrobiologischer und klinischer Heilung?

Ich meine mit mikrobiologischer Heilung, dass die für die Infektionserkrankung ursächlichen Erreger abgetötet wurden. Unter klinischer Heilung verstehe ich das Verschwinden der Krankheitserscheinungen. Bei einer Mastitis also zum Beispiel das Verschwinden der Schwellung des Euterviertels und dass die aus dem Euterviertel zu ermelkende Flüssigkeit wieder normalen Milchcharakter hat: also keine Flocken enthält, nicht ganz wässrig ist und ihr Zellgehalt wieder niedrig ist. Mit der mikrobiologischen Heilung will man der klinischen Heilung den Weg ebnen. Auf eine mikrobiologische Heilung folgt aber nicht immer ganz schnell eine klinische Heilung. Unter Umständen bleibt eine vollständige klinische Heilung sogar aus und der Zellgehalt der Milch bleibt anhaltend erhöht.

Ist jeder Mastitisfall durch eine Untersuchung von Viertelgemelksproben auf deren Zellgehalte und auf Mastitiserreger aufzuklären?


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Mobile Hühnerställe auf dem Vormarsch – Seminar zur artgerechten Fütterung unterstützt Neueinsteiger

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Von Patricia Lößner, Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA MV)

Die Haltung von Legehennen in Mobilställen ist längst mehr als nur ein Nischentrend: In den letzten Jahren erfreut sich dieses Haltungskonzept wachsender Beliebtheit. Die steigende Zahl mobiler Stallsysteme zeigt deutlich, dass sie sowohl den Erwartungen vieler Verbraucher an eine tiergerechte Haltung entsprechen als auch landwirtschaftlichen Betrieben neue Perspektiven in der Direktvermarktung eröffnen.
Wer als Landwirt neu in dieses System einsteigen möchte, sollte sich jedoch im Vorfeld intensiv mit den Anforderungen an das Tierwohl befassen, besonders im Bereich der artgerechten Fütterung, die eine zentrale Rolle spielt.
Um hier praxisnahe Unterstützung zu bieten, lud die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA MV) am 18. März 2025 zu einem Fachseminar mit dem Schwerpunkt „Artgerechte Fütterung“ ein. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts Netzwerk Fokus Tierwohl statt und wurde durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

Zu Beginn präsentierte Patricia Lößner (LFA MV) Ergebnisse einer Umfrage, die das Institut für Tierproduktion der LFA MV im Jahr 2024 durchgeführt hat. Dabei beantworteten 15 Betriebe mit Mobilstallhaltung verschiedene Fragestellungen rund um dieses Haltungsverfahren. Zur Thematik Fütterung und Wasserversorgung zeigte sich, dass die meisten Betriebe eine Fütterungstechnik mit automatischer Fütterung einsetzen. Nur drei Betriebe gaben an, dass die Fütterung noch manuell durchgeführt wird. Es zeigt sich, dass die Futtermittel fast ausschließlich über Futtermittelfirmen bezogen werden. Ein Teil der landwirtschaftlichen Betriebe könnte sich perspektivisch jedoch vorstellen, betriebseigene Futtermittel in den Rationen einzusetzen oder Futterrationen selber zu mischen. Dabei teilten 33 % der befragten Betriebe mit, in Zukunft einheimische Eiweißfuttermittel wie Erbsen oder Ackerbohnen einzusetzen. Auch die Erforschung und Verwendung neuer Proteinquellen wie Hanfsamen oder Insekten könnten neue Möglichkeiten bieten. Zu beachten ist, dass nicht nur die Futtermittel, sondern auch das Wasser eine sehr gute Qualität haben sollte, da es sonst zu Leistungsminderungen und Krankheiten kommen kann. Je nach betrieblichen Gegebenheiten und Mobilstalltyp erfolgte die Wasserversorgung über einen integrierten Tank im Mobilstall oder über einen externen Anschluss. Das Wasser hierfür stammte bei 73 % der befragten Betriebe aus dem kommunalen Leitungsnetz und bei 27 % aus einer eigenen Brunnenanlage. Die Frequenz, mit der die Tränksysteme gereinigt werden, zeigte von einmal täglich bis einmal jährlich eine weite Bandbreite.

Welche Nährstoffe benötigt das Huhn im Freiland?
Mit der Frage: „Was nimmt das Huhn durch den Schnabel auf, wenn ich es im Freiland halte?“, begrüßte Carsten Pohl von der Bio Eichenmühle GmbH & Co. KG die Zuhörer. Ausgehend von den bloßen Futtermitteln bleibt ein großer Teil unbeachtet. Das Huhn macht bis zu 15.000 Pickschläge pro Tag und nimmt so im Auslauf auch Würmer, Gras, Steine, Parasiten, Boden und/oder Beschäftigungsmaterial auf.


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Geflügelpest: Tauben tragen nicht zur Ausbreitung der Seuche bei

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Aufgrund der aktuellen Berichterstattung zum Thema Geflügelpest bei Tauben weist das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) darauf hin, dass nach derzeitigem wissenschaftlichen Erkenntnisstand des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) Tauben bei der Weiterverbreitung des Geflügelpest-Virus (H5N1) nicht relevant sind.

Nach wissenschaftlicher Einschätzung der Experten des FLI, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, gibt es keine Hinweise darauf, dass Tauben zur Aufrechterhaltung oder Ausbreitung des Infektionsgeschehens beitragen. Obwohl auch Tauben grundsätzlich für das Virus empfänglich sind, treten Infektionen nur in sehr seltenen Einzelfällen auf. Zudem weisen selbst die Ausscheidungen infizierter Tauben nur sehr geringe Mengen des Erregers auf, was eine Weiterverbreitung und Übertragung des Virus sehr unwahrscheinlich macht. Tauben gelten daher epidemiologisch als sogenannte „Sackgassenwirte“, da die niedrige Viruslast und die fehlende effiziente Ausscheidung eine Weiterverbreitung des Virus verhindern.

Das BMLEH wird das Ausbruchsgeschehen in Deutschland weiterhin sehr genau beobachten und steht hierzu in engem Austausch mit den für Tierseuchenbekämpfung zuständigen Bundesländern, um die Ausbreitung der Geflügelpest einzudämmen und die Tiergesundheit in Deutschland zu sichern. Das FLI leistet dabei zentrale wissenschaftliche Unterstützung – beispielweise untersucht und bestätigt es die Laborproben der Länder und berät diese mit seiner fachlichen Expertise.

Quelle: BMLEH

Vorfahrt für mehr Biosicherheit im QS-System

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• Ab Januar 2026: Betriebsindividuelle Risikobewertung durch Tierhalter
• Tierhalter können digitale Risikoampeln oder behördlich anerkannte Biosicherheitskonzepte nutzen
• Online-Tool steht kostenfrei zur Verfügung

Ab dem 1. Januar 2026 müssen QS-Rinder- und Schweinhalter eine individuelle Risikobewertung der Biosicherheit ihres Betriebs vornehmen. Das QS-System folgt damit den Empfehlungen einer Ad-hoc Arbeitsgruppe zu Biosicherheit und Seuchenprävention, die auf die steigende Gefahr eines Tierseuchenausbruchs im eigenen Betrieb reagiert. Tierhalter können dafür eine digitale Risikoampel nutzen, mit der die Biosicherheit systematisch und betriebsindividuell bewertet wird. Dieses Angebot der Universität Vechta ist kostenfrei.

„Die Risikoampeln machen individuelle Schwachstellen sichtbar, liefern praxisnahe Empfehlungen und stärken die Eigenverantwortung im Betrieb“, erklärt Dr. Barbara Grabkowsky, Leiterin des Verbunds Transformationsforschung agrar Niedersachsen an der Universität Vechta. Mit dieser neuen Anforderung im revidierten Leitfaden möchte QS alle Tierhalter noch stärker für das Thema Biosicherheit sensibilisieren. Denn es geht nicht nur um Seuchenschutz, sondern grundsätzlich darum, den Eintrag von Krankheitserregern in den Betrieb oder von Betrieb zu Betrieb zu verhindern. Dies trifft große und kleine Viehbestände gleichermaßen.

Grabkowsky appelliert vor diesem Hintergrund an die Betrachtung und Anpassung der eigenen Betriebsabläufe: „Tägliches gelebtes Risiko- Bewusstsein in allen Arbeitsschritten ist zentral für einen wirksamen Biosicherheitsstandard. Die Ampeln sind dabei ein Hilfsmittel zur betriebsindividuellen Risikoeinschätzung und Risikominimierung in Friedenszeiten – sie ersetzen die eigene Überwachung nicht.“

Im Online-Tool beantworten die Landwirte anonym Multiple-Choice-Fragen zu Lage, Struktur, Management, Betriebsabläufen und Hygienemanagement. Basierend auf der Expertise eines bundesweiten Expertenpanels bewertet das System automatisch, wie stark jeder Aspekt das Risiko eines Eintrags von Krankheitserregern verringert oder erhöht. Das Ergebnis wird in Ampelfarben visualisiert, zeigt die Risikoklasse an und gibt Hinweise zur Optimierung. Seit 2025 stehen nicht nur die AI-Risikoampel für Geflügelhaltung und die ASP-Risikoampel für Schweinehaltung, sondern auch eine Rinder-Risikoampel zur Verfügung.

Die QS-Betriebe haben eine Vorbereitungszeit von sechs Monaten. Ab dem 1. Juli 2026 muss der Tierhalter die Nutzung der Biosicherheitsampel im Audit nachweisen. Wer bereits im Jahr 2025 die Biosicherheit seines Betriebs über eine Risikoampel oder ein behördliches Biosicherheitskonzept bewertet hat, kann diesen Nachweis heranziehen, eine Wiederholung bis Mitte 2026 ist dann nicht notwendig.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

Tiergesundheit: Mikroplastik stört Darmmikrobiom und Fermentation bei Nutztieren

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Studie der Universitäten Hohenheim, Helsinki, Zürich und der TU München deckt neue Risiken für die Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit auf.

Mikroplastik beeinträchtigt die Fermentation im Pansen von Rindern und beeinflusst das Darmmikrobiom. Das zeigt eine neue gemeinsame Studie der Universitäten Helsinki, Zürich, Hohenheim und der TU München. Die Forschenden inkubierten Flüssigkeit aus dem Pansen – der ersten Magenkammer von Rindern – mit verschiedenen gängigen Mikroplastikarten und stellten fest: Alle getesteten Kunststoffe veränderten die mikrobielle Aktivität, reduzierten die Gasproduktion und wurden teilweise abgebaut.

„Wir müssen besser verstehen, wie sich Mikroplastik auf die Tiergesundheit und die Lebensmittelsicherheit auswirkt, insbesondere da die weltweite Kunststoffproduktion weiter steigt“, erklärt Studienleiter Daniel Brugger, Associate Professor in Companion and Monogastric Production Animal Nutrition der Universität Helsinki, das Ziel der Forschung.

„Unsere Studie zeigt, dass Mikroplastik nicht einfach durch den Pansen von Rindern hindurchgeht“, so Jana Seifert, Professorin für Funktionelle Mikrobiologie bei Nutztieren an der Universität Hohenheim. Vielmehr wirke der Verdauungstrakt als „Bioreaktor“, der Plastik fragmentiert und damit potenziell neue Risiken schafft. Ein gestresstes Mikrobiom könne die Tiergesundheit beeinträchtigen. Kleinere Kunststofffragmente könnten zudem leichter ins Gewebe gelangen und damit auch in die Lebensmittelkette.

Die Forschenden unterstreichen die Bedeutung eines besseren Plastikmanagements in der Landwirtschaft, etwa bei Folien, Verpackungsmaterialien und Klärschlamm auf Feldern. „Plastikverschmutzung hat direkte biologische Folgen für Nutztiere und möglicherweise auch für den Menschen über die Nahrungskette“, betont Cordt Zollfrank, Professor für Biogene Polymere an der Technischen Universität München.

Die Studie liefert auch eine Grundlage für künftige Risikobewertungen und Überwachungen. Dies muss bei der Festlegung von Kontaminationswerten und bei der Entwicklung von Methoden zum Nachweis von Kunststoffen in Futtermitteln, Gülle und tierischen Produkten berücksichtigt werden.

Publikation:
J. Eichinger, J. Seifert, J.S. Sáenz , N. Amin, S. Lorenz , F. Eckel, C. Zollfrank, W. Windisch, D. Brugger: The interaction of microplastics with the ruminal ecosystem in vitro, Journal of Hazardous Materials, 500 (2025) 140481 https://doi.org/10.1016/j.jhazmat.2025.140481

Quelle: Universität Hohenheim

Gesunder Darm – intakter Ringelschwanz: Orale Ileitis-Impfung hilft, Schlachthof-Boni zu sichern

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Ein weiterer, bedeutender Schlachthof stellt seine Bezahlung ab Ende 2025 stärker auf Tierwohl um. Für Schweine ohne Befunde in Lunge, Organen oder Schwanz gibt es künftig Boni, bei Verletzungen drohen Abzüge. Zudem wird ab Februar 2026 die 10-Euro-Ringelschwanzprämie auch für Tiere mit intaktem Schwanz aus Haltungsstufe 2 gezahlt.

Ein wichtiger Schlüssel, um diese Prämien zu erreichen, ist die orale Impfung gegen Ileitis. Denn eine unerkannte Ileitis-Infektion kann das Darmmikrobiom stören, Unwohlsein verursachen und obsessives Schwanzbeißen (Caudophagie) auslösen. Die Folge: Schwanzläsionen, Tierwohlprobleme und wirtschaftliche Verluste.

Die orale Ileitis-Impfung schützt den Darm lokal am Ort des Infektionsgeschehens, stabilisiert das Mikrobiom und senkt nachweislich das Risiko für Schwanzbeißen 1). Zusätzlich fördert die orale Ileitis-Impfung im Vergleich zur Injektion höhere Magerfleischanteile durch schwerere Schinken 2). Das zahlt sich mit den neuen Schlachthof-Vorgaben in Bezug auf einen höheren Muskelfleischanteil (MFA) doppelt aus.

Fazit: Ein gesunder Darm sorgt für ruhige Tiere, bessere Schlachtkörper und mehr Erlös. Die orale Ileitis-Impfung ist damit ein einfaches, wirksames Werkzeug für mehr Tierwohl und Wirtschaftlichkeit.

Weitere Informationen bei Dr. Ricarda Deitmer, Tel.: 06132 – 77 900 23 oder auf www.ileitis.de.

1) Schynoll, J. et al. (2023);
2) Deitmer, R. et al (2024)

Quelle: Boehringer Ingelheim

Ernährungsreport 2025: Menschen achten wieder mehr auf den Preis – Erstmals Zehn-Jahres-Trends und Entwicklungen darstellbar

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Bundesminister Alois Rainer hat heute den Ernährungsreport 2025 „Deutschland, wie es isst“ vorgestellt. Die Befragung im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) zeigt, was den Menschen in Deutschland beim Essen wichtig ist, worauf sie beim Einkauf von Lebensmitteln achten und was auf den Tellern landet. Der Report wurde zum zehnten Mal erstellt. Eine gute Gelegenheit, auch nach Entwicklungen und Trends zu schauen.

So hat sich beispielsweise das Preisbewusstsein verändert: 2015 achteten 58 Prozent der Befragten darauf, dass Lebensmittel preiswert sind. Dieser Wert sank kontinuierlich und lag 2020 bei 46 Prozent. Seitdem steigt er wieder und liegt heute mit 59 Prozent noch etwas höher als vor zehn Jahren. Regionale Produkte sind nach wie vor gefragt: 77 Prozent aller Befragten achten beim Einkauf darauf, dass Lebensmittel aus ihrer Region kommen.

Dazu sagt Bundesminister Alois Rainer: „Mir ist wichtig, dass Lebensmittel für alle Bevölkerungsgruppen erschwinglich bleiben. Wir dürfen also nicht noch mit zusätzlichen staatlichen Aufschlägen das Angebot künstlich verteuern. In der großen Wertschätzung für regionale Produkte steckt eine echte Chance für die Betriebe in unserem so vielfältigen Land mit seiner ebenso vielfältigen Land- und Ernährungswirtschaft.“

Essen muss schmecken – seit zehn Jahren ist das für die Bürgerinnen und Bürger der wichtigste Aspekt, wie auch der Ernährungsreport 2025 feststellt. Nahezu alle Befragten (98 Prozent) gaben an, dass der Geschmack beim Essen sehr wichtig oder wichtig ist.

Bundesminister Rainer: „Und weil Geschmack bekanntlich Geschmackssache ist, machen wir als Bundesregierung keine Vorgaben, was auf den Tisch kommt. Essen ist individuell, Teil unserer Identität und ein Stück Heimat. Entscheidend ist, dass alle Bürgerinnen und Bürger Zugang zu einer regional verankerten, ausgewogenen Ernährung haben. Ernährungsbildung und verständliche Kennzeichnung helfen dabei ebenso wie ein gutes Angebot in Kita, Schule und Co. Dafür setze ich mich ein.“

Veränderungen gab es bei den Prozentzahlen jener Befragten, die Wert darauf legen, dass ihr Essen weniger Zucker, Fette oder Salz enthält. So achten beim Kauf von verarbeiteten Lebensmitteln oder Fertigprodukten 64 Prozent immer oder meistens darauf, wie viel Zucker das Produkt enthält. 2019 waren es noch 58 Prozent. Auch der bewusste Kauf von salz- bzw. fettreduzierten Produkten ist von 2020 bis 2025 gestiegen: Bei Salz von 17 auf 21 Prozent, bei Fetten von 48 auf 54 Prozent. Das unterstreicht die Bedeutung der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten (NRI). Danach hat sich die Wirtschaft verpflichtet, bis 2025 Kalorien, Zucker, Fette und Salz in ihren Produkten zu reduzieren.

Der Ernährungsreport „Deutschland, wie es isst“ wird seit 2015 vom BMLEH herausgegeben. Für die repräsentative Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa circa 1.000 Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt.

Der BMLEH-Ernährungsreport 2025 „Deutschland, wie es isst“ ist hier zu finden.

Quelle: BMLEH

Modifikation des Mikrobioms mit Postbiotika: Eine Alternative zur Reduzierung von ETEC-Infektionen?

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Enterotoxigene F4-Escherichia coli (F4-ETEC) stellen aufgrund des durch sie verringerten Wachstums, der erhöhten Mortalität und Morbidität sowie der erhöhten Behandlungskosten eine wirtschaftliche Bedrohung für die Schweineindustrie dar. Prävention und Behandlung von F4-ETEC basieren häufig auf Antibiotikagaben. Aufgrund der Gefahr einer antimikrobiellen Resistenz wird der Einsatz antimikrobieller Mittel jedoch minimiert, weshalb alternative Kontrollmethoden erforderlich sind.

Postbiotika sind die Fermentationsprodukte probiotischer Stämme. Sie bieten möglicherweise eine alternative Strategie zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes nach dem Absetzen. Die Mischung aus Zuckern, Proteinen und Aminosäuren in Fermentationsprodukten wird auf ihre positiven Auswirkungen auf die Mikrobiota des Magen-Darm-Trakts und die Gesundheit des Wirtes untersucht, um vor Krankheitserregern und den damit verbundenen Erkrankungen zu schützen. Laktobazillen und die Hefeart Saccharomyces cerevisiae sind zwei erforschte Probiotika. Studien beschreiben eine Linderung der klinischen Symptome einer F4-ETEC-Infektion bei Schweinen.

In dieser Studie* wurden die Auswirkungen von Fermentationsprodukten von Lactobacillus acidophilus (LFP) und Saccharomyces cerevisiae (SFP) auf Schweine untersucht, die mit einem F4-ETEC-Stamm infiziert wurden. Achtzig Schweine wurden anhand eines F4-ETEC-Empfindlichkeitstests im Vorfeld ausgewählt. Die Tiere wurden in 5 Behandlungen mit jeweils 4 Wiederholungen aufgeteilt. Die Schweine wurden 5 verschiedenen Diäten zugeteilt: einer Kontrolldiät (CON); CON-Diät mit 3.000 ppm Zinkoxid (ZnO); CON-Diät mit 2.000 ppm LFP (LFP); CON-Diät mit 2.000 ppm SFP (SFP); CON-Diät mit sowohl 2.000 ppm LFP als auch 2.000 ppm SFP (LAS). Die Schweine wurden zweimal mit F4-ETEC behandelt, am Tag 0 und am Tag 1 des Experiments.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

1. Keine signifikanten Unterschiede in der Kotkonsistenz und F4-ETEC-Konzentration: Es wurden keine signifikanten Unterschiede in der Kotkonsistenz oder der Konzentration von F4-ETEC im Kot von Schweinen festgestellt, die mit Lactobacillus acidophilus Fermentationsprodukten (LFP) und/oder Saccharomyces cerevisiae Fermentationsprodukten (SFP) behandelt wurden.

2. Erhöhte bakterielle Diversität und Häufigkeit von Lactobacillaceae: Die Diversität und die Häufigkeit von Lactobacillaceae im fäkalen Mikrobiom der Schweine, die mit LFP und/oder SFP behandelt wurden, waren erhöht. Dies wurde mit einem verbesserten Wachstum und einem besseren Gesundheitszustand in Verbindung gebracht.

3. Erhöhtes Endgewicht: Schweine, die mit der Kombination aus LFP und SFP (LAS-Gruppe) gefüttert wurden, zeigten ein signifikant höheres Endgewicht (17,9 kg) im Vergleich zu den Kontroll- und ZnO-Gruppen (16,1 bzw. 16,2 kg).

4. Keine vollständige Entfernung von ETEC erforderlich: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Bewältigung von ETEC-bedingten Leistungseinbußen möglicherweise keine vollständige Entfernung von ETEC aus dem Produktionssystem erfordert. Die Modifikation des Mikrobioms durch die Kombination von LFP und SFP könnte eine alternative Strategie zur Reduzierung der Auswirkungen von ETEC-Infektionen sein.

Zusammenfassend zeigt die Studie, dass die Kombination von LFP und SFP das fäkale Mikrobiom positiv beeinflusst und die Wachstumsleistung von F4-ETEC-infizierten Schweinen verbessert, ohne dass eine vollständige Entfernung des Erregers notwendig ist.

Studie*: Cherrington et al. (2025): Lactobacillus and Saccharomyces fermentation products impact performance and the fecal microbiome in weanling pigs inoculated with enterotoxigenic Escherichia coli. Journal of Animal Science, Volume 103,2025. Link

Salmonellen: Thymolbasierter Futterzusatz als Antibiotikaalternative?

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Eine aktuelle Studie an insgesamt 500 Eintagsküken (Ross 708) zeigt, dass eine thymolbasierte mikroverkapselte Futterzusatzmischung von Pflanzenstoffen (Blend 1000) bei Hühnern die durch Salmonella Enteritidis verursachte Entzündung effektiv reduziert. Im Vergleich zu Antibiotika und einer niedrigeren Dosis der Mischung (Blend 500) führte die höhere Dosis zu einer signifikanten Verbesserung des Wachstums und einer vollständigen Eliminierung der Salmonellen aus dem Darm.

Die Wirkung beruht auf der Modulation von Entzündungssignalen durch reduzierte Proteinphosphorylierung. Diese Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von Pflanzenstoffen als natürliche Alternative zu Antibiotika in der Tierhaltung, um die Gesundheit und Leistung von Geflügel zu fördern.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

Reduktion von Entzündungen
Die höhere Dosis der Mischung (Blend 1000) reduzierte die durch Salmonella Enteritidis verursachte Entzündung signifikant, indem sie die Proteinphosphorylierung und damit die Entzündungsreaktion im Darm modulierte.

Verbesserte Wachstumsleistung
Hühner, die mit Blend 1000 gefüttert wurden, zeigten eine deutliche Steigerung des Körpergewichts (+153 g im Vergleich zur Kontrollgruppe).

Effektive Eliminierung von Salmonellen
Die Mischung führte zu einer vollständigen Eliminierung der Salmonellen aus dem Darm und der Leber, während Antibiotika wie Tylosin und Neomycin dies nicht durchgängig erreichten.

Dosisabhängige Wirkung
Die höhere Dosis (Blend 1000) zeigte deutlich bessere Ergebnisse als die niedrigere Dosis (Blend 500), was die Bedeutung der richtigen Dosierung unterstreicht.

Natürliche Alternative zu Antibiotika
Thymolbasierte Pflanzenstoffe bieten eine vielversprechende, natürliche Alternative zu Antibiotika, um die Gesundheit und Leistung von Geflügel zu fördern und gleichzeitig die Entzündungsbelastung zu reduzieren.

Studie*: Casey N. Johnson et al. (2025): A thymol-based blend of botanicals reduces Salmonella induced inflammation by altering key inflammatory signaling intermediates differentially depending on dose and in a manner distinct from in-feed antibiotics. Poultry Science Volume 104, Issue 11. Link

Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 5-2025

Fibrinöse Pleuropneumonie bei Milchkühen: Neue Erkenntnisse zu Ausbrüchen durch Mannheimia haemolytica in intensiv bewirtschafteten Betrieben

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Von Dr. Heike Engels

In einer aktuellen Studie* untersuchten niederländische Forscher Ausbrüchen fibrinöser Pleuropneumonie (FPP) durch Mannheimia haemolytica bei Milchkühen. Atemwegserkrankungen sind eine der Hauptursachen für Mortalität, Morbidität und Produktionsverluste bei Rindern weltweit. Mannheimia haemolytica ist ein bedeutender Erreger von Atemwegserkrankungen, insbesondere bei erwachsenen Milchkühen. In den letzten Jahren wurden vermehrt Ausbrüche von tödlicher FPP durch M. haemolytica in den Niederlanden und anderen Ländern gemeldet.

Die Studie ergab, dass die betroffenen Kühe vor der Erkrankung gesund, durchschnittlich leistungsfähig und in gutem Zustand waren. Die meisten Ausbrüche traten in größeren, intensiv bewirtschafteten Betrieben auf (überdurchschnittliche Milchproduktion pro Hektar).

Risikofaktoren für Ausbrüche waren Stressfaktoren, unzureichende Biosicherheitsmaßnahmen und Stallbedingungen wie Überbelegung (z. B. zu wenige Fress- und Liegeplätze), Einführung neuer Tiere in die Herde, insbesondere aus anderen Betrieben oder Ländern, was sowohl Stress als auch die Einführung neuer Krankheitserreger begünstigen kann. Auch Wetterbedingungen wie hohe Luftfeuchtigkeit und kalte Jahreszeiten, die zu Stress und einer Schwächung des Immunsystems führen können, spielen eine Rolle, denn die meisten Ausbrüche ereigneten sich im Winter oder nach einer Woche mit erhöhter Luftfeuchtigkeit.

Betroffene Tiere zeigten keine Anzeichen von anderen Krankheiten vor der FPP-Diagnose. Die Mehrheit der erkrankten Tiere hatte eine normale Körperkondition, was darauf hindeutet, dass sie vor der Erkrankung gesund und unauffällig waren. Die meisten befanden sich in der mittleren bis späten Laktation oder waren Trockensteher. Keine der betroffenen Kühe befand sich in den ersten 30 Tagen nach der Kalbung. Kühe in der zweiten und dritten Laktation waren häufiger betroffen, während Tiere in der vierten oder höheren Laktation unterrepräsentiert waren. Auch hatten die betroffenen Kühe ein durchschnittliches Leistungsniveau im Vergleich zu ihrer Herde.

Die Sterblichkeitsrate der ersten Fälle war hoch (82 %), was auf eine verspätete Diagnose und Behandlung zurückzuführen ist. Die Studie deutet darauf hin, dass M. haemolytica möglicherweise als primärer Erreger agiert und nicht unbedingt eine andere primäre Virusinfektion benötigt, um FPP auszulösen. Es wird vermutet, dass bestimmte virulente Stämme von M. haemolytica für die Ausbrüche verantwortlich sein könnten. Besondere Bedeutung kommt einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung zu, um die Sterblichkeitsrate zu senken.

Fazit: FPP durch M. haemolytica ist eine multifaktorielle Erkrankung, die gesunde Milchkühe plötzlich und schwerwiegend betrifft. Die Ergebnisse deuten auf eine primäre Infektionskrankheit hin, die durch spezifische Risikofaktoren und möglicherweise virulente Bakterienstämme ausgelöst wird. Die Studie betont die Notwendigkeit einer erhöhten Sensibilisierung und schnellen Diagnose, um die Auswirkungen von FPP-Ausbrüchen zu minimieren.

*Studie:
Het Lam, J. et al. (2025): Characterization of Mannheimia haemolytica pleuropneumonia outbreaks in Dutch dairy cattle. Journal of Dairy Science. Volume 108.

Link

Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 5-2025

Gesucht: Innovative und zukunftsfähige Stallbauprojekte

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Jetzt bewerben für den BMLEH-Bundeswettbewerb „Landwirtschaftliches Bauen 2026“

Landwirtinnen und Landwirte, die innovative Konzepte für mehr Tierwohl in ihren Ställen umsetzen, können sich ab sofort den Bundeswettbewerb „Landwirtschaftliches Bauen“ des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) bewerben. Unter dem Motto „Umbau mit Zukunft – mehr Tierwohl im Stall“ zeichnet das BMLEH kreative und zukunftsfähige Stallbauprojekte aus. Insgesamt stehen dafür 30.000 Euro Preisgeld zur Verfügung.

Im Fokus stehen innovative Ställe, die die ursprünglichen Haltungsbedingungen verbessern, zum Beispiel durch mehr Platz, zusätzliches Beschäftigungsmaterial, bessere Belüftung, mehr Außenklima oder Weidezugang. Praxisbewährte und neuartige Konzepte sollen anderen Landwirtinnen und Landwirten als Vorbild dienen, die ebenfalls auf mehr Tierwohl setzen möchten.

Teilnahmeberechtigt sind Landwirtinnen und Landwirte, die Rinder, Schweine, Geflügel, Schafe oder Ziegen als Nutztiere halten. Bewerbungsschluss ist der 27. Februar 2026.

Die Preisträgerinnen und Preisträger werden im Dezember 2026 bei einer festlichen Veranstaltung in Berlin vom BMLEH ausgezeichnet.

Alle Informationen zur Teilnahme und die Bewerbungsunterlagen finden Sie auf Webseite des Bundeswettbewerbs.

Quelle: BMLEH

BfR: Gemeinsam gegen die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen

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Humanmedizin, Tiermedizin und der Umweltsektor müssen bei der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen an einem Strang ziehen – diese Erkenntnis ist nicht neu. Aber wie häufig werden welche Antibiotika überhaupt wo eingesetzt? Und welche Erreger tragen welche Resistenzen in sich? Solch grundlegende Daten müssen sektorübergreifend erfasst und miteinander verknüpft werden, um die Ausbreitung von Resistenzen wirkungsvoll zu stoppen. Genau das ist das Ziel der OHIS-Gruppe, an der auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beteiligt ist. „Die Untersuchung von Erregern entlang der Lebensmittelkette und die Bereitstellung von Resistenzdaten gehört seit Langem zu unseren Kernaufgaben“, sagt BfR-Präsident Professor Andreas Hensel. „Umso wichtiger ist es nun, unsere Daten gemeinsam mit denen aus der Humanmedizin und dem Umweltbereich zu analysieren und zu bewerten. Nur in dieser gemeinsamen Perspektive lässt sich die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen wirksam begrenzen.“ Im Rahmen der weltweiten Aktionswoche zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen (WAAW: World Antimicrobial Resistence Awareness Week) trifft sich die OHIS-Gruppe am kommenden Donnerstag, 20. November, zu einer eintägigen Fachveranstaltung, um die bestehenden Aktivitäten darzustellen und die weitere Zusammenarbeit zu stärken.

OHIS steht für One Health Integrated Surveillance, also die Überwachung von Antibiotikaresistenzen im Sinne einer ganzheitlichen, interdisziplinären One Health Strategie. Neben dem BfR sind das Robert Koch-Institut (RKI), das Friedrich Loeffler-Institut (FLI), das Umweltbundesamt (UBA) sowie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) an dem Netzwerk beteiligt.

Die Gruppe wurde im Jahr 2023 im Zuge der Deutschen Antibiotika Resistenzstrategie (DART 2030) der Bundesregierung gebildet. Die DART 2030 skizziert in sechs Handlungsfeldern, wie die Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen auf nationaler Ebene und in der internationalen Zusammenarbeit gestoppt werden soll. Neben Prävention, sachgerechtem Einsatz der Antibiotika oder Forschung und Entwicklung gehört „Surveillance und Monitoring“ zu den zentralen Handlungsfeldern. Die angestrebte interdisziplinäre Überwachung soll es u.a. ermöglichen, Verläufe und Trends im Zusammenhang mit Antibiotikaresistenzen zu erkennen, um frühzeitig gezielte Maßnahmen ergreifen und nachfolgend auch bewerten zu können. Als ein Ziel der DART 2030 soll durch die OHIS-Gruppe eine Webseite aufgebaut werden, auf der die Daten der einzelnen Sektoren miteinander verlinkt werden.

Das BfR ist in unterschiedlichen Zusammenhängen in die Bemühungen zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen eingebunden. So ist am Institut zum Beispiel das Nationale Referenzlabor (NRL) Antibiotikaresistenz angesiedelt. Dessen wichtigste Aufgabe ist die Erfassung von vergleichbaren Daten zur Antibiotikaresistenz bei Zoonoseerregern und anderen Erregern, die die öffentliche Gesundheit gefährden. Die Ergebnisse werden im jährlichen Zoonosebericht zusammengefasst und an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) weitergeleitet. Über das Internetportal ZooNotify werden diese und weitere Monitoring-Daten seit 2023 auch niederschwellig für Fachkreise und die interessierte Öffentlichkeit bereitgestellt.

Eine weitere wesentliche BfR-Aktivität ist die Erfassung und Bewertung von Antibiotika-Verbrauchsmengen bei Rindern, Schweinen, Hühnern und Puten sowie der Therapiehäufigkeiten in bestimmten Nutzungsarten. Die jährliche Auswertung der Daten bildet die Grundlage für die zuständigen Behörden, Maßnahmen zum Schutz von Verbrauchern zu ergreifen.

Das OHIS-Treffen, zu dem auch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), das Landwirtschaftsministerium (BMLEH) und das Umweltministerium (BMUKN) eingeladen sind, wird vom BVL ausgerichtet und unterstützt das Motto der diesjährigen WAAW „Act Now: Secure Our Present, Protect Our Future.“

Weitere Informationen rund um Antibiotika-Einsatz und Resistenzentwicklung
Antibiotika-Einsatz bei Nutztieren
Forschung zu Antibiotikaresistenz
Antibiotika-Verbrauchsmengen und Therapiehäufigkeit 2024

Quelle: BfR

Experten schlagen Alarm: Jedes dritte Kalb ist unterversorgt!

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Eine deutschlandweite Auswertung von Boehringer Ingelheim zeigt: Eins von drei Kälbern ist unzureichend mit Antikörpern aus dem Kolostrum versorgt. Das bedeutet: Jedes dritte Kalb startet mit einer ungenügenden Immunabwehr ins Leben und damit mit massiv erhöhtem Risiko für Durchfall- und Atemwegserkrankungen. Auch eine aktuelle Studie* aus Frankreich bestätigt dieses Ergebnis.

Die Untersuchung erfolgte im Rahmen eines kostenlosen Diagnostik-Checks in diesem Sommer, bei dem der Gesamteiweißgehalt im Blut als Indikator für ein gutes Kolostrummanagement genutzt wurde. Nur bei einem Blutwert von über 58 g/l Gesamteiweiß in den ersten Tagen nach der Geburt gilt ein Kalb als gut versorgt. 94% der Teilnehmer gaben an, Ihre Kälber routinemäßig nie zu testen, während die Messung der Kolostrumqualität bereits weit verbreitet sei.

Die Experten fordern ein regelmäßiges Monitoring der Kälbergesundheit und empfehlen:

• Kolostrummanagement jährlich überprüfen
• Zeitpunkt, Menge Qualität und Hygiene der Kolostrumgaben optimieren
• Kälber in den ersten drei Lebenstagen auf Gesamteiweiß testen
• Mutterschutzimpfung und Grippeimpfung nutzen.

Ein starker Hebel zur Verbesserung des Immunstatus des Kalbes liegt in der Mutterschutzimpfung von Boehringer Ingelheim. Sie wertet das Kolostrum gezielt mit maternalen Antikörpern gegen das Rota-, Coronavirus, und E.coli auf und fördert so die Kälbergesundheit. Denn: Gesunde Kälber von heute sind die leistungsfähigen Milchkühe von morgen.

https://www.vetmedica.de/Kolostrummanagement

*Studie: Bolon A., Intérêt d’une approche globale de la préparation au velage pour l´amélioration de la qualite colostrale dans le cadre de la mise en place d’une vaccination contre les diarrhées neonatales du veau avec le FENCOVIS. EBC (2025) Nantes, France.

Fit durch den Winter: So schützen Sie Ihre Kälber vor den Herausforderungen der kalten Jahreszeit

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In den kalten und feuchten Monaten stellt die Geburt neugeborene Kälber vor besondere Hürden. Der optimale Start ins Leben hängt entscheidend von einem durchdachten Management ab, das von der ersten Lebensminute an greift. Mit den folgenden Maßnahmen legen Sie den Grundstein für gesunde und widerstandsfähige Tiere.

1. Der perfekte Start: Wärme von Anfang an
Schon bei Temperaturen unter 10 °C müssen neugeborene Kälber wertvolle Energie aufwenden, um ihre Körpertemperatur zu halten, denn sie befinden sich außerhalb ihrer thermoneutralen Zone. Ein entscheidender erster Schritt ist daher das sofortige und gründliche Trockenreiben des Kalbes nach der Geburt. So wird verhindert, dass durch Verdunstungskälte Energie verloren geht, die dringend für die Aufnahme und Verwertung des lebenswichtigen Kolostrums benötigt wird.

Schaffen Sie ein schützendes Mikroklima:

• Tief und trocken: Eine dicke, trockene Stroheinstreu ist die beste Isolierung von unten und ermöglicht es dem Kalb, sich ein warmes Nest zu bauen.

• Zugluftfrei: Schützen Sie den Liegebereich konsequent vor kalter Zugluft.

• Zusätzlicher Schutz: Bei Temperaturen unter 5 °C oder für schwächere Tiere sind Kälberdecken ein effektives Mittel, um Wärmeverluste zu minimieren und die Energiebilanz zu schonen.

2. Gezielte Vorsorge: Das Immunsystem von innen stärken
Gerade im Winter, wenn der Keimdruck steigt, ist ein robuster Immunschutz unerlässlich, um gegen die typischen Erreger von Neugeborenendurchfall gewappnet zu sein. Der effektivste Weg, diesen Schutz zu gewährleisten, führt über das Kolostrum der Mutterkuh.

Voraussetzung für den Erfolg:
Eine schnelle und ausreichende Versorgung mit hygienisch einwandfreiem Kolostrum ist entscheidend. Durch die OneShot-Mutterschutzimpfung von Virbac lässt sich die Qualität des Kolostrums gezielt mit spezifischen Antikörpern anreichern. Innerhalb des flexiblen Impffensters (drei Monate bis drei Wochen vor der Abkalbung) bildet die Kuh einen hohen Titer an Antikörpern gegen Rota- und Coronaviren sowie E. coli. Diese reichern sich im Kolostrum an und werden mit der ersten Mahlzeit direkt an das Kalb weitergegeben.

Eine konsequente Impfstrategie im Bestand führt nachweislich zu milderen Krankheitsverläufen, senkt die Sterblichkeit und reduziert den Bedarf an Antibiotika-Behandlungen erheblich.

Tipp: Legen Sie eine Biestmilchbank an! Studien deuten darauf hin, dass die Kolostrumqualität im Winter schwanken kann. Ein Vorrat an eingefrorenem, hochwertigem Kolostrum (> 25 % BRIX) sichert die optimale Versorgung jedes neugeborenen Kalbes, selbst wenn das Muttertier keine ausreichende Menge oder Qualität liefert.

3. Den Motor am Laufen halten: Energiebedarf decken
Kälte zehrt an den Energiereserven. Der Erhaltungsbedarf eines Kalbes steigt bei winterlichen Temperaturen um bis zu 20 %. Passen Sie die Fütterung entsprechend an:

• Ideal: Die Ad-libitum-Tränke stellt sicher, dass jedes Kalb die Energiemenge aufnehmen kann, die es individuell benötigt.

• Alternative: Erhöhen Sie die Tränkemenge oder die Konzentration des Milchaustauschers um rund 20 %.

• Zusatztipp: Angewärmtes Tränkewasser (ca. 40 °C) entlastet den Energiehaushalt des Kalbes zusätzlich.

Vergessen Sie nicht die Festfutteraufnahme: Das Angebot von frischem Kälbermüsli oder Kälber-TMR ab dem 3. Lebenstag ist essentiell, um die Vormagenentwicklung frühzeitig zu stimulieren.

4. Hygiene als Grundpfeiler: Keimen keine Chance geben
Eine saubere Umgebung ist für die Kälbergesundheit essenziell. Tränkeeimer, Nuckel und Futterschalen müssen täglich sorgfältig gereinigt werden. Nach jeder Belegung ist die gründliche Reinigung und Desinfektion der Kälberiglus oder -boxen ein Muss.

Achtung: Beachten Sie den „Kältefehler“! Die Wirksamkeit einiger Desinfektionsmittel kann bei niedrigen Temperaturen eingeschränkt sein. Prüfen Sie die Herstellerangaben und wählen Sie ein geeignetes Produkt für den Wintereinsatz.

5. Der geschulte Blick: Krankheiten frühzeitig erkennen
Eine engmaschige und aufmerksame Tierkontrolle ist Ihr wichtigstes Frühwarnsystem. Achten Sie auf subtile Anzeichen wie ein verändertes Verhalten, beginnenden Durchfall oder erste Symptome von Atemwegserkrankungen. Je früher Sie ein Problem erkennen, desto schneller und erfolgreicher können Sie handeln. Bei ersten Anzeichen von Durchfall ist die Gabe einer Elektrolyttränke zwischen den Milchmahlzeiten eine wichtige Erste-Hilfe-Maßnahme. Ziehen Sie bei Bedarf frühzeitig Ihren Tierarzt zurate.

Quelle: Virbac Tierarzneimittel GmbH

Impfstoff gegen EHD bei Rindern jetzt verfügbar

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Ab sofort steht Tierärzten ein Vakzin zur aktiven Immunisierung von Rindern gegen die Epizootische Hämorrhagische Krankheit (EHD) zur Verfügung. Die Impfung verhindert zuverlässig die Virämie (Vorhandensein von Viren im Blut) und hat sich bereits in den Nachbarländern bei über 7,9 Millionen Rindern als sehr gut verträglich erwiesen. Die Anwendung erfolgt in zwei Dosen à 4 ml subkutan im Abstand von drei Wochen bei Rindern ab einem Alter von zwei Monaten. Die Immunität tritt 21 Tage nach Abschluss der Grundimmunisierung ein, Wartezeiten gibt es keine. Landwirten wird empfohlen, Ihren Tierarzt für mehr Informationen zur Impfung zu kontaktieren.

Hintergrund: Was ist EHD?
Die Epizootische Hämorrhagische Krankheit (EHD) ist eine durch Gnitzen übertragene Viruserkrankung, die vor allem Rinder betrifft. EHD ist klinisch nicht von der Blauzungenkrankheit (BTV) zu unterscheiden. Eine Infektion mit EHD kann nur mit Hilfe von Laboruntersuchungen (Virusnachweis/Serologie) von BTV unterschieden werden. Sie führt u.a. zu Fieber, Läsionen im Maul, Lahmheit und kann erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Es ist bekannt, dass infizierte Vektoren bis zu 100 km mit dem Wind getragen werden können – bereits 2022 gelang ihnen sogar die Überquerung des Mittelmeers von Italien nach Spanien. Eine wirksame Prävention ist entscheidend, um Tiergesundheit und Bestandsstabilität zu sichern.

Quelle: Ceva Tiergesundheit GmbH

Vogelgrippe in Niedersachsen Ministerin Staudte: „Strikte Biosicherheit – Massenhaftes Tierleid muss verhindert werden“

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Seit Jahresbeginn sind in Niedersachsen mehr als eine Million Tiere in Geflügelhaltungen aufgrund des Nachweises der Vogelgrippe getötet worden. Bis zum 13. November (12 Uhr) wurden 1.016.282 Tiere nach 63 amtlich bestätigten Ausbrüchen der meldepflichtigen Tierseuche erfasst: 45 Fälle in Stallhaltungen und 17 in Freilandhaltungen. Zusätzlich besteht ein Verdachtsfall in der Grafschaft Bentheim mit rund 360.000 Legehennen.

Seit dem 15. Oktober, dem Beginn der aktuellen Erkrankungswelle in Geflügelbeständen, waren es 54 Ausbrüche und 948.598 verendete oder getötete Tiere. Besonders betroffen ist der geflügelintensive Landkreis Cloppenburg mit 20 Ausbruchsbetrieben im aktuellen Geschehen und insgesamt 209.000 Puten und 5.300 Enten. Auch im Landkreis Vechta gab es in dieser Zeit acht Ausbrüche mit rund 412.000 getöteten Tieren. Hier waren vor allem die Legehennen mit 302.140 Tieren betroffen. In beiden Landkreisen, die eine extrem hohe Geflügeldichte haben, sind vor allem Stallhaltungen betroffen.

Niedersachsens Agrarministerin Miriam Staudte: „Ich rufe alle Betriebe weiterhin zu strikter Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen sowie unverzüglicher Meldung von Verdachtsfällen auf. Die Schwerpunkte der Ausbrüche liegen auch in diesem Ausbruchsgeschehen wieder in Stallhaltungen in geflügelintensiven Landkreisen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler –unter anderem von LAVES, FLI und die Tierseuchenkasse – haben mir bei den Gesprächen in den vergangenen Tagen und Wochen bestätigt: Die Geflügeldichte ist ein wesentlicher Faktor, der die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs erhöht. Hier müssen wir also mittelfristig zu Lösungen mit der Wissenschaft kommen. Auch den Bund sehe ich in der Pflicht, die Wissenschaft zu hören und Haltungsformen endlich krisenresilient und tierwohlorientiert weiterzuentwickeln. Denn trotz hoher Biosicherheitsstandards und enormem Aufwand auf den Betrieben kommt es weiterhin zu Ausbrüchen, die auch wirtschaftlich hohe Schäden nach sich ziehen. Für mich ist klar: Die Vogelgrippe ist im Wildvogelbestand endemisch – daher werden wir nun über den mittel- und langfristigen Umgang bei Geflügelhaltungen sprechen müssen, um traurige Negativrekorde wie diesen sowie enormes und massenhaftes Tierleid in Zukunft zu verhindern.“

Hintergrund
In Niedersachsen gibt es rund 4.400 Geflügelbetriebe mit mehr als 20 Millionen Legehennen. Niedersachsen ist daher von Ausbrüchen der Vogelgrippe besonders betroffen. Schon im Ausbruchsgeschehen 2021/22 gab es mehr als eine Million jährlich getötete Tiere: Mehr als eine Million Tiere wurden im Jahr 2021 getötet (1,17 Millionen); im Jahr 2022 waren es 1,25 Millionen getötete (oder verendete) Tiere.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz