Hochansteckende Newcastle-Krankheit bei Legehennen im Schweizer Kanton Jura festgestellt

In einem Geflügelbetrieb in Develier bei Delémont (CH) ist die hochansteckende Newcastle-Krankheit ausgebrochen. Um eine Weiterverbreitung der Tierseuche zu verhindern, bereitet der kantonale Veterinärdienst die Tötung der betroffenen (etwa 15.000) Legehennen vor und richtet in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV rund um den Betrieb eine Schutz- und eine Überwachungszone ein. In diesen Gebieten gelten für die Geflügelbetriebe besondere Vorschriften.

Weitere Informationen auf Website des Bundesamtes

Quelle: Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen

Netzwerk Fokus Tierwohl: Bundesweite Veranstaltungen vermitteln aktuelles Wissen und Praxiserfahrungen

In über 550 Veranstaltungen zu zahlreichen Tierwohlthemen wurden seit Projektbeginn über 31.000 Teilnehmer erreicht. Viele weitere Veranstaltungen sind für 2022 bereits geplant.

Ziel des Netzwerks Fokus Tierwohl ist es, Wissen zu Tierwohlfragen in der Nutztierhaltung zu bündeln, zu bewerten und nach zielgruppengerechter Aufbereitung vorrangig an Landwirte1, aber auch an Berater, Tierärzte, weitere Stakeholder der Branche und an interessierte Verbraucher zu vermitteln.

Einen der drei Informationspfade des Netzwerks bilden die bundesweit durchgeführten Veranstaltungen. Sogenannte „Tierwohlmultiplikatoren“ bei den Verbundpartnern in den Bundesländern sind mit der Organisation und Durchführung der Veranstaltungen betraut. Die Themen dafür werden in enger Abstimmung mit den Tierwohl-Kompetenzzentren aus-gewählt.

Interessenten können sich in einem zentralen bundesweiten Veranstaltungskalender auf der Projekt-Webseite über die geplanten Veranstaltungen der Verbundpartner informieren und anmelden. Mit einem Kalender-Abo – tierartspezifisch oder übergreifend – lässt sich dies darüber hinaus automatisieren. Die elektronisch übermittelten Kalendereinträge enthalten alle relevanten Informationen der Veranstaltungen sowie den Link zur Anmeldung beim Verbundpartner. Die Veranstaltungshinweise werden zudem als RSS Feed zur Verfügung gestellt.

Seit Projektbeginn 2020 konnten in über 550 Veranstaltungen fast 31.600 Teilnehmer begrüßt werden (Stand 10.03.2022). Mehr als 480 verschiedene Referenten aus Wissenschaft, Beratung und Praxis teilten zu 122 verschiedenen Themen aktuelles Wissen, neueste wissenschaftliche Ergebnisse aus laufenden Projekten sowie praktische Erfahrungen. Veranstaltungen zur Mobilstallhaltung von Geflügel, der Umgang mit kranken und verletzten Tieren sowie Beschäftigungsmaterialien für Geflügel und Schweine waren da-bei besonders nachgefragt.

In den kommenden Monaten sind weitere Veranstaltungen in verschiedenen Formaten – neben Online-Seminaren z.B. auch Exkursionen, Vorträge oder Praxisworkshops – geplant.
Für Rinderhalter werden unter anderem Exkursionen zur regionalen Eiweißversorgung, Workshops zum stressarmen Umgang mit Rindern sowie Seminare zu Umbaulösungen von Anbindeställen und zur verlängerten Zwischenkalbezeit angeboten. Rechtzeitig zum Frühjahr informieren zudem verschiedene Veranstaltungen über Grundfutterqualität und Weidehaltung.

Schweinehaltern bietet das Netzwerk in mehreren Online-Veranstaltungen einen Erfahrungsaustausch zu Abferkelsystemen an, in denen Impulsbetriebe Tierwohl ihre Erfahrungen zu Bewegungsbuchten und freier Abferkelung teilen. Daneben stehen nachhaltige und umweltschonende Fütterungskonzepte sowie eine Exkursion zu zukunftsfähigen Schweinehaltungskonzepten auf dem Programm.

Im Bereich Geflügel können sich Interessenten zum Beispiel über Parasiten bei Legehennen, Darmgesundheit bei Masthühnern sowie den Schutz vor Beutegreifern bei Freiland-haltung informieren.

Hintergrund:
Als Teil des Bundesprogramms Nutztierhaltung fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den Aufbau des Netzwerkes Fokus Tierwohl. Das Verbundprojekt der Landwirtschaftskammern und landwirtschaftlichen Einrichtungen aller Bundesländer hat das Ziel, den Wissenstransfer in die Praxis zu verbessern, um schweine-, geflügel- und rinderhaltende Betriebe hinsichtlich einer tierwohlgerechten, um-weltschonenden und nachhaltigen Nutztierhaltung zukunftsfähig zu machen. Neueste Er-kenntnisse aus der angewandten Forschung, der Praxis, den Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz und anderen Projekten werden durch die Tierwohl-Kompetenzzentren in Kooperation mit Expertinnen und Experten der Verbundpartner gesammelt und fachlich fundiert eingeordnet. Ausführliche Informationen sind unter www.fokus-tierwohl.de zu finden.

Quelle: Netzwerk Fokus Tierwohl

Netzwerk Fokus Tierwohl: Kompetenzzentrum Rind

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Zehn Arbeitsgruppen arbeiten derzeit unter der Leitung der Geschäftsstelle des Tierwohl-Kompetenzzentrums Rind am Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) fachlich an verschiedenen Tierwohlthemen der Rinderhaltung

Während des Austausch- und Vernetzungstreffens in Berlin am 14. März 2022 stellte Dr. Hans-Joachim Herrmann, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), stellvertretend für das Tierwohl-Kompetenzzentrum Rind einige bisher im Rahmen des Projektes erarbeitete Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen (AG) des Tierwohl-Kompetenzzentrum Rind vor.

Im Bereich Milchviehhaltung arbeiten zwei AGs an den Themen Klauengesundheit und Umgang mit kranken und verletzten Rindern. Entscheidend ist dabei der Zeitpunkt zum Handeln. Eine gute Tierkontrolle und somit eine Früherkennung von Krankheiten und Verletzungen können zur schnelleren und besseren Genesung führen. Eine von der AG entworfene „Stallkarte“ zur Erkennung von kranken und verletzten Rindern und der „Untersuchungsgang für die Landwirtin und den Landwirt“ dienen dazu, dass der Blick auf das Tier wieder geschärft wird. Eingebettet sind diese in ein Merkblatt mit Informationen zur Genesungsbucht und den Bedürfnissen eines kranken Rindes.

Die AG Haltungssysteme Bullenmast erarbeitet abgestimmte Informationsblätter zum Einsatz gummierter Spaltenböden und zur Strukturversorgung in der Bullenmast. Gummierte Spaltenböden können dem natürlichen Bedürfnis der Rinder nach einer verformbaren Liegefläche entsprechen und damit den Tierkomfort und das Tierwohl steigern. Die Informationsmaterialien zeigen Vorteile gegenüber reinen Betonspalten auf, aber auch worauf bei der Umstellung (u. a. rechtlich) zu achten ist. Die Fütterung – und dabei insbesondere die Strukturversorgung – bei Mastbullen ist ein immens wichtiger Faktor, der sich auf Leistung, Gesundheit und Wohlbefinden der Mastbullen auswirkt.
Wichtige zu beachtende Punkte werden für Beratende, Landwirtinnen und Landwirte genannt, und praktische Tipps zur Verbesserung der Fütterung für die Tiere gegeben.

In der AG Mutterkuh und Mast entsteht zurzeit ein Leitfaden zum Umgang mit Hitzestress auf der Weide. Die Weidehaltung stellt für Rinder eine naturnahe Haltungsform dar, die von Verbrauchern zunehmend gewünscht wird. Um das Ziel einer artgerechteren Haltung und Steigerung des Tierwohls zu erreichen, müssen jedoch gewisse Kriterien erfüllt sein. Der Leitfaden fokussiert sich auf den Umgang mit Hitzestress und soll auf dessen hohe Relevanz aufmerksam machen. Er bietet Landwirtinnen, Landwirten und Beratenden Hilfestellung zur Einschätzung der Wärmebelastung am Tier und welche Punkte bei einem Witterungsschutz gegen Hitze zu beachten sind.

Weitere Details über das Projekt und die aktuellen Themen im Bereich Rinderhaltung sind auf der Projekt-Webseite zu finden.

Quelle: Netzwerk Fokus Tierwohl

Netzwerk Fokus Tierwohl: Kompetenzzentrum Schwein

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Sechs Arbeitsgruppen arbeiten derzeit unter der Leitung der Geschäftsstelle des Tierwohl-Kompetenzzentrums Schwein an der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen fachlich an verschiedenen Tierwohlthemen der Schweinehaltung.

Während des Austausch- und Vernetzungstreffens in Berlin am 14. März 2022 stellte Dr. Thorsten Klauke, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, stellvertretend für das Tierwohl-Kompetenzzentrum Schwein einige bisher im Rahmen des Projektes erarbeitete Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen (AG) des Tierwohl-Kompetenzzentrums Schwein vor.

Durch die geänderte Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung müssen bisher bestehende konventionelle Kastenstände durch alternative Abferkelsysteme ersetzt werden. Sauen-halter haben die Befürchtung, dass durch die reduzierte Fixierdauer der Sau die Saugferkelverluste in der Säugezeit ansteigen. Durch eine Umfrage wurden die bisherigen in Be-trieben gesammelten Erfahrungen mit Bewegungsbuchten und der freien Abferkelung gebündelt, um sie weiteren Landwirtinnen und Landwirten zur Verfügung zu stellen und da-mit bei den kommenden Herausforderungen zu unterstützen. In einer mehrteiligen Bro-schüre werden wissenschaftliche Erkenntnisse und die Praxiserfahrungen aus der Um-frage genutzt, um mögliche Probleme und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und eine Hilfestellung in der praktischen Umsetzung in der Sauenhaltung zu geben.

Emissionen im Tierbereich haben einen direkten Einfluss auf das Wohlbefinden der Schweine in ihrer Haltungsumgebung. Bei der Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungs-verordnung im Februar 2021 wurde durch die Streichung des Wortes „dauerhaft“ bezüglich der Überschreitung der Grenzwerte für die Gase Ammoniak, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff auch die Gesetzesgrundlage verschärft. Neben den Auswirkungen erhöhter Schadgaskonzentrationen auf das Tier, können Ammoniak, Geruch und klima-wirksame Gase wie Methan und Lachgas auch auf Menschen und Umwelt belästigend oder schädigend wirken. Es besteht ein Zielkonflikt zwischen dem Umweltschutz und mehr Tierwohl durch Ausläufe und freigelüftete Ställe.

Aus der AG Emissionsminderung heraus entsteht ein Übersichtsartikel zu möglichen emissionsmindernden Maßnahmen in der Schweinehaltung, in dem auch weitergehende Informationen verlinkt werden (z. B. BVT, Projekte, Novellierung der TA Luft).

Weitere Details über das Projekt und die aktuellen Themen im Bereich Schweinehaltung sind auf der Projekt-Webseite zu finden.

Quelle: Netzwerk Fokus Tierwohl

Netzwerk Fokus Tierwohl: Kompetenzzentrum Geflügel

Vier Arbeitsgruppen arbeiten derzeit unter Leitung der Geschäftsstelle des Tier-wohl-Kompetenzzentrums Geflügel an der Landwirtschaftskammer Niedersachsen fachlich an verschiedenen Tierwohlthemen der Geflügelhaltung.

Während des Austausch- und Vernetzungstreffens in Berlin am 14. März 2022 stellte Stefan Sagkob, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, stellvertretend für das Tierwohl-Kompetenzzentrum Geflügel einige bisher im Rahmen des Projektes erarbeitete Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen (AG) des Tierwohl-Kompetenzzentrums Geflügel vor.

Federpicken und Kannibalismus sind weiterhin ein verbreitetes Problem in der Legehennenhaltung. Der Grundstein für das Fehlverhalten wird häufig bereits in der Aufzucht-phase gelegt. Daher sind eine optimierte Haltung und ein angepasstes Management in der Junghennenhaltung entscheidend für eine erfolgreiche Legeperiode.

Die AG Jung- und Legehennen bietet Tierhalterinnen und Tierhaltern Empfehlungen und Tipps mit Videomaterial in einem Leitfaden unter anderem zu den Aspekten Fütterung, Beschäftigung, Tierbetreuung und Beleuchtungsmanagement.

Für Puten entsteht ein Leitfaden mit Graphiken, um eine gute Darmgesundheit sicherzustellen. So bildet bereits das richtige Kükenmanagement die Grundlage für eine gute Entwicklung des Magen-Darm-Traktes. Auch gutes Futter- und Tränkewassermanagement, ebenso wie die regelmäßige Kontrolle von Stallklima und Einstreuqualität tragen im gesamten Durchgang zu einer guten Darmstabilität bei. Der Leitfaden informiert über Infektionskrankheiten, die bei Puten von Bedeutung sind. Zusätzlich beinhaltet er Informationen zu Managementfaktoren, die beachtet werden sollten, um der Entstehung von Darm-Imbalancen vorzubeugen. Des Weiteren wird aufgezeigt, welche Indikatoren herangezogen werden können, um mögliche Probleme im Stall frühzeitig zu erkennen.

Weitere Details über das Projekt und die aktuellen Themen im Bereich Geflügelhaltung sind auf der Projekt-Webseite zu finden.

Quelle: Netzwerk Fokus Tierwohl

Typisch Lüftung – Gesunde Lungen bringen Leistung Neues Taschenbuch von Boehringer Ingelheim

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Wussten Sie, dass Husten nicht nur durch Atemwegserreger ausgelöst werden kann? Auch Schadgase, Stallstaub und eine falsch eingestellte Lüftung kann die Atemwege reizen. Husten ist durch reine Routine-Kontrollen nur schwer erkennbar. Er schwächt die Tiere und verhindert Leistung. Umso wichtiger ist es zu verstehen, wie die Lunge funktioniert, was auf sie einwirkt und wie Atemwegsproblemen vorzubeugen ist.

Mit der neuen Broschüre „Typisch Lüftung – Atemwegsinfektionen und Lüftungsfehler verstehen“ stellt Boehringer Ingelheim einen weiteren Service zur Verbesserung der Schweinegesundheit bereit. Im Fokus stehen die Funktionsweise der Schweinelunge, relevante Atemwegsinfektionen sowie die Identifikation und Behebung relevanter Lüftungsfehler. Die Wissensvermittlung erfolgt mit Hilfe von umfangreichem Bild und Videomaterial – sodass sich die Inhalte schnell auf den eigenen Betrieb übertragen lassen.
Die Inhalte der Broschüre basieren auf Erfahrungen und Ergebnissen aus Bestandsbesuchen. Experten aus Beratung, Wissenschaft und Tiermedizin haben das umfangreiche Nachschlagewerk auf 240 Seiten mit aktuellem Wissen gefüllt.

Die Broschüre ist im praktischen Buchformat gedruckt oder als ePaper erhältlich, welches den direkten Zugriff auf Bilder und Videos ermöglicht. Bestellbar und downloadbar ist das neue Taschenbuch über die Boehringer Ingelheim Infothek

Weitere Informationen gibt Ihnen gerne: Dr. Daniel Brüggemann,
Tel.: +49 (6132) 77-6609, daniel.brueggemann@boehringer-ingelheim.com.

Quelle: Boehriger Ingelheim

CBPV bei Bienen: Ein Virus auf dem Vormarsch?

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Von Dr. Heike Engels

Das Chronische- Bienenparalyse-Virus (CBPV) trat in den letzten Jahren in Europa verstärkt auf. Die Erkrankung führt zu großen Verlusten unter den Arbeiterinnen und deutlichen Leistungseinbußen vor allem bei starken Bienenvölkern. CBPV befällt einzelne Gehirnregionen der Bienen und löst dort neurologische Symptome wie Paralyse, also Lähmungen, und Zittern aus. Daneben erscheinen betroffene Bienen durch Haarverlust schwarz und fettig glänzend, was als „Ansteckende Schwarzsucht“ bezeichnet wird. Beide Symptome können in einem Volk auftreten. Übertragen wird das Virus geschieht wohl direkt von Tier zu Tier über den Fäkal-oralen Weg. CBPV gilt als Varroa-assoziierte Erkrankung, da das Virus durch die Schwächung der Bienen, ausgelöst durch einen starken Varroabefall, leichteres Spiel hat.

Um die Verbreitung des CBPV in Bayern zu analysieren, wurden Analyseergebnisse des Tiergesundheitsdienstes Bayern e.V. von 302 Bienenvölkern hinsichtlich der Virusdiagnostik und klinischen Symptomatik mit Fokus auf CBPV untersucht. Die Analyse umfasste die Jahre 2018 bis 2020. Zusätzlich werteten die Forscher Daten aus Fragebögen aus von 105 labordiagnostisch CBPV-positiven und klinisch auffälligen Völkern.

Es konnte ein signifikanter Anstieg CBPV-positiver Proben von 2018 bis 2020 festgestellt werden mit ebenfalls steigender klinischer Symptomatik. Die Auswertung der Fragebögen ergab eine Häufung der ersten CBPV-Fälle im Frühjahr in den Monaten März bis Juni. Zwischen Oktober und Februar wurden kaum Fälle berichtet. Die meist mit vielfältigen Symptomen belasteten Völker erholten sich in 57 % der Fälle von der Erkrankung, wenn therapeutisch eingegriffen wurde. Wurde nicht eingegriffen, kam es in den meisten Fällen zum Tod des Volkes. Insgesamt war die Sterblichkeit bei den Völkern höher, die neben CBPV auch noch weitere Viren im Volk hatten. Bei 62 % der erkrankten und isolierten Völker konnte die Isolation die Weiterverbreitung am Bienenstand verhindern.

Eine eindeutige Therapieempfehlung können die Forscher nicht geben, aber auf jeden Fall den Rat, dass es besser ist, überhaupt etwas zu tun als einfach abzuwarten. Maßnahmen, die bisher zur Therapie erkrankter Völker durchgeführt wurden, entweder einzeln oder in Kombination:

• Austausch der Königin zur Veränderung der Genetik
• Kunstschwarmverfahren zur Senkung der Virenlast
• Varroabehandlung zur Reduktion des Milbenbefalls
• Fütterung einer dünnen Zuckerlösung zur Erhöhung des Bienenumsatzes
• Zuhängen von Brutwaben zum Ausgleich des Totenfalls

Hierbei handelt es sich um kurzfristig wirkende Maßnahmen und auch um langfristige Maßnahmen, wenn es an den Austausch der Königin geht.

Quelle: Dittes, Julia et al.: Chronisches-Bienenparalyse-Virus – quo vadis? Auftreten in Bayern und Betrachtung von Therapiemaßnahmen. Tierärztliche Praxis Großtiere Nutztiere 2021; 49: 326-335.

Özdemir: Hilfen für existenzbedrohte Schweinehalter gesichert

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Anträge auf Corona-Überbrückungshilfe werden künftig von Härtefallregelungen abgedeckt

Die Bundesregierung sichert in Existenznot geratenen Schweinehaltern schnelle und unbürokratische Unterstützung zu. Ab sofort müssen betroffene Betriebe nicht mehr nachweisen, dass ihre Umsatzeinbrüche „ausschließlich“ auf die Pandemie zurückzuführen sind. Nach einem Konzept des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK) in Verständigung mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) soll der Nachweis künftig ausreichen, dass Umsatzeinbußen „weit überwiegend“ Corona bedingt sind. In diesen Fällen wird der Antrag auf Corona-Überbrückungshilfe automatisch in die Härtefallregelungen der Länder überführt. Dies gilt zunächst für die Länder Niedersachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen, die ihre Landesprogramme hierfür geöffnet haben.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir: „Wir haben eine gute und pragmatische Regelung gefunden, die den Schweinehaltern in dieser schwierigen Situation schnell zugutekommt. Die letzten Jahre haben viele Landwirtinnen und Landwirte in Existenznot gebracht, da gilt es: anpacken und helfen! Nicht immer lassen sich die vielfältigen Ursachen der Umsatzeinbrüche scharf voneinander abgrenzen. Da kann man entweder so lange prüfen, bis der letzte Betrieb aufgibt, oder man sucht nach unkomplizierten Lösungen – wir haben uns für letzteres entschieden. Ich bin meinem Kollegen Robert Habeck sehr dankbar, dass er diese gute Lösung ermöglicht hat.“

Die neue Regelung sieht vor, dass noch offene Anträge von Schweinehaltern auf Corona-Überbrückungshilfen durch die vorhandenen Bewilligungsstellen der Länder weiterhin bearbeitet werden. Damit soll der entstandene Rückstau mit Blick auf die existenzbedrohende wirtschaftliche Lage vieler Schweinehalter beschleunigt abzubauen.

Soweit die Länder feststellen, dass unter den noch offenen Fällen Anträge sind, die die Kriterien der Überbrückungshilfen zweifelsfrei erfüllen, werden diese weiterhin als Überbrückungshilfe bearbeitet. Alle übrigen Fälle werden als Anträge auf Härtefallhilfe umgedeutet und so weiterbearbeitet. Die Zuständigkeit für die Entscheidung über den Antrag liegt – wie bisher – bei den Ländern.

Eine Ablehnung der bereits gestellten Anträge und eine neue Beantragung als Härtefallhilfen werden somit vermieden. Auch eine Rückzahlung bereits erfolgter Abschlagszahlungen an Schweinehalter kann damit vermieden werden. Bereits in den Überbrückungshilfen bewilligte Anträge auf Grundlage ausschließlich Corona bedingter Umsatzeinbrüche bleiben unangetastet. Eine Rückforderung geleisteter Zahlungen ist ausgeschlossen.

Quelle: BMEL

Bioland-Geflügeltagung 29. – 31.03.2022 (online)

Viel Input bietet die Bioland-Geflügeltagung vom 29. bis 31. März 2022 an drei Tagen online mit über 30 Referierenden aus Wissenschaft und Praxis. Es geht um neue wissenschaftliche Ergebnisse zum Öko-Huhn: Fütterung, Leistungs- und Stationsprüfung. Beim Stallbau geht es rund um die Themen Ausleuchtung, Substratmanagement, Mobilstallgrößen und bauliche und technische Anpassungen durch den Klimawandel. Wichtiger Bestandteil sind verschiedene Aspekte des Tiergesundheitsmanagements. Praktiker berichten von ihren Erfahrungen von Aufzucht bis zur Schlachtung von Bruderhähnen. Weiterhin werden Fragen der Vermarktung von Futter, Eierabsatz und Geflügelfleisch diskutiert.

Jeweils nachmittags gibt es die beliebten Berater-Sprechstunden für die Betriebszweige Legehennen, Junghennen und Mastgeflügel. An den beiden ersten Tagen können die Teilnehmenden im Sponsorenforum mit Vertreter*innen der Sponsoren direkt ins Gespräch kommen. Veranstalter ist Bioland e. V. in Kooperation mit dem Thünen-Institut für Ökologischen Landbau.

Programm und Anmeldung (bitte bis 27.03.2022)

Quelle: Bioland e. V.

„Der Hoftierarzt“ Ausgabe 1 / 2022 steht zum kostenfreien Abruf bereit

Die erste Ausgabe des Jahres bietet folgende Themen:

• Kranke Euter kosten Geld: Tipps zur Vorbeugung von Mastitis
• Kurz notiert: Klimaschutz durch Rindertoilette?
• Kolostrum und hohe Kälberverluste: Wie hängt das zusammen?
• Ödemkrankheit durch Impfung verhindern
• Interview – Zum Verbot von Zinkoxid ab 2022: „Betriebe sollten alle Prophylaxemaßnahmen ausschöpfen“
• Schafe: Mit der richtigen Geburtshilfe unterstützen
• Imkerinfo – CBPV bei Bienen: Ein Virus auf dem Vormarsch?
• Honigbienenhaltung nach wie vor beliebt

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