Nutztierstrategie: Was kann Forschung und Entwicklung leisten?

Ansätze aus dem Verbundprojekt optiKuh

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert seit einigen Jahren Innovationen zur Verbesserung der Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren. Bei der Milchkuh steht hier die Intensität der Produktion auf dem Prüfstand. Stimmt die Ausrichtung der Zuchtziele, passt der Einsatz von Kraftfutter und werden die Möglichkeiten in der eigenen Futtererzeugung und durch modernes Management genügend genutzt? Das Verbundprojekt optiKuh hat sich dieser Fragen angenommen und stellt zur Abschlussveranstaltung in Braunschweig die ersten Ergebnisse und Schlussfolgerungen zur Diskussion.

Institutionen aus Tierzucht, Tierernährung, Technik und Tiermedizin arbeiten hierzu in den letzten vier Jahren sehr erfolgreich zusammen. So steht nun die genomische „Lernstichprobe“ zu Futteraufnahme und Stoffwechselstabilität zur Verfügung. Dies ist Voraussetzung, um mit modernen Methoden auf Tiere zu züchten, die Milchleistung mit genügender Futteraufnahme und stabilem Stoffwechsel verbinden. Eine Ausgestaltung der Fütterung hinsichtlich unterschiedlicher Grobfutter- und Kraftfutterintensitäten ist ohne Beeinträchtigung von Stoffwechsel und Gesundheit möglich.

Ein weiterer Baustein für die Gesunderhaltung unserer Tiere ist die Identifikation geeigneter Kenngrößen, welche das Risiko des Auftretens einer Krankheit rechtzeitig anzeigen. Hierzu leisten Blutparameter auf Einzeltierebene sowie Sensorsysteme, insbesondere im Hinblick zunehmender Bestandsgrößen, auf Herdenebene einen wichtigen Beitrag. Der in diesem Verbundprojekt erarbeitete einzigartige Datenpool zeichnet sich durch seine einheitliche Methodik und die Betrachtung der Milchkuh über längere Zeit aus, um die Wechselwirkungen von Kalbung, Laktation und Trockenstehzeit zu erfassen. Durch versuchsstandortübergreifende Betrachtungen wird ein wichtiger Beitrag geleistet, fundierte wissenschaftliche Aussagen zu formulieren bzw. Hypothesen zu bestätigen.

Eine Minderung der Emissionen ist ein weiteres Ziel in optiKuh. Der Anfall von Methan mit der Atemluft und die Ausscheidung von Stickstoff und Phosphor mit Kot und Harn sowie die Ausgasung von Ammoniak sind zentrale Probleme. Für die Messung von Unterschieden zwischen Kühen im Methanausstoß ist der Laser Methan Detektor bei entsprechend standardisiertem Einsatz eine erfolgsversprechende Methode. Die Auswertungen weisen darauf hin, dass der Umfang des Methanausstoßes auch erblich bedingt ist und somit in die Zucht einbezogen werden kann.

Alle Ergebnisse und Schlussfolgerungen der verschiedenen Teilbereiche werden aktuell in Forschung, Zucht, Wirtschaft und Praxis in zukünftige Strategien erfolgreich eingebracht.

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

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