Projekt SmartBees erfolgreich beendet

Das EU-Forschungsprojekt SmartBees ist erfolgreich beendet. Vier Jahre lang hatten Imkerinnen und Imker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Unternehmen aus 15 EU-Mitgliedsländern und angrenzenden Gebieten daran gearbeitet, Bedrohungen für Honigbienen auf unserem Kontinent besser zu verstehen, Gegenmaßnahmen zu entwickeln, und die innerartliche Vielfalt der Honigbiene zu schützen.

SmartBees ist mit einem Gesamtbudget von sechs Millionen Euro das bislang größte EU-Forschungsprojekt zur Erhöhung der Nachhaltigkeit der Imkerei. Die Verschiedenartigkeit der europäischen Bienen ist ein Reichtum, der die Grundlage dafür bietet, sich an zukünftige Stressoren wie den Klimawandel oder die Einschleppung neuer Krankheiten anzupassen.

Herkunft der Bienen über DNA-Chip bestimmen
Erstes Ziel des Projekts war, die verbliebene Vielfalt zu ermitteln. Dazu wurden Proben aus über 2200 Völkern aller zehn auf dem Kontinent vertretenen Bienen-Subspezies analysiert. Die gute Nachricht: alle sind zumindest in Resten noch vorhanden. Außerdem können sie nun über einen DNA-Chip leicht und preiswert bestimmt werden, sodass Imkerinnen und Imker, die mit ihrer lokalen Subspezies arbeiten möchten, sich der Herkunft ihrer Bienen vergewissern können.

Damit die lokal angepassten Bienen gehalten werden können, hat SmartBees ein Netzwerk in über zehn Ländern aufgebaut. Die Mitglieder wurden intensiv in modernen Zuchtmethoden geschult. Umfangreiches Informationsmaterial wurde in 15 Sprachen erstellt. Erstmals sind nun auch Züchterinnen und Züchter aller europäischen Unterarten in der Lage, über die zentrale Zuchtdatenbank beebreed.eu eine effiziente Zuchtplanung zu betreiben. Sie vernetzen sich im neu gegründeten „International Honey Bee Breeding Network(IHBBN)“.

Varroa-Milbe schädigt Immunsystem der Bienen
Ein weiteres Ziel des Projektes war, die wichtigste Ursache für Verluste an Bienenvölkern besser zu verstehen und durch Selektion resistenter Bienen einzudämmen. Dabei handelt es sich um die Varroa-Milbe, einen eingeschleppten Parasiten der Bienenbrut, der gefährliche Viren überträgt und begünstigt.

Projektpartner aus Großbritannien konnten nun zeigen, dass Stoffe im Speichel der Milben dazu beitragen, das Immunsystem der Bienen zu schwächen und so die Vermehrung der Viren zu ermöglichen. In einer Kooperation zwischen Hohen Neuendorf und Partnern in Dänemark konnten darüber hinaus Gene der Biene ausfindig gemacht werden, die für die Varroa-Resistenz von entscheidender Bedeutung sind.

Der Koordinator des Projektes ist Prof. Dr. Kaspar Bienefeld. Er leitet das Länderinstitut für Bienenkunde im brandenburgischen Hohen Neuendorf und ist Honorarprofessor am Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Er betont: „Das Smartbees-Projekt hat nicht nur wertvolle neue Erkenntnisse gebracht, die die Bienenhaltung in Europa nachhaltig positiv beeinflussen werden. SmartBees ist auch ein gutes Beispiel dafür, welche Synergieeffekte europäische Forschungskooperationen erbringen können.“

Quelle: Hans-Christoph Keller, Abteilung Kommunikation, Marketing und Veranstaltungsmanagement Humboldt-Universität zu Berlin

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