Geflügelpest in Bangladesch: Die Rolle von Zugvögeln bei der Übertragung von Krankheiten

Die Geflügelpest ist eine verheerende Krankheit bei Geflügel, die durch hoch pathogene Geflügelpestviren verursacht wird. Das Virus infiziert sowohl Wild- als auch Hausvögel, und eine wichtige epidemiologische Frage ist, inwieweit wilde Wasservögel zur Verbreitung von Krankheiten über lange Strecken beitragen. Jonas Waldenström und Mariëlle van Toor von der Linnaeus-Universität haben jetzt 3,5 Mio. SEK erhalten, um die Schnittstelle zwischen wilden Zugvögeln und lokaler Geflügelproduktion in Bangladesch sowie das Risiko der Einführung von Geflügelpest zu untersuchen.

Seit 2005, als sich das hoch pathogene Aviäre Influenza-Virus H5N1 auf der ganzen Welt ausbreitete, standen Forscher vor der Frage, wie sich das Virus so schnell auf ganze Kontinente ausbreiten kann: Durchwandert das Virus den Handel mit Geflügel und Produkten, oder „trampt“ es mit Zugvögeln? Jonas Waldenström, Professor für Disease Ecology, und Mariëlle van Toor, Postdoc-Stipendiat für Ökologie an der Linnéus-Universität, haben vom schwedischen Forschungsrat 3,5 Mio. SEK für das Projekt „Geflügelpest in Bangladesch: Die Rolle von Wildwasservögeln bei der Übertragung von Krankheiten“ erhalten ”. In Zusammenarbeit mit Forschern in Bangladesch werden sie große Datenmengen über die Übertragung von Viren sammeln und analysieren. Sie werden wilde Enten fangen und sie mit kleinen GPS / GSM-Sendern ausstatten, die den Standort und andere sensorische Informationen mit hoher Genauigkeit aufzeichnen. Der GPS-Sender wird mit Hilfe von Solarzellen aufgeladen und die Daten werden über das Mobilfunknetz übertragen, so dass die Enten immer vom Forschungsteam überwacht werden können. Auf diese Weise können die Forscher die Bewegungen der Vögel Tag und Nacht nahezu in Echtzeit untersuchen.

Die Enten sind mit einem kleinen GPS-Sender ausgestattet, der als Rucksack mit einem Gurt über der Brust ausgelegt ist. Die zahlreichen Informationen der Enten vermitteln ein detailliertes Bild des Lebens der Enten auf den Überwinterungsgebieten in Bangladesch und ihrer Wanderung zu ihren Brutplätzen in der russischen Taiga oder Tundra. Die Forscher möchten herausfinden, welche Wanderwege die Enten benutzen, wie schnell sie fliegen, zu welchen Tageszeiten sie wandern und wo sie aufhören. Zusammen mit detaillierten Informationen über die Geflügelproduktion in Bangladesch können diese Daten zur Erstellung von Bewegungsmodellen verwendet werden, die dann mit epidemiologischen Daten verknüpft werden können, um Risikobereiche für die Übertragung von Krankheiten vorherzusagen.

„Die neueste Technologie der Telemetrie hat uns neue Werkzeuge zur Verfügung gestellt, die es ermöglichen, Epidemiologie und Vogelzug-Ökologie miteinander zu verbinden. Es ist unglaublich faszinierend, in Schweden am Computer sitzen und die Entenbewegungen in Bangladesch beobachten zu können. Daten von vielen Enten geben uns die Möglichkeit zu untersuchen, wie sich hoch pathogene Aviäre Influenzaviren in verschiedenen Teilen der Welt ausbreiten “, erklärt Jonas Waldenström.

In Teilen Asiens sind einheimische Enten ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaft und werden häufig in Reisanbaugebieten produziert. Bangladesch ist ein Entwicklungsland, das sich durch reiche Wasserumgebungen, Reisanbau und Geflügelproduktion auszeichnet. Neben der einheimischen Fauna und Produktion ist Bangladesch auch ein wichtiges Überwinterungsgebiet für Wildenten, die in Russland brüten. Dadurch entsteht ein epidemiologisches Szenario, bei dem Wildenten, Hausenten und Geflügel sowie Krankheitserreger wie die Aviären Influenzaviren leicht ausgetauscht werden können.

„Wir haben zwei Fragen, die wir mit diesem Projekt beantworten wollen. Wie erfolgt die Übertragung zwischen Haus- und Wildvögeln und trägt diese Übertragung dazu bei, dass die Krankheit endemisch wird? Können Langstrecken-Wanderenten neue Virusstämme in Bangladesch einführen. Das Projekt ist mit einem größeren Projekt verbunden, in dem wir in Südkorea und Europa mit derselben Technologie arbeiten. Ein Ziel für das größere Projekt ist es zu verstehen, wie die Vogelwanderung Viren auf dem gesamten eurasischen Kontinent verbreiten kann “, sagt Mariëlle van Toor.

Quelle: Linnaeus University Kommunikationsavdelningen / Communications Department
Schwedischer Forschungsrat – The Swedish Research Council

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