N/P- reduzierte Fütterung: Auch Fütterungstechnik muss passen

Von Gerd Hermeling, Hanke Bokelmann, LWK Niedersachsen

Viele Schweinehalter stehen durch die neue Düngeverordnung unter großem Druck bezüglich der Verwertung ihres Wirtschaftsdüngers. Eine N- und P-Reduzierung im Futter ist ein wichtiger Ansatz. Dabei muss jedoch auch die Fütterungstechnik passen.

Schweinehalter vor allem in den Veredlungsregionen suchen derzeit verstärkt nach Möglichkeiten, die Kosten für ihren anfallenden Wirtschaftsdünger in Zukunft in den Griff zu bekommen. Zum einen wird je nach Region verstärkt über Separationsanlagen für Gülle nachgedacht und ggf. auch schon investiert. Zum anderen bieten viele Mischfutterhersteller und Beratungsorganisationen Futterkonzepte an, um die Nährstoffe zu senken. Es geht dabei vorrangig um Phosphor und Stickstoff. Nach Vorgaben der DLG gibt es entsprechende Konzepte mit N-/P-Reduzierung oder mit starker N-/P-Reduzierung.

Schweine bedarfsgerecht versorgen
Die N- und P-reduzierte Fütterung beinhaltet drei Futterphasen, die stark und sehr stark N- und P-reduzierte Fütterung vier Futterphasen. Zum Teil werden von der Mischfutterindustrie bereits Multiphasenprogramme in der Mastschweinefütterung angeboten. Mehrere Futterphasen sind ebenso wichtig, um die Schweine gezielt und bedarfsgerecht in allen Gewichtsabschnitten bestmöglich zu versorgen. Viele Fütterungsversuche in der Mast bestätigen, dass auch mit einer stärkeren N- und P-Reduzierung im Futter gute Leistungen im Stall erzielt werden können.

Eine optimale Versorgung der Tiere in den unterschiedlichen Gewichtsabschnitten führt auch zu einer Entlastung des Stoffwechsels. Denn eine zu hohe Rohproteinversorgung belastet die Stallluft, in erster Linie Ammoniak, durch die erhöhten Stickstoffausscheidungen. Ebenso wurde in Versuchen der Landwirtschaftskammer festgestellt, dass Schweine, die mit stark und sehr stark N- und P-reduziertem Futter gemästet wurden weniger Wasser verbrauchen und damit auch der Gülleanfall sinken kann.

Niedersachsenweit sind ca. 25 % der Schweinehalter Eigenmischer. Die übrigen 75 % der Betriebe beziehen Mischfuttermittel, der regionale Schwerpunkt liegt dabei in der Weser-Ems-Region. Eigenmischer haben beim Einsatz von unterschiedlichen Fütterungsphasen wenige Schwierigkeiten, dies technisch umzusetzen. Der Chargenmischer oder auch die Flüssigfütterung können über die Anwendungsprogramme der jeweiligen Hersteller optimal und bedarfsgerecht die Futter zusammenstellen und mischen.
Beim Chargenmischer ist ein Vorteil, dass bei einer kontinuierlichen bzw. abteilweisen Haltung, die Schweine buchtenweise über separate Ventile versorgt werden können. Auch sind hier häufig entsprechend mehrere Silos vorhanden.

Futterphasen verschneiden
Des Weiteren können über die Fütterungsprogramme unterschiedliche Verschneidungsphasen gefüttert werden. Diese werden nach Tagen oder theoretischen Gewichtsabschnitten angelegt.


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