Finnische Sauenhalter setzen auf Bewegungsbuchten

Neues WEDA Buchtenkonzept

Der niedersächsische Stallausrüster WEDA Dammann & Westerkamp hat ein neues Konzept für Bewegungsbuchten entwickelt, das dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) am 28.05.2019 veröffentlichten Verordnungsentwurf für die Änderung der TierSchNutztV entspricht.

Die Buchten lassen sich nach Angaben des Herstellers zudem problemlos an die individuellen Bedürfnisse von Kunden anpassen oder nachrüsten. Das Konzept basiert auf den Erfahrungswerten langjähriger Kooperationen mit Kunden aus Finnland. Diese berichten über sehr gute Ergebnisse, vor allem im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit des Buchtenkonzepts. Ähnlich wie in Finnland, wo Bewegungsbuchten staatlich gefördert werden, setzen auch deutsche Schweinehalter zunehmend auf den innovativen Buchtentyp und können von den Erfahrungen der finnischen Kollegen profitieren, gerade auch im Hinblick auf die geplanten Gesetzesänderungen.

„Das neue WEDA-Konzept für Bewegungsbuchten ist sehr flexibel und erfüllt damit die strengen Auflagen unseres finnischen Staates“, berichtet ein finnischer Sauenhalter. „Der Boden in finnischen Buchten muss zu mindestens fünfzig Prozent geschlossen sein. Die in Finnland vorgeschriebene Mindestnettofläche beträgt sechs Quadratmeter; die vorgeschriebene Nestfläche, zu der die Sau keinen Zutritt haben darf, einen Quadratmeter.“ Der Sau stehen damit rund viereinhalb Quadratmeter uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche zur Verfügung, auf der sie sich ungehindert umdrehen kann.

Wirksamer Schutz vor Angriffen
Finnische Sauenhalter setzen auf niedrige Wände und arretierbare Seitenteile in der Bucht. Diese sorgen für Stabilität und einen guten Überblick von allen Seiten. Darüber hinaus bietet die finnische Bucht mit integrierten Inspektionsgängen einen einfachen Zugang zu allen Bereichen, ohne die Bucht betreten zu müssen. „So lassen sich Trogkontrollen und Reinigungsarbeiten rasch, hygienisch und unkompliziert durchführen, ohne die Tiere in ihrer Routine zu stören“, führt der finnische Sauenhalter aus. „Nicht zuletzt dadurch sind meine Mitarbeiter und ich im Stall auch besser vor möglichen Angriffen der Sau geschützt. Bei Bedarf können wir die Bucht durch eine spezielle Eingangstür betreten, ohne die Sau festsetzen zu müssen – etwa um bei der Geburt zu helfen oder Ferkel vor dem Erdrücken zu retten.“

Kurzzeitiges Festsetzen reduziert Ferkelverluste
Ein obligatorischer, wirtschaftlicher Bestandteil des neuen Buchtenkonzeptes ist der Ferkelschutzkorb für eine kurzzeitige Festsetzung der Sau. Dieser hat sich in den Augen der finnischen Kunden mehr als bewährt. „Unsere finnischen Kunden haben mit der Festsetzung der Sau für fünf bis sieben Tage nach dem Geburtstermin sehr gute Erfahrungen gemacht“, berichtet Dr. Steffen Kaiser, der bei WEDA das Vertriebsgebiet Skandinavien verantwortet. „In diesem Zeitfenster gibt es nachweislich die meisten Ferkelverluste, und die kurzzeitige Festsetzung der Sau reduziert diese sehr deutlich. Damit sind die Ferkelverluste in unseren Bewegungsbuchten vergleichbar mit den Verlusten in konventionellen Buchten“, führt Kaiser weiter aus.

Tolles WEDA-Konzept

„Der kürzlich veröffentlichte Verordnungsentwurf des BMEL sieht eine deutliche Reduzierung der zulässigen Fixationsdauer von derzeit ca. 35 auf 5 Tage vor. Die finnische Lösung ist daher auch für deutsche Sauenhalter interessant, vor allem weil die Bewegungsfläche der Sau problemlos auf fünf Quadratmeter erweitert werden kann.“

Guter Überblick für Halter
Die Anordnung des Ferkelschutzkorbes beeinflusst die Liegeposition der Sau. Weil Sauen sich bevorzugt so ausrichten, dass sie mit dem Kopf an der frischen Luft liegen, erfolgt die Luftzufuhr vorne am Trog. Damit liegt die Sau mit dem Kopf an der engsten Stelle der dreieckigen Bewegungsfläche. Ein zu schnelles Rollen der Sau von einer auf die andere Seite wird dadurch erschwert. Dies gibt den Ferkeln genügend Zeit der Sau auszuweichen.

In den finnischen Buchten wurde der Ferkelschutzkorb so angebracht, dass die Halter einen guten Überblick über die Bucht und die Sau haben. Ist der Korb geöffnet, hat die Sau einen großen Bewegungsbereich; ist er geschlossen, hat das Personal genug Platz, um sich um die Sau zu bewegen oder Ferkel zu fangen.

Das verriegelbare Ferkelnest in der Bucht dient dazu, die Ferkel temporär festzusetzen, falls sie etwa ärztlich behandelt werden müssen. Es befindet sich direkt am Gang, nah am Gesäuge der Sau, um für die Ferkel nach der Geburt sofort auffindbar zu sein. Das Ferkelnest ist mit mindestens einem Quadratmeter zudem großzügig dimensioniert.

Eines schätzen die finnischen Kunden ganz besonders an WEDA: der niedersächsische Stallausrüster und Produzent bietet seinen Kunden die Möglichkeit einen Prototyp zu fertigen, der vom Kunden besichtigt und modifiziert werden kann, bevor die Buchten aus seinem Auftrag in Produktion gehen.

Quelle: WEDA Dammann & Westerkamp GmbH

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