Moderhinke: Wenn das Schaf nicht mehr laufen kann

Von Dr. Ursula Domes, Schafgesundheitsdienst, Tiergesundheitsdienst Bayern e.V.

Lahmheiten kommen auch bei Schafen vor, auch wenn sie in der Regel viel Weidegang haben. Regelmäßige Klauenpflege ist also auch bei Schafen wichtig. Wird diese jedoch vernachlässigt und kommen einige Umweltfaktoren hinzu, kann die gefürchtete Moderhinke entstehen.

Das Klauenhorn beim Schaf wächst ständig nach und muss somit regelmäßig per Pflegeschnitt gekürzt werden. Dies kann bei weichem Untergrund bis zu viermal im Jahr nötig sein, bei hartem Untergrund und langen Märschen dementsprechend seltener.

Wenn das Klauenhorn zu lang wird, klappt es nach innen oder außen um. Im ersten Fall entstehen somit Höhlen, wo sich gern Bakterien vermehren, im zweiten Fall reißt das Horn ein und das Schaf kann sich leicht Steine oder Dornen eintreten. Wenn Klauen lange nicht geschnitten werden, wachsen diese schnabelartig nach vorne. Bei lehmigem Boden können sich Erdklumpen zwischen den Klauen ansammeln und beim Trocknen reiben und starke Lahmheiten verursachen.

Neben diesen einfacheren Lahmheitsursachen werden ansteckende Krankheiten wie besonders die Moderhinke stark gefürchtet. Wegbereiter ist das Bakterium Fusobacterium necrophorum, das überall in der Umwelt vorhanden ist, und erste schmierige Entzündungen zwischen den Klauen hervorruft. Wenn dann noch ein zweites Bakterium dazukommt, das Dichelobacter nodosus, entsteht die Moderhinke, die einen typischen süßlichen Geruch aufweist.


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