Ketose: Der Stoffwechsel streikt

Nach der Kalbung steigt die Futteraufnahme nicht der Milchleistung entsprechend an, eine negative Energiebilanz ist die Folge. Jetzt sind Hochleistungskühe besonders anfällig für Ketose. Nicht immer zeigt sich die Ketose mit klinischen Symptomen, meistens tritt sie subklinisch als Bestandsproblem auf. Ketosekühe bauen aufgrund ihres Energiemangels verstärkt Körperfett ab, wodurch freie Fettsäuren und Ketonkörper in die Blutbahn gelangen. Als Folge dessen wird die Futteraufnahme gebremst. Bei sehr intensivem Abbau von Körperfettreserven folgt eine massive Auffüllung der Leberzellen mit Fett (Fettlebersyndrom). Eine verfettete Leber kann ihrer Funktion als Entgiftungsorgan nicht mehr gerecht werden: die körpereigenen Abwehrkräfte nehmen ab und die Anfälligkeit der Tiere für Infektionen und für nachfolgende Fruchtbarkeitsstörungen nimmt zu. Zur Vorbeugung vor Ketose sollte schon im letzten Drittel der Laktation und in der frühen Trockenstehphase das Haltungs- und Fütterungsmanagement der Kuh angepasst werden, um eine Verfettung zu vermeiden. Die erste und wichtigste Maßnahme ist daher die Stabilisierung des Energiestoffwechsels. Dies wird erreicht durch die Gabe von konzentrierten Energieträgern wie Propylenglycol oder Propionat. Unter deren Einfluss – in der ersten Woche nach der Geburt verabreicht – werden nicht nur die Bildung von Ketonkörpern wirksam reduziert, sondern auch der Fettabbau gebremst und dadurch ein Anstieg der Leberverfettung verhindert. Mit den Ketoseschnelltests kann selbst subklinische Ketose schnell erkannt und behandelt werden.

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