Hitze verlangt Kontrolle – Die Eutergesundheit sichern, bevor es warm wird!

Schalmtest

Von Dr. Joachim Lübbo Kleen, Fachtierarzt für Rinder, CowConsult

Mit dem Euter der Kuh wird das Geld verdient – dementsprechend ist die Bedeutung der Eutergesundheit kaum zu überschätzen. Euterprobleme sind neben Lahmheit und Fruchtbarkeitsproblemen der Hauptabgangsgrund für Milchkühe. Von einer chronisch euterkranken Kuh ist weniger Leistung zu erwarten, und damit sinkt auch der Wert des Tiers. Besonders im Sommer steigt die Anfälligkeit für Euterprobleme. Doch warum eigentlich ist das so?

Akute Mastitiden beeinträchtigen deutlich die aktuelle und zukünftige Milchproduktion, und so wird nach einer schweren Euterentzündung nur mehr 80-95 % der theoretisch möglichen Milchleistung erreicht. Die Kosten eines einzigen Falles von Euterentzündung gehen also über die eigentlichen Behandlungskosten hinaus: Remontierungskosten, Produktionsverluste und zusätzlicher Arbeitsaufwand addieren sich zu einer beträchtlichen Summe.

Gerade im Sommer ist die Eutergesundheit eine Herausforderung für den gesamten Betrieb: Zellzahlen steigen in den warmen Monaten erfahrungsgemäß an und klinische Mastitiden nehmen zu, bzw. haben einen schwereren Verlauf. In den Sommermonaten sind viele Bereiche schwerer unter Kontrolle zu halten. Es gilt also, sich auf möglicherweise entstehende Probleme in den Sommermonaten vorzubereiten und Risiken zu kontrollieren, bevor sich die Eutergesundheit verschlechtert. Sehen wir uns die Kontrollbereiche und ihre mögliche Kontrolle also einmal genauer an.

Bereich 1: Eutergesundheit kontrollieren: Zellzahlberichte nutzen!
Ein zentraler Punkt für die Beurteilung der Eutergesundheit in einer Herde ist nach wie vor die Tankmilchzellzahl. Hierbei ist zu beachten, dass die Zellzahl der abgelieferten Milch sich nicht selten von der tatsächlichen Herdenzellzahl unterscheidet: Je nachdem, wie viele Tiere durch akute oder chronische Eutererkrankungen aus der Tankmilch herausfallen, kann es zu z.T. deutlichen Unterschieden zwischen den Werten kommen. Entscheidend ist also nicht die Zellzahl in der abgelieferten Milch, sondern die Zellzahl in der MLP. Da die Gesamt-Zellzahl nur wenig Auskunft über Veränderungen in der Herde gibt und von wenigen Tieren stark beeinflusst werden kann, sollte …


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