„Exportschlager“ Kükentöten

Deutschland hat seit Anfang dieses Jahres sehr erfolgreich das Kükentöten exportiert. Die aktuelle Statistik der Marktinfo Eier und Geflügel (MEG) belegt, dass seit dem Inkrafttreten des Verbots in Deutschland vermehrt Küken aus dem Ausland importiert werden. Fast 40 % der heimischen Brütereien sind seit 2021 leise gestorben und eine Abschwächung dieser Tendenz ist nicht in Sicht. Um das Kükentöten europaweit nachhaltig zu beenden und die Wettbewerbsnachteile für deutsche Brütereien auszugleichen, stellt der Bundesverband Ei e.V. (BVEi) mit seinem Vorsitzenden Henner Schönecke klare Forderungen an Bundesminister Cem Özdemir.

Seit dem 1. Januar 2022 werden Küken überwiegend nicht mehr in Deutschland ausgebrütet. Von Januar bis März 2022 wurden in deutschen Brütereien 12,37 Mio. Bruteier zur Erzeugung von Legeküken eingelegt, das waren ein Drittel weniger als im ersten Quartal 2021 und sogar 54,9 % weniger als in den ersten drei Monaten 2020. Deutsche Legehennenhalter sind deshalb gezwungen auf importierte Junghennen zurückgreifen, insbesondere aus den Niederlanden. Zuletzt erlangten auch die Importe von Junghennen aus Österreich und Polen eine immer größere Bedeutung.

„Das Verbot des Kükentötens hat das Problem nur auf die lange Bank geschoben. Wenn die ausgebrüteten Küken nun einen Kilometerweiten Transportweg aus dem Ausland über sich ergehen lassen müssen, während die Bruderhähne andernorts geschlachtet werden, kann von Tierwohl keine Rede sein“, sagt Henner Schönecke, Vorsitzender des BVEi. Daher stellt die Branche dringende Forderungen an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL):

Das Kükentöten in Europa beenden
„Wenn Deutschland in seiner Vorreiterrolle in Europa alleine dasteht, ist niemandem geholfen. Es braucht dringend einheitliche, europaweite Standards“, so Schönecke. Nur wenn die heimischen Brütereien unter den gleichen Bedingungen wirtschaften können wie Ihre Wettbewerber im Ausland, kann ein hohes Maß an Tierwohl dauerhaft in der EU und damit in Deutschland garantiert werden.

Transparenz schaffen
„Zahlreiche Lebensmittel enthalten Ei. Für den Verbraucher muss klar erkennbar sein, ob für sein Produkt Küken getötet wurden oder nicht. Das geht nur über eine eindeutige Kennzeichnung auf allen Produkten“, fordert der BVEi-Vorsitzende. Andernfalls verwässere das Verbot des Kükentötens die hochgesteckten Ambitionen.

Finanzielle Unterstützung für Brütereien in Deutschland
Der rein nationale Ausstieg aus dem Kükentöten stellt die Branche vor unüberwindbare Herausforderungen. Nicht alle Brütereien konnten nach den gesetzlichen Vorgaben ihren Betrieb fortsetzen. Dies schlägt sich auch in den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes nieder. Gab es im März 2021 noch 19 Brütereien für Legeküken, waren es im März 2022 nur noch 12 Betriebe.

Der Appell von Schönecke an das politische Berlin ist eindringlich: „Veränderungen gehen selten ohne Herausforderungen einher. Wer eine echte Verbesserung im Tierwohl möchte, muss sich diesen Anstrengungen stellen. Jetzt ist die Bundesregierung aufgefordert, ihren nationalen Alleingang zu beenden und EU-weite Rahmenbedingungen durchzusetzen.“

Quelle: ZDG

Bioland-Geflügeltagung 2022: Optimale Ausleuchtung von Geflügelställen

Über den aktuellen Erkenntnisstand zur optimalen Ausleuchtung von Geflügelställen sprach Louisa Reimers von der Hochschule Osnabrück anlässlich der Bioland-Geflügeltagung.

Vögel haben nicht nur ein breiteres Sehspektrum als Menschen, sie sehen auch im UV-A-Bereich. Haben Menschen bei ca. 550 nm eine einzige Spitze in der Hellempfindung, kommen beim Geflügel zwei weitere hinzu (bei etwa 460 nm sowie bei 630 nm). Wie wichtig UV-A-Licht für Vögel ist, zeigte die Wissenschaftlerin mit Bildern von Larven im Stroh mit und ohne UV-Beleuchtung.

Soldatenfliegenlarven unter Tageslicht

Außerdem nehmen Vögel Flimmern deutlich besser wahr, als Menschen es tun. Die wahrnehmbare Flimmerfusionsfrequenz beim Menschen liegt zwischen 50 und 60 Hz (˃ 20 Lux) respektive 18 bis 20 Hz (˂ 8 Lux). Bei Vögeln liegt die Spanne zwischen 75 und 120 Hz. Eine Glühlampe, die für das menschliche Auge Licht gleichmäßig ausstrahlt, flackert für Hühner ohne Unterlass. Flimmerfreie LEDs der 3. Generation seien deshalb heute die beste Wahl, empfahl Louisa Reimers. Die Mindestfrequenz sollte fürs Geflügel bei 160 Hz, die Netzspannung bei 50 Hz liegen.

Licht entscheidet über die Farbwahrnehmung und wenn eine Farbe „ausgefiltert“ wird, sind Vögel nicht nur irritiert, sondern können z. B. auch ihr Futter verweigern, das im Freien für sie ganz anders aussieht als im Stall. Natürliche Farben können durch mangelhafte Beleuchtung oder Fenstermaterialien verfälscht werden und bei Hühnern Stress auslösen.

Louisa Reimers, Hochschule Osnabrück

Alle Leuchtmittel altern und verändern im Lauf der Zeit ihre Beleuchtungseigenschaften. Geschieht dies langsam und gleichmäßig, sei dies nicht unbedingt problematisch, sagte die Referentin. Verschmutzungen, insbesondere wenn sie nur stellenweise und in unterschiedlichen Graden auftreten, seien dagegen gefährlich. Auch Lampen-Abdeckungen verfälschten das abgestrahlte Licht, ebenso wie z. B. Kunststoff-Fenster, die auch im saubersten Zustand schon bestimmte Wellenlängen ausfiltern könnten.

Grundsätzlich seien die Ansprüche des Geflügels an die Beleuchtung abhängig von Art und Alter. Außerdem waren Puten ursprünglich Steppen-, Hühner dagegen Waldbewohner. Ein gleichmäßiges Lichtspektrum sei entscheidend, Flackerfreiheit und ein passender UV-A-Anteil unerlässlich, sagte Louisa Reimers zum Schluss ihres Vortrags.

Quelle: Thomas Wengenroth, Der Hoftierarzt

Guter Tag für Tiergesundheit und AMR-Bekämpfung: Europäisches Parlament erteilt Antibiotika-Ideologen erneute Absage

In seiner heutigen Sitzung hat das Europäische Parlament (EP) den letzte Woche kurzfristig eingebrachten Einwand des Umwelt- und Gesundheitsausschusses (ENVI) gegen den Durchführungsrechtsakt über gelistete antimikrobielle Mittel, die nur für den menschlichen Gebrauch reserviert sind (Reserveantibiotika), erneut mit großer Mehrheit abgelehnt. Das EP folgt damit dem bewährten wissenschaftlich fundierten Entscheidungsfindungsprozess in der EU und bestätigt gleichzeitig sein eigenes Votum aus dem letzten Herbst. Mit ihrer Abstimmung bekennen sich die Abgeordneten erneut klar zum One-Health-Ansatz im Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen.

Basierend auf dem im vergangenen Herbst vom EP bestätigten Delegierten Rechtsakt zur Festlegung von Kriterien für die Kategorisierung von Antibiotika hatte die EU-Kommission auftragsgemäß zwischenzeitlich den Durchführungsrechtsakt (Implementing Act) zu Reserveantibiotika vorgelegt, der von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) u. a. in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) erarbeitet wurde. Der ENVI-Einwand wurde erneut mit genau denselben Argumenten begründet, die bereits im vergangenen Herbst im Zuge der Entscheidung über den Delegierten Rechtsakt zur Festlegung von Kriterien für die Kategorisierung von Antibiotika mit übergroßer Mehrheit vom EP abgelehnt wurden. „Wir begrüßen deshalb diese Ablehnung des ENVI-Einwands, denn eine Zustimmung hätte aus unserer Sicht in inhaltlichem Widerspruch zum letzten Votum gestanden, ja diese Entscheidung sogar konterkariert“, erklärt der Präsident der Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte, Dr. Siegfried Moder. „Der Durchführungsrechtsakt macht die Europäische Union zum weltweiten Vorreiter in Sachen Antibiotikaresistenzbekämpfung und sichert gleichzeitig die notwendigen Behandlungsmöglichkeiten für kranke Tiere“, so Moder weiter.

Da auch eine Mehrheit der Mitgliedsstaaten bereits Zustimmung signalisiert hat, dürfte nun einer baldigen Veröffentlichung des Durchführungsrechtsakts nicht mehr im Wege stehen.

Quelle: Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.

Bewerberrekord beim Preis der Tiergesundheit 2022

Rund 100 Betriebe wollen die Jury mit ihrem Tierwohlkonzept überzeugen
98 Bewerbungen aus Deutschland und Österreich setzen beim diesjährigen Preis der Tiergesundheit einen Teilnehmerrekord.
Besonders viele Bewerbungen in der Kategorie “Fruchtbarkeit von Milchkühen”.
Eine unabhängige Jury entscheidet jetzt, wer in die engere Auswahl kommt.

Die Bewerbungsphase beim Preis der Tiergesundheit 2022 ist abgeschlossen. Und das mit großem Erfolg: Rund 100 Betriebe aus Deutschland und Österreich haben sich mit ihren innovativen Ideen und Konzepten zur Förderung von Tierwohl und Tiergesundheit in der Landwirtschaft beworben. Die Teilnehmerquote aus den Vorjahren konnte damit abermals übertroffen werden.

Neben den bereits etablierten Bereichen Rind und Schwein, konnten sich dieses Jahr erstmals auch Landwirtinnen und Landwirte aus dem Bereich Geflügel bewerben. Gleich neun Betriebe haben diese Chance genutzt und ihre Bewerbung in der Kategorie „Tiergesundheit in der Legehennenhaltung” abgegeben. Weitere 20 Bewerbungen gingen in der Kategorie “Innovationen in der Schweinemast” ein. Die meisten Einreichungen kamen im Bereich Rind zusammen. Insgesamt 69 Betriebe haben sich zum diesjährigen Fokusthema “Fruchtbarkeit von Milchkühen” beworben und zeigen, mit welchen innovativen Maßnahmen in der Praxis sie es geschafft haben, die Gesundheit ihrer Milchkühe zu steigern. „Es ist eine Freude, die eingegangenen Bewerbungen zu sichten“, so Dr. Melanie Lengowski, Projektleiterin des Preis der Tiergesundheit. „Schon jetzt können wir sagen, dass die Qualität der eingereichten Konzepte auch in diesem Jahr wieder sehr hoch ist. Das wird keine leichte Entscheidung für unsere Jury.“

Unabhängige Expertenjury bewertet Einreichungen
Mit dem erfreulichen Abschluss des Bewerbungszeitraums startet der von MSD Tiergesundheit 2019 ins Leben gerufene Preis jetzt in die Juryphase. Im ersten Schritt werden die Betriebe von einem Experten-Team von MSD Tiergesundheit besucht. Kommt ein Betrieb in die engere Auswahl, findet ein erneuter Besuch durch die Jury statt.
Die Jury jeder Kategorie besteht dabei aus unabhängigen Expertinnen und Experten aus Wissenschafts- und Lehreinrichtungen, Verbänden und jeweils einem Vertreter von MSD Tiergesundheit. In diesem Jahr dabei sind:

Rind | Fruchtbarkeit von Milchkühen:
Prof. Axel Wehrend, Universitätsprofessor, Fachbereich Reproduktionsmedizin, Justus-Liebig-Universität Giessen
Dr. Erwin Hasenpusch, stellv. Geschäftsführer der Rinderzucht Schleswig-Holstein eG (RSH)
Dr. Carl Christian Gelfert, Tierarzt, Fachberatung Rind, MSD Tiergesundheit

Schwein | Innovationen in der Schweiemast:
Prof. Isabel Hennig-Pauka, Professorin für Schweinekrankheiten und Bestandsmedizin, Tierärztliche Hochschule Hannover
Karin Müller, Geschäftsführerin der Schweinespezialberatung Schleswig-Holstein
Dr. Robert Tabeling, Tierarzt, Fachberatung Schwein, MSD Tiergesundheit

Geflügel | Tiergesundheit in der Legehennenhaltung:
Dr. Franca Möller, Fachtierärztin für Wirtschafts-, Wild- und Ziergeflügel; Fachtierärztin für Mikrobiologie, Justus-Liebig-Universität Giessen
Prof. Robby Andersson, Leiter des Schwerpunktes Poultry Science, Hochschule Osnabrück
Claudia Scheidel, Teamleitung Bereich Geflügel und Fisch, MSD Tiergesundheit

Gesucht sind dieses Jahr nicht nur die drei besten Gesamtkonzepte pro Kategorie – auch die jeweils beste Einzelidee erhält mit der Auszeichnung TopTipp ein Preisgeld von 2.000 Euro. Die feierliche Preisverleihung findet Ende des Jahres statt. Weitere Informationen zum Preis der Tiergesundheit 2022 finden Sie unter www.preisdertiergesundheit.com.

Quelle: MSD Tiergesundheit

Fokus Schwein 2022: Die deutsche Schweineproduktion in stürmischen Zeiten

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Die Veranstaltung der BRÖRING Unternehmensgruppe war mit rund 250 Teilnehmern sehr gut besucht (Foto: Bröring).

Endlich war es wieder so weit. Nach pandemiebedingter Pause fand am 10. Juni zum zwölften Mal die beliebte Veranstaltung „Fokus Schwein“ statt. Rund 250 Zuhörer reisten auf Einladung der BRÖRING Unternehmensgruppe nach Spelle, um sich über aktuelle Themen der Schweineproduktion auszutauschen. Aufgrund der aktuellen Marktlage mit hohen Erzeugerpreisen und geringen Erlösen, verstärkt durch politischen und gesellschaftlichen Druck, blickt die Schweinebranche in eine ungewisse Zukunft. Doch Heiner A. Bröring, Geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens, konnte hochkarätige Referenten aus Wissenschaft und Praxis begrüßen, die Wege aufzeigten, diese Herausforderungen zu meistern.

Preisbildung in stürmischen Zeiten
Den Beginn machte Herr Matthias Frieß, Vorsitzender der VEZG. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften bündelt die Interessen der Erzeugergemeinschaften für Vieh- und Fleisch und berät ihre Mitglieder bei der Preisbildung. Zu diesem Zweck spricht die VEZG wöchentlich eine Preisempfehlung aus, den sogenannten Vereinigungspreis. Gerade in Zeiten starken Preissprünge stellt sich immer wieder die Frage, wie diese zu erklären sind. Herr Frieß gab einen interessanten Einblick in den Ablauf der wöchentlichen Preisfindung. Hoffnungen auf einen schnellen starken Preisanstieg machte er allerdings nicht: „Die Nachfrage nach Schweinefleisch ist stärker rückläufig als das Angebot“, so Frieß. Positiv sei allerdings, dass die Nachfrage nach deutschem Ferkel durch die Diskussionen rund um 5D wohl wieder anziehen dürften.

Die Vermarktung im Griff haben
Mit welchen Herausforderungen und Zielen sich die Fleischvermarktung auseinandersetzt berichtete Dr. Harm Böckmann von der Firma Brand Qualitätsfleisch. In den sozialen Medien bekannt als WURSTNERD ist er immer auf der Suche nach dem besonderen Schwein. Aktuell sei der Markt extremschnell und unkalkulierbar. Gerade für ein kleineres Schlachtunternehmen wie die Firma Brand sei aber Planbarkeit und Vermarktungssicherheit wichtig. Aus diesem Grund setzt das Unternehmen mehr und mehr auf geschlossene Wertschöpfungsketten im Hochpreissegment.

Dabei sieht sich das Unternehmen nicht nur als Bindeglied zwischen Landwirt und Vermarkter, sondern liefert auch ein umfassendes Marketingpaket rund um die Tierhaltung und den Schlachtprozess. Über diesen Weg ließen sich Produkte aus der Tierwohlhaltungsstufe 3 und 4 sehr gut vermarkten.

China gibt den Ton an
Mandes Verhaagh vom Thünen Institut zeigte in seinem Beitrag, wie sich die deutsche Schweineproduktion im internationalen Vergleich schlägt. Eindrucksvoll veranschaulichte er, wie sich die Handelsströme für Schweinefleisch in den vergangenen Jahren immer wieder gewandelt haben.

Dabei hängt der internationale Schweinemarkt sehr stark von der Nachfrage Chinas ab. Bei einem Blick auf die betriebswirtschaftlichen Ergebnisse im Jahr 2020 zeigt fast weltweit einen Rückgang gegenüber 2019. Verhaagh schätzt die Lage auch weiterhin als schwierig ein. Um Exporte zurückzugewinnen, sei es notwendig, in Bezug auf die ASP ein Regionalisierungabkommen durchzusetzen. Brauchbare Konzepte in Bezug auf Tierwohlfragen liegen vor, es sei an der Zeit für eine konsequente Umsetzung.

Forschung für die Zukunft
Gemeinsam mit Big Dutchman baut die BRÖRING Unternehmensgruppe einen Forschungsstall, um dort Themen wie freie Abferkelung und Langschwanz weiter zu erforschen. Daniel Holling von Big Dutchman stellte dieses spannende Projekt vor. Im ersten Bauabschnitt werden insgesamt 84 Sauen in strukturierten Buchten untergebracht, die mit der Schweinetoilette ausgestattet und somit spaltenfrei sind. Das Besondere: Die Ferkel verlassen diese Buchten nicht zum Absetzen, sondern werden an Ort und Stelle im Geschwisterverbund weiter aufgezogen bzw. gemästet. Lena Feldhaus, Landwirtin aus Visbek, berichtete von ihren Erfahrungen mit den ersten Testbuchten, die bereits 2019 auf dem elterlichen Betrieb eingebaut wurden. Im Laufe der Zeit gab es immer wieder Verbesserungspunkte. So wurden Schmutzecken immer weiter reduziert und
Fütterungs- und Tränkesysteme weiter optimiert. „Die Mast von Langschwanztieren ist hier kein Problem“, so Lena Feldhaus. Als Gründe sieht sie die gut strukturierten Buchten, den Erhalt des Geschwisterverbands und die sehr gute Stallluft im Abteil. Weiterhin erklärt die Landwirtin: „Durch die Schweinetoilette ist kaum Ammoniak in der Luft. Es riecht nur nach dem Einstreumaterial.“

Am Ende der 4-stündigen Veranstaltung blieb Tobias Bolte, Spartenleiter Schwein bei der BRÖRING Unternehmensgruppe, ein herzlicher Dank an Referenten und Teilnehmer. Die Veranstaltung habe gezeigt, wie groß das Interesse der Landwirtinnen und Landwirte sei, sich trotz aller Widrigkeiten mit den aktuellen Herausforderungen auseinanderzusetzen und nach Lösungen zu suchen.

Quelle: Bröring

Managementempfehlungen: Legehennen länger halten

Von Paul Westermann, Produktfeldleiter Geflügelmast, BEST 3 Geflügelernährung GmbH

In der heutigen Zeit steigen die Kosten für Legehennenhalterinnen und Legehennenhalter rapide an – Energie, Futter und Personalkosten bei zu niedrigen Erzeugerpreisen können schnell zu großen betriebswirtschaftlichen Problemen führen. Umso wichtiger ist es, die Effizienz der Hühner zu steigern. Welche Möglichkeiten gibt es, mehr Eier je Henne zu erzeugen?

Die Zucht unserer Legehennen hat in den letzten Jahren zu einer deutlichen Effizienzsteigerung geführt mit dem positiven Effekt, dass die Hühner länger gehalten werden können. Nicht selten kommt es vor, dass 100 Lebenswochen überschritten werden und über 500 Eier erzeugt werden können. Um diese Leistungsparametern zu erlangen, muss alles stimmen, worauf es in der Haltung ankommt. Die LegehennenhalterInnen sollten in jeder Phase der Legeperiode die Herde richtig lenken und ggf. gegensteuern.

Junghennen gut kontrollieren
Nach Anlieferung der Junghennen empfiehlt es sich, eine Einzelwiegung von 0,5-1 % der Herde vorzunehmen, um die Uniformität und das Durchschnittsgewicht zu ermitteln. Bei der Einzeltierwiegung ist es zudem möglich, jedes Tier im Gefieder zu beurteilen, um eventuelle Gefiederschäden zu erkennen. Stresssituationen in der Aufzucht können leicht zu einem Federpicken führen, aber auch Managementfehler bzw. Unterversorgungen können sich als Schäden im Gefieder widerspiegeln wie z.B. durch Stresslinien. Ebenfalls könnte ein möglicher Ektoparasitenbefall bei genauerer Betrachtung erkannt werden, jedoch nur bei sehr starkem Befall. Endoparasiten sollten über eine Sektion oder über Kotproben überprüft werden. Darüber hinaus ist der Mauserstatus zu ermitteln, um das Alter der Tiere mit der Körperentwicklung zu vergleichen. Die Sollwerte hängen in diesem Fall immer von dem Alter der Junghennen und der Rasse ab und sollten aktiv mit dem Vertreter des Junghennen-Vermehrers besprochen werden. Da die gelieferten Tiere einen großen Wert darstellen, ist die Überprüfung des Impfstatus ratsam. Parameter können hier z.B. Newcastle Desease, Egg-Dropp-Syndrom (EDS) oder auch Infektiöse Bronchitis sein. Speziell für den Bestand durchgeführte Impfungen sollten immer kontrolliert werden (z.B. MG, MS (Mykoplasmen)). Braune Legehennenherden ohne ausreichenden EDS-Schutz können einen Totalschaden darstellen, da die Legeleistung bis auf ein Minimum absinkt und die restlichen gelegten Eier entweder keine oder eine sehr dünne Schale aufweisen.

Herde langsam stimulieren
Nach der Bestandsaufnahme der Junghennen sollte in enger Abstimmung mit dem Züchter das Lichtregime eingestellt und die Herde so langsam wie möglich stimuliert werden. Alte Weisheiten wie z.B. „je früher die Eier, desto mehr Eier“ sind lange widerlegt und schaden den Hühnern, da zu schnell gestartete Herden an Körpermasse verlieren. Langsame, der Herde angepasste Legestarts helfen den Tieren, sich an neue Bedingungen zu gewöhnen. Dazu zählen nicht nur der neue Stall, sondern auch das Futter, Wasser, Betreuung und die hormonelle Umstellung. In dieser Phase erhalten die Hühner ein spezielles Umstellungsfutter (Vorlegefutter), das die Brücke zwischen Junghennenmehl und Legemehl spannt. Bitte niemals die Fütterungsempfehlung für das Vorlegemehl überschreiten, da es weniger Kalzium enthält als das Legemehl und folglich die Tiere von ihren inneren Calcium-Reserven zehren müssten.

Stress vermeiden
In der Phase des Starts sollte immer ein Auge auf die Tiergewichte gelegt werden. Es ist sehr wichtig, dass die Herde an Gewicht zulegt und die Futteraufnahme sowie Wasseraufnahme mindestens im Soll liegt. Die Legeleistung sollte stetig auf min. 95 % steigen, wobei immer kontrolliert werden muss, ob die Nester gleichmäßig angenommen werden. Veränderungen in der Eiqualität (blutige, angepickte, helle, oder deformierte Eier) sollten stets separat dokumentiert werden.


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Biosicherheit in der Schweinehaltung #Bioland Schweinefachtagung 2022

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Biosicherheit ist, wie jeder weiß, essentiell in der Schweinehaltung. Und doch schleichen sich in der alltäglichen Arbeit immer wieder Fehler ein und deswegen ist es wichtig immer wieder mögliche Schwachstellen zu benennen. Dies tat Dr. Hendrik Nienhoff, Leiter des Schweinegesundheitsdienstes Niedersachsen, auf vorbildliche Weise anlässlich der diesjährigen Schweinefachtagung.

Wie Krankheitserreger in den Bestand kommen können, ist hinlänglich bekannt: durch Menschen, Tiere und einfach über die Luft. Die Details jedoch sind schon (be-)merkenswert! Bei Übertragungsversuchen in den USA überbrückten das Atemwegsbakterium M. hyo und das PRRS-Virus sage und schreibe 9 km Luftweg. Bei Influenza kann es sogar noch mehr sein. Im Ebersperma können sich Brucellose, Schweinepest, Parvo, PRRS und Aujetzky halten; dazu noch Chlamydien, Coli, Circo und Leptospirose.

Mäuse haben meist nur ein Revier von wenigen Quadratmetern, den Rest machen sie durch ihre Zahl wett. Ratten bewegen sich in einem Radius von ca. 800 m – wenn das Futterangebot ausreicht – können jedoch bei der Futtersuche auch 1,5 km zurücklegen. Fliegen schaffen sogar 3 km und werden nur von mangelhaft gereinigten Transportfahrzeugen übertroffen.

Und natürlich bringt der Mensch ganz leicht Erreger mit: in Kleidung und Haaren, an den Händen oder auch in den Atemwegen. Deswegen sind Einduschen und Kleidungswechsel so wichtig – auch für Betriebsleiter. Und erst recht für Handwerker, die nur das notwendige Werkzeug mit in den Stall nehmen sollten und nicht ihr Essen oder Handy.

Gelangen aber Erreger in den Stall, halten sie sich dort unterschiedlich lange: HPS (die „Transportkrankheit“) nur wenige Stunden, Influenza-Viren schon 24-28 Stunden, APP in organischem Material ein paar Tage, M. hyo eine ganze Woche und PRRS 11 Tage in Wasser und 3 Wochen in organischem Material.

Zwei Punkte hob Nienhoff in seinem Vortrag besonders hervor: 1) die Jungsauen-Eingliederung und das 2) Versetzen von Ferkeln.

1) Mindestanforderungen an den Eingliederungsstall:
– mindestens separates Stallabteil, besser separates Gebäude
– separater Zugang von außen
– getrennte Entlüftung und Entmistung
– separate Overalls, Stiefel und Geräte
– Platzbedarf je Tier min. 1,5qm/Tier
– nur 5-6 Tier pro Bucht, bei Stroheinstreu mehr
– Extrabucht für Kontaktiere, Jungeber
– eine Tränke für je 5 Tiere
– ausreichende Beleuchtung

Die Jungsauen-Eingliederung sollte dann in vier Phasen erfolgen:

14 Tage Isolierung mit baldigen Impfungen, Gewöhnung an den Menschen und Notieren der ersten Rausche.

14 Tage Adaption mit Zustallung von Läufern im Verhältnis 3:1 bis 5:1 und Wiederholungsimpfungen

14 Tage Erholung und ab dem 40 Tag Wechsel ins Deckzentrum

14 Tage Eingliederung mit Rauschekontrolle und Dokumentation. Ab der 8. Woche ist dann eine Belegung möglich.

2) Das Versetzen von Ferkeln kann Sinn machen, sollte aber so wenig wie möglich praktiziert werden. Wenn, dann möglichst innerhalb eines Abteils und innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach den Geburten. Verschiedene Altersgruppen sollten nicht gemischt werden und alle Tiere farbige Ohrmarken bekommen. Risikotiere gehörten nach Nienhoff gleich in kleine Abteilungen.

Besonders Augenmerk schließlich verdienen immer auch Verladerampe, LKW und Kadaverlager!

Längere Übergangszeit für Kälbertransporte

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Am Montag, 20. Juni, befasst sich der Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz des Bundesrats erneut mit dem Mindesttransportalter von Kälbern. Im Juni 2021 hatte der Bundesrat die Änderung der Tierschutztransportverordnung beschlossen.

Demnach soll das Alter von bisher 14 auf 28 Tage bei Kälbern heraufgesetzt werden. Die Änderungen treten am 1. Januar 2023 in Kraft. Auf Antrag Niedersachsens soll die Übergangsfrist für die geänderte Verordnung von einem Jahr auf drei Jahre verlängert werden.

Im Januar war die Beratung im Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz darüber bis zu einem Wiederaufruf vertagt worden. Niedersachsen hat jetzt die Wiederaufsetzung beantragt. Somit könnte noch vor der parlamentarischen Sommerpause eine Entscheidung getroffen werden.

Auf europäischer Ebene zeichnet sich ebenfalls eine Mehrheit für die Erhöhung des Mindesttransportalters für Kälber ab. „Die EU-Kommission hat eine Überarbeitung der Tierschutzgesetze bei Transporten bis Ende 2023 angekündigt. Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, möchte ich, dass wir im Gleichschritt vorangehen. Außerdem müssen wir den Tierhaltern – auch in Anbetracht der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage in der Tierhaltung – bei der Weiterentwicklung einer zukunftsfähigen Kälberhaltung ausreichend Zeit für die Anpassung einräumen“, betonte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast.

Mit einer auf drei Jahre verlängerten Übergangsfrist besteht zusätzlich die Möglichkeit, Maßnahmen zu implementieren, um die Betriebe bei der Erweiterung der Haltungskapazitäten für die Kälber zu unterstützen und Beratungskonzepte zur Verbesserung der Kälbergesundheit weiter zu entwickeln.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Potenziale von Roggen in Schweinefütterung wissenschaftlich belegt: „Reduzierte Salmonellengefahr und mehr Tierwohl!“

Reduzierte Salmonellengefahr in den Ställen, verbesserte Darmgesundheit, erhöhtes Wohlbefinden der Tiere und verringerter CO2-Ausstoß: Der verstärkte Einsatz von Roggen in der Schweinefütterung hat positive Effekte. Dies ist das Ergebnis des vierjährigen Forschungsprojekts „6-R-Konzept“. Die Wissenschaftler kommen zum Schluss, dass Roggen hohes Potenzial für eine nach-haltige und gesunde Schweinefütterung hat. Damit werden die Ergebnisse der ersten Feldstudie belegt.

„Roggen wird von den Tieren auch bei hohem Leistungsniveau in größeren Mengen akzeptiert. Ein hoher Anteil an Hybridroggen im Mischfutter kann dabei eine Salmonellenbelastung im Stall deutlich reduzieren“, erläutert Dr. Andreas von Felde, Leiter Produktmanagement Fütterung der KWS Lochow GmbH.

„Die Untersuchungen belegen, dass die hohen Anteile an wasserlöslichen Kohlenhydraten des Roggens am Ende des Verdauungstrakts von den Bakterien vermehrt zu flüchtigen Fettsäuren umgebaut wer-den. Das ist gut für die Darmschleimhaut und erschwert die Ansiedlung von Salmonellen“, erklärt Prof. Dr. Christian Visscher, Direktor des Instituts für Tierernährung, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Darüber hinaus zeigen die Forschungsergebnisse, dass Roggen die Darmgesundheit der Tiere fördert und letztendlich zu höherem Wohlbefinden der Tiere und somit zu mehr Tierwohl führt.

Auch der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV), Dr. Henning Ehlers, bewertet die Studienergebnisse positiv: „Schweinehalter suchen neue Methoden, wie sie ihre Tiere gesund und nachhaltiger füttern können. Heimischer Roggen kann dazu erheblich beitragen.“ Er macht deutlich: „Roggenbetonte Futtermischungen können die CO2-Bilanz der Schweinehaltung verbessern. Hybridroggen verbraucht im Anbau gegenüber anderen Getreidearten weniger Dünger, Pflanzenschutz und Wasser und bietet so eine attraktive Alternative in der Fruchtfolge.“

An dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten und vom Saatguthersteller KWS initiierten Forschungs-projekt „6-R-Konzept“ mit dem Titel „Regionale Renaissance von Roggen und Raps zur Reduktion von Problemen in Pflanzenbau und Tierproduktion durch Reevaluation der Inhaltsstoffe und deren gezielte Nutzung zur Förderung des Umwelt-, Tier- und Verbraucher-schutzes“ war ein Forschungsverbund beteiligt. Neben der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der Freien Universität Berlin und der Universität Bonn sowie KWS gehörten ihm der DRV sowie seine Mitgliedsunternehmen Raiffeisen Kraftfutterwerk Mittelweser Heide und Viehvermarktungsgemeinschaft Aller-Weser-Hunte an.

Eng verknüpft mit dem „6-R-Projekt“ ist das laufende Wissenschaftsprojekt „Rye-SaFe“. Dabei wird untersucht, ob sich die Salmonellenbelastung bereits in der Sauenhaltung und in der Ferkelproduktion durch eine roggenbetonte Fütterung reduzieren lässt. An diesem Projekt sind ein weiteres Mal Mitgliedsunternehmen des DRV ebenso beteiligt wie der Saatgutzüchter KWS, die Tierärztliche Hochschule Hannover sowie weitere Partner.

Quelle: Deutscher Raiffeisenverband e.V.

Lebenswichtiges Selen: Nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel

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Von Prof. Dr. Rudolf Staufenbiel, Freie Universität Berlin, Klinik für Klauentiere

Die bedarfsgerechte Versorgung mit Selen hat eine herausragende Bedeutung für die Sicherung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Kälber, Jungrinder und Milchkühe. Zugleich gilt es auf Grund des toxischen Potenzials, Überversorgungen zu vermeiden. Doch warum ist Selen so wichtig für das Rind und wie sieht die optimale Versorgung aus?

Die gängigen Futtermittel für Rinder/Wiederkäuer sind überwiegend selenarm und decken den Selenbedarf nicht. Zur Beurteilung der nutritiven und metabolischen Versorgungslage mit Selen steht ein ausdifferenzierter Diagnosekatalog mit gesicherten Referenzwerten zur Verfügung. Darauf aufbauend können der Bedarf für eine Selenergänzung bestandsbezogen abgeleitet und die Einsatzeffekte kontrolliert werden. Zum Ausgleich des Selenbedarfes reicht in der Regel die Rationsergänzung mit einer anorganischen Selenverbindung. Eine Ausnahme bildet die Transitperiode. Zur optimalen Ausstattung der Selenreserven der neugeborenen Kälber scheint die Nutzung von organischen Selenverbindungen von Vorteil sein. Mit der Messung der Selenkonzentration in Blutplasma- oder Blutserumproben steht ein zuverlässiges Kontrollinstrument zur Bewertung des Handlungsbedarfes und zur Erfolgskontrolle in allen Haltungsstufen vom Kalb bis zur Milchkuh zur Verfügung.

Biologische Funktionen von Selen
Die essenzielle Bedeutung von Selen wurde erst 1957, die toxische Wirkung bereits 1937 erkannt. Das Spurenelement vollzieht seine physiologischen Stoffwechselfunktionen in enger Kooperation mit dem Mengenelement Schwefel. Beide Elemente haben nicht nur ähnliche Abkürzungen (Se und S), sondern sie verfügen über weitere Gemeinsamkeiten. Die für die Ausübung der biologischen Aufgaben von Selen zentrale Verbindung ist die Aminosäure Selenocystein. Sowohl die physiologischen Stoffwechselfunktionen von Selen sind von schwefelhaltigen Verbindungen als auch umgekehrt die Wirkungen schwefelhaltiger Enzyme von Selen abhängig.

Die vielfältigen biologischen Funktionen von Selen lassen sich vier Komplexen zuordnen: (1) Antioxidativer Stoffwechsel (Glutathionperoxidase-Familie GPx); (2) Thioredoxin-Redox-System (Thioredoxin-Reduktase-Familie TrxR), (3) Schilddrüsenhormonstoffwechsel (Iodthyronin-Deiodinase-Familie DIO), (4) Immunfunktion. Wichtig ist zu verstehen, dass für die einzelnen Aufgaben nicht nur eine bestimmte Substanz zur Verfügung steht, sondern sowohl innerhalb der genannten Familien eine Reihe an unterschiedlichen Selenverbindungen gleiche Funktionen erfüllen können und darüber hinaus auch außerhalb der Familien andere, selenunabhängige Stoffwechselwege selenabhängige Funktionen übernehmen können. Damit besteht ein Netz an Handlungsoptionen, um auf unterschiedliche Selenversorgungsgrade reagieren zu können.

Eine herausragende Bedeutung übernimmt Selen im antioxidativen Stoffwechsel (Glutathionperoxidase-Familie GPx). Das Leben basiert auf den Ablauf biochemischer Reaktionen in den Körperzellen. Es entstehen ständig eine kleine Anzahl an Molekülen mit einer freien Bindungsstelle (freies Elektron), sogenannte Radikale. Diese Radikale sind hochreaktiv mit einer Halbwertszeit von unter einer Sekunde, in der durch die chemische Reaktion mit einem anderen Molekül die freie Bindungsstelle (Elektronenpaarung) geschlossen wird. Diese Reaktionen laufen substratunspezifisch und ungeordnet ab und schädigen die Integrität der Zelle. Deshalb müssen die Radikale sofort gezielt abgefangen und „entgiftet“ werden. Eine hervorgehobene Gruppe unter den Radikalen bilden die radikalen Sauerstoffmoleküle. Sie entstehen in großen Mengen als Abfallprodukte während der sauerstoffverbrauchenden Energiegewinnung (aerobe Glykolyse) in allen Körperzellen. Eine zweite Gruppe mit einem hohem oxidativen Potential sind die Peroxide (-O-O-Bindung), mit dem bekanntesten Vertreter dem Wasserstoffperoxid (H-O-O-H). Die oxidative Wirkung der unterschiedlichen chemischen Moleküle kann summiert unter dem Begriff „oxidativer Stress“ zusammengefasst werden. Auf Grund der zentralen Bedeutung der zuverlässigen und dauerhaften Kontrolle der oxidativen Last für das Überleben, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit gibt es eine ganze Armee an Gegenmaßnahmen, das sogenannte antioxidative Potential. Diese Armee hat zwei Eliteeinheiten, die an vorderste Stelle die Hauptlast tragen und bei Bedarf von nachgeordneten Einheiten unterstützt werden. In wässrigen Lösungen innerhalb der Körperzellen ist es die selenhaltige Glutathionperoxidase, in den lipidhaltigen Zellmembranen das Vitamin E. Als nachgeordnete antioxidative Substanzen sind Vitamin C, Vitamin A, ß-Karotin, Bilirubin, Albumin, Haptoglobin, Coeruloplasmin zu nennen. Dieses tief ausdifferenzierte Netz der antioxidativen Kapazität erklärt, warum sich ein kurzzeitiger Mangel an Selen nicht unmittelbar in klinische Krankheitsanzeichen manifestiert. Es soll aber auch verdeutlichen, dass es langfristig besser ist, die dafür ausgebildeten Eliteeinheiten in den Kampf zu schicken. Deshalb kommt einer bedarfsgerechten Selenversorgung eine zentrale Bedeutung für die Sicherung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu.

Folgen einer Mangelversorgung
Die bekannteste Mangelerkrankung ist die Nutritive Muskeldystrophie (Weißmuskelkrankheit), bei der es zu einem Muskelzerfall mit Ausscheidung eines durch den freigesetzten Muskelfarbstoff (Myoglobin) rot verfärbten Harn kommt. Diese Erkrankung tritt erst bei einem sehr ausgeprägten Selenmangel (Blutplasmakonzentration unter 30 µg/l) in Kombination mit einem erhöhten Selenbedarf auf Grund eines intensiven Muskelwachstums auf.


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Aktuelles Interview: Geflügelpest – Quo vadis?

Der Winter 2021/2022 ist vorbei und damit auch das erneut sehr schwere Geflügelpestgeschehen. Ähnlich wie im vergangenen Winter waren wieder viele Geflügelbetriebe betroffen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) schätzt das Risiko von weiteren Einträgen in Geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln unverändert als hoch ein. Wie geht es also weiter mit der Geflügelpest? Haben wir nun in jedem Winter ein solches Ausmaß zu befürchten? Dazu haben wir Dr. Elke Reinking vom FLI befragt.

Frau Dr. Reinking, warum treten in den vergangenen Jahren die Geflügelpestfälle so vermehrt auf?
Seit 2006 kommt es immer wieder zu Ausbrüchen durch unterschiedliche Geflügelpestviren, in den letzten fünf Jahren traf es Europa besonders stark. Dies ist eine deutliche Veränderung der epidemiologischen Situation gegenüber den eher seltenen Ausbrüchen in der Zeit davor. Insbesondere die Zirkulation von Geflügelpestviren bei Wildvögeln und die mutmaßliche Verbreitung über große Distanzen durch den Vogelzug trugen dazu bei. Für die Ausbruchsjahre 2005/2006, 2014/15, 2016/2017 und 2020/2021 gehen wir wie nahezu alle wissenschaftlichen Arbeitsgruppen weltweit davon aus, dass die jeweiligen Geflügelpestviren durch Wildvögel stafettenartig nach Europa eingetragen wurden. Dies wurde durch zahlreiche Untersuchungen der Viren an verschiedenen Stationen auf dem Weg hierher bekräftigt.

Das aktuelle Geschehen beruht aber auf einer Änderung der Situation: Die Ausbruchswelle 2020/2021 in Deutschland/Europa kam erst im Sommer 2021 allmählich zur Ruhe, erlosch allerdings bei den Wildvögeln in Europa nie ganz. Über den Sommer meldeten vor allem die nordeuropäischen Länder immer wieder vereinzelt Fälle aus den Brutregionen von Wildgänsen und -enten, die in Deutschland an den Küsten überwintern. Damit hat das Geflügelpestgeschehen eine neue Qualität angenommen und eine ganzjährige Gegenwart von Geflügelpestviren im europäischen Raum erscheint durchaus möglich.

Wie soll es zukünftig im Umgang mit erkrankten Geflügel-Beständen weitergehen, wenn das Geflügelpest-Virus tatsächlich hier endemisch wird?
Im Falle einer endemischen Situation bei der Geflügelpest in Deutschland, also wenn die Infektion zeitlich unbegrenzt in einem bestimmten Gebiet bei Wildvögeln, insbesondere bei Wasservogelarten vorkommt, sollte neben der Option einer Impfung auch über strukturelle Anpassungen in der Geflügelproduktion diskutiert werden.


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Die Sau fiebert und lässt die Ferkel nicht mehr trinken: Was ist bei MMA zu tun?

Von Herbert Nehf und Katharina Weiß, BayWa AG

Sauenhalter kennen das Problem: Nach der Geburt verweigert die Sau das Futter, fiebert und hat nicht genügend Milch. Sie eitert aus der Scheide, das Gesäuge ist entzündet und als Folge kommen die Saugferkel zu kurz. Es handelt sich um MMA (M =Mastitis, M =Metritis, A =Agalaktie), eine klassische Faktorenkrankheit, die viele Ursachen haben kann. Die Erkrankungsrate ist in den einzelnen Betrieben sehr unterschiedlich und kann zwischen 5 und 20 % schwanken. In extremen Fällen können bis zu 80 % der Sauen betroffen sein. Häufig ist eine antibiotische Behandlung unumgänglich. Zur Vorbeuge wird eine Kombination von Fütterungs-, Hygiene- und Managementmaßnahmen empfohlen, die der betrieblichen Situation anzupassen sind.

Über die Fütterung soll im Wesentlichen eine Darmträgheit und damit eine Verstopfung verhindert werden. Zudem soll die Sau vor dem Risiko einer Harnwegsinfektion geschützt werden. Beide Ansätze sollen die Gefahren durch MMA-verursachende Toxine und pathogene Keime minimieren. Die Erreger können entweder direkt über den Darm in die Blutbahn gelangen oder über Kot ins Gesäuge eindringen und MMA auslösen. Außerdem verschlechtern die durch die Bakterien gebildeten sogenannten Endotoxine den Allgemeinzustand der Sauen. Hier die zwölf wichtigsten Punkte zur Vorbeuge rund um die Geburt:

Toxinlast: Die Basis für eine gesunde Ernährung sind hygienisch einwandfreie Rohstoffe. Das beginnt mit der Optimierung des Ackerbaus z.B. hinsichtlich der Fruchtfolge und des Pflanzenschutzes, um den Mykotoxin- und Keimbelastungen im Erntegut vorzubeugen. Die anschließende Reinigung und Konservierung der Ernte sichert die Qualität der Rohstoffe. Die weitere Optimierung der Lager- und Silohygiene bis hin zu automatischen Fütterungsanlagen tragen zu einer bestmöglichen, gesunden Fütterung bei.

Komponentenwechsel: Die Nährstoffuntersuchung der Futterkomponenten ist Pflicht, um bedarfsgerechte Rationen erstellen zu können. Um Verdauungsstörungen zu verhindern, sollte das jeweilige Futter für tragende und säugende Sauen bezüglich der eingesetzten Rohwaren abgestimmt sein. Das heißt: Jeder Rohstoff, der im Tragefutter eingesetzt wird, sollte im Laktationsfutter wiederzufinden sein, um die Darmflora über den Geburtszeitraum im Gleichgewicht zu halten. Ein Wechsel kann eine unkontrollierte Vermehrung schädlicher Keime zur Folge haben.

Futterkurve: Das Futterregime während der Tragezeit und kurz vor der Geburt ist entscheidend.


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Einladung zur 21. Bioland-Schweinefachtagung 2022 „Mit Bio-Schweinen anspruchsvoll nach vorn“ Am 07. und 08. Juni 2022 im Münsterland und online

Bei der ersten Schweinefachtagung in Präsenz seit mehr als zwei Jahren, werden spannende Themen von der Schweinehaltung und Fütterung über Stallbau und Auslaufnutzung bis hin zum Tiergesundheitsmanagement und der Marktentwicklung behandelt. Es gibt die Möglichkeit die großen Herausforderungen vor denen die Bio-Schweinehaltung steht, von Fachleuten einordnen zu lassen und mögliche Lösungen aufzuzeigen. Die 21. Bioland-Schweinefachtagung 2022 findet wie immer in bewährter Kooperation mit dem Thünen-Institut für Ökologischen Landbau statt.

Auf der einen Seite ist die Nachfrage nach Bio-Fleisch weiterhin hoch und die Bio-Schweineerzeugung und der Bio-Schweinemarkt bewegen sich langsam raus aus der kleinen „1 % Nische“. Die steigende Nachfrage nach Bio-Schweinefleisch – einhergehend mit einem deutlichen Anstieg der Erzeugerpreise, zeigt, dass immer mehr Verbraucher bereit sind, artgerechte Haltungssysteme und eine die Umwelt schonende Landwirtschaft auch finanziell zu honorieren.

Auf der anderen Seite verunsichern die knappe Versorgungslage im Futtermittelbereich, verbunden mit steigenden Preisen, die Bio-Schweinehalter. Der Krieg in der Ukraine hat Auswirkungen auch auf die Bio-Schweinehaltung – direkt in Form von deutlich gestiegenen Futterkosten, indirekt über die ungewisse Marktentwicklung. Wo wird sich der Futterpreis einpendeln, können Preissteigerungen durch höhere Erlöse kompensiert werden? Wird die positive Marktentwicklung im Bio-Schweinebereich anhalten? Die Planung der Baukosten spielen natürlich auch für die Wirtschaftlichkeit eine Rolle und müssen berücksichtigt werden, besonders bei Neueinsteigern. Dies alles sind Fragen, die sich im Bio-Schweinebereich tätige Landwirte, Berater und Vermarkter stellen und die wir im Rahmen der Bioland-Schweinefachtagung aufgreifen.

Weitere Informationen, das ausführliche Programm und einen Link zur Anmeldung finden sie auf der Bioland-Webseite.

Quelle: Bioland

Batai-Virus scheint endemisch in Deutschland bei Wiederkäuern

Das Batai-Virus kann verschiedene Vögel und Säugetiere einschließlich den Menschen befallen.

Es ruft beim Menschen ein Influenza-ähnliches Krankheitsbild mit Fieber hervor; die Infektion kann aber auch weitgehend symptomlos verlaufen. Ursprünglich stammt es aus dem südlichen und östlichen Asien. Das Virus wurde im Deutschland erstmal im Jahr 2009 nachgewiesen. In Europa sind Erkrankungen beim Menschen relativ selten. Es wird durch Stechmücken übertragen.

Nach der Virusentdeckung im Jahr 2009 gab es eine Untersuchung mit mehreren Betrieben in Sachsen-Anhalt, die in den Jahren 2013 bis 2016 an einem Screening auf das Batai-Virus teilnahmen, insgesamt mehr als 1300 Wiederkäuer-Blutproben wurden untersucht. Diese Betriebe wiesen damals hohe Antikörpertiter gegen das Batai-Virus auf. Ein Teil dieser Betriebe wurden im Jahr 2018 erneut untersucht*, um festzustellen, ob das Virus bzw. die Antikörper noch in den Herden zu finden ist. Insgesamt 325 Blutproben von klinisch gesunden Schafen, Ziegen und Rindern, die aufgrund anderer Untersuchungen anfielen, wurden auf das Batai-Virus analysiert. Die Proben stammten aus dem gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt. In den Proben wurde zwar erneut keine Virus-RNA gefunden, aber wieder Antikörper gegen das Virus. 41,4 % der Rinderproben, 16,5 % der Schafsproben und 18,3 % der Ziegenproben wiesen die Antikörper auf. Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass das Batai-Virus mittlerweile endemisch in Sachsen-Anhalt ist, denn es ist auch in mehreren Mückenarten der Region dauerhaft vorhanden.

Mittlerweile konnte das Virus in Mücken bzw. Antikörper gegen das Virus in Wiederkäuern auch in weiteren Bundesländern nachgewiesen werden. Eine Klinik war bei Wiederkäuern bisher nicht nachweisbar, allerdings kann dies auch daran liegen, dass bislang keine offizielle Überwachung des Virus stattfindet und deshalb Klinik nicht mit dem Batai-Virus in Verbindung gebracht wird.

*Cichon, N. et al.: „Serological an molecular investigation of Batai Virus infections in ruminants from the State of Saxony-Anhalt, Germany, 2018.“ Viruses 13:370.

Quelle: Dr. Heike Engels

Zuerst erschienen im E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 2/2022. Für ein kostenfreies Abo bitte hier registrieren.

Schutz von Honigbienen mit Ameisensäure-Pads DBU-Projekt gegen Varroamilben – Weltbienentag 20. Mai

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Mit Blick auf den Weltbienentag am 20. Mai warnt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) vor der prekären Lage der Honigbienen. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Honigbiene liegt in der Europäischen Union (EU) bei rund 22 Milliarden Euro jährlich. Doch zunehmend gefährdet Milbenbefall die Bienenvölker. Das Start-up-Unternehmen Interbran Nature aus Lingenfeld (Rheinland-Pfalz) will mit DBU-Förderung eine einfache und sichere Anwendung mit Ameisensäure-Pads entwickeln. Sie bekämpft die Varroamilbe effektiv, ohne den Bienen zu schaden. Imkerinnen und Imker, die an der wissenschaftlichen Studie teilnehmen möchten, können sich bis 10. Juni über das Kontaktformular unter www.interbran-nature.de melden.

Honigbienen sind unverzichtbare Bestäuberinnen für Kultur- und Wildpflanzen
Seit 2018 macht der Weltbienentag der Vereinten Nationen (UN) darauf aufmerksam, dass Bienen und andere Bestäuber wie Schmetterlinge zunehmend durch den Menschen gefährdet sind. Dabei seien weltweit fast 90 Prozent der blühenden Pflanzenarten sowie mehr als 75 Prozent der weltweit angebauten Nahrungspflanzen von der Bestäubung durch Tiere abhängig. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde: „Honigbienen sind unverzichtbare Bestäuberinnen für Kultur- und Wildpflanzen.“ Während der Rückgang von Wildbienen unter anderem durch Klimawandel, Lebensraumverlust und Pestizide verursacht wird, leidet das in Deutschland drittwichtigste Nutztier vor allem unter Milbenbefall. „Die Varroamilbe zählt weltweit zu den gefährlichsten Feinden der Honigbienen“, sagt Dr. Peter Rosenkranz von der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim bei Stuttgart, der als Kooperationspartner die Start-up-Studie begleitet. „Innerhalb von ein bis drei Jahren kann sie ein Bienenvolk vernichten.“ Zur Bekämpfung der Milbe stehen nach seinen Worten nur wenige synthetische Mittel, verschiedene organische Säuren und ätherische Öle zur Verfügung. „Allerdings ist die Ameisensäure der einzige gegen Varroamilben wirksame Stoff, der durch den Zelldeckel in die Brutzellen dringt und dort die sich fortpflanzenden Milben direkt schädigt oder abtötet“, so der Wissenschaftler.

Die Neuentwicklung ist ein mit Ameisensäure angereichertes Bee-Pad
Das Problem: Alle bisher entwickelten Anwendungssysteme für Ameisensäure haben, so Geschäftsführer Jan Schiemer von Interbran Nature, „den Nachteil, dass sie entweder sehr umständlich sind oder kein andauerndes Verdunsten garantieren können“ und somit Bienen oder Brut schädigen. „Daher sind wir seit zwei Jahren dabei, ein System zu entwickeln, dass die Bekämpfung der Varroamilbe mit Ameisensäure einfach und sicher gestaltet“, so der Geschäftsführer der 2018 gestarteten Tochterfirma der Interbran-Unternehmensgruppe. Die Idee: Die Ameisensäure wird in einem mineralischen Trägermaterial aufgesaugt und der Wirkstoff wird dadurch bei der Anwendung über mehrere Tage recht konstant wieder abgegeben. Das sogenannte Bee (deutsch: Bienen)-Pad, ist somit weitgehend unabhängig von äußeren Bedingungen „Nachgewiesen werden konnte bereits, dass das Pad auch bei sehr hohen Außentemperaturen funktioniert – vergleichbar mit einer herkömmlichen Anwendung, ohne dabei jedoch Schäden am Bienenvolk anzurichten“, sagt Jessica Steiner, Laborleiterin des Start-ups.

Erste Ergebnisse: Vergleichbare Wirkung – einfacher handhabbar
Nach einem ersten Feldversuch mit wenigen Imkerinnen und Imkern im Jahr 2020 organisierte das Projektteam 2021 einen größeren Versuch, um mehr Daten zu gewinnen und mehr Rückmeldungen zum Umgang mit dem Bee-Pad zu erhalten. Etwa 40 Interessierte aus Bayern und Baden-Württemberg haben fünf bis zehn ihrer Bienenvölker mit dem Bee-Pad und zum Vergleich etwa genauso viele mit einem herkömmlichen Anwendungssystem gegen die Varroamilbe behandelt. Schiemer: „Die große Menge an Daten zeigt, dass die Entwicklung vergleichbare Ergebnisse erzielt wie bereits vorhandene Systeme.“ Das Bee-Pad hat nach seinen Worten allerdings den Vorteil, dass es bereits anwendungsfertig ist und man somit nicht mit offener Säure hantieren muss. „Außerdem ist das Pad sehr flach, so dass keine Leerzarge mehr zusätzlich benötigt wird“, so Schiemer. „Das vereinfacht die Anwendung erheblich.“

Bundesweiter Aufruf zur Teilnahme an Studie
Das Start-up plant diese Saison einen Feldversuch mit einer größeren Zahl an interessierten Imkerinnen und Imkern. Schiemer: „Der Aufwand ist überschaubar, denn unser Projektziel ist ja, eine einfache Handhabung zu gewährleisten.“ Teilnehmende erhalten das Bee-Pad als gebrauchsfertiges System kostenfrei zur Verfügung und sollen während des Versuchs die Wirkung und eventuelle Nebenwirkungen festhalten. Wer mitmachen möchte, kann sich bis zum 10. Juni hier anmelden.

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

BfT: Innovation und technologischen Fortschritt für die Tiergesundheit sichern und umsetzen

Immunologische Lösungen und digitale Technologien für die Tiergesundheit: Diese beiden Themenschwerpunkte bildeten den Rahmen für den fachlich geführten Diskurs auf der Frühjahrsveranstaltung des Bundesverbands für Tiergesundheit e.V. (BfT) am 05. Mai in Berlin. Zentrale Frage der Veranstaltung: Wie kann Innovation in der Tiergesundheit für Kernanliegen der Gesellschaft zu Tierwohl oder Nachhaltigkeit ermöglicht und gefördert werden?

Die Tiergesundheitsbranche kann und wird einen wesentlichen Beitrag zu wesentlichen Kernanliegen der Gesellschaft leisten. Dass Innovation dabei unverzichtbar ist, war Konsens bei der BfT-Frühjahrsveranstaltung. Von zunehmender Bedeutung sind dabei Krankheitsvorbeuge mit Monitoring, Früherkennung und Diagnose sowie Infektionskontrolle. Aus dem breiten Spektrum wurde ein Ausschnitt zu immunologischen Lösungen und digitalen Technologien vorgestellt und dem Fortschritt entgegenstehende Hürden diskutiert.

Professor Dr. Martin Beer, Leiter des Instituts für Virusdiagnostik des Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (Friedrich-Loeffler-Institut), charakterisierte in seinem Vortrag die innovative Impfstoffentwicklung als Domäne der Veterinärmedizin, an deren fortschrittliches Niveau die Humanmedizin aufgrund der Corona-Pandemie nunmehr anschließt. Den speziellen Anforderungen der Impfstoffprophylaxe beim Tier mit dem großen Spektrum der Erreger, verschiedenster Applikationsformen und dem Anspruch bezahlbarer Lösungen begegnet die veterinärmedizinische Forschung mit innovativen Entwicklungen. Mal könne der klassische Impfstoff mit abgetötetem Erreger der Goldstandard sein und müssten moderne Konzepte, wie etwa mRNA-Impfstoffe, die schon vor 10 Jahren z.B. gegen die aviäre Influenza in Auge gefasst wurden. noch zurückstehen, während beispielsweise die Anwendung von DNA-Vakzinen bei Fischen oder die Entwicklung von Impfungen im Ei oder Spray-Applikationen beim Geflügel in die Praxis Eingang gefunden hätten.

Mit Blick in die Zukunft beleuchtete Prof. Beer das enorme Innovationspotential, das in der Entwicklung von neuen Impfstofftechnologien steckt. Insbesondere Methoden und Erkenntnisse aus der Biotechnologie und Gentechnik öffnen neue Wege und seien nicht wegzudenken für die Immunprophylaxe. Um hier voranzuschreiten, sei ein Umdenken erforderlich das hilft, Hindernisse in der Forschung, Entwicklung und Zulassung abzubauen, so Prof. Beer. Plattformtechnologien böten bspw. heute die Chance der schnellen Anpassung bei sich wandelenden Erreger im Feld. Ein Fortschritt sei, dass dies aufgrund der neuen Tierarzneimittelgesetzgebung in den Zulassungsverfahren nun erleichtert würde. Er betonte, dass ein enger Schulterschluss zwischen den unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen nun die Antwort auf die sich – bedingt durch Klimawandel und Globalisierung – dynamisch entwickelnde Seuchenlage seien müsse. Die zielgenaue Entwicklung von Impfstoffen quasi in silico wird stets mehr Raum einnehmen. Ebenso benannte er die wichtige Rolle, die eine weltweite digitale Vernetzung, beispielsweise bei der Nachverfolgung und Eindämmung von Epidemien, spielt. Allerdings stünde nach wie vor die Analyse des Erregers zentral. Ohne die wesentliche Komponente für die Immunantwort differenzieren zu können, sei die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes schwierig. Hier zu nennen sei unter anderem die Schwierigkeit der ASP-Impfstoffentwicklung oder wirksamer Impfstoffe bei den komplexeren bakteriellen und parasitären Erregern. In der Seuchenbekämpfung wichtig sein außerdem, geimpfte von infizierten Tieren unterscheiden zu können, um verdeckte Ausbreitungen zu vermeiden und Handelshemmnisse zu überwinden.

Auch Dr. Reinhard Reents, Leiter der Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V. (vit) und Mitbegründer des Datentransferorganisation International Dairy Data Exchange Network GmbH (iDDEN GmbH) maß der Digitalisierung eine wichtige Rolle zu. Er veranschaulichte den Vorsprung durch Digitalisierung in der Tierhaltung und -zucht am Beispiel Milchvieh. Die standardisierte und zugleich individuelle Datenerfassung von über 100 Mio. Rindern in den Datenbanken ermöglicht ein effizientes Stall- und Bestandsmanagement. Valide Datensätze ermöglichen Rückschlüsse auf Leistungs- und Gesundheitsparameter, was in der Weiterentwicklung der Robustheit und Gesundheit der Tiere durch Steuerung der Zucht genutzt wird. Der Zuchtfortschritt konnte durch diese Maßnahmen bereits mehr als verdoppelt werden. Die Erfassung von Daten aus zum Teil konkurrierenden Organisationen in einer zentralen Datenbank ermöglicht eine hohe Datenqualität, ohne diese jedoch zu sozialisieren. Die betriebliche Eigenkontrolle kann durch ein eigens dazu entwickeltes Qualitätskontrollsystem Q-Check vereinfacht werden. Cloud-basierte Lösungen ermöglichen den Zugriff in Echtzeit und damit auch direkten Einblick für den bestandsbetreuenden Tierarzt. Wertvolle Informationen über Tierwohl und Tiergesundheit könnten daraus extrahiert werden und die Basis liefern für Maßnahmen der Nutztierstrategie. Das International Dairy Data Exchange Network ermöglicht den globalen und vor allem standardisierten Datenaustausch. Wesentliche Elemente für das Vertrauen der Landwirte in die Systeme sind der Erhalt der Datenhoheit für den einzelnen Betrieb und die Abklärung von Verfügungs- und Nutzungsberechtigungen.

Frank Cordes, gab einen praxisnahen Einblick in die erfolgreiche Etablierung modernster Technik auf seinem Milchviehbetrieb mit mehr als 700 Kühen in Norddeutschland. Er setzt in seiner Betriebspraxis auf Konzepte zur effektiven Datennutzung und -auswertung und auf Krankheitsvorbeuge u.a. mit regelmäßigen Impfungen. Diese Konzepte entwickelt und überprüft er regelmäßig in enger Zusammenarbeit mit seinem Hoftierarzt und landwirtschaftlichen Beratern.

Fortschritt möglich machen
„Das idealisierte Bild der Kuh auf der Alm ist nicht zeitgemäß. Ein moderner, nachhaltig geführter Betrieb mit Nutzung sinnvoller technologischer Lösungen kann bei optimierter ökonomischer Bilanz das Wohl der Tiere sichern, betonte Dr. Franziska Kersten, Tierärztin und SPD-Bundestagsabgeordnete, in dem den Vorträgen folgenden moderierten Austausch. Tierwohl sei ohne Berücksichtigung der Tiergesundheit nicht denkbar, so Dr. Kersten.“

Fortschritt erfordert eine hohe Veränderungs- und Kommunikationsbereitschaft aller Beteiligten. Mit einem engen Schulterschluss von Wissenschaft und Forschung und der Nutzung digitaler Vernetzung und globaler, standardisierter Datenerfassung in Echtzeit können große Schritte gemacht werden, die Tiergesundheit weiter zu verbessern. Auch in der Pandemie gilt es, die Veterinärmedizin nicht aus dem Fokus der Wissenschaft zu verlieren, um Fortschritt nicht auszubremsen. One Health-Strukturen und Netzwerke können dabei wirksam genutzt werden. Schwere Seuchenzüge lassen den Ruf nach Impfung bei der Bekämpfung lauter werden. Aktuelles Beispiel hierbei die aviäre Influenza mit hochpathogenen Stämmen (Geflügelpest) in den vergangen zwei Jahren. Das BMEL hat angekündigt, die Fragestellung der Einbindung der Impfung zur Tierseuchenbekämpfung anzugehen, sobald das neue Tiergesundheitsrecht etabliert ist.

Der BfT-Vorsitzenden Jörg Hannemann resümierte zum Abschluss der Veranstaltung, das Innovation und technologischer Fortschritt in der Tiergesundheit Antworten liefern können auf die veränderten gesellschaftlichen Erwartungen und die aktuellen Herausforderungen. Die Krankheitsvorbeuge sei ein Schlüsselfaktor für die Gesundheit und das Wohl von Haus- und Nutztieren und letztendlich Voraussetzung für nachhaltiges und verantwortungsvolles gesellschaftliches Handeln und ein Miteinander im Sinne des One Health Gedankens. Forschung und Entwicklung im Sektor fördern, Akzeptanz für neue Technologien und Vernetzung insbesondere auch bei den digitalen Optionen schaffen, seien wichtige Ansatzpunkte. Ein stabiler Rahmen mit Rechtssicherheit sei die Basis, aber erst die notwendige Flexibilität und Agilität lasse innovative Ansätze aufblühen und. müsse jetzt die gemeinsame Aufgabe von allen Partnern des Sektors sein, so Hannemann.

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

20. Mai: Am Weltbienentag ins Schwärmen geraten

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Das LAVES-Institut für Bienenkunde in Celle lädt in den Institutsgarten ein

Am 20. Mai ist Weltbienentag – ein Tag für die kleinsten Nutztiere! Das Bieneninstitut Celle des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) lädt interessierte Bürgerinnen und Bürger an diesem Tag von 11 bis 15 Uhr in den Institutsgarten ein. Ins Schwärmen sollen nicht nur die Besucher/-innen geraten, sondern auch die Bienen. Zu bewundern gibt es einen Bienenschwarm – ein natürlicher Vorgang im Leben der Bienen, den Imkerinnen und Imker normaler Weise zu verhindern wünschen. Außerdem stehen die Mitarbeitenden des Instituts für Fragen rund um die Bienen, die Imkerei und den Wildbienenschutz bereit. Das Institut liegt direkt am Rande der Celler Altstadt am Französischen Garten, Herzogin-Eleonore-Allee 5.

Ein Bienenschwarm entsteht, wenn das Bienenvolk stark gewachsen ist – meist im Mai oder Juni. Ein Teil des Bienenvolkes verlässt mit der alten Königin den Bienenstock und sucht sich eine neue Behausung. Eine „Tochter“ der alten Königin übernimmt im zurückbleibenden Teil des Volkes die Rolle der Königin. Damit ist neben der Vermehrung ein kontinuierlicher Fortbestand eines Bienenvolkes möglich.

Der von den Vereinten Nationen ausgerufene Weltbienentag soll auf die ökologische und ökonomische Bedeutung der Wild- und Honigbienen aufmerksam machen. Mit ihrer Bestäubungsleistung fördern sie die biologische Artenvielfalt und tragen zu Nahrungssicherheit für Mensch und Tier bei.

Der Weltbienentag wird seit 2018 jeweils am 20. Mai gefeiert – dem Geburtstag des slowenischen Hofimkermeisters Anton Janša (1734 bis 1773). Janša gilt als Pionier der modernen Imkerei und erkannte als erster die Bedeutung des Schwarmverhaltens der Bienen.

Viele weitere Informationen rund um Wildbienen, Honigbienen und die Imkerei in unserem Spezial zum Weltbienentag.

Wir weisen darauf hin, dass Foto- und Filmaufnahmen von Gästen und Mitwirkenden der Veranstaltung im Rahmen unseres Internet-Auftritts, in unseren Social-Media-Accounts oder in eigenen Printdokumentationen veröffentlicht werden.

Quelle: LAVES

„Der Hoftierarzt“ Ausgabe 2 / 2022 steht zum Abruf bereit

Das E-Magazin „Der Hoftierarzt“ Ausgabe 6/2021 steht zum Abruf bereit und bietet folgende Themen:

Rinder
• Lebenswichtiges Selen: Nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel
• Batai-Virus scheint endemisch in Deutschland bei Wiederkäuern
Schweine
• Die Sau fiebert und lässt die Ferkel nicht mehr trinken: Was ist bei MMA zu tun?
• Wieso ist Influenza so schwer in den Griff zu bekommen?
Bienen
• Neues aus der Bienenforschung: Wärmeproduktion von Honigbienen

Geflügelschwerpunkt 2022:
• Gut zu Fuß sein – Warum die Fußballengesundheit beim Mastgeflügel so wichtig ist
• Managementempfehlungen: Legehennen länger halten
• Aktuelles Interview: Geflügelpest – Quo vadis?
• Phytogene: Gesündere Tiere durch Pflanzenkraft
• Bioland-Geflügeltagung 2022: Optimale Ausleuchtung von Geflügelställen
• Aktuelles Interview: Hat Licht mit verschiedenen Farben einen positiven Nutzen?
• DVG-Fachtagung Tierschutz: Mehr Tierwohl für das Geflügel

Einfach, schnell und kostenfrei registrieren, Mail-Adresse bestätigen und schon kann’s losgehen: https://derhoftierarzt.de/e-magazin/. Die aktuelle Ausgabe liegt wie gewohnt im PDF-Format vor und ist ca. 18.2 MB groß.

Neu von Boehringer Ingelheim: SoundTalks® Frühwarnung bei Husten dank künstlicher Intelligenz

Atemwegserkrankungen bei Schweinen sind für eine Vielzahl von Schweinehaltern ein großes gesundheitliches Problem. Doch eine intensive Tierbeobachtung ist sehr zeitaufwändig und nicht objektiv. Zudem verhalten sich Schweine anders, wenn der Mensch in der Nähe ist. SoundTalks® eröffnet neue Wege in der Tierbeobachtung. Dieses innovative Monitoring-System von Boehringer Ingelheim ist eine künstliche Intelligenz, die den respiratorischen Gesundheitsstatus der Tiere permanent analysiert und sowohl die Stalltemperatur als auch die Luftfeuchtigkeit erfasst. Das Frühwarnsystem erkennt Atemwegserkrankungen mit Husten bis zu 5 Tage früher als eine routinemäßige Tierkontrolle. Es ermöglicht einen früheren Behandlungsbeginn, bevor die Tiere ernsthaft erkranken, in der Leistung abfallen und es zu finanziellen Einbußen kommt. Dabei ist die Technik absolut praxistauglich, robust und leicht zu installieren.

(Bildquelle: Boehringer Ingelheim)

Das 24/7-Überwachungssystem besteht aus Monitoren mit Mikrofonen sowie Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsfühlern. Es zeichnet alle Daten rund um die Uhr auf und bewertet sie. Umgebungsgeräusche werden herausgefiltert, hustende Schweine hingegen führen zu einem Alarm. Warnungen des Systems werden einerseits direkt im Stall am Monitor über den betroffenen Schweinen durch eine LED-Leuchte angezeigt, andererseits im dazugehörigen SoundTalks-Webportal oder auf dem Smartphone via App. Das Ampelprinzip ist für jeden Mitarbeiter einfach nachzuvollziehen.

Mit SoundTalks® stellt Boehringer Ingelheim einen neuen weiteren Baustein für eine verbesserte Atemwegsgesundheit, optimierte Produktivität und Arbeitszeitgestaltung zur Verfügung.

Weitere Informationen gibt Ihnen gerne Kim Schulze, Boehringer Ingelheim Vetmedica, Tel.: +49-6132-77-90218, kim.schulze@boehringer-ingelheim.com.

Vollständig rückverfolgbares Rindfleisch für Verbraucher in Deutschland – Partnerschaft zwischen MSD Tiergesundheit und Vion Food Group

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+ Sicherheit für Verbraucher durch DNA TRACEBACK®-Lösung für Rindfleisch
+ Rückverfolgbarkeit der Lieferkette: von der Herkunft auf dem Bauernhof bis zum verpackten Produkt
+ Bestätigung der Echtheit von Qualitätsfleischprodukten

Der Wunsch von Verbrauchern nach mehr Transparenz und der Sicherstellung von Qualität, Herkunft und Nachhaltigkeit ihrer Nahrungsquellen ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. MSD Tiergesundheit und die Vion Food Group haben ihre Partnerschaft auf die IdentiGEN DNA TRACEBACK®-Lösung ausgeweitet. Diese ermöglicht es, Kunden vollständig rückverfolgbares Rindfleisch zu liefern und damit Vertrauen in die Fleischlieferkette zu schaffen. Bislang gibt es diese Möglichkeit in den Betrieben der Vion Food Group in den Niederlanden, Belgien und seit Kurzem auch in Deutschland.

Von der Herkunft auf dem Bauernhof bis zum verpackten Produkt im Supermarkt
Die IdentiGEN DNA TRACEBACK®-Lösung basiert auf einer innovativen DNA-Identifizierungstechnologie. Mithilfe dieser Innovation können Lebensmittelhändler und -Verarbeiter die DNA im Fleisch von der Aufzucht auf dem Bauernhof bis hin zum verpackten Produkt in den Geschäften zurückzuverfolgen. Verbraucher können sich so ganz sicher sein, dass sie das bekommen, was sie kaufen.

„Die IdentiGEN DNA TRACEBACK ist die fortschrittlichste Plattform zur Rückverfolgbarkeit von Fleisch, die derzeit auf dem Markt erhältlich ist. Sie nutzt den DNA-‚Barcode‘ der Natur, um eine eindeutige, rückverfolgbare Verbindung zwischen dem Produkt, das der Verbraucher im Einzelhandel kauft, und seiner Herkunft von einem bestimmten Bauernhof herzustellen.“ freut sich Alex Berner, Business Development Lead bei IdentiGEN, MSD Tiergesundheit, über die neuen Möglichkeiten für Verbraucher in Deutschland.

Kontinuierliches Engagement für die Herstellung von Qualitätsfleischprodukten
Die Vion Food Group arbeitet bereits seit 2020 im Auftrag des niederländischen Lebensmitteleinzelhändlers Albert Heijn mit der DNA TRACEBACK®-Lösung, um modernste Lieferkettentransparenz für die Beter Leven (Better Life Label) Ein-Sterne-Schweinefleischprodukte und das Bio-Schweinefleischsortiment De Groene Weg in den Niederlanden zu schaffen. Diese Erfahrungen und Erfolge haben zu der Entscheidung geführt, Rückverfolgbarkeit auch für das Rindfleischportfolio anzubieten.

Vertrauen durch lückenlose Rückverfolgung
Mit der IdentiGEN DNA TRACEBACK-Lösung werden DNA-Proben von Rindern in das Programm der Vion Food Group aufgenommen, um die Herkunft der einzelnen Fleischstücke auf ihrem Weg durch die Lieferkette nachzuverfolgen. Dies gibt den Kunden der Vion Food Group die Gewissheit, dass ihre gekauften Rindfleischprodukte nach strengen, definierten Qualitätsstandards aufgezogen wurden.

„Kunden und Verbraucher wollen eine bewusste Kaufentscheidung treffen und legen Wert auf die Vertrauenswürdigkeit von Fleischprodukten.“, so Bert Urlings, Direktor für Qualitätssicherung und Public Affairs bei der Vion Food Group. „Die technologisch fortschrittliche DNA TRACEBACK-Lösung unterstreicht unser Engagement für Transparenz sowie Produktsicherheit und erfüllt die Nachhaltigkeitserwartungen unserer Kunden.“

Quelle: MSD