Frühbucherrabatt für Milchforum endet am 15. Februar – 9. Berliner Milchforum am 15./16. März 2018

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Die Milchmärkte bleiben volatil. Nach einem Jahr des Aufatmens bei den europäischen Milcherzeugern geben die Preise wieder nach. Der Verbraucher wurde im letzten Jahr mit hohen Butterpreisen konfrontiert und nun muss er lesen: Die Milcherzeuger rühren sich schon wieder. Gleichzeitig bereitet sich Brüssel auf die Reform der Marktordnungen vor. Die Milchbranche hat also weiterhin einen hohen Austauschbedarf.

Die Rahmenbedingungen für die heutige Milchproduktion und die Stellung im internationalen Umfeld werden das zentrale Thema des 9. Berliner Milchforums in Berlin unter dem Titel „Deutsche Milch im internationalem Wettbewerb“ sein. Damit werden wichtige Fragen für die unternehmerischen Entscheidungen diskutiert, zum Beispiel wie sich die Milchwirtschaft diesen Änderungen anpassen muss, wie grundlegend und in welchem Tempo diese Veränderungen stattfinden müssen. Lieferbeziehungen, Tierwohl, Herkunftskennzeichnung sind weitere aktuelle Themen, die in der Milchbranche heftig erörtert werden.

Das 9. Berliner Milchforum wird ausreichend Gelegenheit für solche Diskussionen und den Erfahrungsaustausch bieten – im Rahmen einer Podiumsdiskussion, der Abendveranstaltung und einer Vortragsveranstaltung. Das traditionelle Treffen der deutschen Milchbranche wird auch 2018 wieder auf internationale und mediale Aufmerksamkeit treffen. Die Tagung wird vom Deutschen Bauernverband (DBV) und dem Milchindustrie-Verband in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Raiffeisenverband und der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft ausgerichtet.

Das Programm der zweitägigen Tagung und Anmeldung. Der Frühbucherrabatt endet am 15. Februar 2018.

Quelle: Deutscher Bauernverband

17. Internationale Bioland-Schweinetagung

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Mit der wachsenden Bedeutung der ökologischen Schweinehaltung rücken Haltungssysteme stärker in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Um der Vorreiterrolle bezüglich Tierwohl weiter gerecht werden zu können, beschäftigt Bioland sich in Kooperation mit dem Thünen-Institut für Ökologischen Landbau auf der 17. Internationalen Bioland-Schweinetagung mit „schlauen Lösungen für intelligente Tiere“. Die Veranstaltung gibt Anregungen für die tägliche Praxis und Einblicke in zukünftige Entwicklungen und findet vom 05. bis 06. März 2018 in Fulda statt.

Zu Beginn der Tagung stehen für die Teilnehmer zwei Exkursionen zur Auswahl: Auf dem Lettcheshof in Wohratal wurden bestehende Pig-Ports um einen Auslauf ergänzt; der Neubau eines Kistenstalls konnte die Anzahl der Mastplätze verdoppeln. Auf dem Biolandhof Andreas Kopf in Hungen können die Teilnehmer sehen, wie vorhandene Stallgebäude nach dem Umbau ganz anders genutzt werden können. Weiter wird diskutiert, wo es Sinn macht, auf Neubauten zu setzen.

Tierwohl und Tiergesundheit sind die Themen nach der Rückkehr in die Tagungsstätte, das Kolpinghaus in Fulda. Die Referenten beleuchten den Einfluss der Stallbauplanung auf die Tiergesundheit und die finanziellen Aspekte des Tierwohls. Zudem geben sie praktische Tipps zur Desinfektion und Parasitenbekämpfung in Bio-Betrieben. Weiterhin wird diskutiert, inwieweit Großbritannien Vorbild und Maßstab für die Bio-Schweinehaltung ist.

Der zweite Tagungstag beginnt mit der Frage, wie weit die Bio-Schweinehaltung von Forschungsprojekten zu mehr Tierwohl im konventionellen Bereich profitieren kann. Nach einer Übersicht über verschiedene Tierwohl-Labels geht es mit Praxisthemen weiter: Der Einfluss einer Überdachung auf gasförmige Stall-Emissionen wird ebenso vorgestellt wie die EDV-basierte Schwachstellenanalyse. Firmen stellen ihre Konzepte für den Stallbau „von der Stange“ vor.

Der Nachmittag gilt dem Markt und stellt zum Abschluss der Tagung die aktuelle Situation auf dem bundesweiten Schweinemarkt und veränderte Vermarktungswege in den Fokus.

Tagungsstätte ist das Parkhotel Kolpinghaus Fulda, Goethestraße 13, 36043 Fulda.

Programm zur Internationalen Bioland-Schweinetagung sowie das Anmeldeformular.

Anmeldungen bitte schriftlich bei:
Bioland e. V. Tagungsbüro, Bahnhofstr. 15b, 27374 Visselhövede
Fax 0049 (0)4262 9590-50, E-Mail tagungsbuero@bioland.de
Bitte beachten Sie, dass nur wenige Übernachtungsplätze zur Verfügung stehen.

Quelle: Bioland e.V.

DBV-Generalsekretär: Bio muss regionaler werden

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„Auch Bio muss regionaler werden“, sagt der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, zur Eröffnung der Bio-Fach 2018 und fordert die Bio-Branche auf, dem Wunsch der Verbraucher nach regionalen Lebensmitteln Rechnung zu tragen und die hohen Importanteile bei typisch einheimischen Produkten wie Getreide, Fleisch und Milch zurückzufahren.

Dadurch könnte umstellungsinteressierten Landwirten eine nachhaltig sichere Perspektive im Öko-Landbau geboten werden. Die Absatzperspektiven für mehr Öko-Rohware sind derzeit vor allem im Ackerbau gut. Nach dem DBV-Konjunkturbarometer interessieren sich rund 15% der Betriebe für eine Umstellung. Die pflanzliche Erzeugung stellt im Ökolandbau rund 50% der Erlöse, nach AMI-Angaben alleine 26% aus der Obst-, Gemüse- und Kartoffelerzeugung.

In den Jahren 2014 bis 2016 hatten insbesondere Milchviehbetriebe auf Öko-Erzeugung umgestellt. Nach rund 30% Produktionsanstieg seit 2014 gilt der deutsche Öko-Milchmarkt vorläufig als gesättigt. Potenzial für eine Regionalisierung bieten die etwa 30% der deutschen Öko-Milchnachfrage, die durch Importe aus Österreich und Dänemark bedient werden. Angesichts des starken Importdrucks haben die deutschen Öko-Molkereien im vergangenen Jahr allerdings kaum noch neue Lieferanten aufgenommen. Angesichts guter Erzeugerpreise wuchs in den letzten zwei Jahren die Zahl der Öko-Betriebe jeweils um fast 10%. Bereits Ende 2016 lag der Anteil der Öko-Betriebe bei 10%; sie bewirtschafteten allerdings nur 7,5% der Fläche.

Daten zum Umstellungsinteresse aus dem DBV Konjunkturbarometer sind hier zu finden.

Quelle: Deutscher Bauernverband

Video-Serie: Klauenpflege beim Rind

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Vor zehn Jahren haben wir mit René Pijl eine Video-Serie über sein Lebensthema „Klauenpflege“ gedreht. Zum Jubiläum hier die Videos vom Hof der Familie Rothert.

Teil I:

Teil II:

Teil III:

Teil IV:

Teil V:

Teil VI:

Teil VII:

Teil VIII:

Neuer Schnelltest zur selektiven Mastitis-Therapie

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Der neue Mastitisschnelltest mastDecide von Quidee unterstützt den gezielten Einsatz von Antibiotika in der Mastitistherapie. Der Schnelltest gibt innerhalb von 12 Stunden Auskunft darüber, ob Erreger in der Milch vorhanden sind und ob diese grampositiv oder gramnegativ sind. mastDecide ist damit eine wichtige Entscheidungshilfe in der modernen Mastitistherapie.

Der Einsatz von Antibiotika wird kritisch gesehen und auch Tierärzte und Landwirte stehen in der Verantwortung, Antibiotika – wie vom Gesetzgeber gefordert – vernünftig und gezielt einzusetzen. Die selektive Mastitistherapie etabliert sich daher immer stärker und orientiert sich an diesen Antibiotika- Leitlinien. Im Gegensatz zur bisherigen Mastitistherapie können mehr als die Hälfte der sonst verabreichten Antibiotika eingespart werden. Kernstück der selektiven Mastitistherapie ist die Unterteilung der Mastits nach Schweregrad und Erregertyp.

Mit mastDecide, entwickelt von der Hochschule Hannover, erfährt der Milchviehhalter innerhalb von 12 Stunden, ob Erreger in der Milch vorhanden sind und ob es sich um einen grampositiven oder gramnegativen Erreger handelt. Kühe, die einen gramnegativen Erreger aufweisen oder bei denen kein Keimwachstum nachgewiesen werden kann, sollten bei leichten bis mittleren Mastitiden nur eine Schmerzbehandlung und keinerlei Antibiotika erhalten. mastDecide unterstützt die Entscheidung für oder gegen den Einsatz von Antibiotika, ersetzt allerdings kein Antibiogramm.

Quelle: Quidee GmbH

Multiresistente Keime im Badesee

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Letzte Woche meldete der NDR, man habe multiresistente Keime in Bächen und Badeseen gefunden und wieder einmal ist die mediale Aufregung ebenso groß wie unbegründet.

Gerade bei Badeseen möchte man lieber nicht wissen, wie viele „stinknormale“ E. Coli Bakterien darin schwimmen, aber beim Stichwort „multiresistent“ schrillen die Alarmglocken immer besonders laut. Mutmaßungen gibt es wie immer reichlich, Hintergrundinformationen dafür umso weniger.

Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet jedoch die Nordwest Zeitung. Sie bringt ein sehr lesenswertes Interview mit Dr. Robin Köck, Hygiene-Facharzt, Projekt-Koordinator von #1Health-PREVENT und dem Vorgänger-Projekt MedVetStaph.

Tatsächlich waren ja an der Thülsfelder Talsperre, im Zwischenahner Meer sowohl ESBL-Keime als auch Resistenzen gegen Carbapeneme gefunden, In Bächen bei Friesoythe und Cloppenburg, im Fluss Hunte und in der Kanalisation beim Klinikum Osnabrück wurden aber auch Colistin-Resistenzen nachgewiesen. Natürlich sollte dem jeweiligen Ursprung der Keime nachgegangen werden, für Panik allerdings besteht kein Anlass. Köck sagt dazu in der NWZ:

„Bislang wurde überhaupt nicht untersucht, in welcher Menge resistente Keime beim Schwimmen auf der Haut oder über Schleimhäute aufgenommen werden und dort dauerhaft bleiben. Allerdings: „Auf unserer Haut sind, wenn wir gesund sind, schon Billionen Keime. Die resistenten Keime stehen zu diesen in Konkurrenz und müssten sich erstmal durchsetzen.“ Die Menge resistenter Keime, die bei den aktuellen Messungen im Wasser gefunden wurde, sei aber durchaus nennenswert. Es sei deshalb sinnvoll, sich nach dem Bad gründlich mit Wasser und Seife abzuduschen. „Das kann die Keimlast auf der Haut senken.“ Ganz so dramatisch wie im Film „Outbreak“ ist die Sache offenbar nicht.

Einem Punkt jedoch muss man mindestens ebenso intensiv nachgehen, weil es den Einsatz von Colistin in der Tiermedizin betrifft.

Das Polypeptidantibiotikum Colistin, vor Jahren wegen seiner üblen Nebenwirkungen in der Humanmedizin aussortiert und seitdem zur Bekämpfung bakterieller Durchfallerkrankungen, vor allem in Schweine- und Geflügelbeständen eingesetzt, soll zukünftig wieder dem Menschen vorbehalten und in der Tiermedizin verboten sein. Denn – ganz logisch – nachdem es jahrzehntelang nicht bei Menschen eingesetzt wurde, haben sich in unserer Spezies auch keine Resistenzen entwickelt. Heute kann es deshalb als „Reserveantibiotikum“ genutzt werden, wenn alle anderen Wirkstoffe nichts mehr nutzen. Die schädlichen Nebenwirkungen auf die menschliche Niere werden in diesen (in Deutschland sehr seltenen) Fällen in Kauf genommen.

Colistin ist beim Nutztier sehr effektiv. Es ist preiswert, mit kurzer Wartezeit gesegnet und einige Tierärzte glauben gar, auf dieses Mittel nicht verzichten zu können.

Im EU-Vergleich liegt Deutschland in der oberen Hälfte der Verbrauchsstatistik von Colistin. Im Jahr 2014 wurden 107 Tonnen und in 2015 82 Tonnen Polypeptidantibiotika (im Wesentlichen Colistin) an Großhändler und Tierärzte verkauft. Für den Vergleich mit anderen Ländern ist es aber nötig, diese Mengen auf den jeweiligen Nutztierbestand zu beziehen. Auf Tierarten, Tierzahlen und am Ende das „Gesamtgewicht“, weil Medikamente abhängig vom Körpergewicht verabreicht werden und ein Huhn nun mal weniger wiegt als eine Schwein. Hierzu dient die „Population Correction Unit (PCU)“.

Deutschland hatte im Jahre 2013 einen Colistin-Verbrauch von 14,7 mg/PCU und in 2015 (geschätzt) knapp unter 10 mg/PCU. Die European Medicines Agency (EMA) fordert jedoch bis 2019/2020 eine Absenkung unter 5 mg/PCU. Großbritannien, Dänemark oder die Niederlande melden schon heute deutlich niedrigere Verbrauchswerte Die Niederländer nur 0,6 mg/PCU im Jahr 2013 (während Spanien 21,6 mg Colistin/PCU verbrauchte).

Auch Dr. Michael Drees äußerte sich im Interview über ein mögliches Verbot des Mittels für die Nutztierhaltung. Der Tiermediziner aus Worpswede ist berufspolitisch seit Jahren aktiv für die niedersächsische und die Bundestierärztekammer und vor allem selbst ein erfahrener Rinder-Praktiker.

Für die niedrigen Werte anderswo hat Dr. Drees recht plausible Vermutungen, den Colistin-Verbrauch in Deutschland zu halbieren, hält er jedoch für sehr ambitioniert. Er macht auf das Grundproblem aufmerksam, dass zwar die Abgabemengen bekannt sind, nicht jedoch wo, wann und an welche Tierarten und in welchen Dosierungen das Antibiotikum tatsächlich verabreicht wird. Deshalb fordert er eine Datenbank für Dosierungshöhe, Behandlungsdauer und –häufigkeit sowie die behandelten Tierarten. Erst durch solche Transparenz wären zielführende Vergleiche überhaupt erst möglich, die am Ende zu einer Reduktion führen könnten. Sollten jedoch zukünftig die Tierärzte etwa auf Fluorchinolone und Cephalosporine ausweichen müssen, sei das absolut kontraproduktiv.

Das Telefon-Interview in voller Länge ist hier abrufbar.

Und hier der NWZ-Beitrag mit Dr. Robin Köck sowie ein ausführliches Video-Interview mit dem Hygiene-Spezialisten zu multiresistenten Keimen und dem Colistin-Einsatz in deutschen Kliniken.

Der Durchbruch in der Milbenkontrolle übers Trinkwasser

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Die Rote Vogelmilbe (RVM) ist beim Geflügel der am häufigsten vorkommende Ektoparasit mit gravierenden Aspekten, was Tierwohl und Zoonosepotential betrifft, sowie schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen.
Für eine erfolgreiche Bekämpfung der RVM bietet der Wirkstoff Fluralaner nennt der Hersteller Vorteile:
– Nahezu vollständige Eliminierung der vorhandenen Milbenpopulation, da der Wirkstoff erstmals im Geflügel eingesetzt wird und keine Resistenzen bekannt sind

– Einfacher Einsatz über das Trinkwasser, zweimal im Abstand von 7 Tagen, um alle im Bestand vorhandenen Stadien der Roten Vogelmilbe, auch diejenigen Eier und Larven, die zum Zeitpunkt der 1. Behandlung noch kein Blut am Tier saugen, zu erreichen

– 0 Tage Wartezeit auf Eier

– Unterbrechung des Milbenlebenszyklus, was nach 15 Tagen zu einem nahezu milbenfreien Stall führt. Dieser Zustand kann durch Implementierung entsprechender Biosicherheitsmaßnahmen über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden. Dazu gehört vor allem die zeitgleiche Behandlung sämtlicher Tiere eines Betriebes.

– Unbedenkliche Handhabung für Tiere und Anwender bei sachgemäßer Anwendung

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihre/n behandelnde/n Tierärztin/arzt.

Quelle: Intervet Deutschland GmbH

Heimischer Fisch – nicht nur in der Fastenzeit zu empfehlen Karpfen ist reich an Eiweiß

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Fisch ist gesund und sollte ein bis zwei Mal pro Woche unseren Speisenplan bereichern. Aber welchen Fisch kann man mit gutem Gewissen auswählen? Eine gute Kaufentscheidung ist heimischer Fisch. Aal, Forelle oder Karpfen kennt jeder, Saibling oder Schleie schon weniger – und von Felchen, Renken, Plötzen oder Trüschen haben nur wenige Menschen schon mal etwas gehört. All diese Namen bezeichnen Süßwasserfische. Rund 5000 verschiedene Arten werden weltweit unterschieden. In den letzten Jahren wurden viele Arten für die Küche wiederentdeckt.

Ein Klassiker unter den Süßwasserfischen ist der Karpfen. Eine Hochburg der Karpfenzucht liegt in Mittelfranken, insbesondere im Aischgrund. Zwischen Erlangen und Dinkelsbühl führt der Fränkische Karpfenradweg entlang der Teiche, mit vielen Informationen, auch zur Spezialität der Region, dem Aischgründer Spiegelkarpfen, der das EU-Gütesiegel „geschützte geografische Angabe“ (g.g.A.) trägt. Karpfen liefert besonders leicht verdauliches Eiweiß und enthält zudem Jod, wenn auch in geringerem Maße als der Seefisch. Jod ist ein wichtiges Spurenelement, das die Schilddrüse zur Produktion der Schilddrüsenhormone benötigt. Mit einem Fettgehalt von 1 bis 10 Prozent zählt der Karpfen zu der Gruppe der mittelfetten Fische, genauso wie Forelle und Renke. Karpfen zeichnet sich durch ein feines und sehr schmackhaftes Fleisch aus.

Tipps zur Karpfenzubereitung:

Kaufen Sie heimische Karpfen in den Monaten mit einem „R“ im Namen. Von September bis April ist Hauptsaison. Sie erhalten frischen Fisch auf den Wochenmärkten, direkt vom Erzeuger oder auch in Fischgeschäften. Achten Sie auf kurze Transportwege.

Zum Karpfenessen braucht es etwas Übung, denn der Karpfen gilt als eher grätenreicher Fisch. Die Gräten befinden sich vor allem am Rücken, während das Bauchfleisch fast grätenfrei ist.

Der Franke genießt den Karpfen gerne gebacken, es gibt aber auch leichtere Varianten. Karpfen „blau“, pochiert oder gedünstet als Fischfrikadelle oder Brotaufstrich – für den Karpfen gibt es viele raffinierte Rezeptideen. Beim Backen lässt sich übrigens auch erkennen, ob der Fisch wirklich frisch ist: Krümmt er sich in der Pfanne, dann ist er frisch geschlachtet worden.

Quelle: Bayerischer Bauernverband

Erfolgreicher Start in die zweite Programmphase der Initiative Tierwohl

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Mit 518 Millionen Tieren in über 6.000 angemeldeten Betrieben ist die Initiative Tierwohl erfolgreich in die neue Programmphase 2018-2020 gestartet. Somit haben sich fast doppelt so viele Betriebe für die Teilnahme an der Initiative entschieden, wie noch in der ersten Programmphase, schreibt die QS Qualität und Sicherheit GmbH in ihrem aktuellen Newsletter. Auch der Lebensmitteleinzelhandel engagiert sich in der neuen Programmphase noch stärker und zahlt statt der bisherigen 4 Cent nun 6,25 Cent pro verkauftem Kilogramm Geflügel- und Schweinefleisch in die Initiative Tierwohl ein. Dadurch entsteht ein jährliches Finanzvolumen von rund 130 Millionen Euro, von dem die Tiere profitieren können.

„An den erhöhten Teilnehmerzahlen, ermöglicht durch ein verstärktes Engagement des Lebensmitteleinzelhandels, zeigt sich ganz deutlich, dass wir unserem Anspruch in die Breite zu gehen, immer mehr gerecht werden“, erklärt Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl. „Wir sind angetreten, um die Landwirte dabei zu unterstützen, die Nutztierhaltung Schritt für Schritt tiergerechter zu machen. Hierzu gehört auch, dass wir mit dem Start der neuen Programmphase unsere Kriterien etwas erhöht bzw. verschärft haben“.

Durch die Verschärfung die Kriterien sind Geflügelhalter nun zusätzlich zu Stallklima- und Tränkewasserchecks verpflichtet und Schweinehalter müssen ihren Tieren mindestens 10 Prozent mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial zur Verfügung stellen. Die Einhaltung aller Kriterien wird im Rahmen von mindestens einer unabhängigen Kontrolle pro Jahr in jedem der teilnehmenden Betriebe überprüft, zusätzlich findet seit 2017 mindestens eine weitere Kontrolle völlig unangekündigt statt. In der Folge wurden bisher bereits 270 Betriebe aus dem Programm ausgeschlossen. „Das ist zwar nicht schön, aber es beweist auch: Das System der Initiative Tierwohl aus Fordern, Fördern und Kontrollieren funktioniert“, so Hinrichs.

Für die aktuelle Programmphase hat die Initiative Tierwohl vier Neuheiten geplant: Neben dem Einstieg in die Innovationsförderung, der Bereitstellung von Beratungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die teilnehmenden Landwirte und der Entwicklung von Tiergesundheitsindices, soll ab April 2018 erstmals ein Produktsiegel für unverarbeitetes Geflügelfleisch herausgegeben werden. Ab Oktober 2018 kann dann auch bearbeitetes Geflügelfleisch gekennzeichnet werden. Die Verbraucher können anhand der Kennzeichnung auf der Produktverpackung sehen, dass es sich bei der Ware um Geflügelfleisch aus den rund 1.900 teilnehmenden Geflügelbetrieben der Initiative Tierwohl handelt.

„Nach diesem Start in die neue Programmphase muss man konstatieren: Die Initiative Tierwohl ist ein Erfolgsmodell“, betont Hinrichs. „Wir wollen mit der Initiative Tierwohl zum Branchenstandard werden. Daran arbeiten wir, und dieses Ziel werden wir auch in der aktuellen Programmphase weiterverfolgen.“

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

Digital Animal Farming

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Weltleitmesse EuroTier 2018 fokussiert die Themen Management, Tiergesundheit und Qualität – Bereits mehr als 1.900 Aussteller angemeldet – Vom 13. bis 16. November 2018 in Hannover

Die weltweite Leitmesse für Tierhaltungs-Profis, die EuroTier 2018, geht mit dem Leitthema „Digital Animal Farming – Management. Tiergesundheit. Transparenz.“ an den Start. Eine zunehmend digital vernetzte Welt eröffnet neue Möglichkeiten, um Produktivität und Tiergerechtheit sowie Informations-Management und den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen erfolgreich zu verbinden. Wirtschaftlichkeit, Tiergesundheit sowie Transparenz und Qualität in den Prozessen sind dabei der Schlüssel für ökonomischen und ökologischen Erfolg in der Nutztierhaltung. „Neue Konzepte rund um die Digitalisierung können helfen, die Wertschöpfung in der Landwirtschaft zu halten, die Landwirtschaft in einen vitalen ländlichen Raum einzubinden und als unverzichtbaren Teil der Gesellschaft wahrnehmbar zu machen“, erklärt EuroTier-Projektleiter Dr. Karl Schlösser vom Veranstalter DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft). „Die Aussteller der EuroTier werden hierzu vom 13. bis 16. November 2018 auf dem Messegelände in Hannover neueste Lösungen präsentieren, und die DLG wird gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Beratung die Bedeutung der Digitalisierung für die moderne Nutztierhaltung anhand von Beispielen in Specials und Forumsveranstaltungen aufzeigen.“

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt deute alles darauf hin, dass wiederum die weltweit führenden Anbieter von Technik für die moderne Tierhaltung auf der EuroTier vertreten sind, so Dr. Schlösser. Bereits mit dem bisherigen Anmeldeergebnis von mehr als 1.900 Unternehmen, darunter rund 300 Neuaussteller, unterstreicht die EuroTier eindrucksvoll ihre herausragende Bedeutung als Plattform für die moderne Tierhaltung. Auch die Internationalität wird wieder sehr hoch sein. Aktuell kommt weit mehr als die Hälfte der Anmeldungen aus dem Ausland. Die DLG erwartet in diesem Jahr wieder mehr als 2.500 Aussteller aus aller Welt. In 2016 informierten sich auf der EuroTier über 160.000 Fachbesucher, darunter rund 40.000 aus dem Ausland.

Quelle: DLG

Schafzüchterverband sieht Bewegung der Politik beim Wolf

Die Vereinigung der Deutschen Landesschafzuchtverbände (VDL) erkennt ernstzunehmende Bewegungen in der deutschen Politik beim Umgang mit dem Problem der Wolfs-Rückkehr.

Im November 2017 hatte die Umweltministerkonferenz der Länder erstmals nicht nur Schiebebeschlüsse bis zur nächsten Konferenz, sondern konkrete Forderungen beschlossen. So wurde zum Beispiel der Bund aufgefordert, zusätzliche finanzielle Mittel bereitzustellen, „mit denen eine zweckgebundene Beteiligung des Bundes an den Kosten für Maßnahmen der Schadensprävention beim Wolf abgesichert werden kann.“ Außerdem solle der Bund die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) für Maßnahmen des Wolfsmanagements öffnen. Wichtig sei, so die VDL, auch die Forderung nach einem bundesweit einheitlichen Vorgehen beim Umgang mit auffälligen Wölfen sowie die jährliche Einschätzung des Erhaltungszustandes der Wölfe in Deutschland.

„Die Anträge verschiedener Fraktionen und die Debatte im Bundestag in der letzten Woche zeigen, dass die Probleme der Schafhalter endlich auch auf Bundesebene angekommen sind,“ so der VDL-Vorsitzende, Jürgen Lückhoff. Allerdings hätten die Weidetierhalter es lieber gesehen, wenn die weiteren Beratungen dem Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft federführend zugewiesen worden wären, da hier die Interessen der vom Wolf bedrohten Weidetierhaltung und damit der Landwirtschaft in Deutschland vertreten werden müssen. Lückhoff: „Vom Umweltausschuss erwarte ich da eher eine unzureichende Berücksichtigung unserer Probleme, insbesondere vom Bundesumweltministerium, das nach meinem Eindruck immer noch stark die Position der SPD prägt.“

Hoffnungen machen auch die ersten Verlautbarungen zum Entwurf der Koalitionsvereinbarung auf Bundesebene. Die VDL hatte sich, wie zuvor schon an die Jamaika-Runde, an die Vertreter der möglichen GroKo gewandt und eine Aufnahme der Problematik in die Koalitionsvereinbarung gefordert, da nur so eine echte Chance bestehe, dass in den nächsten vier Jahren eine Entschärfung der Bedrohung der Schafhaltung durch den Wolf in Angriff genommen wird.

VDL-Vorsitzender Jürgen Lückhoff: „Die Schafhaltung in Deutschland ist von der Ausbreitung des Wolfes in so starkem Maße betroffen, dass etliche Betriebe an Aufgabe denken. Die flächendeckende Ausbreitung und das rasante Wachstum der Wolfspopulation mit 30 Prozent jährlich stellt die Weidetierhaltung von Schafen und Ziegen, aber auch von Rindern, Pferden und Gehegewild im Grundsatz in Frage. Die wirtschaftliche Situation der deutschen Schafthaltung ist mehr als angespannt. Sie verliert ihre Perspektive vollständig, wenn das Management rund um den Wolf nicht umgehend verbessert wird.“

Quelle: Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e.V.

ISN lädt zur Mitgliederversammlung am 19. Februar nach Osnabrück „Preisfindung am Schweinemarkt: gestern – heute – morgen“

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In der nun 30-jährigen Geschichte der ISN – Interessengemeinschaft der Schweinehalter e.V. stand und steht der Schweinemarkt immer zentral im Vordergrund aller Aktivitäten. Was liegt also näher, als die Mitgliederversammlung zum runden Geburtstag dem Schweinemarkt und der Preisbildung zu widmen?

Die ISN lädt alle Mitglieder und alle Interessierten herzlich ein zur diesjährigen Mitgliederversammlung am Montag, 19.02.2018 um 14 Uhr in der OsnabrückHalle in Osnabrück.

Hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis – und nicht die Kosten! Diese marktwirtschaftliche Grundregel war und ist nach wie vor gültig. Nicht umsonst sprechen wir vom Schweinezyklus. Doch in 30 Jahren hat sich auch viel verändert.

Funktioniert der Schweinemarkt heute noch wie früher? Wie bildet sich morgen der Schweinepreis im Angesicht der hohen Komplexität in Produktion und Vermarktung? Wie werden Tierwohl- und andere Anforderungen zukünftig über den Marktzugang entscheiden? Diesen und weiteren Fragen stellen sich Matthias Frieß (Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch), Steen Sönnichsen (Westfleisch), Frans Stortelder (Vion) und Andreas Stärk (ISW) im Rahmen einer Podiumsdiskussion. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Ludger Schulze Pals (top agrar). Freuen Sie sich auf interessante Fakten und starke Statements.

Bevor es zu der spannenden Podiumsdiskussion kommt, wird der offizielle Teil abgehalten, u.a. mit den Berichten des Vorsitzenden und der Geschäftsführer zu den vielfältigen Tätigkeiten der ISN im vergangenen Jahr und auch in den bevorstehenden Monaten.

Zum geselligen Ausklang der Veranstaltung sind alle Teilnehmer zu einem Imbiss und Meinungsaustausch in zwangloser Atmosphäre eingeladen.

Quelle: ISN

Messe für Milchviehhalter in Haus Düsse

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„Aus der Praxis – für die Praxis“ lautet das Thema der Düsser Milchviehtage der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die am Mittwoch und Donnerstag, 21. und 22. Februar, im Versuchs- und Bildungszentrum Haus Düsse stattfinden. Gezeigt werden aktuelle Entwicklungen und neueste Produkte aus den Bereichen Bauen, Melken, Fütterung, Zucht, Haltung, Technik und Management. Die vielseitigen Technikvorführungen in den Düsser Milchviehställen machen dabei einen wesentlichen Bestandteil dieses praxisorientierten Messekonzeptes aus. Die Düsser Milchviehtage sind am Mittwoch von 10 bis 17 Uhr und am Donnerstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. An beiden Tagen finden durchgehend Vorführungen, praktische Demonstrationen sowie Besichtigungen der Messe- und Technikausstellung statt.

Mehr als 170 Firmen werden auf mehr als 15 000 Quadratmetern ihre Produkte rund um die Milchviehhaltung vorstellen und vieles im praktischen Einsatz zeigen. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es hier.

Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

Wettbewerbsfähigkeit bleibt zentrales Ziel

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„Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der einzelne Milchviehhalter und dessen Wettbewerbsfähigkeit. Wenn unsere Milchbauern die nicht erreichen, können sie ihre Höfe nicht weiterbewirtschaften. Das wollen wir möglichst vermeiden.“ Das sind nach Aussage von Jan Heusmann, Vorsitzender des Milchausschusses im Landvolk Niedersachsen, die Beweggründe zur Erarbeitung eines Grundlagenpapieres mit milchpolitischen Zielsetzungen. Die vom Ausschuss erarbeitete Vorlage hat der Vorstand des Landvolkes Niedersachsen auf seiner jüngsten Sitzung verabschiedet. In acht Punkten hat der Milchausschuss des Verbandes Forderungen und Grundsatzpositionen aufgelistet, die er für eine starke Milcherzeugung als unverzichtbar einstuft.

In kurzen Abständen haben die Milchviehhalter heftige Preiskrisen erleben müssen, sagte Heusmann zu den Inhalten des Papiers. Die Aufarbeitung setze jedes Mal  neu an, es bewege sich zu wenig. Das habe den Ausschuss bewogen, einige Rahmenbedingungen und Positionen, die bereits abgestimmt sind, festzuhalten. Nach Einschätzung des Landvolkes haben die Landwirte haben auf den Milchmarkt einen großen Einfluss, und zwar über die genossenschaftlichen Milchverarbeitungsunternehmen. Diese sind in der Hand aktiver Landwirte, aber auch die privaten Unternehmen sind wichtig. Ein Eingreifen des Staates in den Markt oder auch die Lieferbeziehungen ist daher aus Sicht des Verbandes nicht notwendig. Gleichwohl sieht er Verbesserungsmöglichkeiten in der Kommunikation zwischen Milchbauern und Molkereien. „Eine engere Abstimmung kann nicht allein über den Preis erfolgen, die Marktsignale müssen noch frühzeitiger kommuniziert und auch beachtet werden“, sagte dazu Heusmann. Der Milchbauer solle vorab Klarheit darüber erhalten, welchen Preis er für die gelieferte Milch bekommen wird. Daneben gewinne die Absicherung z.B. über die Börse an Bedeutung, dies sei wichtig und primär Aufgabe der Molkereien. Für die Landwirte setze sich das Landvolk weiter für die Optimierung der steuerlichen Tarifglättung ein. Sie soll einen einkommenswirksamen Ausgleich zwischen Hoch- und Tiefpreisphasen herbeizuführen.

Heusmann bezeichnete offene Märkte als „gelebte Selbstverständlichkeit“, dazu passe keine Abschottungspolitik. Nationale und auch regionale Märkte blieben die wichtigsten Abnehmer. Daneben müsse auch die internationale Nachfrage bedient werden, dabei erwarte der Verband die Unterstützung der Politik zur Erschließung neuer Exportziele. Das gesamte Grundlagenpapier für milchpolitische Zielsetzungen steht unter www.landvolk.net.

Quelle: Landvolk Niedersachsen

Neues Online-Portal für mehr Bestäubung: Bienen, Landwirte und Imker profitieren

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Das neue Portal bienenwanderung.de bringt Landwirte und Obstbauern mit Imker aus ganz Deutschland zusammen. Das Ziel ist es, die Bestäubungsleistung der Bienen weiter publik zu machen, vor allem auch unter Landwirten, die dieses Potential für ihre Feldfrüchte oft noch gar nicht umfassend erkannt haben. Der Vernetzungsservice ist kostenlos. Die Möglichkeit, Bienen für eine zusätzliche Bestäubungsleistung einzusetzen, ist in Deutschland noch so gut wie ungenutzt. In anderen großen Agrarländern hingegen werden heute schon mehr Bienenvölker angefordert, als zur Verfügung stehen. Nach aktuellen Forschungsergebnissen sind Ertragssteigerungen von 30 % bei Raps, 75 % bei Buchweizen und bis zu 170 % bei Sonnenblumen möglich.

Zusätzlich bietet die Internetseite Informationen und Wissen rund um die möglichen Bestäubungsleistungen.

Quelle: www.bienenwanderung.de

Buntbarsche: Blasser im Angesicht des Feindes

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Buntbarsch-Männchen, die sich ständig von Fressfeinden bedroht fühlen, wachsen schneller und bleiben länger unauffällig gefärbt. Das zeigt eine Studie von Biologen der Universität Bonn. Die Tiere verringern so ihr Risiko, zur Beute zu werden. Auf dem Höhepunkt ihrer Geschlechtsreife geben die Tiere ihre Tarnung jedoch auf: Auch unter risikoreichen Bedingungen buhlen sie dann in prächtigen Farben um mögliche Sexualpartnerinnen. Der Artikel erscheint in der Zeitschrift „The American Naturalist“.

Der afrikanische Smaragd-Prachtbarsch Pelvicachromis taeniatus trägt seinen Namen zu Recht: Bei den Weibchen signalisiert ein violetter Bauch und ein blaugrün schimmernder Seitenstreifen das Einsetzen der Geschlechtsreife. Die Männchen dagegen machen potenzielle Sexualpartnerinnen mit leuchtenden Orange- und Gelbtönen auf sich aufmerksam.

Die auffällige Färbung (Evolutionsbiologen sprechen auch von „Ornamenten“) hat einen bedeutenden Nachteil: Sie fällt auch potenziellen Fressfeinden ins Auge. Biologen der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Theo C. M. Bakker am Institut für Evolutionsbiologie und Zooökologie der Universität Bonn haben daher untersucht, wie sich die Anwesenheit von Räubern auf das Aussehen der Fische auswirkt.

Dazu zogen sie zwei Gruppen von Smaragd-Prachtbarschen heran und beobachteten sie über einen Zeitraum von zwei Jahren. Bei einer der beiden Gruppen gaben sie regelmäßig einen Extrakt ins Wasser, der aus toten Artgenossen gewonnen worden war. „Wenn Buntbarsche einem Fressfeind zum Opfer fallen, werden dabei Alarmstoffe frei“, erklärt Dr. Denis Meuthen, der inzwischen an die Universität Saskatchewan in Kanada gewechselt ist. „Diese warnen Artgenossen vor der drohenden Gefahr. Auch der von uns verwandte Fisch-Extrakt enthielt derartige Alarmstoffe.“

Körpergröße und Blässe als Lebensversicherung

Ansonsten wurden die Fische unter exakt identischen Bedingungen gehalten. Zu sechs verschiedenen Zeitpunkten fertigten die Forscher nun Fotos von den Barschen an und verglichen diese miteinander. Dabei zeigten sich zwischen beiden Gruppen einige Unterschiede: So wuchsen die Männchen in vermeintlicher Anwesenheit von Fressfeinden schneller. Sie hatten zudem größere Augen, und auch die Stacheln ihrer Rückenflossen waren länger.

„Wir nehmen an, dass die Tiere so ihr Risiko verringern, im Magen eines Fressfeindes zu enden“, erklärt Dr. Timo Thünken diese Beobachtung. „Raubfische können größere Beutetiere mit stacheligen Flossen schwerer erbeuten und haben Probleme, diese zu verschlingen. Zudem helfen große Augen möglicherweise dabei, Räuber schneller zu entdecken.“

Dazu kam eine weitere Entdeckung: Die Männchen waren zu Beginn ihrer Geschlechtsreife deutlich dezenter gefärbt als ihre Geschlechtsgenossen aus den Becken ohne Alarmsignale. Auch das war vermutlich eine Anpassung an die vermeintlich erhöhte Gefahr, gefressen zu werden.

Erstaunlicherweise betrafen die Unterschiede jedoch nur die Männchen. Der Grund dafür mag in der Lebensweise dieser Buntbarsch-Art zu finden sein: Die Weibchen legen ihre Eier in Bruthöhlen ab und pflegen diese intensiv. Die Männchen halten sich dagegen eher außerhalb der Höhlen auf und verteidigen das Revier gegen Rivalen und Eiräuber. „Sie sind daher weitaus exponierter und können einem Feind leichter zum Opfer fallen“, erklärt Thünken.

Die Balz-Färbung setzte bei den Männchen allerdings nur verzögert ein. Nach einem guten Jahr leuchteten die Tiere aus beiden Becken gleich kräftig. „Die Ornamente sind wichtige soziale Signale“, erläutert Meuthen. „So ist eine kräftige Färbung gegenüber dem eigenen Geschlecht ein Zeichen der Dominanz. Gleichzeitig wirkt sie auf paarungsbereite Weibchen besonders attraktiv.“ Anders gesagt: Unscheinbare Männchen leben möglicherweise länger – sie bleiben dafür aber öfter Single.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Vitamin A für Rinder könnte positiver Faktor gegen Kuhmilchallergie sein

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Kleinkinder können eine Kuhmilchallergie entwickeln, die bis zum Erwachsenenalter zwar meist abklingt, aber das Risiko weiterer Allergieerkrankungen erhöht. Die allergische Reaktion kann jedoch bereits durch das gute Zusammenspiel zweier Milchbestandteile verhindert werden. Das zeigte eine in Scientific Reports veröffentlichte Studie des interuniversitären Messerli Forschungsinstitutes der Vetmeduni Wien, der MedUni Wien und der Universität Wien. Verbinden sich das wichtige Milch-Protein Bos d 5, auch beta-Lactoglobulin, und das Vitamin A Stoffwechselprodukt Retinsäure in der Kuhmilch, wird das Immunsystem nicht gegen das Eiweiß aktiv.

Eine echte Milchallergie kommt bei etwa drei bis fünf Prozent der Kinder in Europa, seltener bei Erwachsenen vor. Im Gegensatz zur mit der Erkrankung häufig verwechselten Laktoseintoleranz, bei der durch das fehlende Enzym Laktat lediglich Milchzucker schlecht verdaut wird, reagiert in diesem Fall das Immunsystem selbst mit einem Abwehrmechanismus gegen Milchproteine. Es kommt zur Bildung von speziellen Immunzellen, die Antikörper gegen die Milcheiweiße produzieren und damit eine potentiell viel gefährlichere allergische Reaktion auslösen.

Dass das die Bestandteile der Kuhmilch selbst unterbinden können, zeigte nun eine Untersuchung des interuniversitären Messerli Forschungsinstitutes der Vetmeduni Vienna, der Meduni Wien und der Universität Wien. Der Schlüssel ist, dass sich das für allergische Reaktionen relevante Milchprotein beta-Lactoglobulin die Retinsäure, ein Stoffwechselprodukt von Vitamin A, quasi in die Tasche steckt. Dafür muss allerdings die ausreichende Versorgung der Kühe mit dem Vitamin, etwa durch viel Grünfutter, gewährleistet sein.

Beladung mit Retinsäure verwandelt potentielles Milchallergen in ein Milch-Tolerogen

Erkranken Kleinkinder an einer Allergie gegen Kuhmilch, so bilden sich in ihrem Körper mit Th2-Lymphozyten spezielle Immunzellen, die Antikörper produzieren, die als körpereigene Abwehr gegen Milchproteine gerichtet sind. Eines der wichtigsten dieser sogenannten Milchallergene ist das Eiweiß Bos d 5 oder beta-Laktoglobulin. Dieses gehört zur Proteinfamilie der Lipokaline. „Diese spezielle Eiweißfamilie besitzt molekulare Taschen die kleine Moleküle, wie eben die Retinsäure, die ein Stoffwechselprodukt von Vitamins A ist, aufnehmen können“, erklärt Erstautorin Dr. Karin Hufnagl.

„Unsere Untersuchungen zeigten, dass das „leere“ Milchprotein die Aktivierung von Th2-Lymphozyten unterstützt und damit eine allergische Reaktionskette in Gang setzt“, so Hufnagl. Steckt es sich jedoch die Retinsäure sozusagen in die Tasche, dann reagieren die Immunzellen moderat, ohne allergische Immunreaktion. „Eine adäquate Beladung des Milchproteins könnte damit verhindern, dass sich Kleinkinder oder auch Erwachsene sensibilisieren und eine Milchallergie ausprägen“, resumiert Studienleiterin Erika Jensen-Jarolim.

Keine künstliche Ergänzung: Ansatz sollte die Milchproduktion sein

Milch und vor allem Kuhmilch ist ein für die meisten Menschen zwar prinzipiell essentielles Nahrungsmittel. Für Allergiker stellt sie jedoch ein Risiko dar, da sie neben Mund- oder Schleimhautschwellungen, Durchfälle oder die Verschlechterung einer Neurodermitis verursachen und in seltenen Fällen sogar einen allergischen Schock hervorrufen kann. Außerdem birgt eine Kuhmilchallergie das Risiko auf weitere allergische Erkrankungen, wie ein atopisches Ekzem oder allergisches Asthma „Eine ausreichende Versorgung der Milchproduzenten, sprich der Kühe, mit Vitamin A könnte diesem Effekt, ein harmloses Nahrungsmittel-Protein womöglich in ein Milch-Allergen umzuwandeln, entgegenwirken“, sagt Hufnagl. Fraglich ist jedoch, ob der in der Studie gezeigte positive Effekt von Vitamin A, auch durch Nahrungsmittelzusätze erwirkt werden kann. „Die Künstliche Ergänzung der Nahrung mit Vitaminen erzielt womöglich nicht die gleiche Wirkung wie natürliche Wirkstoffe und hat wahrscheinlich eine inadäquate Beladung des Milch-Allergens zur Folge. Es gilt daher Vitamin A schon bei der Haltung oder Fütterung den Tieren in einem entsprechenden Ausmaß zuzuführen. Das kann etwa durch vermehrte Gabe von Grünfutter erreicht werden. Entsprechende Folgestudien müssen allerdings noch durchgeführt werden“, so die Forscherin.

Quelle: Veterinärmedizinische Universität Wien

Wie geht es weiter mit der Antibiotika-Reduktion?

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Seit Beginn des Antibiotika-Monitorings in der Tiermedizin, wurde die Gesamtmenge verkaufter Antibiotika um etwa 50% gesenkt. Ein Erfolg, auf den wir in der Humanmedizin noch warten. Aber: lässt sich der Antibiotika-Einsatz noch weiter senken oder werden die Mengen in Zukunft in etwa gleich bleiben? Dieser Frage geht der neueste Podcast von „Radio Randwirtschaft“ nach und fördert – zumindest für Laien – überraschende Erkenntnisse zutage.

Dr. Michael Schmaußer, Rinderpraktiker aus Freising in Obernbayern, hält eine merkliche Reduktion in der Kälbermast für möglich. Vorausgesetzt, die Tiere würden bereits im Herkunftsbetrieb geimpft und könnten so einen wirksamen Schutz aufbauen, bevor sie mit fremden Artgenossen abtransportiert und als Fresser eingestallt werden. Für diese frühestmögliche Impfung fehle aber heute noch die gesetzliche Grundlage.

Auch beim Milchvieh, dessen Halter noch nicht am Monitoring teilnehmen, sieht der Fachtierarzt für Rinder durchaus Möglichkeiten, neuere Wirkstoffe etwa durch Penicillin zu ersetzen. In seiner Praxis hat er damit bereits Erfolg und auch die Landwirte seien bereit, eine um vier Tage längere Wartezeit in Kauf zu nehmen, wenn z. B. eine Dermatitis digitalis behandelt werden muss.

Das Problem stellt sich dabei an ganz anderer Stelle: die Menge an Penicillin, die für den  regelmäßigen Ersatz nötig wäre, ist am Markt gar nicht verfügbar! Die Notwendigkeit sogenannte „Reserveantibiotika“ einzusetzen, sieht Michael Schmaußer beim Milchvieh nur in Ausnahmefällen, in der Rindermast fehlten allerdings schlicht die Alternativen.

Dr. Maria Gellermann, Projektleiterin bei „aniplus“ und Fachtierärztin für Schweine, sieht sowohl Chancen für eine weitere Reduktion, als auch Faktoren, die dem entgegenwirken. Von differenzierten Impfstrategien bis zum schlichten Rückgang der Bestandszahlen auf der einen und dem vermehrten Bau von Außenklimaställen auf der anderen Seite, weil diese z. B. den Eintrag von Salmonellen und Leptospiren begünstigten.

Den Einsatz von Penicillin beim Schwein, speziell in der Mast, hält die Tierärztin für illusorisch, gelten für den Wirkstoff doch 50 bis 70 Tage Wartezeit. Wie ihr bayerischer Kollege, verweist auch sie auf die mangelhafte Verfügbarkeit verschiedener Wirkstoffe. Die gleichfalls zu den „alten“ Wirkstoffen zählenden Sulfonamid-Trimethoprime würden wiederum unter Umweltgesichtspunkten sehr negativ beurteilt. Ein Verbot von Colistin für die Tiermedizin schließlich, würde in vielen Fällen zwingend zum Einsatz von Fluorchinolonen führen – was aber kaum im Sinne des Erfinders sein dürfte.

Insgesamt plädiert die aniplus-Expertin für den Erhalt einer möglichst breiten Wirkstoff-Palette und auch deren flächendeckende Verfügbarkeit. Vor allem aber müssten Zielkonflikte zwischen Tierwohl, Umweltschutz und Antibiotika-Minimierung angesprochen und diskutiert werden.

Hier geht es zum vollständigen Podcast.

Bundestierärztekammer kritisiert TÄHAV: Viel Bürokratie ohne Mehrwert

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Am 2. Februar hat der Bundesrat einer zweiten Verordnung zur Änderung der Verordnung über tierärztliche Hausapotheken zugestimmt. Ziel der Verordnung ist die Reduktion von Antibiotikaresistenzen. Geplant ist, dass Tierärzte noch intensiver daran mitwirken müssen, die Wirksamkeit von besonders wichtigen Antibiotika zu erhalten, z. B. durch zusätzliche Labortests (Erregernachweis und Resistenztest). Dazu erklärte Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Bundestierärztekammer (BTK):

 „Die Tierärzteschaft unterstützt das Ziel, Antibiotikaresistenzen zu minimieren, uneingeschränkt“. Nicht ohne Grund hat die BTK schon im Jahre 2000 freiwillige Leitlinien zum sorgfältigen Umgang mit Antibiotika entwickelt. Auch vor dem Hintergrund, dass die Menge der in der Tiermedizin verwendeten Antibiotika in den letzten Jahren um mehr als die Hälfte gesunken ist, bedeutet die nun getroffene Regelung eine so nicht notwendige bürokratische Belastung für Tierärzte und eine finanzielle Belastung für Tierbesitzer.“

Kranke Tiere müssten behandelt werden, das gebiete der Tierschutz. Die Wirksamkeit einiger Wirkstoffe gegen manche dieser Krankheiten habe  in den letzten Jahren in bedenklichem Ausmaß nachgelassen, schreibt die Kammer. Um dem Resistenzproblem entgegenzuwirken, sei es unerlässlich, dass künftig weniger Krankheiten auftreten, die einer Behandlung mit Antibiotika bedürfen. Mensch und Tier müssten gesünder werden.

Die Tierärzte empfehlen vor allem vorbeugende Maßnahmen wie Impfungen, gutes Futter, gute Haltungsbedingungen und tierärztliche Beratung – z. B. im Rahmen der tierärztlichen Bestandsbetreuung.

Die Zustimmung des Bundesrates zur Empfehlung des Ausschusses, eine Entschließung zu verabschieden, kommentiert Tiedemann mit den Worten: „Die dort angesprochene Möglichkeit der Rabattierung wurde gerade vom Ministerium durch das sog. Rabattgutachten überprüft, mit dem Ergebnis, dass Rabatte nicht dafür verantwortlich sind, ob Tiere mehr oder weniger oft behandelt werden. Auch die im Entschließungsantrag geforderte Auflistung der antibiotischen Wirkstoffe, die ausschließlich der Behandlung des Menschen vorbehalten sein sollen, ist nicht zielführend. Gerade die Einschränkungen bei der Anwendung bestimmter Antibiotika durch Tierärzte sind wesentlicher Inhalt der geänderten TÄHAV. Mit der in der Entschließung gewünschten Vorgehensweise würde man sie ad absurdum führen, die Behandlung von Tieren unmöglich machen und der Bekämpfung von Resistenzen noch nicht einmal nützen.“

Quelle: BTK

Produktionsökonomie im Milchviehbetrieb

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Prof. Dr. Johannes Holzner lehrt Produktionsökonomie an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und ist selbst Besitzer eines mittelgroßen Milchviehbetriebes. Mit ihm sprachen wir über die „ideale Betriebsgröße“ für die Milchviehhaltung. Ist klein machbar oder gibt es einen Zwang zur Größe?