Weniger Erkrankungen durch hohe Futteraufnahmen rund um die Kalbung

Thomas Engelhard, LLG Sachsen-Anhalt, ZTT Iden
Prof. Dr. Rudolf Staufenbiel, Freie Universität Berlin
Andrea Meyer Landwirtschaftskammer, Niedersachsen

Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass geringe Futter- bzw. Trockenmasseaufnahmen von Milchkühen in den letzten Wochen und Tagen vor der Kalbung in der nachfolgenden Frühlaktation mit mehr Stoffwechselproblemen und auch klinischen Erkrankungen einhergehen. Solche Informationen waren im Jahr 2010 der Anlass, auch am ZTT Iden die ersten Messungen zur Futteraufnahme in den letzten Tagen der Trockenstehzeit durchzuführen und Effekte der dabei auftretenden einzeltierbezogenen Variation zu prüfen.

Aus diesen Messungen an fast 300 Kühen ergab sich, dass für das Drittel der Kühe mit den geringsten TM-Aufnahmen in den letzten fünf Tagen vor der Kalbung ein hohes Abgangs-risiko in der Folgelaktation bestand. Ein Viertel dieser Kühe schied im 1. Laktationsdrittel aus der Herde aus. Dagegen ging aus dem Drittel der Tiere mit dem höchsten Futter-verzehr keine Kuh ab. Zusätzlich gaben die kurz vor der Kalbung besser fressenden Kühe anschließend auch mehr Milch und Milcheiweiß als die schlechten Fresser.

Nach diesen ersten Ergebnissen erfolgten Untersuchungen an weiteren 100 Kühen. Das Resultat blieb dasselbe: Die geringen Futteraufnahmen vor der Kalbung in der betreffenden Auswertungsklasse gingen für die Kühe in der Folge mit stärkerer Stoffwechselbelastung, erhöhtem Abgangsrisiko sowie gleichzeitig reduzierter Milchleistungen einher (Tabelle 1). Allerdings hatte sich das Abgangsrisiko der schlechteren Fresser gegenüber der ersten Messreihe mehr als halbiert. Dazu könnte die stärkere Berücksichtigung der Futter-aufnahme vor der Kalbung im Management der Idener Herde beigetragen haben.


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