Prävention als Schlüsselfaktor in der Nutztierhaltung – Einigkeit auf dem Panel der #Expertise2021 von MSD Tiergesundheit

© Allflex Livestock Intelligence

Neue Präventionsmöglichkeiten im Stall durch Data Intelligence
Zoonosen: Wie wir von der Covid-19- Pandemie lernen können

Unter dem Leitthema: „Mensch, Tier und Umwelt im Fokus: die Quadratur des Kreises für die Nutztierhaltung?“ diskutierten sechs Experten auf der Expertise 2021, einer virtuellen Fachkonferenz von MSD Tiergesundheit, am 07. Mai 2021 Zukunftsfragen der Nutztierhaltung. Um das Wohlergehen von Menschen, Tieren und Umwelt in Einklang zu bringen, bedarf es einer intensiveren Zusammenarbeit und einem stetigen Austausch zwischen der Human- und Tiermedizin, der Landwirtschaft sowie des Umweltschutzes. Besonderer Fokus sollte zudem auf die Prävention von Krankheiten in der Nutztierhaltung gelegt werden – das zeigt sich nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie.

Prävention als Schlüssel: Mit Digitalisierung vorbeugen
Prävention in der Nutztierhaltung ist ein Schlüsselfaktor, sind sich die Experten einig. Hier müsse grundlegendes Wissen vermittelt werden und dem Thema mehr Bedeutung zugewiesen werden. Prof. Dr. Lothar Kreienbrock, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, beschreibt Prävention als „Brot und Butter der Epidemiologie“. Durch konsequente Impfkonzepte können Krankheiten verhindert oder manchmal sogar ausgerottet werden. Tier-Monitoring und Data-Intelligence zur Früherkennung von Verhaltensauffälligkeiten, sind die Zukunft moderner Präventionsmaßnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben.

Durch Datengewinnung im Stall, lassen sich frühzeitig Rückschlüsse auf die Gesundheit der Tiere schließen. Damit können Krankheiten und Anomalien rechtzeitig erkannt und vermieden werden. Der Einsatz von Therapien und insbesondere Antibiotika lässt sich reduzieren, was wiederum auch Auswirkungen auf die Menschen hat. Darüber hinaus liegt es auch im ökonomischen Eigeninteresse der Landwirte die Tiere gesund zu erhalten, denn nur gesunde Tiere ermöglichen eine wirtschaftliche und nachhaltige Produktion.

Dr. Bernard Haidn von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft erklärt: „Im Stall kann Digitalisierung sehr viel bewirken. Hier lassen sich zahlreiche Gesundheitsdaten der Tiere sammeln auf welchen wiederum Analysen aufbauen, die strategische Prävention ermöglichen.“ Dazu gehören verschiedenste Paramater, wie beispielsweise die Futteraufnahme oder die Tierbewegung. Mithilfe künstlicher Intelligenz kann man diese Parameter in Verbindung setzen, Prognosen treffen und dementsprechend Prävention leisten: „Digitalisierung kann somit helfen, Probleme im Stall rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen“, so Dr. Haidn.

Dr. Leif Balz, bei der Schwarz Gruppe für die Themen Ernährung und Agrar verantwortlich, bringt die Perspektive des Lebensmitteleinzelhandels in die Runde. Für ihn erfolgt die Einflussnahme des Handels vor allem durch die großen Abnahmemengen. Zudem sieht er den Lebensmitteleinzelhandel in der Verantwortung Biodiversitätsstandards für seine Kunden und Kundinnen zu setzen: „Wir befinden uns in der Situation, dass wir mit unseren Kunden aber auch NGOs Anspruchsgruppen haben, die bei Themen der Tierhaltung ganz genau hinschauen. Gerade in Deutschland ist Tierwohl ein sehr sensibles und wichtiges Thema, unser Anspruch ist es, bestmögliches Tierwohl auch im Preiseinstieg sicherzustellen. Wenn wir Tierwohl verbessern wollen, brauchen wir Verbesserung in der Nutztierhaltung, hier haben wir den größten Hebel und können in der Breite Einfluss nehmen“, so Balz.

MSD: Human- und Tiermedizin unter einem Dach
Eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen der Tier- und Humanmedizin, hier waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion uneingeschränkt einig, ist für viele Aspekte wichtig. Doch aktuell herrsche hier noch Luft nach oben. „Die Interaktionen der verschiedenen Bereiche wurden zu lange ignoriert, es wurde zu linear gedacht“, so Prof. Dr. Lothar Kreienbrock, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Auch Dr. Andreas Palzer, Fachtierarzt für Schweine und Präsidiumsmitglied des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte, betont, dass es einer Plattform bedarf, die einen zentralen und stetig aktuellen Austausch zwischen den Disziplinen auf Augenhöhe ermöglicht.

MSD leistet hier laut Dr. Klaus Schlüter, Medizinischer Direktor MSD, bereits einen wertvollen Beitrag zur Vernetzung des Human- und Tierbereichs: „MSD ist eines der wenigen Unternehmen, das in der Lage ist, unter einem Dach Arzneimittel und Impfstoffe für Tiere und für Menschen zu erforschen und zu entwickeln.“ Hier gebe es viel Erfahrungsaustausch und gemeinsame Entwicklungspotentiale – diesen Austausch möchte MSD weiterhin intensivieren. Klar ist für ihn, dass dies nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb des Unternehmens geschehen muss und das bereits bei der Ausbildung von Human- und Tiermedizinern.

Wie wir von der Pandemie lernen können
Covid-19 wirft ein besonders intensives Schlaglicht auf das Zusammenspiel von Mensch, Tier und Umwelt. Prof. Dr. Franz J. Conraths, Vizepräsident des Friedrich-Loeffler-Instituts und Leiter des Instituts für Epidemiologie ist überzeugt, dass es gerade vor dem Hintergrund dieser Pandemie wichtig sei, die verschiedenen Disziplinen zusammenzudenken: „60% der bekannten menschlichen Infektionskrankheiten sind zoonotischen Ursprungs. Wir müssen uns dieser Situation stellen und die Schuld nicht den Tieren zuweisen, sondern wir müssen uns überlegen, wie wir mit Tieren umgehen und mit der Umwelt, in der wir und die Tiere leben.“ Dazu gehöre auch die Frage nach den Ursachen und langfristige Präventions-Strategien, beispielsweise in dem man globale Mobilität kritischer in den Blick nimmt.

Die Tiermedizin trägt aktuell eine besondere Verantwortung für die Gesellschaft. Dies wurde jetzt, während der weltweiten Covid-19-Pandemie nochmal besonders deutlich. Nur ein ganzheitlicher Ansatz, der das Wohl von Menschen, Tieren und Natur als Einheit versteht, bringt langfristig Gesundheit auf allen Ebenen. Prävention ist wichtiger denn je: Krankheiten vorbeugen und Zoonosen verhindern durch Prävention und die Digitalisierung im Stall und im Haustierleben.

Die Panel-Teilnehmer im Überblick:

• Dr. Andreas Palzer (Fachtierarzt für Schweine, LMU- Dozent und Präsidiumsmitglied des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte)
• Dr. Leif Balz (Hauptstadtrepräsentanz – Food & Agrar, Schwarz Gruppe)
• Dr. Bernard Haidn (Landwirtschaftsdirektor Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Landtechnik und Tierhaltung)
• Dr. Klaus Schlüter (Medizinischer Direktor, MSD)
• Prof. Dr. Lothar Kreienbrock (Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover)
• Prof. Dr. Franz J. Conraths (Vizepräsident des Friedrich-Loeffler-Institut)

Quelle: MSD

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