E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 1/2023 steht zum kostenfreien Abruf bereit

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„Der Hoftierarzt“ Ausgabe 1/2023 steht für Sie zum Abruf bereit und bietet folgende Themen:

• Einflussfaktoren und Managementmaßnahmen auf Eutergesundheit und Milchqualität
• Aktuelles Interview: Neues Tierarzneimittelgesetz & Kälbertransport-VO: Mehr Augenmerk auf die Kälber
• Kokzidien schwächen vor allem die Ferkel
• Interview: Arbeitsersparnis und hohe Zunahmen durch Kombipräparat
• Tierbeobachtung und Hygiene wichtig bei Ferkelbeifütterung
• Einfluss der Mauser auf das Immunsystem der Legehenne
• Verlängerung der Legeperiode durch eine induzierte Legepause
• Aktuelles Interview: Durchfall – wann steckt wirklich der Wurm drin?
• Imkertipp: USA lässt Impfung gegen amerikanische Faulbrut zu

Das Tiergesundheits-Magazin für Nutztierhalter erscheint alle zwei Monate im praktischen PDF-Format. Jetzt einfach hier registrieren, 1 x in der Bestätigungs-Mail klicken und dann gleich kostenfrei downloaden!

„Beenovation“: Auftaktveranstaltung für Projekte zu Vielfalt und Schutz von Bestäuberinsekten

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In der Vernetzungs- und Transfermaßnahme „Beenovation“ fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 16 Verbundprojekte, die den Schutz von Bestäuberinsekten in der Agrarlandschaft verbessern. Diese wurden in der Auftaktveranstaltung am 01. März 2023 in Berlin Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft, Wirtschaft, Forschung und Politik vorgestellt. Expertinnen und Experten diskutierten außerdem innovative Wege zu gesünderen Wild- und Honigbienenbeständen.

Die adressierten Forschungsfragen der Verbundprojekte reichen von Produkten und Dienstleistungen zur Vorbeugung, Behandlung und dem Nachweis von Bienenkrankheiten, über neue imkerliche Betriebsweisen bis hin zur Entwicklung innovativer Sensorik für die Bienenhaltung und -zucht. Zudem werden Verfahren für den Pflanzenbau und Pflanzenschutz entwickelt, um den Bestäuberschutz als Teil einer nachhaltigen Landwirtschaft zu fördern. Weiter werden Maßnahmen in Agrarlandschaften erprobt, die durch ein verbessertes Nahrungsangebot, aber auch durch Strukturierung von Lebensräumen, dabei helfen, die Biodiversität von Bestäuberinsekten zu erhalten und zu steigern.

Mit insgesamt 11,6 Millionen Euro fördert das BMEL die 16 „Beenovation“-Verbundprojekte. Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Dr. Christine Natt, Vizepräsidentin der BLE, betonte in ihrer Begrüßungsrede, dass der Austausch zwischen und die Vernetzung von Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Praxis und Politik unerlässlich sei, um Forschungsergebnisse breit in die Praxis zu tragen. „Wichtig ist dabei, auch die erarbeiteten Ergebnisse der Projekte zu evaluieren und den Handlungsbedarf für alle relevanten Zielgruppen wie Landwirte, Imker, Wissenschaft und Politik herauszuarbeiten.“

Fördern diverse Landschaften die Gesundheit von Bienen?
Professorin Sara Diana Leonhardt von der TU München stellte in ihrem Vortrag heraus, wie bedeutend die Vielfalt von Nahrungsressourcen für die Gesundheit von Wild- und Honigbienen ist. Gleichzeitig thematisierte sie die Auswirkungen intensiv genutzter Agrarlandschaften auf Bestäuberinsekten.

Podiumsdiskussion „Innovative Wege für gesündere Wild- und Honigbienen in Deutschland“
Die Parlamentarische Staatssekretärin im BMEL, Dr. Ophelia Nick, wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass der Schutz von Bestäuberinsekten wichtig sei, um eine nachhaltige Landwirtschaft in unserer sich wandelnden Umwelt sicherzustellen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion tauschten sich die Teilnehmenden beispielsweise darüber aus, wie und ob Wild- und Honigbiene in Konkurrenz zueinanderstehen. Einigkeit darüber bestand, dass die Verbesserung des Nahrungsangebots durch mehr Blühpflanzen in Kombination mit der Verbesserung der Lebensräume für Wildbienen beiden Gruppen hilft.
Abschließend wurde festgestellt, dass sowohl ein Mehr an praxisgerechter Förderung, aber genauso auch die Motivation und das Engagement aller Akteure notwendig sind, um eine Vereinbarkeit von Bestäuberschutz und Landwirtschaft zu realisieren.

Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie nur durch gemeinsames Handeln erreichbar
In der Diskussion wurde des Weiteren deutlich, dass sich die Ziele der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie für ein wirksames Engagement für Insekten sowie die Vorhaben des Aktionsprogramms Insektenschutz nur durch ein synergistisches Zusammenwirken aller Beteiligten aus Landwirtschaft, Imkerei und Naturschutz erreichen lassen: Dialoge müssen geführt und die Einwände der jeweiligen Interessensgruppen gehört werden – seien sie noch so gegensätzlich. Die aktuellen Herausforderungen für Bestäuberinsekten können nur gemeinsam bewältigt werden.

Weitere Informationen zur Vernetzungs- und Transfermaßnahme „Beenovation“ und den einzelnen Verbundprojekten unter http://www.beenovation.de.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Neue Infoseite zu ökologischer und konventioneller Landwirtschaft

Was unterscheidet die ökologische von der konventionellen Landwirtschaft, wann ist eine Ware eigentlich bio und wie geht es den Tieren auf Bio-Höfen? Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Universität Göttingen hat im Projekt „Authentizität und Vertrauen bei Bio-Lebensmitteln“ untersucht, wo bei Verbraucherinnen und Verbrauchern Wissens- und Vertrauenslücken zu Bioprodukten im Lebensmittelhandel bestehen. Eine neue Internetseite gibt nun vielseitige Einblicke in den Alltag der Produzierenden und ergänzende Informationen aus wissenschaftlichen Studien, die die Fragen der Konsumentinnen und Konsumenten beantworten.

In Befragungen und Workshops mit Akteurinnen und Akteuren haben die Forschenden zunächst untersucht, welche Fragen und Unsicherheiten bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern bestehen. „Viele möchten wissen, was genau denn eigentlich Bio ausmacht im Vergleich zu konventioneller Agrikultur“, berichtet Prof. Dr. Regina Bendix, Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie. „Weitere Fragen betreffen das Tierwohl in der Biolandwirtschaft oder den Verlauf von Kontrollen.“ Ihr Kollege Dr. Torsten Näser ergänzt weitere Aspekte: „Große Unsicherheit besteht dabei, Labels wie ,Bio‘ und ,regional‘ trennscharf zu beurteilen oder mit dem gefühlten Gegensatz von Bioprodukten im Discounter, die womöglich noch verpackt sind, umzugehen. Zu den blinden Flecken der Vorstellung, wie und was Bio alles sein kann, gehört auch, dass Bio und quasiindustrielle Verarbeitung kein Widerspruch sind.“

Die Ergebnisse der empirischen Studie haben das Projektteam dann beim Aufbau der Internetseite geleitet, die in folgenden Rubriken gegliedert ist: Was macht Früchte und Gemüse bio? Was haben Tiere von Bio? Was macht Bio nachhaltig? Wie wird Bio kontrolliert? Und: Was kann Bio außer Rohkost? In jeder Rubrik kommen Akteurinnen und Akteure der gesamten Produktionskette sowie der Kontrolle zu Wort, geben Einblick in ihre Arbeit und Motivation. Die Filme werden ergänzt durch Fotos, Grafiken und Kurztexte sowie weiterführende Informationen und Verweise auf relevante Studien. Die Internetseite ist unter http://www.biokompetent.de zu finden.

In dem Projekt haben Forschende der Agrarökonomie, der Kulturanthropologie und der Hochschuldidaktik der Universität Göttingen mit dem Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen zusammengearbeitet. Es wurde von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gefördert. Weitere Informationen zum Projekt sind hier zu finden.

Quelle: Georg-August-Universität Göttingen

Zusatz soll Gülle klimafreundlicher machen

Bei der Nutztierhaltung entstehen große Mengen Treibhausgase, vor allem das besonders klimaschädliche Methan. Es entweicht unter anderem bei der Lagerung der Tierexkremente, der Gülle. Eine Studie der Universität Bonn zeigt nun, dass sich die Methan-Emission mit einfachen und kostengünstigen Mitteln um 99 Prozent reduzieren lässt. Die Methode könnte einen wichtigen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten. Die Ergebnisse sind jetzt in der Zeitschrift Waste Management erschienen.

Klimagase wirken wie eine Schicht Fensterglas in der Atmosphäre: Sie verhindern, dass Wärme von der Erdoberfläche in das Weltall abgestrahlt wird. Methan macht das 28mal so effektiv wie Kohlendioxid – es ist (um im Bild zu bleiben) eine Art unsichtbare Doppelverglasung.

In den letzten 200 Jahren hat sich die Methankonzentration in der Atmosphäre mehr als verdoppelt. Das liegt vor allem am menschlichen Fleischkonsum: Einerseits erzeugen Kühe und andere Wiederkäuer bei der Verdauung Methan. Eine weitere wichtige Quelle sind zudem die Exkremente der Tiere. „Ein Drittel des menschgemachten Methans weltweit stammt aus der Tierhaltung“, erklärt Felix Holtkamp, der im INRES-Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Universität Bonn promoviert. „Nach Schätzungen entstehen bis zu 50 Prozent davon durch Gärungsprozesse in der Gülle.“

Rund um den Globus suchen Forschende daher nach Möglichkeiten, diese Prozesse zu unterbinden. Holtkamp, sein wissenschaftlicher Betreuer Dr. Manfred Trimborn vom Institut für Landtechnik der Universität Bonn sowie Dr. Joachim Clemens vom Düngemittel-Hersteller SF-Soepenberg GmbH haben für das Problem nun eine vielversprechende Lösung vorgestellt. „Wir haben Gülle von einem Bauernhof im Labor mit Kalkstickstoff versetzt, einer Chemikalie, die seit mehr als 100 Jahren als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt wird“, sagt Holtkamp. „Dadurch kam die Methanproduktion fast vollständig zum Erliegen.“

Emissionen sanken um 99 Prozent
Insgesamt sanken die Emissionen um 99 Prozent. Dieser Effekt begann bereits eine knappe Stunde nach der Zugabe und hielt bis zum Ende des Experiments ein halbes Jahr später an. Die lange Wirksamkeit ist wichtig, da Gülle nicht einfach entsorgt wird. Stattdessen wird sie bis zum Beginn der folgenden Vegetations-Periode gelagert und dann als wertvoller Dünger auf die Felder ausgebracht. Monatelange Lagerzeiten sind daher durchaus üblich.

In dieser Zeit wird die Gülle von Bakterien und Pilzen umgebaut: Sie zerlegen unverdautes organisches Material zu immer kleineren Molekülen. Am Ende dieser Prozesse entsteht Methan. „Kalkstickstoff unterbricht diese Kette chemischer Umwandlungen, und zwar gleichzeitig an verschiedenen Stellen, wie wir bei der chemischen Analyse der entsprechend behandelten Gülle sehen konnten“, erklärt Holtkamp. „Die Substanz unterdrückt den mikrobiellen Abbau von kurzkettigen Fettsäuren, einem Zwischenprodukt der Kette, und deren Umwandlung in Methan. Wie dies genau geschieht, ist noch unbekannt.“

Die Substanz hat aber noch weitere Vorteile: Sie reichert die Gülle mit Stickstoff an und verbessert so ihre Düngewirkung. Außerdem verhindert sie die Entstehung sogenannter Schwimmschichten – das sind Ablagerungen organischen Materials, die auf der Gülle eine harte Kruste bilden und den Gasaustausch behindern. Normalerweise muss diese Kruste regelmäßig zerkleinert und untergerührt werden.

Auch für die Tiere selbst hat das Verfahren Vorteile: Oft werden sie auf sogenannten Spaltenböden gehalten. Ihre Exkremente fallen dabei durch Öffnungen im Boden in einen großen Behälter. Durch die mikrobielle Umsetzung kann das Kot-Urin-Gemisch mit der Zeit aufschäumen und durch die Spalten wieder nach oben steigen. „Die Tiere stehen dann in ihren eigenen Ausscheidungen“, sagt Holtkamp. „Kalkstickstoff unterbindet diese Aufschäumung.“ Die Kosten sind zudem überschaubar – sie liegen für die Rinderhaltung bei etwa 0,3 bis 0,5 Cent pro Liter Milch.

Gülle-„Reinheitsgebot“ verhindert momentan den Einsatz
Unklar ist noch, wie sich die Methode auf die Ammoniak-Freisetzung aus der Gülle auswirkt. Ammoniak ist ein giftiges Gas, dass zwar selbst nicht klimaschädlich ist, aber zu gefährlichen Treibhausgasen umgesetzt werden kann. „Wir haben erste Hinweise darauf, dass sich die Ammoniak-Menge langfristig ebenfalls reduziert“, sagt Dr. Manfred Trimborn vom Institut für Landtechnik der Universität Bonn. „Ganz sicher können wir das momentan aber noch nicht sagen.“

In Deutschland verhindert momentan übrigens ein Umweltgesetz den Zusatz von Kalkstickstoff: Für konventionell gelagerte Gülle gilt aktuell ein strenges Reinheitsgebot.

Beteiligte Institutionen und Förderung:
An der Studie war neben der Universität Bonn die Firma SF-Soepenberg GmbH in Hünxe beteiligt. Die Studie wurde durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und die Alzchem Group AG in Trostberg gefördert.

Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Finanzielle Entlastung für Aquakulturunternehmen

Fischereiministerin Miriam Staudte: Auswirkungen der Energiekrise abmildern

Niedersachsens Landesregierung entlastet Unternehmen der Aquakultur und Karpfenteichwirtschaft, denen aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine betriebliche Mehrkosten entstanden sind. Die Europäische Kommission hat mit der Änderung des Operationellen Programms des Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) die Voraussetzungen dafür geschaffen, Mittel des EMFF und des Landes Niedersachsen entsprechend zu nutzen.

Die Unterbrechung der Handelsströme und Verfügbarkeit wichtiger Rohstoffe hat zu erheblichen Preisanstiegen bei relevanten Betriebsmitteln der Aquakultur – etwa bei Futtermitteln und Sauerstoff – geführt. „Mit den Ausgleichszahlungen können wir die wirtschaftlichen Auswirkungen der Energiekrise abmildern“, so die Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Miriam Staudte. Die Maßnahme soll die nachhaltige Sicherung der Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen, regional produzierten fischwirtschaftlichen Erzeugnissen unterstützen.

Ab sofort können erwerbsmäßige Unternehmen der Aquakultur, die in Produktionssystemen wie Teichen, Rinnen, Netzgehegen oder Kreislaufanlagen Fische oder andere aquatische Organismen für den menschlichen Konsum erzeugen, sowie Karpfenteichwirtschaften, die erwerbsmäßig Karpfen und Nebenfische in naturnah bewirtschafteten Warmwasserteichen produzieren, und ihren Sitz in Niedersachsen haben, die Förderung beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) beantragen.

Grundlage hierfür ist die Richtlinie über die Gewährung von Billigkeitsleistungen zum Ausgleich erheblicher Kostensteigerungen im Jahr 2022 an Unternehmen der Aquakultur und Karpfenteichwirtschaften. Weitergehende Information wie beispielsweise den Richtlinientext und das Antragsformular sind unter siesem Link.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Neue AVA-Workshops und Kurse für Rinder- und Schweinehalter

1.Klauenorthopädie und Klauenpflege – am 19. April 2023 in der Nähe von NEA (Bayern)
Im neu strukturierten AVA-Klauenworkshop für Tierärzte und Landwirte arbeitet die AVA mit dem Geschäftsführer und tierärztlichen Leiter der Höchstädter Klauenpflege GmbH, Tierarzt Mag. Hubert Reßler, zusammen. Der Kollege Hubert Reßler beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren und seit 2010 ausschließlich mit der Klauengesundheit. Für die praktischen Übungen am Nachmittag stehen Kuhfüße zur Verfügung, und jeder Teilnehmer/Teilnehmerin hat genügend Möglichkeiten, unter Anleitung, Schritt für Schritt, die Arbeitsgänge zu üben, um später im landwirtschaftlichen Betrieb mit jedem professionellen Klauenpfleger, auf Augenhöhe, zum Wohle des Landwirts und des Tieres, zu kommunizieren.

Hier gibt es Infos zur Veranstaltung.

2.Workshop: Abdomen des Rindes – Süddeutschland (Nähe NEA) – Der Workshop für Rinderpraktiker*innen – vom 05. bis 07. Juni 2023
Besonders der Situs ist das Highlight innerhalb dieser Fortbildung. Hier wird erklärt und geübt; es werden OP-Empfehlungen gegeben und verschiedene Situationen dargestellt. Es bleibt keine Frage offen (jedenfalls was dieses Themengebiet angeht).

Hier der Link mit den Infos.

Zwei Online-Vorträge für Schweinepraktiker/-innen am 07.03. 19.00 – 21.30 Uhr
1. Vortrag: Fehler im Stallklima und die Folgen für das Tierwohl – wichtige Facts für Tierärzte-/innen, Produktionsleiter/-innen und Berater/-innen
2. Vortrag: Hitzestress bei Schweinen – was kann der Praktiker tun?
Referent: Wilfried Brede, Serviceteam Alsfeld GmbH, Schweinespezialberater.

Hier die Infos zum Online-Seminar.

2.Besamungsmanagement – Spermaqualität und Handling im Fokus
Nicht erst bei Fertilitätsstörungen im Sauenbetrieb ist das Besamungsmanagement zu „controllen“. Dabei müssen auch die Spermaqualität und das Spermahandling im besonderen Maße berücksichtigt werden.

In diesem AVA-Onlinekurs werden die Teilnehmer upgedatet, was sowohl Tierärzten, Landwirten und Beratern die Sicherheit gibt, im Controlling des Besamungsmanagements auf dem neuesten und aktuellsten Stand zu sein.

Alle weiteren Infos zum “Gemeinsamen Online-Seminar“ für TÄ, LW und Berater erfahren Sie hier.

Fütterungscontrolling – Der wichtige Baustein des Fütterungserfolgs im Milchviehbetrieb –vom 29. Bis 30. März 2023 in der Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA) in Steinfurt
Tierarzt/-in, Landwirt/-in (Herdenmanager/-in) und Fütterungsberater/-in diskutieren gemeinsam auf Augenhöhe, um Tiergesundheit, Tierleistung, Tierwohl, Tierschutz, Tier-fütterung…. zum Wohle der Tiere, der Verbraucher und zum Wohle der Ökonomie des Betriebes zu managen. Dieses zweitägige intensive AVA-Seminar ist weder langweilig noch zu theoretisch aufgebaut. Kursleiter, Dr. Wolfram Richardt, Leiter des Untersuchungswesens der LKS Lichtenwalde, leitet dieses Seminar, und wer den Experten bereits kennt (gemeinsame Fütterungs-seminare mit Prof. Dr. Manfred Hoffmann), weiß, dass hier ein eng mit der Praxis verbundener und profunder Kenner der Tierernährung spricht.

Hier gibt es Infos zur Veranstaltung „Fütterungscontrolling“.

Blütenmuster machen Hummeln effizienter

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Die Suche nach Nektar kostet Insekten viel Energie, sie müssen also möglichst effizient vorgehen. Bunte Muster auf den Blütenblättern helfen dabei kräftig mit.

Ob Malven, Fingerhut oder Vergissmeinnicht: Viele Blüten tragen auffällige Muster, die in der Biologie als Saftmale bezeichnet werden. Denn es wird angenommen, dass die bunten Muster den bestäubenden Insekten den kürzesten Weg zum Nektar zeigen. Das würde die Effizienz der Insekten bei der Nahrungssuche erhöhen und die Pollenausbreitung der Pflanze verbessern.

Ein Team vom Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) hat jetzt erstmals die einzelnen Schritte entschlüsselt, über die Blütenmuster die Effizienz von Erdhummeln (Bombus terrestris) zu steigern. Insgesamt reduzieren Saftmale die Zeit, die für die gesamte Interaktion mit einer Blüte gebraucht wird, um bis zu 30 Prozent – vom Anflug über das Finden des Nektars bis hin zum Abflug.

Was die Blütenmuster bewirken
Überraschenderweise verkürzen die Blütenmuster nicht die eigentliche Nektarsuche: Nach der Landung auf einer gemusterten Blüte finden die Hummeln nicht schneller zum Nektar als auf einer Blüte ohne Muster. Die Blütenmustermachen aber den Anflug effizienter und sorgen für eine strategisch günstigere Landeposition. Sie wirken wie Markierungen auf einer Landebahn und helfen den Hummeln, ihren Anflug zu koordinieren. Das berichtet das Team um Anna Stöckl und Johannes Spaethe im Journal Functional Ecology.

Die Muster verkürzen auch die Zeit bis zum Abflug: Auf gemusterten Blüten halten sich die Insekten nach dem Nektarsammeln deutlich kürzer auf. „Sehr oft laufen Hummeln für den Abflug an den Rand der Blütenblätter“, erklärt Johannes Spaethe. Womöglich finden sie diesen Startplatz schneller, wenn sie sich an einem Muster orientieren können.

Diese Nachweise gelangen mit Videotracking. Dabei wurden die Besuche von Hummeln auf künstlichen Blüten im Labor analysiert. Die Blüten trugen unterschiedliche Muster oder gar keine; alle waren mit Nektar bestückt.

So geht die Forschung weiter
Als nächstes will das Forschungsteam untersuchen, wie der Glanzeffekt, der bei manchen Blüten auftritt, das Wechselspiel mit bestäubenden Insekten beeinflusst.

Diese Arbeiten laufen in Kooperation mit Casper van der Kooi, der zurzeit als Stipendiat der Humboldt-Stiftung am Biozentrum forscht. Auch Anna Stöckl, die vor kurzem an die Universität Konstanz gewechselt ist und dort eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe aufbaut, bleibt als Kooperationspartnerin erhalten.

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Zukunftsfähige internationale Forschungsinfrastrukturen für die Nutztierhaltung gesucht

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FBN-Wissenschaftlerin übernimmt Koordinierung eines zweiten EU-Projektes – Kick-off für EuroFAANG am 27. Februar in Berlin

Das Forschungsinstitut für Nutztierbiologie Dummerstorf (FBN) wird in den kommenden drei Jahren im Rahmen eines von der EU (Horizon Europe) finanzierten Infrastrukturprojekts standardisierte Prozesse für die internationale Nutztierforschung entwickeln. Für das Projekt unter Leitung der FBN-Wissenschaftlerin Professorin Christa Kühn stehen 2,65 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung. Das Kick-off-Meeting findet am 27. Februar in Berlin statt. Es ist aktuell neben dem Rinderforschungsnetzwerk BovReg* das zweite große EU-Projekt, das unter Federführung des FBN und Prof. Dr. Christa Kühn koordiniert wird.

„Die Nutztierhaltung in einer globalisierten Welt nachhaltig und zukunftsfähig zu entwickeln, ist eine herausfordernde Aufgabe. Ressourceneffizienz unter Berücksichtigung lokaler und globaler Umwelt‐ und Klimawirkungen stehen dabei genauso im Fokus wie das Wohlergehen und die Gesundheit der Tiere sowie die Sicherheit der aus ihnen gewonnenen Lebensmittel“, betonte Professorin Christa Kühn. „Wir freuen uns, in verantwortlicher Position zentrale Eckwerte einer dafür notwendigen Forschungslandschaft mitgestalten zu können.“

Forschungsinfrastruktur soll effizienter aufgestellt werden
Das FBN ist Koordinator des europäischen Infrastrukturprojekts EuroFAANG (Accelerating genome to phenome research for farmed animals in Europe/https://eurofaang.eu/), das gemeinschaftlich in einem Konsortium von sieben Institutionen aus Universitäten (Wageningen University & Research/Niederlande, University of Edinburgh/Großbritannien), Forschungsinstituten (National Research Institute for Agriculture, Food and Environment/Frankreich, FBN/Deutschland, EMBL’s European Bioinformatics Institute/Großbritannien) und dem Tierzucht-Interessenverband European Forum of Farm Animal Breeders/Belgien aus ganz Europa bearbeitet wird.

Ziel der zu etablierenden EuroFAANG‐Infrastruktur ist es, für die Genotyp‐Phänotyp‐Forschung bei terrestrischen und aquatischen Nutztieren interdisziplinäre Kompetenzen zusammenzuführen und eine faire und standardisierte Nutzung von Forschungsdaten zu gewährleisten. Zu diesem Zweck wird EuroFAANG Konzepte entwickeln, um nationale Einrichtungen auf gesamteuropäischer Ebene in den Bereichen Phänotypisierung und Züchtung sowie Tiergesundheit und Biodiversität als neue transnational agierende Infrastruktur innerhalb der ESFRI-Roadmap zusammenzuführen.

Das 2002 gegründete Europäische Strategieforum ESFRI (European Strategy Forum on Research Infrastructures, ESFRI) ist ein strategisches Instrument zur Entwicklung der wissenschaftlichen Integration Europas und zur Stärkung seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Der transparente und offene Zugang zu hochwertigen Forschungsinfrastrukturen wird für alle wissenschaftlichen Fachdisziplinen in sogenannten Roadmaps definiert und organisiert. ESFRI hat 2021 Lücken innerhalb der langfristig angelegten Europäischen Forschungsinfrastruktur speziell in Bezug auf die Nutztierforschung identifiziert.

„Diese von der ESFRI identifizierte Lücke wollen wir mit dem jetzt starteten Projekt angehen. Die Ergebnisse von EuroFAANG werden zu einer verbesserten Gestaltung europäischer Forschungsinfrastrukturen für die Förderung exzellenter Nutztierwissenschaften und innovativer Forschung im Bereich Genotypisierung und Phänotypisierung in Europa und weltweit führen“, betonte Professorin Christa Kühn. „Unser gemeinsames Ziel sind nachhaltige Ressourcen für die Nutztierforschung als wichtige Grundlage für die Zukunft der europäischen Tierhaltung.“

Weitere Informationen unter www.esfri.eu
Quelle: FBN

Online-Seminar: Kälberflechte – Mehr als nur ein Schönheitsfehler

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„Rinder-Wissen vor 8“ – eine neue Online-Seminarreihe für Landwirte von Ceva Tiergesundheit präsentiert aktuelle Themen rund ums Rind. Das erste Online-Seminar hat das Thema: „Kälberflechte – mehr als nur ein Schönheitsfehler“

Datum: 14.03.23
Uhrzeit: 19.30 – 20.15 Uhr
Referentin: Dr. Christina Hirsch

„In kurzen, knackigen Vorträgen gut verständlich wissenschaftliche Einblicke und Lösungsmöglichkeiten für Ihren Betrieb“ verspricht Ceva zum Start der Seminarreihe. Die Teilnahme ist kostenlos und die Online-Seminare finden über die Plattform BlueJeans statt. Nach der Anmeldung erhalten Sie per Mail den für diesen Tag gültigen Einwahllink.

Link zur Anmeldung

Genschalter macht männliche Bienenaugen groß und weibliche klein

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Bienenforscher der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) unter Leitung von Prof. Dr. Martin Beye haben bei der Honigbiene ein neues Gen gefunden. Unter anderem ist es für die unterschiedliche Augenform bei männlichen und weiblichen Tieren verantwortlich. Dieses Gen und die evolutionsgenetischen Schlüsse, die sie ziehen, stellen die Forschenden in der Fachzeitschrift Nature Communications vor.

Im Tierreich sind Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen allgegenwärtig. Sie beschränken sich nicht nur auf morphologische Verschiedenheit – also solche bei der Gestalt der Tiere –, sondern beeinflussen auch die Physiologie und das Verhalten. Dies gilt gleichermaßen für Wirbellose (Invertebraten) wie Wirbeltiere (Vertebraten). Dieser „Geschlechtliche Dimorphismus“ trägt zur biologischen Vielfalt der Organismen bei; Beispiele sind das Farbfederkleid und Rad des männlichen Pfaus oder die Farbgebung von Schmetterlingen.

Wie dieser Dimorphismus während der Entwicklung reguliert wird und wie er im Laufe der Evolution entstand, ist bisher nur unvollständig verstanden. Ein Entwicklungsgen, das „dsx-Gen“, konnte in genetischen Modellorganismen identifiziert werden. Aber dieses Gen allein kann nicht den Geschlechts-Dimorphismus in anderen Organismen bestimmen. Ferner war unbekannt, wie eine geschlechtsspezifische Entwicklungsfunktion evolutionär entstand, da der Vorteil bei dem einen Geschlecht zugleich einen Nachteil im anderen Geschlecht generiert.

Das Spezialgebiet der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Martin Beye vom Institut für Evolutionsgenetik der HHU ist die Honigbiene (Apis mellifera), die einen eindrücklichen Dimorphismus bei den Augen männlicher und weiblicher Tieren aufweist: Männchen besitzen sehr große Komplexaugen, da sie beim Paarungsflug die Königin orten müssen. Weibchen haben dagegen sehr kleine Komplexaugen, die aber für die Orientierung und das Auffinden von Blüten ausreichen.

Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der Universität im niederländischen Wageningen haben Prof. Beye und sein Team bei der Biene genomweit nach möglichen, geschlechtsspezifisch regulierten Entwicklungs-Genen gesucht. Sie entdeckten dabei bei der Biene das von ihnen benannte „Glubschauge Gen“.

Dieses Gen reguliert die geschlechtliche Ausprägung des Auges. Die Forschenden gingen dabei folgendermaßen vor: Mithilfe der CRISPR/Cas9-Methode schalteten sie bei Weibchen das Gen aus, die Tiere entwickelten eine Augenform wie bei männlichen Tieren. Umgekehrt fügten sie bei Männchen das Gen hinzu, was zu einem weiblichen Augentypus führte. Sie entdeckten somit ein in der Evolution neu entstandenes Entwicklungsgen, auch „Transkriptionsfaktor“ genannt.

Prof. Beye: „Unsere Befunde zeigen auf, wie die Vielfalt an sekundären Geschlechtsmerkmalen sich während der Entwicklung ausprägen können. Wir konnten folgendes Prinzip aufzeigen: Nutze für jedes Merkmal ein eigenes genetisches Instruktionsprogram. In den Bienen gibt es keine allgemeine Instruktion für den Gesamtorganismus.“

Die Forschenden interessierten sich darüber hinaus für die evolutionäre Geschichte des „Glubschauge Gens“: Wie kam dieses Gen zu seiner geschlechtsbestimmenden Funktion? Prof. Beye: „Unser Befund löst ein altes Rätsel der Evolutionsbiologie. Bisher waren keine Nachweise bekannt, wie der positive Effekt bei der Evolution eines Geschlechtsmerkmals nicht zu einem Nachteil im anderen Geschlecht führt. Wir zeigen nun, wie es funktionieren kann.“

Mithilfe evolutionärer Sequenzanalysen entdeckte das Forschungsteam, dass diese geschlechtsspezifische Funktion erst im Laufe der Evolution von Hautflüglern entstanden ist. Dabei fanden sie, dass zunächst die geschlechtsspezifische Aktivität neu erfunden wurde, während die entwicklungsbiologische Funktion später hinzukam. Beye: „Die zunächst erfolgte geschlechtsspezifische Regulierung limitiert die im Anschluss folgende Entwicklungsänderung auf nur ein Geschlecht. Wir haben also einen molekularen Weg nachgewiesen, durch den sexueller Dimorphismus im Laufe der Zeit entstehen kann.“

Quelle: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Management des Zweinutzungshuhns und Hahnenaufzucht

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Pauline Seyler (Ökologische Tierzucht gemeinnützige GmbH) stellte anlässlich der EuroTier 2022 Grundzüge und Leistungsdaten von Zweinutzungshühnern aus ökologischer Zucht vor.

Die speziellen Öko-Kriterien seien

• Haltungs-/Fütterungsbedingungen des ökologischen Landbaus von Anfang an (100% Bio),
• Anpassungsfähigkeit (schwankende Futterqualitäten und klimatische Bedingungen)
• bestmögliche Ressourcenverwertung
• Zweinutzungstiere ohne „hochleistungsbedingt Krankheiten“
• ausgewogene Fleisch-/Eier-Leistung
• Lebensleistung

Die Referentin stellte Leistungsdaten dreier Linien im Detail vor: ÖTZ „Coffee“, ÖTZ „Cream“ und ÖTZ „Bresse Gauloise“, einer eher fleischbetonten Rasse. Für die neuen ÖTZ „Caramel“ Hühner lägen noch keine Daten vor*.

Einige Besonderheiten der ÖTZ-Zweinutzungshühner hob Pauline Seyler abschließend hervor: sie sollten nicht ad libitum gefüttert werden, 135-145 g Futter am Tag seien das Maximum (Fettlebern führten zu dünnen Eischalen) Auch auf Raps solle man bei „Coffee“ verzichten, weil er bei dieser Züchtung Fischgeruch der Eier zur Folge haben kann. Die höhere Futteraufnahme während der Jungtieraufzucht sei ein Vorteil für 100% Bio-Futter und die „richtige“ Fütterung legender Hennen solle sich an deren Leistung orientieren: mit Hafer oder Weizen könne ggf. das Futter ab 70% Legeleistung „verdünnt“ werden.

Schließlich sei bei diesen Linien vermehrtes Glucken zu beobachten. Dieses Verhalten könne begünstigt werden durch Milben, Stress, Blutarmut, aber auch Hitze und Unter- und Überversorgung mit Futter. Tritt Glucken auf müssten die betroffenen Hennen aus ihrer bekannten Umgebung genommen werden, weil sie sonst immer wieder ihren Eiablageplatz (auf)suchen. Auch Gewichtsabnahme sei zu vermeiden.

Link zum früheren Bericht über ÖTZ-Zucht auf der Bioland-Tagung 2022.

* Einen weiteren Artikel über u. a. „Caramel“ sowie vorläufige Zahlen zur Leistung finden Sie hier.

Das Online-Angebot für zukunftsorientierte Schweinehalter Boehringer startet neue Online-Seminarreihe „Typisch Schwein“

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Die Termine und Themen:

23. Februar: Aktuelle Erfahrungen zur oralen Ileitis-Impfung in Zeiten hoher Futterkosten
2. März: Saugferkelmanagement: Neu gedacht – neu gemacht
9. März: Erfahrungen aus der Praxis zur DLG-prämierten Innovation SoundTalks®
16. März: Die Ferkelaufzucht bestimmt den Masterfolg – analysieren und optimieren

Die Seminare finden jeweils von 19.00 – ca. 21.00 Uhr statt. Eine ITW-Bescheinigung ist möglich.

Link zur Anmeldung.

Bio-Bruderhähne, Aufzucht und Verwertung

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Anette Alpers (Öko-BeratungsGesellschaft mbH) fasste auf der EuroTier 2022 den aktuellen Erfahrungsstand bei der Aufzucht von Bio-Bruderhähnen zusammen.

Seit dem 1. Januar 2022 dürfen männliche Küken aus Legelinien nicht mehr unmittelbar nach dem Schlupf getötet werden. Für die Produzenten von Bio-Eiern machte die Referentin folgende Rechnung auf: der Durchschnittsverbrauch von 230 Eiern pro Kopf und Jahr entspricht etwa einer Legehenne und ebenso einem Bruderhahn pro Person. Bei ca. 6 Mio. Bio-Hennen und 15 Monaten Legedauer ergibt das jedes Jahr 4,8 Mio. Bruderhähne. Diese 4,8 Mio. Bruderhähne haben einen Futterbedarf von ca. 23.000 Tonnen. Eine Futterverwertung von 1:3,8 unterstellt sind also 5.750 ha Öko-Anbaufläche nötig und die Tiere zu ernähren. Auch wenn diese Fläche nur 0,03% der gesamten Bio-Anbaufläche von 1,8 mio. ha in Deutschland entspricht, bleiben 23.000 t Hühnerfutter doch eine erhebliche Menge.

War bisher von einer Futterverwertung bei Bruderhähnen von 1:5 die Rede, erbrachten aktuelle Versuche in Haus Düsse andere Werte:

• mit Junghennen-Futter 1:3,78, mit Junghahnen-Futter 1: 3,29 (jeweils konventionell)
• bei Bioland wurde mit Bio-Futter eine Futterverwertung von 1:4 erreicht.

Die Lebend- und Schlachtgewichte sind natürlich vom Schlachtzeitpunkt abhängig. Nach 10 Wochen liegen sie bei 1.200 g Lebend- und 700 g Schlachtgewicht, was einen Fleischanteil (Brust, Keule, Flügel, Haut) von 280 g bedeutet. Nach 13 Wochen erreichen die Bruderhähne 1.500-1.600 g lebend und Schlachtgewichte zwischen 1.000 und 1.100 g. Der Fleischanteil liegt dann bei 400-450 g.

Größere, schwerere Tiere seien den deutschen Althennen-Schlachthöfe lieber, die für die körperlichen Gegebenheiten der Bruderhähne am besten eingerichtet wären, führte Anette Alpers aus. Größere Tierzahlen wiederum könnten nur Schlachthöfe in Österreich und Polen bewältigen, die dann speziell für Höfe mit Rein-Raus-Verfahren infrage kämen (z. B. 24.000 Bruderhähne aus einem Bio-Betrieb).

Zwar könnten in-ovo-Geschlechtserkennung und Zwei-Nutzungshuhn Alternativen zur Bruderhahn-Aufzucht sein. Die derzeit marktreifen Verfahren dürfen aber nach dem 1. 1. 2023 nicht mehr angewandt werden, weil sie erst nach dem 6. Bruttag funktionieren. Ein spektroskopisches Verfahren zur Geschlechtsbestimmung vor dem 6. Tag ist zwar entwickelt, aber mit Sicherheit bis 1. 1. 2023 noch nicht serienreif. Ähnlich sieht es bei der Methode „Chaggy“ aus, wo der Embryo im Ei vor der Tötung mittels eines Stromstoßes betäubt wird, um Schmerzempfinden bei der anschließenden Tötung zu verhindern.

Als Zwei-Nutzungslinien stünden momentan zur Verfügung: Lohmann Dual und das ÖTZ-Huhn „Caramel“ (Deutscher Lachshahn x White Rock Henne). Bei Lohmann erreicht der Hahn nach 53 Tagen 2.000 g Lebendgewicht und die Henne legt bis zur 72. LW 240 Eier. Bei „Caramel“ wiegt der Hahn nach 105 Lebenstagen 2.400 g und die Henne legt 230 Eier pro Jahr.

Intelligente Lichtsteuerung beim Nutzgeflügel – Licht-Controlling im Geflügelstall

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Louisa Reimers, Hochschule Osnabrück

An der Hochschule Osnabrück wurde ein Projekt zu Lichtsteuerung im Geflügelstall und digitalen Systemen zur Erfassung von Verhaltensabweichungen gestartet. Die Geflügel-Spezialistin Louisa Reimers referierte dazu anlässlich der EuroTier 2022. Dass Licht das Verhalten von Vögeln beeinflusst ist bekannt, insbesondere flackernde Beleuchtung und unpassende Farbspektren können zu Verhaltensstörungen führen (ausführlich hier).

Im Versuchsstall der Osnabrücker Hochschule wurden für den aktuellen Versuch Braune Legehennen sechs verschiedener Genetiken eingestallt und ihre Ställe mit Deckenkameras und LED-Prototypen mit UV-Chips ausgestattet. Die Hennen der Versuchsgruppe wurden einem Lichtspektrum mit „tageslicht-ähnlichem“ UV-Anteil ausgesetzt und der Stall einer Kontrollgruppe „konventionell warmweiß“ beleuchtet. Eine Gefiederbonitur erfolgte dann sowohl kamerabasiert als auch manuell.

Federpicken erwies sich im Versuch als indirekt messbar. Das digitale System ermöglicht große Stichproben, objektive Bewertung der Herde und eine kontinuierliche 24-Stunden-Datenerfassung. Verdeckte Körperregionen können allerdings nicht automatisch erfasst werden, tiefere Gefiederschäden erkennt eine Kamera nicht. Erst wenn man das Rückengefieder manuell zurückstreicht, wird dort fehlendes Gefieder sichtbar. Auch kleinere Schäden an einzelnen Federn sind automatisch schwer zu erkennen. Grundsätzlich sei die Erfassung von Gefiederverlust per Kamera möglich, der Grad der Abweichung aber noch nicht mathematisch sicher zu ermitteln, führte Louisa Reimers aus. Es bestünde weiterer Forschungsbedarf, um über automatische Lichtmodifikation zukünftig Verhalten steuern zu können.

Jedenfalls zeigten die Hennen unter tageslicht-ähnlichem Lichtspektrum einen besseren Gefiederzustand als die Kontrollgruppe und im Trend auch eine etwas höhere Legeleistung.

Europäisches Exzellenznetzwerk bereitet junge Frauen und Männer auf eine Zukunft in der Spitzenforschung vor

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Zwei Doktoranden forschen im Marie-Skłodowska-Curie-Trainingsnetzwerk „MonoGutHealth“ am FBN

Daria De Leonardis (27) und Oyekunle John Oladosu (30), zwei Nachwuchswissenschaftler aus Italien und Nigeria, gehören zu den elf Doktorandinnen und Doktoranden des innovativen Marie-Skłodowska-Curie-Trainingsnetzwerks „MonoGutHealth“. Sie arbeiten am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf in der Arbeitsgruppe von Professorin Dr. Cornelia C. Metges an ihrer Promotion. Die EU fördert das Projekt am FBN mit rund 500.000 Euro. Es umfasst mehrere Praktika in Unternehmen und Forschungsinstituten sowie regelmäßige internationale Schulungen bei Partnern des Netzwerkes. Insgesamt zehn europäische Länder beteiligen sich an dem hochkarätigen Ausbildungsnetzwerk.

Mit dem vom EU-Programm Horizon 2020 finanzierten Marie-Skłodowska-Curie-Stipendium sollen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der internationalen interdisziplinären Spitzenforschung vertraut gemacht werden. Während der dreijährigen Forschungsarbeit können die beiden Nachwuchsforschenden hochmoderne Methoden und Techniken nutzen und Erfahrungen in verschiedenen Labors sammeln. Dabei geht es konkret um neuartige Ansätze bei Schweinen und Hühnern vor und kurz nach der Geburt zur Verbesserung der Darmgesundheit. Das „Mono“ im Akronym „MonoGutHealth“ steht für „Monogastrisch“, für Tiere mit nur einem Magen, wie bei Schweinen und Hühnern; „Gut“ bezieht sich auf den Darm und „Health“ auf Gesundheit.

Optimale Ernährungsergänzung für Ferkel finden
„In dem Exzellenzprogramm erhalten die jungen Forschenden erstklassige Möglichkeiten, im Zuge ihrer Promotion nicht nur ein spezielles wissenschaftliches Thema mit innovativen Verfahren zu bearbeiten, sondern auch bedeutende Forschungseirichtungen in Europa von innen kennenzulernen“, betonte Professorin Dr. Cornelia C. Metges. Die Agrarwissenschaftlerin betreut die Italienerin Daria De Leonardis bei ihrer Forschungsarbeit.

Die junge Veterinärbiotechnologin aus Brindisi (Italien), die an der Universität in Mailand studierte, forscht an einer optimierten Ernährungslösung für Ferkel, um deren Darmgesundheit und -entwicklung sowie Wachstumsleistung zu verbessern. Aufgrund von immer größeren Würfen zeigen etwa 15 Prozent der Ferkel bei Geburt ein unterdurchschnittliches Geburtsgewicht und geringe Energiereserven. In dem Forschungsvorhaben wird untersucht, ob die Beigabe von natürlichen Aminosäuren (Glutamin) schon unmittelbar nach der Geburt als Nahrungsergänzung die gesunde Entwicklung der Ferkel fördert. Glutamin hatte sich bereits bei der Darmreifung und der Entzündungsprävention bei von Muttermilch entwöhnten Ferkeln als vorteilhaft erwiesen.

Wurminfektionen bei Hühnern erkennen und vorbeugen
Das Promotionsthema von Oyekunle John Oladosu aus Ibadan (Nigeria), der seinen Master an der Lincoln University in Neuseeland absolvierte, wird von dem Agrarwissenschaftler Dr. Gürbüz Daş betreut. Gemeinsam konnten sie Ende vergangenen Jahres eine wissenschaftliche Publikation in der der Zeitschrift Veterinary Parasitology veröffentlichen. Am FBN haben die beiden Wissenschaftler mit dem Industriepartner TECODevelopment GmbH aus Rheinbach (Nordrhein-Westfalen) eine neue Methode zum Nachweis von Parasiteninfektionen bei Hühnern entwickelt. Die neue Methode ist nicht-invasiv, da sie nur Kotproben als biologisches Material benötigt, relativ einfach durchzuführen ist und eine hohe diagnostische Genauigkeit aufweist.

Parasitäre Wurminfektionen im Darm (Nematodeninfektionen) sind ein häufig auftretendes Problem in europäischen Geflügelfarmen mit Zugang ins Freie, das die Produktivität der Betriebe einschränkt und die Gesundheit der Hühner negativ beeinflusst. In dem Projekt des Nutztierwissenschaftlers aus Nigeria sollen insbesondere Stoffwechselparameter identifiziert werden, die mit einer besseren Immunabwehr und Widerstandskraft gegen die Wurminfektion verbunden sind.

Daria De Leonardis und Oyekunle John Oladosu möchten ihr dreijähriges Forschungsprogramm am FBN im kommenden Jahr mit einer Promotion an der Freien Universität Berlin im Fachbereich Veterinärmedizin abschließen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Quelle: Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN)

Umgang mit krankem und verletztem Wirtschaftsgeflügel – DLG-Merkblatt 477

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Dr. Birgit Spindler, Stiftung Tierärztliche Hochschule, Hannover

Dr. Birgit Spindler (TiHo) stellte anlässlich der EuroTier 2022 das neue DLG-Merkblatt zum Umgang mit krankem und verletztem Geflügel vor. Gleich zu Beginn ihres Vortrags betonte die Geflügelspezialistin, wie wichtig Tierbeobachtung und deren Frequenz sind. Je häufiger ein Geflügelbestand kontrolliert wird desto besser. Gerade in kritischen Zeiträumen seien mindestens zwei Kontrollgänge am Tag sinnvoll. Positiver Nebeneffekt: Je häufiger die Tiere ihre Betreuer sehen, umso eher lassen sie sich auch fangen wenn sie krank sind. Wichtig sei weiterhin wirklich alle Stallbereiche zu kontrollieren, auch weniger gut zugängliche oder dunkle Ecken, die sich gute als Rückzugsorte eignen. Ebenso Kaltscharraum und Auslauf. Hilfreich sei auch in den Aktivitätsphasen, etwa beim Öffnen der Auslaufluken, Getreidekörner zu streuen, um zu sehen, welche Tiere nicht darauf reagieren.

Kenntnisse über Normalverhalten und Verhaltensabweichungen seien essentiell. Dann fallen gesundheitliche Störungen frühzeitig auf, wie z. B.:

• apathisches oder aufgeregtes Verhalten
• Verschmutzung von Kopf oder Gefieder
• kotverschmierte Kloake
• aufgeplustertes Gefieder, eingezogener Kopf, Kopfschwellungen
• Farbveränderungen an Kopf oder Kamm
• geschlossene Augen
• Verletzungen, Laufschwierigkeiten

Vögel mit Missbildungen, z. B. fehlendem Auge oder Kreuzschnabel, sollten beobachtet werde, können aber in der Regel in der Herde verbleiben.

Tiere die eventuell krank, verletzt, lebensschwach oder in ihrer Entwicklung zurückgeblieben sind, müssen fachgerecht gefangen und begutachtet werden. Eine sachkundige Person mit allen erforderlichen Kenntnissen und Erfahrung müsse dann entscheiden, ob Tiere in ein Krankenabteil gebracht werden oder notgetötet werden müssen oder in der Herde bleiben können.

Für separierte Tiere müssen auch geeignete Maßnahmen ergriffen und die Entwicklung ihres Zustands mehrmals am Tag kontrolliert werden. Allein die Separation stellt keine adäquate Versorgung dar! Im Separationsabteil müssen Futter und Wasser für alle Tiere (auch wenn sie in der Bewegung eingeschränkt sind) zugänglich sein. Wichtig seien weiterhin: geeignetes Einstreumaterial, möglichst geringe Besatzdichte – aber Sichtkontakt zu Sozialpartnern, Beschäftigungsmaterial, Sitzstangen und ggf. Legenester.

Liegt beim Einzeltier ein vernünftiger Grund für die Nottötung gemäß Tierschutzgesetz vor (z. B. nicht behebbare Schmerzen, keine Heilungsaussichten, keine selbständige Wasser- und Futteraufnahme), muss eine sachkundige Person das Tier unter Betäubung und unter Vermeidung von Scherzen töten. Hier empfiehlt Birgit Spindler die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen.

Wie Betäubung, Nottötung und anschließende Kontrolle des Todes durchgeführt werden sollten, beschreibt das DLG-Merkblatt ausführlich und anschaulich. Es steht hier direkt zum Download zur Verfügung.

Revision des QS-Leitfadens Schlachtung/Zerlegung – Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

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Um eine noch bessere und praxisgerechtere Umsetzung der QS-Anforderungen in allen QS-Schlachtbetrieben zu erreichen, hat QS mit Wirkung zum 1. Januar 2023 den „Leitfaden Schlachtung/Zerlegung“ revidiert. Eine wesentliche Neuerung im Leitfaden ist die Zusammenfassung sämtlicher Anforderungen zum Thema Tierschutz in einem eigenen Kapitel, wodurch die Praxistauglichkeit und Übersichtlichkeit des Dokuments weiter verbessert wurde.

Weitere wichtige Neuerungen im QS-Leitfaden Schlachtung/Zerlegung betreffen die nachfolgenden Anforderungen:

• Konkretisierung der Anforderungen zur Lebensmittelsicherheitskultur, damit Unternehmen
die Kriterien besser verstehen und fachgerecht umsetzen können.

• Zur Vorbereitung auf einen möglichen Havariefall, der eine Bedrohung für die
Lebensmittelsicherheit, den Tierschutz, Menschen oder die Umwelt darstellt,
müssen Unternehmen ein Havariekonzept erarbeiten, das interne Abläufe,
Maßnahmen und Entscheidungswege festlegt.

• Bei der Bewertung von Produktionsprozessen müssen mögliche direkte
und/oder indirekte Re- bzw. Kreuzkontaminationen berücksichtigt werden.
Zudem sind Maßnahmen umzusetzen, die das Risiko einer Übertragung
von unerwünschten Stoffen bei der Herstellung, innerbetrieblichen Lagerung
und beim Transport von Produkten minimieren.

• Unternehmen müssen eine tierartspezifische Produkttrennung (Reihenfolge:
erst Rind, dann Schwein, dann Geflügel) sicherstellen, um eine gegenseitige
negative Beeinflussung in der Produktion, etwa den Eintrag von Salmonellen,
auszuschließen.

• Tiere, die nach den Betäubungskontrollen nicht ausreichend betäubt sind,
müssen anhand zugelassener Betäubungsmaßnahmen nachbetäubt werden.
Die Mitarbeitenden müssen dafür nachweislich im Verfahren geschult sein
und dieses entsprechend in der Praxis umsetzen.

Die seit dem 1. Januar 2023 gültige Version des QS-Leitfadens Schlachtung/Zerlegung finden Sie hier. Einen Beitrag zu den wichtigsten Revisionen des Leitfadens sowie zu weiteren Hintergründe bei der Entwicklung der Anforderungen lesen Sie im Beitrag „Herausforderungen der Branche begegnen“ in der frisch erschienenen neuen Ausgabe der qualitas.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit

Afrikanische Schweinepest (ASP); Neue Version des Leitfadens für wirksame Biosicherheitsmaßnahmen in der Schweinehaltung

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Die Niedersächsische Arbeitsgruppe Biosicherheit Schweinhaltung – gegründet durch Experte*innen unterschiedlicher Institutionen unter der Beteiligung der Universität Vechta – hat den im Juli 2022 veröffentlichten Praxisleitfaden angepasst und um einen bebilderten Praxisleitfaden zur Einfriedung von Betrieben ergänzt.

Hintergrund der Veröffentlichung des Leitfadens ist das neue EU-Tiergesundheitsrecht, nach dem insbesondere Tierhalterinnen und Tierhalter in der besonderen Verantwortung stehen, den „Schutz vor biologischen Gefahren“ auf den eigenen Betrieben sicherzustellen. Dies beinhaltet neben Kenntnissen zu Tiergesundheit und Tierseuchen sowie deren Verbreitungsgefahren auch Maßnahmen zum Schutz der Schweine – wie Umzäunung, Einfriedung, Überdachung, Reinigung oder Desinfektion. Außerdem müssen betriebsindividuelle, schriftliche Biosicherheitsmanagementpläne erstellt werden.

In der praktischen Umsetzung hilft den Betrieben nun neben dem Biosicherheitsleitfaden eine bebilderte Anleitung zur Einfriedung der Betriebe, um Landwirt*innen dabei zu unterstützen, die Außengrenzen ihrer Betriebe noch sicherer zu gestalten. Die Dokumente ergänzen die kostenlose betriebsindividuelle Risikobewertung der ASP Risikoampel der Universität Vechta die in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Loeffler-Institut und der Tierseuchenkasse Niedersachsen an das neue EU-Tiergesundheitsrecht angepasst wird.

Wie geht es weiter?
Die Biosicherheitsanforderungen des EU-Rechts betreffen alle Nutztierhaltungen. Daher soll das Niedersächsische Biosicherheitskonzept zeitnah auch für die Tierarten Geflügel und Rind weiterentwickelt werden. Die Gründung der „AG Biosicherheit in Geflügelhaltungen“ ist für Februar 2023 geplant, an der Dr.in Barbara Grabkowsky, Leiterin des Verbunds Transformationsforschung Agrar (trafo:agrar), für die Universität Vechta ebenfalls mitwirken wird. Die Version 2.0 der ASP Risikoampel ist noch in diesem Frühjahr geplant, eine Rinder-Risikoampel ist derzeit schon in Erarbeitung.

Quelle: Universität Vechta

QS wächst weiter: Fleisch von Legehennen und Junghähnen künftig im QS-System

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Das Prüfsystem QS und der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) haben sich auf gemeinsame Standards für die Vermarktung von Fleisch von Legehennen und Junghähnen aus Legehybridlinien in das QS-System verständigt. Dabei müssen die Betriebe sowohl die Anforderungen des KAT-Kontrollsystems als auch die des QS-Systems erfüllen und an den QS-Monitoringprogrammen teilnehmen. Der Geflügelfleischverarbeitung steht damit ein weiterer qualitätsgesicherter Rohstoff zur Verfügung.

„Wir freuen uns, dass wir den Legehennen- und Junghahnbetrieben im KAT-System jetzt auch die Möglichkeit bieten können, dass Fleisch ihrer Tiere im QS-System vermarkten zu können“, kommentiert Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der QS-Qualität und Sicherheit GmbH die gemeinsame Vereinbarung zwischen dem KAT und dem QS-System. „Mit der Anerkennung der KAT-Audits in Kombination mit einer QS-Zusatzcheckliste haben wir die Grundlage geschaffen, dass KAT-Betriebe ohne großen Mehraufwand die Lieferberechtigung in das QS-System erlangen. Damit kann die Geflügelfleischverarbeitung im QS-System auf ein größeres Angebot qualitätsgesicherter Rohstoffe zurückgreifen.“

Neutrale Zertifizierungsstellen überprüfen die KAT- und QS-Anforderungen innerhalb eines Audits für beide Zulassungen. Außerdem nehmen die Betriebe am Schlachtbefunddatenmonitoring und am Antibiotikamonitoring des QS-Systems teil. So erfüllen auch die Legehennen und Junghähne die gleichen Anforderungen wie das Mastgeflügel. Damit kann der Mehrwert ohne Doppelaudits in den Betrieben realisiert werden. Erfüllt ein teilnehmender Betrieb eine der genannten Anforderungen nicht, kann er die Berechtigung zur Lieferung in das QS-System verlieren. Hier gelten ausnahmslos dieselben Anforderungen für KAT-Betriebe wie für alle anderen Tierhaltungen im QS-System.

Die Teilnahme am QS-System ist für KAT-Betriebe freiwillig. Die Anmeldung der Betriebe im QS-System erfolgt über den QS-Bündler Orgainvent, der die teilnehmenden Betriebe sowie die Umsetzung der Monitoringprogramme für Antibiotika und Schlachtbefunddaten betreut.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

Elektrolyt-Brausetab zur Vorbeugung und Behandlung von Kälberdurchfällen

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Mit „Hydroforce“ ist ab sofort wieder ein Elektrolyt-Brausetab zur Vorbeugung und Behandlung von Kälberdurchfällen erhältlich. Knapp fünf Jahre gab es keine Alternative zum damalig bekannten und beliebten Produkt.

Kälberdurchfälle sind keine Seltenheit und schwächen die Tiere. In dieser Situation ist die Zufuhr von Elektrolyten extrem wichtig, um das Gedeihen der Tiere zu gewährleisten. Aufgrund seiner speziellen Zusammensetzung weist der Hydroforce Elektrolyt-Tab eine sehr gute Schmackhaftigkeit und eine optimale Auflösung auf. Die Effektivität bei der Pufferung und schnellen Re-Hydrierung mit Elektrolyten bei Kälberdurchfällen macht das Produkt bei Landwirten und auch Tierärzten beliebt. Hydroforce ist in Packungsgrößen mit je 8 oder 48 Stück erhältlich – die Einzeltabs sind nutzerfreundlich und hygienisch einwandfrei verpackt. Die Brausetabs sind jetzt als Ergänzungsfuttermittel zugelassen und unterliegen somit nicht mehr dem Arzneimittelgesetz und sind im Handel oder aber den Tierarzt zu beziehen. Aktuell jedoch ist das Produkt nur über Quidee erhältlich.

Weitere Infos über www.quidee.de.