Erhöhte Ebenen in der Hähnchenmast – #EuroTier2021

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Zum praktischen Einsatz erhöhter Ebenen in der Hähnchenmast zeigte Stefan Teepker, Geschäftsführer bei SprunGTische.de, anlässlich der EuroTier 2021 Bilder aus seinen Mastställen, in denen auch Vergleichsversuche des FLI durchgeführt werden.

Dr. Julia Malchow, FLI

Dr. Julia Malchow (Institut für Tierschutz und Tierhaltung des Friedrich-Loeffler-Instituts) stellte anschließend vorläufige Ergebnisse des Projekts „Healthy Livestock“ vor (Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes bei Masthühnern und Mastschweinen, durch Verbesserung von Tiergesundheit und Wohlbefinden, ohne Produktivitätseinbußen). Das FLI untersucht im Rahmen des Projekts das Verhalten von Masthühnern beim Einsatz von erhöhten Ebenen im Stall. Grundsätzlich kommen Sprungtische dem natürlichen Verhalten der Tere entgegen, strukturieren die Haltungsumgebung und bieten den Hühnern Möglichkeiten zum Aufbäumen wie auch zum Ruhen unter den Sitzebenen. Vorherige Studien hatten bereits gezeigt, dass sich Sitzstangen nicht für schnellwachsende Rassen eignen und Plattformen stärker genutzt werden. Erhöhte Ebenen verbessern die Abtrocknung der Einstreu, damit die Fußballengesundheit und Lauffähigkeit.

Eine automatische Früherkennung von Gesundheitsparametern kann mithilfe von Videokameras über Parameter wie Gewicht oder Aktivität erreicht werden, wobei allerdings einzelne Individuen kaum zu erkennen sind. Das FLI will ist dabei ein geeignetes System zu entwickeln.

Dazu werden in unterschiedlichen Haltungsbedingungen verschiedene Oberflächen erhöhter Ebenen untersucht: Aluplatten, perforierte Gitterroste und Gussroste (aus der Schweinehaltung). Für die Studie wurden die Nutzung der erhöhten Ebenen, Futterverzehr, Gefiederverschmutzung, Fußgesundheit und Verhalten (Ängstlichkeit) erfasst. Die Ebenen wurden für den Versuch mit Wägezellen ausgestattet.

Vorläufige Ergebnisse
Im Celler Versuchsstall bevorzugten die Hühner Gitterroste gegenüber Aluplatten, wobei die Nutzung generell in der 2. und 3. zunimmt und ab der 4. LW wieder abnimmt. Im Praxisstall wurden Alu, Plastikgitter und Gussmetallroste getestet, wobei keine klare Präferenz über die gesamte Mastdauer festgestellt werden konnte. Nicht-perforierte Oberflächen wurden allerdings in einigen LW etwas stärker genutzt.

Beim Vergleich erreichten die Hühner beim Gitterrost ein höheres Gewicht (2.500 zu 2.400 g), hatten aber gleichzeitig stärker verschmutztes Gefieder (18,3% zu 9,7%) und schnitten beim Fußballen-Score seltener mit „0“ ab (73,1% zu 91,4%). Bei Veränderungen des Fersenhöckers (74,2% zu 67,7%) und der Mortalität (2,9% zu 3,5%) waren keine signifikanten Unterschiede feststellbar. Im weiteren Verlauf des Projekts sollen nun Resilienz (Widerstandsfähigkeit) und Möglichkeiten zur Früherkennung gesundheitlicher Probleme untersucht werden.

PS: Durchgehende Gitterroste (aus Kunststoff) sind derzeit nach TierSchNutztV nicht anrechenbar.

Sinkende Antibiotikazahlen im QS-System Antibiotikamonitoring 2020

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+ Schweine haltende Betriebe mit den meisten Einsparungen
+ Pilotprojekt nimmt Mastelterntiere von Hähnchen und Puten ins Antibiotikamonitoring mit auf
+ Reserveantibiotika bleiben die Ausnahme

Die verabreichte Menge Antibiotika aller tierhaltenden Betrieben im QS-System sank 2020 im Vergleich zum Vorjahr weiter. Die Schweine haltenden Betriebe konnten dabei die größten Einsparungen vornehmen: Im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Tonnen und im Vergleich zum Jahr 2014, als erstmals die gesamte Schweineproduktion im QS-Antibiotikamonitoring erfasst wurde, sogar um über 43 Prozent.

Das Antibiotikamonitoring hat in einem Pilotprojekt 2020 auch die Mastelterntiere bei Hähnchen und Puten miterfasst. In diesem Bereich verabreichten die Geflügelhalter 4,13 Tonnen Antibiotika in insgesamt 230 Betrieben mit einer Bestandsgröße von durchschnittlich knapp 30.000 Tieren. Über alle Tiergruppen hinweg bleibt es auch im Jahr 2020 bei einer rückläufigen Tendenz der Antibiotikamengen. Insgesamt konnten die Tierhalter im QS-System 2,9 Tonnen Antibiotika im Vergleich zum Vorjahr einsparen.

Reserveantibiotika bleiben die Ausnahme im QS-System
„Die aktuellen Zahlen aus dem Antibiotikamonitoring zeigen erneut, dass die Tierärzte im QS-System nur im äußersten Notfall, wenn alle Alternativen bei der Behandlung kranker Tiere ausgeschöpft sind, kritische Antibiotika verschreiben. Eine konstant niedrige Sockelmenge von 3,78 Tonnen für alle QS-tierhaltenden Betriebe lässt sich mit Blick auf den Tierschutz und die zwingende Notwendigkeit, kranke Tier zu behandeln, derzeit nur schwer reduzieren“, erläutert Katrin Spemann, bei QS verantwortlich für das Antibiotikamonitoring, die aktuellen Entwicklungen. Reserveantibiotika machten 2020 einen Anteil von 0,83 Prozent an der Gesamtmenge verabreichter Antibiotika im QS-System aus.

QS-Therapieindex stellt sichere Datenbasis
Die Qualität und Plausibilität der Daten im QS-Antibiotikamonitoring wird über den Therapieindex der einzelnen tierhaltenden Betriebe verifiziert. Zum Stichtag 1. Februar 2021 lagen QS über 90 Prozent aller Therapieindices aus den Betrieben vor. Damit kann QS regelmäßig auch die Plausibilität der Daten prüfen.

Der Therapieindex kennzeichnet im QS-System die durchschnittliche Anzahl der Behandlungseinheiten je Tierplatz. Das heißt er wird für jeden Betrieb berechnet und drückt aus, an wie vielen Tagen jedes Tier im Durchschnitt mit einem Wirkstoff behandelt wurde. Der Therapieindex basiert auf den Zahlen der letzten zwei Quartale.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

Puten mit intaktem Schnabel halten – eine große Herausforderung an Haltung und Management #EuroTier2021

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Dr. Birgit Spindler, Geflügelspezialistin der TiHo Hannover, referierte anlässlich der EuroTier 2021 über die Haltung von Puten mit intakten Schnäbeln und die Probleme, wenn bei solchen Tieren Federpicken und Kannibalismus auftritt. Die möglichen Ursachen hierfür seien vielfältig: von der genetischen Disposition über Fütterung, Gruppengröße, Besatzdichte Lichtqualität, Stallklima, fehlende Möglichkeiten zu lang andauerndem Erkunden, bis zur Geschlechtsreife und etlichen mehr.

Dr. Spindler stellte die Forschungsansätze der TiHo vor, wo im Forschungsgut Ruthe /ca. 1.500 Hahnen- bzw. 2.700 Hennenplätze) in zwei baugleichen Stallabteilen verschiedene Haltungsparameter getestet werden. In einem klassischen Louisianastall mit Windschutznetzen und Jalousien, in der Aufzuchtphase eingestreut mit Hobelspänen und Stroh in der Mastphase.

Im Rahmen einer Studie von Schulze Hillert et al. wurde untersucht, ob der Einsatz von tierischem Eiweiß im Alleinfutter Federpicken und Kannibalismus bei Putenhennen reduzieren kann. In zwei Mastdurchgängen wurde entweder Hämoglobinpulver und Fischmehl oder konventionelles Futter angeboten. Eingestallt wurden je zwei Gruppen, mit gekürztem und ungekürztem Schnabel, die mit und ohne tierischem Eiweiß gefüttert wurden. Die mit tierischem Eiweiß aufgezogenen Puten hatten am Ende tendenziell etwas geringere Mastendgewichte, tendenziell mehr 7-Tage-Verluste und auch tendenziell höhere kumulative Verluste. Ebenso kam es zu keinen signifikanten Unterschieden, beim Vorkommen äußerer Verletzungen.

Der Schnabelzustand aber hatte durchaus Effekte. Bei den Puten mit ungekürzten Schnäbeln kam es häufiger zu Verletzungen, am Kopf inkl. Stirnzapfen, und an Rücken und Flügeln. Drei- bis viermal mehr Tiere aus den Gruppen mit intaktem Schnabel mussten separiert und ins Krankenabteil gesetzt werden. Der Mehraufwand fürs Personal war erheblich. Auch akuter Kannibalismus trat nur in diesen Gruppen auf. Die Forscher identifizierten hierfür Risikozeiträume mit Peaks in der 9., 11., 13. und 14. Lebenswoche.

Um akut gegenzusteuern, wurden die Jalousien kurzfristig geschlossen und Beschäftigungsmaterial angeboten (frisches Stroh als Einstreu und bunte Plastikbälle von der Decke und an den Futterlinien). Dies führte auch zur Beruhigung der Situation im Stall. Der Schnabelzustand hatte keine Effekte auf den späteren Schlachtkörperverwurf oder die absolute Zahl verendeter und gemerzter Hennen.

Eine zweite Studie (Kulke et al.) untersuchte den Einfluss der Besatzdichte auf Federpicken und Kannibalismus bei Putenhähnen mit intakten Schnäbeln. Hierzu wurden BUT6-Hähne in zwei Durchgängen mit 58 kg/qm (Standard) respektive 40 kg/qm (Empfehlung des Deutschen Tierschutzbundes) eingestallt. Aufzucht und Mast fanden in, mit Strukturelementen und Beschäftigungsmaterial, angereicherter Umgebung statt. Kam es während des Versuchs zu Federpicken, wurden verletzte Tiere schnell separiert und bei vermehrtem Auftreten von Verletzungen sofort zusätzliches Beschäftigungsmaterial angeboten.

Im Stall gab es ab der 3. LW Heukörbe, ab der 6. LW Strohballen, ab der 7. LW eine schräggestellte Wand als Rückzugsmöglichkeit sowie Picksteine und ab der 9. LW Zugang zu einem überdachten Kaltscharraum. Schließlich lief zweimal täglich für je zwei Stunden auch noch Radiomusik.

Bei den Verlustraten gab es keine signifikanten Unterschiede in den beiden Durchgängen, auch akuter Kannibalismus trat bei beiden Besatzdichten auf, sodass zwischen 10% und 16% der Tiere separiert werden mussten. Einheitliche Tendenzen konnten nicht festgestellt werden, dagegen aber wieder Risikozeiträume in der 1., 3.-5., 7./8., 17. und 19. Lebenswoche.

© Kulke, TiHo

Beim Beschäftigungsmaterial haben sich im Versuch beim Auftreten von Problemen bewährt: Haferflocken auf Eierhöckern im frühen Lebensalter und eigens konstruierte Popcornspender für ältere Tiere. Auch Plastikflaschen mit befestigten Kabelbindern und Metallmobiles kam bei den Hähnen gut an.

Die Haltung von Putenhähnen mit ungekürzten Schnäbeln sei grundsätzlich möglich aber aufwändig, sagte die Wissenschaftlerin. Das Management müsse optimiert und Tiere auch bei kleineren Verletzungen schnell separiert werden. Beim Auftreten von Federpicken und Kannibalismus müsse frühzeitig zusätzliches Beschäftigungsmaterial angeboten werden.

Broschüre mit „Empfehlungen zur Vermeidung des Auftretens von Federpicken und Kannibalismus bei Puten sowie Notfallmaßnahmen beim Auftreten von Federpicken und Kannibalismus“
Download (PDF, 7,92 MB)

Folgt auf „Küken-schreddern“ jetzt „Hähnchen-stapeln“?

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Kommentar von Thomas Wengenroth

Gleich vorab: in Deutschland werden Küken nicht geshreddert. Früher mal wurde eine Maschine mit dem euphemistischen Namen „Homogenisator“ eingesetzt. Seit vielen Jahren jedoch werden Eintagsküken in Deutschland mittels CO2 betäubt, getötet und dann als Futter an Zoos, Falknereien und gerne auch als Leckerli für Bello und Mietz verkauft. Wer „Eintagsküken kaufen“ über Google sucht, findet ein reichhaltiges Angebot vom Six-Pack, tiefgefroren bis zur Economy-Packung mit 10 Kilo.

Aber nach dem 1. Januar 2022 ist auch damit Schluss, Eintagsküken dürfen dann nicht mehr getötet werden, alle Eier müssen ausgebrütet und die Bruderhähne anschließend aufgezogen werden. Und da kommt dann „Hähnchen-Stapeln“ ins Spiel: wohin mit den vielen Vögeln? Ja, wir haben bald ein Platzproblem.

Aber der Reihe nach: wie sollen Bruderhähne eigentlich gehalten werden? Dazu gibt es ein paar Erfahrungen, vor allem aus dem Bio-Bereich, und einige, wenige wissenschaftliche Erkenntnisse. Eine spezielle gesetzliche Vorgabe gibt es überhaupt nicht. Die maßgeblichen Gremien, besetzt mit Bundes- und Landesministerialen, haben gerade erst begonnen, sich mit dem Thema zu befassen und es bleibt spannend, ob sie vor dem nächsten Neujahrstag zu Ergebnissen und passenden Regelungen kommen. Auf jeden Fall werden aber ab Mitte Januar 2022 täglich Bruderhähne ausgebrütet – eine Menge Bruderhähne.

Zwar sind eine Reihe von Methoden zur Geschlechtserkennung im Ei entwickelt und teils auch schon marktreif, sie aber flächendeckend in den verbleibenden neun Monaten einzuführen, ist völlig illusorisch. Und auch wenn dies irgendwann der Fall sein wird, schlüpfen trotzdem jedes Jahr Millionen männlicher Eintagsküken. All diese Techniken haben nämlich eine Fehlerquote von 2% bis 5%.

Bio-Bruderhähne gibt es heute schon, sie werden in strukturierter Umgebung und lockerem Besatz gehalten. Kenner sagen, 18 kg Gewicht je Quadratmeter dürfen dabei aber nicht überschritten werden. Denn: die schlanken Hähne sind äußerst aktiv und – weil sie viel länger gemästet werden, als Artgenossen aus reinen Mastlinien – erreichen sie auch die Geschlechtsreife. Dann verhalten sie sich, wie esein erfahrener Bio-Halter treffend formuliert, „wie 15-Jährige Jungs auf dem Schulhof: dumm wie zwei Meter Feldweg, aber voller Testosteron.“

Weil die Schwesterhennen auf Legeleistung gezüchtet sind, setzen ihre Brüder sehr langsam und dafür wenig Fleisch an. Um 1 kg Lebendgewicht zu erreichen, brauchen sie 14-15 Wochen; dafür fressen sie aber auch fünfmal so viel wie Masthühner.

Dies ist auch der Grund, warum für die Aufzucht der zukünftig anfallenden Mengen an Bruderhähnen, Bio-Betriebe nicht in Betracht kommen. Sie könnten niemals die nötigen Bio-Futtermassen bereitstellen. Dazu kommt der Preis – aber dazu unten mehr.

Übrig bleibt also die konventionelle Aufzucht und zwar in bereits vorhandenen Ställen. Neue Behausungen für Bruderhähne zu bauen scheidet aus, allein weil die Genehmigungsverfahren viel zu lange dauern würden. Und: wer will schon einen neuen Hühnerstall im Ort? Also werden erfahrene Hähnchenmäster gesucht, die geschwind ihre Ställe mit Strohballen, Luzernespendern, erhöhten Sitzflächen und Versteck-Möglichkeiten ausstatten, um dann frohgemut und flugs in die Bruderhahnmast einzusteigen.

Da „Hähnchen-Stapeln“ aber nicht wirklich eine Option ist, werden für jeweils eine Million Hähne 250.000 Stallplätze benötigt: vier Mastdurchgänge im Jahr, Besatzdichte 18 kg/qm, Stallfläche 14.000 qm (oder 10 Ställe im Format 20×70 Meter). Für die erste Million mögen die noch zu finden sein, spätestens bei fünf Millionen wird es eng.

Verdienen wollen die Mäster am Ende auch noch was. Weil aber die „ausgemästeten“ Vögel sehr schmalbrüstig bleiben, fällt die übliche Vermarktung aus. Statt Filet gibt es entweder einen ganzen Hahn für Schmor- und Suppentopf oder – viel wahrscheinlicher – verarbeitet zu Wurst und Frikadellen. In jedem Fall jedoch lässt sich der Bruderhahn nur zum Discounterpreis verkaufen und nicht zu bio-mäßigen € 20,- das Kilo.

Dann aber klafft eine ziemliche Lücke, zwischen Erzeuger-Aufwand und Erlös. Wer schließt die und auch wie? Eine Quersubventionierung übers Ei? Wie hoch müsste der Aufschlag da ausfallen? Wie landen die Extra-Erlöse des Legehennen-Halters dann beim Bruderhahn-Mäster? Braucht es dazu etwa eine „Initiative Bruderhahn“ (natürlich schlank wie der Hahn selbst, mit minimalem Verwaltungsaufwand)?

Ein paar Fragen gäbe es also – aber wir haben ja noch jede Menge Zeit…

Weitere Informationen zum Thema:
Prof. Rudolf Preisinger (EW Group): „Legehennen, Bruderhähne, Geschlechtserkennung im Ei“ (AfT-Symposium 2019)

Dr. Julia Malchow (FLI): „Eignet sich das Zweinutzungshuhn als Alternative in Mast und Eierproduktion?“ (Geflügeltagung 2019)

Aktueller Stand bei der in ovo-Geschlechtsbestimmung beim Huhn – #EuroTier2021

Zukunftsperspektiven für Bruderhähne und Zweinutzungshühner – #EuroTier2021

Zukunftsperspektiven für Bruderhähne und Zweinutzungshühner – #EuroTier2021

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Eines der interessantesten Diskussionspanel der diesjährigen EuroTier dürfte jenes zu Bruderhähnen und Zweinutzungshühnern gewesen sein. Alina Kathrin Lückemann (Netzwerk Fokus Tierwohl), Dr. Eva Moors (LAVES), Prof. Dr. Silke Rautenschlein (TiHo Hannover), Carsten Bauck (Demeter Bauckhof GmbH), Prof. Dr. Rudolf Preisinger (EW Group) beleuchteten hier die Zukunftsperspektiven für die Zeit nach dem Verbot des Kükentötens ab 1. 1. 2022.

Zwar wurden 2020 in Deutschland bereits 5 Mio. Bruderhähne aufgezogen, aber bisher gäbe es keine speziellen gesetzlichen Vorgaben für die Mast dieser Tiere gab Alina Lückemann zu bedenken, wozu Dr. Eva Moors anmerkte, das TierSchG sei Grundlage für jegliche Tierhaltung und dort stünde, dass Tiere ihrer Art und ihren Bedürfnissen gemäß ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden müssen.

Die TierSchNutztV regele dann konkret die Anforderungen für Legehennen und Masthühner und so seien eben auch Bruderhähne als Masthuhn einzuordnen. Aufs Verhalten bezogen seien Bruderhähne aber nicht mit Masthühnern zu vergleichen, wären sie doch wesentlich agiler und kämpferischer. Sie brauchten eine strukturierte Haltungsumwelt, erhöhte Sitz- und Ruhemöglichkeiten und Beschäftigungsmaterial. Die Besatzdichte ist lt. Verordnung für die Mast auf max. 29 kg/qm festgelegt, was aber für Bruderhähne sehr kritisch zu betrachten sei. Momentan fänden auf Bundesebene erste Gespräche zum Thema Mindestanforderungen zur Aufzucht von Bruderhähnen statt, verriet die Geflügel-Spezialistin des LAVES.

Bei Demeter dürfen in festen Gebäuden 16 kg/qm, in Mobilställen 18 kg/qm gehalten werden und 18 kg stellen für Carsten Bauck auch sicher die Obergrenze dar. Sobald Hähne anfingen ein Revierverhalten auszubilden und auszuleben, müsse ein Stall sinnvoll strukturiert sein und die Hähne beschäftigt werden.

Überall, auch im Bio-Bereich, dominiert Brustfleisch das Hähnchenfleischgeschäft und sowohl Bruderhähne also auch Zweinutzungshühner seien doch relativ schmalbrüstig leitete Prof. Preisinger zum nächsten Punkt über. Der Abstand zu reinen Mastlinien würde sich, dank weiterer Zuchtanstrengungen, zwar noch verringern, aber doch immer signifikant bleiben. In Österreich würden im Biobereich z. B. Hähne der Rasse Lohmann Sandy nur bis 1.000 g Lebendgewicht aufgezogen, was aber spezielle Schlachttechnik erfordere, die ein normaler Schlachthof nicht vorhält.

Auf die Frage, worauf wir uns gefasst machen müssen, wenn die in-ovo-Geschlechtsbestimmung flächendeckend eingesetzt wird, warnt Preisinger, die Branche müsse sich „intensivst“ mit der Hahnenaufzucht auseinandersetzen! Auch wenn wir sehr bald eine flächendeckende Geschlechtsbestimmung bekommen sollten, führe eine Fehlerquote von 2 % oder gar 5 % zum Schlupf einiger Millionen Hähne, die dann auch adäquat aufgezogen werden müssten!

Beim Bauckhof koste ein ganzes Hähnchen € 25 bis € 30,- Euro und der Bruderhahn wäre dann (bei 20 Wochen Aufzucht und einer Futterverwertung von 5:1) nochmals deutlich teurer. Bruderhahn schmecke auch anders als das gewohnte Hühnerfleisch, er brauche nicht nur länger im Stall, sondern auch in der Küche. Idealerweise würde er zum „Coq au vin“ geschmort und niemals kurzgebraten: „Aber wer hat heute überhaupt noch einen Römertopf?“ fragte Carsten Bauck. Ansonsten bleibt noch die Verarbeitung zu Wurst und Frikadellen.

Ganz anders verhielte es sich mit dem Zweinutzungs-Hahn, sagt Carsten Bauck; der sei viel näher an der Verbrauchererwartung.

An der TiHo wurden schon Mastdurchgänge mit Hähnen aus den Linien Lohmann Brown und Lohmann Dual durchgeführt. Die Brown-Hähne erwiesen sich dabei als noch aktiver als Dual, beide Linien seien für den Landwirt sehr umgänglich gewesen und hätten auch Abgangsraten jeweils unter 2% gehabt, Dual noch weniger als Brown berichtete Prof. Silke Rautenschlein.

Aber: welche Bedeutung haben Zweinutzungshühner heute? Mit weniger als 0,1% des Tierbestands in Deutschland praktisch keine, antwortete Prof. Rudolf Preisinger! In der Schweiz würden etwa 10.000 gehalten und die TiHo sei zweitweise Deutschlands größter Abnehmer gewesen.

Im Öko-Bereich sieht Carsten Bauck zukünftig keine Alternative zum Zweinutzungshuhn, denn der Bruderhahn sei lediglich eine Brücken-Lösung, weil er nur ein Symptom bekämpfe. „Wir erzeugen mit Futter was wir nicht haben, in Ställen die wir eigentlich auch nicht haben, ein Tier mit dem umzugehen auch der Kunde Probleme hat“.

Aber auch mit dem Zweinutzungshuhn wird es mit dem „günstigen Bio-Ei“ vorbei sein, prognostiziert Carsten Bauck: „Bei Mobilstall und 100% Bio-Fütterung reden wir schnell von 80-90 Cent fürs Ei.“

Weitere Informationen:
Vortrag von Prof. Rudolf Preisinger „Legehennen, Bruderhähne, Geschlechtserkennung im Ei“ von 2019

Vortrag von Dr. Julia Malchow: „Eignet sich das Zweinutzungshuhn als Alternative in Mast und Eierproduktion?“ Bericht von der Geflügeltagung 2019

Aktueller Stand bei der in ovo-Geschlechtsbestimmung beim Huhn – #EuroTier2021

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Das Töten von Eintagsküken soll in Deutschland ab dem 1. 1. 2022 gesetzlich verboten werden. Alle heute schon marktreifen Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei funktionieren nach dem 9. Bebrütungstag (von insgesamt 21 Bruttagen). Nach dem Willen des BMEL sollen sie als Brückentechnologie eingesetzt und weiterentwickelt werden. Ab dem 1. 1. 2024 gilt dann ein Verbot des Tötens von Hühnerembryonen im Ei bereits nach dem 6. Bruttag.

Zur EuroTier 2021 referierte Dr. Thomas Bartels (FLI – Institut für Tierschutz und Tierhaltung) zum „Status quo der in ovo-Geschlechtsbestimmung beim Haushuhn“ und stellte alle derzeit entwickelten oder in der Entwicklung befindlichen Verfahren vor.

Die Anforderungen an praxistaugliche Verfahren seien vor allem

+ Frühe Geschlechtsbestimmung
+ Genauigkeit über 95%
+ Durchsatz von mindestens 100.000 Eiern pro Tag
+ geringe Effekte auf die Schlupfrate
+ sinnvolle Verwertung der aussortierten Bruteier
+ gesellschaftliche Akzeptanz

Für die Übergangszeit bis Ende 2023 eignen sich alle Verfahren, die nach dem 9. Bruttag ansetzen:

1) Messung des Hormongehalts in der Allantoisflüssigkeit (SELEGGT/Deutschland)
2) Detektion patentierter Biomarker in der Allantoisflüssigkeit (IN OVO/Niederlande)
3) DNA-Analyse in der Allantoisflüssigkeit (Plantegg/Deutschland)

Das in ovo-Farbsexing mittels Hyperspektralanalyse kann erst ab dem 13. Bruttag eingesetzt werden und erfüllt so die gesetzlichen Anforderungen nicht.

Vor dem 6. Bebrütungstag analysieren

+ mittels Genome Editing EggXYt noch vor der Bebrütung, im befruchteten Ei (Israel)
+ kombinierte Raman- und Fluoreszenz-Spektroskopie (Molekülspektroskopie nach 3,5 Bruttagen (Deutschland)
+ spektroskopische Geschlechtsbestimmung bei mittels Laser geöffneter Eischale (Deutschland)
+ spektroskopische Geschlechtsbestimmung bei geschlossener Eischale

Beim letztgenannten Verfahren träten jedoch (noch) Probleme mit Schalenfarbe, -dicke und -struktur sowie Inhaltsstoffen im Ei auf. Es gebe zwar Berichte über die Entwicklung weiterer Verfahren, sagte Bartels, zu denen aber keine Details bekannt seien. Darüber hinaus erscheine es fraglich, ob die drei Übergangsverfahren technisch so weiterentwickelt werden können, dass sie bereits am 5. Bruttag funktionieren.

Dass bis Ende 2021 alle genannten Verfahren flächendeckend einsetzbar sind und die anfallende Menge an Bruteiern untersucht und selektiert werden kann, erscheint – nicht nur wegen Corona – mehr als fraglich. Da die Gesetzesänderung aber bereits ab dem 1. Januar 2022 greift, müssen sich alle Marktteilnehmer auf eine große Zahl von „Bruderhähnen“ einstellen! Die dann schlüpfenden Hähne müssen aufgezogen, gefüttert, geschlachtet und vermarktet werden. Und auch wenn zukünftig alle Eier Deutschlandweit selektiert werden können, ändert sich daran wenig. Bei Fehlerraten von 2-5% schlüpfen dann immer noch 1-2 Mio. männliche Küken aus Legelinien pro Jahr!

Aquakultur als Motor zur Verbreitung von Antibiotikaresistenzen im Ozean

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Forschende rund um Privatdozent Dr. Jörn Petersen vom Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH haben erstmals die Relevanz von Antibiotikaresistenzen in der Gruppe der marinen Roseobacter-Bakterien untersucht und konnten nachweisen, dass ein über den horizontalen Gentransfer aufgenommenes Plasmid eine um über 50-fach erhöhte Toleranz gegenüber dem Breitbandantibiotikum Chloramphenicol vermittelt. Ihre Ergebnisse publizierte das Team im renommierten Fachjournal Environmental Microbiology (doi: 10.1111/1462-2920.15380).

Bakterien der Roseobacter-Gruppe machen bis zu einem Viertel der Bakterien in den Ozeanen aus. Die Arbeitsgruppe um den Mikrobiologen Jörn Petersen erforscht am Leibniz-Institut DSMZ im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Roseobacter (TRR51)“ seit einigen Jahren diese Alphaproteobakterien. Sie spielen eine zentrale Rolle im globalen Kohlenstoff- und Schwefelhaushalt und besitzen aufgrund ihres vielseitigen Stoffwechsels ein großes Potential für die biotechnologische Nutzung. Im Rahmen der jetzt veröffentlichten Studie untersuchten die Forschenden eine bisher noch nicht charakterisierte Gruppe von Plasmiden, ringförmigen DNA-Molekülen, die sich unabhängig vom Bakterienchromosom in der Bakterienzelle vervielfältigen. Mit Hilfe von Plasmiden tauschen Bakterien genetisches Material schnell und unkompliziert untereinander aus und tragen damit entscheidend zur Entstehung multiresistenter Krankenhauskeime bei. Das hier untersuchte RepC_soli Plasmid pP72_e, das die genetische Information für eine um den Faktor 50 erhöhte Toleranz gegenüber dem Breitbandantibiotikum Chloramphenicol enthält, konnte sehr einfach durch eine Art molekulare Rohrpost in weitere Meeresbakterien übertragen werden. Basierend auf ihren Ergebnissen gehen die Forschenden davon aus, dass die in der Studie untersuchten Roseobacter-Stämme aus spanischen Aquakulturen vor relativ kurzer Zeit die Antibiotikaresistenz über horizontalen Gentransfer von entwicklungsgeschichtlich entfernt verwandten Gammaproteobakterien übernommen haben. Untermauert wird die Hypothese von der Tatsache, dass das Resistenzgen bisher in keiner weiteren Art der untersuchten Meeresbakterien gefunden wurde, es aber häufig auf Plasmiden von für Mensch und Tier gefährlichen Krankheitserregern wie Salmonella enterica oder Vibrio cholerae vorkommt.

„Da die von uns untersuchten Bakterien von Muscheln aus spanischen Aquakultur-Farmen isoliert wurden, ist davon auszugehen, dass die erworbene Toleranz gegenüber Chloramphenicol eine genetische Altlast früheren Antibiotikaeinsatzes ist“, erläutert der Erstautor der Studie Lukas Birmes. In Aquakulturen wurden früher häufig Antibiotika eingesetzt, um prophylaktisch möglichen Krankheiten vorzubeugen oder das Wachstum zu fördern. Aufgrund der Konsequenzen für Mensch und Natur wurde der Einsatz solcher Medikamente in den letzten Jahren aber in vielen Ländern stark reduziert. Bemerkenswert ist, dass in mehr als einem Dutzend anderer nah verwandter Phaeobacter-Stämme, deren Genom komplett entschlüsselt ist und die in den Meeren vor Dänemark, Frankreich, Deutschland und Australien isoliert wurden, das Gen für die Chloramphenicol-Toleranz nicht vorhanden ist. Man wolle keine Schuldzuweisungen aussprechen, stellen die Forschenden klar. „Aber Ergebnisse wie das unsrige zur Verbindung von Gesundheitswesen, Tierzucht und mariner Aquakultur machen deutlich, wie eng die Welt heutzutage aus biologischer Sicht vernetzt ist. Der Mensch sollte sich bewusst sein, welchen Fußabdruck er im Anthropozän hinterlässt“, fasst Jörn Petersen zusammen.

Quelle: Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH

Prof. Robby Andersson: Anforderungen an moderne Beleuchtung im Geflügelstall – #EuroTier2021

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Künstliches Licht im Geflügel-Stall soll, so weit wie möglich, dem natürlichen Licht entsprechen. Es steht die Forderung im Raum, dass 3% oder gar 5% der Stallfläche von Tageslicht erreicht wird. Deshalb stellt sich die Frage, was „natürliches Licht“ eigentlich ist? Prof. Robby Andersson, Leiter des Lehr- und Forschungsschwerpunktes Nutzgeflügel an der Hochschule Osnabrück, stellte hierzu neueste Forschungsergebnisse anlässlich der EuroTier 2021 vor.

In freier Wildbahn leben Puten am Waldrand und unter freiem Himmel, Hühner dagegen in Wald. Folgerichtig nahmen die Osnabrücker Forscher Messungen an eben diesen Orten vor. Wie auch der Mensch feststellen kann, ist es unter freiem Himmel deutlich heller als im Wald, dafür ist das Licht dort „wärmer“, Farben erscheinen unterschiedlich intensiv.

Langzeit-Messungen ergaben, je nach Messort, auch unterschiedliche UV-A-Anteile im Licht. In der „Steppe“, wo sich Puten aufhalten, waren es im Jahresdurschnitt ca. 6,5% und im „Dschungel“, wo Hühner ursprünglich lebten, ca. 2,5%. Und Vögel sehen eben auch noch im UV-Bereich, was dem Menschen unmöglich ist.

Fällt nun das Tageslicht durch Kunststoffscheiben in den Stall, werden sämtliche Farben gefiltert, die Tiere sehen alles in Falschfarben und die UH-A-Anteile gehen sogar komplett verloren. Deshalb ließe sich „Helligkeit im Stall“ auch nicht in Lux ausdrücken, so Andersson, denn dann fehlten wichtige Bereiche, die ein Vogel wahrnehmen kann.

Auch sehen Vögel mindestens doppelt so viele Bilder pro Sekunde wie der Mensch und nehmen deswegen Licht-Flackern deutlich besser wahr. Sie empfinden dies natürlich als sehr unangenehm und reagieren u. U. mit Verhaltensstörungen. Glühbirnen flackern für Hühner und Puten unaufhörlich und auch viele LEDs tun dies und sind als Stallbeleuchtung deshalb ungeeignet. Aber: es gebe flackerfreie LEDs, die im Bereich von 3.000 Herz oder sogar mehr Licht emittieren, so Andersson.

Vögel brauchen in ihrer Umgebung alle Farben des Lichtspektrums, von Ultraviolett (320 nM) bis ins Rot (780 nM). Da Puten und Hühner auch noch unterschiedliche Anforderungen ans Licht stellen, sollten zukünftig, so der Osnabrücker Wissenschaftler, wahrscheinlich Puten und Hühner in unterschiedlichen „Licht-Habitaten“ gehalten werden: Puten unter UV-reicherem Licht als Hühner. In entsprechenden Versuchen hätten sich der genannte 2,5% UV-A-Anteil für Hühner bereits bestens bewährt.

Lokale Hühnerrassen und einheimische Futtermittel – eine nachhaltige Alternative für die Geflügelproduktion?

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Interdisziplinäres Forschungsteam untersucht Wertschöpfungskette vom Futterbau bis zur Vermarktung

Insel Riems, 10. Februar 2021. Agrarwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Universität Göttingen und des Friedrich-Loeffler-Instituts haben untersucht, ob die Nutzung lokaler Hühnerrassen und deren Kreuzungen sowie die Fütterung mit heimischen Ackerbohnen statt importiertem Soja eine Alternative für die Geflügelproduktion darstellen kann. In dem dreijährigen Projekt wurden zwei lokale Rassen sowie Elterntiere aus der Wirtschaftsgeflügelzucht und deren Kreuzungen hinsichtlich der Mast- und Legeleistung charakterisiert.

„Ziel war es, nicht nur einen isolierten Aspekt zu betrachten, sondern die ganze Wertschöpfungskette von der Eignung der Rassen und der Futterpflanzen über die Tiergesundheit und die Produktqualität bis hin zu den Verbrauchererwartungen zu analysieren“, so Prof. Dr. Henner Simianer aus der Abteilung Tierzucht und Haustiergenetik der Universität Göttingen, der das Projekt koordinierte. In dem Projekt kam Futter zum Einsatz, dessen Eiweißkomponente vorrangig aus einheimischen Ackerbohnen anstelle des importierten Sojaschrots bestand. Entgegen früheren Berichten erwiesen sich die in der Ackerbohne enthaltenen antinutritiven Substanzen bei den hier untersuchten Tieren als unproblematisch und hatten keine nachteiligen Effekte auf die Tiergesundheit und Produktqualität. Antinutritive Substanzen sind Substanzen in Futtermitteln, die unabhängig vom Gehalt an Nährstoffen und Vitaminen negative Wirkungen auf das Tier haben könnten.

Einige der geprüften Hühnerkreuzungen, insbesondere die Kombination Bresse Gaulloise und White Rock, zeigten eine ansprechende Legeleistung der Hennen, während die Mastleistung der Hähne hinter kommerziellen Broilerlinien zurückblieb. Allerdings gelang es auch, spezielle Produktqualitäten zu erzeugen, wie zum Beispiel dotterreichere Eier oder Hähnchen, die weniger einseitig einen extrem großen Brustmuskel entwickeln und dadurch für besondere Zubereitungsarten geeignet sind. In der begleitenden Verbraucheranalyse stellte sich allerdings heraus, dass Konsumentinnen und Konsumenten noch zu wenig Informationen über verwendete Rassen und Produktionssysteme in ihre Kaufentscheidung einbeziehen.

„Lokale Rassen in der landwirtschaftlichen Produktion zu nutzen, erweitert nicht nur die Produktpalette für den Verbraucher, sondern trägt auch wesentlich zum Schutz der Rassenvielfalt beim Haushuhn bei“, sagt Prof. Dr. Steffen Weigend vom Institut für Nutztiergenetik am Friedrich-Loeffler-Institut. So wurden die Kreuzungstiere der alten Rassen nicht nur wissenschaftlich untersucht, sondern darüber hinaus von verschiedenen praktischen Geflügelhaltern getestet. Diese schätzten nicht nur die höhere Anzahl Eier der Kreuzungstiere im Vergleich zu den alten Rassen, sondern auch das friedliche Verhalten der Tiere. Positiv herausgehoben wurde zudem, dass eine Nutzung der Kreuzungsnachkommen den Erhalt der lokalen Rassen unterstützt.

Eine Präsentation und ein Film des vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geförderten Projekts „Potentiale der Nutzung regionaler Rassen und einheimischer Eiweißfuttermittel in der Geflügelproduktion“ sind auf dem Youtube-Kanal der Universität Göttingen zugänglich:

Präsentation: „Ackerbohne und regionale Hühnerrasse“

Film: „Ackerbohne und regionale Hühnerrasse: Alternative für die extensive Geflügelproduktion?“

Originalveröffentlichungen:
Escobedo del Bosque et al. (2020). Meat Quality Parameters and Sensory Properties of One High-Performing and Two Local Chicken Breeds Fed with Vicia faba. Foods 9, 1052. DOI: 10.3390/foods9081052

Nolte, T. et al. (2020). Egg Production and Bone Stability of Local Chicken Breeds and Their Crosses Fed with Faba Beans. Animals 10, 1480. DOI: 10.3390/ani10091480

Nolte, T. et al (2020). Growth Performance of Local Chicken Breeds, a High-Performance Genotype and Their Crosses Fed with Regional Faba Beans to Replace Soy. Animals 10, 702. DOI: 10.3390/ani10040702 

Quellen: Georg-August-Universität Göttingen & Friedrich-Loeffler-Institut

Intramuskulärer Ileitis Impfstoff jetzt auch als 100 Impfdosen Flasche erhältlich

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Nach der Einführung des ersten kombinierbaren intramuskulären Impfstoffes in Europa gegen Lawsonia intracellularis als 50 Impfdosen Flasche im Jahr 2019, bringt MSD Tiergesundheit zusätzlich die arbeitswirtschaftliche 100 Impfdosen Flasche auf den Markt.

Durch die Impfung in den Muskel erhält jedes Tier sicher die volle Impfdosis. Besonders anwenderfreundlich und arbeitswirtschaftlich ist die Mischbarkeit mit der gebrauchsfertigen Kombi-Impfung gegen PCV2 und M. hyo von MSD Tiergesundheit. Im Bedarfsfall ist die Einzelanwendung mittels Lösungsmittel möglich. Der Totimpfstoff kann auch bei zeitgleicher antibiotischer Therapie erfolgreich angewendet werden, so dass auch unter solchen Betriebsbedingungen die Wirksamkeit gegenüber Lawsonia intracellularis gewährleistet ist. Die Immunitätsdauer von 21 Wochen bietet einen langen Schutz während der Mast.

Mit der Ausbietung einer weiteren Handelsgröße wird Tierärzt*Innen und Landwirt*Innen mehr Variabilität in der Umsetzung ihrer individuellen Gesunderhaltungskonzepte ermöglicht.

Weitere Informationen unter: www.msd-tiergesundheit.de/lawsonia/
Quelle: Intervet Deutschland GmbH

Wie Kühe die Welt erleben und was das für den Umgang mit ihnen bedeutet #EuroTier2021

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Kühe sehen und hören anderes als Menschen. In mancher Hinsicht besser – aber nicht in jeder. Wie die Tiere ihre Umgebung wahrnehmen, sollte jeder Tierhalter wissen und darauf Rücksicht nehmen, wo immer es geht. Benito Weise vom Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Echem hielt, im Rahmen des Fachprogramms der EuroTier 2021, einen sehr interessanten Vortrag über „Sinneswahrnehmung beim Rind“.

Zunächst führte er aus, dass Rinder hohe Frequenzen bis zu 35.000 Hz hören können, für Menschen dagegen bereits bei 19.000 Hz Schluss ist. Hohe Töne gut zu hören ist in freier Wildbahn von Vorteil, weil sie oft mit Gefahren verbunden sind. Warnrufe von Vögeln oder ein Rascheln im Gebüsch, werden als Warnzeichen wahrgenommen. Entsprechend empfindlich reagieren Kühe auf hohe Frequenzen und geraten in Stress, wenn ihnen die Geräusche unbekannt sind. Im Stall können dies quietschende Türen sein oder Metallteile, die aufeinanderschlagen. Pfeifen und Zischen von Wasserleitungen oder Hydraulikventilen, gerne im Zusammenhang mit der Melktechnik. Kann eine Kuh dann, z. B. im Fressgitter, die Quelle solcher Geräusche nicht ermitteln, weil sie den Kopf nicht drehen kann (stereoskopischer Bick!), ist Stress vorprogrammiert. Die Dichte von Leitungen regelmäßig zu prüfen und einfach Türen möglichst geschlossen halten, sei deshalb sehr empfehlenswert, um störende Geräusche zu minimieren.

Um Umgang mit seinen Tieren sollte der Halter immer daran denken, Geräusche, auch wenn sie durch ihn selbst verursacht werden, für die Kuh möglichst interpretierbar zu halten. Die ruhige Ansprache schon aus der Entfernung gibt dem Tier Zeit, das Gefahrenpotential abzuschätzen, bevor die Hand des Bauern auf seinem Rücken landet.

Auch das Sehfeld der Tiere sei wesentlich größer als beim Menschen, führte Benito Weise aus: mit einem über 300 Grad-Sichtfeld, sehen sie nur direkt nach hinten nichts. Allerdings lässt die Sehschärfe beim Rundumblick zu wünschen übrig. Nur nach vorn, in einem Winkel von etwa 70 Grad, ist stereoskopisches Sehen möglich und Tiefenschärfe gegeben. Seitlich und nach hinten ist der Blick unscharf und Bewegungen in der Entfernung für das Tier kaum einzuschätzen. Deshalb wendet eine Kuh jeder Bewegung gleich den Kopf zu.

Auch braucht das Kuh-Auge fünf bis sechsmal länger als das menschliche, um sich veränderten Lichtverhältnissen anzupassen. Schon geschlossene Türen können für einheitlichere Lichtverhältnisse im Stall sorgen. Denn, schaut eine Kuh aus dem relativ dunklen Stall durch eine geöffnete Tür ins Sonnenlicht, sieht sie zunächst mal – nichts. Ihre Augen brauchen einige Sekunden für die Adaption. Den Weg durch den Stall ins Freie kann daher schnell unangenehm werden, insbesondere wenn am Ende etwa der Klauenpflegestand wartet. Sind die Seiten dieses Geräts dann auch noch mit allerlei Technik behangen und so die Rundumsicht behindert, reagiert die Kuh mit Stress.

Deswegen sollte man sich – und der Kuh – Zeit lassen für den Weg zur Klauenpflege. Aber die sollte ja ohnehin nie im Akkord geschehen!

Aufgrund des nachhaltigen Erfolgs: Klauenpflaster Mortella Heal von Dr. Kenndoff jetzt deutlich günstiger

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Zahlreiche Betriebe setzen schon lange auf das Klauenpflaster Mortella Heal von Dr. Kenndoff. Denn Mortella Heal kann Kühen sehr schnell Linderung bei Fußproblemen wie z.B. Mortellaro, Hornspalten, offenen Stellen im Zwischenklauenspalt und selbst bei Tylomen verschaffen.

„Die hervorragende Produktleistung, der hohe Bekanntheitsgrad und die breite Akzeptanz von Mortella Heal machen ganz erhebliche Einsparungen möglich. Diese möchte ich als Dankeschön für das entgegengebrachte Vertrauen in vollem Umfang an meine langjährigen Kunden weitergeben“, erklärt Dr. Jochen Kenndoff.

Deshalb hat Dr. Kenndoff für Bestandskunden zum 1. Januar 2021 die Preise um bis zu 61 % gesenkt:
• 24 Anwendungen der kleinen Größe (72×72 mm) mit allem erforderlichen Fixiermaterial kosten nun netto 224,22 €,
• 12 Pflaster der großen Größe (162×86/50 mm) netto 175,70 €.

Neukunden erhalten für die korrekte Anwendung des Mortella Heal-Pflasters auf ihrem Betrieb eine Einweisung in die Verbandstechnik. Bei anschließender Abnahme von zwei weiteren Sets zum Normalpreis erhalten sie kostenfrei zusätzlich ein Set der großen Größe.

Mit Mortella Heal ist Mortellaro bereits im Ansatz effektiv zu bekämpfen. Profitieren Sie von einer intakten und funktionsfähigen Haut, die sich unter Mortella Heal bilden kann. Mortella Heal: Für bestmöglichen Schutz gegen Mortellaro.

Weitere Informationen und Bestellungen unter: www.dr-kenndoff.eu oder Tel.: 040-79 01 21 10.

Quelle: Dr. Kenndoff

Frühe Impfung von Ferkeln gegen Ebergeruch: Forscherteam mit Göttinger Beteiligung untersucht die Immunokastration

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Forscherinnen und Forscher des Thünen Institutes für Ökologischen Landbau und von der Universität Göttingen haben erstmals eine sehr frühe Impfung bei männlichen Ferkeln erprobt, um Ebergeruch beim Fleischverzehr zu vermeiden. Das Projektteam erhob umfangreiche Daten zu den Auswirkungen auf die Mastleistung, auf die Fleisch- und Fettqualität sowie auf das Verhalten und Wohlbefinden der Tiere. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Animals erschienen.

Insgesamt 109 Schweine wurden in drei Versuchsdurchgängen entweder sehr früh, also in der 3. und 7. Lebenswoche, oder herkömmlich während der Mast in der 12. und 19. Lebenswoche mit Improvac© geimpft. Bei über 90 Prozent der Versuchstiere wurde die Entwicklung von Ebergeruch zuverlässig gehemmt. Die Produktionsleistungen sowie das Verhalten und Wohlbefinden der Tiere unterschieden sich nicht zwischen den beiden Impfverfahren. Bei der Fleisch- und Fettqualität gab es keine nennenswerten Unterschiede zur herkömmlichen Anwendung der Immunokastration während der Mast.

„Die frühe Impfung gegen Ebergeruch lässt sich gut in die jeweiligen Arbeitsabläufe bei ökologischen und konventionellen Ferkelerzeugern integrieren, was vor allem das Handling im Vergleich zum älteren Mastschwein deutlich erleichtert“, erläutert Ralf Bussemas vom Thünen-Institut für Ökologischen Landbau in Trenthorst. „Mit Hilfe dieser bis dato einzigartigen Studie zeigen wir eine Möglichkeit, die Impfung gegen Ebergeruch auch für kleine und mittlere Betriebe umsetzbar zu machen“, ergänzt Dr. Johanna Mörlein vom Department für Nutztierwissenschaften der Universität Göttingen.

Die Ergebnisse verdeutlichten, dass die Immunokastration als nicht-invasive Maßnahme besonders geeignet ist, um bereits im frühen Stadium die Entstehung von Ebergeruch zu beeinflussen, ohne die Ferkel dem Stress einer chirurgischen Kastration auszusetzen. Offen bleibt, ob eine höhere als die im Versuch eingesetzte Impfdosis Geruchsabweichungen vollständig verhindern kann.

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags gefördert.

Quelle: Georg-August-Universität Göttingen

Tiertransporte bedeuten Stress! Kälber sind beim Transport besonders gefährdet

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Die Bundestierärztekammer (BTK) und die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) haben gemeinsam ein Positionspapier erarbeitet, in dem wichtige veterinär- und tierschutzfachliche Forderungen zum Transport von Kälbern formuliert sind.

„Tiertransporte sind immer mit unvermeidbarem Stress für die Tiere verbunden. Gerade bei so jungen Tieren, wie Kälbern, darf das geringe Anpassungsvermögen bei der Bewältigung von Stresssituationen keinesfalls überfordert werden“, sagt Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der BTK. Vor Beginn des Transportes muss die Notwendigkeit eines Transportes gegeben sein, die Transportfähigkeit eines jeden Tieres sorgfältig geprüft werden und das Einhalten der Tierschutzanforderungen sowie die Bedarfsdeckung der Tiere unter den jeweils zu erwartenden Transportbedingungen gewährleistet sein. Das Positionspapier soll eine veterinärfachliche Bewertung zum Transport von Kälbern darlegen. „Gleichzeitig möchten wir auf rechtliche Änderungen hinwirken und bis dahin die Einhaltung ergänzender Mindestanforderungen an den Transport von Kälbern einfordern“, erklärt Andreas Franzky, Vorsitzender der TVT.

Veterinär-/tierschutzfachliche Forderungen sind u. a.:

• Kälber sind bis zum Abschluss der 4. Lebenswoche nicht transportfähig.
• Die Transportdauer nicht abgesetzter/nicht entwöhnter Kälber darf acht Stunden nicht übersteigen.
• Nicht abgesetzte Kälber dürfen vom Herkunftsbestand bis zum endgültigen Bestimmungsort über maximal eine Sammelstelle befördert werden, sie müssen dort bedarfs- und verhaltensgerecht gefüttert und getränkt werden.
• Kälber dürfen erst dann mehr als acht Stunden transportiert werden, wenn sie ihren Bedarf für Erhaltung und Aufbau über Festfutter und Wasser decken können, also frühestens, wenn der Prozess des Absetzens abgeschlossen ist. Kälber dürfen nicht erst für den Transport abgesetzt werden.

Positionspapier zum Transport von Kälbern
Quelle: BTK

THESEO DEUTSCHLAND: Neues und Bewährtes auf der EuroTier Digital 2021!

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Wir sind bereit und freuen uns, Ihnen auf der EuroTier digital einen spannenden Messestand zu präsentieren, der eine Vielzahl von Themen aufgreift, u.a. die folgenden:

ANGEKOMMEN – UNSER NEUER AUFTRITT FÜR THESEO DEUTSCHLAND
Wir präsentieren uns mit einem neuen Auftritt auf der EuroTier Digital. Ab sofort ist THESEO Deutschland mit einem neuen Logo unterwegs und nutzt ein für alle THESEO-Standorte einheitliches Etikettenlayout.

IHR PARTNER IM KAMPF GEGEN ASP UND AVIÄRE INFLUENZA
Wir sind Ihr Partner im AGRAR-Bereich, wenn es um erfolgreiche Hygienekonzepte bzw. um die Steigerung des Wohlbefindens der Tiere geht. Wir stehen für Qualitätsprodukte und können mit unserem Know-how dazu beitragen, die Wirtschaftlichkeit Ihrer Betriebsprozesse zu erhöhen. Denn die Gesundheit Ihrer Tiere liegt uns am Herzen.

TEUFLISCH WIRKSAM: DAS 2-IN-1 – PRODUKT MEFISTO SHOCK
Sie sind der Experte für Ihre Tiere – wir für die Stallhygiene. Gemeinsam können wir erfolgreich sein.

Nutzen Sie unsere attraktive MEFISTO-SHOCK-Frühjahrs-Aktion! Das Produkt verfügt über eine einzigartige, außergewöhnlich vielseitige Wirkung gegen Bakterien, Viren, Pilze, Käfer, Schaben, Milben und Fliegen!

Die Fliegensaison rückt näher – profitieren Sie gerade jetzt vom doppelten Nutzen einer Desinfektion mit MEFISTO SHOCK mit zusätzlicher insektizider Wirkung. Sie vereint gleich zwei Behandlungen in einer Anwendung – das spart Zeit und Geld und ist darüber hinaus äußerst effektiv.

Weitere Informationen gibt es unter www.teuflisch-wirksam.de.

Suchen – Finden – Gewinnen
Nehmen Sie an unserem Such-Gewinnspiel teil und gewinnen Sie mit etwas Glück ein hochwertiges Apple iPad!

Diese Themen und noch viel mehr präsentieren wir Ihnen auf der EuroTier digital und wir freuen uns, Sie auf unserem virtuellen Messestand zu begrüßen.
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Kennzeichnung und Produktinformationen lesen.

Quelle: Theseo Deutschland GmbH

Blütenvielfalt könnte Insektizid-Effekte auf Wildbienen ausgleichen – Studie aus Göttingen und Hohenheim

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Eine höhere Blühpflanzenvielfalt erhöht den Bruterfolg von Wildbienen und könnte helfen, negative Effekte von Insektiziden auszugleichen. Das haben Forschende der Universitäten Göttingen und Hohenheim sowie des Julius-Kühn-Instituts in einem groß angelegten Experiment festgestellt. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Ecology Letters erschienen.

Für ihren Versuch untersuchten die Forschenden, wie erfolgreich sich die ökologisch und ökonomisch bedeutsame Wildbiene Osmia bicornis (Rote Mauerbiene) vermehrte. In mehr als 50 Flugkäfigen wurden die Wildbienen hierbei mit verschieden artenreichen Blühmischungen und insektizid-behandeltem Raps zusammengebracht. Anschließend wurde über mehrere Monate der Reproduktionserfolg der Wildbienen, gemessen an der Zahl ihrer Brut und geschlüpfter Nachkommen, untersucht.

Das Forschungsteam fand heraus, dass sich die Zahl der angelegten Brutzellen der Wildbienen, bei denen artenreiche Blühmischungen verfügbar waren, im Vergleich zu den Tieren, bei denen nur Raps-Monokulturen verfügbar waren, verdoppelte. Der Reproduktionserfolg der Wildbienen, die ihre Nachkommen mit Pollen und Nektar versorgen müssen, erhöhte sich sowohl in Käfigen mit einer großen Blühpflanzenvielfalt als auch durch das Vorhandensein einzelner, besonders wichtiger, Pflanzenarten. War für die Tiere hingegen Raps verfügbar, der mit Clothianidin, einem Insektizid aus der Klasse der Neonicotinoide, gebeizt war, wirkte sich dies negativ auf den Reproduktionserfolg aus. Jedoch trat dieser negative Insektizid-Effekt nur in Käfigen mit Raps-Monokulturen auf, was auf eine Kompensation solcher Effekte in Käfigen mit alternativen Nahrungsressourcen aus artenreichen Blühmischungen schließen lässt.

Die Studie zeigt, dass sowohl die Vielfalt von Blühpflanzen als auch Insektizide die Reproduktion von Wildbienen maßgeblich beeinflussen, wobei eine hohe Blühpflanzenvielfalt die negativen Effekte von Insektiziden ausgleichen könnte. „Eine mögliche Erklärung ist, dass die Bienenlarven weniger Insektiziden ausgesetzt sind, und sie von zusätzlichen Nährstoffen profitieren, wenn ihnen neben Raps auch Pollen anderer Pflanzenarten zur Verfügung steht“, erläutert Felix Klaus, Erstautor der Studie und Doktorand in der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen. „Unsere Ergebnisse betonen die wichtige Rolle von artenreichen Blühressourcen für Wildbienen“, ergänzt Prof. Dr. Ingo Grass, Leiter der Abteilung Ökologie Tropischer Agrarsysteme an der Universität Hohenheim. „Wenn ausreichend diverse Blühressourcen in der Agrarlandschaft vorhanden sind, dann könnte dies den negativen Effekten von Monokulturen und Insektiziden entgegenwirken“, so Prof Dr. Teja Tscharntke, Leiter der Abteilung Agrarökologie an der Universität Göttingen.

Quelle: Georg-August-Universität Göttingen

Kälbergesundheit: Kokzidiendurchfälle in Gruppenbuchten

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Von Dr. Hans-Jürgen Kunz, Institut für Tierzucht und Tierhaltung, Christian-Albrechts-Universität Kiel

Treten Kälberdurchfälle in Gruppenbuchten auf, und wird eine Kotprobe eingeschickt, um den Erreger bestimmen zu lassen, werden nicht selten Kokzidien gefunden, zu denen verschiedene Eimerienarten gehören. Eimerien gehören ebenso wie die Kryptosporidien zu den einzelligen Endoparasiten. Es gibt jedoch wesentliche Unterscheidungsmerkmale zwischen beiden Durchfallerregern, die sehr wichtig bei der Bekämpfung und eventuell der Behandlung solcher Kälberdurchfälle sind.

Nicht alle der Eimerienarten, die bei Rindern nachgewiesen werden können, lösen auch Durchfälle aus. Zu starken, bis hin zu wässrigen und blutigen Durchfällen kann es kommen, wenn Eimeria bovis oder auch Eimeria zuernii am Durchfallgeschehen beteiligt sind. Um genau zu wissen, welcher Erreger den Durchfall auslöst, sollte auf jeden Fall ein Erregernachweis durchgeführt werden.

Besonderheiten der Eimerien
Bei Kälbern bzw. Jungrindern sind drei Eimerienarten bekannt, die für besonders starke Durchfälle verantwortlich sein können. Es sind die bereits genannten Arten Eimeria bovis und Eimeria zuernii, die in Ställen auftreten und deren Oozysten in feuchter und warmer Umgebung besonders lange überlebensfähig sind sowie Eimeria alabamensis, ein Endoparasit, der hauptsächlich auf der Weide übertragen wird und dort auch überwintert.

Die Vermehrung der Eimerien findet in der Darmschleimhaut statt, nachdem die Kälber sporulierte Oozysten aufgenommen haben. Bei einer feuchtwarmen Umgebung im Stall dauert die Sporulation etwa zwei bis drei Tage. Im Darm der Kälber werden aus den Oozysten Sporozoiten freigesetzt, die sich anschließend in der Darmwand einnisten. Dort beginnen sie nach einer sechs bis sieben Tage dauernden Reifung mit der ersten Teilung. Die Reifung dieses zweiten Stadiums zu reifen Meronten benötigt etwa eine Zeitspanne von 14 bis 18 Tagen. Anschließend vollziehen sich dann in kurzer Zeit im Blind- und im Dickdarm eine weitere ungeschlechtliche Teilung sowie eine abschließende Teilung, bei der männliche und weibliche Zellen entstehen, die sich am Ende wiederum zu einer neuen Oozyste vereinigen und über den Kot ausgeschieden werden.

Eimerien oder Kryptosporidien?
Wichtig ist es, Durchfälle, die durch Eimerien entstanden sind, von denen, die durch Kryptosporidien verursacht werden, zu unterscheiden. Zunächst scheint das sehr einfach zu sein. Die Zeitspanne von der Oozysten-Aufnahme bis zum Krankheitsausbruch, also den ersten Durchfällen, ist bei Kryptosporidieninfektionen deutlich kürzer als bei Eimeriosen (Kokzidiosen). Kryptosporidiendurchfälle treten in der Regel am Ende der ersten bis zur dritten Lebenswoche auf, manchmal auch darüber hinaus. Das heißt, von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit können eventuell nur drei bis fünf Tage vergehen. Bei einer Eimeriose ist diese Zeitspanne, wie zuvor beschrieben, deutlich länger. Das ist auch der Grund dafür, dass diese Durchfälle frühestens nach der dritten Lebenswoche auftreten.

Auch aus diesem Grund sollte bei einem Durchfallgeschehen im Kälberbestand immer ein Erregernachweis durchgeführt werden. Der Nachweis kann bei Kryptosporidien mithilfe eines Schnelltests auf der Basis einer Antigen-Antikörperreaktion direkt im Stall vorgenommen werden. Bei einem Eimeriendurchfall ist zu empfehlen, Kotproben in einem dafür zertifizierten Labor untersuchen zu lassen, um den oder die Erreger zu identifizieren. In Schleswig-Holstein können solche Proben in das Landeslabor in 24537 Neumünster, Max-Eyth-Straße, eingeschickt werden, hier erfolgt bei Eimerien eine mikroskopische Untersuchung.

Prophylaxe im Stall
Das Vorhandensein von Eimerien führt nicht zwangsweise zu einem Durchfallgeschehen, auch dann nicht, wenn Eimeria bovis oder Eimeria zuernii beteiligt sind. Bei einem geringen Infektionsdruck sind die Kälber sehr wohl in der Lage, eine stabile Immunität gegen die vorhandenen Eimerienarten aufzubauen. Je größer jedoch der Infektionsdruck ist, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die eigene Immunabwehr eine massive Vermehrung der aufgenommenen Endoparasiten nicht mehr verhindern kann und es zu Durchfällen kommt.


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Neu von Boehringer Ingelheim: FreVAX (TM) – ein innovatives nadelfreies Impfgerät für Ferkel

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Boehringer Ingelheim hat gemeinsam mit der Henke-Sass, Wolf GmbH ein innovatives nadelfreies Impfgerät für Ferkel entwickelt. Das Besondere ist, dass FreVAX intramuskulär impft. Per Federkraft werden die Impfstoffe in der üblichen Dosis von 1 oder 2 ml in den Muskel appliziert – ohne Rückstoß. Das macht FreVAX kompatibel mit den bewährten ölfreien Ferkelimpfstoffen von Boehringer Ingelheim gegen PCV2, M. hyo und PRRS. Diese können ab sofort auch nadelfrei verabreicht werden.

FreVAX ist ein akkubetriebenes Handgerät zur Impfung von Schweinen vom Absetzen bis zum Ende der Aufzucht. Die innovative Technik ist einfach zu bedienen. Leise und schonend zum Tier unterstützt FreVAX das Tierwohl. Nadelfreies Impfen reduziert die Erregerübertragung (1) und verbessert die Impfhygiene. Tierärzte und Landwirte profitieren bei FreVAX von intelligenten Sensoren und LED-Signalen, die dem Bediener eine deutliche optische Rückmeldung über die verabreichte Impfdosis geben. So behält der Anwender den Überblick, ob jedes Tier die volle Impfdosis erhalten hat. Auch lassen sich optional Warnsignale einschalten, die auf den bevorstehenden Wechsel einer Impfstoffflasche aufmerksam machen. Via Bluetooth werden die Daten zur Impfqualität in die FreVAX-App übertragen und können auf dem Smartphone ausgewertet werden. Der technische Geräteservice sowie Softwareupdates sind durch den Anwender einfach und eigenständig vor Ort durchführbar. Ein Einsenden zum Hersteller ist zu diesem Zweck nicht notwendig. Das spart enorm viel Zeit.

Tierärzte erhalten FreVAX ab Januar 2021 bei Boehringer Ingelheim.

Weitere Informationen unter frevax-nadelfrei.de

Literatur:
(1) Baker et al. 2012: Evaluation of needle-free injection device to prevent hematogenous transmission of porcine reproductive and respiratory syndrome virus. J. Swine Health Prod., 20, 123-8.

Quelle: Boehringer Ingelheim

Neu von Boehringer Ingelheim: Der blaue interne Zitzenversiegler

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Die bewährte Formel des Zitzenversieglers von Boehringer Ingelheim – jetzt ergänzt mit blauer Lebensmittelfarbe – für mehr Sichtbarkeit und Sicherheit in der Anwendung. Hierdurch sind Versieglerreste beim Ausmelken deutlich zu erkennen und lassen sich von Milch oder Mastitisflocken sicher unterscheiden. So wird die richtige Handhabung und das vollständige Ausmelken unterstützt.

Der Zitzenversiegler ist für Rinder (Milchkühe) zur intramammären Anwendung zum Zeitpunkt des Trockenstellens zugelassen, mit null Tagen Wartezeit auf essbare Gewebe und Milch. Eine Aufnahme durch das Kalb – im Kolostrum oder durch Saugen am Euter – ist unbedenklich.

Studien haben gezeigt, dass bei Kühen, die mit höherer Milchmenge trockengestellt wurden, langsamere Zitzenverschlusszeiten feststellbar1 sind. Eine Woche nach dem Trockenstellen hatten 47 % der Zitzen keinen Kreatinpfropf ausgebildet, sechs Wochen nach dem Trockenstellen blieben immer noch 23 % offen (1). Zitzenversiegler schützen das Euter vor Neuinfektionen während der Trockenstehzeit – Experten empfehlen deswegen die Anwendung bei jeder Kuh zum Trockenstellen (2).

Angeboten wird der blaue Zitzenversiegler in den Handelsformen 20 und 120 Injektoren – mit der FlexiCap und ergonomischem Stempel für eine schonende und bequeme Applikation und dem bewährten großen Hygienetuch für jede Zitze. Fragen Sie Ihren Tierarzt.

(1) Dingwell RT et al. (2004, Prev. Vet. Med. 63, 75-89.
(2) Bradley A et al. (2018), Vet Rec. 182(22):637.

Quelle: Boehringer Ingelheim

Mit der Hundepfeife Ferkelverluste senken

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Im Abferkelstall des dänischen Hofes Stovgaard bei Sønderborg werden Schweine mit der Hundepfeife zur Fütterung gerufen. Beigebracht hat ihnen das Anders Peter Andersen, seines Zeichens Schweineproduktionsberater. Bevor die Futterzuteilung ausgelöst wird, ertönt immer die Hundepfeife. Die Schweine wissen nach nur achttägigem Training genau, wann es ans Futtern geht und erheben sich.

So wird auch die Überwachung des Abferkelns erleichtert – weil die 1.500 Sauen des Betriebes aufs Pfeif-Kommando aufstehen. Denn: „das erleichtert die Betreuung und senkt die Sterblichkeit“, verrät Anders Peter Andersen.

Original-Meldung des Dänischer Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft

Anmerkung: Vielleicht sollten die Tierbetreuer im Abferkelstall auch immer Leckerlis in der Tasche haben, damit der Pawlow-Reflex der Sauen erhalten bleibt.