Zeitsparend und präzise: Wie Technik die Lahmheitserkennung erleichtern kann

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Lahmheit bei Milchkühen ist eine bedeutende Produktionskrankheit. Die frühe Erkennung von lahmen Tieren vermeidet unnötige Schmerzen bei den betroffenen Tieren. Wie automatische Systeme helfen können, lahme Kühe zu erkennen, das weiß Dr. Isabella Lorenzini. Sie ist Tierärztin sowie Projektmanagerin bei DigiMilch an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Grub bei München und beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der automatischen Erkennung von Lahmheit mithilfe von Verhaltens- und Leistungsparametern.

Frau Dr. Lorenzini, wie stellt sich die Situation rund um die Lahmheit bei Kühen derzeit in Deutschland dar?
Die letzte groß angelegte Studie mit belastbaren Daten ist die von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Freien Universität Berlin und Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführte PraeRi-Studie. Dort wurde auch das Vorkommen von Lahmheiten auf Betrieben in Nord-, Ost- und Süddeutschland erfasst. Deren Anteil lag zwischen 25 und 38 % je nach Region in Deutschland. Das deckt sich mit den Angaben aus anderen europäischen und deutschen Studien der letzten Jahre, die besagen, dass ca. 25 bis 45 % der Kühe lahm sind. Lahmheit ist also definitiv noch ein Problem.

Was sind die Gründe für die hohe Lahmheitsprävalenz?
Das Problem liegt vor allem darin, dass die Lahmheit sehr schwer zu erkennen ist. Kühe sind Beutetiere und verstecken ihre Schmerzen so lange es geht, um nicht durch Schwäche aufzufallen. Das macht es nicht einfacher und wenn sie tatsächlich sichtbar lahm gehen, dann kann man davon ausgehen, dass das Problem schon länger besteht. Außerdem erhöht die steigende Tierzahl pro Betrieb die Arbeitslast für die Landwirte. Sie nennen mangelnde Zeit für die Einzeltierbeobachtung als einen der Hauptgründe für die hohe Lahmheitsprävalenz auf den eigenen Betrieben. Hinzu kommt, dass wenn man ein größeres Lahmheitsproblem in der Herde hat, es mit einer Behandlung ja nicht getan ist. Es muss auch nach den Ursachen gesucht und gegebenenfalls auch einiges im Management umgestellt werden. Überbelegung, Laufgangbeschaffenheit und -hygiene oder Liegeboxenhygiene sind oft ein Problem, sowie auch die falsche Anwendung von Klauenbädern. Diese Situation ist für viele Landwirte sehr frustrierend. Sie versuchen alles richtig zu machen und wissen häufig nicht, wo sie ansetzen können, um die Lahmheitssituation zu verbessern.

Hat die Lahmheit auch wirtschaftliche Folgen für den Betrieb?
Ja, natürlich, nicht ohne Grund gibt es den Spruch: Die Klauen tragen die Milch. Viele Studien beschäftigten sich schon mit den Kosten einer Lahmheit, es gibt direkte und indirekte Kosten, die Berechnung ist sehr komplex. Wir wissen auf jeden Fall, dass die Milchleistung bei lahmen Kühen abnimmt, nicht nur bei akuter Lahmheit, sondern auch als schleichender Prozess über Monate. Bei chronischer Lahmheit schon ab der ersten Laktation wissen wir, dass diese Tiere niemals ihr volles Milchleistungspotential ausschöpfen können. Lahmheit ist tatsächlich auch ein bedeutender Grund für vorzeitige Kuhabgänge, er belegt in Bayern aktuell den dritten Platz, wobei wir davon ausgehen, dass die Zahl auch noch höher sein könnte, da oft auch „sonstige Gründe“ für Abgänge angekreuzt wird.

Kann die Technik helfen, lahme Kühe früher zu erkennen?


Zuerst erschienen im zweimonatlichen Hoftierarzt E-Magazin 2/2024. Zum kostenfreien Abo bitte einfach hier anmelden und dann den Link in der Bestätigungs-Mail anklicken. Anschließend den Artikel in der letzten Ausgabe weiterlesen:

 

Erhöhtes Übertragungsrisiko durch Mücken / derzeit kein wirksamer Impfstoff aufgrund eines Herstellerrückrufs

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Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) weist Tierhalter*innen auf die aktuell beginnende erhöhte Gefahr der Blauzungenkrankheit hin: Zwischen Mai und Oktober wird das Risiko der Übertragung des Virus der Blauzungenkrankheit durch Gnitzen (kleine blutsaugende Mücken) als hoch eingeschätzt. Darüber hinaus steht derzeit kein Impfstoff zur Verfügung.

Den einzig sicheren Schutz der Tiere gegen das Virus der Blauzungenkrankheit bietet eine Impfung. Sie sollte bis zum Beginn der Hauptflugzeit der übertragenden Gnitzen abgeschlossen sein. Ein seit kurzem angewendeter autogener Impfstoff gegen das Blauzungenvirus Serotyp 3 (BTV-3) wurde von der Herstellerfirma Ende April allerdings zurückgerufen, sodass die Anwendung der autogenen BTV-3-Vakzine im Moment nicht möglich ist. Weitere Impfstoffe stehen derzeit in Niedersachsen nicht zur Verfügung.

Sobald ein Impfstoff wieder zur Verfügung steht, wird das ML die betreffenden Verbände und Landkreise darüber informieren. Bereits mit dem autogenen Impfstoff geimpfte Tiere sollten sowohl durch die Tierhalter*in als auch durch die bestandbetreuenden Tierärzt*innen beobachtet werden. Im Falle von Erkrankungen ist von einer Verbringung abzusehen. Über das weitere Vorgehen informieren die zuständige Veterinärbehörde und der Impfstoffhersteller.

Risiko für Infektionen mit BTV-3 steigt mit Beginn der Gnitzenaktivität
Bereits nach der Feststellung der Seuche in den Niederlanden im vergangenen Herbst hatte das ML die zuständigen Behörden bezüglich des Auftretens der in Deutschland anzeigepflichtigen Tierseuche sensibilisiert. Auch Tierhalter*innen und Tierärzt*innen vor Ort sind spätestens seit dem ersten in Niedersachsen aufgetretenen Fall im vergangenen Oktober (LK Ammerland) äußerst wachsam. Zuvor waren in Niedersachsen seit 2009 keine Fälle von Blauzungenkrankheit mehr aufgetreten. Auf Menschen ist die Krankheit nicht übertragbar – auch nicht durch den Konsum von tierischen Produkten. Bei Wiederkäuern, vor allem bei Schafen und auch Rindern kann die Blauzungenkrankheit jedoch zu erheblichen Krankheitserscheinungen und Verlusten führen.

Hintergrund:
Laut einer qualitativen Risikobewertung des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) wird die Gefahr der Virusübertragung auf empfängliche Tiere wie Schafe, aber auch Rinder zwischen Mai und Oktober als besonders hoch eingeschätzt. Für das Virus empfänglich sind auch Ziegen sowie Neuweltkameliden wie Alpakas und Wildwiederkäuer. Auch durch das Verbringen infizierter Tiere kann sich das Virus ausbreiten. Daher gelten für die Bestände in Niedersachsen, sowie in anderen von BTV-3 betroffenen Ländern, strengere Regeln wie eine verpflichtende PCR-Testung oder eine Behandlung mit mückenabweisenden Mitteln bei einer Verbringung in BTV-freie Gebiete. Seit dem ersten Ausbruchsfall am 25. Oktober 2023 im Landkreis Ammerland wurden bislang insgesamt 40 Feststellungen bei Schafen und Rindern aus elf Landkreisen in Niedersachsen gemeldet (Stand 6. Mai 2024).

Webseite Tierseuchen-Info des LAVES:
https://tierseucheninfo.niedersachsen.de/startseite/anzeigepflichtige_tierseuchen/klauentiere/blauzungenkrankheit/blauzungenkrankheit-21712.html

Risikobewertung des FLI:
https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00058523/BTV_Risikobewertung_2024-04-12-bf.pdf

Informationen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin am FLI:
https://stiko-vet.fli.de/de/aktuelles/einzelansicht/blauzungenkrankheit-anwendung-des-autogenen-btv-3-impfstoffs-derzeit-nicht-moeglich/

https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00058512/Hinweise-Einsatz-autogener-BTV3-Impfstoffe.pdf

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

E-Magazin „Der Hoftierarzt“ 2/2024 steht zum kostenfreien Abruf bereit

Liebe Leserinnen und Leser!

„Der Hoftierarzt“ Ausgabe 2/2024 steht für Sie zum Abruf bereit und bietet folgende Themen:

• Interview: Zeitsparend und präzise: Wie Technik die Lahmheitserkennung erleichtern kann

• Haptoglobingehalt in Milch gibt Hinweis auf kranke Kühe

• Kryptosporidien-Impstoff zum Schutz von Kälbern

• Mit FullCount Sensor Zellgehalte überwachen

• Trockenstellen: Angst vor Neuinfektionen ist groß

• VIDA Fluxx® Ferkelfutter

• VILOFOSS® Kälberwohl – Leckmasse für Kälber

• Fütterungsstrategien zur Reduzierung von Coli-Durchfall bei Absetzferkeln

• Wie kann Qualität und Menge des Sauenkolostrums gesteigert werden?

• Strategien zur Minimierung von Kümmerern

• A-Hytten Rundbogenhallen

• MaxiGrip 4.0: Update für den Laufgangboden

Schwerpunk Geflügel:
• Biofilme im Tränkwassersystem reduzieren

• Frühe Fütterung hochverfügbarer Kohlenhydratquelle positiv für späteres Wachstum

• Geflügelpest: Erstmals Wiederkäuer betroffen

• Nachimpfung von gemauserten Elterntieren für die Hähnchenmast empfohlen

• Stressoren spielen große Rolle für die Schwarzkopfkrankheit bei Puten

Das Tiergesundheits-Magazin für Nutztierhalter erscheint alle zwei Monate im praktischen PDF-Format. Jetzt 1 x registrieren, 1 x in der Bestätigungs-Mail klicken und dann gleich kostenfrei downloaden und lesen!

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Abschlussveranstaltung der Vernetzungs- und Transfermaßnahme DigiTier

DigiTier begleitet 13 innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Digitalisierung in der Nutztierhaltung, die über das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert werden. Durch Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit wird der Wissenstransfer zwischen Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, landwirtschaftlicher Praxis und Politik unterstützt.

Weitere Infos zu den Projekten und DigiTier finden Sie hier.

Bei unserem feierlichen Abschluss in Berlin, möchten wir Ihnen die Ergebnisse der Projekte und unserer Vernetzungsaktivitäten vorstellen. Es erwartet Sie ein abwechslungsreiches Programm mit inspirierenden Reden, einer lebhaften Podiumsdiskussion, einer interaktiven Projektausstellung und kulinarischen Genüssen.

Für die Veranstaltung stehen limitierte Plätze zur Verfügung und Anmeldungen werden daher nach dem First-Come-First-Serve-Prinzip bedient.

DigiTier Abschlussveranstaltung
Datum: Mittwoch, 05.06.2024
Uhrzeit: 14:30 – 21:00 Uhr, Registrierung ab 13:30 Uhr
Ort: Hotel AMANO East Side, Stralauer Pl. 30-31, 10243 Berlin
Kosten: kostenfrei
Link zur Anmeldung

Speaker:

MinDir Prof. Dr. Dr. Markus Schick– Leitung Abteilung 3 „Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit“ im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Michaela Filipini– Leitung Abteilung 3 „Förderung, Forschung, Innovation und Nachhaltigkeit“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Hendrik Haase – Autor, Designer und Food-Blogger

Herzstück der Veranstaltung ist eine Ausstellung der 13 über die Bekanntmachung zur Digitalisierung in der Nutztierhaltung geförderten Projekte. An interaktiven Ständen haben Sie die Möglichkeit, sich über die neuesten digitalen Entwicklungen für Stall, Weide und Aquakultur zu informieren. Beim anschließenden Get-Together mit Finger Food und Drinks besteht die Gelegenheit den Austausch weiter zu vertiefen.

innoMOO übernimmt Vertrieb von Pectolit® für Deutschland

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Die Firma innoMOO, Spezialist für das Gesundheitstracking bei Kühen, übernimmt seit dem 1. April 2024 den Vertrieb von Pectolit® für Deutschland. Pectolit® ist ein Ergänzungsfuttermittel für Kälber und kann schon in den ersten Lebenstagen verabreicht werden. Die durchdachte Zusammensetzung ist rein pflanzlich und fördert mit Elektrolyten, Vitaminen, Spurenelementen und Molke sowie Probiotika, Leinsamen und Apfelfasern die Darmgesundheit. Davon profitieren Kälber in jeder Lebensphase: direkt nach der Geburt, bei Aufzucht- und bei Mastbeginn oder auch beim Übergang von Kolostrum zu Milch oder Milchpulver, denn das Ergänzungsfuttermittel beugt Verdauungsproblemen vor.

Auch bei akutem Durchfall hilft Pectolit® dem Kalb schnell. Durch den angenehmen Geschmack nimmt das kranke Kalb die angerührte Mahlzeit sofort auf und erhält schnell lebensnotwendige Elektrolyte und Flüssigkeit. Mit Hilfe der ausgewogenen Inhaltsstoffe beruhigt sich der Darm, die peristaltischen Bewegungen verlangsamen sich und es verringern sich damit die Schmerzen. Das enthaltende Bentonit, eine Tonerde, bindet schädliche Toxine und hilft, die Krankheitserreger aus dem Darm zu entfernen. Und ganz wichtig: Anders als bei vielen vergleichbaren Produkten ernährt Pectolit® das Kalb durch Glucose, Fett und Proteine wie mit einer richtigen Mahlzeit. Das Tier nimmt in dem Anwendungszeitraum von Pectolit® nicht ab, was zu einer schnellen Genesung beiträgt.

Die Dosis bei Durchfall beträgt 100 g in 2 Liter 40°C warmen Wassers zu jeder Mahlzeit. Die Anwendung sollte so lange erfolgen, bis das Kalb wieder gesund ist. Das Pulver ist gut löslich in Wasser und Milch. Abgepackt in praktischen 3 kg und 9 kg Eimern ist es nach Anbruch 18 Monate haltbar. Pectolit® ist nicht verschreibungspflichtig.

 

 

Weitere Informationen unter:
innoMOO GmbH – Gesundheitstracking für Kühe
Lothar Weber
Telefon: + 49 176 43502811
E-Mai: lothar.weber@innoMOO.de
www.innoMOO.de

Unternehmensinformation
innoMOO GmbH – Gesundheitstracking für Kühe
Das Unternehmen wurde im August 2022 gegründet, um innovative Produkte für Milchviehbetriebe auf den deutschen Markt zu bringen. Die Produktpalette umfasst Sensortechniken für Kühe, kleine Wiederkäuer und spezielle Futterkomponenten für kleine und große Wiederkäuer.

innoMOO ist exklusiver ENGS-Vertriebspartner. ENGS ist seit vielen Jahren Spezialist auf dem Gebiet der Kuhortung und Gesundheitsüberwachung von Kühen. ENGS-Produkte und jetzt auch Pectolit® werden in Deutschland ausschließlich über die innoMOO GmbH vertrieben.

Im Fokus des Unternehmens stehen innovativ denkende Tierärzte und Landwirte. InnoMOO steht für persönliche Beratung sowie technisches und wissenschaftliches Know-how.

Kontakt Unternehmen
innoMOO GmbH – Gesundheitstracking für Kühe
Lothar Weber
In der Au 7
53577 Neustadt (Wied)
Telefon: + 49 176 43502811
E-Mai: lothar.weber@innoMOO.de
www.innoMOO.de

Extensive Beweidung: gut für die lokale Biodiversität, aber herausfordernd für Landnutzer

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Ein Forschungsteam unter Leitung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), der Universität Leipzig und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) hat untersucht, mit welcher Motivation Landnutzer in Europa eine extensive Beweidung betreiben und welchen Herausforderungen sie gegenüberstehen. Die Ergebnisse der Befragungen wurden im Fachmagazin Land Use Policy veröffentlicht. Sie zeigen, dass flexiblere Förderbedingungen zu einer Verbesserung beitragen könnten.

Die Beweidung durch Haus- und Wildtiere prägt Landschaften in ganz Europa. Sie trägt zu verschiedenen Ökosystemleistungen bei, etwa zur Bereitstellung von Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten oder zum Schutz vor Überschwemmungen. Extensive Weidesysteme mit einer geringeren Dichte an Tieren und mit einer minimalen, gezielten Nutzung von Entwurmungsmitteln und anderen Behandlungen bieten lokal Vorteile für den Schutz der biologischen Vielfalt und für verschiedene Ökosystemleistungen. Doch angesichts der Herausforderungen, die diese Form der Bewirtschaftung birgt, nimmt die Zahl der Landnutzer, die eine extensive Beweidung betreiben, ständig ab. Ein Forschungsteam unter der Leitung von iDiv, UL und UFZ hat genau diese Herausforderungen und mögliche Interventionen in acht europäischen Fallstudien untersucht. Zwischen 2019 und 2021 führten sie 74 Interviews mit Landwirten, Landeigentümern, Viehhaltern und Managern eines Renaturierungsgebietes, das von Wildpferden und halbwilden Rindern beweidet wird.

Landnutzer sind auf Subventionen angewiesen, aber Geld ist nicht alles
In den Interviews wollten die Forscherinnen und Forscher mehr über die Beweggründe und Herausforderungen der Landnutzer erfahren, die sich für eine extensive Beweidung einsetzen – und das, obwohl wirtschaftliche Überlegungen immer wichtiger werden. Denn die Einnahmen durch die Bewirtschaftung der Flächen reichen nicht mehr aus, um die steigenden Kosten für Ausrüstung, Pacht und Steuern zu decken.

„Geld ist nicht alles. Viele der von uns befragten Landnutzer haben sich für diese Art des Weidemanagements entschieden, weil sie es für gut halten, und nicht aus einer wirtschaftlichen Motivation heraus“, sagt Erstautorin Dr. Julia Rouet-Leduc. Rouet-Leduc leitete das Projekt als Doktorandin bei iDiv und an der UL und forscht mittlerweile am Stockholm Resilience Centre. Die Sorge um die Natur sei für die Landnutzer ein durchaus wichtiger Aspekt, und in einigen Fällen auch der Wunsch, traditionelle landwirtschaftliche Praktiken beizubehalten.

Dies bestätigte auch ein Landnutzer, der in Galizien (Spanien) mit wilden Ponys arbeitet: „Der Hauptgrund, weshalb dieses System überhaupt noch aufrechterhalten wird, ist, dass die Leute … die Ponys lieben; sie haben das Pferdefieber, und die Tradition ist tief in ihren Herzen verankert.“

Die Forscherinnen und Forscher fanden heraus, dass viele Landnutzer mit Regeln und Vorschriften zu kämpfen haben, die mit einem extensiven Weidemanagement unvereinbar scheinen. Als hinderlich empfunden wurden beispielsweise Vorschriften zur Kennzeichnung des Viehs – eine sehr schwierige Aufgabe, wenn die Tiere auf großen Flächen frei weiden dürfen. Nach Ansicht der Landnutzer behinderten die geltenden politischen Maßnahmen, insbesondere die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Kommission (GAP), naturnahe und nachhaltige Praktiken. Ein Landnutzer in Rumänien beschrieb, dass die Landwirte alle Sträucher von ihren Weiden entfernen müssten, da sie sonst keine Subventionen erhielten oder ihnen sogar Bußgelder auferlegt wurden. Diese Sträucher erfüllen jedoch innerhalb des Ökosystems wichtige Funktionen, indem sie beispielsweise im Sommer Schatten spenden und im Winter für das Vieh eine zusätzliche Nahrungsquelle darstellen. Im Allgemeinen wurde die GAP als zu restriktiv empfunden, und viele Landnutzer beantragten lieber gar keine Subventionen. „Indem wir keine Beihilfen beantragen, können wir wirklich frei entscheiden, was für das lokale Ökosystem am besten ist“, erklärte ein belgischer Landnutzer.

Landflucht gefährdet traditionelle Jobs
Die Interviews zeigten auch, dass viele Landnutzer mit den sozioökonomischen Veränderungen auf dem Land zu kämpfen haben. Die Landflucht führt zu einem Mangel an Arbeitskräften, während körperliche Arbeit nach wie vor unersetzbar ist, insbesondere bei der Arbeit mit Rindern und Pferden. „Die nächste Generation will nicht in der Landwirtschaft arbeiten, weil es zu hart ist, zu viel Arbeit“, sagte ein Landnutzer aus Litauen. „Sie wandern lieber aus und suchen sich einen Job, der weniger anstrengend ist.“

„Die GAP könnte Landwirtschaftsflächen mit hohem Naturwert stärken und Anreize für Landwirte schaffen, um extensive Weidesysteme zu erhalten oder wiederherzustellen“, meint Seniorautor Dr. Guy Pe’er, der am UFZ und bei iDiv forscht. „Es liegt nicht daran, dass kein Budget da ist. Sondern eher am mangelnden Ehrgeiz, eine nachhaltige Landwirtschaft zu unterstützen.“

Mehr Flexibilität und besserer Zugang zu Märkten
Auf Basis der Interviews leitete das Forschungsteam mögliche Maßnahmen zur Förderung extensiver Beweidungspraktiken ab. „Was wir brauchen, ist mehr Flexibilität für die Landnutzer“, findet Rouet-Leduc. „Die derzeitige Politik fördert solche Praktiken größtenteils nicht und bietet vor allem keine gleichen Wettbewerbsbedingungen.“ Die GAP der EU biete zwar wichtige wirtschaftliche Unterstützung, fördere aber mit problematischen Anforderungen auch eine kontraproduktive Bewirtschaftung. Zusätzliche finanzielle Anreize könnten die Unterstützung für ein extensives Weidemanagement verbessern, so die Autoren der Studie. Vor allem in Gebieten, in denen Land aufgegeben wurde, böten sich viele Möglichkeiten für ein Rewilding mit großen Pflanzenfressern, die verschiedene Ökosystemleistungen erbringen. Aber auch das sei ohne Flexibilität nicht möglich, denn die Unterschiede zur Bewirtschaftung mit domestizierten Tieren seien erheblich.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler empfehlen außerdem eine bessere Kennzeichnung und Zertifizierung von umweltfreundlicher Beweidung, um die öffentliche Unterstützung zu erhöhen und die Entwicklung von Märkten für solche Produkte zu fördern. Einige der befragten Landnutzer waren zudem der Ansicht, dass der Marktzugang durch die Förderung der Direktvermarktung verbessert werden könnte, beispielsweise über Hofläden.

„Es gibt definitiv echte Herausforderungen für die Landwirte, die nicht leicht zu bewältigen sind“, meint Pe’er mit Blick auf die anhaltenden Bauerndemonstrationen. „Aber die Abschaffung von Umweltstandards wird den Landnutzern nicht helfen. Sie brauchen ein Paket aus Maßnahmen, das eine ehrgeizige GAP-Reform umfasst, die Landwirte unterstützt, die nachhaltiger wirtschaften; ein Gesetz zur Wiederherstellung der Natur, um die Standards für gute Bewirtschaftung zu verbessern; und einen Rahmen für nachhaltige Lebensmittelsysteme, um die Marktoptionen für eine nachhaltige Landwirtschaft zu verbessern.“

Diese Studie wurde unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG; FZT-118) und im Rahmen von GRAZELIFE, einem LIFE-Vorbereitungsprojekt im Auftrag der Europäischen Kommission zur Bewertung der Auswirkungen verschiedener Beweidungssysteme auf die Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen (LIFE18PRE/NL002), gefördert.

Quelle: Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Für stärkere Synergien zwischen Bienen und Landwirtschaft auf strategisch ausgerichtete Forschung setzen

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Eine Workshop-Konferenz der DAFA beleuchtete den Fortschritt der Forschung zur Verbesserung der Synergien zwischen Bienen (Wildbienen – dazu gehören auch Hummeln – und Honigbienen) und Landwirtschaft). Zukünftige Forschung und Forschungsförderung sollte stärker auf gemeinsames Lernen von Forschung und Praxis setzen sowie betriebswirtschaftliche Aspekte, Zusammenhänge auf Landschaftsebene und subletalen Stress auf Bienen untersuchen.

Zur Verbesserung der Synergien zwischen Bienen und Landwirtschaft empfiehlt die 2020 veröffentlichte Forschungsstrategie der DAFA spezifische Forschungsaufgaben in mehreren Handlungsfeldern.

Zur Nachverfolgung der Strategie beleuchteten im Januar 2024 auf einer Konferenz über achtzig Personen aus Forschung, Landwirtschaft, Imkerei, Verwaltung und Verbänden den erzielten Fortschritt. Die Diskussionen zeigten, dass die Forschung zu Synergien zwischen Bienen und Landwirtschaft wichtige Ergebnisse hervorgebracht hat. Die Umsetzung in die breite landwirtschaftliche und imkerliche Praxis ist verständlicherweise zeitlich verzögert. Deshalb schlagen die Organisatoren als Fazit aus der Konferenz vor, dass Forschungsförderer und Forschende in Zukunft stärker auf Folgendes achten sollten:

• Beim Forschungsdesign stärker auf gemeinsames Lernen von Forschung, imkerlicher und landwirtschaftlicher Praxis und Naturschutz setzen

• Pflanzenbauliche Maßnahmen ökonomisch und ökologisch bewerten

• Wirkungen auch auf Landschaftsebene untersuchen

• Subletale Effekte auf die Vitalität von Wild- und Honigbienen untersuchen

• Forschung und deren Ergebnisse übergeordnet steuern, auswerten und präsentieren

• Die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU praxistauglich und bienenfördernd gestalten

Damit Forschungsförderung und öffentlich geförderte Forschung auf Ergebnisse und neue Herausforderungen angemessen reagieren kann, sollte eine kritische Betrachtung der Forschungslandschaft nach fünf Jahren wiederholt werden.

Die DAFA ist eine Gemeinschaftsinitiative der deutschen Agrar- und Ernährungsforschung. Ihr gehören über 60 deutsche Universitäten, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Bundes- und Landesforschungs-institute an. Das Netzwerk bündelt die Kompetenzen der deutschen Agrarforschung und adressiert landwirtschaftlich und gesellschaftlich relevante Fragestellungen. Wir verfolgen das Ziel, die Leistungsfähigkeit sowie die internationale Sichtbarkeit der deutschen Agrarforschung zu verbessern.

Quelle: Deutsche Agrarforschungsallianz (DAFA)

Tiergesundheit und Tierwohl im Fokus: BfR beteiligt sich an Europäischer Forschungspartnerschaft

Infektionskrankheiten bei Tieren besser bekämpfen und zum Tierwohl beitragen – das ist das Ziel der Anfang des Jahres 2024 ins Leben gerufenen Europäischen Partnerschaft für Tiergesundheit und Tierwohl (The European Partnership on Animal Health and Welfare, kurz EUP AH&W). Das auf sieben Jahre ausgelegte Projekt soll innovative Forschungsprojekte fördern und die Zusammenarbeit zwischen relevanten Akteuren erleichtern. Beteiligt sind 56 Forschungseinrichtungen und 30 Förderorganisationen aus 24 EU- und Nicht-EU-Ländern, darunter auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). „Diese Partnerschaft ist wichtig für das Wohlergehen der Tiere – und das der Menschen“, sagt BfR-Präsident Professor Andreas Hensel. „Denn wer Tiere vor Krankheitserregern schützt, schützt damit auch uns Menschen.“

Die Partnerschaft verfolgt eine strategische Forschungs- und Innovationsagenda, die über einen Zeitraum von zwei Jahren unter Beteiligung aller relevanten Akteure entwickelt wurde. Zu den Themen zählen Infektionskrankheiten von Land- und Wassertieren sowie gesundheitliche Risiken durch Zoonosen wie Vogelgrippe. Weitere Schwerpunkte liegen auf dem Einsatz von antimikrobiellen Mitteln und der Gewährleistung des Tierwohls in jeder Lebensphase. Für das Gesamtprojekt stehen 360 Millionen Euro zur Verfügung, jeweils zur Hälfte von der EU (Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe) und den Partnereinrichtungen finanziert.

Das BfR leitet in der Partnerschaft das Arbeitspaket „Communication, Exploitation, Education and Dissemination“. Es zielt darauf ab, Maßnahmen für die Kommunikation, Verwertung, Schulung und Verbreitung der Forschungsergebnisse zu entwickeln und umzusetzen. Ergänzend zur Stärkung der internen Kommunikation zwischen den EUP AH&W-Mitgliedern sollen Kontakte zu einer Vielzahl weiterer relevanter Akteure und Interessengruppen aufgebaut werden. Dies soll dazu beitragen, dass die Ergebnisse der Aktivitäten von EUP AH&W über die Grenzen der Partnerschaft hinaus genutzt werden und die europäische Zusammenarbeit beim Erreichen wissenschaftlicher Exzellenz in den verwandten Bereichen gestärkt wird. Zudem ist das BfR von Beginn an als Forschungspartner aktiv beteiligt, um neue Verfahren zur Bekämpfung infektiöser Risiken zu entwickeln.

Koordiniert wird die Partnerschaft von der Universität Gent. Durch die Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen aus den Bereichen der Tiergesundheit, des Tierwohls und darüber hinaus sollen durch den Ansatz „One Health and One Welfare“ auch gesellschaftliche Wirkungen erzielt werden. Das One-Health-Konzept berücksichtigt die enge Verknüpfung der Gesundheit des Menschen mit der Gesundheit von Tieren und der Umwelt. So wird der Zusammenhang zwischen der Sicherheit von Futtermitteln und Lebensmitteln mit der Umweltbelastung sowie der Gesundheit von Tieren und Menschen betrachtet.

Weitere Informationen finden sich auf der Projektwebsite.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

HEF-Akademie: „Innovationen in der Nahrungsmittel- und Futtermittelproduktion“

Die Hans Eisenmann-Akademie lädt im Sommersemester 2024 zu einer öffentlichen Vortragsreihe im digitalen Format ein. Folgende Themen und Termine werden angeboten:

02. Mai 2024 (17:00 Uhr)
„Vertical Farming – mehr als Salat“
Prof. Dr. Senthold Asseng, Technische Universität München

06. Juni 2024
„Mikroalgen für die Futtermittelproduktion“
Dr. Fabian Wahl, Eidgenössisches Department für Wirtschaft, Bildung und Forschung, Agroscope

04. Juli 2024
„Insekten in der Lebensmittelproduktion“
Prof. Dr. Andreas Vilcinskas, Justus-Liebig-Universität München

25. Juli 2024
„Cellular Agriculture: Neue Möglichkeiten aus dem Labor“
Prof. Dr. Marius Henkel, Technische Universität München

Hier können Sie sich für die Veranstaltung registrieren und erhalten dann die Zugangsdaten zum Zoom.

Homepage der HEF

CODD – Eine neue Form der Moderhinke?

Von Dr. Johanna Meilwes und Dr. Philip Tegtmeyer, Fachtierärzte für Kleine Wiederkäuer, Tierarztpraxis Tegtmeyer, www.schafdoktoren.de

Moderhinke ist die wohl gefürchtetste Lahmheitsursache bei Schafen. CODD als neue Form dieser Erkrankung ist in Deutschland bisher noch selten. Damit das so bleibt, sollten Schafhalter sich auch mit dieser Krankheit beschäftigen.

Für Lahmheiten bei Schafen gibt es viele Ursachen. Die bekannteste und wohl zugleich gefürchtetste davon ist die Moderhinke. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Infektion des Zwischenklauenspaltes, ausgelöst durch die Erreger Dichelobacter nodosus und Fusobacterium necrophorum.

Bei der klassischen Form der Moderhinke kommt es zu schmerzhaften Entzündungen des Zwischenklauenbereiches. Diese können sich unter dem Wand- und dem Sohlenhorn fortsetzen. Es entstehen schmerzhafte Lahmheiten.

Neue aggressivere Form
Besonders im Vereinigten Königreich und in Irland ist schon seit den 90er-Jahren eine weitere, deutlich aggressivere Form der Moderhinke bekannt – die „contagious ovine digital dermatitis“, kurz CODD. Man geht davon aus, dass CODD dort in rund der Hälfte der schafhaltenden Betriebe vorkommt. In Deutschland ist die Krankheit zum Glück bisher noch wenig verbreitet. Offiziell beschrieben wurde sie erstmals 2020. Da es sich um ein recht neues Krankheitsbild handelt, ist diese Form einer Lahmheit jedoch bei uns möglicherweise unterdiagnostiziert.

Anders als bei der klassischen Moderhinke beginnt die Infektion nicht im Zwischenklauenspalt, sondern am Kronsaum (Bild 1). Von dort aus setzt sie sich unter dem Klauenhorn nach unten fort. Die Verbindung zwischen Horn und dem darunterliegenden Gewebe löst sich und das Klauenhorn kann sich vollständig von der Klaue lösen – die Schafe „schuhen aus“ (Bild 2). Betroffene Schafe zeigen hochgradige Lahmheiten. Sie können der Herde nicht mehr richtig folgen, liegen viel, nehmen weniger Futter auf und es kommt zu einem schnellen Verlust von Körperkondition und Leistung.

Auch bei CODD werden oft die Erreger der klassischen Moderhinke nachgewiesen. Durch das bereits angegriffene Horn können sich dann zusätzlich weitere Erreger vermehren, sogenannte Treponemen. Diese spiralförmigen Bakterien aus der Bakteriengruppe der Spirochaeten sind für den schweren CODD-Verlauf verantwortlich. Sie stehen auch in Zusammenhang mit der Mortellarosch’en Krankheit des Rindes. Daher wird eine Übertragung zwischen Rind und Schaf diskutiert.

Nachweis von CODD
Für die Diagnose der klassischen Moderhinke sind mittlerweile PCR-Tests etabliert. Der Erregernachweis für CODD ist immer noch aufwändig und nur in spezialisierten Laboren möglich.


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Chancen nutzen: Subklinische Mastitis ausheilen und Kälber schützen

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Bei Kühen mit subklinischer Mastitis sollte die Therapie in der Trockenstehzeit gezielt und selektiv sowie nach Erregerbestimmung und Antibiogramm erfolgen. Ein Trockensteller mit dem Wirkstoff Cefalexin zeigt sich in der Praxis als effektive Therapie, um das Euter vollständig auszuheilen und bietet noch weitere entscheidende Vorteile.

Trockenstellen mit Cefalexin: Ausheilung in der Trockenstehphase
Die meisten subklinischen Mastitiden werden durch grampositive Erreger, zumeist Streptococcus uberis, verursacht. Mit Cefalexin steht ein potenter Wirkstoff zur Verfügung, dessen Wirkspektrum neben Streptococcus uberis auch Staphylococcus aureus, Streptococcus dysgalactiae und Streptococcus agalactiae umfasst. Durch die sehr hohe Wirkstoffkonzentration von 375 mg Cefalexin pro Injektor wird auch eine gute Wirksamkeit gegen gramnegative Mastitiserreger erreicht. Cefalexin gehört zu den Cephalosporinen der 1. Generation und zählt damit nicht zu den Reserveantibiotika.

Ungestörte Entwicklung der Darmflora des neugeborenen Kalbes
Laut einer Studie* zur Einschätzung der Cefalexinaufnahme über das Kolostrum am ersten Lebenstag des Kalbes nach der Behandlung des Muttertieres mit dem cefalexinhaltigen Trockensteller lagen die Cefalexinmengen im Kolostrum zu jedem Zeitpunkt der Probenahme (12, 24, 36, 72, 84, 120, 132, 168 und 180 Stunden nach der Geburt) sogar unter dem ADI (acceptable daily intake, unkritische Wirkstoffmenge) für den Menschen. Hier werden aufgrund der fehlenden Grenzwerte für Kälber die Werte für den Menschen herangezogen. In der Abbildung sind die Ergebnisse der Studie dargestellt: Der grüne Bereich zeigt die unkritische Wirkstoffmenge für den Menschen, der rote Bereich markiert den kritischen Bereich. Alle getesteten Kühe zeigten Hemmstoffmengen im unkritischen Bereich, 16 der 21 Kühe sogar im sehr niedrigen Bereich von < 1 % des ADI.

Nur 5 Wirktage im Antibiotikamonitoring
Ein weiterer großer Vorteil sind die nur 5 Wirktage in der Antibiotika-Verbrauchsmengenerfassung, mit denen der cefalexinhaltige Trockensteller zu Buche schlägt.

Ein Trockensteller, der absolut passend ist für die aktuelle Zeit
Der cefalexinhaltige Trockensteller der Firma Virbac ist effektiv wirksam gegen die derzeit häufigsten Mastitiserreger, verhindert Störungen der Mikrobiomentwicklung des neugeborenen Kalbes und zählt nur 5 Wirktage im Antibiotikamonitoring. Die Wartezeit des cefalexinhaltigen Trockenstellers beträgt 12 Stunden bzw. 42,5 Tage auf Milch.

Kontakt:
Virbac Tierarzneimittel GmbH
Dr. Kerstin Duncker, Tel: +49 4531 805111, kerstin.duncker@virbac.de

„Nudging“ im virtuellen Supermarkt für mehr Tierwohl

Durch einige einfache Maßnahmen lässt sich das Kaufverhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern möglicherweise spürbar verändern. In diese Richtung deutet zumindest eine Studie der Universität Bonn und der Technischen Universität München. Die Forscherinnen hatten darin untersucht, welchen Einfluss „Nudging“ auf den Verkauf von Produkten aus artgerechter Tierhaltung in einem virtuellen Supermarkt hat. Darunter versteht man sanfte Anstöße oder Schubser mit dem Ziel, ein bestimmtes Verhalten zu fördern – etwa, indem manche Produkte sichtbarer platziert werden.

Im Experiment griffen die Teilnehmenden der Nudging-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe etwa doppelt so häufig zu Produkten aus artgerechter Tierhaltung. Inwieweit sich die Ergebnisse auf wirkliche Einkäufe übertragen lassen, ist noch unklar. Die Studie ist nun in der Fachzeitschrift „Appetite“ erschienen.

Der Begriff „Nudging“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „anstoßen“ oder „anstupsen“. In den Wirtschaftswissenschaften versteht man darunter Maßnahmen, die das Verhalten von Menschen beeinflussen – und zwar auf die sanfte Tour, also ohne Verbote oder monetäre Anreize. „Wir haben diese Strategie in einem virtuellen Supermarkt erprobt“, erklärt Dr. Nina Weingarten vom Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik der Universität Bonn. „Wir wollten wissen, ob Verbraucherinnen und Verbraucher dadurch motiviert werden können, beim Einkauf mehr auf Tierwohlaspekte zu achten.“

In Deutschland verkaufen sich Lebensmittel aus artgerechter Tierhaltung bislang mäßig. An mangelnder Information liegt das vermutlich nicht: Neben verschiedenen Bio-Labeln gibt es seit einigen Jahren eine vierstufige Haltungsform-Kennzeichnung. Sie ist in rot, blau, orange oder grün auf vielen Fleischverpackungen zu sehen. Allerdings fristen Tierwohl-Lebensmittel in den Sortimenten vieler Supermärkte noch immer ein Nischendasein. So stammen nur 13 Prozent der angebotenen Fleischprodukte aus Haltungsbedingungen, die die gesetzlichen Mindestvorgaben überschreiten.

Bodenmarkierungen in Form von Fußspuren als Wegweiser
„Wir haben daher getestet, ob eine erhöhte Verfügbarkeit und Sichtbarkeit von Tierwohl-Produkten dazu führen, dass sie vermehrt gekauft werden“, sagt Weingarten. Dazu nutzten die Forscherinnen zwei digitale Supermärkte. Dabei handelte es sich um 3D-Simulationen, deren Grafik sich an modernen Videospielen orientierte: Die Kundinnen und Kunden sahen die Regale aus der Ich-Perspektive, konnten Waren herausnehmen und von allen Seiten betrachten, sie in ihren Wagen legen und am Ende gegebenenfalls kaufen. „Die Kaufentscheidung blieb jedoch hypothetisch“, erklärt Prof. Dr. Monika Hartmann, die an der Universität Bonn die Abteilung Marktforschung der Agrar- und Ernährungswirtschaft leitet. „Die Teilnehmenden mussten nicht wirklich für den Einkauf bezahlen, und sie erhielten am Ende auch keine echten Produkte.“

Die Forscherinnen teilten die Testpersonen in zwei Gruppen ein. Eine davon ging in einem herkömmlichen Supermarkt auf Einkaufstour. Die andere kaufte in einem Markt ein, in dem verschiedene Nudging-Elemente implementiert waren. So lotsten darin Bodenmarkierungen in Form von Fußspuren die Kundinnen und Kunden zu einem speziellen „Tierwohl-Regal“. „Für die Verbraucherinnen und Verbraucher in dieser Gruppe gab es also einen zusätzlichen zentralen Ort, in dem Fleisch, Milch und Eier aus artgerechter Haltung zu finden waren“, sagt Weingarten. Zudem machten große Aufsteller an verschiedenen Stellen auf das zusätzliche Regal aufmerksam. Die Maßnahmen waren ein durchschlagender Erfolg: Die Nudging-Gruppe griff im Schnitt doppelt so häufig zu Tierwohl-Produkten wie die Vergleichsgruppe.

Weitere Studien nötig
Noch ist unklar, inwieweit sich die Ergebnisse auf wirkliche Lebensmitteleinkäufe übertragen lassen. „Viele Menschen achten beim Einkauf stark auf den Preis, und der ist bei Tierwohl-Produkten in der Regel deutlich höher“, erklärt die Psychologin. „In unserem Experiment könnte man jedoch vermuten, dass dies eine geringere Rolle spielt, da der Kauf virtuell blieb.“ Immerhin zeigen die Daten der Studie aber, dass preisbewusste Kundinnen und Kunden auch an der digitalen Ladentheke seltener zu den teureren Tierwohlprodukten griffen als weniger preisbewusste. Sie verhielten sich also ähnlich, wie es auch in der Realität zu erwarten gewesen wäre.

Ein weiterer Punkt war in diesem Zusammenhang ebenfalls interessant: Auch diese preisbewussten Testpersonen ließen sich durch das Nudging beeinflussen und kauften häufiger Lebensmittel aus artgerechterer Haltung. Der sanfte Schubser scheint also auch bei ihnen zu wirken. „Wir benötigen aber weitere Studien, um zu sehen, wie belastbar diese Effekte wirklich sind“, sagt Prof. Hartmann. Zudem sei noch kaum untersucht, ob Nudging langfristig wirkt oder sich der Effekt dieser Maßnahmen schnell wieder abnutzt. „Auch das ist eine Frage, auf die wir noch keine Antwort geben können.“

Beteiligte Institutionen und Förderung
An der Studie waren die Universität Bonn und die Technische Universität München beteiligt. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert.

Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Größte Studie zu pflanzenbasierter Ernährung im deutschsprachigen Raum beginnt

Startschuss für die größte Studie zu pflanzenbasierter Ernährung im deutschsprachigen Raum: Heute begrüßt Silvia Bender, Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), gemeinsam mit Professor Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), im Beisein der Studienleitungen vom BfR und Max Rubner-Institut (MRI) den ersten Probanden der COPLANT-Studie im Studienzentrum Berlin-Charlottenburg. „Wir wollen erforschen, wie sich pflanzenbasierte Ernährungsweisen auf die Gesundheit auswirken und Datenlücken schließen“, sagt Professor Andreas Hensel. „Ergebnisse früherer Studien sind nur bedingt auf heutige Ernährungsgewohnheiten übertragbar. Beispielsweise stieg das Angebot von hochverarbeiteten, zucker-, fett- und salzreichen veganen Lebensmitteln in den letzten Jahren deutlich an“, ergänzt Professorin Tanja Schwerdtle, Vizepräsidentin des BfR.

COPLANT steht für COhort on PLANT-based diets (auf Deutsch: Kohortenstudie zu pflanzenbasierten Ernährungsweisen) – ein Kooperationsprojekt des BfR, des MRI, des Forschungsinstituts für pflanzenbasierte Ernährung (IFPE) und der Universitäten Jena, Bonn, Heidelberg, Regensburg und Wien. Unterstützt wird das Projekt vom BMEL. Für das Thema Nachhaltigkeit beteiligt sich das Thünen-Institut. Gemeinsam mit den Partnern sucht das BfR rund 6.000 Menschen im Alter von 18 bis 69 Jahren, die sich beteiligen möchten. „Mit der Ernährungsstrategie der Bundesregierung wollen wir gutes Essen in Deutschland für alle leichter machen und eine pflanzenbetonte Ernährung stärken. Das heißt für mich: vielseitig und ausgewogen, mit einem hohen Anteil saisonal-regionalem Gemüse und Obst, ballaststoffreichen Getreideprodukten und Hülsenfrüchten sowie Nüssen. Jeder Mensch soll die Möglic hkeit haben, sich gut, also gesund und nachhaltig, zu ernähren – und eben auch vegetarisch oder vegan, wenn sie oder er das will”, sagte Staatssekretärin Silvia Bender. “Dazu brauchen wir mehr aussagekräftige Daten zu den gesundheitlichen, ökologischen, sozialen und ökomischen Vorteilen oder möglichen Risiken pflanzenbasierter Ernährung. Die COPLANT-Studie soll diese Lücken schließen. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse und danke dem Bundesinstitut für Risikobewertung für diese wichtige Initiative.”

Das Interesse an veganer und vegetarischer Ernährung wächst – insbesondere unter Jüngeren. Es gibt jedoch bislang kaum wissenschaftlich belastbare Daten zu den Auswirkungen heutiger pflanzenbasierter Ernährungsweisen auf den Körper. Die COPLANT-Studie soll Datenlücken schließen und wissenschaftlich basierte Ernährungsempfehlungen für eine gesunde und zugleich nachhaltige Lebensweise ermöglichen. Gegenstand der COPLANT-Studie bilden vegane (keine tierischen Produkte), vegetarische (kein Fleisch und Fisch, aber Milchprodukte und Eier), pescetarische (kein Fleisch, aber Fisch) und omnivore (Mischkost einschließlich aller möglichen tierischen Produkte) Ernährungsweisen.

Was wird untersucht?
Untersucht wird unter anderem, wie sich die einzelnen Ernährungsweisen auf die Körperzusammensetzung und die Knochengesundheit auswirken. Unterscheiden sich die pflanzenbasierten Ernährungsweisen von einer Mischkost bei der Aufnahme von unerwünschten Stoffen? Welche Vitamine und Mineralstoffe werden ausreichend aufgenommen und welche kommen möglicherweise zu kurz? Was passiert im Stoffwechsel, wenn vollständig auf tierische Lebensmittel verzichtet wird? Außerdem möchten die Forscherinnen und Forscher herausfinden, mit welchen ökologischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen die Ernährungsweisen verbunden und wie nachhaltig diese insgesamt sind.

Datenerhebung per App
Die Ernährung wird von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern detailliert mit einer speziell für die Studie angepassten App an verschiedenen Tagen registriert. Anders als in bisherigen Studien kann hierbei auch der Verzehr von neuartigen veganen und vegetarischen Lebensmitteln umfassend ermittelt werden. Zudem wird durch die Untersuchung von Biomarkern in Blut und Urin festgestellt, ob die jeweilige Ernährungsweise mit einer unterschiedlichen Aufnahme von Verunreinigungen (Kontaminanten) wie Schwermetallen, Schimmelpilzgiften oder anderen unerwünschten Stoffen einhergeht. Die Abgabe einer Stuhlprobe ermöglicht es, Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Ernährungsweisen und den Darmbakterien zu erfassen.

Mitmachen!
Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer ist wichtig für den Erfolg der Studie. Denn je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Wer teilnimmt, leistet also einen wichtigen Beitrag für die Forschung auf dem Gebiet der pflanzenbasierten Ernährung. Zudem erhält man Informationen zum eigenen Gesundheitszustand, zum Beispiel durch die Messung der Handgreifkraft. Diese gibt Auskunft über die Muskelkraft und das physische Leistungsvermögen. Untersuchungen der Körperzusammensetzung zeigen, wie hoch der Muskel- und Fettanteil ist und ein Ultraschall an der Ferse liefert Informationen zur Knochengesundheit. Zudem erstellt das Studienteam ein großes Blutbild und misst Blutzucker und Blutfette. Alle Informationen zur Teilnahme gibt es unter www.coplant-studie.de.

Weitere Informationen zur COPLANT-Studie

Informationen zur Studienteilnahme
Fragen und Antworten zur COPLANT-Studie
Quelle: BfR

Klauenpflege einfach gemacht mit Dragonhyde Dust

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Dragonhyde Dust ist zurück im Markt und macht Klauenpflege einfach wie noch nie. Der Wirkstoffbeutel mit einem Inhalt von 450 Gramm löst sich innerhalb einer Minute im Klauenbad auf und schon kann die Klauenpflege starten.

Dragonhyde Dust besticht durch seine brillantgrüne Farbe und organische Säuren, die die Klauen nicht nur pflegen, sondern auch anzeigen, wie effektiv die Klauen eingetaucht sind und wann die Wirkung des Klauenbades nachlässt. Die Farbe ändert sich je nach Wirkungsgrad von Signalblau in Olivgrün. Das Klauenbad kann einfach entsorgt werden und baut sich innerhalb weniger Tage biologisch vollständig ab und ist somit völlig unbedenklich für die Umwelt und Biogasanlagen. Aktuell ist das Produkt über Quidee erhältlich.

Weitere Infos über www.quidee.de.

Unternehmensinformation
QUIDEE GmbH – clevere Produkte für Landwirte und Tierärzte
Das Unternehmen wurde zu Beginn des Jahrtausends als Internetversandhandel gegründet, um innovative Produkte und Schnelltests für den Milchviehbetrieb auf den deutschen Markt zu bringen. Die Produktpalette umfasst inzwischen fast 150 Einzelartikel von geprüft hoher Qualität. Nahezu alle Waren für den täglichen Gebrauch in Praxis und Stall sind Importartikel, viele davon werden in Deutschland ausschließlich über die QuIdee GmbH vertrieben.

Im Fokus des Unternehmens stehen progressiv eingestellte Tierärzte und Landwirte. Persönliche Beratung, technisches und wissenschaftliches Know-how sind die Säulen des aufstrebenden Unternehmens.

Quelle: QUIDEE GmbH

Rückgang der Schlachtzahlen durch fehlendes Untersuchungspersonal

So oder so ähnlich könnte demnächst eine Schlagzeile in der Presse lauten, die sicherlich von Fleischgegnern begrüßt, aber den Verantwortlichen der Schlachtbranche und den für die Untersuchung verantwortlichen Behörden den Sorgenschweiß auf die Stirn treiben würde. Dabei verzeichnen die zuständigen Behörden bereits jetzt massive Probleme bei der Personalrekrutierung für die sogenannte amtliche Schlachttier- und Fleischuntersuchung.

Unter diesem Leitthema stand eine Fachtagung an der Universität Leipzig, die vom dortigen Institut für Lebensmittelhygiene, Professur Fleischhygiene und dem Bundesverband der beamteten Tierärzte e. V. (BbT) am 14. März ausgerichtet wurde. Dabei ging es darum, in Workshops die Herausforderungen des Tätigkeitsfeldes zu diskutieren und insbesondere Lösungsansätze zu finden, wie dem Personalmangel begegnet werden kann. Einig war man sich, dass die Schlachttier- und Fleischuntersuchung nach wie vor eine Schlüsselrolle im gesundheitlichen Verbraucherschutz und Tierschutz darstellt, in der Tierärztinnen und Tierärzte die zentralen Akteure sind. „Die Arbeitsbedingungen in der Schlachttier- und Fleischuntersuchungen müssen attraktiver und verlässlicher gestaltet werden“, so der Präsident des BbT und der Bundestierärztekammer, Dr. Holger Vogel. Hierzu zählt auch die Vergütung der Tätigkeit insbesondere in Kleinbetrieben. „Eine Überarbeitung des Tarifvertrages ist überfällig,“ so Vogel. Auch stellen gute Ausbildungsbedingungen an den tierärztlichen Bildungsstätten und eine gute Betreuung der Praktikanten im Schlachthofpraktikum durch die Veterinärämter Möglichkeiten dar, für diesen Berufszweig zu werben.

Die diskutierten Aspekte können Anhaltspunkte bieten, um dem Fachkräftemangel in der amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchung zu begegnen. Es wurde deutlich, dass für diese Themen dringend Herangehensweisen und Lösungen gefunden werden müssen. Der BbT wird diese Forderungen weiterverfolgen.

Daneben standen Aspekte der Fachfortbildung mit Fallbeispielen zur Schlachttier- und Fleischuntersuchung, Tierschutz bei der Schlachtung, Kommunikation und Eingriffsbefugnisse des amtlichen Tierarztes für die 150 Teilnehmer im Fokus. Die Diskussionen haben verdeutlicht, wie vielfältig die tierärztliche Tätigkeit in diesem Bereich sein kann.

Quelle: Institut für Lebensmittelhygiene, Professur Fleischhygiene, der Universität Leipzig und Bundesverband der beamteten Tierärzte e.V. (BbT)

Internationales Wissenschaftlerteam stellt weitere Ausbreitung der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI) in der Antarktis fest

Ein internationales Team von Wissenschaftlern mit FLI-Beteiligung, das das Vorhandensein und die Auswirkungen von Infektionen mit der hochpathogenen aviären Influenza des Subtyps H5 (HPAIV H5) auf die antarktische Tierwelt untersucht, hat eine weitere Ausbreitung des Virus in der Region des nördlichen Weddellmeeres in der Antarktis festgestellt. Das Team fand heraus, dass Skuas bisher am stärksten betroffen sind. Die ermittelte hohe Sterblichkeitsrate zeigt, dass dies langfristige Folgen für deren Erhaltung in der Region haben könnte.

Die Expedition, die in erster Linie von der International Association of Antarctica Tour Operators (IAATO) sowie dem EU-Projekt Kappa-Flu* und dem Spanischen Nationalen Forschungsrat (CSIC) finanziert wurde, machte sich am 13. März auf den Weg, um die Region der Trinity-Halbinsel und das nördliche Weddellmeer zu untersuchen.

Das derzeitig nahezu weltweit auftretende HPAIV H5 entwickelte sich ursprünglich in Geflügel, hat sich aber in letzter Zeit so angepasst, dass es sich besser in Wildtieren ausbreitet. Seit 2020 hat seine beispiellose Ausbreitung zu einem erheblichen Sterben von Wildvögeln und -säugetieren auf nahezu globaler Ebene geführt. Nach der Ankunft von HPAIV H5 in Südamerika Ende 2022 wurde seine weitere Verbreitung in die Antarktis für die folgenden Jahre vorhergesagt und schließlich im Februar 2024 bestätigt.

Die Auswirkungen auf die Wildtierpopulationen in der Antarktis sind sehr besorgniserregend, da mehrere Arten bereits als stark bedroht oder sogar als vom Aussterben bedroht eingestuft sind. Außerdem könnte die hohe Sterblichkeit von Wildtieren, wie sie auf anderen Kontinenten wie Südamerika zu beobachten ist, hier aufgrund der Abgeschiedenheit und der eingeschränkten Zugänglichkeit des antarktischen Kontinents für eine regelmäßige Überwachung leicht unbemerkt bleiben. „Aus diesem Grund könnte die Entwicklung von Überwachungsinstrumenten, die in der Antarktis durchführbar sind, bei der Beobachtung der Auswirkungen von HPAIV H5 in den kommenden Jahren helfen“, erklärte Meagan Dewar, Leiterin der Expedition.

Die an dieser Expedition beteiligten Fachleute waren Biologinnen und Biologen, Tierärztinnen und Tierärzte für Wildtiere, Virologinnen und Virologen sowie eine erfahrene antarktische Segelmannschaft. Dieses Team war gut ausgerüstet, um schnell vom Verdacht zur Probenahme und weiter zu Tests überzugehen. Sie machten sich auf den Weg, um die Region der Trinity-Halbinsel und des nördlichen Weddellmeeres zu untersuchen, ein Gebiet, in dem die bisherigen Überwachungsmaßnahmen der nationalen Antarktisprogramme begrenzt waren, in dem aber das SCAR (Scientific Committee on Antarctic Research) – Antarctic Wildlife Health Network (AWHN) Meldungen von Forschenden, Ornithologen und der allgemeinen Öffentlichkeit über mögliche Todesfälle oder Krankheiten bei Wildtieren erhalten hatte. Vor Ort nahm das Team eine erste Bewertung kranker Individuen oder ungewöhnlicher Todessfälle bei Wildtieren vor und machte sich dann daran, Proben für HPAIV H5-Tests zu sammeln. Neben der Entnahme von nicht invasiven Proben kranker oder erkrankter Tiere wurden auch Hunderte von Kotproben von scheinbar gesunden Tieren entnommen, um deren Virusprävalenz zu untersuchen. Darüber hinaus wurden Luft- und Wasserproben entnommen, mit deren Hilfe das Vorhandensein des Virus in der Umwelt bestimmt werden soll.

Ein kompaktes Diagnoselabor, das eigens für diese Expedition auf dem Schiff eingerichtet wurde, ermöglichte es dem Team, mit modernsten Methoden inaktivierte Virusproben zu testen, um anschließend HPAIV H5 nachzuweisen und das Genom zu sequenzieren. Diese noch nie zuvor auf einem Schiff durchgeführten Tests stellen einen bemerkenswerten logistischen Fortschritt für die HPAIV H5-Überwachung in der Antarktis dar, da die Bestätigung nicht vom zeitaufwändigen Versand von Proben zu weit entfernten Laboren abhing.

Während der Expedition untersuchte das Team zehn Gebiete mit hoher Wildtierdichte zwischen den Süd-Shetland-Inseln, dem nördlichen Weddellmeer und den Danger-Inseln. Das Vorhandensein von HPAIV H5 wurde durch mehrere Labortests (H5-spezifische RT-qPCR und Sequenzierung der für HPAIV charakteristischen multibasischen Protease-Spaltstelle) in Skua-Kadavern an vier Anlandestellen (Hope Bay**, Devil Island, Paulet Island und Beak Island) bestätigt. Das Virus wurde in mehreren Probentypen, einschließlich des Gehirns, nachgewiesen, was auf eine neurotropische Infektion mit HPAIV H5 bei dieser Art schließen lässt.

Von den besuchten Orten stach Beak Island hervor, da dort eine große Skua-Brutkolonie lebt. Während sich zum Zeitpunkt des Besuchs 80 lebende Skuas dort aufhielten, wurden mehr als 50 Skuas tot aufgefunden. Von diesen 50 Skuas (darunter Braune Skuas und Südpolar-Skuas) wurden zehn getestet, und alle zehn wurden als positiv für HPAIV H5 bestätigt. An einem anderen Ort (Heroina Island) wurde ebenfalls eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Skua-Kadavern festgestellt, in denen das Virus jedoch nicht nachgewiesen werden konnte. Neben der Skua-Mortalität entdeckte das Team an zwei Orten (Heroina-Insel und Beagle-Insel) eine ungewöhnlich hohe Zahl toter Adélie-Pinguine. Am Hauptanlandeplatz von Heroina, der nur einen kleinen Teil der Insel ausmacht, wurden 532 Adélie-Kadaver gezählt, von denen eine beträchtliche Anzahl (172) erwachsen war. Wenn man diese Zahlen auf die anderen Orte der Insel hochrechnet, an denen ebenfalls Kadaver entdeckt, aber nicht gezählt wurden, muss die Sterblichkeit mehrere Tausend betragen haben. Diese hohe Zahl sowie die Entdeckung so vieler erwachsener Kadaver lässt darauf schließen, dass hier ein ungewöhnliches Sterbeereignis stattgefunden hat. Obwohl das Team vermutete, dass dies durch HPAIV H5 verursacht wurde, konnte das Vorhandensein des Virus nicht bestätigt werden. In den kommenden Monaten werden weitere Tests durchgeführt, um die Todesursache zu ermitteln.

Proben scheinbar gesunder Wildtiere sowie zusätzliche Probereihen an Kadavern werden demnächst in den beteiligten Instituten mit weiteren Techniken untersucht. Ziel dieser weiteren Analysen ist es, mehr Informationen über das Vorhandensein von Viren bei scheinbar gesunden Tieren und über die Genetik der nachgewiesenen Viren zu erhalten. Diese Daten werden dazu beitragen, zu verstehen, wie sich das Virus über Zeit und Ort verbreitet hat. Darüber hinaus werden Gewebe von infizierten Kadavern analysiert, um zu verstehen, wie das Virus Krankheit und Tod verursacht, und um herauszufinden, welche Gewebe sich am besten für den Virusnachweis eignen.

*KAPPA-FLU hat im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon Europe der Europäischen Union unter der Fördervereinbarung Nr. 101084171 Fördermittel erhalten.

**Esperanza Station vom Argentinischen Antarktischen Institut (IAA)

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut

Auslauf- und Freilandhaltung trotz ASP?

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Von Dr. Heike Engels

ASP-Ausbruch und Freilandhaltung von Schweinen passte in der Vergangenheit nicht gut zusammen. Mit neuen Leitlinien, die kürzlich veröffentlicht wurden, soll sich das nun ändern. Was hat es damit auf sich?

Freiland- und Auslaufhaltung sind laut EU-Richtlinien ein Grundsatz in der ökologischen Schweineerzeugung, ohne diese Haltungsform ist eine ökologische Zertifizierung nicht möglich. Aber auch in konventionellen Betrieben ist die Auslaufhaltung mehr und mehr im Kommen. Gründe hierfür gibt es viele: Unter anderem erfordert die Ferkelerzeugung im Freiland weniger als ein Zehntel der Investitionskosten als bei Stallhaltung. Experten bescheinigen dieser Haltungsform Vorteile für das Ausüben des artgerechten Verhaltens sowie für die Schweinegesundheit. Zudem ist Auslauf- und Freilandhaltung politisch sowie gesellschaftlich gewünscht. Die Landwirtschaftszählung im Jahr 2020 ergab, dass rund 7,5 % der Betriebe in Deutschland ihre Schweine in Haltungen mit Zugang zu einem Auslauf hält.

Nun ist aber seit dem Jahr 2020 die Afrikanische Schweinepest (ASP) auch in Deutschland angekommen. Mittlerweile gab es neben den Wildschweinen auch einige ASP-Fälle in Hausschweinebeständen. Das ist für die Freilandhaltung problematisch, denn die EU hatte in der Vergangenheit in ASP-Sperrzonen ein generelles Verbot der Freiland- und Auslaufhaltung umgesetzt. Laut Schweinehaltungshygieneverordnung bedeutet Freilandhaltung, dass die Schweine ganzjährig im Freien gehalten werden ohne festen Stall, sondern nur mit Schutzeinrichtungen vor Sonne, Wind und Regen. Vorgeschrieben ist eine doppelte Einzäunung. Bei der Auslaufhaltung leben die Schweine in festen Stallgebäuden, haben aber zeitweise die Möglichkeit sich im Freien aufzuhalten. Beide Haltungsformen können nicht schnell zur Außenwelt hin abgesichert bzw. können die Tiere nicht sofort aufgestallt werden. Die Umsetzung des Aufstallungsgebotes bedeutet für die betroffenen Betriebe demzufolge häufig das Aus der Schweinehaltung.

Neubewertung seitens der EU
Damit dieser Fall zukünftig nicht eintritt, hat die EU im Jahr 2022/2023 die ASP-Restriktionen für die Auslauf- und Freilandhaltung neu bewertet. War bis dahin ein Aufstallungsgebot im ASP-Sperrbezirk umzusetzen, ist die Auslauf- und Freilandhaltung laut EU in ASP-Sperrzonen nun vertretbar, wenn der Betrieb mit der zuständigen Veterinärbehörde eine individuelle Risikobewertung vornimmt und der Betrieb wirksame Maßnahmen zum Schutz vor biologischen Gefahren umsetzt. Trifft der Betrieb, der in einem Gebiet liegt, dass durch die ASP gefährdet ist, allerdings keine derartigen Vorkehrungen, kann die zuständige Behörde die Auslauf- und Freilandhaltung weiterhin verbieten oder mit Auflagen versehen. Bei der Risikobewertung wird unterschieden zwischen ASP-freier Zone und ASP-Sperrgebiet.
Auch das Nationale Referenzlabor für Afrikanische Schweinepest, angesiedelt am Friedrich-Löffler-Institut (FLI), sieht diese Haltungsform in der Sperrzone als vertretbar an, sofern die Anforderungen der Schweinehaltungshygiene-Verordnung eingehalten und gegebenenfalls weitere Biosicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden.

Leitlinien geben Orientierung
Doch wie genau müssen Betriebe Vorkehrungen treffen und welche Biosicherheitsmaßnahmen sind wichtig? Um diese Fragen zu klären, hat sich im Sommer 2022 im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine Expertengruppe gegründet. Ziel war es, Bedingungen in Form von Leitlinien festzulegen, unter denen Auslauf- und Freilandhaltungen in ASP-Sperrzonen als vertretbar einzustufen sind. Diese Leitlinien sollen Tierhaltern und Behörden eine Orientierung geben, um bereits in seuchenfreien Zeiten alle notwendigen Maßnahmen für die optimale Biosicherheit einzuleiten. Bei einem ASP-Fall kann dann auch die Auslauf- und Freilandhaltung im Sperrbezirk weiterhin möglich sein. Wer vor dem Seuchenfall bereits seine Risikoeinschätzung erstellt und mit den zuständigen Behörden abgestimmt und dabei Zuverlässigkeit bewiesen hat, kann im Seuchenfall von dieser Vorarbeit profitieren.

Die Expertengruppe setzt sich unter anderem zusammen aus Vertretern folgender Behörden: BMEL, Bund ökologischer Lebensmittelwirtschaft, Friedrich Löffler Institut (FLI), Landvolk Niedersachsen, Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Niedersächsische Tierseuchenkasse und Thünen-Institut für ökologischen Landbau. Anfang 2024 stellte die Expertengruppe die Leitlinien auf einer Tagung des Friedrich-Löffler-Institutes vor. Die rechtlichen Grundlagen für die Leitlinien bilden das „Animal Health Law“ (AHL) vom 21.04.2021 und die Schweinehaltungshygiene-Verordnung.

Zehn Handlungsbereiche in den Leitlinien
Folgende zehn Handlungsbereiche sind in den Leitlinien in Form einer Maßnahmentabelle bundesweit einheitlich konkretisiert:


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Schwalben und Kühe – auf Milchbauernhöfen ein gutes Team

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Hannover (LVN). Gute Nachrichten für die Schwalben in Niedersachsen: Der Bestand an Mehl- und Rauchschwalben auf Milchbauernhöfen hat sich offensichtlich gut entwickelt. Im Rahmen der ersten niedersächsischen Schwalbenzählung im Sommer letzten Jahres wurden von den 1.100 teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirten mehr als 23.000 Nester auf den Höfen gezählt. Mit dem Frühling kehren auch die Schwalben auf die Höfe und in die Kuhställe zurück, teilt die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e.V. (LVN) mit.

Davon profitieren alle Beteiligten, denn die Schwalben, Kühe und Kälber bilden eine sehr gute Symbiose. Sowohl Rauch- als auch Mehlschwalben ernähren sich von Insekten, die sie im Flug fangen. Insbesondere Fliegen und Mücken finden in den Kuhställen gute Lebensbedingungen, werden aber schnell für Kühe und für die in den Ställen arbeitenden Menschen zum Ärgernis. Indem die Schwalben diese Insekten fressen, helfen sie, den Fliegenbestand auf natürliche Weise zu regulieren.

Traditionell gehörten Schwalben lange zum typischen Bild in dörflich gelegenen Kuhställen. Doch auch für die nützlichen Flugkünstler wurde der Strukturwandel in der Landwirtschaft zur Herausforderung. Während 1970 noch auf mehr als 100.000 niedersächsischen Höfen Kühe gehalten wurden, sind es aktuell nur noch rund 7.800 Milchhöfe. In den dortigen offenen Ställen siedeln sich die sonst schon zu den gefährdeten Arten zählenden Schwalben aber gern an. Die -LVN, die im vergangenen Sommer die Schwalbenzählung in Niedersachsen zusammen mit dem Landvolk und dem Landeskontrollverband initiiert hatte, will mit ihrer Aktion hierbei unterstützend wirken und niedersächsische Milchhöfe dazu motivieren, noch mehr Nisthilfen für die Schwalben zu bauen und aufzuhängen.

„Schwalben sind nützliche Stall-Mitbewohner. Zudem sind sie ein Indikator für ein gesundes Ökosystem. Es hilft allen Beteiligten, wenn in und um die Stallgebäude herum zusätzliche Nistmöglichkeiten durch das Anbringen von Nisthilfen geschaffen werden. Wichtig bei Nestern über hygienisch sensiblen Bereich ist, ein sogenanntes Kotbrett unterhalb des Nestes anzubringen, sodass beispielsweise Futter nicht verunreinigt wird“, stellt Dr. Jan-Hendrick Paduch, Geschäftsführer der LVN, heraus. „Damit können die beteiligten Milchbauernhöfe zudem einen wirksamen Beitrag leisten, den Bestand an Rauch- und Mehlschwalben in Niedersachsen zu schützen, denn die gefährdeten Vogelarten finden außerhalb der Landwirtschaft in Stadt und Land oft immer weniger Brutmöglichkeiten“, so Paduch weiter.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.milchland.de

X-Zelit® – Milchfieberprophylaxe einfach gemacht

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Keep it simple,
dies ist die Zielsetzung des Calciumund Phosphorbinders X-Zelit® bei der Milchfieberprophylaxe. X-Zelit® ist ein Natrium-Aluminium Silikat, auch als Zeolit bekannt, es wirkt im Verdauungstrakt der Kuh. Eine einfache Anwendung und Rationsgestaltung sind bei diesem Prophylaxeprodukt die Zielsetzung. Es muss mindestens 14 Tage vor der Kalbung mit einer Dosierung von rund 500 g je Kuh und Tag eingesetzt werden, dann liefert es sehr überzeugende Ergebnisse.

Phosphor ist der Schlüssel
Zum Hintergrund: Eine Studie am Hofgut Neumühle unter der Leitung von Prof. Dr. Walter Grünberg von der Uni Gießen aus dem Jahr 2022 zeigt, dass die Reduktion des Phosphorgehaltes in der Trockensteherfütterung den Blut-Calciumgehalt rund um die Abkalbung konstant hält. Dieser Effekt tritt ein, wenn die tägliche Phosphoraufnahme unter 20 g je Kuh und Tag liegt.

Dieses ist mit einer GMO-freien Fütterung und den entsprechend hohen Rapsmengen in der Ration nicht zu erbringen, da Raps viel Phosphor enthält. X-Zelit® bindet diätetischen Phosphor sehr fest, wodurch dieser dem Stoffwechsel der Kuh nicht zur Verfügung steht. Durch einen hormonellen Feedbackmechanismus wird die Aktivität der knochenabbauenden Zellen angeregt. Als Ergebnis wird Ca und P im immer gleichen Verhältnis von 2:1 freigesetzt. Niedrige Blutphosphorgehalte regen außerdem die Aktivierung von Vitamin D3 in der Niere an. Hierdurch wird eine größere Anzahl an Calcium-Kanälen in die Darmwand eingebaut und mehr Calcium wird aus dem Futter absorbiert (Horst et al., 1994). Beides hat zur Folge, dass die Kuh rund um die Geburt den Calciumblutspiegel aufrechterhält (>2,15 mmol/l) und kein subklinisches Milchfieber entwickelt.

Weg mit alten Zöpfen
Durch die Phosphor-Bindung des Produktes sinkt dementsprechend der Phosphorgehalt im Serum auf gewünschte Werte von unter 0,8 mmol/l. Studien von Wächter et al. (2022) und Cohrs et al. (2018) zeigen, dass eine kurzfristige (bis zu 5 Wochen) Absenkung des Phosphor- Serum-Spiegels während der Trockenstehzeit keine negative Auswirkung hat. Wie oben beschrieben, wird der Calcium-Blutspiegel dadurch stabilisiert. Wir nutzten heute den Phosphor-Serum-Spiegel als Kontrollmechanismus, ob wirklich die gewünschte X-Zelit® -Menge je Kuh und Tag aufgenommen wird. Bei Abweichungen müssen Managementoder Fütterungsfehler behoben werden, um den vollständigen Effekt des Prophylaxeproduktes zu erzielen.

Fütterung gestalten
In einer modernen Trockensteherfütterung hat Phosphor keinen Platz, somit sind Mineralfutter, die Phosphor enthalten umgehend zu ersetzen. Um den Einsatz von Raps in der Ration zu minimieren, kann bei Einsatz von X-Zelit® der Anteil an Grassilagen erhöht werden. Es hat sich gezeigt, dass das Produkt auch in grasbasierten Systemen wie in Neuseeland überzeugt. Wichtig ist, dass die gefütterten Mineralfutter mit einer sehr gut verfügbaren Magnesiumquelle und hohen Magnesiumgehalten ausgestattet sind. Magnesium spielt in der Aktivierung des Parathormons, ebenfalls ein Aktivator des Knochenabbaus, eine zentrale Rolle. Im Zusammenspiel mit X-Zelit® empfiehlt sich das Mineralfutter X-Dry 8000 von VILOFOSS. Um den Erfolg abzurunden ist es wichtig, dass die Tiere energie- und proteinmäßig an den Bedarf angepasst gefüttert werden.

Erfolg im Stall kontrollieren
Die Vermeidung von subklinischem Milchfieber durch X-Zelit® lässt sich durch Analyse des Blutcalciumspiegels post partum feststellen. Das Ziel sind Werte über 2,15 mmol/l rund 6-17 Std p.p.

Es können hierzu auch Kuhsignale beobachtet werden, denn eine gute Calciumversorgung gewährleistet eine gute Muskelkontraktion. Somit geht die Geburt schnell vonstatten, unterhalb von einer Stunde. Der Schwanz der Frischabkalber ist sauber sowie nicht blutverschmiert und die Scheide ist wenig geschwollen und nach ca. 4 Stunden wieder rückgebildet. Empirisch zeigt es sich, dass die Nachgeburt zügig ab geht und der Pansen nach 8 Stunden wieder gefüllt ist, da die Tiere schnell anfangen zu fressen.

Nicht vergessen
Das X-Zelit® sollte mindesten 14 Tage und höchstens 24 Tage mit 500 g täglich gefüttert werden. Bei sehr niedrigen Phosphorgehalten in der Ration kann die tägliche X-Zelit® Menge reduziert werden.

Es ist wichtig, dass die Frischabkalber direkt nach dem Kalben auf die Frischmelkerration umgestellt werden, da es ansonsten durch die Ca- und P-Bindung zu einem vehementen Milchfieber kommt. Praktiker handhaben es so, dass Frischabkalber jeweils vor und nach dem Melken umgruppiert werden. Hier müssen die Mitarbeiter sensibilisiert werden.

Gerne beraten wir Sie zum Einsatz und zur Rationsgestaltung, um auf einfache Art klinisches und subklinisches Milchfieber vorzubeugen und wie Sie gemeinsam mit ihrem Tierarzt den Erfolg sichern.

Kontakt:
VILOFOSS®
Dr. Katrin Metzger-Petersen
km-petersen@vilofoss.com
Tel: 05493-9870 363

Vogelgrippe-Virus bei Wiederkäuern in den USA bestätigt

Das amerikanische „Farm Journal“ berichtet von Infektionen mit dem HPAI-Virus bei Rindern in Texas, New Mexico und Kansas. Es handelt sich dabei um denselben hochpathogenen Stamm, der seit zwei Jahren in den USA verbreitet ist. Bisher wurden drei Molkereien in Texas und eine in Kansas positiv auf HPAI getestet.

Das Virus wird von wildlebenden Wasservögeln übertragen, betroffene Milchkühe übertragen das Virus aber offenbar nicht auf andere Tiere in ihrer Herde. Auch wurden keine Veränderungen am Virus festgestellt, die eine Übertragung auf den Menschen erleichtern würden.

Die zuständigen Behörden raten Milchproduzenten dringend, alle Standard-Biosicherheitsmaßnahmen anzuwenden, alle Viehtränken zu reinigen und zu desinfizieren und das Trinkwasser dort zu isolieren, wo es durch Wasservögel kontaminiert werden könnte.

„Anders als bei betroffenem Geflügel gehe ich davon aus, dass es keinen Bedarf geben wird, Milchviehherden zu keulen“, sagte ein Sprecher des Texas Department of Agriculture. Man rechne mit einer vollständigen Erholung der Rinder.

Symptome
Das “Farm Journal” zitiert auch einen Sprecher der American Association of Bovine Practitioners (AABP), der die Symptome so beschreibt:

„Es scheint, dass die Krankheit nach etwa drei bis vier Tagen ihren Höhepunkt erreicht und 10 bis 14 Tage anhält. Ältere Milchkühe scheinen klinisch stärker betroffen zu sein und die Laktation ist stärker beeinträchtigt. Und obwohl es nicht bei jeder Herde auftritt, scheint es, dass es hauptsächlich Tiere betrifft, die sich in der mittleren bis späten Laktationsphase befinden. Es ist ziemlich ungewöhnlich, dass bei älteren Tieren etwas passiert, bei frischen Kühen jedoch nicht.“

Infizierte Herden verlieren 14 bis 21 Tage lang etwa 20 % ihrer Milchleistung
• Zu den klinischen Symptomen zählt ein plötzlicher Rückgang der Milchleistung.
• Einige stark betroffene Kühe produzieren dickere, konzentriertere, kolostrum-artige Milch.
• Die Infektion führt zu einem Rückgang der Futteraufnahme bei gleichzeitiger Verschlechterung der Pansenfunktion, begleitet von losem Kot und etwas Fieber.
• Betroffene Betriebe berichteten, dass ältere Kühe in der Mitte der Laktation möglicherweise stärker betroffen sind als jüngere Kühe, frischlaktierende Kühe oder Färsen.
• Trockensteher und Färsen scheinen nicht betroffen zu sein.
• In einigen Herden traten Lungenentzündung und Mastitis auf.

Kürzlich wurde erstmals die HPAI-Infektion einer Ziege in Minnesota diagnostiziert, wie die amerikanische Branchen-Website meldet. Die Ziege lebte mit einer Geflügelherde zusammen, die Ende Februar positiv auf das Vogelgrippevirus getestet wurde. Ziege und Geflügel teilten sich auf dem Hof Weide und Wasserquelle.