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Erklärung zur Anbindehaltung in Süddeutschland

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Die Landwirtschaft in Süddeutschland, insbesondere die Milchviehhaltung, ist geprägt von vielen kleineren und mittleren bäuerlichen Familienbetrieben. Durch ihre Vielfalt an Unternehmensformen (Haupt-, Zu- und Nebenerwerb) und Einkommenskombinationen (z.B. mit Urlaub auf dem Bauernhof oder Direktvermarktung) gestalten sie das wirtschaftliche Leben im ländlichen Raum wesentlich mit. Außerdem bilden sie mit ihrer Erzeugung die Basis für ein breites Spektrum an regionalen Produkten und Spezialitäten, welche von den Verbrauchern hoch geschätzt werden.

Viele dieser Milchviehbetriebe halten ihre Rinder noch in Anbindehaltung, auch wenn die Zahl dieser Betriebe stetig abnimmt. In Bayern haben aktuell noch über die Hälfte der mehr als 30.000 Milchviehbetriebe Anbindehaltung. In Baden-Württemberg sind es rund 35 %. Die Haltungsform Anbindehaltung entspricht dabei grundsätzlich den gesetzlichen Anforderungen.

Die gesellschaftliche Bedeutung der kleinen Milchviehbetriebe mit Anbindehaltung sowohl für die Landschaftspflege als auch für die Bewirtschaftung von Grünland ist groß. Denn es sind gerade diese Betriebe, die kleinteilige Grünlandflächen, Hanglagen und andere ökologisch wertvolle Grenzstandorte pflegen und erhalten. Damit übernehmen sie unverzichtbare Aufgaben für den Klima- und Bodenschutz sowie für den Erhalt der Artenvielfalt.

Jeder neu gebaute Stall ist ein Laufstall, der neben dem Tierwohl weitere Vorteile z.B. für die Arbeitswirtschaft bietet. Die bestehenden Anbindebetriebe sind ebenfalls aufgeschlossen für Weiterentwicklungen, insbesondere wenn es um Verbesserungen des Tierwohls geht. Oft stehen jedoch räumliche Enge in beengter Dorflage, finanzielle Ausstattung, geringe Aussicht auf die Genehmigungsfähigkeit von Neubauten oder fehlende Planungssicherheit z.B. durch unsichere Generationenfolge größeren Baumaßnahmen entgegen.

Vor diesem Hintergrund lehnen die Unterzeichner ein gesetzliches Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung ab. Gleichzeitig wird auch eine einseitige Befristung durch Marktpartner, z.B. den Lebensmitteleinzelhandel, abgelehnt. Beides würde einen massiven Strukturbruch im ländlichen Raum auslösen.

Stattdessen plädieren die Unterzeichner (https://www.bayerischerbauernverband.de/gemeinsame-erklaerung-zur-anbindehaltung-in-sueddeutschland) dafür, die Betriebe bei ihrer Weiterentwicklung weg von der ganzjährigen Anbindehaltung mit aller Kraft zu unterstützen, um so die flächendeckende Milchviehhaltung zu erhalten. Dies erfolgt insbesondere über die verstärkte Umstellung auf Laufställe, aber auch – um Strukturbrüche zu vermeiden – über die Kombination aus Anbindeställen mit Bewegungsmöglichkeiten, z.B. Weidegang oder befestigte Auslauffläche (Laufhof). Verbesserungen im Sinne des Tierwohls bei der Entwicklung weg von der ganzjährigen Anbindehaltung sind auch Laufbuchten für Trockensteher oder Abkalbebereiche.

Die staatliche Unterstützung spielt hierbei eine entscheidende Rolle, z.B. durch finanzielle Förderung mit dem Ziel des Laufstallneubaus sowie durch gezielte Beratung bei der Weiterentwicklung der bestehenden Anbindeställe.

Angesichts der aktuellen Situation appellieren die Unterzeichner an alle Milchviehhalter mit ganzjähriger Anbindehaltung, sich aufbauend auf einer Situationsanalyse und betrieblicher Zukunftsplanung mit Weiterentwicklungen weg von der ganzjährigen Anbindehaltung auseinanderzusetzen.

Quelle: Bayerischer Bauernverband

„Deutsche Landwirtschaft mit ambitionierten Zielen im Klimaschutz“

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DBV stellt Klimastrategie 2.0 vor

„Für die deutschen Landwirte ist der Klimawandel eine enorme Herausforderung. Wie kein anderer Wirtschaftsbereich sind Land- und Forstwirtschaft unmittelbar davon betroffen, wie die Extremwetterereignisse im zurückliegenden Jahr gezeigt haben. Die Bauernfamilien nehmen deshalb die Verantwortung für einen effizienten Klimaschutz sehr ernst. Nur gemeinsam mit Gesellschaft, Politik und Forschung kann dem Klimawandel und seinen Folgen wirksam entgegengesteuert werden. Mit seiner Klimastrategie 2.0 zieht der Bauernverband eine Zwischenbilanz zum Klimaschutz in der Landwirtschaft, formuliert konkrete Ziele und beschreibt ein Paket von über 20 Maßnahmen für eine weitere Verbesserung der Klimaschutzleistungen der Land- und Forstwirtschaft“, so die Bewertung des Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, zur heute veröffentlichten Klimastrategie 2.0 des DBV.

„Bereits 2010 hatte der Bauernverband strategische Ziele für den Klimaschutz in Angriff genommen, die mit der Klimastrategie 2.0 ausgebaut und weiterentwickelt wurden“, betonte der Umweltbeauftragte des DBV und Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, vor Journalisten in Berlin. „Land- und Forstwirte haben bereits erfolgreich zum Klimaschutz beigetragen. So wurden seit 1990 die Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft um 16 Prozent gesenkt. Der Einsatz der Bioenergie im Verkehrs-, Wärme- und Energiesektor ersetzt fossile Energieträger und vermeidet bisher Emissionen in Höhe von knapp 60 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten. Die deutsche Landwirtschaft ist selbst klimaeffizienter geworden und hilft anderen Sektoren beim Klimaschutz“, verdeutlichte Hartelt in der DBV-Pressekonferenz. Emissionen seien verringert worden, obwohl gleichzeitig Erträge verbessert wurden. Die CO2-Vermeidungsleistung durch Bioenergie konnte weiter ausgebaut werden. Doch trotz angestrebter Energiewende fehlt augenblicklich der politische Rückenwind für erfolgreichen Klimaschutz durch Bioenergie.

In der Klimastrategie 2.0 hält der DBV an seinen Klimaschutzzielen grundsätzlich fest, entwickelt sie aber weiter zu einem ambitionierten strategischen und praxisnahen Konzept. „Wir stehen zu unserem ehrgeizigen Ziel, die Emissionen an Treibhausgasen aus der Landwirtschaft um 30 Prozent bis 2030 gegenüber 1990 zu senken. Auch sehen wir eine Verdopplung der CO2-Vermeidungsleistung durch Bioenergie bis 2030 gegenüber 2010 als realistisch und zielführend für den Klimaschutz an. Als zusätzliche Ziele haben wir uns in der Klimastrategie 2.0 vorgenommen, die Klimaeffizienz landwirtschaftlicher Erzeugung weiter zu steigern. Bereits heute erzeugen unsere Milchviehhalter in Deutschland ihre Milch mit weltweit den geringsten Emissionen an Treibhausgasen. Wir setzen uns des Weiteren das Ziel, die CO2-Senkenleistung in landwirtschaftlichen Böden und der Forstwirtschaft zu erhalten und auszubauen“, erklärte Hartelt die Ziele der DBV-Klimastrategie 2.0.

„Die Umsetzung der Strategie kann nur gemeinsam mit Politik und Gesellschaft erfolgen. Zielkonflikte zwischen Klimaschutz und Tierwohl oder bei der Bioenergie sind nur mit Unterstützung von Wissenschaft, Beratung, Politik und Gesellschaft erfolgreich zu lösen. Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir Landwirte sind bereit, auch weiterhin unseren Beitrag zu leisten und den Dialog mit Politik und Gesellschaft zu führen“, betonte der DBV-Umweltbeauftragte.

Hartelt erläuterte den praktischen Ansatz des DBV für Klimaschutz in der Landwirtschaft: „Für einen erfolgreichen Klimaschutz in der Landwirtschaft gemeinsam mit den Bauern streben wir eine Steigerung der Effizienz in Tierhaltung und Pflanzenbau an. Dabei gilt es, das im Klimaabkommen von Paris verankerte Ziel der Ernährungssicherheit zu berücksichtigen und Klimaschutz so auszugestalten, dass gerade auch kleine und mittlere Betriebe nicht übermäßig belastet werden. Zur Erreichung der Klimaschutzziele des DBV bedarf es auch des notwendigen Klimas für Innovationen und Investitionen in der Landwirtschaft, nur dann kann Klimaschutz erfolgreich sein.“ Als einzelne Klimaschutzmaßnahmen hob Hartelt die Bereiche Fütterung, Düngung und die Verwertung von Gülle in Biogasanlagen hervor. Hartelt wörtlich: „Über eine bessere Ausnutzung des Stickstoffdüngers und noch zielgenauere Düngung können wir nicht nur das Klima schützen, sondern reduzieren auch mögliche Auswirkungen auf Gewässer. Ebenso spielt eine passgenau zugeschnittene Fütterung eine entscheidende Rolle, um die Tierhaltung noch umweltschonender zu gestalten. Und schließlich stellt die Verwertung der anfallenden Gülle in Biogasanlagen eine Win-win-Situation für das Klima dar, da damit Methanemissionen aufgefangen werden und fossile Energien ersetzt werden können.“

Die Klimastrategie 2.0 des DBV steht unter www.bauernverband.de/klimastrategie-2018 zum Download bereit.

Quelle: Deutscher Bauernverband

Bullenmastforum in Haus Düsse am 30. und 31. Januar

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Um die Bullenmast unter aktuellen Rahmenbedingungen geht es am Dienstag und Mittwoch, 30. und 31. Januar, im Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen im Kreis Soest. Die Veranstaltung beginnt um 9.30 Uhr. Folgende Themen stehen auf dem Programm:

  • Effiziente Fütterungskonzepte und Nährstoffbilanz
  • Effektive Bullenmast – Verborgene Reserven erkennen, Rentabilität und ein Praktikerbericht
  • Neues aus dem Stallbau und Richtlinien für Silolagerstätten

 

Exkursionen in Bullenmastbetriebe sind für den 31. Januar geplant. Die Teilnahme kostet 122 Euro pro Tag, einschließlich Seminarunterlagen und Mittagessen. Die Seminartage können auch einzeln gebucht werden. Anmeldeschluss ist der 23. Januar. Für die Teilnehmer besteht die Möglichkeit, in Haus Düsse zu übernachten. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter www.duesse.de.

http://www.duesse.de/kalender/rinder/2018-01-30-bullenmastforum.htm

Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

Bienen-Parasit: Forscher entdecken Medikament gegen Varroa-Milbe

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Hoffnung für Imker: Erstmals gelang es Forschern der Universität Hohenheim in Stuttgart ein potentielles Medikament zu entwickeln, das befallene Bienenstöcke mit geringem Arbeitsaufwand über die Fütterung von der gefürchteten Varroa-Milbe befreien kann. Die Varroa-Milbe zählt weltweit zu den gefährlichsten Feinden der Bienen: innerhalb von ein bis drei Jahren kann sie ein Bienenvolk komplett ausrotten. Bislang mussten Imker befallene Bienenstöcke mit aggressiven organischen Säuren oder chemisch hergestellten Milbenbekämpfungsmitteln behandeln, die Resistenzprobleme und Rückstände verursachen. Bei der vielversprechenden Substanz handelt es sich um leicht verfügbares Lithiumchlorid. Nach über 25 Jahren Forschung steht damit erstmals ein neuer Wirkstoff im weltweiten Kampf gegen die Varroa-Milbe zur Verfügung, der völlig anders wirkt als bisherige Mittel. Derzeit laufen bereits Gespräche mit Unternehmen mit dem Ziel einer Produktentwicklung und Zulassung. Ihre ersten Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der heutigen Online-Ausgabe der Zeitschrift „Scientific Report“, www.nature.com/articles/s41598-017-19137-5.

Ein günstiger, einfach anzuwendender Wirkstoff gegen die gefährliche Milbe, der nach dem aktuellen Kenntnisstand der Forscher keine gefährlichen Nebenwirkungen für Bienen, Imker oder Verbraucher hat und in der Natur reichlich vorkommt: Das versprechen die Ergebnisse des Forschungsprojektes. Mit Lithiumchlorid hat das Forscherteam einen Wirkstoff für ein solches Medikament gefunden, der leicht zu beschaffen und zu verabreichen ist. Auch für eine Ablagerung im Honig gibt es bislang keine Anzeichen.

Dr. Peter Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde, erklärt die Vorteile des Wirkstoffs: „Lithiumchlorid kann man Bienen in Zuckerwasser aufgelöst füttern. Bei unseren Versuchen haben bereits geringe Mengen der Salzlösung ausgereicht, um innerhalb weniger Tage die auf den Bienen aufsitzenden Milben abzutöten – ohne Nebenwirkungen für die Bienen.“

Auch die Verfügbarkeit spricht für den Wirkstoff: Die weltweiten Vorräte des Leichtmetalls Lithium werden auf über 40 Millionen Tonnen geschätzt, als Lithiumchlorid-Salz findet es sich in Salzlaugen, Salzseen und Heilquellen, und das zum Teil in erstaunlich hoher Konzentration. Das leicht in Wasser lösbare Salz wird unter anderem als Trocknungsmittel und Enteiserlösung verwendet. In der Humanmedizin kommt es seit Mitte des 20. Jahrhunderts als Antidepressivum zum Einsatz.

Bevor der Wirkstoff nun als Medikament für Bienen auf den Markt kommen kann, sind dennoch weitere Tests nötig, um die beste Dosierung zu bestimmen und Nebenwirkungen für Bienen und Anwender sowie das Risiko von Rückständen auszuschließen. Dazu sei man aktuell mit Unternehmen im Gespräch, die diese Entwicklung weiterführen wollen.

 

Entdeckt durch Zufall

Eigentlich hatte das Team um Dr. Rosenkranz einen viel komplexeren Ansatz verfolgt: „Gemeinsam mit dem Biotechnologie-Startup SiTOOLs Biotech haben wir versucht nach dem RNA-Interferenz-Verfahren, kurz RNAi-Verfahren, gezielt bestimmte Gene auszuschalten. Dieses Verfahren erhielt 2006 den Nobelpreis für Medizin und ist seitdem weltweit zur Bekämpfung von Krankheiten in Anwendung.“

Die Idee: RNA-Bruchstücke werden an die Biene gefüttert und dann von der Varroa-Milbe beim Blutsaugen aufgenommen. In der Milbe schalten die Bruchstücke gezielt lebenswichtige Gene des Parasiten aus. „Für die Bienen sind diese RNA-Bruchstücke ungefährlich, da sie ausschließlich mit varroaspezifischen Genen interagieren. Bei der Varroa-Milbe jedoch werden zentrale Stoffwechselprozesse gestört und die Milbe schließlich abgetötet“, so Dr. Rosenkranz.

Der Ansatz zeigt Erfolg, doch dann bemerkten die Wissenschaftler etwas Seltsames: „Bei Kontrollexperimenten konnten wir auch mit unspezifischen RNA-Bruchstücken, die weder bei den Bienen noch bei den Milben ein genetisches Ziel finden sollten, die Milben abtöten“, berichtet Dr. Rosenkranz. „Etwas in unserer „Genmischung“ bekam den Milben nicht, während die Bienen keinen Schaden nahmen.“

Fast zwei Jahre dauerte es, bis das Lithiumchlorid als die geheime Wunderwaffe gegen den Parasiten gefunden war. Die Forscher hatten die Chemikalie als Hilfsmittel bei der Isolierung der RNA-Bruchstücke verwendet, mit deren Hilfe die Gene im Bienenkörper ausgeschaltet werden.

Eine folgenreiche Entdeckung, denn die RNAi-Methode würde zwar wohl funktionieren, wäre allerdings teuer und aufwendig. „Lithiumchlorid hingegen ist einfach herzustellen, relativ preiswert, und unkompliziert zu lagern.“

Quelle: Universität Hohenheim

Afrikanische Schweinepest: Keine Gefahr für Verbraucherinnen und Verbraucher

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Die derzeit in Osteuropa grassierende Afrikanische Schweinepest (ASP) stellt für den Menschen keine Gesundheitsgefahr dar. „Der Erreger der ASP ist nicht auf den Menschen übertragbar“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). „Weder vom direkten Kontakt mit kranken Tieren noch vom Verzehr von Lebensmitteln, die von infizierten Haus- oder Wildschweinen stammen, geht ein Risiko für die Gesundheit aus.“

Erreger der ASP ist ein Virus, das Wild- und Hausschweine befällt und das zu einer schweren, häufig tödlichen Erkrankung der Tiere führt. Es wird über direkten Kontakt, über Ausscheidungen infizierter Tiere oder über Zecken übertragen. Das ASP-Virus ist in infizierten Wildtieren in Afrika heimisch. Auch in Südeuropa kommt es immer wieder zu Ausbrüchen. Der Erreger breitet sich seit 2007 von Georgien über Armenien, Aserbaidschan und Russland nach Nordwesten aus. Seit 2014 wurden im Baltikum ASP-Fälle bei Wildschweinen und Ausbrüche bei Hausschweinen registriert. Zudem wurde das Virus in Polen und der Tschechischen Republik nachgewiesen.

Der Erreger ist sehr stabil und kann in Lebensmitteln über mehrere Monate infektiös bleiben. Werden nicht erhitzte Lebensmittel oder nicht erhitzte Lebensmittelreste, die von infizierten Tieren stammen, an nicht-infizierte Tiere verfüttert, kann das Virus daher in zuvor ASP-freie Regionen und damit auch in die Hausschweinbestände verbreitet werden.

Obwohl das ASP-Virus für den Menschen weder eine Gefahr noch ein Risiko darstellt, sollte Haus- und Wildschweinfleisch wie jedes andere rohe Fleisch stets hygienisch zubereitet werden, da es auch andere Erreger enthalten kann, rät das BfR. Es sollte gekühlt aufbewahrt und vor dem Garen getrennt von anderen Lebensmitteln zubereitet werden. Beim Erhitzen sollte im Inneren des Fleischstücks eine Temperatur von 70 Grad oder höher für mindestens zwei Minuten erreicht werden, empfiehlt das BfR.

Für weitergehende Informationen hat das BfR Fragen und Antworten zur ASP zusammengestellt. Sie können auf der Webseite des BfR abgerufen werden. (http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zur_afrikanischen_schweinepest__a…)

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

9. Leipziger Tierärztekongress: Ein „Klassentreffen“ der besonderen Art

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Wenn sich am 18. Januar die Türen der Leipziger Messe öffnen, beginnt ein Wiedersehen unter Kollegen, Kommilitonen und Freunden. Alle zwei Jahre ist der Leipziger Tierärztekongress mit der Industrieausstellung vetexpo die wichtigste Veranstaltung für Veterinärmediziner im deutschsprachigen Raum.

„Die Anforderungen an die Tierärztinnen und Tierärzte wachsen nicht nur bedingt durch Lebensmittelskandale und Seuchenausbrüche, sondern auch durch die vielfältigen und immer weiter zunehmenden Ansprüche aus Gesellschaft und Politik. Wir werden versuchen, hier den Kolleginnen und Kollegen ein wenig zusätzliches Rüstzeug mitzugeben. Der hohe Zuspruch, den wir erhalten, zeigt uns, dass unsere Bemühungen gesehen und gewürdigt werden“, sagt Prof. Dr. Gotthold Gäbel, Kongresspräsident und Leiter des Veterinär-Physiologischen Instituts der Universität Leipzig.

Der 9. Leipziger Tierärztekongress zählt knapp 500 Referenten und mehr als 470 Vorträge sowie Kurse. Aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen in der Veterinärmedizin stehen dabei genauso auf dem Programm wie moderne Behandlungsmöglichkeiten. Das Themenspektrum reicht abermals von allen Tierarten bis zu Auseinandersetzungen mit ethischen Problemstellungen in der Tiermedizin, Toxikologie oder dem Zusammenspiel von Mensch und Tier.

 

Vetexpo: Ausgebuchte Fläche und zahlreiche innovative Produkte

Bereits zwei Monate vor Veranstaltungsbeginn war die Fläche der Industrieausstellung vetexpo ausgebucht. Auf insgesamt 10.000 Quadratmetern (2016: 8.000) präsentieren 241 Aussteller aus 16 Ländern (2016: 210 aus 12 Ländern) ihre Produkte und Dienstleistungen – von Arzneimitteln über Medizintechnik bis zu moderner Praxiseinrichtung. Insgesamt 30 Firmen kommen aus dem Ausland. Zahlreiche Neuheiten zur optimalen Versorgung von Heim-, Nutz- oder Großtieren werden in Leipzig erstmals dem Fachpublikum präsentiert. Hierzu gehört beispielsweise ein Medikamentenroboter zur Organisation der tierärztlichen Apotheke, die innovative Behandlung mit Kaltplasma als Antibiotika-Alternative oder ein Gerät zur nicht-invasiven Messung der Vitalparameter beim Pferd. „Es ist uns erneut gelungen, die Industrieausstellung weiter auszubauen und damit ihre Stellung als wichtigste Messe für Veterinärmediziner im deutschsprachigen Raum zu festigen“, freut sich Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe.

 

Aktuellen Herausforderungen begegnen

Ein Markenzeichen des Leipziger Tierärztekongresses ist immer wieder die Aktualität der Themen. Neben neuesten Forschungsergebnissen oder Erkenntnissen zu verschiedenen Therapiemethoden rücken alle zwei Jahre Problemstellungen in den Fokus, die die Veterinärmediziner zum aktuellen Zeitpunkt bewegen. In diesem Jahr betrifft dies vor allem den tiermedizinischen Nachwuchs.

 

Tiermedizinischer Nachwuchs: Lust, Frust, Perspektiven

Die Sorgen zu scheitern, hinter den Anderen zurückzubleiben, Erwartungen von Dozenten, Praktikern im kurativen Praktikum oder an einen selbst nicht zu erfüllen, steht laut Florian Diel vom Bundesverband der Veterinärmedizinstudierenden in Deutschland (bvvd e.V.) bei seinen Kommilitonen weit vorn. Aber auch die Sorge um die aktuelle berufliche und wirtschaftliche Situation der Tierärzte, die Angestelltentätigkeit und damit einhergehende Arbeitsbedingungen ist Thema unter den jungen Kollegen, die in der Auftaktveranstaltung „Tiermedizinischer Nachwuchs: Lust, Frust, Perspektiven“ durch den 2016 gegründeten Bund angestellter Tierärzte e.V. repräsentiert werden.

Seit 2016 sind mehr Frauen als Männer im tierärztlichen Beruf tätig. Doch inwiefern hat dies Auswirkungen auf die veterinärmedizinische Versorgung? Dieser Frage wird ebenfalls in der Auftaktveranstaltungen nachgegangen und darüber hinaus aufgezeigt, wie eine Praxis mit vier Tierärztinnen und mittlerweile zehn „Praxisbabys“ gut funktionieren kann.

 

Erfolg und Zufriedenheit in der eigenen Praxis

Auch das Berufspolitische Forum hat sich dieses Jahr Arbeitsbedingungen und Zufriedenheit thematisch zu eigen gemacht und beschäftigt mit Wegen zu Erfolg und Zufriedenheit in der Praxis. Hierbei wird die Situation praktizierender Tierärzte im Vergleich zu anderen Berufsgruppen betrachtet sowie Beispiele zur Praxisgründung, -übernahme und -führung aufgezeigt.

 

Aus aktuellem Anlass: Afrikanische Schweinepest in Europa

Auch wenn in Deutschland aktuell noch keine Fälle der Tierseuche bekannt sind, breitete sie sich zuletzt in unseren Nachbarländern aus. Einen Impfstoff gibt es derzeit noch nicht und wird auch in absehbarer Zeit nicht zur Verfügung stehen. Auf dem 9. Leipziger Tierärztekongress wird die Afrikanische Schweinepest vorgestellt und Maßnahmen erläutert, die hier im Land getroffen worden sind.

 

Über den Leipziger Tierärztekongress und die vetexpo

Der Leipziger Tierärztekongress und die Messe vetexpo werden von der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig, den sechs Tierärztekammern der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Leipziger Messe GmbH veranstaltet. 5.000 Tierärzte, Tiermedizinische Fachangestellte und Studenten der Veterinärmedizin sowie 450 Referenten kamen zur vergangenen Veranstaltung vom 14. bis 16. Januar 2016 nach Leipzig. Auf der größten veterinärmedizinischen Industrieausstellung Deutschlands, vetexpo präsentierten sich am 15. und 16. Januar insgesamt 210 Unternehmen mit Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Arzneimittel, Medizintechnik, Diagnostika, Instrumente sowie Tierernährung/Diätetik, moderner Praxiseinrichtung, EDV oder Fachliteratur.

Parallel zum 9. Leipziger Tierärztekongress findet die PARTNER PFERD statt. Der Besuch ist sowohl mit dem Kongress- als auch dem Messeticket möglich.

Quelle: Universität Leipzig

Federpicken und Kannibalismus im Putenstall

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Als Bundesforschungsinstitut und selbstständige Bundesoberbehörde des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erarbeitet das Friedrich-Loeffler-Institut im Rahmen der Politikberatung Gutachten und Stellungnahmen. Im Mittelpunkt seiner Arbeiten stehen die Gesundheit und das Wohlbefinden landwirtschaftlicher Nutztiere und der Schutz des Menschen vor Zoonosen.

Wie man Federpicken und Kannibalismus im Putenstall verhindern kann, wird am FLI-Standort Celle erforscht. Die Versuchsställe dort konnten wir besuchen und anschließend mit Dr. Jutta Berk, der Leiterin dieser Versuchsreihe, über die bisherigen Ergebnisse sprechen.

Kastenstand, Ferkelschutzkorb, Freilaufbucht – Fragen der zukünftigen Schweinehaltung

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Prof. Dr. Steffen Hoy von der Justus-Liebig-Universität Gießen über verschiedene Haltungssysteme für Sauen und Ferkel. Über Aspekte des Tierschutzes fürs Ferkel, Arbeitsschutz für den Menschen, Zuchtziele bei freier Sauenhaltung und den Zeithorizont für eine flächendeckende Umstellung auf Freilaufbuchten.

Kartellrecht muss Eigentumsrechte der Milcherzeuger respektieren

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Einstellung des DMK-Verfahrens durch das Bundeskartellamt ist konsequent

Der Deutsche Bauernverband (DBV) bezieht Stellung zur Einstellung des Musterverfahrens des Bundeskartellamts gegen das Deutsche Milchkontor (DMK). Die Einstellung des Verfahrens zu den Lieferbedingungen bei der Rohmilcherfassung ist sachgerecht. Es wurde im Laufe des Verfahrens offensichtlich, dass das Kartellrecht keine Grundlage dafür bieten kann, Eigentümerrechte in genossenschaftlichen Unternehmen in Frage zu stellen. Das Prinzip der Selbstverwaltung in bäuerlichen Vermarktungseinrichtungen ist ein wichtiges Element, um das Ziel der Stärkung der Erzeugerposition zu erreichen. Das Deutsche Milchkontor hat im Rahmen dieser Selbstverwaltung bewiesen, dass seine Eigentümer in der Lage und bereit sind ihre Lieferbedingungen markt- und wettbewerbsgerechter anzupassen.

 

Der DBV sieht dennoch weiterhin Handlungsbedarf bei der Gestaltung der Lieferbeziehungen zwischen Milchbauern und Molkereien. Allgemeinverbindliche Vorgaben durch den Staat oder das Bundeskartellamt können jedoch keine befriedigende Lösung sein. Dennoch sind die Molkereien gemeinsam mit den Milcherzeugern und ihren Organisationen gefordert, eine marktgerechte und modernere Gestaltung der Lieferbedingungen vorzunehmen. Preisabsicherungselemente sowie eine Abstimmung zu den Anlieferungsmengen zwischen Molkereien und Milcherzeugern sind in den Lieferbedingungen zu etablieren.

 

Ein wesentlicher Vorschlag des Kartellamtes betraf die Verkürzung der Kündigungsfristen bei den Molkereien. Auch wenn dies aus Sicht des einzelnen Milcherzeugers kurzfristig positiv bewertet werden kann, warnt der DBV vor einer Schwächung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des genossenschaftlichen Molkereisektors. Die Auswirkung der Verkürzung der Anlieferungspflicht im Kündigungsfall auf zwölf Monate sollte dementsprechend vom Bundeskartellamt zu gegebener Zeit nochmals bewertet werden.

 

Quelle: Deutscher Bauernverband

Virtueller Schweinestall der Zukunft

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Die anhaltende gesellschaftliche Kritik an der Nutztierhaltung setzt die gesamte Branche der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung massiv unter Druck. Tierhaltungssysteme müssen deshalb heutzutage nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ethische und gesellschaftliche Kriterien erfüllen. Wie sich die verschiedenen Erwartungen miteinander vereinbaren lassen, erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter der Leitung der Universität Göttingen im Verbundprojekt „Virtueller Stall der Zukunft“.

Ziel des Projekts sind gesellschaftlich akzeptable und praktisch realisierbare Stallbaukonzepte für die Schweinehaltung. Die Projektpartner wollen Ansätze der Nutztierwissenschaften, der Agrartechnik, des Stallbaus, der Betriebswirtschaftslehre und der Akzeptanzforschung kombinieren und Vertreterinnen und Vertreter aus Gesellschaft und Landwirtschaft mit einbeziehen.

Auf dieser Grundlage wollen sie neue Schweinehaltungssysteme entwickeln, detailliert beschreiben und aus den verschiedenen Fachperspektiven bewerten.

Der virtuelle Aspekt des Projekts ermöglicht einen schnelleren Verlauf und eine bessere Planbarkeit der späteren praktischen Umsetzung als der Einsatz von Testbetrieben.

Partner im Projekt „Virtueller Stall der Zukunft“ sind die Universitäten Kiel (Institut für Tierzucht und -haltung) und Düsseldorf (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing), die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands und der Stallbauexperte Dr. Richard Hölscher (Richard Hölscher GmbH). Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung fördert das Projekt anderthalb Jahre lang mit insgesamt 155.000 Euro. Weitere Informationen sind im Internet unter http://www.uni-goettingen.de/de/575789.html zu finden.

Quelle: Georg-August-Universität Göttingen