Mehr Tierwohl für gesündere Tiere – #Farm Animal Well-Being Forum 2

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Dass ein Mehr an Tierwohl für mehr Tiergesundheit sorgen kann, erklärte Professor Xavier Manteca, Autonome Universität Barcelona, Spanien, kürzlich auf dem 12. Boehringer Ingelheim Farm Animal Well-Being Forum. Einige Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen dem allgemeinen Wohlbefinden und der Prävalenz von Infektionskrankheiten. Die körperliche Gesundheit ist ein zentraler Bestandteil des Tierschutzes. Jede physische Erkrankung, einschließlich Infektionskrankheiten, ist eine wesentliche Einschränkung des Wohlbefindens.

Einige Krankheiten scheinen wichtiger zu sein als andere, was ihren Einfluss auf das Wohlbefinden angeht. Sie verursachen Schmerzen und Unbehagen bei den Tieren, was sich deutlich auf deren Wohlbefinden auswirkt. Auch Tierwohlprobleme, die nicht direkt mit der Gesundheit zusammenhängen, erhöhen das Risiko von Infektionskrankheiten und damit den therapeutischen Bedarf. Und auch Stress in jeder Form wirkt sich nachteilig auf das Tierwohl und damit die Gesundheit aus. Um diese Probleme zu lösen, ist es laut Manteca wichtig, erst einmal zu verstehen, welche negativen Einflüsse es auf die Tiere gibt. Dann gilt es diese abzustellen bzw. die Einflüsse soweit es geht zu verringern. Mehr Tierwohl hätte somit einen zusätzlichen Nutzen für die menschliche Gesundheit und die Ernährungssicherheit.

Quelle: Dr. Heike Engels

Akademie für Tiergesundheit vergibt Forschungsstipendien – Förderpreis zuerkannt

Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Veterinärmedizin eine Kernaufgabe der Akademie für Tiergesundheit (AfT).

Promotionsstipendien und Kongressbeihilfen
Auch in diesem Jahr unterstützt die Akademie für Tiergesundheit Promovierenden auf dem Gebiet der Tiergesundheit. Mit jeweils einem 24-monatigen Stipendium werden zwei Doktorandinnen unterstützt, die an der Justus-Liebig-Universität, Gießen equines Thrombozytenlysat als stimulierendes Zellsupplement in der regenerativen Veterinärmedizin bzw. an der Stiftung Tierärztliche Hochschule, Hannover den Einfluss von Stress auf die Wirt-Erreger-Interaktion im Schwein untersuchen. Umfangreich abgerufen wurden auch in diesem Jahr bereits wieder Reisebeihilfen, mit denen die AfT die Teilnahme junger Wissenschaftler an Fachkongressen unterstützt.

Förderpreis
Herausragende wissenschaftliche Leistungen würdigt die Akademie mit ihrem 5.000 Euro dotierten Förderpreis. Der Förderpreis 2020 wird an zwei Wissenschaftlerinnen für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der molekularen Biologie vergeben. Mit dem Forschungspreis gewürdigt werden Frau Dr. Andrea Theresia Feßler, PhD, Freie Universität Berlin für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zur molekulare Mikrobiologie und Antibiotikaresistenz (v. a. Staphylococcus) sowie Frau Dr. habil. Berit Bangoura, Assisstant Professor, University Wyoming/Universität Leipzig für ihre molekularbiologischen Studien zur Parasit-Wirt-Interaktion und Kontrolle von Eimeria und Toxoplasma spp. bei verschiedenen Tierarten.
Die Verleihung der Förderpreise soll im Rahmen des AfT-Symposiums am 18.01.2020 beim Leipziger Tierärztekongress erfolgen.

Akademie für Tiergesundheit e.V.
Postfach 26 01 64
53153 Bonn

Julia Klöckner zur aktuellen Debatte über das Thema Fleischsteuer

„Die Debatte zeigt: Es gibt eine Sensibilität dafür, dass mehr Tierwohl nicht zum Nulltarif zu haben ist und mehr Geld kostet. Das Geld muss nicht automatisch aus Steuererhöhungen kommen, sondern kann durch Schwerpunktsetzungen erreicht werden. Aber ich begrüße grundsätzlich die Diskussion darüber, was uns mehr Tierwohl wert ist, wie wir es in den Ställen umsetzen und die Gesellschaft mitnehmen! Es ist wichtig, dass wir diese Debatte gesamtgesellschaftlich führen und zu einem Konsens kommen, was uns bessere Bedingungen für die Nutztiere wert sind. Denn zur Steigerung des Tierwohls sind häufig hohe Investitionen erforderlich. Etwa, wenn es um dafür notwendigen, kostenintensiven Stallumbauten geht.

Diese Kosten kann nicht allein eine Bauernfamilie stemmen. Die Alternative: Wenn Bauern sich diese Umbauten nicht mehr leisten können, hören sie auf. Das kann aber nicht im Interesse von uns Verbrauchern sein, die zunehmend auf regionale Erzeugung und Produkte setzen. Wenn wir weiter heimische Produktion mit hohen Standards und entsprechenden Kontrollen wollen, dann müssen gerade unsere Familienbetriebe wettbewerbsfähig bleiben. Denn gibt eine Bauernfamilie auf, hört der Verbraucher nicht auf Fleisch zu essen, sondern greift häufig nach anderer Ware. Bei importierter Ware gilt es zu bedenken, dass wir deren Produktionsstandards wir nicht kontrollieren können wie hier vor Ort. Deshalb ist es in unser aller Interesse, dass eine gesunde, nachhaltige Landwirtschaft und Tierhaltung in ganz Deutschland möglich ist.

Konkret bedeutet das, dass es für diese Leistungen und die Erfüllung gesellschaftlicher Erwartungen auch öffentliche Mittel geben muss. Welche Instrumente und Wege hier in Frage kommen, darüber diskutieren wir in dem von mir eingesetzten „Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung“ mit breiter Beteiligung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen. Auch der Verbraucher an der Ladenkasse hat es in der Hand, welche Wirtschaftsweise er mit seinem Konsum und seinem Geldschein unterstützt. Bauern erzeugen das, was nachgefragt wird. Politisch will ich mehr Einsatz für Tierwohl belohnen. Ein entsprechendes Tierwohlkennzeichen, das dem Verbraucher beim Kauf klare Orientierung gibt, wo mehr für das Wohlbefinden des Tieres getan wurde, kann dabei helfen.“

Quelle: BMEL

Das ursprüngliche Konzept stammt von Prof. Folkhard Isermeyer, dem Präsidenten des Thünen-Instituts. Er hat es bereits 2018 vorgestellt

Bioland vergleicht Tierwohl-Kennzeichen

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Bioland hat die verschiedenen Stufen der Tierwohl-Kennzeichen des Handels und des BMEL mit der EU-Ökoverordnung und den eigenen Verbandsrichtlinien verglichen. Der Verband schreibt in seiner neuesten Pressemitteilung, es falle auf, „dass die Haltungsform des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) und der aktuelle Kriterienkatalog des staatlichen Tierwohlkennzeichens stellenweise selbst in den besseren Stufen nicht über den gesetzlichen Mindeststandard hinausreichten.“

Das staatliche Label ist in die Stufen (1) bis (3) aufgeteilt. Eine eigene Stufe für Bio-Fleisch ist nicht vorgesehen. Die Haltungsform des LEH reicht von Stufe (1), dem gesetzlichen Mindeststandard bis (4), wobei Stufe (4) Bio und konventionelle „Premium“-Haltung zusammenfasst.

Der Bioland-Präsident ist alarmiert: „Die beiden Labels grenzen an Verbrauchertäuschung. Beim Einkauf greifen Verbraucher zur vermeintlich besten Stufe und halten noch nicht einmal mit voller Garantie die wirklich bestmögliche Stufe, nämlich Bio, in den Händen“, so Jan Plagge. „Die Konsumenten brauchen Orientierung, anstatt Verwirrungstaktiken!“

Der Verband kritisiert darüber hinaus, dass die Einstiegsstufe bei beiden Labels die Stufe (1) ist. Es gilt also: Je höher die Stufe, desto besser die Tierhaltung. Dies ist der von Verbrauchern gelernten Kennzeichnung von Eiern, die seit Jahren etabliert ist, entgegengesetzt. Dort steht (0) für Bio, (1) für Freilandhaltung, (2) für Bodenhaltung und (3) für den gesetzlichen Mindeststandard.

Außerdem hätten die Schweine, auch in den höchsten Stufen der beiden Kennzeichnungssysteme, mehr als 50 Prozent weniger Platz im Stall (inklusive Auslauffläche) als es im Öko-Recht Standard ist (2,3 qm gegenüber maximal 1,5 qm). Auslauf erhielten die Tiere nur in den obersten Stufen. Auch im Bereich des Einsatzes von Antibiotika und Arzneimitteln weise keine der Stufen eine Einschränkung auf. Der Verbraucher dürfe hingegen davon ausgehen, dass mit jeder Stufe auch eine stufenweise Besserung der entscheidenden Kriterien einhergeht.

Auffallend sei zudem, dass die Haltungskriterien der Muttertiere und Ferkel nahezu ausgeklammert werden. Bei beiden Labels hat jedes Tier in allen Stufen nur den gesetzlichen Mindeststandard von maximal 2,5 qm Fläche zur Verfügung (gegenüber 7,5 qm nach EU-Ökoverordnung und Bioland). Auch Kastenstände, also die Fixierung von Sauen kurz vor und nach der Geburt, blieben erlaubt. Genauso wie das Kupieren der Schweineschwänze, welches lediglich beim staatlichen Tierwohllabel und da auch erst ab Stufe (2) nicht mehr erlaubt sei.

„Das staatliche Tierwohllabel und die Haltungsform sind kaum dazu geeignet, dem Verbraucher die Kaufentscheidung zu erleichtern. Sie verwirren mit komplizierten Abstufungen und berufen sich zu oft auf den gesetzlichen Mindeststandard, um sich wirklich mit dem Aufdruck „Tierwohl“-Label schmücken zu können“, resümiert Plagge und ergänzt: „Noch ist das freiwillige staatliche Tierwohllabel nicht gesetzlich verabschiedet worden. Es ist zu hoffen, dass Ministerin Klöckner Einsicht zeigt und die Kritik von Verbrauchern, Landwirten und ihren Kollegen auf politischer Ebene ernst nimmt.“

Quelle: Bioland

Was die vielen Label, vor allem wirtschaftlich, für Bio-Schweinehalter bedeuten können, war bereits auf der diesjährigen Internationalen Bioland-Schweinetagung ein Thema. Peter Spandau referierte dort über die Label-Flut im Einzelhandel und deren Bedeutung für die Bio-Schweinehalter. Ausführlicher Bericht hier.

Kälberflechte ernst nehmen

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Die Kälberflechte zählt zu der häufigsten Hauterkrankung des Rindes. Sie ist in ganz Deutschland in vielen Laufställen verbreitet. Obwohl sie nicht lebensbedrohlich ist und deshalb schnell unterschätzt wird, sollte man die Tiere und damit auch sich selbst schützen.

Die ersten klinischen Erscheinungen treten drei bis vier Wochen nach der Infektion auf und sind eher unauffällig: Es entwickeln sich auf der Haut des infizierten Rindes kleine Knoten, die durch einen Pilz (vor allem Trichophyton verrucosum) entstehen, der die Haarfollikel befällt und in die Haarzwiebel einwächst. Die Haare sträuben sich an dieser Stelle. Wenig später bilden sich dort Borken mit abgebrochenen Haaren. Sie können jucken und im frischen Stadium auch nässen und blutig sein.

Schnelle Ausbreitung im Bestand
Rinder erkranken meistens am Kopf und Hals. In der Regel heilen diese Veränderungen nach 3 bis 6 Monaten ab. Es kann jedoch zu bakteriellen Sekundärinfektionen kommen. Außerdem sind die Sporen der Fadenpilze sehr langlebig, sie können unter günstigen Bedingungen jahrelang infektiös bleiben. Deshalb kommt es in Betrieben, die einmal den Erreger der Kälberflechte im Bestand haben, immer wieder zu Reinfektionen, meistens in den Wintermonaten. Im Sommer sind Erkrankungen seltener, zumindest die Weidetiere sind davon selten betroffen, weil die UV-Strahlung die meisten Pilze abtötet. Meistens erfolgt die Einschleppung der Hautinfektion über zugekaufte Tiere. Aber auch Hunde, Katzen und Pferde können an Trichophythie erkranken und als Überträger in Frage kommen. Im Stall breitet sich die Infektion dann in der Regel ganz schnell aus. Die Übertragung erfolgt entweder durch den direkten Kontakt von Tier zu Tier oder auch über Stallgeräte, beispielsweise die Kuhputzbürste. Auch Fliegen, Läuse und Haarlinge können die Erreger von einem Tier zum anderen tragen.

Auf Menschen übertragbar
Es kommt zu Leistungseinbußen bei der Milchleistung und in der Mast. Ist das Immunsystem der Tiere geschwächt, sind sie anfälliger für Trichophytie und andere Erkrankungen. Und nicht zuletzt schädigt die Kälberflechte durch die Narben in der Haut das Leder, was dann nicht mehr verwertet werden kann und der Handel mit den Tieren ist erschwert. Aber der wichtigste Grund für eine wirksame Bekämpfung ist die Übertragbarkeit auf den Menschen. Die Infektion mit dem Erreger der Kälberflechte verläuft beim Menschen häufig schwerer und langwieriger als beim Rind, wenn sie zu spät erkannt und behandelt wird. Er hält sich in tieferen Hautschichten auf, was bei der Abheilung zu Narbenbildung führen kann. Besonders betroffen sind die Hände und Unterarme, gelegentlich auch die Gesichtshaut. Vor allem Kinder und immunschwache Menschen sind gefährdet.

Impfung zur Vorbeugung
Gegen die Kälberflechte gibt es eine Impfung. Diese wirkt nicht nur vorbeugend, sondern auch therapeutisch und sorgt dafür, dass die Hautveränderungen schneller wieder abheilen. Bereits drei Wochen nach der Impfung wrd der Erfolg der Maßnahme sichtbar: Die krustigen Stellen heilen ab, die Haare beginnen wieder zu wachsen. Da meistens der gesamte Bestand betroffen ist, bietet sich eine Impfung zur Bekämpfung an. Der gesamte Bestand wird im Abstand von 14 Tagen zweimal geimpft bis auf die Kälber unter einem Monat. Begleitende Maßnahmen wie beispielsweise Waschungen mit einem fungizidhaltigen Produkt können ebenfalls helfen. Es gibt Hinweise, dass die Ausbreitung der Kälberflechte durch einen Mangel in der Vitamin-A und Spurenelementversorgung begünstigt wird. Deshalb sollten Fütterung und Haltung überprüft werden. Da sich die Pilzsporen sehr lange in der Stallumgebung aufhalten können, sind gründliche Reinigungs- und Hygienemaßnahmen empfehlenswert. Vor allem die Kuhbürste sollte gereinigt und desinfiziert werden. Es gibt mehrere Impfstoffe gegen Kälberflechte: Der Tierarzt weiß je nach Bestandssituation, welcher jeweils eingesetzt werden sollte.

Quelle: Dr. Heike Engels

Hochboxen helfen gegen Hitzestress

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„Im Sommer sind immer zuerst die Hochboxen belegt“ – diese Aussage hört man von Landwirten, die beide Systeme (Hochboxen und Tiefboxen) im Stall haben. Das funktioniert allerdings nur mit tiergerecht weichen Gummimatten. Komfortmatten von KRAIBURG werden nicht nur bei hohen Temperaturen gerne von den Tieren angenommen.

Ab 16 °C sinkt die tägliche Liegezeit Je nach Milchleistung leiden Kühe bereits ab Temperaturen von 16 – 20 °C an Hitzestress. Das macht sich schnell bemerkbar, wenn auffallend viele Tiere am Gang „herumstehen“. Auch im Sommer sollen diese Stehzeiten so kurz wie möglich gehalten werden, denn die Klauen werden zusätzlich belastet. Neben Ventilatoren im Liegebereich können auch Hochboxen mit Gummimatten helfen, die Tiere zum Liegen zu animieren.

Gummi ist nicht gleich Gummi Das Geheimnis liegt im Gummi, denn die Zusammensetzung von Gummimischungen variiert sehr stark. Die KRAIBURG-Rezeptur besitzt ideale wärmeleitende Eigenschaften. Bei hohen Temperaturen helfen die KRAIBURG Komfortmatten, überschüssige Wärme vom liegenden Tier abzuführen. Produkte wie WINGFLEX, KEW Plus oder WELA sind zudem tiergerecht weich – auch bei minimaler Einstreumenge.

Hochboxen mit weichen Gummimatten und Minimaleinstreu machen deutlich weniger Arbeit als Tiefbuchten mit Strohmist-Matratzen. Zudem kann im Sommer der Liegekomfort erhöht werden, weil die Gummi-Oberfläche im Vergleich zur Mistmatratze deutlich kühler ist. Angesichts anhaltend hoher Temperaturen sollte jede Möglichkeit genutzt werden, um die Liegezeit der Tiere, und folglich ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit, zu erhalten.

Mehr Informationen finden Sie unter www.kraiburg-elastik.de oder bei Ihrem KRAIBURG-Fachhändler

Quelle: Kraiburg

Antibiotikaabgabemengen in der Tiermedizin weiter rückläufig

„Tierärzte haben erneut deutlich weniger Antibiotika eingesetzt. Seit 2011 wurde die Menge um rd. 58 Prozent reduziert. In 2018 trug mit mehr als einem Drittel der Rückgang bei den als humanmedizinisch wichtig eingestuften Fluorchinolonen und Cephalosporinen der 3. und 4. Generation bei. Durch ein umfassendes Tiergesundheits- und Hygienemanagement kann der Landwirt mit seinem betreuenden Tierarzt Krankheiten verhüten. Dies dient dem Tierwohl und der nachhaltigen Produktion sicherer Lebensmittel. Die Grafik verdeutlicht die Reduktion der Antibiotikaabgabemengen durch Minimierungskonzepte, die auf den Prinzipien des verantwortungsvollen Umgangs mit Antibiotika“ schreibt der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) in seiner neuesten Pressemitteilung.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlichte jetzt die aktuellen Zahlen (s. Tabelle oben) und führt dazu aus:

Die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika in Deutschland ist 2018 weiter leicht zurückgegangen. Sie sank im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 auf 722 Tonnen (minus 1,5 %) und erreichte damit das bislang niedrigste Niveau seit 2011, dem ersten Jahr der Erhebung (minus 57,6 % gegenüber 1706 Tonnen im Jahr 2011). Zum ersten Mal seit der Erfassung der Abgabemengendaten für Antibiotika und deren Auswertung durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) liegen auch die Mengen der abgegebenen Fluorchinolone sowie Cephalosporine der 3. und 4. Generation unter dem Wert von 2011. Diese Wirkstoffklassen sind für die Therapie beim Menschen von besonderer Bedeutung.

Die Abgabemenge der Fluorchinolone ist im Vergleich zum Vorjahr um ca. 2,2 Tonnen (t) gesunken, die der Cephalosporine der 3. und 4. Generation um 1,6 t. Da sich diese deutliche Verringerung bei diesen Wirkstoffklassen erst für die Abgabemengen 2018 ergibt, liegt die Vermutung nahe, dass hierfür die Änderungen der Tierärztlichen Hausapothekenverordnung (TÄHAV) ursächlich sind. Die TÄHAV schreibt seit dem 1. März 2018 vor, dass bei der Anwendung von Fluorchinolonen und Cephalosporinen der 3. und 4. Generation ein Antibiogramm nach standardisierten Verfahren durchzuführen ist.

Im Jahr 2018 wurden 722 Tonnen Antibiotika von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte in Deutschland abgegeben. Die Hauptabgabemengen bilden wie in den Vorjahren Penicilline mit etwa 271 t und Tetrazykline mit etwa 178 t, gefolgt von Polypeptidantibiotika (Colistin) mit 74 t und Sulfonamiden (63 t) sowie Makroliden (59 t). Von den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) als Wirkstoffe mit besonderer Bedeutung für die Therapie beim Menschen eingestuften Antibiotikaklassen (Critically Important Antimicrobials for Human Medicine) wurden im Vergleich zum Vorjahr bei zwei Wirkstoffklassen höhere Mengen abgegeben (Zunahme: ca. 4,0 t Makrolide bzw. rund 0,024 t Polypeptidantibiotika). Gegenüber dem ersten Erfassungsjahr 2011 haben die Abgaben von Colistin aber um ca. 42 % und die Menge der Makrolide um rund 66 % abgenommen (Anhang – Tab. 1: Vergleich der Abgabemengen der Wirkstoffklassen 2011 bis 2018).

Der Einsatz von Tierarzneimitteln dient dem Ziel, kranke Tiere zu behandeln und damit die Tiergesundheit und den Tierschutz zu fördern. Der Einsatz ist gleichermaßen auf den Schutz des Verbrauchers vor Zoonosen und sicheren Lebensmitteln ausgerichtet. Die Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika stellt eine globale Bedrohung in der Human- und Veterinärmedizin dar. Der Transfer von antibiotikaresistenten Bakterien und/oder der Transfer von Resistenzgenen zwischen Mensch und Tier sind wechselseitig möglich.

Moderhinke: Wenn das Schaf nicht mehr laufen kann

Von Dr. Ursula Domes, Schafgesundheitsdienst, Tiergesundheitsdienst Bayern e.V.

Lahmheiten kommen auch bei Schafen vor, auch wenn sie in der Regel viel Weidegang haben. Regelmäßige Klauenpflege ist also auch bei Schafen wichtig. Wird diese jedoch vernachlässigt und kommen einige Umweltfaktoren hinzu, kann die gefürchtete Moderhinke entstehen.

Das Klauenhorn beim Schaf wächst ständig nach und muss somit regelmäßig per Pflegeschnitt gekürzt werden. Dies kann bei weichem Untergrund bis zu viermal im Jahr nötig sein, bei hartem Untergrund und langen Märschen dementsprechend seltener.

Wenn das Klauenhorn zu lang wird, klappt es nach innen oder außen um. Im ersten Fall entstehen somit Höhlen, wo sich gern Bakterien vermehren, im zweiten Fall reißt das Horn ein und das Schaf kann sich leicht Steine oder Dornen eintreten. Wenn Klauen lange nicht geschnitten werden, wachsen diese schnabelartig nach vorne. Bei lehmigem Boden können sich Erdklumpen zwischen den Klauen ansammeln und beim Trocknen reiben und starke Lahmheiten verursachen.

Neben diesen einfacheren Lahmheitsursachen werden ansteckende Krankheiten wie besonders die Moderhinke stark gefürchtet. Wegbereiter ist das Bakterium Fusobacterium necrophorum, das überall in der Umwelt vorhanden ist, und erste schmierige Entzündungen zwischen den Klauen hervorruft. Wenn dann noch ein zweites Bakterium dazukommt, das Dichelobacter nodosus, entsteht die Moderhinke, die einen typischen süßlichen Geruch aufweist.


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Rindfleischgenuss mit gutem Gewissen – #Farm Animal Well-Being Forum 1

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Von Dr. Heike Engels

Für die nachhaltige Produktion von Milch und Rindfleisch sollte auch das Potential der männlichen Kälber von milchbetonten Rassen bestmöglich genutzt werden. Dies dachte sich auch der Tierarzt Rob Drysdale aus Großbritannien: Er stellte sein besonderes Konzept „StraightLine Beef“ kürzlich auf dem 12. Boehringer Ingelheim Farm Animal Well-Being Forum vor.

Rob Drysdale interessierte sich schon immer für die nachhaltige Rindfleischerzeugung in einer integrierten Lieferkette. Nachdem er viele Jahre als Tierarzt arbeitete, entschied er sich zu einer Weiterbildung im Supply Chain Management. Er promovierte 2016 mit dem Thema „Rindfleisch aus der Milchviehherde: Ist Integration die Antwort?“ und gründete in dieser Zeit sein Unternehmen StraightLine Beef. Dies ist eine Lieferkette bzw. Integration für Rindfleisch aus der Milchviehhaltung. Ein Netzwerk aus etwa 40 Milchviehbetrieben liefert eine vertraglich abgesicherte Anzahl Kälber an Drysdale, dann übernehmen Aufzüchter und Mäster die Kälber bis zur Schlachtreife.

Bisher ist solch eine Integration überwiegend aus dem Geflügel- und Schweinebereich bekannt. Drysdale startete 2014 mit 60 Kälbern und hat nun 4.500 Rinder an 14 Standorten in Wales und Südwestengland unter Vertrag. Für die Aufzucht der Kälber hat er Handlungsanweisungen erarbeitet, die von jedem Betrieb umgesetzt werden müssen, damit nur gesunde und fitte Kälber in seine Lieferkette kommen. In diesen Listen sind u.a. die Kolostrumgabe, die Fütterung und Impfungen vorgeschrieben.

Daneben bewirtschaftet Rob Drysdale seit März 2017 in Somerset seinen eigenen Mastbetrieb, in dem er eine intensive und grasbasierte Rindfleischproduktion praktiziert. StraightLine Beef unterhält mehrere Lieferketten, von reinen Bullen aus der Milchproduktion bis hin zu grasgefütterten Angus-Kreuzungsrindern. Häufig werden ausgewählte Elitebullen der Rassen Hereford und Angus zur Anpaarung verwendet, um eine gleichbleibende Fleischqualität zu erzielen. Drysdale verfolgt das Ziel, die Nachhaltigkeit vom Milchviehbetrieb und der Fleischproduktion bis zum Restaurantteller oder Einzelhandelsregal kontinuierlich zu verbessern. Aus seiner Sicht ist es Sache der Produzenten zu beweisen, dass die Produktion von Rindfleisch sowohl ethisch als auch nachhaltig sein kann.

Weitere Information hier.

Antibiotika: Geflügelwirtschaft erarbeitet Reduktionsziele – und fordert Unterstützung bei Zulassung innovativer Verfah-ren

Die deutsche Geflügelwirtschaft steht für einen verantwortungsvollen Einsatz von Antibioti-ka und will aktiv ihren Beitrag zu einer Minimierung von Antibiotikaresistenzen leisten. Das haben Spitzenvertreter der Branche am Mittwoch im Gespräch mit Bundeslandwirt-schaftsministerin Julia Klöckner und weiteren führenden Vertretern der beiden Bundesmi-nisterien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und Gesundheit (BMG) klar gemacht. „Wir teilen die Ziele von BMEL und BMG, den Einsatz von Antibiotika und insbesondere Reserveantibiotika deutlich weiter zu reduzieren“, sagt Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. (ZDG). Die Wirtschaft hat der Ministerin beim Treffen in dieser Woche erste Grundzüge einer komplexen Minimierungs-strategie vorgelegt, die in den kommenden Wochen weiter ausgearbeitet wird. ZDG-Präsident Ripke fordert die gezielte und entschlossene Begleitung durch die Politik: „Um unsere ambitionierten Ziele umzusetzen, sind wir zwingend auf die Unterstützung der Politik angewiesen, so zum Beispiel bei der Zulassung neuer, innovativer Verfahren wie ,Competitive-Exclusion‘-Kulturen oder Bakteriophagen.“

Bei „Competitive Exclusion“-Kulturen (CE) wird durch eine Frühbesiedlung mit einer natür-lichen Geflügeldarmflora die Besiedlung mit unerwünschten Krankheitserregern und resis-tenten Keimen deutlich erschwert. Diese innovativen Behandlungsverfahren mit CE-Kulturen, wie die Geflügelwirtschaft sie zusammen mit der Freien Universität Berlin im Forschungsvorhaben EsRAM (Entwicklung stufenübergreifender Reduktionsmaßnahmen für Antibiotikaresistente Erreger beim Mastgeflügel) in den vergangenen drei Jahren mit vielversprechenden Erkenntnissen erprobt hat, sowie die Anwendung von Bakteriophagen müssen kurzfristig zugelassen oder in Pilotprojekten angewendet werden, fordert die deut-sche Geflügelwirtschaft. „Wir wollen unserer Verantwortung gerecht werden, brauchen hier aber auch tatkräftige und konstruktive Begleitschritte der Bundesregierung“, betont ZDG-Präsident Ripke. „Die Reduzierung von Antibiotikaresistenzen geht uns alle an. Auch die Politik ist gefordert, ihren Teil beizutragen.“

Quelle: ZDG

Gesunder Darm = intaktes Immunsystem?

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Von Dr. Heike Engels

In jüngster Zeit geraten der Darm, die Verdauung sowie das Immunsystem immer mehr in den Fokus. Man hat verstanden, dass über die Fütterung nicht nur Leistung, sondern auch Darmgesundheit erreicht werden kann und dass der gesunde Darm ganz eng mit einem leistungsfähigen Immunsystem zusammenhängt. Roggen kann dabei ebenfalls eine große Rolle spielen.

Das Immunsystem ist für die Erhaltung der Gesundheit unerlässlich. Es ist jedoch kein starres Gebilde, sondern wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. So greifen beispielsweise das Wohlbefinden oder aber auch die Ernährung der Schweine in die Steuerung des Immunsystems mit ein. Doch wie wird das Immunsystem in Balance gehalten? Das Immunsystem ist überall im Körper. Es ist ein Zusammenspiel von Zellen, Geweben und Botenstoffen aller Art, alles kommuniziert miteinander. Der größte Teil des Immunsystems ist im Darm lokalisiert. Im Darm leben unzählige nützliche Bakterien, die sogenannten Kommensalen, die den wesentlichen Teil des Mikrobioms darstellen. Sie spielen eine erhebliche Rolle bei der Steuerung immunologischer Prozesse im Darm. Direkt unter der Darmschleimhaut sitzt das ausgeklügelte Darmimmunsystem, das sofort auf eindringende Erreger reagiert.

Mikrobiom kommuniziert mit Gehirn
Das Mikrobiom im Darm, also die Gesamtvielfalt der Mikroorganismen im Darm, besiedelt alle Teilbereiche des Verdauungstraktes, von der Mundhöhle bis zum Rektum (Enddarm). Das Mikrobiom stimuliert die Entwicklung des Immunsystems und reguliert seine Funktion über bakterielle Stoffwechselprodukte. Nicht zuletzt konkurrieren die guten Bakterien und die Krankheitserreger im Darm um den gleichen Lebensraum und um die gleiche Nahrung. Ein ausbalanciertes Mikrobiom stabilisiert den Darm gegen ein Überwuchern mit Krankheitserregern. Verschiedene Studien haben belegen können, dass das Mikrobiom im Darm mit dem Gehirn kommuniziert und umgekehrt. Die Darm-Gehirn-Achse wirkt über ungünstige Keime im Darm auf das Gehirn, denn die Darmflora nimmt mittels Hormonen, Immunmolekülen und ihren eigenen Metaboliten auf das Gehirn Einfluss und kann so zum Beispiel das Fressverhalten steuern, also den Appetit. Andersherum wirkt die Gehirn-Darm-Achse über Stress auf den Darm und dessen Bewohner und kann das Mikrobiom verändern.

Futter für das Mikrobiom
Eine vielfältige Keimzusammensetzung des Mikrobioms ist gut für das Immunsystem, eine Verschiebung der Keime in eine bestimmte einseitige Richtung schwächt das Immunsystem.


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Schuld sind immer die anderen

Rudolf Henke, der Vorsitzende des Marburger Bundes, beklagt mal wieder den „massiven Einsatz von Reserveantibiotika in der Geflügelmast“ und meint, Humanmediziner bräuchten Reserveantibiotika zur Therapie schwerer Infektionen, die mit konventionellen Substanzen nicht mehr behandelt werden könnten.

Er hätte besser mal das „Bayerische Ärzteblatt“ zur Hand nehmen sollen, das in einem bemerkenswerten Artikel schreibt: „Derart pauschale Schuldzuweisungen sind so falsch wie gefährlich, denn sie lenken vom eigentlichen Problem ab. Die Resistenzproblematik ist ein globales, multifaktorielles Problem, das nur im Sinne des „One-Health-Ansatzes“ durch gemeinsame Aktionen aller beteiligten Personenkreise aus Landwirtschaft, Lebensmittelindustrie, Tiermedizin, Humanmedizin und öffentlichen Gesundheitswesen gelöst werden kann“.

Der Einsatz von Antibiotika bei Nutztieren wurde seit 2011 drastisch vermindert (-57%). Für die Humanmedizin fehlen entsprechende Verbrauchszahlen bis heute. Beim Geflügel ist das Uralt-Mittel Colistin, das Humanmediziner jetzt gerne exklusiv für sich reklamieren wollen, jedoch bisher nicht wirklich zu ersetzen. In der Veterinärmedizin suchen Forscher und Praktiker nach Wegen, den Antibiotikaeinsatz weiter zu senken und – wann immer möglich – auf besonders wichtige Wirkstoffe zu verzichten. Diese Strategie möchten man auch der Humanmedizin empfehlen.

Trockenstellen in der Diskussion – Selektiv oder doch so wie immer?

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Von Dr. Joachim Lübbo Kleen, Fachtierarzt für Rinder

„Milchkühe werden am Ende der Laktation trockengestellt“ – So war es eigentlich immer, und schon sehr lange gehört ein antibiotischer Trockensteller dazu. Im Zuge der Antibiotikareduktion ist in den letzten Jahren das Trockenstellen vermehrt in die Diskussion gekommen und es wird viel vom sogenannten „selektiven Trockenstellen“ berichtet. Auch wenn über das Wie und Warum dieser Maßnahme mittlerweile Klarheit herrscht, so ist doch dazu in der Praxis immer wieder Unsicherheit festzustellen.

Die Trockenstehphase ist grundsätzlich als Ruhephase für den Gesamtorganismus der Kuh zu verstehen. Hauptzweck ist die Rück- und Neubildung des Eutergewebes, um in der neuen Laktation wiederum eine möglichst hohe Produktivität erreichen zu können. Bestehende Verletzungen oder Hyperkeratosen heilen ab und das Drüsengewebe wird regeneriert. Die Eutergesundheit profitiert aber auch davon, dass in der Trockenperiode die bestmöglichen Chancen bestehen, bereits vorhandene, langfristig bestehende Eutererkrankungen auszuheilen. So können z.B. auch subklinische Infektionen mit Staphylococcus aureus am ehesten in der Trockenperiode eliminiert werden. Es ist bei entsprechend guter Durchführung des Trockenstellens sowie guter Haltungs- und Hygienebedingungen grundsätzlich möglich, bis zu 80 % und mehr der bereits bestehenden Euterinfektionen auszuheilen.

Neuinfektionen vermeiden
Die Trockenperiode ist also als Chance zu sehen, Eutergesundheit positiv zu beeinflussen. Dem steht ein Risiko für Neuinfektionen der Milchdrüse entgegen, das vor allem in den ersten 14 Tagen nach dem Trockenstellen deutlich erhöht ist. Der Strichkanal ist in dieser Zeit noch nicht verschlossen und die Abwehrsituation ist durch eine geringe Leukozytenkonzentration ungünstig. Ähnlich sieht es vor dem Abkalben aus:


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Alte Genome offenbaren Neues zur Abstammung unserer Hausrinder

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Der eurasische Auerochse gilt als Vorfahre unserer heutigen Hausrinder. Er wurde über einen längeren Zeitraum mit Beginn vor etwa 10.500 Jahren in Randgebieten des Fruchtbaren Halbmonds, den Tälern von Euphrat und Tigris, domestiziert. Seit dem 17. Jahrhundert ist die wilde Form ausgestorben, doch seine domestizierten Nachfahren, heute auf der ganzen Welt als Nutztiere verbreitet, leben fort. Vieles in der jahrtausendelangen Geschichte der Hausrinder ist noch unklar, genetische Informationen heute lebender Tiere geben allenfalls ein verwaschenes Bild vergangener Prozesse wieder, die das Rind zu dem gemacht haben, was es heute ist.

Ein internationales Wissenschaftlerteam ist der Geschichte der frühen Rinder nachgegangen. Die Gruppe hat genomische Daten von 67 Tieren aus acht Jahrtausenden untersucht und so die Geschichte der Rinderdomestikation detaillierter als jemals zuvor nachgezeichnet. Die große genetische Ähnlichkeit zwischen dem anatolischen Ur, wie der Auerochse auch genannt wird, und den ersten Hausrindern bestätigt den Domestikationsursprung in dieser Region.

Einkreuzung von Wildrindern in Hausrindherden
Die Studie macht jedoch auch deutlich, dass im Laufe der Zeit unterschiedliche lokale Wildpopulationen ihre genetischen Spuren im Hausrind hinterließen. „Wir gehen davon aus, dass sich die Wildrinder der Levante und Europas mit den vom Menschen importierten Hausrindherden vermischt haben“, erklärt Dr. Amelie Scheu von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). „Diese Einkreuzungen blieben vormals unentdeckt, da sie durch Auerochsenbullen geschahen, bisherige Studien jedoch hauptsächlich allein mütterlicherseits weitergegebenes Erbgut untersuchten. Erst der technische Fortschritt hat uns über die Möglichkeit, ganze Genome entschlüsseln zu können, zu dieser Erkenntnis verholfen.“

Mit Zebus gegen Hitze und Dürre
Die ersten domestizierten Rinder zeigten, so die Studie unter Leitung von Prof. Dan Bradley, Populationsgenetiker am Trinity College Dublin, noch keine genetischen Einflüsse von Zebus. Dieses Buckelrind (Bos indicus) wurde wahrscheinlich weiter östlich im Indus-Tal domestiziert. Vor etwa 4.000 Jahren tauchten aber im genetischen Code der Hausrinder des Nahen Ostens erste Hinweise auf Vermischungen beider Gruppen auf. Als Grund wird eine extreme Dürre vermutet, die sich über mehrere Jahrhunderte hinzog. Möglicherweise haben die frühen Bauern auf die veränderten klimatischen Bedingungen mit der Einkreuzung von Zebus reagiert, die Hitze und Trockenheit besser standhalten als taurine Rinder. Dieser Einschnitt markiert den Beginn einer bis heute andauernden globalen Ausbreitung der Zebus. Die Nachfahren der ersten Buckelrinder werden weltweit in tropischen Regionen bevorzugt gehalten.

Die Forschungsarbeit „Ancient cattle genomics, origins and rapid turnover in the Fertile Crescent” ist in der renommierten Fachzeitschrift Science erschienen und wurde von dem Europäischen Forschungsrat (ERC) mit einem ERC Advanced Grant für Daniel Bradley, Professor für Populationsgenetik am Trinity College Dublin, unterstützt.

Quelle: Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Bundesagrarministerium unterstützt Wanderschäfer mit über einer Million Euro

Schutzmaßnahmen gegen den Wolf werden gefördert

Ab dem kommenden Montag, 15. Juli, können Wanderschäfer, die mit ihren Herden durch Wolf- und Wolfspräventionsgebiete ziehen, eine Förderung für Maßnahmen zum Schutz gegen den Wolf beantragen. Dann tritt eine entsprechende Förderrichtlinie des Ministeriums der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, in Kraft. Für das so genannte ‚Bundesprogramm Wolf‘ stehen 1,05 Millionen Euro zur Verfügung.

Julia Klöckner: „Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland ist ein Erfolg des Artenschutzes. Gleichzeitig stellt sie insbesondere die heimischen Wanderschäfer vor große Herausforderungen. Denn die Errichtung, Überwachung und Absicherung wolfsabweisender Zäune und anderer Schutzmaßnahmen kostet nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld. Den finanziellen Mehraufwand der Wanderschäfer wollen wir mit unserem „Bundesprogramm Wolf“ ausgleichen. Vorgesehen ist eine Prämie von 36 Euro pro Wanderschaf. Mir ist es ein wichtiges Anliegen, so zum bestmöglichen Schutz der Schafe und Herden beizutragen.“

Die entsprechende Förderrichtlinie Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, Antragsformulare und weitere Informationen sind hier zusammengestellt.
Hintergrund:

Das „Bundesprogramm Wolf“, dessen Fördervolumen 1,05 Million Euro beträgt, hat zum Ziel, Wanderschäfer mit geringen oder keinen direktzahlungsberechtigten Flächen bei Maßnahmen zum Schutz der Herden vor dem Wolf finanziell zu unterstützen. Die Förderung soll dazu verwendet werden, um finanzielle, laufende Mehraufwendungen der Wanderschäfer für den Herdenschutz vor Wolfsübergriffen im Jahr 2019 aufzufangen. Investitionskosten werden nicht gefördert. Es ist ein pauschaler Betrag in Höhe von 36 EUR pro Wanderschaf vorgesehen, sofern jedoch die Anzahl der beantragten Prämien die verfügbaren Mittel übersteigt, wird die Prämie pro Tier entsprechend gekürzt.

Voraussetzung für die Förderung ist zum einen eine Herde von mindestens 200 Wanderschafen, die zum Stichtag 15.Juli 2019 über ein Jahr alt sind, die Wanderung durch Wolfs- und Wolfspräventionsgebiete in der Hauptweidesaison 2018 und 2019 (01.04. – 01.10.), eine maximal 40 Hektar große im Eigentum befindliche oder gepachtete Grünland- oder Dauergrünlandfläche sowie die Verwendung von Maßnahmen gegen den Schutz vor Wölfen (wolfsabweisende Zäune und/oder Herdenschutzhunde).

Die Zuwendung erfolgt als De-minimis-Beihilfe auf Grundlage der Verordnung (EU) Nr. 1408/2013 der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf De-minimis-Beihilfen im Agrarsektor (ABl. Nr. L 352 vom 24.12.2013, S. 9 – 17), zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2019/316 (Amtsblatt der EU Nr. L51 I vom 22.02.2019, S. 1 ff) und wird als einmaliger nicht rückzahlbarer Zuschuss im Wege der Festbetragsfinanzierung gewährt. Antragsfrist ist der 31. August 2019.

Quelle: BMEL

Bayerisch-tschechisches Forschungsprojekt trägt zum Schutz der Bienen bei

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Bayerisch-Tschechische Hochschulagentur fördert Entwicklung von Testsystemen, mit denen Bienenkrankheiten frühzeitig erkannt werden können

Anfang 2019 stand das bayerische Volksbegehren zur Artenvielfalt unter dem Motto „Rettet die Bienen!“ Auf tschechischer Seite engagieren sich ebenfalls viele Menschen für den Schutz der Bienen, denn Bienen sind nicht nur durch schwindende Lebensräume und Umweltbelastungen gefährdet, sondern zusätzlich durch Krankheiten, wie Bakterien, die die sogenannte Faulbrut verursachen.

Hier setzt das neue Forschungsprojekt „Nachweisstarke bioanalytische Werkzeuge zur Überwachung von Bienenkrankheiten“ an, das die langjähre Kooperation zwischen Prof. Petr Skládal und Dr. Zdeněk Farka vom Central European Institute of Technology (CEITEC) an der Masaryk Universität in Brünn auf der tschechischen Seite und Dr. Hans-Heiner Gorris und Matthias Mickert am Institut für Analytische Chemie, Chemo- und Biosensorik an der Universität Regensburg auf eine neue Stufe hebt. Zum Forschungsverbund hinzugekommen ist Prof. Daniel Horák vom Institut für Makromolekulare Chemie der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag. Gemeinsam wollen die Kooperationspartner neue Testsysteme entwickeln, mit denen Bienenkrankheiten in einem möglichst frühen Stadium diagnostiziert werden können, denn dann lässt sich eine weitere Verbreitung dieser Krankheiten am effizientesten verhindern.

Das Projekt läuft von 2019 bis 2021 und wird von der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur (BTHA) aus Mitteln des Freistaats Bayern und dem Ministerium für Schulwesen, Jugend und Sport der Tschechischen Republik mit einer Summe von jeweils Euro 45.000 gefördert (https://www.btha.cz/de/foerderung/joint-call-2019-2021). Die BTHA unterstützt den Austausch in Forschung und Lehre zwischen Bayern und Tschechien.

Quelle: Universität Regensburg

Digitales Gesundheitsmonitoring bei Aufzuchtkälbern – #MSD-Symposium Rind 4

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Zum Schluss des MSD-Symposiums stellte Monica Miravalle das neue System „SenseHub“, speziell auch als besonders leichte RFID-Ohrmarke für Kälber, vor.

Das modulare Kuhüberwachungssystem liefert Informationen über den Reproduktions-, Gesundheits-, Ernährungs- und Wohlfühlstatus einzelner Kühe und Gruppen. Das System bietet eine ganze Auswahl an Hals- oder Ohrmarken du ist auch für Betriebe mit mehr als 1.000 Tieren geeignet.

Die „Allflex Young Stock Application“ bietet, mittels besonders leichter Ohrmarken (unter 40 g), eine spezielle Lösung für neugeborene Kälber bis zum Alter von sechs Monaten an. Die „eSense Flex-Ohrmarken“ liefern Daten zu Verhalten und Gesundheit eines Tieres bereits 24 Stunden, nachdem die Marke angebracht wurde. Ab diesem Zeitpunkt steht der Gesundheitsbericht zur Verfügung und bietet Echtzeit-Einblicke in den Gesundheitszustand und die Trends jedes einzelnen Kalbes.

Aber nicht nur der Gesundheitsstatus lässt sich so überwachen, sondern z. B. auch Änderungen bei Fütterungsmethoden oder Futtertypen oder der Wechsel von Hütten in den Stall, jeweils für das einzelne Kalb und ganze Gruppen.

Gehäufte Gesundheitsprobleme in der frühen Entwicklung einer Färse deuten häufig darauf hin, dass sie als Kuh später eher geringe Leistung bringen wird. Die Überwachungshistorie gibt hier Anhaltspunkte für die potenzielle Produktivität jeder einzelnen Färse. So können proaktive Entscheidungen im Frühstadium getroffen und letztendlich die Qualität der Herde verbessern werden.

Natürlich kosten solche Systeme, gerade wenn alle verfügbaren Module ausgewählt werden, Geld. Bedenkt man aber, dass eine Atemwegserkrankung oder Durchfall mit Behandlungskosten zwischen € 100,- und € 250,- pro Kalb zu Buche schlagen, lohnt sich ein zweiter Blick auf solch ausgefeilte Systeme sicher.

Weitere Informationen (in englischer Sprache) gibt es hier.

Tiergesundheit bei Mastkälbern startet im Herkunftsbetrieb – #MSD-Symposium Rind Nr. 3

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Zu Beginn ihres Vortrags in Münster, stellte Prof. Dr. Kerstin E. Müller (FU Berlin) eine aktuelle Dissertation vor. Annegret Tautenhahn hat für ihre Arbeit zwischen 2012 und 2014 Daten auf 50 milchkuhhaltenden Betriebe in Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern gesammelt. Die Ergebnisse ihrer Arbeit unterstreichen die Bedeutung des Managements wie: Versorgung mit Erstkolostrum, Fütterung und Haltung auf Tiergesundheit und Wohlbefinden von Kälbern. Im Abstract heißt es:

„Der Einfluss von 16 bzw. 25 vorausgewählten Faktoren wurde mithilfe der Regressionsanalyse in einem Modell für die Kälbersterblichkeit und einem für die Tageszunahmen bis zur zwölften Lebenswoche untersucht. Die Kälbersterblichkeit betrug zwischen 0,0 und 17,7%. Den größten Einfluss auf eine erhöhte Kälbersterblichkeit (> 5%) hatte ein hoher Anteil an Kälbern mit ungenügendem Immunglobulintransfer (OR: 8,1). Die Fütterung von Heu ab der ersten Lebenswoche im Vergleich zu keiner Fütterung von Heu bis zum Absetzen war mit einer geringeren Kälbersterblichkeit assoziiert (OR: 0,2). Betriebe mit einer erhöhten Kälbersterblichkeit setzten zehnmal häufiger Halofuginon* ein als Betriebe mit einer niedrigen Kälbersterblichkeit (OR: 10,0). Die medianen Tageszunahmen bis zur zwölften Lebenswoche lagen in den Betrieben zwischen 414 und 1027 Gramm und im Median bei 675 Gramm. Als Risikofaktoren für reduzierte Tageszunahmen kristallisierten sich das häufige Umstallen bis zum Absetzen (-119 g), eine Gebärpareseinzidenz unter 5% (-115 g), das Angebot von Heu vor dem Absetzen (-142 g), die Gewinnung von Erstkolostrum später als zwei Stunden nach der Kalbung (-142 g), ein häufiges Ausmisten in der Gruppenhaltung von Kälbern (-96 g), die Fütterung von weniger als drei Litern Erstkolostrum an Neugeborene (-88 g) und eine Zeitspanne von mehr als zwei Stunden pro Tag, in denen der Abkalbebereich oder der gesamte Stall unbeaufsichtigt war, (-84 g) heraus. Als protektiv erwies sich eine große aufgenommene Menge Kraftfutter zum Zeitpunkt des Absetzens (+160 g pro kg Kraftfutter).“

Der Herkunftsbetrieb entscheidet also in hohem Maß über die zukünftige Gesundheit des Kalbes. Sinnvoll sei es deshalb Anforderungen an den Herstellungsbetrieb zu stellen (Mykoplasmenfreiheit, Immunglobulinstatus, Impfungen im Herkunftsbetrieb und ausreichende Zunahmen bis zum Verkauf). Werden Bullenkälber in optimaler Verfassung angeliefert, können Antibiotikagaben in der Mast drastisch verringert werden.

Prof. Dr. Kerstin E. Müller

In der Abkalbebox beginnt die Besiedlung von Dünndarm und Lunge; die hygienischen Bedingungen dort, haben entscheidenden Einfluss auf die Tiergesundheit. Kälber, die zunächst bei der Mutter blieben und von ihr mit Biestmilch versorgt wurden, zeigten ein erhöhtes Krankheitsrisiko sagte Prof. Müller, weil sie länger liegen blieben. Dabei sei eine gute Kolostrum-Versorgung z. B. zentral für die Lungengesundheit. Bereits bei der Geburt seien Bakterien in den Atemwegen des Kalbes zu finden und Vielfallt und Menge der Bakterien bestimmten Darm- und Lungengesundheit.

Kälber die nur 6 bis 7 Tage einzeln gehalten werden hätten ein höheres Krankheitsrisiko, als Kälber die erst nach 15 Tagen in die Gruppenhaltung wechseln. Hier spiele Stress die entscheidende Rolle, der zu Adrenalin- und Cortisol-Ausschüttung führe.

Mykoplasmen, die zu Otitis führen, kämen aus den Herkunftsbetrieben und würden über Biestmilch verbreitet. Nach einer Untersuchung in den USA besteht in größeren Betrieben ein höheres Risiko, dass Erreger über Tränkevorrichtungen und Stalleinrichtung übertragen werden.

Aber auch an die Kalibrierung der Tränkeautomaten solle man denken, empfiehl die Direktorin der Berliner Klinik für Klauentiere: „prüfen Sie, ob auch ausgegeben wird, was gewünscht war.“ Reinigung und Wartung seien natürlich wichtig, aber auch eine Überprüfung der Tränkemischung mittels Refraktometer.

Zwar sein gegen Mykoplasmen derzeit kein Impfstoff zugelassen, in Zukunft wäre aber sicher mit dessen Entwicklung zu rechnen. Prophylaxe jeder Art sei essentiell, mahnte die Professorin, weil weitere Verschärfungen des Arzneimittelrechts zu erwarten wären, wie etwa einem Verbot metaphylaktischer Behandlungen.

* Halofuginon gegen Durchfallerkrankungen durch Cryptosporidium parvum

Kolostrum fürs Kalb – und Wasser! #MSD-Münsterland-Symposium Nr. 2

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Der Vortrag von Dr. Peter Sanftleben (Institut für Tierproduktion der LFA Mecklenburg-Vorpommern) drehte sich vor allem um Kälbertränke und Kolostrum. Natürlich muss jedem Rinderhalter die Bedeutung der Biestmilchversorgung klar sein, aber einige Details gilt es besonders zu beachten.

Laut Kälberhaltungsverordnung muss jedes Kalb spätestens vier Stunden nach der Geburt gesoffen haben. Aber es kommt dabei auf Qualität und Menge des Kolostrums an. Bei Untersuchungen in schwedischen und norwegischen Biobetrieben, in denen alle Kälber bei ihren Müttern saugten, wurde in 31% der Fälle ein mangelnder Immuntransfer festgestellt. Der IgG1-Gehalt der Biestmilch war zu gering und die aufgenommene Menge ebenso. Eine wichtige Rolle spielt auch das Alter der Kuh. Bereits 1991 haben Pritchett et al. festgestellt, dass von Laktationsnummer 1 bis 4 der Gehalt an IgG1 in der Biestmilch von 42,8 auf 56,6 ansteigt.

Erste Wahl sollte möglichst immer das Kolostrum des Muttertieres sein. Aber auch Biestmilch hoher Qualität von älteren Kühen sollte im Betrieb vorhanden sein. Mit der Spindel auf Qualität geprüft, in Portionen von 1 bis 1,5 Litern eingefroren und im Wasserbad bei unter 60 Grad aufgetaut.

Dr. Peter Sanftleben

In den folgenden Lebenswochen des Kalbes gelte es dann, den richtigen Milchaustauscher zu wählen. Manche Landwirte neigten hier zur Sparsamkeit, meinte Sanftleben, aber essentiell sei doch die Verdaulichkeit. Je jünger die Kälber, desto höher solle der Anteil an tierische Eiweiß-Quellen sein. Pflanzliche Komponenten seien für junge Kälber teilweise nur zur Hälfte verdaulich.

Auch auf die Wasserqualität müsse man unbedingt achten. Häufig sei der Sulfatgehalt zu hoch und verursache Durchfälle und einen zu geringen Trockenmassegehalt im Kot. Das eigene Wasser untersuchen zu lassen, sei deshalb unabdingbar.

Die Abtränkphase empfiehlt der Wissenschaftler zu verlängern, von 70 bis auf 100 Tage, um einen Abfall der Tageszunahmen zu verhindern. Und auch die Versorgung mit Wasser sei von Anfang an dringend empfohlen! Die Ergebnisse einer Studie von 2018 Wickramasinghe et al. zeigten, dass Holsteinkälber, denen vom ersten Lebenstag an zusätzlich Wasser angeboten wurde, bis zu einem Alter von 5 Monaten ein höheres Körpergewicht, eine größere Hüfthöhe sowie Körperlänge und höhere Futtereffizienz erreichten, als ihre Vergleichsgruppe.

Eine Meta-Analyse einschlägiger Forschungsergebnisse zeige, so Peter Sanfleben am Schluss seines Vortrags, dass besser versorgte Kälber später als Kühe bis zur 3. Laktation 1.034 kg Milch mehr gäben!

Boehringer Ingelheim verkündet Gewinner des BVDzero-Stipendienprogramms

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Das aus internationalen Branchenexperten bestehende BVDzero-Komitee hat gemeinsam mit einem Vertreter der World Association for Buiatrics zwölf herausragende Tiermedizinstudenten aus der ganzen Welt für das BVDzero-Stipendium ausgewählt. Sie können helfen, die sich stetig wandelnden Bedürfnisse der Branche zu adressieren. Auch können sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Herausforderungen der Veterinärmedizin in den Bereichen Gesundheit und Tierwohl zu bewältigen.

Ursprünglich war es geplant, die zehn besten Studierenden auszuwählen. Aufgrund der hohen Qualität der eingereichten Bewerbungen entschied sich das Komitee jedoch für zwölf herausragende Studenten. Sie erhalten jeweils ein Stipendium in Höhe von 1.000 Euro zur Abdeckung der Reisekosten zum World Buiatrics Congress 2020 in Madrid. Für alle Stipendiaten übernimmt Boehringer Ingelheim außerdem die Kosten für die Kongressanmeldung und kommt für die Unterkunft auf.

Der Kongress ist ein Top-Ereignis der Branche und bietet hervorragende Möglichkeiten zum Netzwerken und Lernen. Die Studierenden können dort ihr tiermedizinisches Wissen im Bereich Rindermedizin erweitern. Denn sie haben auf dem Kongress die Möglichkeit mit Fachexperten, zentralen Meinungsführern und dem für Rinder zuständigen Team des Unternehmensbereichs Tiergesundheit von Boehringer Ingelheim ins Gespräch zu kommen.

Die zwölf Stipendiaten des BVDzero-Stipendienprogramms lauten wie folgt:

·Allison Hale, USA
·Amy Birch, Australien
·Bruna Mendes, Brasilien
·Eugenia Ishaku, Nigeria
·Jessie Hesseling, Niederlande
·Jia Cheng, China
·Lovina Ikwe, Nigeria
·Mariel Burquez, Mexiko
·Samuel Kalis, USA
·Savannah Basham, USA
·Tahia Logna, Bangladesch
·William Philips, Vereinigtes Königreich

„Wir haben uns über das große Interesse von Studierenden aus der ganzen Welt sehr gefreut. Insgesamt haben wir 454 Bewerbungen erhalten. Durch diese Initiative möchten wir Tiermedizinstudenten auf die Bovine Virusdiarrhoe (BVD) aufmerksam machen und ein Bewusstsein für die Krankheit schaffen. Darüber hinaus möchten wir mit Menschen in Kontakt kommen, die sich für eine Karriere bei Boehringer Ingelheim interessieren, um gemeinsam mit uns die Zukunft der Tiergesundheit zu gestalten“, so Serkan Erkovan, Senior Global Manager for Ruminant Business bei Boehringer Ingelheim.

Quelle: Boehringer Ingelheim