Aquakulturinfo.de: Informationsportal zur Aquakultur im neuen Look

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Die Aquakultur ist der weltweit am schnellsten wachsende Bereich der Nahrungsmittelerzeugung – und wird auch deshalb in Gesellschaft und Politik kontrovers diskutiert. Dabei wird häufig übersehen, dass es „die eine“ Aquakultur gar nicht gibt. Vielmehr gibt es sehr unterschiedliche Formen der kontrollierten Erzeugung von Fischen, Krebstieren, Muscheln oder Algen. Das kostenlose Informationsportal Aquakulturinfo.de vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) hat sich zum Ziel gesetzt, der Öffentlichkeit objektives und forschungsbasiertes Wissen zur Aquakultur bereitzustellen. Das Portal wurde jetzt umfassend überarbeitet und noch nutzerfreundlicher gestaltet.

„Es steht jedem frei, sich für oder gegen Aquakultur bzw. Produkte aus Aquakultur zu entscheiden. Die individuellen Einstellungen und der jeweilige Wissensstand können dabei sehr unterschiedlich sein. Mit unserem forschungsbasierten Informationsportal Aquakulturinfo wollen wir die persönliche Meinungsfindung und die öffentliche Diskussion über Aquakultur unterstützen“, erklärt Dr. Fabian Schäfer vom IGB, der das Portal redaktionell betreut. Verbraucherinnen und Verbraucher, Handel, Verbände, Industrie und Politik können sich auf der Webseite mit objektiven und wissenschaftlich fundierten Informationen zu Themen wie Tierschutz und Tiergesundheit, Haltung oder Produktqualität sowie wichtigen Aquakultur-Tierarten versorgen. „Wir wollen Wissenslücken schließen, konkrete Konflikte benennen und über Mythen aufklären“, erläutert Schäfer.

Beim jetzt erfolgten Relaunch der Webseite wurden wichtige Inhalte ergänzt sowie Struktur und Navigation deutlich verbessert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hinter Aquakulturinfo.de freuen sich auf viele neue und neugierige Besucherinnen und Besucher sowie über konstruktives Feedback zur Website im neuen Look!

Quelle: Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Die Kuh bestimmt mit, welches Kraut wächst

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Angus oder Hochlandrind: Kuh ist nicht gleich Kuh, wenn es um die Vorlieben beim Fressen von verschiedenen Kraut-, Gras- und Straucharten geht. Forschungsarbeiten von Agroscope zusammen mit den Universitäten Heidelberg (D) und Göttingen (D) zeigen, dass die Rinderrasse die botanische Zusammensetzung von Weideflächen beeinflusst.

Rinder, Schafe und Ziegen beeinflussen durch das Fressen, welche Pflanzen auf ihren Weiden wachsen; das ist schon länger bekannt. Wenig bekannt ist hingegen, wie sich die Beweidung durch verschiedene Rinderrassen auf die Vegetation auswirkt. Denn produktionsorientierte Rassen wie Charolais, Angus, Braunvieh oder Simmentaler unterscheiden sich von Robustrindern wie Hochlandrinder oder Galloway bezüglich Futterbedarf, Wachstumsrate und Gewicht. Zudem zeigen sie unterschiedliche Verhaltensweisen in der Bewegung und der Wahl des Futters.

Hochlandrinder spielten im Forschungsprojekt die Hauptrolle
Um herauszufinden, welche Auswirkungen eine Rinderrasse auf die Weidevegetation hat, gingen die Forscherinnen und Forscher von Agroscope und den deutschen Universitäten Heidelberg und Göttingen wie folgt vor: Sie verglichen die botanische Zusammensetzung auf Flächen, die seit vielen Jahren von Hochlandrindern beweidet wurden, mit angrenzenden Weiden intensiverer Rinderrassen. Insgesamt nahm das Forschungsteam so 50 Flächen an 25 Standorten in Bergregionen in der Schweiz und in Süddeutschland unter die Lupe.

Klare Unterschiede in der Artenvielfalt und im Strauchanteil
Die vor kurzem in der Zeitschrift Agriculture, Ecosystems and Environment veröffentlichte Untersuchung zeigte deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Rinderrassen: Unabhängig vom Standort wiesen Weiden mit produktionsorientierten Rassen bedeutend mehr Pflanzen mit einer hohen Weide- und Tritttoleranz auf. Auf Weiden von Schottischen Hochlandrindern kamen mehr Arten vor, deren Samen sich im Tierfell festhaken und so verbreiten. Insgesamt war die Artenvielfalt auf Weiden von Hochlandrindern höher als auf den Vergleichsflächen. Die Forscherinnen und Forscher stellten zudem fest, dass je länger sich diese Rinderrasse auf einer Weide befand, desto klarer der Unterschied in der Artenvielfalt ausfiel. Darüber hinaus war der Anteil an Sträuchern auf den Hochlandrinderweiden niedriger als auf den Vergleichsflächen – ein Hinweis darauf, dass Hochlandrinder weniger anspruchsvoll in der Wahl ihres Futters sind.

Quelle: Agroscope Schweiz

Einzelerkrankung oder Seuchenzug? Paarungsverhalten und Bewegungsmuster beeinflussen Dynamik von Tierseuchen

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Ein Team aus WissenschaftlerInnen unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat eine Analyse von Langzeitdaten eines Ausbruchs der Klassischen Schweinepest in Wildschweinen in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt, der sich von 1993 bis 2000 ereignete. Die Ergebnisse legen nahe, dass nicht infizierte Regionen aufgrund veränderter Bewegungsmuster insbesondere in der Mast- und Paarungszeit (im Herbst und Winter) höhere Infektionsrisiken aufweisen, und erlauben somit erstmals ein gezieltes Eingreifen bei kommenden Ausbrüchen. Die Erkenntnisse wurden im „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht.

Schweinepest, Tollwut, Vogelgrippe – Krankheitsausbrüche in Wildtierbeständen betreffen oft auch Nutztiere und den Menschen. Ihre Ursachen und die Dynamik ihrer Ausbreitung sind häufig komplex und nicht gut erforscht. Ein Team aus WissenschaftlerInnen unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat nun eine Analyse von Langzeitdaten eines Ausbruchs der Klassischen Schweinepest in Wildschweinen in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt, der sich von 1993 bis 2000 ereignete. Die Ergebnisse legen nahe, dass nicht infizierte Regionen aufgrund veränderter Bewegungsmuster insbesondere in der Mast- und Paarungszeit (im Herbst und Winter) höhere Infektionsrisiken aufweisen, und erlauben somit erstmals ein gezieltes Eingreifen bei kommenden Ausbrüchen. Die Erkenntnisse wurden im „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht.

Die Studie wurde von einem Team aus WissenschaftlerInnen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) und der Universität Potsdam unter Leitung des Leibniz-IZW durchgeführt. „Studien wie diese helfen uns, die zeitlichen und räumlichen Dynamiken von Krankheiten wie der Klassischen Schweinepest aufzudecken und mit diesen Erkenntnissen mögliche Ursachen für lang anhaltende Epidemien und somit Maßnahmen zur Vermeidung von neuen Infektionen und Ausbrüchen abzuleiten“, erklärt Erstautor Cédric Scherer vom Leibniz-IZW. Die saisonalen Muster der Krankheitsausbreitung unterschieden sich dramatisch. „Interessanterweise wurde auf Landkreisebene ein Infektionseintrag eher im Herbst und Winter festgestellt, während sich Einzeltiere, allen voran junge Wildschweine, am ehesten im Frühling während der Frischlingszeit infizieren“, berichtet Stephanie Kramer-Schadt, die das Projekt am Leibniz-IZW leitet. „Wir nehmen an, dass dies an der erhöhten Bewegungsaktivität im Herbst und Winter liegt. Vor allem die Partnersuche der Keiler und Nahrungsknappheit führen zu häufigeren Ortswechseln und ermöglichen somit wohl die Ausbreitung der Krankheit über Landkreisgrenzen hinaus“, so Kramer-Schadt weiter. Entgegen gängiger Interpretationen war die Wildschweinedichte in einem Landkreis nicht entscheidend. „Diese Erkenntnis ist verständlich, da in nahezu allen Landkreisen mehr Wildschweine vorkommen, als es für die Ausbreitung infektiöser Krankheiten notwendig ist“, erklärt der Epidemiologe Hans-Herrmann Thulke (UFZ), der die Studie mitinitiiert hat.

Durch die detaillierten Langzeitdaten, die durch die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern während des Ausbruchs gesammelt wurden, war es möglich, die zeitlichen und räumlichen Unterschiede der Seuchenausbreitung zu untersuchen. Die Autoren analysierten die Daten einerseits für unterschiedliche Phasen der Krankheitsausbreitung und andererseits für einzelne Tiere und gesamte Landkreise.

Die Klassische Schweinepest (oder auch Europäische Schweinepest) ist eine Virusinfektion, die Wild- und Hausschweine befällt. Die Erreger der Klassischen und der Afrikanischen Schweinepest sind trotz ähnlicher Symptome im Krankheitsverlauf nicht verwandt. Lang andauernde Ausbrüche der Klassischen unter Wildschweinen führen oft zum Überspringen der Infektion auf landwirtschaftliche Schweinehaltungen. So kann erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstehen, wenn Millionen von Hausschweinen notgeschlachtet und Exportstopps für Schweinefleischprodukte eingeführt werden.

Um die Ausbreitung der Klassischen Schweinepest in einem Wildtierbestand einzugrenzen, könnten Impfköder ausgelegt und/oder durch Abschuss die Wildschweindichte reduziert werden. Obgleich ein Absenken der Dichte auf ein theoretisches Minimum oft als Maßnahme diskutiert wurde, zeigt diese Studie, dass in späteren Zeiten des Ausbruchs nicht die Dichte, sondern die durch ein verändertes Bewegungsverhalten zunehmenden Kontaktraten ein Überdauern der Krankheit über mehrere Jahre ermöglichten. Um ein solches Überdauern oder zukünftige Ausbrüche zu verhindern, müsste also die Verringerung der Kontaktraten im Fokus stehen.

Quelle: Forschungsverbund Berlin e.V.

Von der Soldatenfliege bis zur Hochleistungskuh – das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie öffnet seine Pforten

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Einladung zum großen „Tag der offenen Tür“ am 21. September

Die Forscher und Mitarbeiter des Leibniz-Institutes für Nutztierbiologie (FBN) und der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV (LFA) laden am Sonnabend, dem 21. September 2019, wieder zu einem großen „Tag der offenen Tür“ für die ganze Familie ein. Von 10 bis 16 Uhr stehen die Wissenschaftler an zahlreichen Aktionsstationen auf dem Gelände des Forschungsinstitutes Rede und Antwort zu aktuellen Fragen der Lebensmittelproduktion sowie des Tierwohls und gewähren einen spannenden Einblick in ihre Arbeit. Der Eintritt und das Parken vor Ort sind frei. Vor drei Jahren strömten mehr als 3.000 Besucher aller Altersgruppen zum Tag der offenen Tür nach Dummerstorf.
Retten die Soldatenfliegen das Klima? Wie tickt unsere innere Uhr? Wie schlau sind Ziege, Schwein und Huhn und warum werden Ferkel überhaupt kastriert? Es gibt viele Fragen rund um unser Essen, das wir bequem und in großer Auswahl im Supermarkt vorfinden. Zugleich spitzen sich Konflikte angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und knapper werdender Ressourcen immer weiter zu. Genau daran forschen die Experten am FBN und an der LFA. „Am Tag der offenen Tür möchten wir die großen Herausforderungen in der Lebensmittelversorgung der Zukunft durch Nutztiere aufzeigen und uns den Fragen der Besucher stellen“, sagte FBN-Vorstand Prof. Klaus Wimmers. „Wir freuen uns auf viele Gäste, die sich für unser Wirken für eine artgerechte Tierhaltung und einen schonenden Umgang mit unserer Natur und Umwelt interessieren.“

Führungen und Vorträge, Labore und Experimente

Leibnitz-Insitut für Nutztierbiologie Dummerstorf (FBN) Foto: Thomas Häntzschel / nordlicht
www.fotoagenturnordlicht.de

Tag der offenen Tür bedeutet Wissenschaft und Forschung zum Anfassen – von 10 bis 16 Uhr sind Führungen oder Entdeckungstouren auf eigene Faust sowie ein Blick hinter die Kulissen möglich. Absolut erwünscht ist es, sich selbst bei Experimenten auszuprobieren und aktiv mitzumachen. Alle Besucher erhalten einen Flyer mit Lageplan zur besseren Orientierung. Auf dem Gelände sind insgesamt 28 Stationen aufgebaut, an denen die Tierforschung von heute hautnah erlebbar ist. Die Besucher können unter anderem den Großtier-OP-Raum, die Experimentalanlagen für Schweine und Rinder und die verschiedenen Labore besichtigen sowie den berühmten Dummerstorfer Mäusen und vielen Tierkindern ganz nahe kommen. Wer es gemütlich mag, kann sich mit dem Kremser zur etwa einen Kilometer entfernten Experimentalanlage Schwein kutschieren lassen.
Außerdem werden erstmals die neuesten Nutztiere am FBN vorgestellt. Es geht um die Erforschung der bis zu zwei Zentimeter großen Schwarzen Soldatenfliege und ihrer eiweißreichen Larven als alternative hochwertige Eiweißquelle für Tierfutter. Erst seit Juli schwirrt eine Kolonie der kleinsten „Stalltiere“ im Dienste der Wissenschaft durchs FBN. Am Tag der offenen Tür werden die Wissenschaftler über ihre neuen fliegenden Schützlinge berichten und einen Einblick in die Zukunft der Soldatenfliegen als „Klimaschützer“ gewähren.
Im Hörsaal des Tagungszentrums werden von 11 bis 14 Uhr unterhaltsame Vorträge zur Geschichte des Melkens, der Entdeckung der inneren Uhr sowie zur Fleischqualität und Bedeutung des Zuckers für das Immunsystem angeboten.

Leibnitz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf (FBN) Foto: Thomas Häntzschel / nordlicht
www.fotoagenturnordlicht.de

Unterhaltung: Für jeden etwas
Für die Jüngsten wurde ein kindgerechtes Programm mit einem Wissensquiz sowie sportlichen Höhepunkten zusammen mit der Feuerwehr Dummerstorf auf die Beine gestellt. Beim Tierknetwettbewerb werden um 14.30 Uhr die schönsten Kreationen des Tages prämiert. Dabei darf natürlich auch nicht die beliebte Station für selbstgemachtes Eis fehlen. Darüber hinaus gibt es gleich mehrere Gelegenheiten für alle Besucher, auf dem Institutscampus bei guter Musik auch einmal auszuspannen, Kraft zu tanken und sich an Grillhütte oder Kuchenbuffet zu stärken.

Hinweis zur Anfahrt
Vor Ort stehen ausreichend kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Ordner helfen bei der Einweisung. Der Eintritt ist frei!

Tag der Offenen Tür 2019 am Sonnabend, 21. September 2019
Gelände des Forschungsinstituts für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere
(FBN Dummerstorf), Wilhelm-Stahl-Allee 2, 18196 Dummerstorf

Programm 10:00-16:00 Uhr

VORTRÄGE
Hörsaal Tagungszentrum
11:00 Uhr
Die Geschichte des Melkens
Dr. Peter Sanftleben (LFA)
12:00 Uhr
Die Entdeckung der inneren Uhr
PD Dr. Pål Westermark (FBN)
13:00 Uhr
Muskulatur beim Nutztier – viel mehr als Fleisch
Dr. Claudia Kalbe (FBN)
14:00 Uhr
Zucker als Ausweis für das Immunsystem
PD Dr. Sebastian Galuska (FBN)

PRÄSENTATIONEN – 28 Stationen
Offene Geheimnisse des Züchtungserfolgs
Statistik zum Anfassen
Das Bienen-Infomobil des Landesverbands der Imker M-V e.V.
Molekulare Vielfalt im Stall – Nutzung von Erbinformationen für Züchtungs- und Biodiversitätsforschung
Ein Blick in die Zelle
Vom Phosphor zum Knochen – detaillierte Strukturanalysen als Indikatoren für Tiergesundheit und Tierwohl
Warum werden Ferkel kastriert? (Grillen von Eber- und Sauenfleisch mit Verkostung)
Wieviel Fett steckt im Rinderhaar? – Fettsäuremuster im Haar als Marker für den Energiestatus bei Kühen
Der Laser lässt die Zellen fliegen – Lasermikrodissektion
Wurstscanner – sichtbares und unsichtbares Fett
Wie hoch ist mein Blutzucker?
Heiße Luft – Messung der Oxidation von Cornflakes-Kohlenhydraten in der Atemluft
Mikrowelten im Kuh-Pansen unter dem Mikroskop
Mini-Nutztiere Insekten – eine wertvolle Nahrungs-Eiweißquelle
Dumme Ziege? – Lernversuche mit Zwergziegen
MultiExpert – Tiermonitoring im Abferkelstall
Stress in aller Munde – was uns Ihr Speichel verrät (Abgabe eigener Speichelproben möglich)
Die Stimme verrät die Stimmung
Von der Eizelle zum Embryo
Offener OP – Reproduktionsmedizin beim Großtier
Kälberwunschklinik – Assistierte Reproduktion beim Nutztier
Wer ist der schnellste Melker?
Erbsen, Bohnen, Lupinen – pflanzliches Eiweiß auf dem Teller und im Trog
Forschung aus der Praxis für die Praxis
Tiergehege mit Hammeln
Alles rund um die Maus. Das Modelltierlabor stellt sich vor
Führung durch die Experimentalanlage Rind zu jeder halben Stunde
Führung durch die Experimentalanlage Schwein zu jeder vollen Stunde

UNTERHALTUNG
Wissensmeer – Spiele für Jugendliche und Junggebliebene
Quiz – Wissenssafari
Tierkinderstube
Feuerwehr Dummerstorf: Spritz- und Hüpfspiele
Ein schmackhaftes Experiment für die Kleinen: Eis – selber gemacht!
Stündliche Kremserfahrten zur Experimentalanlage Schwein
Tiere kneten für Kleine und junggebliebene Große – die schönsten Kreationen werden prämiert!
Preisverleihung um 14:30 Uhr
Für Speis, Trank und Musik ist natürlich gesorgt!

Quelle: Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN)

Smart.Light: Tierkontrolle leicht gemacht

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Die Arbeit im Schweinestall ist vielfältig, zeitintensiv und anspruchsvoll. Bei der täglichen Tierkontrolle müssen viele Faktoren gleichzeitig beachtet und bewertet werden – auch um mögliche Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen. Wichtige Indikatoren, um die Tiergesundheit zu beurteilen, sind etwa die Wasser- und Futteraufnahme. Anhand der aufgenommenen Mengen kann das Stallpersonal frühzeitig erkennen, ob ein Tier erkrankt ist.

Status der Futteraufnahme auf einen Blick
Um die Tierkontrolle für das Stallpersonal einfach und effizient zu gestalten, hat der niedersächsische Stallausstatter WEDA Dammann & Westerkamp mit dem Smart.Light eine neue Lösung entwickelt. Mithilfe der Innovation wird der Status der Futteraufnahme der einzelnen Tiere oder Buchten an jedem Ventil im Stall direkt anzeigt.

Unmittelbare Tierkontrolle möglich
Das Smart.Light erleichtert und beschleunigt die Tierkontrolle im Abteil erheblich. Anhand der auch von weitem gut sichtbaren LED-Lampe, die unterschiedliche Farben anzeigt, können Tiere mit abweichendem Fressverhalten unmittelbar identifiziert werden. Damit wird die tägliche Tierkontrolle optimiert, und erkrankte Tiere lassen sich deutlich früher als bisher möglich behandeln.

Einfach verständliche Funktionen

WEDA

Die Funktionsweise ist einfach und universell verständlich: Das Smart.Light besteht aus einer LED-Lampe, die Meldungen im Stall direkt am Tier oder in der Bucht anzeigt. Haben die Schweine ihre Futtermenge gemäß der Futterkurve aufgenommen, ist die Lampe aus. Werden nur etwa 80 Prozent der üblichen Futtermenge aufgenommen, leuchtet das Smart.Light gelb. In diesem Fall können die Tiere kontrolliert und gegebenenfalls der Trog oder die Sonde gereinigt werden. Liegt die aufgenommene Futtermenge unter 80 Prozent der Futterkurve, leuchtet das Smart.Light rot. Das Stallpersonal kann dann unverzüglich handeln.

Einstellbare Grenzwerte
Die Steuerung des Smart.Light erfolgt über die bewährte WEDA-Fütterungssoftware Excellent 4PX. Auf einer speziellen Seite im Programm werden die Fütterungsdaten über mehrere Tage hinweg protokolliert und ausgewertet. Dabei kann der Nutzer bestimmen, ab wann welche Farbe angezeigt wird.

Das Smart.Light kann neben dem Futterventil der WEDA-Flüssigfütterung, dem Ventil der Saugferkelfütterung Nutrix oder dem Dosierer OptiMum installiert werden. Die Nachrüstung bereits bestehender Anlagen ist möglich.

Quelle: WEDA Dammann & Westerkamp GmbH

Benchmark-Index etabliert Tierwohl in Unternehmen – #Farm Animal Well-Being Forum 4

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Auf dem 12. Boehringer Ingelheim Farm Animal Well-Being-Forum, welches kürzlich in Prag stattgefunden hat, berichtete Dr. Rory Sullivan von Chronos Sustainability den Delegierten von der Wichtigkeit globaler Benchmarking-Verfahren im Bereich Tierwohl für weltweit tätige Lebensmittelkonzerne. Seit seiner Gründung im Jahr 2012 hat sich der Business Benchmark für das Tierwohl von Nutztieren (Business Benchmark on Farm Animal Welfare, kurz BBFAW) als weltweit führendes Maß für das Management des Tierwohls und die Einhaltung von Richtlinien in Lebensmittelunternehmen erwiesen. Das Hauptziel der BBFAW besteht darin, das Tierwohl von Nutztieren in den weltweit führenden Lebensmittelunternehmen zu verbessern, indem Investoren und anderen Interessengruppen eine unabhängige, unparteiische und zuverlässige Bewertung der von Lebensmittelunternehmen gemeldeten Praktiken zur Verfügung gestellt wird.

Das Ergebnis der Arbeit der BBFAW ist ein jährlicher öffentlicher Maßstab dafür, wie globale Lebensmittelunternehmen mit dem Tierwohl von Nutztieren umgehen. Dazu zählen Tiertransporte, Haltung und Tierschutzmaßnahmen. Der Benchmark für 2018 analysierte die Tierschutzpolitik von 150 der weltweit größten Lebensmittelunternehmen über 35 verschiedene, objektive Kriterien. Das Tierwohl von Nutztieren ist nun eine Führungsaufgabe, denn die Anzahl der Unternehmen, bei denen das Tierwohl von Nutztieren als integraler Bestandteil ihrer Geschäftsstrategie angesehen wird, ist erheblich gestiegen. Von den 150 teilnehmenden Unternehmen hat sich ein Großteil zur Vermeidung von z.B. Themen wie zu enger Aufstallung verpflichtet.

Quelle: Dr. Heike Engels

Europaweit erste Genbank für Honigbienen im Aufbau

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So wichtig – und so gefährdet: Während die einst in Deutschland heimische Dunkle Honigbiene fast ausgerottet ist, geht auch die genetische Vielfalt der häufig gezüchteten Kärntner Honigbiene verloren. Wissenschaftler legen nun eine Notfallreserve für die Zukunft an. Sie soll die innerartliche Vielfalt für die Bienenzucht sichern und diese fit machen für den Klimawandel. Deutschland wäre damit das erste Land mit einer derartigen Genreserve für Honigbienen.

Unter welchen Voraussetzungen lässt sich eine Genbank für Honigbienen aufbauen? Neben technischen Fragen für das Einfrieren des genetischen Materials geht es darum, welche Populationen vorrangig erhalten werden sollen. Hierfür sammeln Experten des Länderinstituts für Bienenkunde Hohen Neuendorf sowie des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen Proben von über 300 Bienenvölkern im In- und nahegelegenen Ausland. Anschließend wird Genmaterial dieser Bienen für die Gefrierlagerung bei -196 Grad Celsius in flüssigem Stickstoff aufbereitet, die sogenannte Kryokonservierung.

Lebendige Reserve mit Vorbildcharakter
„Die Sicherung des genetischen Materials kann dazu beitragen, die Generosion der Honigbienen einzudämmen. Dies betrifft nicht nur die in Deutschland ursprünglich heimische Dunkle Biene, sondern auch die jetzt weit verbreitete Kärntner Biene. Der Erhalt der genetischen Vielfalt ist eine Art Versicherung gegenüber den Folgen zukünftiger Veränderungen“, erklärt Professor Dr. Kaspar Bienefeld, Leiter des Länder-instituts für Bienenkunde Hohen Neuendorf. Fertig sein soll die Genbank Ende 2021. „Wir wollen mit dem Aufbau dieser lebendigen Reserve die dauerhafte Voraussetzung zur Einlagerung weiterer Honigbienen-Genetik zentral in der Deutschen Genbank landwirtschaftlicher Nutztiere am Friedrich-Loeffler-Institut schaffen. Das könnte als Vorbild für ähnliche Initiativen EU- ja weltweit dienen, da manche, an extreme Klimabedingungen angepasste Bienenrassen in vielen Ländern bereits durch Importe stark gefährdet sind“, so Bienefeld.

Klimawandel stellt Bienenzucht vor Herausforderungen
Das Thema Klimawandel beschäftigt auch die Bienenzüchter. Die Auswirkungen auf Böden, Vegetation und Lebensräume sind enorm. Vor diesem Hintergrund kommt dem Erhalt einer möglichst großen innerartlichen Honigbienen-Vielfalt noch mehr Bedeutung zu. Diese Notwendigkeit sieht das Bundeslandwirtschaftsministerium ebenfalls. Es fördert den Aufbau der Genbank für Honigbienen als Modell- und Demonstrationsvorhaben zur Erhaltung und innovativen Nutzung der Biologischen Vielfalt. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreut die Arbeiten als Projektträger.

Deutsche Genbank landwirtschaftlicher Nutztiere
Bereits im Jahr 2016 wurde in Deutschland eine Genbank für andere landwirtschaftliche Nutztierarten gegründet. Neben dem Bund sind die Länder Partner dieser Genbank. Das Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt der BLE wird zukünftig das eingelagerte Material in seiner Datenbank erfassen und darstellen.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Tierwohl nicht nur Freiheit von Schmerz – #Farm Animal Well-Being Forum 3

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Die Bereitschaft, für ein verbessertes Tierwohl auch mehr zu bezahlen, ist noch immer eine große Herausforderung, wie Dr. Lynn Frewer von der Universität Newcastle kürzlich auf dem 12. Boehringer Ingelheim Farm-Animal Well Being-Forum erklärte. Sorgen im Hinblick auf das Wohlbefinden bzw. die Haltungsbedingungen von Nutztieren entsprechen nicht immer unbedingt dem tatsächlichen Kauf- und Konsumverhalten. Charlotte Winder von der Universität Guelph aus Kanada wies darauf hin, dass die Definition von Tierwohl nicht ausschließlich die physische Gesundheit umfasst.

Es gilt zu bedenken, dass es Tieren ohne Schmerzen trotzdem nicht unbedingt gut geht. Die Schmerzforschung an Tieren ist herausfordernd. Häufig sind mehrere Ergebnisse bzw. Studien erforderlich, um zu verstehen, wie Tiere empfinden. Dies kann eine Vielzahl von physiologischen und / oder Verhaltensindikatoren oder -tests einschließen. Die zunehmende Sorge der Gesellschaft um das Tierwohl hat zu Veränderungen in Bezug auf Empfehlungen und Vorschriften zur Schmerzlinderung und -prävention bei Nutztieren geführt. Es liegt im Interesse dieser Tiere, dass diese Anforderungen so nachweisbar wie möglich sind und auch wirklich eine Wirkung haben.

Quelle: Dr. Heike Engels

Ferkelprestarter Blattivit® Piggystart jetzt mit speziellen Präbiotika – für mehr Sicherheit in der Aufzucht

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Galakto – Oligisacchariden sorgen für eine stabile Darmflora
Optimale Zusammensetzung der gewünschten Bakterien wird gefördert
Positive Effekte auf die Tiergesundheit

Ab sofort bieten die Profuma Spezialfutterwerke den bewährten Ferkelprestarter Blattivit Piggystart mit einer verbesserten Rezeptur an. Erstmalig kommen neben Hefen jetzt auch Präbiotika zum Einsatz. Damit wird auf natürliche Weise die Magen-Darm-Entwicklung der Ferkel unterstützt und die Immunität sowie die Energieversorgung in der Aufzuchtphase verbessert.

Präbiotika können im Dünndarm nicht abgebaut werden. Dies übernehmen die Darmbakterien. Dabei entstehen sogenannte kurzkettige Fettsäuren, die zahlreiche positive Wirkungen mit sich bringen. Zudem vermehren sich erwünschte Darmbakterien-Kulturen, wie zum Beispiel die Bifidobakterien.

Zu den neueren Präbiotika in der Tierernährung zählen Galaktose-haltige Oligosaccharide (kurz GOS). Hierbei handelt es sich um Verbindungen aus mehreren Zuckerbausteinen, die auch in der humanen Milch vorkommen.

GOS in der Ferkelfütterung
Aufgrund dieser positiven Eigenschaften haben die Fütterungsexperten der Profuma Spezialfutterwerke den bewährten Ferkelstarter Blattivit Piggystart jetzt auch mit GOS ausgestattet. Der schmackhafte Prestarter sorgt für eine gute Futteraufnahme und entlastet die Sau in der Säugephase. Dadurch wird die Energieversorgung vor allem schwächerer Ferkel sichergestellt und enthaltene Probiotika sichern eine stabile Darmentwicklung. In der Praxis sorgt dies für gesunde Ferkel, homogene Absetzgewichte und insgesamt fittere Sauen.

Ein stabiler Darm ist machbar!
„Durch die GOS-Zugabe erreichen wir auch einen zusätzlichen Effekt. Die unverdaulichen Ballaststoffe erreichen sicher den Dickdarm und werden hier von der Dickdarmflora verstoffwechselt“, urteilt Christian Müller, Produktmanager Schwein bei Profuma. „Als Folge entstehen kurzkettige Säuren wie Acetat, Butyrat, Lactat und Propionat. Speziell Butyrat dient den Darmzotten als Nährstoff und bewirkt mit anderen kurzkettigen Fettsäuren einen tieferen pH-Wert im Dickdarm. Dadurch kommt es zu einer starken Vermehrung von erwünschten Bifidobakterien, die für eine
optimale Zusammensetzung der Darmbakterien notwendig sind, und der Darm wird insgesamt sehr stabil“, so Müller weiter.

Erste Praxiserfahrungen mit der neuen Rezeptur zeigen, dass durch die Galactose-haltigen Oligosaccharide eine schnelle und bessere Magen-Darm-Entwicklung erreicht wird und die Immunität der Saugferkel verbessert wird, da sie das Wachstum von positiven Darmbakterien anregen. Zudem schützt eine stärkere Darmwand vor schädigenden Bakterien.

Das neue Blattivit Piggystart mit verbesserter Ausstattung ist ab sofort im Futtermittelhandel erhältlich.

Quelle: PROFUMA Spezialfutterwerke

Jetzt bewerben: Neue Bekanntmachung zur Förderung von Bienen in der Agrarlandschaft

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Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert ab sofort Lösungen für ein Zusammenwirken von Bestäubern, Imkern und landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland. Ziel ist, das Nahrungsangebot und die Lebensbedingungen für Honigbienen und andere Bestäuberinsekten zu verbessern. Ideen für Forschungsprojekte können bis zum 28. November 2019 bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eingereicht werden.

Mit der neuen Bekanntmachung „Förderung von Forschungsvorhaben zum Schutz von Bienen und weiteren Bestäuberinsekten in der Agrarlandschaft“ fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Projekte, in denen innovative, ökologische sowie nachhaltige Lösungen für eine bestäuberfördernde Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen entwickelt werden. Konkret sollen innovative und praxisorientierte Produkte und Verfahren für die Verbesserung der Widerstandskraft von Honigbienen, einen bestäuberfreundlichen Pflanzenschutz und Pflanzenbau sowie Maßnahmen für Agrarräume entwickelt und erprobt werden. Der Wissenstransfer in die Praxis ist dabei ein wesentliches Element. Die beteiligten Akteure aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Imkerei sind aufgefordert, gemeinsam Synergien und Potenziale aller Bereiche zu nutzen und Lösungen für die Praxis zu entwickeln.

Forschungseinrichtungen und Unternehmen können Zuwendungen für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben beantragen. Die Einbindung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wird besonders begrüßt. Die Projektskizzen können bis zum 28. November 2019 beim Projektträger BLE eingereicht werden.

Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Preis der Tiergesundheit 2019: Gewinner stehen fest

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Preisverleihung am 21. September in Berlin Jury hat die Top 5 Betriebe ausgewählt – Teilnehmer erfahren auf der Preisverleihung in Berlin, wer gewonnen hat

Die Gewinner des „Preis der Tiergesundheit“ 2019 stehen fest: Die Jury hat ihre Wahl getroffen. Alle 55 Bewerbungen aus Deutschland und Österreich wurden von den sechs Jurymitgliedern sorgfältig gesichtet sowie zahlreiche Betriebe vor Ort direkt bewertet. Noch ist die Wahl geheim. Die Top 5 Betriebe erfahren erst während der Preisverleihung am 21. September 2019 in Berlin, wer zu den drei Preisträgern gehört.

„Für uns sind alle Teilnehmer Gewinner, da sie bereits Maßnahmen zur Steigerung des Tiergesundheit in ihren Betrieben umsetzen und kontinuierlich weitere Verbesserungen anstreben. Die hohe Teilnahmerzahl am ersten ‚Preis der Tiergesundheit‘ zeigt, wie stark sich unsere Landwirte für Tierwohl engagieren, dass heißt vor allem, ein gesundes Umfeld für ihre Tiere zu schaffen.“ erklärt Dr. Stefan von Rüden, Leiter Geschäftsbereich Nutztiere von MSD Tiergesundheit.

Das Niveau aller 55 eingereichten Bewerbungen war sehr hoch. Die Jury hat sich die Entscheidung daher nicht leicht gemacht und jedes Detail in die Entscheidung einfließen lassen. Am Ende können sich nur drei Bewerber über den „Preis der Tiergesundheit“ 2019 und damit auf ein zweckgebundenes Preisgeld für ihre nächsten Tiergesundheitsprojekte freuen.

Diese Top 5 von insgesamt 55 Bewerbungen hoffen auf den Sieg:

Christine Löb, Reupelsdorf

Frau Christine Löb, Reupelsdorf
Luchbergmilch/Agrargenossenschaft e.G. Cunnersdorf
Milchwirtschaft Dehles e.G., Weischlitz
Postma GbR, Lambrechtshagen
Landwirtschaftlicher Betrieb Marcus Rohwer, Westerrönfeld

(Die Auflistung ist in alphabetischer Reihenfolge und steht in keiner Verbindung zur Bewertung durch die Juroren)

Mit dem „Preis der Tiergesundheit“ will MSD Tiergesundheit langfristig eine höhere Aufmerksamkeit für das Thema Tiergesundheit in der Landwirtschaft erreichen, den Erfahrungsaustausch unter Landwirten in Deutschland und Österreich fördern und gleichzeitig dem Verbraucher die Landwirtschaft wieder näherbringen.

Mehr Tierwohl für gesündere Tiere – #Farm Animal Well-Being Forum 2

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Dass ein Mehr an Tierwohl für mehr Tiergesundheit sorgen kann, erklärte Professor Xavier Manteca, Autonome Universität Barcelona, Spanien, kürzlich auf dem 12. Boehringer Ingelheim Farm Animal Well-Being Forum. Einige Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen dem allgemeinen Wohlbefinden und der Prävalenz von Infektionskrankheiten. Die körperliche Gesundheit ist ein zentraler Bestandteil des Tierschutzes. Jede physische Erkrankung, einschließlich Infektionskrankheiten, ist eine wesentliche Einschränkung des Wohlbefindens.

Einige Krankheiten scheinen wichtiger zu sein als andere, was ihren Einfluss auf das Wohlbefinden angeht. Sie verursachen Schmerzen und Unbehagen bei den Tieren, was sich deutlich auf deren Wohlbefinden auswirkt. Auch Tierwohlprobleme, die nicht direkt mit der Gesundheit zusammenhängen, erhöhen das Risiko von Infektionskrankheiten und damit den therapeutischen Bedarf. Und auch Stress in jeder Form wirkt sich nachteilig auf das Tierwohl und damit die Gesundheit aus. Um diese Probleme zu lösen, ist es laut Manteca wichtig, erst einmal zu verstehen, welche negativen Einflüsse es auf die Tiere gibt. Dann gilt es diese abzustellen bzw. die Einflüsse soweit es geht zu verringern. Mehr Tierwohl hätte somit einen zusätzlichen Nutzen für die menschliche Gesundheit und die Ernährungssicherheit.

Quelle: Dr. Heike Engels

Akademie für Tiergesundheit vergibt Forschungsstipendien – Förderpreis zuerkannt

Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Veterinärmedizin eine Kernaufgabe der Akademie für Tiergesundheit (AfT).

Promotionsstipendien und Kongressbeihilfen
Auch in diesem Jahr unterstützt die Akademie für Tiergesundheit Promovierenden auf dem Gebiet der Tiergesundheit. Mit jeweils einem 24-monatigen Stipendium werden zwei Doktorandinnen unterstützt, die an der Justus-Liebig-Universität, Gießen equines Thrombozytenlysat als stimulierendes Zellsupplement in der regenerativen Veterinärmedizin bzw. an der Stiftung Tierärztliche Hochschule, Hannover den Einfluss von Stress auf die Wirt-Erreger-Interaktion im Schwein untersuchen. Umfangreich abgerufen wurden auch in diesem Jahr bereits wieder Reisebeihilfen, mit denen die AfT die Teilnahme junger Wissenschaftler an Fachkongressen unterstützt.

Förderpreis
Herausragende wissenschaftliche Leistungen würdigt die Akademie mit ihrem 5.000 Euro dotierten Förderpreis. Der Förderpreis 2020 wird an zwei Wissenschaftlerinnen für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der molekularen Biologie vergeben. Mit dem Forschungspreis gewürdigt werden Frau Dr. Andrea Theresia Feßler, PhD, Freie Universität Berlin für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zur molekulare Mikrobiologie und Antibiotikaresistenz (v. a. Staphylococcus) sowie Frau Dr. habil. Berit Bangoura, Assisstant Professor, University Wyoming/Universität Leipzig für ihre molekularbiologischen Studien zur Parasit-Wirt-Interaktion und Kontrolle von Eimeria und Toxoplasma spp. bei verschiedenen Tierarten.
Die Verleihung der Förderpreise soll im Rahmen des AfT-Symposiums am 18.01.2020 beim Leipziger Tierärztekongress erfolgen.

Akademie für Tiergesundheit e.V.
Postfach 26 01 64
53153 Bonn

Julia Klöckner zur aktuellen Debatte über das Thema Fleischsteuer

„Die Debatte zeigt: Es gibt eine Sensibilität dafür, dass mehr Tierwohl nicht zum Nulltarif zu haben ist und mehr Geld kostet. Das Geld muss nicht automatisch aus Steuererhöhungen kommen, sondern kann durch Schwerpunktsetzungen erreicht werden. Aber ich begrüße grundsätzlich die Diskussion darüber, was uns mehr Tierwohl wert ist, wie wir es in den Ställen umsetzen und die Gesellschaft mitnehmen! Es ist wichtig, dass wir diese Debatte gesamtgesellschaftlich führen und zu einem Konsens kommen, was uns bessere Bedingungen für die Nutztiere wert sind. Denn zur Steigerung des Tierwohls sind häufig hohe Investitionen erforderlich. Etwa, wenn es um dafür notwendigen, kostenintensiven Stallumbauten geht.

Diese Kosten kann nicht allein eine Bauernfamilie stemmen. Die Alternative: Wenn Bauern sich diese Umbauten nicht mehr leisten können, hören sie auf. Das kann aber nicht im Interesse von uns Verbrauchern sein, die zunehmend auf regionale Erzeugung und Produkte setzen. Wenn wir weiter heimische Produktion mit hohen Standards und entsprechenden Kontrollen wollen, dann müssen gerade unsere Familienbetriebe wettbewerbsfähig bleiben. Denn gibt eine Bauernfamilie auf, hört der Verbraucher nicht auf Fleisch zu essen, sondern greift häufig nach anderer Ware. Bei importierter Ware gilt es zu bedenken, dass wir deren Produktionsstandards wir nicht kontrollieren können wie hier vor Ort. Deshalb ist es in unser aller Interesse, dass eine gesunde, nachhaltige Landwirtschaft und Tierhaltung in ganz Deutschland möglich ist.

Konkret bedeutet das, dass es für diese Leistungen und die Erfüllung gesellschaftlicher Erwartungen auch öffentliche Mittel geben muss. Welche Instrumente und Wege hier in Frage kommen, darüber diskutieren wir in dem von mir eingesetzten „Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung“ mit breiter Beteiligung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen. Auch der Verbraucher an der Ladenkasse hat es in der Hand, welche Wirtschaftsweise er mit seinem Konsum und seinem Geldschein unterstützt. Bauern erzeugen das, was nachgefragt wird. Politisch will ich mehr Einsatz für Tierwohl belohnen. Ein entsprechendes Tierwohlkennzeichen, das dem Verbraucher beim Kauf klare Orientierung gibt, wo mehr für das Wohlbefinden des Tieres getan wurde, kann dabei helfen.“

Quelle: BMEL

Das ursprüngliche Konzept stammt von Prof. Folkhard Isermeyer, dem Präsidenten des Thünen-Instituts. Er hat es bereits 2018 vorgestellt

Bioland vergleicht Tierwohl-Kennzeichen

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Bioland hat die verschiedenen Stufen der Tierwohl-Kennzeichen des Handels und des BMEL mit der EU-Ökoverordnung und den eigenen Verbandsrichtlinien verglichen. Der Verband schreibt in seiner neuesten Pressemitteilung, es falle auf, „dass die Haltungsform des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) und der aktuelle Kriterienkatalog des staatlichen Tierwohlkennzeichens stellenweise selbst in den besseren Stufen nicht über den gesetzlichen Mindeststandard hinausreichten.“

Das staatliche Label ist in die Stufen (1) bis (3) aufgeteilt. Eine eigene Stufe für Bio-Fleisch ist nicht vorgesehen. Die Haltungsform des LEH reicht von Stufe (1), dem gesetzlichen Mindeststandard bis (4), wobei Stufe (4) Bio und konventionelle „Premium“-Haltung zusammenfasst.

Der Bioland-Präsident ist alarmiert: „Die beiden Labels grenzen an Verbrauchertäuschung. Beim Einkauf greifen Verbraucher zur vermeintlich besten Stufe und halten noch nicht einmal mit voller Garantie die wirklich bestmögliche Stufe, nämlich Bio, in den Händen“, so Jan Plagge. „Die Konsumenten brauchen Orientierung, anstatt Verwirrungstaktiken!“

Der Verband kritisiert darüber hinaus, dass die Einstiegsstufe bei beiden Labels die Stufe (1) ist. Es gilt also: Je höher die Stufe, desto besser die Tierhaltung. Dies ist der von Verbrauchern gelernten Kennzeichnung von Eiern, die seit Jahren etabliert ist, entgegengesetzt. Dort steht (0) für Bio, (1) für Freilandhaltung, (2) für Bodenhaltung und (3) für den gesetzlichen Mindeststandard.

Außerdem hätten die Schweine, auch in den höchsten Stufen der beiden Kennzeichnungssysteme, mehr als 50 Prozent weniger Platz im Stall (inklusive Auslauffläche) als es im Öko-Recht Standard ist (2,3 qm gegenüber maximal 1,5 qm). Auslauf erhielten die Tiere nur in den obersten Stufen. Auch im Bereich des Einsatzes von Antibiotika und Arzneimitteln weise keine der Stufen eine Einschränkung auf. Der Verbraucher dürfe hingegen davon ausgehen, dass mit jeder Stufe auch eine stufenweise Besserung der entscheidenden Kriterien einhergeht.

Auffallend sei zudem, dass die Haltungskriterien der Muttertiere und Ferkel nahezu ausgeklammert werden. Bei beiden Labels hat jedes Tier in allen Stufen nur den gesetzlichen Mindeststandard von maximal 2,5 qm Fläche zur Verfügung (gegenüber 7,5 qm nach EU-Ökoverordnung und Bioland). Auch Kastenstände, also die Fixierung von Sauen kurz vor und nach der Geburt, blieben erlaubt. Genauso wie das Kupieren der Schweineschwänze, welches lediglich beim staatlichen Tierwohllabel und da auch erst ab Stufe (2) nicht mehr erlaubt sei.

„Das staatliche Tierwohllabel und die Haltungsform sind kaum dazu geeignet, dem Verbraucher die Kaufentscheidung zu erleichtern. Sie verwirren mit komplizierten Abstufungen und berufen sich zu oft auf den gesetzlichen Mindeststandard, um sich wirklich mit dem Aufdruck „Tierwohl“-Label schmücken zu können“, resümiert Plagge und ergänzt: „Noch ist das freiwillige staatliche Tierwohllabel nicht gesetzlich verabschiedet worden. Es ist zu hoffen, dass Ministerin Klöckner Einsicht zeigt und die Kritik von Verbrauchern, Landwirten und ihren Kollegen auf politischer Ebene ernst nimmt.“

Quelle: Bioland

Was die vielen Label, vor allem wirtschaftlich, für Bio-Schweinehalter bedeuten können, war bereits auf der diesjährigen Internationalen Bioland-Schweinetagung ein Thema. Peter Spandau referierte dort über die Label-Flut im Einzelhandel und deren Bedeutung für die Bio-Schweinehalter. Ausführlicher Bericht hier.

Kälberflechte ernst nehmen

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Die Kälberflechte zählt zu der häufigsten Hauterkrankung des Rindes. Sie ist in ganz Deutschland in vielen Laufställen verbreitet. Obwohl sie nicht lebensbedrohlich ist und deshalb schnell unterschätzt wird, sollte man die Tiere und damit auch sich selbst schützen.

Die ersten klinischen Erscheinungen treten drei bis vier Wochen nach der Infektion auf und sind eher unauffällig: Es entwickeln sich auf der Haut des infizierten Rindes kleine Knoten, die durch einen Pilz (vor allem Trichophyton verrucosum) entstehen, der die Haarfollikel befällt und in die Haarzwiebel einwächst. Die Haare sträuben sich an dieser Stelle. Wenig später bilden sich dort Borken mit abgebrochenen Haaren. Sie können jucken und im frischen Stadium auch nässen und blutig sein.

Schnelle Ausbreitung im Bestand
Rinder erkranken meistens am Kopf und Hals. In der Regel heilen diese Veränderungen nach 3 bis 6 Monaten ab. Es kann jedoch zu bakteriellen Sekundärinfektionen kommen. Außerdem sind die Sporen der Fadenpilze sehr langlebig, sie können unter günstigen Bedingungen jahrelang infektiös bleiben. Deshalb kommt es in Betrieben, die einmal den Erreger der Kälberflechte im Bestand haben, immer wieder zu Reinfektionen, meistens in den Wintermonaten. Im Sommer sind Erkrankungen seltener, zumindest die Weidetiere sind davon selten betroffen, weil die UV-Strahlung die meisten Pilze abtötet. Meistens erfolgt die Einschleppung der Hautinfektion über zugekaufte Tiere. Aber auch Hunde, Katzen und Pferde können an Trichophythie erkranken und als Überträger in Frage kommen. Im Stall breitet sich die Infektion dann in der Regel ganz schnell aus. Die Übertragung erfolgt entweder durch den direkten Kontakt von Tier zu Tier oder auch über Stallgeräte, beispielsweise die Kuhputzbürste. Auch Fliegen, Läuse und Haarlinge können die Erreger von einem Tier zum anderen tragen.

Auf Menschen übertragbar
Es kommt zu Leistungseinbußen bei der Milchleistung und in der Mast. Ist das Immunsystem der Tiere geschwächt, sind sie anfälliger für Trichophytie und andere Erkrankungen. Und nicht zuletzt schädigt die Kälberflechte durch die Narben in der Haut das Leder, was dann nicht mehr verwertet werden kann und der Handel mit den Tieren ist erschwert. Aber der wichtigste Grund für eine wirksame Bekämpfung ist die Übertragbarkeit auf den Menschen. Die Infektion mit dem Erreger der Kälberflechte verläuft beim Menschen häufig schwerer und langwieriger als beim Rind, wenn sie zu spät erkannt und behandelt wird. Er hält sich in tieferen Hautschichten auf, was bei der Abheilung zu Narbenbildung führen kann. Besonders betroffen sind die Hände und Unterarme, gelegentlich auch die Gesichtshaut. Vor allem Kinder und immunschwache Menschen sind gefährdet.

Impfung zur Vorbeugung
Gegen die Kälberflechte gibt es eine Impfung. Diese wirkt nicht nur vorbeugend, sondern auch therapeutisch und sorgt dafür, dass die Hautveränderungen schneller wieder abheilen. Bereits drei Wochen nach der Impfung wrd der Erfolg der Maßnahme sichtbar: Die krustigen Stellen heilen ab, die Haare beginnen wieder zu wachsen. Da meistens der gesamte Bestand betroffen ist, bietet sich eine Impfung zur Bekämpfung an. Der gesamte Bestand wird im Abstand von 14 Tagen zweimal geimpft bis auf die Kälber unter einem Monat. Begleitende Maßnahmen wie beispielsweise Waschungen mit einem fungizidhaltigen Produkt können ebenfalls helfen. Es gibt Hinweise, dass die Ausbreitung der Kälberflechte durch einen Mangel in der Vitamin-A und Spurenelementversorgung begünstigt wird. Deshalb sollten Fütterung und Haltung überprüft werden. Da sich die Pilzsporen sehr lange in der Stallumgebung aufhalten können, sind gründliche Reinigungs- und Hygienemaßnahmen empfehlenswert. Vor allem die Kuhbürste sollte gereinigt und desinfiziert werden. Es gibt mehrere Impfstoffe gegen Kälberflechte: Der Tierarzt weiß je nach Bestandssituation, welcher jeweils eingesetzt werden sollte.

Quelle: Dr. Heike Engels

Hochboxen helfen gegen Hitzestress

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„Im Sommer sind immer zuerst die Hochboxen belegt“ – diese Aussage hört man von Landwirten, die beide Systeme (Hochboxen und Tiefboxen) im Stall haben. Das funktioniert allerdings nur mit tiergerecht weichen Gummimatten. Komfortmatten von KRAIBURG werden nicht nur bei hohen Temperaturen gerne von den Tieren angenommen.

Ab 16 °C sinkt die tägliche Liegezeit Je nach Milchleistung leiden Kühe bereits ab Temperaturen von 16 – 20 °C an Hitzestress. Das macht sich schnell bemerkbar, wenn auffallend viele Tiere am Gang „herumstehen“. Auch im Sommer sollen diese Stehzeiten so kurz wie möglich gehalten werden, denn die Klauen werden zusätzlich belastet. Neben Ventilatoren im Liegebereich können auch Hochboxen mit Gummimatten helfen, die Tiere zum Liegen zu animieren.

Gummi ist nicht gleich Gummi Das Geheimnis liegt im Gummi, denn die Zusammensetzung von Gummimischungen variiert sehr stark. Die KRAIBURG-Rezeptur besitzt ideale wärmeleitende Eigenschaften. Bei hohen Temperaturen helfen die KRAIBURG Komfortmatten, überschüssige Wärme vom liegenden Tier abzuführen. Produkte wie WINGFLEX, KEW Plus oder WELA sind zudem tiergerecht weich – auch bei minimaler Einstreumenge.

Hochboxen mit weichen Gummimatten und Minimaleinstreu machen deutlich weniger Arbeit als Tiefbuchten mit Strohmist-Matratzen. Zudem kann im Sommer der Liegekomfort erhöht werden, weil die Gummi-Oberfläche im Vergleich zur Mistmatratze deutlich kühler ist. Angesichts anhaltend hoher Temperaturen sollte jede Möglichkeit genutzt werden, um die Liegezeit der Tiere, und folglich ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit, zu erhalten.

Mehr Informationen finden Sie unter www.kraiburg-elastik.de oder bei Ihrem KRAIBURG-Fachhändler

Quelle: Kraiburg

Antibiotikaabgabemengen in der Tiermedizin weiter rückläufig

„Tierärzte haben erneut deutlich weniger Antibiotika eingesetzt. Seit 2011 wurde die Menge um rd. 58 Prozent reduziert. In 2018 trug mit mehr als einem Drittel der Rückgang bei den als humanmedizinisch wichtig eingestuften Fluorchinolonen und Cephalosporinen der 3. und 4. Generation bei. Durch ein umfassendes Tiergesundheits- und Hygienemanagement kann der Landwirt mit seinem betreuenden Tierarzt Krankheiten verhüten. Dies dient dem Tierwohl und der nachhaltigen Produktion sicherer Lebensmittel. Die Grafik verdeutlicht die Reduktion der Antibiotikaabgabemengen durch Minimierungskonzepte, die auf den Prinzipien des verantwortungsvollen Umgangs mit Antibiotika“ schreibt der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) in seiner neuesten Pressemitteilung.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlichte jetzt die aktuellen Zahlen (s. Tabelle oben) und führt dazu aus:

Die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika in Deutschland ist 2018 weiter leicht zurückgegangen. Sie sank im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 auf 722 Tonnen (minus 1,5 %) und erreichte damit das bislang niedrigste Niveau seit 2011, dem ersten Jahr der Erhebung (minus 57,6 % gegenüber 1706 Tonnen im Jahr 2011). Zum ersten Mal seit der Erfassung der Abgabemengendaten für Antibiotika und deren Auswertung durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) liegen auch die Mengen der abgegebenen Fluorchinolone sowie Cephalosporine der 3. und 4. Generation unter dem Wert von 2011. Diese Wirkstoffklassen sind für die Therapie beim Menschen von besonderer Bedeutung.

Die Abgabemenge der Fluorchinolone ist im Vergleich zum Vorjahr um ca. 2,2 Tonnen (t) gesunken, die der Cephalosporine der 3. und 4. Generation um 1,6 t. Da sich diese deutliche Verringerung bei diesen Wirkstoffklassen erst für die Abgabemengen 2018 ergibt, liegt die Vermutung nahe, dass hierfür die Änderungen der Tierärztlichen Hausapothekenverordnung (TÄHAV) ursächlich sind. Die TÄHAV schreibt seit dem 1. März 2018 vor, dass bei der Anwendung von Fluorchinolonen und Cephalosporinen der 3. und 4. Generation ein Antibiogramm nach standardisierten Verfahren durchzuführen ist.

Im Jahr 2018 wurden 722 Tonnen Antibiotika von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte in Deutschland abgegeben. Die Hauptabgabemengen bilden wie in den Vorjahren Penicilline mit etwa 271 t und Tetrazykline mit etwa 178 t, gefolgt von Polypeptidantibiotika (Colistin) mit 74 t und Sulfonamiden (63 t) sowie Makroliden (59 t). Von den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) als Wirkstoffe mit besonderer Bedeutung für die Therapie beim Menschen eingestuften Antibiotikaklassen (Critically Important Antimicrobials for Human Medicine) wurden im Vergleich zum Vorjahr bei zwei Wirkstoffklassen höhere Mengen abgegeben (Zunahme: ca. 4,0 t Makrolide bzw. rund 0,024 t Polypeptidantibiotika). Gegenüber dem ersten Erfassungsjahr 2011 haben die Abgaben von Colistin aber um ca. 42 % und die Menge der Makrolide um rund 66 % abgenommen (Anhang – Tab. 1: Vergleich der Abgabemengen der Wirkstoffklassen 2011 bis 2018).

Der Einsatz von Tierarzneimitteln dient dem Ziel, kranke Tiere zu behandeln und damit die Tiergesundheit und den Tierschutz zu fördern. Der Einsatz ist gleichermaßen auf den Schutz des Verbrauchers vor Zoonosen und sicheren Lebensmitteln ausgerichtet. Die Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika stellt eine globale Bedrohung in der Human- und Veterinärmedizin dar. Der Transfer von antibiotikaresistenten Bakterien und/oder der Transfer von Resistenzgenen zwischen Mensch und Tier sind wechselseitig möglich.

Moderhinke: Wenn das Schaf nicht mehr laufen kann

Von Dr. Ursula Domes, Schafgesundheitsdienst, Tiergesundheitsdienst Bayern e.V.

Lahmheiten kommen auch bei Schafen vor, auch wenn sie in der Regel viel Weidegang haben. Regelmäßige Klauenpflege ist also auch bei Schafen wichtig. Wird diese jedoch vernachlässigt und kommen einige Umweltfaktoren hinzu, kann die gefürchtete Moderhinke entstehen.

Das Klauenhorn beim Schaf wächst ständig nach und muss somit regelmäßig per Pflegeschnitt gekürzt werden. Dies kann bei weichem Untergrund bis zu viermal im Jahr nötig sein, bei hartem Untergrund und langen Märschen dementsprechend seltener.

Wenn das Klauenhorn zu lang wird, klappt es nach innen oder außen um. Im ersten Fall entstehen somit Höhlen, wo sich gern Bakterien vermehren, im zweiten Fall reißt das Horn ein und das Schaf kann sich leicht Steine oder Dornen eintreten. Wenn Klauen lange nicht geschnitten werden, wachsen diese schnabelartig nach vorne. Bei lehmigem Boden können sich Erdklumpen zwischen den Klauen ansammeln und beim Trocknen reiben und starke Lahmheiten verursachen.

Neben diesen einfacheren Lahmheitsursachen werden ansteckende Krankheiten wie besonders die Moderhinke stark gefürchtet. Wegbereiter ist das Bakterium Fusobacterium necrophorum, das überall in der Umwelt vorhanden ist, und erste schmierige Entzündungen zwischen den Klauen hervorruft. Wenn dann noch ein zweites Bakterium dazukommt, das Dichelobacter nodosus, entsteht die Moderhinke, die einen typischen süßlichen Geruch aufweist.


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Rindfleischgenuss mit gutem Gewissen – #Farm Animal Well-Being Forum 1

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Von Dr. Heike Engels

Für die nachhaltige Produktion von Milch und Rindfleisch sollte auch das Potential der männlichen Kälber von milchbetonten Rassen bestmöglich genutzt werden. Dies dachte sich auch der Tierarzt Rob Drysdale aus Großbritannien: Er stellte sein besonderes Konzept „StraightLine Beef“ kürzlich auf dem 12. Boehringer Ingelheim Farm Animal Well-Being Forum vor.

Rob Drysdale interessierte sich schon immer für die nachhaltige Rindfleischerzeugung in einer integrierten Lieferkette. Nachdem er viele Jahre als Tierarzt arbeitete, entschied er sich zu einer Weiterbildung im Supply Chain Management. Er promovierte 2016 mit dem Thema „Rindfleisch aus der Milchviehherde: Ist Integration die Antwort?“ und gründete in dieser Zeit sein Unternehmen StraightLine Beef. Dies ist eine Lieferkette bzw. Integration für Rindfleisch aus der Milchviehhaltung. Ein Netzwerk aus etwa 40 Milchviehbetrieben liefert eine vertraglich abgesicherte Anzahl Kälber an Drysdale, dann übernehmen Aufzüchter und Mäster die Kälber bis zur Schlachtreife.

Bisher ist solch eine Integration überwiegend aus dem Geflügel- und Schweinebereich bekannt. Drysdale startete 2014 mit 60 Kälbern und hat nun 4.500 Rinder an 14 Standorten in Wales und Südwestengland unter Vertrag. Für die Aufzucht der Kälber hat er Handlungsanweisungen erarbeitet, die von jedem Betrieb umgesetzt werden müssen, damit nur gesunde und fitte Kälber in seine Lieferkette kommen. In diesen Listen sind u.a. die Kolostrumgabe, die Fütterung und Impfungen vorgeschrieben.

Daneben bewirtschaftet Rob Drysdale seit März 2017 in Somerset seinen eigenen Mastbetrieb, in dem er eine intensive und grasbasierte Rindfleischproduktion praktiziert. StraightLine Beef unterhält mehrere Lieferketten, von reinen Bullen aus der Milchproduktion bis hin zu grasgefütterten Angus-Kreuzungsrindern. Häufig werden ausgewählte Elitebullen der Rassen Hereford und Angus zur Anpaarung verwendet, um eine gleichbleibende Fleischqualität zu erzielen. Drysdale verfolgt das Ziel, die Nachhaltigkeit vom Milchviehbetrieb und der Fleischproduktion bis zum Restaurantteller oder Einzelhandelsregal kontinuierlich zu verbessern. Aus seiner Sicht ist es Sache der Produzenten zu beweisen, dass die Produktion von Rindfleisch sowohl ethisch als auch nachhaltig sein kann.

Weitere Information hier.