Tierhalter beginnen das neue Jahr mit Bestandsmeldung

0

Afrikanische Schweinepest, Blauzungenkrankheit, Geflügelpest – tückische Krankheitserreger bedrohen alle Tierarten. Für Tierhalter nimmt daher der vorsorgende Schutz eine große Rolle ein, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. Dazu zählt neben der Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen zur Biosicherheit die korrekte und fristgerechte Meldung der Tierbestände an die Niedersächsische Tierseuchenkasse (TSK). Sie steht Anfang des Jahres an und betrifft auch Klein- oder Hobbyhalter. Nur bei Erfüllung dieser Pflicht dürfen Tierhalter im Seuchenfall auf Leistungen der Tierseuchenkasse vertrauen. Das Onlineportal der TSK wird nach den Weihnachtsfeiertagen für die Bestandsmeldungen freigeschaltet, als Stichtag gilt der 3. Januar 2019. Die Beitragsbescheide werden Ende Februar, Anfang März versandt, bis zum 15. März soll das Geld bei der Tierseuchenkasse eingegangen sein. Es gibt einige Änderungen bei den Beiträgen. So müssen kleine Tierhaltungen für Pferde, Rinder, Schweine und Geflügel mit 12,50 Euro statt bisher zehn Euro einen etwas höheren Mindestbeitrag bezahlen. Für Schweinehalter wird der Seuchenschutz etwas teurer, für Rinderhalter etwas billiger, nicht zuletzt dank der guten Fortschritte bei der Bekämpfung einiger Krankheiten. Pferdehalter zahlen 2019 einen deutlich geringeren Beitrag, für Schafe und Ziegen wird die Seuchenvorsorge minimal teurer, für die meisten Geflügelarten etwas günstiger. Die Beitragsberechnung der TSK wird jährlich neu angepasst und von deren Gremien beschlossen. Sie basiert auf der Höhe der laufenden Kosten je Tierart. Die exakten Sätze hat die TSK in einer Tabelle auf ihrer Homepage unter www.ndstsk.de eingestellt, dort geht es auch zur Online-Meldung.

Das Landvolk Niedersachsen weist alle Tierhalter darauf hin, dass die Leistungen der Tierseuchenkasse im Seuchenfall bei weitem nicht alle Verluste abdecken können. Die TSK übernimmt den Ausgleich des sogenannten gemeinen Tierwertes und bezahlt im Fall der Fälle auch die behördlich angeordnete Tötung der Tiere. Weitergehende Schäden, die sich insbesondere durch die Betriebsunterbrechung und damit den Ausfall der Einnahmen aus der Tierhaltung ergeben, können über eine Ertragsschadenversicherung abgedeckt werden. Dazu bieten die Kreisverbände und deren Versicherungsagenturen wie beispielsweise die Landvolkdienste ihre Beratung an.

Quelle: Landvolk Niedersachsen

MSD Tiergesundheit ruft Auszeichnung für gesündere Tiere ins Leben:

0

„Preis der Tiergesundheit“ fördert nachhaltige Gesundheitskonzepte. Ab 2019 zeichnet MSD Innovationen für Tiergesundheit aus.

• Gesucht werden Versorgungskonzepte, die sich in der Praxis bewährt haben
• Bewerbungsphase beginnt im Februar 2019

Verantwortung für das Wohl unserer Tiere: Mit dem „Preis für Tiergesundheit“ würdigt MSD nachhaltige, innovative Gesundheitskonzepte. Im ersten Jahr, 2019, stehen Rinder im Fokus des neuen Tiergesundheitspreises.

Moderne Landwirtschaft muss heute viele Aspekte berücksichtigen: Schonung der Ressourcen, Umwelt- und Klimaschutz, gesetzliche Auflagen, Wirtschaftlichkeit oder aber Verbraucherinteressen. Eines aber muss stets an oberster Stelle stehen: die Gesundheit und das Wohl unserer Tiere.

Der „Preis der Tiergesundheit“ würdigt ganzheitliches, maßgeschneidertes Gesundheitsmanagement bei Tieren.
Im ersten Jahr der Preisvergabe sind Rinder- oder Milchviehbetriebe gesucht, die mit der Einführung von neuen Vorsorgekonzepten bzw. optimierten Haltungsbedingungen nachweislich einen positiven Beitrag zum Betriebsergebnis und Tierwohl geleistet haben. Dies können z. B. Impfmaßnahmen in Verbindung mit der Optimierung von Fütterung oder Lüftung sein oder aber neue Hygienekonzepte.

Die Erfolgsgeschichten von Landwirten werden ins Rampenlicht gestellt und so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein großes Ziel ist dabei, den Erfahrungsaustausch unter Landwirten und Tierärzten weiter zu stärken.

„Landwirte lernen von Kollegen – Sie teilen ihre positiven Erfahrungen und Vorgehensweisen untereinander und das praxisnah mit allen Vorteilen aber auch Stolperfallen. Zuhören, miteinander sprechen, gemeinsam Lösungsansätze finden und voneinander lernen, das sind die strategischen Zielsetzungen des ‚Preis der Tiergesundheit’ für die kommenden Jahre“, erklärt Dr. Solveig Rehm, Tierärztin und Produktmanagerin bei MSD Tiergesundheit.

Auf die Gewinner warten Preisgelder in Höhe von 60.000 Euro
Am „Preis der Tiergesundheit“ können alle Landwirtinnen und Landwirte aus Deutschland und Österreich teilnehmen, die einen Rinder- bzw. Milchviehbetrieb besitzen oder führen, unabhängig von der Größe des Betriebes.

Eine unabhängige Experten-Jury bewertet die Konzepte und wählt die drei erfolgreichsten Versorgungslösungen aus. Die drei Erstplatzierten erhalten ein zweckgebundenes Preisgeld. 30.000 Euro werden an den ersten Platz vergeben, der Zweitplatzierte erhält 20.000 Euro und der 3. Platz 10.000 Euro.

Die Bewerbungsphase für den „Preis der Tiergesundheit“ startet im Februar 2019. Alle Informationen zu dieser Auszeichnung sind ab Bewerbungsbeginn unter www.preisdertiergesundheit.com zu finden.

Quelle: MSD Tiergesundheit

Boehringer Ingelheim stellt Neuerungen in der Geflügelgesundheit vor

0

Boehringer Ingelheim setzt mit zwei Neuerungen Maßstäbe bei der Verabreichung von Geflügelimpfstoffen. Das Unternehmen hat nun zwei Impfstoffe im Programm, die präventiv gegen verschiedene Virenstämme der infektiösen Bronchitis (IB) bei Geflügel wirken. Da bei der infektiösen Bronchitis die Verwendung mehrerer Impfstoffe für eine möglichst breite Kreuzimmunität gegen die Vielzahl zirkulierender IB-Erregerstämme wichtig ist, bieten die zwei Impfstoffe aus einer Hand einen noch besseren Schutz der Tiere.

Des Weiteren wurde die Art der Verabreichung erleichtert: Die Impfstoffe können mittels Brausetablette im Wasser aufgelöst und einfach verabreicht werden. Das spart Zeit, erhöht die Sicherheit und schont die Umwelt durch eine sparsamere Verpackung. Zudem können beide Impfstoffe ab dem ersten Lebenstag bei Küken angewendet werden und schützen daher frühzeitig.

Im Rahmen einer Launch-Veranstaltung am Standort Ingelheim präsentierten verschiedene interne und externe Experten neueste Erkenntnisse aus dem Bereich Geflügelgesundheit: Prof. Dr. Bernd Kaspers von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Prof. Dr. Silke Rautenschlein von der Tierärztliche Hochschule Hannover und Romina Hellmich von der TU München informierten rund um Themen zur Immunologie bei Huhn und Pute; zusätzlich stellte Prof. Dr. Robby Anderson von der Hochschule Osnabrück seinen Ansatz zum Risiko-orientierten Herdenmanagement vor. Abgerundet wurden die Fachbeiträge von DVM J.J. de Wit vom GD Animal Health in Utrecht (Niederlande) und Dr. Francesco Prandini von Boehringer Ingelheim, die einen umfassenden Überblick über die Bekämpfung der infektiösen Bronchitis gaben und aufzeigten, wie groß der Einfluss der Erkrankung auf die Geflügelwirtschaft und das Tierwohl ist.

Quelle: Boehringer Ingelheim

Gefährdete Nutztierrassen des Jahres 2019 – Das Wollschwein

0

Mit dem Wollschwein steht im Jahr 2019 eine Nutztierrasse im Mittelpunkt, die auf der Roten Liste in der Kategorie „Rassen aus anderen Ländern“ aufgeführt ist. Das Wollschwein ist eine der ältesten, rein erhaltenen Schweinerassen Europas. Seinen Ursprung hat es auf dem Balkan, vor allem in Ungarn. Bis in die 1950er Jahre war es als Speckschwein weit verbreitet. Eben dieser üppige Speck war es, der die Rasse dann, aufgrund veränderter Essgewohnheiten hin zu mehr magerem Fleisch, an den Rand der Ausrottung drängte. Im Jahr 1993 gab es europaweit nur noch weniger als 200 Tiere.

Das Wollschwein kommt in drei verschiedenen Farben vor, die als eigenständige Rassen angesehen werden: das Blonde Wollschwein, das Schwalbenbäuchige Wollschwein und das Rote Wollschwein. Tatsächlich haben die Tiere feste, gekräuselte Borsten mit feiner Unterwolle im Winter und feine, glatte und kurze Borsten im Sommer. Die Ferkel sind gestreift, wie Frischlinge beim Wildschwein.
Für die Bezeichnung Mangalitza gibt es verschiedene Erklärungsansätze, die alle sehr treffend scheinen, so bedeutet Mangalitza „walzenförmig“. Das rumänische Wort „mancare“ bedeutet „essen“. Das Wort „Mangala“ ist slawischen Ursprungs und beschreibt einen guten Ernährungszustand und ein „Mangala svinja“ wäre demnach ein Schwein, das gut zunimmt. All diese Deutungsansätze geben schon eine gute Beschreibung zu dem kompakten, walzenförmigen Schwein mit feinen aber harten Knochen und kräftiger Muskulatur.

Das Wollschwein ist robust und eignet sich ideal für die Freilandhaltung, das dichte Borstenkleid und eine Speckschicht schützen dabei vor extremer Witterung. Das Fleisch ist stark marmoriert, was zu einem exzellenten Geschmack führt und reich an den wertvollen ungesättigten Omega-3-Fettsäuren. Dadurch wird es bei qualitätsbewussten Kunden und auch in der gehobenen Gastronomie immer beliebter. Gute Abnehmer für die Produkte sind für die Schweinezüchter notwendig, damit sie weiter züchten können und diese besondere gefährdete Nutztierrasse erhalten bleibt.

Durch akribische Recherchearbeit konnte in den vergangenen sieben Jahren der Grundstein für ein Wollschwein-Register gelegt werden. Dadurch wurde die Möglichkeit geschaffen Zuchttiere zu registrieren und Abstammungen zu dokumentieren. Insgesamt sind in Deutschland derzeit 74 Blonde-, 90 Rote und 123 Schwalbenbäuchige Wollschweine bei 91 Züchtern erfasst. Darüber hinaus gibt es Kontakt zu den Ursprungsregionen Ungarn, Serbien, Bulgarien sowie Österreich und der Schweiz.

Die GEH ernennt seit 1984 alljährlich die „Gefährdete Rasse“ und macht damit deutlich, dass neben den Wildtieren und Wildpflanzen auch in der Landwirtschaft der Verlust der Vielfalt eingezogen ist.

Quelle: Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH),

Familie Scholten-Meilink zum 2. Mal Bester Milcherzeuger Niedersachsens

0

„Goldene Olga 2018“ geht nach Hoogstede in der Grafschaft Bentheim. „Silberne Olga“ geht nach Westerkappeln im Kreis Steinfurt, „Bronzene Olga“ nach Quendorf in die Grafschaft Bentheim, Platz vier und fünf gehen nach Emsbüren im Emsland und Rastede im Ammerland

Unternehmerpreis für nachhaltiges Wirtschaften: Niedersächsische Milchwirtschaft zeichnet die zwölf besten der rund 8.500 Milcherzeuger mit dem „Milchlandpreis“ aus – Staatssekretär Rainer Beckedorf und Landvolk-Präsident Schulte to Brinke übergeben Auszeichnungen

Familie Scholten-Meilink aus Hoogstede im Landkreis Grafschaft Bentheim hat es erneut geschafft. Sie darf sich mit ihrem Milchviehbetrieb Scholten-Meilink GbR bereits zum zweiten Mal „Bester Milcherzeuger Niedersachsens“ nennen. Gisela Scholten-Meilink (43) und Wiljan Meilink (40) erhielten heute (14. Dezember) gemeinsam mit ihren vier Töchtern Julia, Lisa, Hanna und Sina im „Alten Kurhaus“ in Bad Zwischenahn aus den Händen von Rainer Beckedorf, Staatssekretär im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, die „Goldene Olga 2018“ und einen Geldpreis in Höhe von 3.500 Euro. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Wettbewerbs, der in diesem Jahr zum 18. Mal ausgeschrieben wurde, dass ein „Gold-Betrieb“ seinen Erfolg wiederholen konnte. Bereits im Jahr 2005 ging die „Goldene Olga“ an die Scholten-Meilink GbR.

Für den zweiten Platz überreichte der Staatssekretär die „Silberne Olga 2018“ und 2.000 Euro an Birgit (49), Hajo (50) und Katharina (25) Leyschulte sowie Edelgard (56) und Jürgen (55) Steer von der Leyschulte-Steer GbR aus Westerkappeln im Kreis Steinfurt. Ihr Betrieb liegt zwar im benachbarten Nordrhein-Westfalen, da die Milch aber an eine niedersächsische Molkerei geliefert wird, stellte sich die Leyschulte-Steer GbR dem dortigen Wettbewerb.

Die „Bronzene Olga 2018“ ging in diesem Jahr ebenfalls in den Landkreis Grafschaft Bentheim: In Quendorf können sich Margret (50), Dieter (53) und Anne (22) Weusmann mit Markus Ahmann über die hohe Auszeichnung und ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro freuen.

Plätze vier und fünf für Betriebe aus den Landkreisen Emsland und Ammerland
Der vierte Platz ging an Sabine (49) und Andreas (48) Lohmöller und ihre Kinder Jake (23), Devon (21), Alison (20) und Luke (19) aus Emsbüren im Landkreis Emsland. Sie erhielten ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro. Den fünften Platz und damit verbunden ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro sicherten sich Doris (59), Harm-Dirk (60), Katrin (30) und Jan-Dirk (35) Klockgether aus Rastede-Wahnbeck im Landkreis Ammerland.

Der Milchlandpreis – ein Unternehmerpreis für Nachhaltigkeit
Im Rahmen der Festveranstaltung mit rund 160 geladenen Gästen hat die niedersächsische Milchwirtschaft im „Alten Kurhaus“ in Bad Zwischenahn heute die besten zwölf ihrer insgesamt rund 8.500 Milchviehhalter mit dem „Milchlandpreis 2018“ geehrt. Die Auszeichnung ist nach Angaben der Landesvereinigung als „Unternehmerpreis für nachhaltiges Wirtschaften“ konzipiert.

Zur Bewertung der Nachhaltigkeit der Wirtschaftsweise der einzelnen Betriebe prüft ein jeweils aus zwei Fachleuten bestehendes Gutachterteam nicht nur die Höfe sehr intensiv, sondern insbesondere auch deren Aktivitäten in den Bereichen Ökologie, Tierwohl, Soziales und Ökonomie. „Ziel ist es, jedes Jahr einen Milcherzeugerbetrieb als Preisträger der „Goldenen Olga“ zu ermitteln und auszuzeichnen, der nicht nur eine optimale Rohmilch produziert, sondern der hervorragend wirtschaftet und sich durch einen besonders verantwortungsbewussten Umgang mit seinen Tieren, der Umwelt und den auf dem Hof arbeitenden Menschen hervorhebt“, so die Landesvereinigung in der Ausschreibung zum Wettbewerb.

Quelle: Landvolk Niedersachsen

Rückgang der Schafhalter in Bayern

0

Nach den vorläufigen Ergebnissen der vom Bayerischen Landesamt für Statistik durchgeführten Erhebung über die Schafbestände am 3. November 2018 ist die Zahl der schafhaltenden Betriebe auf insgesamt 2 000 zurückgegangen, 9,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Mit 264 300 Tieren war im November 2018 auch der Schafbestand leicht rückläufig (-1,5 Prozent).

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik

Persönlichkeit von Milchkälbern prognostiziert ihre Fähigkeit, mit Stress umzugehen

1

Eine Studie der kanadischen „University of British Columbia“, die Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, ergab, dass Milchkälber schon in jungen Jahren ausgeprägte Persönlichkeitsmerkmale aufweisen. Forscher der ´“Faculty of Land and Food Systems“ testeten Kälber im Alter von 25 und 50 Tagen auf Pessimismus, Angst und Geselligkeit und stellten fest, dass jedes Kalb eine inhärente Einstellung hat, die sich im Laufe der Zeit kaum ändert.

Jetzt haben die Forscher diese Studie mit der Untersuchung der gleichen Kälber im Alter von vier Monaten fortgesetzt, um herauszufinden, wie ihre Persönlichkeitsmerkmale ihre Reaktionen auf reale Situationen bestimmen.

Benjamin Lecorps, ein Doktorand im UBC-Tierschutzprogramm, war der Hauptautor der neuesten Studie, die am 5. November in Scientific Reports veröffentlicht wurde. Das sagt er zu den Befunden:

Benjamin Lecorps

Sie wussten bereits, welche Kälber optimistisch, pessimistisch, ängstlich und gesellig sind. Warum das zweite Experiment?

Diese Arbeit konzentriert sich tatsächlich auf die Gültigkeit der verschiedenen Merkmale, die wir in unserem früheren Artikel identifiziert haben. Wir möchten zum Beispiel bestätigen, dass ein Kalb mit einer ängstlichen Persönlichkeit in bestimmten Situationen stärker beansprucht wird als ein Kalb, das keine Angst hat.

Wie haben Sie das gemacht?

Eine Routineprozedur, die Kälber möglicherweise belasten kann, ist der Transport. Er ist neu für sie, es gibt viel Handling, und die Kälber gehen normalerweise nicht alleine in den Anhänger, sondern müssen hinein geschoben werden. Da wir diese Kälber, im Rahmen unserer Arbeitsroutine, von einem Stall in einen anderen transportieren mussten, war das eine gute Gelegenheit, ihre Reaktionen auf einen potenziellen Stressor zu messen.

Wie erkennen Sie, ob ein Kalb beim Transport gestresst ist?

Nutztiere zeigen häufig durch Lautäußerungen an, wenn sie in Bedrängnis sind. Es ist ein guter Indikator für die Intensität der emotionalen Reaktion; je mehr sie vokalisieren, desto stärker sind sie gestresst. Typischerweise steigt auch die Temperatur in ihren Augen an, wenn sie sich bedroht fühlen, weil das sympathische Nervensystem aktiviert und dadurch die Durchblutung der Augen erhöht wird. In dieser Studie haben wir eine Kombination beider Messmethoden angewandt.

Sie hatten also einige Kälber bereits als Neugeborene als pessimistisch oder ängstlich identifiziert. Wie reagierten diese Kälber drei Monate später auf den Transport?

Wie zu erwarten, ermöglichten uns Informationen über die Furchtsamkeit, vorauszusagen, wie die Kälber auf den Transport reagierten. Was uns überraschte, war, dass der Pessimismus ein noch besserer Prädiktor war. Die pessimistischeren Kälber gaben häufiger Laute von sich und hatten nach dem Transport höhere Augentemperaturen. Wir vermuten, dass die pessimistischeren Kälber eher negative Erwartungen an neue Erfahrungen haben.

Wie kann dieses Wissen letztlich zum Vorteil der Tiere genutzt werden?

Der Grundgedanke der Untersuchung von Persönlichkeitsmerkmalen für das Tierwohl besteht darin, herauszufinden, welche Tiere anfälliger für Stress sein könnten. Das Wissen über ihre individuelle Persönlichkeit kann es uns ermöglichen, besser zu verstehen, warum manche Tiere mit normalen Arbeitsroutinen nicht zurechtkommen und eher krank werden. Die Zeit rund um die Abkalbung ist ein gutes Beispiel. In dieser Zeit ändern sich viele Dinge für die Kühe, einschließlich der Nahrung, die sie bekommen, unbekannte Buchtgenossin-nen, das Melken im Melkstand und natürlich alle physiologischen Veränderungen, die mit dem Nachwuchs einhergehen. Milchkühe erkranken häufig nach dem Kalben und die Tiere, die anfälliger für Stress sind, können anfälliger für Infektionskrankheiten sein.

Mit freundlicher Genehmigung der University of British Columbia

Stall und Weide haben Stärken und Schwächen

0

Systemanalyse Milch legt umfangreiche Forschungsergebnisse vor

Weidende Kühe entsprechen nach den Vorstellungen vieler Verbraucherinnen und Verbraucher dem Idealbild der Milchviehhaltung. Wissenschaftler dagegen sehen sowohl bei reiner Weidehaltung, gelegentlichem Weidegang und auch reiner Stallhaltung von Milchkühen Stärken und Schwächen. „Ob sich der Milchviehhalter für den Stall oder die Weide entscheidet, hat keine so große Bedeutung“, fasst Dr. Karsten Padeken als Vorsitzendes des Grünlandzentrums Niedersachsen zusammen. „Ausschlaggebend ist das richtige Management, dann gehen Tierwohl und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand“, fügt er an. Diese Aussage bestätigen die Ergebnisse von 15 Doktorandinnen und Doktoranden, die in einem Verbundprojekt an drei Universitäten, einer Fachhochschule und zwei Instituten geforscht haben. 60 Milchviehbetriebe waren einbezogen, über fünf Jahre wurden Daten erhoben, verglichen, bewertet und analysiert. Auf mehr als 1.000 Seiten haben die Beteiligten die Ergebnisse zusammengetragen.

Unter dem Aspekt Tierwohl schneiden reine Weidehaltungshöfe besser ab als diejenigen mit ganzjähriger Stallhaltung, allerdings lassen sich die Tiere im Stall besser beobachten und kontrollieren. Dies dient in erster Linie der Tiergesundheit. Unter wirtschaftlichen Aspekten liegt die Stallhaltung etwas vorn. Die Doktoranden merken jedoch einschränkend an, dass in den Jahren 2015 und 2016 die Auszahlungspreise in keinem Haltungssystem die Vollkosten decken konnten, also schlicht zu niedrig waren. Mit Blick auf den Klimaschutz könnte zukünftig dem Rohrschwingel eine größere Bedeutung zukommen, allerdings ist diese Grasart für Kühe weniger attraktiv als das bislang bevorzugte Weidelgras. Mehr Augenmerk müssen die Landwirte der Stickstoffauswaschung unter Weiden beimessen, mit einer effizienten Nutzung, die dem Graswachstum angepasst wird, vermeiden sie Nährstoffverluste. Dies sind nur einige Erkenntnisse des vom Niedersächsischen Wissenschafts-ministeriums geförderten Verbundprojektes mit dem Namen „Systemanalyse Milch“. Alle Details haben die am Projekt Beteiligten in einem 98 Seiten starken eBook für Praktiker zusammengefasst, es ist im Netz unter www.gruenlandzentrum.org abrufbar. Über Wissenschaftsjournale werden die Ergebnisse ebenfalls verbreitet.

Quelle: Landvolk Niedersachsen

Neue Chancen für den Tierschutz: Effizientes Testverfahren zum Betäubungsmittel-Einsatz bei Fischen

0

In den letzten Jahren sind die Mengen an Betäubungsmitteln, die in der Industrie für die Fischzucht und in der Wissenschaft für Versuche mit Fischen eingesetzt werden, erheblich gestiegen. Doch ist wenig darüber bekannt, welche Betäubungsmittel in welchen Dosierungen am besten geeignet sind, um bei Fischen die angestrebten Effekte zuverlässig und schonend zu erzielen. Um darüber Aufschluss zu gewinnen, ist ein spezielles Neuronenpaar im Gehirn von Fischen hervorragend geeignet. Dies haben Biologen der Universität Bayreuth jetzt herausgefunden, die über ihre Forschungsergebnisse in der Zeitschrift „Scientific Reports“ berichten.

Mauthner-Zellen als optimaler Prüfstein für Betäubungsmittel

Im Gehirn von Fischen und anderen sogenannten niederen Wirbeltieren befinden sich die Mauthner-Zellen. In diesem Neuronenpaar laufen von den Sinnesorganen kommende Informationen zusammen. Hier werden sie integriert und so weiterverarbeitet, dass die Tiere notfalls die Flucht vor einem Beutejäger ergreifen können. Wie sich in den Bayreuther Untersuchungen herausgestellt hat, sind die Mauthner-Zellen aufgrund ihrer integrierenden Funktionen im Nervensystem ein geradezu idealer Prüfstein, um festzustellen, welche Wirkungen ein Betäubungsmittel auf Fische genau hat. So haben die Forscher um Dr. Peter Machnik und Professor Dr. Stefan Schuster an Goldfischen getestet, wie und in welchen Dosierungen sich Betäubungsmittel auf akustische und optische Sinnesreize, auf die Verarbeitung dieser Sinnesreize im zentralen Nervensystem und schließlich auf das Bewegungsverhalten der Fische auswirken. Dabei prüften sie vor allem diejenigen Wirkstoffe, die derzeit am häufigsten bei Fischen und anderen niederen Wirbeltieren verwendet werden: Benzocain und das Benzocain-Derivat MS-222. Zudem wurden die Wirkstoffe 2-Phenoxyethanol (2-PE) und Aqui-S untersucht, die oft in der Fischindustrie zum Einsatz kommen.

Wege zum verbesserten Tierschutz in Industrie und Wissenschaft

„In allen Fällen konnten wir die Wirkungen dieser Wirkstoffe und ihrer Dosierungen in sehr kurzer Zeit präzise feststellen, auch wenn alle Versuche an tief betäubten Tieren vor-genommen wurden“, erläutert Schuster, der an der Universität Bayreuth den Lehrstuhl für Tierphysiologie innehat. Er betont die Chancen, die sich daraus für einen verbesserten Schutz der Fische ergeben: „Für den Tierschutz ist es von besonderem Interesse, dass schon wenige Fische ausreichen, um mit hoher Präzision die Wirkungen zu ermitteln, die ein Wirkstoff in einer bestimmten Dosierung hat. Wir konnten hier zeigen, dass bei Messungen im Mauthner-System schon drei Fische reichen, um eine fundierte Aussage machen zu können. Untersuchungen an größeren Gruppen von Fischen führen nicht zu signifikant abweichenden Ergebnissen.“

Dr. Peter Machnik, Habilitand am Lehrstuhl für Tierphysiologie, verweist auf den aktuellen forschungspolitischen Kontext: „Neuere Forschungen haben immer mehr Indizien für höhere kognitive Fähigkeiten von Fischen und damit auch für ihre Leidensfähigkeit zutage gefördert. Gleichzeitig ist die weltweite Fischproduktion, die zum Teil mit erheblichem Stress für die Tiere verbunden ist, nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO auf über 170 Millionen Tonnen gestiegen. Daher haben zahlreiche Staaten die gesetzlichen Standards für den Schutz von Fischen und anderen wechselwarmen Wirbeltieren zu Recht angehoben. Somit drängt die Zeit für den schonenden und effektiven Einsatz von Betäubungsmitteln auch bei diesen Tieren. Diese Betäubungsmittel können allerdings von der pharmazeutischen Industrie nicht von heute auf morgen entwickelt werden. Umso wichtiger sind die jetzt anhand der Mauthner-Zellen gewonnenen Erkenntnisse. Sie zeigen, wie der Einsatz bereits vorhandener Wirkstoffe ohne großen Aufwand optimiert werden kann. Und sie geben wertvolle Hinweise für die Erprobung und Einführung neuer Wirkstoffe, die den Tierschutz in den nächsten Jahren weiter voranbringen werden.“

Forschungsförderung:
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Bayreuther Forschungsarbeiten im Rahmen eines Reinhart Koselleck-Projekts gefördert.

Quelle: Universität Bayreuth

Folgen der Enthornung können über die Akutphase hinausreichen

0

In einer Studie der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern wurde die Entstehung von akuten und chronischen Schmerzen nach der Enthornung bei Kälbern untersucht. Die bereits bekannte Studie, die nun publiziert worden ist, zeigt, dass trotz optimaler Betäubung und Schmerzausschaltung sowohl eine akute wie auch eine chronische Schmerz- und Überempfindlichkeit bei den Kälbern entstehen kann.

Die Enthornung ist eine invasive Prozedur, die weltweit bei neugeborenen Kälbern bis zu einem Alter von acht Wochen angewandt wird. Dabei werden die Hornanlagen mit einem sogenannten Thermokauter ausgebrannt, was zu Verbrennungswunden führt. Beim Menschen können solche Wunden langfristige sensorische Defizite und chronische Schmerzen verursachen. Die Leiterin der aktuellen Studie, Claudia Spadavecchia vom Departement für klinische Veterinärmedizin, Abteilung Klinische Anästhesiologie der Vetsuisse Fakultät der Universität Bern, erklärt: «Mehrere Studien haben bereits gezeigt, dass die Enthornung bei Kälbern Verhaltens- und hormonolle Veränderungen, auslöst, die auf akute Schmerzen hinweisen; in der Schweiz ist eine Schmerzausschaltung während der Prozedur deswegen gesetzlich vorgeschrieben.» Hingegen war bis jetzt über längerfristige Konsequenzen des Verfahrens sehr wenig bekannt. Spadavecchia sagt: «Insbesondere stellte sich die Frage, ob chronische Schmerzen bei Kälbern nach der Enthornung auftreten können.»

Primäres Ziel der nun im Fachjournal «Physiology & Behavior» publizierten Studie war zu untersuchen, ob die Enthornung, durchgeführt unter einer optimalen, in der Schweiz obligatorischen Schmerzausschaltung, zur Entwicklung von akuten sowie chronischen Schmerzen bei Kälbern führen kann. Das zweite Ziel war, zu evaluieren, ob der Zeitpunkt der Enthornung der Kälber (im Alter von einer Woche gegenüber vier Wochen) einen Einfluss auf die Schmerzentwicklung hat.

Die Methodologie
Die Studie wurde an 34 männlichen Kälbern durchgeführt. Am Tag der Enthornung wurden alle Kälber sediert, und Analgetika wurden lokal und systemisch verabreicht. Tatsächlich enthornt wurde aber nur ein Teil der Kälber, der Rest wurde schein-enthornt. Spadavecchia erklärt: «Das wurde gemacht, um den möglichen Einfluss der Handlung am Kalb und den Einfluss der lokalen Schmerzbehandlung von der Wirkung der Enthornung selber unterscheiden zu können». Um gleichzeitig die Rolle des Alters der Kälber auf die Entwicklung chronischer Schmerzen zu untersuchen, wurden die Kälber in drei Gruppen eingeteilt: die «Gruppe früh» wurde im Alter von einer Woche enthornt, und es wurde eine späte Schein-Enthornung im Alter von vier Wochen durchgeführt; die «Gruppe spät» wurde früh schein-enthornt (im Alter von einer Woche), und es wurde eine späte Enthornung im Alter von vier Wochen durchgeführt; die Kontroll-Gruppe schliesslich wurde im Alter von einer und von vier Wochen schein-enthornt.

Da Schmerzen von komplexer, subjektive Natur sind, und die Kälber selbst ihren Schmerz nicht mit Worten beschreiben können, wurden das Schmerzempfinden der Kälber mit verschiedenen neuartigen Methoden evaluiert. Diese erlauben es auch in der Humanmedizin, eine objektive Quantifizierung von typischen, schmerzbegleitenden Symptomen vorzunehmen. Die Messungen begannen jeweils vor dem Eingriff und dauerten bis zu 105 Tage danach.

Chronische Übermpfindlichkeit bei 38% der enthornten Kälber
Im ersten Studienteil, der bereits im Februar 2018 in der selben Fachzeitschrift publiziert worden war, waren die ersten 24 Stunden nach dem Eingriff untersucht worden. Spadavecchia sagt: «Wir konnten zeigen, dass die Kälber trotz optimaler Betäubung und Schmerzausschaltung unmittelbar nach der Enthornung eine trigeminale Allodynie entwickelten, das heisst eine Schmerzempfindung, die auf an sich nicht schmerzhafte Reize hin entsteht. Zudem stellten wir eine sogenannte Hyperalgesie fest, das heisst eine übermässige Schmerzempfindlichkeit.» Dabei zeigten Kälber, die im Alter von einer Woche und solche, die im Alter von vier Wochen enthornt wurden, ähnliche Werte.

Im zweiten Teil der Studie wurden die längerfristigen Folgen der Enthornung untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass 38% der enthornten Kälber eine chronische, trigeminale Überempfindlichkeit entwickelten. Kälber aus der «Gruppe früh» und der «Gruppe spät» waren in den 38% gleichermassen vertreten. Die Schmerzscores sowie die lokale Hyperalgesie und Allodynie waren bei den enthornten Kälber deutlich höher im Vergleich zu den schein-enthornten Kälbern, und dies während der ganzen Studiendauer bis zum Alter von 105 Tagen. Darüber hinaus zeigten die enthornten Kälber und insbesondere die Kälber der «Gruppe spät» eine Beeinträchtigung des endogenen Schmerzmodulationssystems. Dazu sagt Spadavecchia: «Wir schliessen daraus, dass die Folgen der Enthornung weit über die Akutphase hinaus reichen können. Einzelne Tiere können unabhängig vom Alter und der Schmerzausschaltung zum Zeitpunkt der Enthornung von einer chronischen trigeminalen Überempfindlichkeit und somit von chronischen trigeminalen Schmerz betroffen sein.»

Links:

Casoni, Mirra et al. 2018

Mirra, A., C. Spadavecchia, et al. 2018

Quelle: Universität Bern

Enthornen von Zicklein: Schweizer Tierärzte unterstützen Verbot

0

Das Enthornen von Zicklein ist sehr heikel. Daher verlangt Schweizer Nationalrätin Irène Kälin in einer Motion, diesen Eingriff zu verbieten. Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) begrüßt diese Motion.

Tierhalter enthornen ihre Zicklein wegen der möglichen Verletzungsgefahr durch die Hörner. Der Eingriff ist aus Sicht des Tierwohls jedoch sehr problematisch. Daher verlangt Nationalrätin Irène Kälin (Grüne, AG) in einer Motion, das Enthornen von Zicklein zu verbieten. Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) unterstützt dieses Anliegen. Der Verband spricht sich seit Jahren für ein solches Verbot aus. Die Tierärztinnen und Tierärzte plädieren für eine artgerechte Haltung von behornten Ziegen mit genügend Platz und Strukturen zum Ausleben ihres natürlichen Verhaltens. Intensive Forschung hat den Stallbau optimiert und behornte Ziegen können heute mit einem minimalen Verletzungsrisiko gehalten werden.

Heikle Punkte beim Enthornen von Zicklein sind sowohl die Vollnarkose wie auch die verhältnismäßig große zu verbrennende Fläche auf dem Kopf der Tiere und die Lage des Gehirns direkt unter der Stirn. Eine Lokalanästhesie, wie sie bei der Enthornung von Kälbern angewendet wird, ist bei Zicklein nicht praktikabel. Bei der Vollnarkose können eine falsche Dosierung, Lagerung oder hohe, bzw. tiefe Umgebungstemperaturen zu Schäden führen.

Mit der Revision des Tierschutzgesetzes 2008 wurde das Enthornen von Zicklein und Ziegen der Pflicht zur Schmerzausschaltung unterworfen. Gleichzeitig dürfen Tierhalter seither ihre Zicklein selber enthornen, wenn sie den entsprechenden Sachkundenachweis erbringen. In einer aktuellen Studie zeigte ein großer Teil der von den Tierhalter selber enthornten Zicklein starke Schmerzäußerungen. Auch wenn das Gewicht der Tiere korrekt geschätzt wird, kommt es zu ungenügenden Narkosen. Die Abgabe der dazu benötigten Medikamente (Ketamin) an die Tierhalter ist zudem als sehr problematisch anzusehen.

Aus Sicht der Tierärztinnen und Tierärzte ist langfristig nur ein Verbot des Enthornens der richtige Weg.

Quelle: Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST)

QS berechnet Tiergesundheitsindices für Schlachtschweine

0

Zum zweiten Mal hat QS für Schweinemastbetriebe die betriebsindividuellen Tiergesundheitsindices berechnet. Auf Grundlage der Schlachtbefunddaten des 2. und 3. Quartals 2018 wurden Indices für die Befundgruppen Atemwegsgesundheit, Organgesundheit, Gelenk-gesundheit und Unversehrtheit des Schlachtkörpers ermittelt. Sie ermöglichen den Schweinehaltern eine kompakte Bewertung der Schlachtbefunde und den direkten Vergleich mit anderen Betrieben, die an den gleichen Schlachthof geliefert haben. Grundlage der Tiergesundheitsindices sind die Ergebnisse der amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchung. Sie sind für Tierhalter und Tierärzte wichtige Indikatoren für Tierschutz und Tiergesundheit im Betrieb, denn sie liefern wertvolle Hinweise auf Erkrankungen der Tiere und auf mögliche Defizite im Stall.

Knapp 20.000 Schweinemastbetriebe haben in mindestens einer der vier Befundgruppen einen Index erhalten. Dr. Hermann-Josef Nienhoff, Geschäfts-führer der QS Qualität und Sicherheit GmbH, sieht einen entscheidenden Vorteil in der zentralen Erfassung und Auswertung: „Die Übermittlung der Befund-daten aus der amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchung in unsere QS-Datenbank versetzen uns in die Lage, den Schweinemästern eine Rückmeldung zu den Befunden zu geben, die sie für die Bewertung der Tiergesundheit in ihren Ställen nutzen können.“

Alle Schweinemäster im QS-System haben Zugang zur Befunddatenbank. Sie können dort Einzeltierbefunde, Ergebnisse einzelner Schlachtpartien und Auswertungen über ausgewählte Zeiträume einsehen. Zudem können sie die betriebsindividuellen Tiergesundheitsindices für die einzelnen Befundgruppen an-hand der Kennzahlen Median (Wert, den 50 % der Tierhalter unterschreiten) und 1. Quartil (Wert, den 25% der Betriebe mit den häufigsten Auffälligkeiten unterschreiten) bewerten und einordnen.

Die jetzt ermittelten Tiergesundheitsindices zeigen, dass eine große Anzahl angelieferter Schweine in der amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchung „ohne Befund“ sind. Aller-dings gibt es auch Betriebe, für die wiederholt Befunde ermittelt worden sind. „Diese Betriebe sollten die Möglichkeiten der Verbesserungen in den Ställen prüfen. Die Tiergesundheitsindices können regelmäßig als Vergleich mit anderen Tierhaltern und für die Entwicklung im eigenen Betrieb herangezogen werden“, betont Dr. Nienhoff.

Unterschiedliche Aussagen in wissenschaftlichen Untersuchungen
In wissenschaftlichen Untersuchungen zur Häufigkeit von Schlachtbefunden sind zum Teil deutlich höhere Befundraten publiziert worden, die im QS-System so nicht bestätigt werden. Zurückzuführen sind diese Differenzen u.a. auf die Methodik der Erhebung und die Stichprobe der ausgewählten Betriebe. Die von einzelnen Wissenschaftlern vorgenommenen Begutachtungen unterscheiden sich in der Untersuchungstiefe und in ihrem Umfang von der Befunddatenerhebung, wie sie von amtlicher Seite im Schlachtalltag durchgeführt wird. Häufig konzentriert sich die Wissenschaft auf eine begrenzte Zahl von Schlachtkörpern. Daher müssen die Ergebnisse unterschiedlicher Studien genau eingeordnet werden. Die Bemühungen um eine schrittweise schlachthofübergreifende Standardisierung der Schlachthofbefunde pro Einsendebetrieb wer-den verfolgt und die vielfältigen einschlägigen wissenschaftlichen Ergebnisse mit den Experten diskutiert und verglichen.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner: „Wir wollen alle gemeinsam, dass das staatliche Tierwohlkennzeichen ein Erfolg wird.“

0

Der Handel unterstützt das freiwillige, dreistufige staatliche Tierwohlkennzeichen. Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat sich mit Vertretern des Bundesverbandes des Lebensmittelhandels, der Unternehmen des Einzelhandels und der Gastronomieverbände zum Tierwohlkennzeichen ausgetauscht

Die Bundesministerin zieht nach dem Treffen eine positive Bilanz: „Wir wollen, dass es mit dem Tierwohl in Deutschland vorangeht. Heute haben alle deutlich gemacht, dass das Tierwohlkennzeichen dazu ein wichtiger Beitrag ist. Deshalb möchte ich mich ausdrücklich für das konstruktive Gespräch bedanken. Ich begrüße es sehr, dass die Branche ihre Unterstützung erneut zum Ausdruck gebracht hat. Damit wird ein klares Signal gesetzt: Mit dem dreistufigen staatlichen Tierwohlkennzeichen schaffen wir für die Landwirte Perspektiven und sorgen für Transparenz bei den Verbrauchern. Dabei ist es wichtig, dass alle Kriterien in den Fokus genommen werden: Von der Geburt über Aufzucht, Mast, Transport und Schlachtung, die nicht nur die Haltungssysteme sondern auch das Management und das Tier selbst berücksichtigen.

Mit dem neuen Kennzeichen wollen wir eine hohe Marktdurchdringung erreichen. Doch der Erfolg hängt von der Mitwirkung in der gesamten Wertschöpfungskette ab. Und jedem muss auch klar sein, dass es mehr Tierwohl nicht zum Nulltarif geben kann, denn die Leistung der Landwirte für höhere Standards muss honoriert werden. Der Verbraucher hat die Wahl und kann beim Einkauf entscheiden, mehr für Tierwohl auszugeben.“

Hintergrund
Das BMEL arbeitet an der Einführung eines dreistufigen staatlichen Kennzeichens für bestimmte tierische Produkte, bei deren Erzeugung bereits die Eingangsstufe mit höheren als den gesetzlichen Tierschutzmindeststandards versehen wurde. Das dreistufige Kennzeichen beinhaltet deutliche Verbesserungen. Es spielen vor allem ressourcenbezogene sowie management- und tierbezogene Kriterien eine maßgebliche Rolle. Das Tierwohlkennzeichen beruht auf einer freiwilligen Teilnahme. Die gesetzlichen Grundlagen dafür sollen bis zur Mitte der Legislaturperiode (zweite Jahreshälfte 2019) in Kraft treten. Ziel ist, dass ab Mitte 2020 erste Produkte in den Märkten verfügbar sind.

Quelle: BMEL

Optimierung der Tierernährung für Mastschweinehalter

0

Auf einem ForFarmers Versuchsbetrieb in den Niederlanden sind jetzt erste Fütterungsversuche mit einer neuen Fütterungstechnologie für Mastschweine angelaufen. Dazu hat das Unternehmen in zwölf innovative Futterabrufstationen für die Forschung investiert: Diese ermöglichen es, dank einer integrierten Wiegeeinrichtung, Daten zu der Futteraufnahme und dem Tiergewicht in Echtzeit zu erfassen und zueinander in Beziehung zu setzen. Die Kopplung der Daten macht zusätzliche Informationen verfügbar, auf deren Basis ForFarmers die Beratung der Kunden und das Angebot an spezifischen Lösungen für die Fütterung von Mastschweinen noch weiter optimieren kann.

Informationen in Echtzeit
„Die Futterabrufstationen erzeugen viele zusätzliche Informationen, die in Echtzeit angezeigt und verarbeitet werden können“, sagt Patricia Beckers, Leiterin des Nutrition & Innovation Teams Schwein bei ForFarmers. „So sind beispielsweise für jeden Tag die Daten zur Futterverwertung sowohl von einzelnen Tieren als auch als Summenwert für die Buchten verfügbar. Das bietet uns einen besseren Einblick in die Effekte von Futtermitteln, Umweltfaktoren und Managementfragen.“

Da die Herkunft der Ferkel jeweils bekannt ist, kann die jeweilige Wirkung der Aufzucht und der Sauen auf die nachfolgenden Leistungen der Mastschweine analysiert werden. Darüber hinaus ermöglicht die zusätzliche Verknüpfung dieser Untersuchungen an die Klimasteuerung, eine Verbindung zwischen Temperatur und Futteraufnahme herzustellen.
„Auf diese Weise können wir zum Beispiel ebenfalls nachvollziehen, wie stark sich das Aufnahmeverhalten bei warmem Wetter ändert und zu welcher Tageszeit die Futteraufnahme jeweils höher oder niedriger ist. Weiterhin können die Ergebnisse zur individuellen Futteraufnahme auch mit den Schlachtdaten dieser Schweine verknüpft werden. In der Summe erhalten wir so einen sehr detaillierten Blick auf den gesamten Mastzyklus“, erläutert Patricia Beckers.

Häufigkeit, Zeit und Futtermenge tierindividuell messen
Die Erfassung und Registrierung der Daten von jedem Einzeltier erfolgt über einen in den Ohrmarken enthaltenen Chip. Damit können die Häufigkeit, die Zeit und die aufgenommenen Futtermengen tierindividuell und in einer bislang nicht verfügbaren Detailschärfe gemessen und für die Beratung herangezogen werden. Damit können Betriebsleiter zukünftig ihre Managemententscheidungen, etwa zu einem Futterwechsel, zu der Fütterung leichterer Ferkel oder zu den Effekten der gemischten oder getrennten Aufstellung von Ebern, Kastraten und Jungsauen anhand noch qualifizierterer Daten fällen.

„Diese Versuche ergänzen die bisherigen Forschungsarbeiten zu den Effekten unterschiedlicher Futterzusammensetzungen auf die biologischen und wirtschaftlichen Leistungen einschließlich der Schlachtkörperqualität”, so Beckers abschließend.

Quelle: ForFarmers Langförden GmbH

Dänischer Schweinekongress definiert ehrgeizige Ziele

0

Beim Kongress der dänischen Schweineproduzenten im jütischen Herning wurde ein Strategiepapier zur dänischen Schweineproduktion 2018-2020 beschlossen und drei übergeordnete Zielbereiche definiert:

+ Tierwohl und soziale Akzeptanz
+ Nachhaltigkeit und Zertifizierung
+ Wettbewerbsfähigkeit

Das proaktive und wettbewerbsfähige Konzept der Schweineproduktion sowie Tierschutz und Nachhaltigkeit sollen weiter ausgebaut und optimiert werden. Beim Tierwohl ginge es natürlich auch um soziale Akzeptanz, ein weiterer Grund für die ambitionierten Ziele in diesem Bereich, u.a. mehr Tiere mit intakten Schwänzen, Lokalanästhesie vor Kastration, höhere Ferkelüberlebensrate sowie mehr Abferkelbuchten für die Freilaufhaltung säugender Sauen.

“Wir haben viel in die Erforschung von Alternativen zur Schwanzkupierung investiert und sind dabei, diese in einigen Produktionsbetrieben zu erproben”, erklärte Christian Fink Hansen, Sektordirektor im SEGES Pig Research Centre des Dänischen Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft.

Bereits auf dem Jahreskongress der dänischen Schweinebranche im Oktober stand der weitere Ausbau der Freilaufhaltung von Sauen im Fokus. Schon weitestgehend gängige Praxis ist in der dänischen Schweineproduktion die Freilaufhaltung von tragenden Sauen und Tieren im Deckzentrum. Die Branche will aber auch die Freilaufhaltung in Abferkelställen weiter voranbringen.

Als weitere Einsatzschwerpunkte zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit definieren die Dänen: ein hohes Maß an Innovation, mehr Sonderproduktionen, Zuchtfortschritte, vorbildliche Ausbildung, Arbeitsbedingungen und Fortbildung der Mitarbeiter. Außerdem soll ein Vordringen der Afrikanischen Schweinepest nach Dänemark mit allen Mitteln verhindert werden.

Nachhaltigkeit dürfte sich, nach Einschätzung der Nordeuropäer, in Zukunft zu einem weltweit zentralen Absatzparameter entwickeln. Deshalb laufen in Dänemark Bestrebungen zur Einführung einer für die gesamte Schweineproduktion von der Zucht bis zur Mast einheitlichen Zertifizierung.

Zu den Bereichen, in denen bereits erzielte Fortschritte ausgebaut werden sollen, zählen auch die Reduktion von Phosphor im Futter, ohne Einbußen bei der Produktivität oder der Tiergesundheit, sowie die Suche nach Alternativen zum medizinischen Zink, dessen Einsatz Ende 2022 EU-weit verboten wird.

Quelle: Fachinfo Schwein

BIG Challenge-Rennrad geht nach Ostbevern

0

Topigs Norsvin Messebesucher unterstützen Big Challenge Aktion / 6.000 Euro für den Kampf gegen den Krebs

Anlässlich der EuroTier hatte Topigs Norsvin auf dem Messestand in Hannover zu einer Verlosungsaktion aufgerufen, in dessen Mittelpunkt die Unterstützung der Big Challenge Deutschland Aktion stand. Hierzu wurden während der Messetage knapp 1.200 Lose verkauft. „Dies ergab einen Erlös von 5.565 Euro, den wir auf 6.000 Euro aufrunden“, berichtet Eduard Eissing, Geschäftsführer bei Topigs Norsvin, zur Aktion.

Hauptpreis der Verlosungsaktion ist ein hochwertiges Rennrad, das von Thomas Lührmann aus Ostbevern gewonnen wurde. Sein Ziel ist es jetzt, im nächsten Jahr damit bei der Big Challenge aktiv teilzunehmen.

Georg Kattendahl-Biedemann, Initiator der Big Challenge Aktion, zeigte sich bei der Übergabe der Spende sehr erfreut. Die Big Challenge Tierhalter gegen Krebs e.V. ist ein von Landwirten gegründeter Verein, der sich im Kampf gegen den Krebs engagiert. Mit dem Big Challenge Tag, einem sozialen Sportevent, werden Sponsoren- und Spendengelder gesammelt, die zu 100 Prozent der Stiftung Deutsche Krebshilfe zufließen und von der Stiftung ausgewählten Projekten zur Verfügung stehen.

Quelle: TOPIGS SNW

Boehringer Ingelheim verkündet Gewinner der „BVDzero Case Awards“ 2018

0

Boehringer Ingelheim hat die Gewinner der „BVDzero Case Awards“ 2018 verkündet. Die Auszeichnungen spiegeln das langfristige Engagement von Boehringer Ingelheim zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Nutztieren wider.

„Die Bovine Virusdiarrhoe (BVD) ist eine der weltweit am weitesten verbreiteten Krankheiten bei Rindern und führt in der Rinderhaltung zu großem gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schaden. Unser Ziel ist es, neue Wege zu gehen und für einen Paradigmenwechsel bei der BVD-Kontrolle zu sorgen”, so Steve Williams, globaler Leiter der Geschäftseinheit Wiederkäuer/Rinder bei Boehringer Ingelheim.

Die diesjährige BVDzero-Pressekonferenz und -Preisverleihung fand in Barcelona, Spanien, statt. Die Auswahl der Gewinner übernahm das BVDzero-Komitee, das sich aus namhaften externen Experten auf dem Gebiet der Rindergesundheit zusammensetzt.

Boehringer Ingelheim sponserte ein Gesamtpreisgeld von 15.000 € für die zehn besten eingereichten klinischen Fälle. Unter anderem wurden Fälle aus Italien, Spanien, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Brasilien und der Türkei eingereicht.

Die Autoren der drei besten Fälle, Anna Bruguera Sala (Vereinigtes Königreich), Danilo Ghilardi (Italien) und Colin Buchan (Vereinigtes Königreich), stellten ihre Einreichungen im Rahmen der Pressekonferenz vor. Ihre Preise wurden ihnen von Volker Moennig, dem Leiter des BVDzero-Komitees, überreicht.

Mithilfe der „BVDzero Case Awards“ verfolgt Boehringer Ingelheim weiterhin das Ziel, die Suche sowohl nach klinischen als auch nach subklinischen Fällen von BVD in Rinderherden zu fördern. Das Unternehmen ist überzeugt, dass Veranstaltungen dieser Art das Bewusstsein für BVD stärken und so letztlich zu einer Reduzierung der Prävalenz beizutragen.

Das Boehringer Ingelheim BVDzero-Team will diese Initiative auch in Zukunft fortsetzen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.bvdzero.com

Goldene Olga: Bester Milcherzeuger Niedersachsens wird geehrt

0

Unter Niedersachsens Milchviehhaltern steigt die Spannung. Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen (LVN) hat zum 18. Mal den Milchlandpreis ausgeschrieben, am Freitag, 14. Dezember ist im „Alten Kurhaus“ in Bad Zwischenahn die feier-liche Preisübergabe. Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke wird die besten Teilnehmer würdigen, das endgültige Ranking wird erst bei der Veranstaltung verraten. 70 Milchviehhalter haben sich nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes um den Titel beworben, die Eingeladenen haben es bis in die Endausscheidung geschafft. Für die besten Fünf wurde erneut ein Preisgeld von insgesamt 8.500 Euro ausgelobt, die Goldene Olga für den Sieger-betrieb wurde bereits bei Familie Neumann, den Preisträgern von 2017, in Riekenbostel im Landkreis Rotenburg abgeholt und wird nun für den neuen Gewinner wieder auf Hochglanz gebracht.

Der Preis steht für Nachhaltigkeit sowie Verantwortung und ehrt die besten Milcherzeuger im Milchland Niedersachsen. Eine Platzierung bescheinigt den Höfen, dass nicht nur die messbaren Kriterien wie Milchqualität, Milchertrag und wirtschaftlicher Erfolg stimmen, sondern auch die Einstellung der Betriebsleiter in den Bereichen Tierwohl, Umweltschutz und gesellschaftliches Engagement. Für die teilnehmenden Höfe zahlt sich das Mitmachen durch einen Vergleich der betrieblichen Daten aus. Seit 2001 vergibt die LVN den Preis und viele der ausgezeichneten Betriebe engagieren sich weiter für die Milchwirtschaft. Sie über-nehmen beispielsweise selbst die vertrauensvolle Aufgabe als Gutachter im Vorfeld der Preisvergabe tätig zu werden, stehen Modell für die jährlichen Spannplakate der LVN oder bringen sich aktiv beim Videoportal „My KuhTube“ ein. Für Journalistinnen und Journalisten schätzen die Preisträger als kompetente Dialogpartner. Zudem sind die ausgezeichneten Betriebe für die niedersächsische Milchwirtschaft wichtige Botschafter geworden. Mehr zu dem Wettbewerb unter www.milchwirtschaft.de.

Quelle: Landvolk Niedersachsen

Rindervirus BVDV: Wirksamer Schutz ist möglich

0

Die Bovine Virus Diarrhoe (BVD), verursacht durch das BVD-Virus (BVDV) ist eine weltweit verbreitete und gefährliche Rinderkrankheit, die zum Tod der Tiere führen kann. Doch das müsste nicht sein, wie eine aktuelle Studie der Vetmeduni Vienna zeigt. Mit dem richtigen Einsatz der zur Verfügung stehenden Maßnahmen sind große Erfolge im Kampf gegen das Rindervirus BVDV bis hin zur Ausrottung der Krankheit möglich.

Die Bovine-Virusdiarrhoe ist eine infektiöse Tierkrankheit mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen und globalen wirtschaftlichen Auswirkungen: Einerseits entstehen durch hohe Krankheits- und Sterberaten, erhöhte vorzeitige Keulung und verminderte Fortpflanzungsleistung der infizierten Tiere direkte Kosten. Andererseits führt der erhebliche Aufwand zur Kontrolle von BVDV-Infektionen zu beträchtlichen indirekten Kosten.

Vor diesem Hintergrund veröffentlichten Forscherinnen und Forscher der Vetmeduni Vienna kürzlich eine Meta-Analyse bestehender Studien, um die räumliche und zeitliche Verteilung der weltweiten BVDV-Krankheitshäufigkeit, der Risikofaktoren sowie der Effekte von Impfungen und Ausrottungsprogrammen darzustellen.

Die Analyse des Forschungsteams der Vetmeduni Vienna zeigt große Unterschiede in der Häufigkeit des Auftretens von BVD, sowohl innerhalb als auch zwischen den untersuchten UN (United Nations)-Regionen, wobei in allen UN-Regionen während der letzten Jahrzehnte ein erfreulicher Rückgang der BVD-Häufigkeit zu beobachten war.

Diese neuen Informationen sind auch deshalb wertvoll, weil in einer globalisierten Welt der internationale Handel mit lebenden Tieren auf der Tagesordnung steht und daher sichergestellt werden muss, dass ansteckende Krankheiten wie BVD nicht über Grenzen hinweg verbreitet werden.

Ausrottung von BVDV ist möglich
Laut der ersten zur Prävalenz von BVDV-Infektionen in der globalen Rinderpopulation durchgeführten Meta-Analyse liegt die Ursache für die unterschiedliche Krankheitshäufigkeit von BVD vor allem am unterschiedlichen Einsatz von Kontroll- und Eradikationsprogrammen (einschließlich Impfungen). So weisen Länder, die Bekämpfungsprogramme eingeführt haben, im Vergleich zu Ländern ohne derartige Maßnahmen eine im Durchschnitt 1,5-fach niedrigere BVD-Krankheitshäufigkeit auf Tier- und Herdenebene auf. Diese Maßnahmen sind teilweise sogar so erfolgreich, dass Länder wie Schweden, Finnland und Norwegen das BVDV vollständig ausgerottet haben. In einigen Ländern ist die BVD-Bekämpfung bereits so weit fortgeschritten, dass – wie etwa in Österreich – auf Stichprobenuntersuchungen umgestellt werden konnte.

Auf die Frage, warum nicht in allen Ländern ein flächendeckendes BVD-Bekämpfungsprogramm eingeführt wurde, antwortete Beate Pinior, Institut für Öffentliches Veterinärwesen der Vetmeduni Vienna, die die Studie gemeinsam mit einem Forscherteam der Vetmeduni Vienna erstellte: „Es gibt dafür mehrere Gründe: Es existiert keine internationale Rechtsgrundlage, die eine BVDV-Bekämpfung vorschreibt. Die Eradikation von BVDV ist langwierig und mit einem hohen Ressourceneinsatz verbunden. In vielen Ländern liegt der Schwerpunkt in der Tierseuchenbekämpfung noch auf Krankheiten, die auf den Menschen übertragen werden; sie stellen kaum Mittel zur gezielten Bekämpfung einer Tierkrankheit ohne zoonotisches Potential zur Verfügung. “

Meta-Analyse hilft im weltweiten Kampf gegen BVDV
Die vorliegende Studie der Vetmeduni Vienna unterstreicht auch die Notwendigkeit international vergleichbarer epidemiologischer Studien zur Information von politischen EntscheidungsträgerInnen. Dazu Beate Pinior: „Die vorgestellten Daten sind insbesondere für die Veterinärbehörden von Bedeutung, weil sie die weltweite BVD-Verteilung und die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen der Krankheit sichtbar machen. “

Gefährliche Durchfallerkrankung bei Rindern
Das bovine Virusdiarrhoe-Virus, kurz BVDV, verursacht eine tödlich verlaufende Durchfallerkrankung bei Rindern, besonders Kälbern und Jungrindern. Das Virusreservoir von BVDV sind persistent infizierte (PI) Tiere, die während ihres gesamten Lebens große Mengen des Virus ausscheiden und keine Antikörper gegen BVDV entwickeln. „Die Infektion eines Rindes während der Trächtigkeit mit dem BVDV kann zur Geburt eines nicht immunkompetenten PI-Tieres führen. Diese PI-Tiere verbreiten die Infektion.“, so Pinior.

Weltweit 325 Studien wurden in die Meta-Analyse einbezogen
Insgesamt wurden in die Meta-Analyse 325 Studien aus 73 verschiedenen Ländern (für 10 UN-Regionen) aus dem Zeitraum 1961 bis 2016 einbezogen. Die Mehrzahl der Studien wurde auf regionaler Ebene (77,02%), gefolgt von nationaler Ebene (13,04%) und Betriebsebene (9,94%) durchgeführt. Die Prävalenzen von persistenten BVDV-Infektionen reichten laut der Meta-Analyse von niedrig (≤ 0,8% Europa, Nordamerika, Australien), mittel (> 0,8% bis 1,6% Ostasien) bis hoch (> 1,6% Westasien).

Quelle: Veterinärmedizinische Universität Wien

UFZ-Modelle im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest

0

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA (European Food Safety Authority) hat einen neuen wissenschaftlichen Bericht zum aktuellen Stand der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) innerhalb der EU veröffentlicht. Der Report beschreibt unter anderem, welche Managementmaßnahmen die EU-Staaten ergreifen sollten, wenn die Virusinfektion als sogenannter punktueller Eintrag auftritt, sie also weit entfernt vom aktuellen Geschehen der Ausbreitung festgestellt wird. Die wissenschaftliche Basis für diese Empfehlungen kommt von einem Modellierteam des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig.

Die Afrikanische Schweinepest hat sich im Vergleich zum Vorjahr weiter ausgebreitet. Neue Ausbrüche fernab des eigentlichen Zentrums der Epidemie im Nordosten Europas wurden unter anderem in Rumänien und Bulgarien festgestellt. Und sogar in Belgien, in einer Entfernung von nur 60 Kilometern zu Deutschland, wurden zahlreiche tote Wildschweine gefunden. Es ist offensichtlich, dass das Virus nur durch die unabsichtliche Einschleppung über den Menschen und nicht durch die natürliche Verbreitung über Wildschweine und freilaufende Hausschweine den Weg nach Belgien fand. Deshalb ist die Sorge in der EU groß, dass die Afrikanische Schweinpest überall unvermittelt auftreten und damit zu großen wirtschaftlichen Schäden führen kann.

Das UFZ-Modellierteam um Dr. Hans-Hermann Thulke befasste sich deshalb im Auftrag der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA mit drei verschiedenen Ausgangsszenarien und bewertete derzeitige Managementmaßnahmen für: Erstens ASP-freie Gebiete, die räumlich weit entfernt vom derzeitigen Zentrum der Epidemie liegen; zweitens noch ASP-freie Gebiete, die sich in der Nähe zu ASP-Gebieten befinden und damit einem höheren Risiko unterliegen, dass sich die Seuche auf natürliche Weise über Wildschweine ausbreitet; und drittens für jene Gebiete, in denen das Virus fernab des aktuellen ASP-Geschehens infolge der Ausbreitung über den Menschen plötzlich in Form eines Punkteintrags auftritt und schnelles Handeln notwendig macht.

Da derzeit insbesondere dieses dritte Szenario, der Punkteintrag der Afrikanischen Schweinepest, im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht, rückte es auch in den Fokus der UFZ-Modellierungen. „Die Herausforderung in diesem Fall ist, dass man nicht wissen kann, wann, wo und in welchem Ausmaß die Schweinepest auftritt“, sagt Hans-Hermann Thulke, der bis Mitte dieses Jahres Vize-Vorsitzender des EFSA-Panels Tiergesundheit und Tierschutz war. Im Falle des Punkteintrags gliedert die EFSA die Areale rund um den Ort des Auftretens der ASP in drei Managementzonen: Die Kernzone ist von einem Schutzzaun begrenzt, der verhindern soll, dass Wildschweine die innerste Zone verlassen und Menschen sie betreten. Daran grenzt die Pufferzone, die von einer Jagdzone umschlossen wird, in der Jäger Wildschweinen intensiv nachstellen sollen.

Die UFZ-Forscher simulierten nun Szenarien, in denen sie verschiedene Variablen variierten – etwa die Größe der Managementzonen, die Jagdintensität, die Häufigkeit des Entfernens der toten Wildschweine, die Durchlässigkeit des Schutzzauns oder die Wahrscheinlichkeit, mit der die Kadaver entdeckt werden. Mit den Modellierungsergebnissen konnten sie bewerten, welche Bekämpfungsmaßnahmen am ehesten die ASP-Ausbreitung stoppen können.

Dabei zeigte sich unter anderem, wie wichtig es ist, tote Wildschweine unter Einhaltung strengster Hygienebedingungen schnell zu sammeln und zu entsorgen. Dies, so Thulke, sei notwendig, weil sich andere, noch gesunde Wildschweine an den toten Artgenossen infizieren können. Werden beispielsweise in der Kernzone 20 Prozent der toten Schweine entfernt, steigt die Wahrscheinlichkeit, den Virus zu stoppen, auf 80 Prozent, wenn parallel in der Jagdzone Wildschweine geschossen werden. Durch die Einrichtung von Kern- und Pufferzone gewinne man wertvolle Zeit, um präventiv in der Jagdzone den Schweinebestand zu dezimieren. Zudem erhöhten sich die Erfolgsaussichten, je schneller die von der ASP getöteten Wildschweine aus der Kernzone entfernt werden. Gelänge es zum Beispiel doppelt so viele tote Tiere, also 40 Prozent, zeitnah zu entfernen, seien die Erfolgschancen gleich hoch – und dies ohne zusätzliche intensive Bejagung.

Diese Managementüberlegungen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest machen aber nur bei Punkteinträgen Sinn. „Tritt der Virus bereits flächig auf und sind lange Grenzen zu schützen, zeigte unsere Simulation, dass diese Bekämpfungsstrategie nicht mehr weiterhilft“, sagt Thulke. Dies passe zu den praktischen Erfahrungen, dass sich die Seuche kaum an ihrer Ausbreitung hindern lässt, hat sie sich einmal festgesetzt. „Insofern sehe ich die konsequente Umsetzung der Maßnahmen bei einem Punkteintrag als Chance, die es nicht zu verspielen gilt“, sagt Thulke. Er baute für die Analysen auf den 20-jährigen Erfahrungen auf, die das UFZ bei Modellierungen etwa zur Bekämpfung der Tollwut, der Maul- und Klauenseuche sowie der ASP sammelte.

Deutschland könnte aus dem EFSA-Wissenschaftsreport nach Meinung des UFZ-Forschers wichtige Schlussfolgerungen ziehen. „Die Bundesländer könnten sich basierend auf den Bericht sehr gut für ein mögliches punktuelles Auftreten der Afrikanischen Schweinepest vorbereiten“, sagt Thulke. Zu welchem Zeitpunkt müssten die Behörden eingreifen? Welche Art von Zaun ist notwendig für die Kernzone? Wer übernimmt das Abschießen der Wildschweine? Wo werden die Kadaver entsorgt? Fragen, für die jedes Bundesland basierend auf dem EFSA-Bericht konkrete Antworten parat haben sollte. „Die Bundesländer haben damit die Möglichkeit, vorliegende Notfallpläne zu präzisieren und ressourcenorientiert zu untersetzen“, sagt Thulke.
Die EFSA übernimmt die wissenschaftliche Beratung für die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der Lebensmittelsicherheit. Jedes Jahr veröffentlicht sie für die EU-Kommission einen Bericht über die ASP, der nicht nur den aktuellen Stand der epidemiologischen Situation zur ASP in den EU-Staaten wiedergibt, sondern sich auch bestimmten Fragestellungen widmet.

Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ